Aktiendepots für Kleinanleger – Den richtigen Anbieter finden

Kleinanleger haben durch das Internet deutlich bessere und kostengünstigere Möglichkeiten, ihr Geld anzulegen und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Sie stellen aufgrund des begrenzten Kapitals und des möglichen Zeitaufwandes allerdings besondere Anforderungen an den Online Broker. Den richtigen Anbieter zu finden, ist für Kleinanleger ungemein wichtig.

Wann ist ein Anleger ein Kleinanleger?

In Deutschland ist die Geldanlage in Aktien vergleichsweise unbeliebt. In anderen Staaten legen auch Privatleute deutlich häufiger ihr Kapital in Aktien an. Wann genau ein Anleger ein Kleinanleger ist, ist nicht eindeutig festgelegt. Grundsätzlich gelten Privatanleger gegenüber den institutionellen Anlegern als Kleinanlegern, allerdings gibt es noch einige andere Definitionen, die sich davon teilweise deutlich unterscheiden.

Aktiendepots Kleinanleger

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Eine solche Definition ist, dass Kleinanleger ein Depotvolumen von unter 10.000 Euro aufweisen. Allerdings gelten auch für die meisten Anleger, die deutlich mehr investieren können, fast die gleichen Punkte, die sie beachten müssen. Bis zum fünffachen Betrag gelten beispielsweise hinsichtlich der Kostenstruktur eines Brokers kaum andere Merkmale. Auch hinsichtlich vielen anderen wichtigen Merkmalen bestehen viele Gemeinsamkeiten. Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • Hintergrundwissen
  • Möglicher Zeitaufwand
  • Risikoprofil
  • Anlageziele
  • Vorlieben bei der Anlage

Demzufolge ist eine einfache Unterscheidung hinsichtlich des Depotvolumens nicht unbedingt aussagekräftig, um einen privaten Anleger als Kleinanleger zu bezeichnen oder ihn von dieser Definition auszuschließen.

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Welche Merkmale weisen Kleinanleger auf?

Eine Studie der Universität Leipzig hat in einer Umfrage unter 530 Privatanlegern die folgenden Merkmale eines typischen Privatanlegers herausgearbeitet:

  • Vermögensaufbau und –erhalt als wichtigstes Anlageziel.
  • Rund die Hälfte des Vermögens ist in Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen angelegt.
  • Ein Drittel handelt mindestens monatlich.
  • Der Großteil der Anleger ist langfristig investiert und hält Aktien über mehrere Jahre.
  • Der durchschnittliche deutsche Aktionär ist 56 Jahre alt und handelt seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Börse.
  • Nur zehn Prozent der Aktionäre sind weiblich.

Allerdings zeigen sich hierbei zwei deutliche Unterschiede im Vergleich zu dem, was unter Kleinanleger häufig verstanden wird. Zum einen erreichen die meisten Kleinanleger mit Wertpapieren von durchschnittlich 19 Unternehmen häufige eine gute Risikostreuung. Zum anderen ist die Erfahrung mit mehr als 20 Jahren Aktienhandel deutlich größer, als allgemein angenommen.

Im Rahmen der Studie zeigte sich zudem, dass die Anleger, die nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise 2007 deutlich hinzugelernt haben. Sie investierten vermehrt antizyklisch und beachteten Ratschläge von Banken deutlich weniger.

Allerdings wurde die Studie im Jahr 2012 durchgeführt. Zu dieser Zeit galten deutsche Wertpapiere noch nicht als deutlich überbewertet. Die Bildzeitung als Indikator für Überbewertung und der Beginn einer Hausfrauen-Hausse berichtet erst vier Jahre später über die Börsenkurse. Die Studie könnte somit nur bedingt aussagekräftig sein.

Als typisches Verhalten von Kleinanlegern gilt hingegen, dass sie erst sehr spät in den Markt einsteigen, wenn eine Hausse bereits seit Jahren anhält und die Anlage in Aktien deswegen als sicher gilt. Die Aktien sind zudem zu diesem Zeitpunkt bereits überbewertet, sodass eine baldige Korrektur oder sogar lang anhaltende Baisse wahrscheinlicher wird. Dies führt dann dazu, dass Kleinanleger deutliche Verluste hinnehmen müssen und sich wieder von den Aktien trennen.

Auch unerfahrene Kleinanleger stellen an ihr Aktiendepots allerdings die gleichen Voraussetzungen, sodass diese auch von den erfahrenen und erfolgreichen Kleinanlegern abgeleitet werden können.

Aktiendepots Kleinanleger: Gebühren besonders beachten

Aufgrund des häufig eher geringen Depotvolumens und kleinen Positionsgrößen ist es wichtig, dass ein Aktiendepot möglichst geringe Kosten verursacht. Zudem handeln sie häufig eher zögerlich und warten, bis sich ein Trend gefestigt zu haben scheint. Dies kann allerdings die Rendite deutlich schmälern.

Damit sollte ein Aktiendepot für Kleinanleger vor allem die folgenden Merkmale hinsichtlich der Gebührenstruktur erfüllen:

  • Keine Depotführungskosten
  • Niedrige Transaktionskosten
  • Geringe Mindestgebühr bei den Orderkosten

Dabei ist häufig die Mindestgebühr sogar noch wichtiger als die anderen Kosten. Viele Kleinanleger sollten ihr deswegen vor allem Anderen Beachtung schenken. Nur dann, wenn sie Positionsgrößen handeln, bei denen die Mindestprovision deutlich überschritten wird, sollten sie auch den anderen Kosten stärkeres Gewicht beimessen. Ansonsten sollten sie vor allem darauf achten, dass sie keine Mindestkosten akzeptieren, die höher als 10 Euro liegen.

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Aus diesem Grund kann gerade für Kleinanleger auch ein Discount-Broker besonders attraktiv sein. Sie bieten zumindest beim Handel über Xetra die Möglichkeit, einen Fixpreis zu nutzen, der sich in der Regel sogar im einstelligen Bereich bewegt.

 

Auf die Ordergebühren zu achten ist deswegen besonders wichtig, weil die Transaktionskosten hier wesentlich stärker ins Gewicht fallen. Die folgende Beispielrechnung verdeutlicht dies:

  • Bei einem Ordervolumen von 1.000 Euro und Transaktionskosten von 20 Euro betragen alleine die Ordergebühren 2 Prozent. Der Anleger muss also 2 Prozent mehr Rendite erwirtschaften, um sein Anlageziel zu erreichen.
  • Bei einem Ordervolumen von 5.000 Euro und den gleichen Transaktionskosten betragen die Ordergebühren nur noch ein Prozent vom Gesamtvolumen von 0,4 Prozent. Dies lässt sich schon wesentlich leichter erwirtschaften.
  • Bei 10.000 Euro sind es nur noch 0,2 Prozent. Dieser Wert ist fast vernachlässigbar.

Die Ordergebühren sind zudem nicht die einzigen Kosten, die auf den Kleinanleger beim Aktienhandel hinzukommen. Auch die Handelsplätze erheben Gebühren. Hinzu können Kosten für Teilausführungen oder Limits kommen.

Da Kleinanleger jedoch selten mit derartigen Positionsgrößen handeln können, ist es umso wichtiger, dass die Ordergebühren möglichst gering gehalten werden.

Das Gleiche gilt auch hinsichtlich der Kosten für andere Finanzprodukte, mit denen Kleinanleger gerne handeln. Vor allem Fonds und Unternehmensanleihen wären hier zu nennen, da sie nach wie vor unter Privatanlegern besonders beliebt sind. Kosten wie Ausgabeaufschläge oder Gebühren für den Anleihenhandel sollten deswegen je nach Bedarf ebenfalls beachtet werden, um den besten Broker für Kleinanleger zu finden.

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Welche Angebotsvielfalt ist für Kleinanleger wichtig?

In der Regel bewegen sich Kleinanleger hinsichtlich der Wertpapierauswahl in einem eher beschränkten Rahmen. Viele legen zu viel Geld innerhalb Deutschlands an. Deswegen ist die Auswahl an Handelsplätzen für die meisten Kleinanleger eher vernachlässigbar. Nur versierte Anleger benötigen Zugriff zu vielen internationalen Handelsplätzen. Dass deutsche Anleger ihr Geld vor allem im DAX anlegen ist zwar nicht uneingeschränkt empfehlenswert, eine größere Auswahl nutzen sie jedoch nicht, sodass sie auch nicht benötigt wird.

Zur Risikostreuung nutzen Privatanleger hingegen deutlich häufiger Produkte wie Fonds oder zunehmend auch ETFs. Deswegen ist es wichtig, dass ein Broker für Kleinanleger hier eine möglichst umfangreiche und vielfältige Auswahl anbieten kann, sodass der Kunde das Finanzprodukt wählen kann, in das er investieren kann. Eine breite Auswahl an Fonds- oder ETF-Sparplänen zu möglichst flexiblen Konditionen ist für die meisten Anleger ebenfalls sehr wichtig.

Außerdem können die meisten Kleinanleger nur wenig Zeit aufbringen, um ihre Geldanlagen zu verwalten und zu beobachten. Demzufolge sind passive Geldanlagen für sie in der Regel deutlich wichtiger als Anlagen, die ständig überwacht oder umgeschichtet werden müssen. Dies ist ein weiteres Argument, das für eine große Auswahl von Fonds und ETFs spricht.

Für Kleinanleger sollten riskantere Finanzprodukte hingegen nicht relevant sein, sodass die Auswahl an CFDs, exotischen Optionen, Futures und den meisten Zertifikaten eher unerheblich ist. Die meisten Kleinanleger werden durch ihr Risikoprofil keinen Bedarf an gehebelten Produkten haben, sodass ein umfangreiches Angebot sogar eher negativ sein kann. Die Übersicht wird so zwangsweise etwas eingeschränkt und die Produkte können zudem zu Investitionen verleiten, deren Risiko ein Privatanleger nicht im vollen Ausmaß einschätzen kann. Deswegen sind sie für unerfahrene Anleger bei den meisten Brokern allerdings ohnehin gesperrt. Nur wer ausreichende Erfahrung und Kenntnis von riskanteren Finanzprodukten vorweisen kann, darf mit ihnen handeln.

Vorsicht: Inländische Broker bevorzugen

Deutschland hat mit rund 70 verschiedenen Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Dieses ermöglicht es Anlegern, im Ausland nicht höher besteuert zu werden, als dies in Deutschland der Fall ist. Allerdings ziehen ausländische Broker die Quellensteuer häufig direkt ab.

Wenn sie nicht hoch ist, kann sie auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet werden, sodass der Anleger nur die üblichen 25 Prozent entrichten muss. Ist die Quellensteuer höher als 15 Prozent – was in den meisten Staaten der Fall ist – muss der Anleger sich das Geld zurückholen. Dies ist jedoch zum einen zeitaufwendig und zudem oft durch Mehrkosten durch beglaubigte Kopien und Portogebühren verbunden.

Der Aufwand unterscheidet sich dabei je nach Land. Von einem formlosen Antrag bis hin zu einer vollständigen Steuererklärung sind Unterschiede möglich. Auch die Dauer bis zur Erstattung variiert zwischen ein paar Monaten und einigen Jahren.

Wie bei den Ordergebühren gilt auch hier, dass die Kosten und der Aufwand umso stärker ins Gewicht fallen, je geringer das Depotvolumen ist. Für Kleinanleger lohnt es sich deswegen so gut wie nie, die zu viel gezahlten Steuern zurückzufordern. Deswegen ist ein deutscher Broker für deutsche Kleinanleger die beste Wahl. Zudem können auch Streitigkeiten hier nach deutschem Recht behandelt werden und die BaFin gilt als eine der strengsten Finanzaufsichten der Welt, sodass der Anleger hier vor Betrug noch einmal deutlich besser geschützt ist.

Fazit:

Der beste Broker für Kleinanleger ist vor allem kosteneffizient und ermöglicht es so auch bei kleinen Positionsgrößen die Rendite nicht zu sehr zu schmälern. Außerdem verfügt er über ein Angebot, dass die wichtigsten Handelsplätze umfasst und zudem eine große Auswahl an passiven Geldanlagen wie Fonds- oder ETF-Sparpläne. Zudem sollte er sich aufgrund der steuerlichen und rechtlichen Vorteile im Inland des Anlegers befinden.

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