Überbewertete Aktien 2022 erkennen und richtig reagieren!

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Überbewertete Aktien - Das Wichtigste in Kürze

  • Ein häufiges Börsen-Phänomen ist die Überbewertung von Aktien und Märkten. Wir beantworten die Frage „Was bedeutet Überbewertung?“
  • Überbewertete Aktien lassen sich mit der Fundamentalanalyse erkennen. Bei der Fundamentalanalyse helfen Indikatoren wie KGV oder Dividendenrendite.
  • Der Börsenwert vieler US-Tech-Aktien hat sich rasant entwickelt und beträgt mehr als bei einigen renommierten Aktienunternehmen. Mit Chancen und Risiken von überbewerteten Aktien beschäftigen wir uns in der SWOT Analyse.
  • Für Investoren gibt es verschiedene Optionen, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Wir klären, wie Sie günstiger handeln und von einem Depotumzug profitieren.
  • Shortselling mit CFDs nutzen erfahrene Trader als Handelsstrategie für überbewertete Aktien.

 

Überbewertete Aktien - So gehen Sie vor

  • Vor dem Kauf einer Aktie sollten Sie sich mit den Unternehmenskennzahlen vertraut machen. Das gilt auch für Aktien im Bestand, die regelmäßig auf den Prüfstand gehören.
  • Prüfen und bewerten Sie im Rahmen einer Fundamentalanalyse eine potenzielle Aktie hinsichtlich einer möglichen Überbewertung.
  • Wägen Sie Chancen und Risiken miteinander ab. Legen Sie sich eine Strategie zum Absichern gegen fallende Kurse zurecht.
  • Ist Ihnen als Kleinanleger eine Aktie zu teuer, dann investieren Sie lieber in Aktienbruchstücke.
  • Als erfahrener Anleger haben Sie die Möglichkeit, beim CFD-Broker Leerverkäufe mit Aktien-CFDs zu betreiben.

An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Gern wird in Trends investiert, was zu schnell ansteigenden Aktienkursen führt. Das gilt besonders für die häufig von Analysten empfohlenen Titel, denen besonders positive Zukunftsaussichten prognostiziert werden. Das lässt so manche Tech-Aktie überbewertet erscheinen. Natürlich gibt es auch Aktien, die einen hohen Kaufkurs in der Zukunft nicht rechtfertigen werden. Grundsätzlich können Anleger mit überbewerteten Aktien Geld verdienen. Wir stellen Ihnen 5 Trend-Aktien im Fokus der Anleger vor.

Überbewertete Aktien 2022: Trend-Aktien im Fokus der Anleger (KGV 50-100)

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Name / WKN
Plug Power
A1JA81WKN kopiert
Apple
865985WKN kopiert
Tesla
A1CX3T WKN kopiert
Amazon
906866WKN kopiert
Netflix
552484WKN kopiert

Überbewertete Aktien sind in Zeiten boomende Aktienmärkte Börsen nicht ungewöhnlich. Die Kombination Liquidität am Markt und optimistische Anleger*innen sorgen für stark steigende Aktienkurse. Dadurch schnellt die Marktkapitalisierung der betreffenden Unternehmen in die Höhe. Das Risiko besteht in einer folgenden Kurskorrektur. Mit Shortselling mit CFDs können Anleger von einer Kurskorrektur überbewerteter Aktien profitieren.

Überbewerteten Aktien als Anleger auszuweichen, kann den Erfolg bei der Geldanlage sichern. Anleger müssen nur lernen, wie man die Anzeichen einer überbewerteten Aktie erkennt. Eine Unternehmensbilanz ist ein gutes Hilfsmittel, wenn es um das Beobachten überbewerteter Aktien geht.

In der Vergangenheit hat so manche überbewertete Aktie gezeigt, dass die Erwartungen nicht überzogen waren. Egal, ob günstig oder teuer gekaufte Aktie – sie haben ihren Börsenwert enorm gesteigert. Das wird bei den derzeit innovativen Unternehmen nicht anders sein, die über hohes Marktpotenzial verfügen, aber erst in Zukunft reale bzw. größere Gewinne am Markt erzielen.

Was bedeutet Überbewertung?

Der Begriff „Überbewertung“ meint, dass der Kurs eines Unternehmens in Relation zum eigentlichen Wert zu hoch ist. Das Gegenstück dazu ist die Unterbewertung. Wenn bei zwei Unternehmen mit der genau gleichen Wirtschaftskraft und genau gleichen Zukunftsaussichten die Aktien des einen deutlich teurer sind als die des anderen, ist das höher bewertete Unternehmen über-, das mit dem niedrigeren Börsenwert unterbewertet.

In der Praxis gibt es allerdings keine zwei genau gleichen Unternehmen. Der Streaming-Dienstleister Netflix ist im Vergleich zu Umsatz und Gewinn deutlich höher bewertet als das Medienunternehmen ViacomCBS oder die deutsche ProSiebenSat.1 Gruppe und zahlt im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten keine Dividende. Allerdings sind die Zukunftsaussichten des Streaming-Dienstleisters besser als die von ViacomCBS oder ProSiebenSat.1.

Um uinter- und überbewertete Aktien zu finden, betrachten erfahrene Anleger*innen deshalb nicht nur den sogenannten  „inneren Wert“ der Aktie, sondern bewerteten auch dessen Geschäftsmodell. Der Begriff des inneren Wertes wurde vom Value Investment geprägt. Er beschreibt, wie wertvoll das Unternehmen ist, das hinter der Aktie steckt und umfasst dabei unter anderem:

  • Stabilität der Finanzlage
  • Schulden im Verhältnis zu den Einnahmen
  • Aktuelle Bilanz
  • Wachstumsprognosen
  • Zu erwartende Umsatzsteigerungen
  • Wegbrechende Märkte
  • Kompetentes Management und qualifizierter Mitarbeiterstamm

Immer dann, wenn der innere Wert sich vom Aktienkurs (bzw. von der Marktkapitalisierung) deutlich unterscheidet, sind Aktien entweder über- oder unterbewertet. Das trifft für teure Tech-Aktien und für günstige Aktien unter 10 Euro in gleicher Weise zu.

Überbewertete Aktien Liste: 10 Aktien mit hohem KGV 100+

Name / WKNKGV 2020
Nvidia
918422WKN kopiert
115,42
Kraft Heinz Co.
A14TU4WKN kopiert
119,57
Starbucks
884437WKN kopiert
136,18
Sirius XM HOLDINGS
A1W8XEWKN kopiert
215,49
ADYEN NV
A2JNF4WKN kopiert
221,56
Autodesk
869964WKN kopiert
316,74
Gilead Sciences
885823WKN kopiert
598,06
NXP Semiconductors
A1C5WJWKN kopiert
855,56
BOOKING HOLDINGS INC.
A2JEXPWKN kopiert
1.553,90
Zoom Video Communications
A2PGJ2 WKN kopiert
3.947,68

Warum sind überbewertete Aktien so problematisch?

Warum überbewertete Aktien gerade für Privatanleger problembehaftet sind, dürfte leicht zu erkennen sein: Früher oder später ist davon auszugehen, dass sich der Kurs korrigiert, sich also dem tatsächlichen Wert annähert und somit fällt. Wer nun die Aktie zu teuer gekauft hat, muss eine weitere Kurssteigerung und häufig auch das Wachstum des Unternehmens erst einmal abwarten.

Grundsätzlich gilt es deswegen als weniger riskant, unterbewertete Aktien zu kaufen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit deutlich größer, dass die Kurse durch eine Korrektur steigen und so Kursgewinne realisiert werden können.

Märkte vs. Einzelaktien

Nicht nur einzelne Aktien können überbewertet sein – sondern auch ganze Märkte. Im Ernstfall können sich dann sogar Spekulationsblasen herausbilden, die immer ein Risiko der Korrektur und sogar des Crashs in sich tragen.

Dies ist auch einer der Gründe, warum Aktienkurse nicht nur mit anderen Aktien aus dem gleichen Marktumfeld verglichen werden sollten, sondern auch der Gesamtmarkt mit anderen Indizes, Geldanlagen und vergangenen Werten.

Nur so lässt sich feststellen, ob eine Aktie in einem normalen oder unterbewerteten Umfeld überbewertet ist oder ob aber der gesamte Markt überbewertet ist. Ist Letzteres der Fall, dann ist es ein ungünstiger Zeitpunkt für den Aktienkauf.

Kritiker des gegenwärtigen Börsenbooms beurteilen den Aktienmarkt seit 2020 als risikoreich. Besonders der US-Markt ist ihrer Meinung nach überbewertet. Die Bewertung übersteigt die der Crashjahre 2000 und 1929. Anleihenmärkte und Immobilienmärkte sind gleichfalls Teil einer übermäßigen Spekulation. Optimistische Börsenexperten gehen von einem weiteren Wachstum bis mindestens 2035 voraus. Ihrer Meinung nach kann ein überbewerteter Markt lange Zeit überbewertet bleiben.

Die Finanzmarktgeschichte zeigt, dass sich eine Kurskorrektur an den Börsen immer andeutet. Mitunter reicht ein einzelnes Ereignis aus, um den Börsencrash auszulösen. Eine Marktreaktion wird es in jedem Fall geben. Dafür spricht, dass sich ein Anlegerverhalten nach dem Motto „Kaufen, egal zu welchem Preis & teurer verkaufen“ etabliert.

Technologische Innovationen, zum Beispiel von Tesla, und ein scheinbar nicht enden wollender Kursanstieg haben dem Börsenhandel neue Anlegerschichten beschert. Nicht selten haben diese Anfänger keinerlei Börsenwissen und spekulieren auf das schnelle Geld. Erfahrungen mit Kurseinbrüchen haben sie nicht. Kommt es zur Kurskorrektur, könnten ihre Panikverkäufe einen größeren Finanzcrash auslösen.

Expertenmeinungen vergleichen

Wer eine Aktie erwerben möchte und im ersten Schritt noch keine klare Meinung über das neueste Mitglied im Aktiendepot hat, kann Aktien auf ihre Überbewertung überprüfen, indem er die Experten fragt. Die meisten Investmenthäuser und Großbanken veröffentlichen regelmäßige Bewertungen zu einer Vielzahl von Aktien. Diese nutzen in der Regel die Einschätzung „buy“, „hold“ und „sell“.

  • Kaufempfehlungen werden in der Regel für Aktien ausgegeben, die Analysten als unterbewertet ansehen.
  • Aktien halten gilt dann als ratsam, wenn noch Potenzial zur Steigerung vorhanden ist.
  • „Sell“-Aktien sind überbewertet – die jeweilige Aktiengesellschaft steuert auf Probleme und vielleicht sogar auf eine Krise zu.

In der Regel wird zudem ein Zielkurs angegeben, der von Analysten als fair beurteilt wurde.

Auch wenn solche Expertenmeinungen häufig nicht ganz aktuell sind und darüber hinaus nicht immer stimmen müssen, eigenen sie sich durchaus, um einen groben Überblick zu bekommen und auf Probleme hingewiesen zu werden. Warum der Analyst die Aktie für überbewertet hält, kann der Anleger davon ausgehend überprüfen.

Fundamentalanalyse als Mittel der Wahl

Um herauszufinden, ob und warum ein Unternehmen überbewertet ist, muss der Anleger letztlich eine Fundamentalanalyse durchführen. Hierfür muss er in der Regel die Bilanz des Unternehmens genau studieren (wie das geht, erfahren Sie im Ratgeber Bilanzen lesen und verstehen). Aus dieser lassen sich einige wichtige Erkenntnisse ableiten, die auf Probleme hindeuten können. Üblicherweise haben Wirtschaftszeitschriften einige Kennzahlen aus der Bilanz ermittelt, die übersichtlich in den Details zur Aktie aufgeführt werden.

Ein wichtiger Kritikpunkt bei den Kennzahlen ist allerdings die Tatsache, dass diese immer in die Vergangenheit gerichtet sind. Sie lassen oft Prognosen über die Zukunft zu, allerdings sind sie keine sicheren Werte. Anleger müssen vor allem schauen, ob bereits aktuellere Nachrichten darauf hindeuten, dass sich die Kennzahlen verbessern oder verschlechtern werden. Vor allem bei Gewinnwarnungen sollten Anleger aufpassen. Diese führen häufig dazu, dass Kennzahlen besser wirken, als dies bei der nächsten Bilanz tatsächlich der Fall sein könnte.

Die fünf wichtigsten Indikatoren

  • KGV: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gilt als eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Aktienanalyse. Hierbei werden – wie der Name schon sagt – Kurs und Gewinn in eine Relation gesetzt. Ist das KGV besonders hoch, muss der Anleger in Bezug auf den Gewinn besonders viel investieren.
  • KBV: Da der Gewinn auf vielfältige Arten beschönigt werden kann, haben sich viele Anleger dazu entschlossen, stattdessen dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KGV) mehr Bedeutung beizumessen. Beim KGV ist ein guter Wert beispielsweise auch dann erreicht, wenn ein Unternehmen gerade Tafelsilber verkauft, das in der Bilanz mit geringerem Wert aufgeführt wird. Die stillen Reserven und stillen Lasten werden auch beim KBV nicht erfasst, sodass sie sich nicht in allen Branchen gleichermaßen als Vergleichswert eignen. Hier ist der Nettoinventarwert eine wichtige Größe.
  • Fremdkapitalquote: Ein Unternehmen kann ein gutes KGV vorweisen und dennoch ein großes Risiko für Investoren darstellen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Eigenkapitalquote sehr gering ist und das Unternehmen am Rande einer Überschuldung steht. Das wird problematisch, wenn sich die Zinsen deutlich erhöhen. Viele Unternehmen wählen zudem sehr kurzfristige Fremdfinanzierungen, die kaum Planungssicherheit in einem anderen Marktumfeld erlauben. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn sich die Fremdkapitalquote maßgeblich verändert, ohne dass Investitionen in Bezug auf das Wachstum gefördert werden. Fremdkapital muss zudem nicht immer schlecht sein und wird beispielsweise auch durch einen Börsengang erzeugt. Es ist nur wichtig, aus welchen Quellen das Fremdkapital stammt und wie es eingesetzt wird.
  • Dividendenrendite: Die Dividendenrendite kann zeigen, ob eine Aktie überbewertet ist oder nicht. Hier wird aufgeschlüsselt, wie viel Dividende der Anleger im Vergleich zum aktuellen Kurs erwarten kann – ein wichtiger Faktor, denn Aktien generieren Erträge bekanntermaßen auf zwei Arten: durch Kurssteigerung oder durch Dividenden. Wer eine langfristige Dividendenstrategie verfolgen möchte – und das wollen viele Anleger – sollte deswegen nicht nur auf den Kurs achten, sondern auch darauf, welche Rendite er während des Haltens erhalten kann. Dabei sollte allerdings nicht nur der aktuelle Wert betrachtet werden. Wichtiger ist, wie gleichmäßig ein Unternehmen Dividenden ausschüttet. Gerade Krisenzeiten sind von Bedeutung. Anleger müssen einkalkulieren, dass sie für einen zuverlässigen Dividendenzahler mehr Geld ausgeben müssen als für ein Unternehmen, das nur geringe Aktien-Dividenden zahlt oder darauf sogar ganz verzichtet.
  • Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: Für viele Analysten ist das KCV die einzige Kennzahl, die vor Manipulationen geschützt ist. Sie setzt den Cash-Flow – also die Differenz von Ein- und Auszahlungen – mit dem Kurs in Verhältnis. Sie ist deswegen besonders geeignet, die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu beschreiben. Sie gibt an, welches Kapital auf Bankkonten und Kassenbeständen des Unternehmens zu finden ist und wie liquide es ist. Daraus lässt sich auch ableiten, ob das Unternehmen Investitionen tätigen kann oder ob es genügend Sicherheitspuffer im Falle von Umsatzrückgängen hat. Auch beim KCV gilt: je niedriger das Ergebnis, desto besser. Beim KCV ist es außerordentlich wichtig, vergangene Geschäftsjahre in die Analyse aufzunehmen. Außerdem gibt es unterschiedliche Berechnungsarten, die die Ergebnisse beim Vergleich verfälschen können. Bei wachsenden oder schrumpfenden Unternehmen kann das KCV einen falschen Eindruck geben.

Weiche Fakten ebenfalls einbeziehen

Unabhängig von den harten Fakten müssen Anleger sich auch weitere Faktoren genauer ansehen:

  • Marktpotenzial und Wachstum: Auch das Marktpotenzial und das mögliche Wachstum eines Unternehmens sollten in die Einschätzung einfließen. Ein Unternehmen, das kein tragendes Geschäftskonzept mehr hat und Umsatzrückgänge verzeichnen muss, ist ein Risiko in jedem Portfolio. Vor allem dann, wenn es durch aktuellere Entwicklungen und Techniken ins Hintertreffen geraten ist, müssen Anleger davon ausgehen, dass unter Umständen kein Wachstum mehr stattfindet und im schlimmsten Fall sogar eine rückläufige Entwicklung eintritt.
  • Monopolstellung und Größe: Ein weiterer wichtiger Faktor kann die Größe des Unternehmens sein. Als Faustregel gilt, dass in Krisen meistens Monopolisten und die größten Anbieter überleben, während kleinere häufiger von Insolvenzen und Konsolidierungen getroffen werden. Es kann sich deswegen lohnen, in Monopolisten und Großkonzerne zu investieren, obwohl die Aktien bereits überbewertet sind. Der Anleger kauft dann etwas mehr Sicherheit – auch wenn dieser Verlauf nicht eintreffen muss. Um eine Überbewertung einer Aktie zu erkennen, ist eine Analyse der Fundamentaldaten entscheidend. Bestimmte Kennzahlen verraten, ob eine Aktie ihr Geld wert ist oder nicht. Anleger müssen allerdings immer bedenken, dass es sich um eine rückwärts gerichtete Analyse handelt. Deswegen müssen sie auch mögliche Marktprognosen, das Wachstumspotenzial und die Tragfähigkeit des Geschäftskonzeptes im Blick behalten. Nur so und im Vergleich mit anderen Unternehmen und Zeiten lässt sich feststellen, ob eine Aktie ihr Geld überbewertet ist.
Gezeigt wird der Aktien-Finder von onvista, wo Anleger Details von Aktien abrufen können. - Überbewertete Aktien

Über die WKN-Suche können Anleger Aktien-Details aufrufen und Daten analysieren (Quelle: onvista.de)

5 überbewertete Aktien in der Kurzanalyse

Plug Power

WKN: A1JA81WKN kopiert

Plug Power ist ein US-Technologieunternehmen mit Fokus auf Wasserstoff. Der Kurs lag Anfang 2022 mehr als 1.600 Prozent höher als drei Jahre zuvor. Seit wir die Aktie Anfang 2021 als überbewertet betrachtet haben, ist sie um zwei Drittel gefallen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt dennoch mehr als 10, alle Aktien zusammen kosten also das zehnfache dessen, was das Unternehmen laut seiner Bilanz wert ist (Stand: 01 / 2022). Die Firma macht nach wie vor Verluste.

Uber

WKN: A2PHHGWKN kopiert

Uber ist in aller Munde, doch Geld verdient das Unternehmen noch immer nicht. Obwohl der Kurs von Anfang 2021 bis Januar 2022 fast ein Drittel seines Wertes verloren hat, ist der Wert aller Aktien nach wie vor deutlich höher als der Buchwert. Das Unternehmen wird zwar weiter wachsen, doch das tun auch die Probleme. Die niedrige Bezahlung der Fahrer*innen wird immer weniger akzeptiert, die Regulierungsbehörden könnten die Zügel anziehen. Und dann steht auch das autonome Fahren bevor, das Uber überflüssig machen könnte.

Tesla

WKN: A1JA81WKN kopiert

Mit einem KGV von mehr als 1.100 im Jahr 2020 gehörte Tesla zu den teuren Unternehmen. Ob es deswegen überbewertet ist, wird die nähere Zukunft zeigen. Schon für 2021 wird wegen stark gestiegener Gewinne ein günstigeres KGV erwartet. In den Zukunftsthemen Elektromobilität und autonomes Fahren ist das Unternehmen von Elon Musk gut aufgestellt, doch die Konkurrenz schläft nicht. Gut möglich, dass Tesla sich zwar dauerhaft einen Platz unter den großen Automobilherstellern sichern, die hohe Bewertung aber nicht rechtfertigen kann.

Hermès International

WKN: 886670WKN kopiert

Der Luxushersteller aus Frankreich ist, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, mit fast 70 ähnlich teuer wie Amazon und teurer als Netflix. Das Wachstumspotenzial ist aber deutlich geringer. Zumal das Luxus-Segment bei Unternehmen beliebt ist. Vor allem chinesische Firmen dürften bald versuchen, verstärkt in das Segment vorzudringen. Auch beim Kurs-Buchwert-Verhältnis deutet alles auf eine Überbewertung hin, es lag im Jahr 2020 (neuere Daten liegen Stand 01 / 2022 noch nicht vor) bei 12,4.

Netflix

WKN: A1JA81WKN kopiert

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt für 2021 mit 50 hoch, auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt mit 20 im oberen Bereich. Um die Bewertung zu rechtfertigen, muss der Streaming-Dienstleister massiv wachsen. Ob das Unternehmen das leisten kann, ist unsicher. Die alten Medienunternehmen sind aufgewacht, Disney hat mit Disney+ erfolgreich eine eigene Plattform gestartet und der Medienkonzern ViacomCBS hat mit Pluto TV eine kostenlose Streaming-Plattform gekauft und ausgebaut. Gut möglich, dass das Fazit in einem oder zwei Jahren heißt: Wachstum ja, aber nicht in dem Maße, das nötig ist, um die Bewertung zu rechtfertigen.

Überbewertete Aktien in der SWOT Analyse

Stärken: Marktteilnehmer sehen Wachstumspotential

Hoch bewertete Aktien haben sich ihren Wert nicht selbst zugeteilt, sondern an den Börsen verdient. Angebot und Nachfrage haben für den entsprechenden Preis gesorgt. Die Gründe für die hohe Nachfrage sind vielfältig.

Nicht automatisch sind hoch bewertete Aktien deshalb auch überbewertet. 

Schwächen: Aktie ist vergleichsweise teuer

Viele hoch bewertete Aktien wie Amazon oder Berkshire Hethaway sind auch in Euro gerechnet teuer. Im Januar 2022 war eine Amazon Aktie mehr als 2.500 Euro teuer, eine A-Aktie von Alphabet (Google) fast 2.300 Euro und eine A-Aktie von Berkshire Hathaway sogar 408.500 (die B-Aktien von Berkshire Hathaway kosten dagegen nur 275 Euro, repräsentieren dafür aber auch einen entsprechend kleineren Anteil am Unternehmen). Wer in Amazon oder Alphabet investieren will, muss also einiges an Kapital mitbringen. Das gilt vor allem, wenn ein Klumpenrisiko vermieden werden soll. Wer 10.000 Euro investiert, würde dann nämlich rund ein Viertel seines Kapitals in ein einziges Papier anlegen.

Expertentipp
Teure Aktien erfordern ein gewisses Anlagekapital. Wer sein Portfolio breit aufstellen möchte, bekommt mit dem Kaufen mehrerer Einzelaktien möglicherweise Schwierigkeiten. Die Alternative bietet das Kaufen von Aktienbruchstücken, die nur einen Bruchteil des Originalpreises kosten. Möglich ist der Kauf von Teilaktien bei einigen Online-Brokern und über CFD-Broker wie eToro. Eine andere Möglichkeit sind ETFs.

Chancen: Profitmöglichkeit durch steigende Aktienkurse

Eine hohe Bewertung ist meistens ein Hinweis auf gute Zukunftsaussichten. Auch andere Anleger*innen sind nicht dumm, das ungünstige Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnis spiegelt positive Zukunftsaussichten. Eine erfolgreiche Anlagestrategie setzt auf die Trendfolge, investiert also in Aktien, die in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind. Und das sind eben meistens vergleichsweiser „teure“ Aktien.

Hinweis: Lesen Sie in diesem Leitfaden alles über die besten Aktiendepots für Einsteiger.

Risiken: Kurskorrektur wahrscheinlich

Damit ohnehin teure Aktien weiter steigen, müssen sie hohe Wachstumsraten liefern. Es reicht dann nicht, dass ein Unternehmen weiter wächst, sondern es muss deutlich schneller wachsen als andere Firmen. Daran können auch bisher erfolgreiche Papiere wie Amazon oder Alphabet scheitern. Sie haben ihr Wachstumspotenzial ausgeschöpft, stoßen auf neue Herausforderungen oder werden strenger reguliert und wachsen daher langsamer. Schon das kann bei hoch bewerteten Firmen für deutliche Kursrückgänge sorgen.

Firmen wie Uber, die hoch bewertet sind, aber bisher keine Gewinne erzielen, sind ebenfalls gefährdet. Sie haben ihr Wachstumspotenzial zwar noch nicht ausgeschöpft, doch dass sie ihre Geschäftsidee jemals wirklich in hohe Gewinne umwandeln können, ist nicht sicher.  

Ergebnis der SWOT-Analyse

Es gibt unterschiedliche Gründe für die Überbewertung einer Aktie. So spiegeln sie meist die Erwartungen der Anleger an eine positive Entwicklung des Unternehmens wider. Neue Technologien und Innovationen ziehen vermehrt Investoren an, was zu Kurssteigerungen führt. Eine Überbewertung kann auch die Folge eines allgemeinen Kauftrends sein. Privatanleger müssen die Wahrscheinlichkeit einer Kurskorrektur in Betracht ziehen. Künftige hohe Renditeerwartungen werden nicht in jedem Fall aufgehen. Privatanleger sollten sich auf fair bewertete und unterbewertete Aktien konzentrieren, da sie ein gutes Chancen-Risiko-Profil bieten.

Überbewertete Aktien: Optionen für investierte Anleger

Wer als Anleger in überbewerteten Aktien investiert ist, sollte Marktsituationen analysieren und über den Verkauf oder ein Halten von aktuellen Positionen nachdenken. Die Gewinnmitnahme durch Teilverkäufe ist zu empfehlen. Wer auf einen bevorstehenden Crash setzt, sollte seine Cash-Position ausbauen.

Am US-Markt sind Technologie-Werte Ende Februar 2021 um teilweise 10 bis 30 Prozent gefallen. Damit wäre eine erwartete Kurskorrektur im März 2021 bereits vorbei. Das Timing eines Crashs ist nicht zu planen. Wer viel Cash im Portfolio hält, verzichtet erwiesenermaßen auf Rendite. Für Technologiewerte sprechen die langfristig intakten Aussichten. Es gibt keinen wesentlichen Grund, der gegen das Investment allgemein spricht.

Die Korrektur könnte daher eine Gelegenheit zum Kaufen von Aktien sein. Verkaufserlöse aus renditestarken Technologieaktien schichten Anleger in Value-Werte um. Sie sollten reagieren, wenn Sie 2021 für Value-Aktien bessere Renditechancen sehen.

Günstiger handeln und vom Depotumzug profitieren

Bevor Sie mit dem Verkaufen oder Kaufen von Aktien beginnen bzw. fortfahren, sollten Sie sich mit den Depotkosten und Gebühren beim Aktienkauf näher befassen. Aktienhandel kostet heute nur noch einen Bruchteil dessen, was er vor zehn Jahren kostete. Bei einigen Online-Brokern können Anleger ab 0 Euro Orders für Aktien, ETFs oder Fonds aufgeben. Wer bereits seit Längerem über ein Wertpapierdepot verfügt, sollte sich die Angebote der Neo-Broker ansehen.

Sie können jederzeit ihr Depot kündigen und den Depotbestand übertragen. Der neue Broker hilft Ihnen dabei, wenn Sie eine entsprechende Vollmacht erteilen.

Aktiendepot absichern mit Stopp-Loss & Optionen

Zur Absicherung einzelner Aktien oder ETFs können Investoren eine Stop-Loss-Order nutzen. Die Order wird dauerhaft und über Kaufkurs platziert. Wichtig hierbei ist ein regelmäßiges Nachziehen der Stop-Loss-Marke bei weiteren Kurssteigerungen.

Bei einem Crash größeren Ausmaßes besteht allerdings die Gefahr, dass der Verkauf weit unter dem eigentlichen Stop-Loss erfolgen kann.

Aktiengewinne können gut mit Put-Optionen abgesichert werden. Damit die Absicherung wirklich gut funktioniert, muss der Anleger einen geeigneten Index als Basiswert wählen. Die Absicherung mit Optionen eignet sich für Inhaber großer Depotvolumen.

Shortselling mit CFDs – Handelsstrategie für überbewertete Aktien

Das Investieren in überbewertete Aktien und Märkte ist nicht ohne Risiko. Der Markt wird irgendwann reagieren und für fallende Kurse sorgen. Mit gut aufgestellten Unternehmen sollten Langfristinvestoren in der Zukunft die erwarteten Renditen erwirtschaften können.

In der Vergangenheit haben überhitzte Märkte regelmäßig zu einer Kurskorrektur geführt, was Anleger für einen Einstieg genutzt haben. Sie als Privatanleger müssen sich bis dahin gedulden. Sie können Geld mit geeigneten Finanzinstrumenten zu jeder Marktphase, also auch jetzt, verdienen.

Mit CFDs können Sie auf Kurse von Aktien, Rohstoffen oder Indizes spekulieren, ohne den Basiswert direkt zu besitzen. Als CFD-Händler haben Sie die Wahl, ob Sie short oder long Positionen handeln.

Dank der Hebelwirkung bei CFDs können Anleger mit kleinem Kapital größere Handelsvolumen umsetzen. Im Erfolgsfall profitieren sie von hohen Gewinnen. Verluste sind im umgekehrten Fall allerdings gleichfalls hoch und reichen bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Allerdings zeigt sich eine Überbewertung meist erst nach einiger Zeit, dann aber geht die Korrektur meistens schnell. Wegen der Übernacht-Gebühren sind CFDs für langfristige Investitionen nicht geeignet. Möglich ist es aber, einige überbewertete Aktien auf eine Watchlist zu setzen oder in ein Musterdepot aufzunehmen. Fällt die Aktie dann, wie erwartet, wird mit einem CFD auf weitere Kursrückgänge gewettet.

FAQ: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um überbewertete Aktien

Wie erkennen Anleger überbewertete Aktien?

Eine Überbewertung einer Aktie lässt sich mit einer Analyse der Fundamentaldaten eines Unternehmens erkennen. Ein Kriterium ist ein zu hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Überbewertet ist ein Unternehmen, wenn es trotz hoher Börsenbewertung keine schwarzen Zahlen schreibt.

Sind deutsche Aktien überbewertet?

Ja und Nein. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) lag Ende 2020 beim deutschen Aktienindex DAX bei 20 und damit deutlich über dem langjährigen Mittel. Der Nachholbedarf infolge der Corona-Pandemie und die Finanzpolitik der Notenbanken werden für weitere Kursanstiege sorgen.

Ist die Apple-Aktie überbewertet?

Apple ist überbewertet, wenn man allein die Indikatoren der Fundamentalanalyse betrachtet. Der Aktienkurs ist mit zu hohen Erwartungen an Umsatz- und Gewinnwachstum verbunden, die so nicht realisierbar sein dürften. Allerdings gehört Apple, wie auch Google und Amazon, zu den Unternehmen, die ständig wachsen und gleichzeitig Gewinne erzielen.

Was sagt der KGV bei Aktien aus?

Der KGV ist ein Indikator in der Fundamentalanalyse zur Bewertung einer Aktie. Kurs und Gewinn werden in eine Relation gesetzt. Ein KGV von 20 drückt aus, dass das Unternehmen mit dem zwanzigfachen Jahresgewinn bewertet ist. Sollen die Gewinne mit dem Wert der Aktien konform gehen, würden 20 Jahre vergehen.

Wie erkennen Anleger*innen überbewertete Aktien?

Eine Überbewertung einer Aktie lässt sich mit einer Analyse der Fundamentaldaten eines Unternehmens erkennen. Ein Kriterium ist ein zu hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Überbewertet ist ein Unternehmen, wenn es trotz hoher Börsenbewertung keine schwarzen Zahlen schreibt.

Fazit

  • Überbewertete Aktien sind in Hochzeiten der Börsen ein alltäglich anzutreffendes Phänomen. Optimistische Anleger treiben die Aktienkurse und den Börsenwert der betreffenden Unternehmen in die Höhe.
  • Nicht alle hoch bewerteten Aktien sind auch überbewertet. Oft spiegelt ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis die guten Zukunftsaussichten wider.
  • Wer überbewertete Aktien im Depot hält, sollte einen Verkauf in Erwägung ziehen und nach einer Kurskorrektur bei einem der Top Broker (ab 0 Euro Ordergebühr) erneut kaufen.

Thomas Detlef Bär schreibt seit mehr als zehn Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Bereits vor dieser Zeit galt sein Interesse dem Aktienmarkt. Seine Erfahrungen hat er in vielen Ratgebern niedergeschrieben und in Onlinemedien veröffentlicht. Thomas hat Betriebswirtschaft studiert und nach Abschluss seines Studium mehrere Jahre als Ökonom in einem ostdeutschen Automobilbetrieb gearbeitet. In den 1990er Jahren startete er als freiberuflicher Versicherungs- und Vermögensberater. 2009 begann er Ratgeber für das bekannte Portal helpster.de zu verfassen. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf zahlreichen Finanz-Portalen, darunter mikrokredit24.net, gevestor.de, onlinebanken.com. Seit 2020 schreibt er bei Aktien.net über Themen rund um den Aktienmarkt.

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