Was ist ein Depotkonto? Das müssen Sie wissen!

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Depotkonto: Das Wichtigste in Kürze

So eröffnen Sie ein Depotkonto:

  • Nachdem Sie sich für eine Bank oder einen Onliner-Broker entschieden haben, um Ihr Depotkonto zu führen, müssen Sie sich legitimieren.
  • Die meisten Anbieter ermöglichen die Legitimation über VideoIdent oder PostIdent. Sobald die Identifizierung abgeschlossen ist, wird ihr Depot eröffnet und Sie erhalten die Zugangsdaten.
  • Nachdem Sie dann Kapital von Ihrem Verrechnungskonto auf Ihr Depotkonto überwiesen haben, können Sie in das Wertpapiergeschäft einsteigen.

Inhaltsverzeichnis

Die Depotkonto-Definition: Was ist ein Depotkonto?

In einem Depotkonto, manchmal auch Aktiendepot genannt, werden Wertpapiere aufbewahrt. Ein Depot ist somit sinnvoll und nötig, wenn Sie am Kapitalmarkt agieren wollen. Früher wurden von der Bank tatsächlich auf Papier gedruckte Aktienurkunden in ihrem Tresor gelagert. Heute ist der Aktienbesitz meistens nur noch elektronisch erfasst, aber das Prinzip ist das Gleiche geblieben.

Nach wie vor ist es aber so, dass die Aktien (oder Anleihen oder ETFs) im Besitz des Kunden bleiben, die Bank sie nur verwahrt. Das ist bei einer Insolvenz wichtig, denn die Wertpapiere gehen nicht in die Insolvenzmasse ein.

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Depotkonto eröffnen: Erklärung in vier Schritten

Eine Depoteröffnung ist ganz einfach, wenn man unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt.

Schritt 01
Broker auswählen
Schritt 02
Verrechnungskonto anlegen
Schritt 03
Persönliche Angaben machen, Erfahrungen dokumentieren und legitimieren
Schritt 04
Geld einzahlen und handeln

1. Schritt: Broker auswählen

Anleger fragen sich oft: Wo soll ich mein Depot eröffnen? Bevor Sie Ihr Depot anlegen, müssen Sie sich zuerst entscheiden, ob Sie ein Depot bei einer Filialbank, einer Direktbank oder einem Online-Broker eröffnen wollen (den Unterschied erklären wir Ihnen hier).

Angebote von Filialbanken wie das Commerzbank-Depot oder das spezialisierte Angebot der HypoVereinsbank bieten zwar einen Ansprechpartner vor Ort, sind aber oft auch deutlich teurer. Wobei einige Anbieter wie die Postbank oder die Targobank mittlerweile konkurrenzfähige Konditionen anbieten. Andere Produkte wie das comdirect Depot sind dagegen nur online verfügbar.

Außerdem müssen Sie sich fragen, welche Dienstleistungen Sie von ihrem Broker erwarten und welche Produkte Sie kaufen wollen. Möchten Sie ausschließlich Aktien kaufen oder auch Fonds? Kommen für Sie auch spekulative Produkte wie Optionen in Frage oder wollen Sie Ihr Geld lieber langfristig mithilfe eines Sparplans anlegen?

Wir haben die besten Broker in jeder Kategorie für Sie ermittelt. Weiter unten stellen wir Ihnen zudem interessante Broker für Einsteiger und erfahrene Trader vor.

Die besten Social Trading Broker und die besten Broker mit PayPal haben wir ebenfalls für Sie untersucht. Wenn Sie an Forexhandel interessiert sind, erfahren Sie hier mehr über die besten ECN-Broker, STP-Broker und MetaTrader Broker.

2. Schritt: Verrechnungskonto anlegen

Sollten Sie noch kein Verrechnungskonto haben, müssen Sie vor oder im Zuge der Depoteröffnung ein solches Konto beantragen. Denn ohne ein Verrechnungskonto, können Sie keine Wertpapiere kaufen und verkaufen. Um Wertpapiere zu erwerben, müssen Sie zuerst Geld von Ihrem Girokonto auf das Verrechnungskonto überweisen. Das Geld auf dem Verrechnungskonto kann nur für den Wertpapierhandel genutzt werden.

Bei vielen Anbietern ist das Verrechnungskonto kostenlos, dennoch sollten Sie sich genau über die Konditionen informieren. Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen Sie kein separates Verrechnungskonto anlegen müssen.

3. Schritt: Persönliche Angaben machen, Erfahrungen dokumentieren und legitimieren

Egal ob man eine Zeitschrift abonniert oder ein Konto eröffnet, die persönlichen Daten gehören eigentlich immer dazu. Allerdings ist der Antrag hier etwas umfangreicher als beim Abonnement einer Zeitung, denn Sie müssen nicht nur Name und Anschrift, sondern auch Daten zum Einkommen und zur finanziellen Lage angeben. Die Banken sind dazu verpflichtet, diese Informationen abzufragen.

Auch das Erheben der Vorerfahrungen ist gesetzlich vorgeschrieben, die Banken müssen einen Anleger später sogar warnen, wenn er Anlageprodukte kaufen will, mit denen er bisher keine Erfahrungen gesammelt hat.

Zudem wird die Legitimation vom Gesetzgeber verlangt, um Geldwäsche zu erschweren. In Deutschland verlangen die meisten Broker einen Post- oder VideoIdent. Bei ausländischen Brokern wird teilweise das Einsenden einer Ausweiskopie und einer Bestätigung des Wohnortes, beispielsweise in Form einer Stromrechnung, verlangt.

4. Schritt: Geld einzahlen und handeln

Wenn der Antrag abgeschlossen ist, dauert es meist etwas, bis der Antrag bearbeitet und das Konto verfügbar ist. Üblicherweise fragt der Broker schon bei der Eröffnung, ob ein altes Depot übertragen werden soll. Wenn nein, müssen Sie jetzt meistens noch Geld einzahlen. Denn die Käufe und Verkäufe werden oft über ein Verrechnungskonto abgewickelt. Es gibt aber auch Ausnahmen. Beim S Broker der Sparkassen können Käufe und Verkäufe oft direkt über das Girokonto einer lokalen Sparkasse abgewickelt werden.

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Attraktive Depotkonten: Unsere Empfehlungen

Welches Depotkonto passt zu mir? Die Antwort auf diese Frage hängt sehr von Ihrem Anlageverhalten ab. Haben Sie beispielsweise einen langfristigen Anlagehorizont und verfolgen eine „Buy-to-hold“-Strategie, dann fallen eventuelle Orderkosten nicht so sehr ins Gewicht.

Sind Sie allerdings am stetigen Handel von Wertpapieren interessiert, sollten Sie ein Depot wählen, bei dem die Transaktionskosten möglichst niedrig sind.

Gute Depotkonten für Anfänger

Stehen Sie am Anfang Ihrer Börsenkarriere, raten wir Ihnen bei der Depotauswahl, neben niedrigen Gebühren auf ein gutes Weiterbildungsangebot zu achten. Auch ein Musterdepot zum Üben sollte im Angebot enthalten sein.

onvista bank

Ein guter Broker für Anfänger ist die onvista bank, denn das Angebot erfüllt die eben genannten Kriterien. Die onvista bank gehört zum Reich der comdirect bank, doch die Konditionen und das Angebot unterscheiden sich deutlich. Während die Muttergesellschaft eine Direktbank mit einem breiten Angebot vom Girokonto bis zum Robo Advisor ist, ist die onvista bank ein reiner Online-Broker. Dafür sind die Gebühren hier dauerhaft niedrig.

Außerdem bietet die onvista bank eine große Anzahl von Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Ein guter Broker für alle, die keinen Wert auf eine Universalbank legen, aber dennoch auf eine Reihe von Tools als Unterstützung beim Wertpapierhandel zurückgreifen möchten.

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Consorsbank

Die Consorsbank ist auch eine gute Wahl für Anfänger. Als digitale Direktbank bietet die Consorsbank alle Bankdienstleistungen vom Girokonto bis zum Depot. Einziges Manko: ein Musterdepot gibt es derzeit nicht.

Fast unschlagbar sind die niedrigen Gebühren im ersten Jahr. Zwar liegt die Consorsbank preislich im zweiten Jahr nur noch im Mittelfeld, doch oft wird im zweiten Jahr ohnehin weniger Geld investiert – und das dann zum großen Teil oft auf dem Weg eines Sparplans, für den eigene Konditionen gelten.

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Weitere Empfehlungen und eine ausführliche Analyse der besten Angebote finden Sie auch in unseren Ratgebern Aktiendepots für Anfänger und Aktiendepots für Kleinanleger.

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Gute Depotkonten für aktive Händler

Erfahrener Trader haben andere Ansprüche an ihr Depot als Anfänger. Denn in der Regel sind sie bereit größere Summen zu investieren und wünschen sich Zugriff auf deutsche und ausländische Handelsplätze sowie auf viele verschiedene Finanzprodukte.

Smartbroker

Smartbroker gehört zu den günstigsten Anbietern am Markt. Obwohl auch passive Investoren das Angebot inzwischen nutzen, bleibt Smartbroker bei erfahrenen Aktionären und Vieltradern beliebt. Der Anbieter gehört zur wallstreet:online capital AG, wobei die DAB BNP Paribas als Partnerbank fungiert.

Smartbroker bietet eine kostenlose Depotführung an, und pro Order werden an den deutschen Handelsplätzen in der Regel nur 4€ fällig. Smartbroker punktet aber vor allem mit einem breiten Angebot an Wertpapieren und Zugang zu allen wichtigen Börsen. Hier geht es zum Smartbroker Testbericht.

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Flatex

Für aktive Trader lohnt sich auch ein Depotkonto bei flatex. Auch wenn der Online-Broker aus Kulmbach im Wertpapierhandel nicht mehr zu den günstigsten Anbietern zählt, da er Depotgebühren erhebt, besticht flatex durch ein großes Angebot an Börsenplätzen. Lesen Sie mehr in unserem flatex Testbericht.

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Weitere attraktive Broker für erfahrene Investoren und Vieltrader

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Alles Wissenswerte zum Depotkonto einfach erklärt

Welche Wertpapiere kann ich in meinem Depotkonto verwalten?

Sie können in Ihrem Depotkonto verschiedene Wertpapiere verwalten, darunter zum Beispiel:

  • Einzelne Aktien (Inland- und Auslandsaktien)
  • Aktienfonds
  • ETFs
  • Anleihen
  • Derivate wie Zertifikate, Optionen und Futures

Was ist der Unterschied zwischen Filialbank, Direktbank und Online-Broker?

Wer in den Wertpapierhandel einsteigen möchte, kann ein Depot bei einer Filialbank, einer Direktbank oder einem Online-Broker eröffnen.

Anleger, die Wert auf eine ausführliche Beratung legen, sollten sich an eine Filialbank wenden. Hier übernehmen Bankangestellte auch die Abwicklung des Wertpapiergeschäftes für Sie.

Entscheiden Sie sich hingegen für einen Online-Broker oder eine Direktbank führen Sie den Wertpapierhandel eigenverantwortlich aus. Eine Anlageberatung im klassischen Sinn entfällt. Dafür profitieren Sie als Anleger von einer günstigen Preis- und Gebührenstruktur.

Lassen Sie sich dabei nicht durch den Begriff Broker in die Irre führen. Der Begriff Broker bezeichnet üblicherweise einen Dienstleister, der den Handel mit Wertpapieren für den Kunden abwickelt und die Papiere verwahrt. Teilweise bezeichnen auch Banken ihre Wertpapierabteilung als Broker. Der DKB-Broker ist beispielsweise kein eigenständiges Unternehmen, sondern nur der Name des Wertpapierdepots der Direktbank DKB.

Es gibt aber auch spezialisierte Aktienbroker wie Smartbroker, die onvista bank oder flatex. Dort kann man ausschließlich Wertpapiere handeln, ein Girokonto kann man dort ebenso wenig eröffnen wie einen Immobilienkredit aufnehmen. Nachfolgend finden Sie die
Vor- und Nachteile von Online-Anbietern auf einen Blick:

Vorteile:

  • Kosten sind geringer
  • Depotkonto kann einfach online eröffnet werden
  • Oft ein größeres Angebot an handelbaren Finanzprodukten

Nachteile:

  • Keine ausführliche Anlageberatung
  • Anleger müssen sich den Umgang mit der Software des Anbieters aneignen
  • Nur wenig persönlicher Service

Was kostet ein Depotkonto?

Egal ob Sie ein Börsenneuling oder ein erfahrener Trader sind, wir wissen, dass Kosten bei der Wahl des richtigen Depots eine wichtige Rolle spielen. Denn schließlich handelt es sich dabei um Ausgaben, die die Rendite Ihrer Anlage verringern und daher sollten sie so niedrig wie möglich ausfallen. Hohe Gebühren sind nicht zuletzt ein häufiger Grund, der auch erfahrene Anleger dazu bringt, das Depot zu wechseln.

Dabei ist die Kostenstruktur äußerst breit gefächert, und es finden sich mitunter große Unterschiede zwischen den Anbietern. Die folgenden Depotkonto-Gebühren können anfallen:

  • Kontoführungsgebühren
  • Ordergebühren
  • Börsenentgelt
  • Limitgebühren
  • Maklerprovision
  • Ausgabenaufschlag bei Fonds

Daher lohnt es sich, die Depotkonto Konditionen eines Anbieters genau unter die Lupe zu nehmen. Zwar ist es schwierig, ein komplett kostenloses Depotkonto zu finden, viele Anbieter bieten aber ein gebührenfreies Depot an bzw. ein Depot ohne Jahresgebühr.

Das gleiche gilt für die Ordergebühren. Insbesondere bei großen Ordervolumen verlangen einige Anbieter sehr niedrige Gebühren, oft nicht mehr als wenige Euro. Hier haben wir die günstigsten Anbieter für Sie zusammengestellt:

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Depotkonto Preisvergleich

Wenn Sie mehr über Depotgebühren erfahren und rausfinden möchten, wo Sie als Anleger sparen können, empfehlen wir Ihnen, sich unseren großen Depotgebühren Vergleich anzuschauen. Dort erklären wir Ihnen auch, wie Sie den Vergleichsrechner nutzen.

Was macht ein gutes Depotkonto aus?

Wir stellen Ihnen vier Kriterien zur Auswahl eines Depotkontos vor.

  1. MusterdepotZu einem guten Depotkonto gehört ein Musterdepot. Börseneinsteiger können damit risikofrei erste Erfahrungen sammeln und die Kursentwicklung verfolgen. Erfahrene Anleger hingegen können ein Demokonto nutzen, um neue Anlagestrategien auszuprobieren, bevor sie diese in die Tat umsetzen.
  2. Niedrige und transparente KostenKosten schmälern Ihre Rendite. Da die Gebühren bei Depotkonten sehr unterschiedlich sind, lohnt es sich genau hinzuschauen. Eine kostenlose Depotführung sowie eine geringe Ordergebühr sind wichtige Kriterien für viele Anleger. Zudem sollten Sie auf eine übersichtliche und vollständige Kostenaufstellung achten.
  3. Handelsplätze und FinanzprodukteEine ausreichend große Auswahl an Handelsplätzen und Finanzprodukten erlaubt es Ihnen, als Anleger flexibel zu agieren. Optimal ist es, wenn Sie nicht nur auf deutsche Handelsplätze, sondern auch auf internationale Börsen Zugriff haben. Zudem sollten Sie mindestens Aktien, ETFs und Fonds handeln können.
  4. KundenserviceIn puncto Service und Beratung unterscheiden sich Filialbank, Direktbank und Online-Broker natürlich voneinander. Doch auch seriöse Online-Broker haben einen Kundenservice, der Anlegern bei Fragen und Problemen zur Seite steht.

Was ist ein Gemeinschaftsdepot?

Üblicherweise (aber nicht immer) wird ein Gemeinschaftsdepot von Eheleuten eröffnet. Die meisten Gemeinschaftsdepots sind sogenannte Oder-Depots, bei denen jeder Partner allein über das Geld verfügen kann. Eher selten gibt es sogenannte Und-Depots, bei denen für jede Transaktion das Einverständnis beider Partner notwendig ist.

Das hat mehrere Vorteile. So können beide Partner über das Geld verfügen und im Falle des Todes eines Partners läuft man nicht Gefahr Erbschaftssteuern zahlen zu müssen. Zwar liegt der Freibetrag für Erbschaften bei Ehepartnern mit 500.000,- Euro (Stand: 05/2021) relativ hoch, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Witwen oder Witwer plötzlich Erbschaftssteuern zahlen müssen, weil das Depot auf den Namen des Partners lief. Bei einem Gemeinschaftsdepot gilt nur die Hälfte des Depotbetrages als Erbschaft.

Gibt es auch Depotkonten für Kinder und Studenten?

Aus steuerlichen Gründen kann es sich für Eltern lohnen, ein Depotkonto für ihr Kind anzulegen, zum Beispiel um Erbschaftssteuer einzusparen. Auch Depots für Enkel und Patenkinder werden immer beliebter, denn so können Großeltern, Verwandte oder Freunde eine gute Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau legen. Fast alle Banken und Broker haben Kinderdepots im Angebot.

Wir haben für Sie Depotkonten für Kinder getestet, darunter das maxblue Depotkonto sowie die Angebote von ING, S Broker, comdirect und der DKB. Was Sie sonst noch bei der Eröffnung eines Depotkontos für Kinder beachten sollten, erfahren Sie ebenfalls in unserem Ratgeber Aktiendepots für Kinder.

Auch für Studenten, die an der Börse aktiv werden wollen, gibt es jede Menge Möglichkeiten, selbst wenn die finanziellen Mittel noch begrenzt sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Bestes Aktiendepot für Studenten.

Wie kann ich mein Depotkonto wechseln?

Es kann sich auch finanziell auszahlen, mit dem Depot umzuziehen. Das ist meistens der Fall, wenn ein anderer Anbieter bessere Konditionen, Prämien oder einen Bonus beim Depotübertrag verspricht. Da der Wettbewerb unter den Brokern sehr groß ist, können Anleger durch einen Wechsel in der Regel Kosten einsparen. Wir raten Ihnen, sich über das Angebot genau zu informieren, um sicherzustellen, dass sich ein Depotwechsel auch langfristig auszahlt.

Wollen Sie Ihr altes Depot auflösen, können Sie bei den meisten Banken und Online-Brokern ein vorgefertigtes Formular zur Kündigung nutzen. Der Wechsel ist dann kostenlos. Ihr bisheriger Anbieter darf für die Herausgabe der Wertpapiere keine Gebühren erheben, da er diese ja nur für sie verwahrt hat. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor.

Ausführliche Informationen haben wir auch in unserem Artikel Depotübertrag – Wie macht man einen Depotwechsel zusammengefasst.

Was muss ich zum Thema Steuern wissen?

Grundsätzlich macht es keinen Unterschied, ob Kapitalerträge aus Zinsen oder einem Depot stammen. Von allen Erträgen werden sofort 25 Prozent Steuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abgezogen und direkt an das Finanzamt überwiesen. Allerdings sind Kursgewinne erst zu versteuern, wenn das Wertpapier auch verkauft wurde. Kursverluste können mit Kursgewinnen verrechnet werden, leider aber nicht mit Erträgen aus Zinsen oder Dividenden.

Hier gibt es einen Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Depotkonten. Grundsätzlich ist es möglich, ein Depotkonto auch bei einem ausländischen Anbieter wie LYNX oder DEGIRO abzuschließen. Dann wird meistens keine Abgeltungssteuer fällig. Steuerpflichtig sind die Erträge trotzdem, allerdings erst am Ende des Jahres. Dann müssen sie in der Steuererklärung angegeben werden.

Wichtig ist, in jedem Fall einen Freistellungsauftrag bei Ihrem Anbieter einzurichten, denn so können Sie den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro pro Jahr geltend machen.

Welche Depotarten gibt es?

Einige Broker bieten unterschiedliche Depottypen an. Dabei handelt es sich allerdings oft um keine offiziellen Begrifflichkeiten, sondern nur um Unterscheidungen des Anbieters. Beispielsweise bieten einige Broker Depots mit besonders niedrigen Ordergebühren, bei denen dafür eine monatliche oder jährliche Depotgebühr anfällt. Einige Unterscheidungen liest man aber immer wieder.

Eurexkonto

Ein Depot für Optionen und Futures, also Termingeschäfte. Sie werden in Deutschland oft über die Börse Eurex gehandelt, daher der Name.

CFD Depot

Einige Broker bieten ausschließlich den Handel mit Differenzkontrakten, vom englischen Contract for Difference (CFD) abgekürzt, an. Dabei kauft man eine Aktie nicht direkt, sondern nur ein Derivat, dessen Wertentwicklung vom Basiswert abhängt. Einst wurden diese CFDs erfunden, um die Finanztransaktionssteuer zu umgehen. Heute werden sie oft gekauft, weil sie mit einem Hebel gehandelt werden. Das Plus oder Minus des CFDs kann bis zu 30 Mal so hoch sein wie das des Basiswertes (bei professionellen Anlegern sind noch höhere Hebel möglich). Weil aber Gebühren anfallen, falls die Papiere nicht am selben Tag ge- und wieder verkauft werden, lohnt sich ein CFD-Konto nur für spekulative Zwecke.

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Margin-Depot

Auch beim Margin-Depot wird mit einem Hebel gehandelt. Hier muss der Kunde nämlich nur einen Teil des Kaufbetrages tatsächlich bezahlen, der Rest wird durch einen Wertpapierkredit (Lombardkredit) abgedeckt. Auch dieses Depot ist aber nur für erfahrene Händler geeignet. Zumal für das Darlehen oft hohe Zinsen anfallen.

Auslandsaktiendepot

Grundsätzlich ist ein Depot für Auslandsaktien kein besonderer Depottyp. Allerdings kann es für sehr aktive Trader sinnvoll sein, für Auslandsaktien ein eigenes Depot zu eröffnen. Die meisten Papiere großer ausländischer Unternehmen wie Samsung, Amazon oder Sony lassen sich auch in Deutschland kaufen. Wer aber gerne Papiere kleinerer Firmen oder gar Pennystocks kauft, muss das teilweise über eine ausländische Börse tun. Das kann aber bei vielen Brokern teuer werden. Sie verlangen für Käufe im Ausland deutlich höhere Gebühren als beim Handel über deutsche Handelsplätze wie Xetra oder Tradegate.

In diesem Fall sollte bei der Wahl des Brokers auf günstige Konditionen für den Handel an ausländischen Börsen geachtet werden. Preiswert ist hier beispielsweise LYNX.

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Depot A, B, C und D

Wenig interessant für Kunden ist die Einteilung in die Gruppen A, B, C und D. Dabei handelt es sich um eine rechtliche Unterscheidung aus Sicht der Bank. Depot B oder Fremddepot sind jene Depots, in denen die Bank die Wertpapiere ihrer Kunden lagert, während im Depot A die Papiere der Bank selbst liegen. Bei C und D handelt es sich um Pfanddepots.

Alternativen zum Online-Depot

Nicht für alle Anleger ist das Aktiendepot die richtige Wahl, Tages- und Festgelder aber bringen kaum noch Zinsen. Wir stellen zwei weitere Möglichkeiten vor.

Fonds

Fonds sind der Klassiker unter den Anlageprodukten für Kleinanleger. Zu den Fonds gehören auch die ETFs, die an den Wertpapierbörsen gehandelt werden können und für die man ebenfalls wie bei Aktien ein Depot genötigt. ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelten Fonds.

Für klassische Fonds benötigt man oft kein Depot. Sie werden direkt bei der Fondsgesellschaft verwahrt. Allerdings fallen oft deutliche höhere Verwaltungsgebühren an als bei Indexfonds, die einfach einen Index nachbilden. Zusätzlich ist der Kauf oft teuer, nicht selten falten 5,0 Prozent Ausgabeaufschlag an. Auch hier lohnt sich deshalb meistens ein Depotkonto. Bei der ING zahlen Kunden meistens maximal 2,5 Prozent Aufschlag.

Noch besser sind die Konditionen bei Smartbroker. Hier wird statt einer prozentualen Gebühr die gleiche Kaufpauschale wie beim Erwerb von Aktien und ETFs gezahlt bzw. sogar etwas weniger, denn die Börsengebühren entfallen. Das ist fast immer deutlich günstiger.

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Digitale Vermögensverwaltung per Robo Advisor

Ein Robo Advisor ist ein Algorithmus, der für den Kunden die zu seinem Risikoprofil passenden Wertpapiere sucht, meist ETFs. Je nach Risikoneigung werden Anleihen, Aktien und manchmal auch Gold gemischt, außerdem wird auf eine breite Streuung geachtet. Die Gebühren liegen meist unter denen aktiver Fonds.

Das ist nicht nur für ein Einsteiger eine gute Wahl, sondern auch für Anleger, die Wert auf Bequemlichkeit legen. Auch aktive Investoren, die gerne Aktien oder ETFs gezielt auswählen, können einen Robo Advisor nutzen, um zuerst eine Basis herzustellen, die dann durch gezielte Käufe ergänzt wird.
Üblicherweise lassen sich mit dem Robo-Advisor-Depot aber keine Wertpapiere kaufen, es wird also für den aktiven Handel ein weiteres Depot benötigt. Wer beides beim gleichen Broker möchte, findet diese Möglichkeit bei der comdirect bank mit dem cominvest depot.

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Fragen und Antworten rund um das Depotkonto

Was passiert mit meinem Depotkonto bei einer Insolvenz?

Die Wertpapiere in Ihrem Depot sind nicht von einer Insolvenz betroffen, denn die Bank verwahrt diese ja nur. Sie müssen im Falle einer Insolvenz also nur die Herausgabe fordern. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist durch das Einlagensicherungsgesetz bis €100.000 abgesichert.

Kann ich auch ein Wertpapierdepot ohne ein Verrechnungskonto eröffnen?

Das kommt ganz auf den Anbieter an. Bei einigen Anbietern ist es möglich, ein Girokonto oder ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank als Verrechnungskonto – auch Referenzkonto genannt – zu nutzen. Wichtig ist, dass Sie von Ihrem Verrechnungskonto jederzeit Geld überweisen können, deswegen kommt ein Festgeldkonto nicht als Referenzkonto in Frage. Die meisten Broker bieten jedoch spezielle Verrechnungskonten an, sodass Sie dann ein Girokonto, ein Verrechnungskonto und ein Depotkonto haben.

Welche Rolle spielt meine Börsenerfahrung bei der Depoteröffnung?

Bei der Depoteröffnung müssen Sie neben Ihren persönlichen Daten auch Angaben über Ihr Börsen- und Finanzwissen machen. Das hat den Hintergrund, dass Banken und Broker dazu verpflichtet sind, ihre Kunden in verschiedene Risikoklassen einzustufen. Dieser Anlegerschutz soll verhindern, dass Börsenneulinge in stark risikobehaftete Wertpapiere investieren.

Ich will mit meinem Depotkonto umziehen. Muss ich zuerst mein altes Depot kündigen?

Nein. Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, ist es in den meisten Fällen sinnvoller, erst das neue Depot zu eröffnen und dann Ihre Wertpapiere ins neue Depot zu übertragen. Danach können Sie dann Ihr altes Depot – wie jedes andere Konto – kündigen.

Lohnt es sich mehrere Depotkonten zu haben?

Generell spricht nichts dagegen, mehrere Depots zu führen. Sind Sie Börsenanfänger raten wir Ihnen allerdings dazu, mit einem Depot zu beginnen. So behalten Sie die Übersicht – auch in puncto Steuern. Haben Sie allerdings erst mal etwas Erfahrung gesammelt, kann es durchaus sinnvoll sein, für verschiedene Strategien unterschiedliche Depotkonten zu eröffnen. Sie können beispielsweise ein Depot für eine langfristige Anlagestrategie nutzen und ein zweites für eine etwas risikofreudigere Strategie. Das macht es leichter, die Performance Ihrer Strategie zu überprüfen. Auch für den Kauf von Auslandsaktien ist ein separates Depot sinnvoll.

Fazit

Ein Depotkonto ist für den Kauf von Aktien und ETFs unverzichtbar. Online-Anbieter sind dabei deutlich günstiger als Filialbanken. Für Gelegenheitsanleger ist oft eine Direktbank eine gute Wahl, denn hier bekommen Anleger alle Dienstleistungen aus einer Hand. Allerdings auch zu höheren Gebühren, weshalb es sich bei regelmäßigen Käufen und Verkäufen lohnt, ein eigenes Depot bei einem reinen Online-Broker zu eröffnen. Wer sich nicht um seine Geldanlage kümmern will, für den ist ein Robo Advisor eine sehr gute Alternative.

Leseempfehlung: Aktien erben – Wie undurchsichtig ist das Erbrecht?

Sonja Lindenberg

Sonja Lindenberg schreibt seit mehreren Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Zu ihren Schwerpunkten zählen Unternehmens- und Branchenanalysen. Sonja hat Wirtschaftsjournalismus studiert und bei einer Tageszeitung ein Redaktionsvolontariat abgeschlossen. Heute arbeitet sie für deutsch- und englischsprachige Titel, und ihre Artikel erscheinen in verschiedenen Print- und Onlinemedien sowie in Fachzeitschriften, Branchenpublikationen und Bordmagazinen.

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