Mit Aktien und ETFs in Immobilien investieren

Mit Aktien in Immobilien investieren ist vor allem bei kleineren Beträgen attraktiv. Aber auch wer größere Summen anlegen will, fährt mit Wertpapieren oft besser als mit dem Kauf einer Eigentumswohnung. Noch besser als Einzelaktien sind in vielen Fällen ETFs, die Aktien mehrere Immobilienfirmen vereinen.

In Immobilien investieren in Stichpunkten

  • Immobilien runden Depot ab
  • Immobilienaktien schon mit wenig Geld
  • Oft billiger als Immobilienfonds
  • Weniger Klumpenrisiko
  • Unternehmerische Risiken bei Aktien

Warum Immobilien in ein breit gestreutes Depot gehören

Immobilien werden oft als Betongold bezeichnet. Denn sie sind relativ wertbeständig. Bankguthaben können durch eine Inflation entwertet werden, Aktiengesellschaften können technisch abgehängt oder von unfähigen Managern kaputt gewirtschaftet werden, bei Immobilien braucht es schon etwas mehr für einen totalen Wertverlust. Die Nachfrage nach Wohnraum ändert sich nur langsam. Wohnen müssen die Menschen immer, tendenziell wird die Nachfrage sogar steigen. Nicht nur, weil zuletzt die Bevölkerung angestiegen ist, sondern auch weil immer mehr Menschen alleine leben.

Arbeitslosigkeit Kredit Umzug

Auch bei Arbeitslosigkeit ziehen viele Menschen nicht um – oder erst sehr spät. Deshalb bricht der Wohnungsmarkt auch bei wirtschaftlichen Problemen nicht sofort ein. Foto: Pressebild der Bundesagentur für Arbeit

Auch regional bleibt die Nachfrage nach Wohnungen erstaunlich stabil. Gerade in Deutschland ziehen viele Menschen nicht so schnell um, auch nicht für einen besseren Job. Ohnehin ist ein steigender Anteil der Bevölkerung Rentner – und die sind von einer regionalen Krise gar nicht betroffen.

Warum eine Eigentumswohnung trotzdem oft keine gute Idee ist

Der Kauf einer Eigentumswohnung ist trotzdem meistens keine gute Idee. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zunächst einmal ist viel Geld für einen Kauf nötig. Das können nur wenige Menschen aufbringen. Wagemutige Investoren finanzieren dem Kauf teilweise über einen Kredit und zahlen den mit den Mieteinnahmen zurück. Das erhöht allerdings das Risiko.

Immobilienaktien

Was gestern noch modern war, kann heute schon aus der Mode sein. Das gilt auch für Immobilien.

Selbst wer genug Geld für einen Wohnungskauf hat, sollte sich die Investition gut überlegen. Denn mit einer Eigentumswohnung setzt man alles auf eine Karte – solange man sich nicht ein ganzes Portfolio von Immobilien leisten kann. Zwar ist der Immobilienmarkt auch regional relativ stabil, doch trotzdem können Anleger viel Geld verlieren. Denn auch wenn große Preisverluste wie an den Aktienbörsen eher ungewöhnlich sind, so kann auch ein langsamer, aber stetiger Preisrückgang viel Vermögen vernichten.

Hinzu kommt, dass auch bei regional stabilen Mieten eine einzelne Immobilie große Verluste bringen kann. Was, wenn Mietnomaden die Wohnung belegen? Oder bei einer Gewerbeimmobilie der Mieter zahlungsunfähig wird – oder sich kein lukrativer Nachmieter findet, weil genau in dieser Größe und Lage niemand das Objekt haben will? Man denke an einen mittelgroßen Supermarkt in einer Seitenstraße. Wer soll dort einziehen, wenn er schließen muss, weil die Kundschaft entweder die größeren Märkte oder aber die kleinen, exquisiten Läden bevorzugt? Einzelne Objekte bringen deshalb ein großes Risiko mit sich.

Immobilienfonds als Alternative

Eine breitere Streuung bieten Immobilienfonds. Einige investieren nur in Deutschland, andere auch europaweit oder sogar in der ganzen Welt. Wobei sich auch globale Fonds meist auf die großen Ballungsgebiete in den Industrieländern beschränken und nur selten in Timbuktu, Dili oder Puntas Arenas investieren.

Immobilienfonds haben aber einen großen Nachteile. Sie verlangen oft hohe Verwaltungsgebühren und einen Ausgabeaufschlag. Nicht selten werden beim Kauf gleich 5,0 Prozent der Summe als Gebühr einbehalten.

S Broker Immobilienfonds online kaufen

Eine große Auswahl an Immobilienfonds bietet S Broker. Einige lassen sich sogar ohne Ausgabeaufschlag erwerben.

Gerade Online-Broker bieten aber mittlerweile eine ganze Reihe von Fonds auch ohne Ausgabeaufschlag. Der Sparkassen Broker, kurz auch S Broker genannt, bietet eine ganze Reihe von Immobilienfonds mit reduzierten oder sogar ganz ohne Ausgabeaufschlag an.

Meist handelt es sich dabei um offene Immobilienfonds, die Anteile an verschiedenen Objekten halten und stetig in neue Immobilien investieren. Dagegen wird bei geschlossenen Immobilienfonds eine bestimmte Summe eingesammelt, meist um ein einzelnes Objekt zu finanzieren, beispielsweise eine große Büroimmobilie. Gibt es genügen Einzahler, wird der Fonds geschlossen, Gelder können also weder ein- noch ausgezahlt werden. Diese Variante ist für Kleinanleger im Regelfall nicht geeignet.  S Broker Logo

Aktien und ETFs als Alternative

Immobilienfonds sind aber meist deutlich schwerer handelbar als Aktien und ETFs. Wer ohnehin erst in 20 Jahren verkaufen will, für den ist das kein Problem. Wer aber beispielsweise auf eine günstige Gelegenheit wartet um wieder stärker in Aktien zu investieren, für den ist eine leichte Handelbarkeit von Vorteil. Gerade bei geschlossenen Immobilienfonds ist es oft schwer, Anteile wieder zu verkaufen, weil der Markt meist relativ klein ist.

Außerdem stehen Aktiengesellschaften, gerade jene aus DAX oder MDAX, unter starker Beobachtung. Großinvestoren und Aktionärsschützer schauen dem Management auf die Finger, was bei Immobilienfonds nicht immer der Fall ist.

Fernwärme Aktie

Nicht nur Autobauer, Banken und Softwareunternehmen können Aktiengesellschaften sein. Auch Fernheizwerke, wie hier im Bild oder eben auch Immobilienunternehmen. 

In Deutschland gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von börsengehandelten Immobilienfirmen, beispielsweise den DAX-Konzern Vonovia oder die im MDAX vertretene Deutsche Wohnen. Beide haben vor allem in Wohngebäude investiert, andere Firmen haben vor allem Gewerbeimmobilien gekauft.

Am besten ist es, beides im Depot zu haben. Das geht, indem man einen ETF kauft, der verschiedene Aktien von Immobilienfirmen bündelt. Dazu gehören beispielsweise Indexfonds, die den Stoxx Europe 600 Real Estate nachbilden. Anders als der Name vermuten lässt, umfasst der allerdings keine 600 Titel. Vielmehr sind darin die Immobilienunternehmen aus dem Stoxx Europe 600 versammelt, der wiederum insgesamt 600 Wertpapiere abbildet. Aktuell (2019) befinden sich darunter 27 Immobilienformen, davon vier aus Deutschland. Einen solchen ETF bietet beispielsweise Comstage unter der WKN ETF074. 

Consorsbank Neukunden

Immer wieder bietet die Consorsbank attraktive Aktionen für Neukunden.

Kaufen lassen sich Aktien und ETFs über einen ganz normalen Broker, beispielsweise den bereits erwähnten Sparkassen Broker. Dort kann man auch den bereits erwähnten Comstage ETF auf den Stoxx Europe 600 Real Estate kaufen. Ähnlich sind die Konditionen bei der Nürnberger Consorsbank. Wegen der höheren Mindestgebühr ist der Broker bei Beträgen unter 1.200,- Euro etwas teurer (Stand 2019), bietet dafür aber immer wieder Aktionsangebote. Dann können Anleger im ersten Jahr deutlich günstiger handeln oder bekommen höhere Zinsen auf das Tagesgeldkonto im ersten Jahr.

Consorsbank Logo

Fazit

Immobilien gehören zu einem breit aufgestellten Portfolio. Allerdings ist der Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Ladenlokals meist nicht der beste Weg, denn das gesamte Risiko wird in einem einzigen Objekt konzentriert. Alternativ bleiben Immobilienfonds oder Aktien von Immobilienunternehmen. Geschlossene Immobilienfonds, die meist in ein einziges Objekt investieren, sind für Kleinanleger ebenfalls nur bedingt geeignet. Offene Immobilienfonds bieten eine breite Streuung, noch breiter ist die aber meist beim Kauf eines ETF, der die Wertentwicklung von Immobilienaktien abbildet, beispielsweise der Stoxx Europe 600.

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