Dow Jones erklärt » Wissenswertes für den Handel 2018

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Dow Jones

Dow Jones erklärt

Oft hört man in den Börsennachrichten Dinge wie: „Der Dow Jones schwächelt wieder“ oder „Dow legte einige Punkte zu“. Anfänger mögen sich fragen, was genau sich dahinter verbirgt.

Dow Jones steht eigentlich für „Dow Jones Industrial Average“, wie es in der ausführlichen Form heißt. Dahinter verbirgt sich einer der wichtigsten amerikanischen Aktienindizes.

Ein Aktienindex fasst die Aktienkurse einer Reihe von Unternehmen zusammen und bildet aus deren Kursen einen Durchschnittswert. Dieser Wert dient als eine Art Börsenbarometer, denn durch die Durchschnittsbildung über viele Unternehmen einer Branche oder eines ganzen Landes ergibt sich ein sehr gutes Bild der allgemeinen Wirtschaftslage und der augenblicklichen Marktbedingungen.

Der DAX ist der bekannteste deutsche Aktienindex. Er umfasst die 30 stärksten Unternehmen, die an den deutschen Börsen gelistet sind.

Auch der Dow Jones-Index enthält 30 Unternehmen der New York Stock Exchange (NYSE). Damit kann man sagen, dass der Dow Jones in etwa dieselbe Rolle für den amerikanischen Markt spielt, wie der DAX für den deutschen.

Unter den 30 Dow-Unternehmen befinden sich viele weltweit agierende Big-Player, die jeder kennt: Apple, Coca-Cola, Walt Disney, McDonald’s, IBM und Microsoft sind einige Beispiele, die schon erahnen lassen, dass durch den Dow Jones Index eine große Kapitalstärke abgebildet wird.

Daher gilt der Dow Jones auch als Befindlichkeits-Anzeiger der amerikanischen Wirtschaft, womit er auch Auswirkungen auf die Börsenkurse und Indizes weltweit hat, denn die Transaktionen amerikanischer Investoren beeinflussen oft auch die Kurse in anderen Ländern.

Als eine Folge der Zeitverschiebung liegt die Zeit der amerikanischen Börseneröffnung in Deutschland in den Nachmittagsstunden zwischen 14:30 und 15:30. Oft beobachtet man, dass nach dieser Eröffnung der DAX in die gleiche Richtung tendiert wie der Dow Jones. Deswegen wird der DAX manchmal als kleiner Bruder des Dow Jones bezeichnet. Der Grund für den engen Zusammenhang ist, dass zur amerikanischen Eröffnung viele der dortigen Marktteilnehmer auch Positionen im DAX eingehen und daher dessen Verlauf mit beeinflussen können.

Langfristiger Verlauf

Obwohl es in den internationalen Finanzmärkten immer wieder kurzzeitige Crash-Situationen gibt, in denen die Kurse massiv einbrechen können, so hat sich doch bisher gezeigt, dass es langfristig zuverlässig aufwärts geht. Kurseinbrüche wurden im darauf folgenden Zeitraum wieder ausgeglichen und die Märkte bewegten sich zuverlässig hin zu neuen Allzeit-Hochs. Der Grund dafür ist, dass die globale Wirtschaft sich aufgrund fortschreitender Innovation und neuer Technologien stetig im Wachstum befindet.

Natürlich schlägt sich dies auch im Dow Jones nieder. Anleger, die vor 20 Jahren in den Dow Jones investiert haben und die Aktien seitdem trotz aller Krisen und Rückschläge liegen gelassen haben, erzielten eine durchschnittliche Jahresrendite von 8%, dies entspricht in etwa dem Wert, den man auch bei einem Investment in den DAX erzielt hätte.

Geschichte des Dow Jones

Dem amerikanischen Börsenpionier Charles Dow verdanken wir nicht nur die Grundlagen der technischen Analyse. Er hat auch im Jahre 1882 zusammen mit seinem Geschäftspartner Edward Jones die wohl renommierteste Börsenzeitung der Welt gegründet, das Wall Street Journal. In diesem entwickelte er in einer Serie von mehreren Leitartikeln eine Theorie zur Analyse von Trends, die heute noch als Dow-Theorie bekannt ist.

Um allgemeine Aussagen über den Verlauf der amerikanischen Wirtschaft zu treffen, arbeitete Dow mit Mittelwerten der Aktienkurse mehrerer Unternehmen. Damit war bereits die Idee zum Aktienindex als Wirtschaftsbarometer geboren. Zunächst nahm Dow etwa 11 Unternehmen auf, wobei 9 davon Eisenbahngesellschaften waren. In einer Zeit, zu der die Besiedelung und Ausbreitung der Infrastruktur auf dem amerikanischen Kontinent den wesentlichen Antrieb für die wirtschaftliche Entwicklung war, gehörten Eisenbahngesellschaften zu den größten und wichtigsten Unternehmen.

Industrieunternehmen stellten damals die Spitze der technischen Innovation dar. Sie galten als spekulativ und zukunftsgerichtet. In ihrer Rolle für die gesamte Wirtschaft könnten sie heute vielleicht mit den Technologieriesen wie Google und Apple verglichen werden.

Doch im frühen 20. Jahrhundert wuchs die Industrie durch zahlreiche Übernahmen beträchtlich heran, sodass Dow mehr und mehr davon in die Berechnung des Index einfließen ließ. Später trennte Dow dann den Index auf und bildete den Dow Jones Industrial Average sowie den Dow Jones Transportation Average.

Beide Indizes existieren auch heute noch und stellen zwei sich gegenseitig bestätigende Indikatoren für den Zustand der amerikanischen Wirtschaft dar. Denn eine Produktivitätssteigerung in der Industrie führt natürlich auch dazu, dass verstärkt Rohstoffe angeliefert und Waren transportiert werden. Auf diese Weise greifen die beiden Indizes ineinander und geben zusammen ein Bild für die Verfassung der gesamten Wirtschaft ab.

Kritik am Dow Jones

Auch heute noch berechnet das Wall Street Journal den Wert des Dow Jones Industrial Average, inzwischen wird er natürlich online in Echtzeit bereitgestellt.

Die Berechnung ist dabei tatsächlich eine einfache Mittelwertbildung über die 30 Einzelkurse. Im Unterschied zum DAX gehen also Dividendenzahlungen nicht in die Berechnung ein. Er ist daher im Grunde mit dem DAX nicht direkt vergleichbar, denn dieser wird unter Einbeziehung der Dividendenausschüttungen berechnet. Es handelt sich um einen sogenannten Performance-Index, im Gegensatz zum Dow Jones, der ein reiner Kurs-Index ist. Da aber die Dividenden als Gewinnausschüttung der Unternehmen bei einer Bewertung der generellen Wirtschaftskraft berücksichtigt werden müssen, macht der Dow Jones Index darüber keine klare Aussage.

Weitere Kritikpunkte, die immer wieder am Dow Jones geäußert werden:

  • Als reiner Kurs-Index haben die Unternehmen mit den höchsten Aktienkursen auch das größte Gewicht. Allerdings gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Kurshöhe und Größe eines Unternehmens, denn die Aktien eines kleinen Unternehmens könnten ja höher notieren, wenn einfach weniger Aktien im Umlauf sind.
  • Die Auswahl der 30 Einzelunternehmen, die im Dow Jones gelistet sind, erfolgt subjektiv durch das Wall Street Journal. Beim DAX gibt es dagegen eindeutige Kriterien wie die Größe des Unternehmens und der Anteil an Aktien, die an der Börse frei gehandelt werden (Streubesitz).

Fazit

Der Dow Jones Industrial Average ist einer der bekanntesten Aktienindizes der Welt und wurde bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Wirtschaftsjournalisten und Wall Street Journal-Begründer Charles Dow entwickelt. Er listet die 30 stärksten Unternehmen auf, die an der New York Stock Exchange gehandelt werden. Zusammen mit dem Dow Jones Transportation Average bildet er ein Indexpaar, das zur Trendbestätigung genutzt werden kann.

Als reiner Kursindex berücksichtigt er nicht die Dividendenzahlungen der Unternehmen. Daher ist seine Aussagekraft als alleiniger Index nicht ausreichend, um langfristige Wirtschaftsentwicklungen zu bewerten.

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