Aktien China

Chinesische Aktien 2018 » Alles zur Investition in die chinesische Börse

Chinesische Aktien galten nach der ersten Öffnung der chinesischen Börse als Renditegarant. Seit Sommer 2015 scheint dies vorbei zu sein. Gleich mehrere Crashs erschütterten die chinesischen Börsen in der Folge. Zahlreiche Finanzexperten raten von einer Investition in die Aktien Chinas ab. Zeitgleich gilt die Volkswirtschaft Chinas immer noch als bedeutender Wachstumsmarkt, der allerdings an einer zu starken Steuerung der Wirtschaft krankt. Lohnt sich ein Investment für Privatanleger?

Welche Handelsplätze gibt es in China?

In China gibt es derzeit drei Handelsplätze:

  • Hong Kong Stock Exchange
  • Shanghai Stock Exchange
  • Shenzhen Stock Exchange



Lange war der Hong Kong Stock Exchange die einzige Möglichkeit für ausländische Investoren, mit chinesischen Aktien zu handeln. Zuvor konnten diese ausschließlich mit den B-Aktien der Hongkong Stock Exchangen handeln. Ab Ende 2014 ermöglichte die chinesische Regierung jedoch auch ausländischen Investoren über die Hongkonger Börse mit Aktien des Festlandes zu handeln.

Auch noch heute gilt Hongkong als Tor zu China. Der Handelsplatz zählt zu den zehn wichtigsten Handelsplätzen weltweit und ist zudem einer der drei wichtigsten Asiens.

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Über Lynx Broker lassen sich auch chinesische Aktien günstig handeln, Quelle:Lynx Broker

Die Shanghaier Börse gilt hingegen als Geburtsort des chinesischen Wertpapierhandels und kann bis auf das Jahr 1860 zurückverfolgt werden. Während der Herrschaft Mao Zedongs wurde der Aktienhandel allerdings untersagt und erst in den 1980er Jahren wurde der Wertpapierhandel wieder aufgenommen. Inzwischen ist die Shanghaier Börse der wichtigste Finanzplatz in China und hat vor allem seit 2007 einen fast beispielsweisen Bullenmarkt erlebt, bevor die Baisse zu einer Kurskorrektur ab 2015 führte.

Der Handelsplatz in Shenzhen ist hingegen für europäische Anleger von untergeordneter Wichtigkeit. Allerdings biete die Börse ähnlich wie NASDAQ oder TecDAX, Unternehmen speziell aus dem Technologie-Bereich zu handeln.

Welche Aktien können deutsche Anleger in China kaufen?

Zum Beispiel Xiaomi

Eine Besonderheit des chinesischen Marktes sind die gigantischen Börsengänge. Auf der Liste der weltweit größten IPOs stehen Firmen aus der Volksrepublik ganz oben. Denn der Markt ist groß und oft wagen chinesische Unternehmen erst den Schritt aufs Börsenparkett, wenn sie bereits eine gewisse Größe erreicht haben. Oder sie waren, wie die Agricultural Bank of China, zunächst in staatlicher Hand.
Jüngstes Beispiel ist der Smartphone-Hersteller Xiaomi, die Nummer vier in dieser Branche weltweit. Stark ist das Unternehmen vor allem in China und Indien. Der Börsengang in Hongkong soll bis zu 10 Milliarden US-Dollar einbringen, die gesamte Firma wäre dann 100 Milliarden US-Dollar wert.
Zeichnen kann man die Papiere nur über einen Broker mit Zugang zum Markt in Hongkong, allerdings hat die Tradegate Wertpapierhandelsbank die Zulassung der Aktie im Xontro-Handel an den Börsen in Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Hannover und München beantragt. Dann könnte man die Papiere auch problemlos über einen deutschen Broker wie die Consorsbank oder Comdirect ordern.


In China ist der Aktienmarkt unterteilt. Die Wertpapiere werden unterschieden in A-, B- und H-Aktien.

A-Aktien: Sie werden in Shanghai und Shenzhen gehandelt und waren lange Zeit chinesischen Investoren vorbehalten. Demzufolge ist die Handelswährung der Renminbi. Nachdem die Beschränkung für ausländische Investoren deutlich gelockert wurde, können auch Ausländer A-Aktien unter strikten Bedingungen handeln.

B-Aktien: Auch B-Aktien werden an den Festlandbörsen Shanghais und Shenzhens gehandelt. Die Handelswährung in Shanghai ist US-Dollar, in Shenzhen wird der Hongkong-Dollar genutzt. Ausländische Privatanleger dürfen in B-Aktien investieren.

H-Aktien: Die chinesischen Wertpapiere, die an der Börse in Hongkong gehandelt werden, werden auch als H-Aktien bezeichnet. Allen Anlegern steht es offen, die H-Aktien zu handeln. Unternehmen können sowohl H- als auch B-Aktien herausgeben.

Welche chinesischen Indizes gibt es?

  • Hang Seng Index
  • SSE Composite Index
  • Shanghai Stock Exchange Index 50
  • Shanghai Stock Exchange Index 180

Als besonders wichtig gelten vor allem den Hang Seng Index und der SSE Composite Index. Der Hangseng-Index nimmt vor allem für internationale Investoren eine besondere Rolle ein und gilt als einer der wichtigsten im asiatischen Raum. Er bildet 45 Unternehmen ab, die ungefähr 70 Prozent der Marktkapitalisierung der Hongkonger Aktienbörse repräsentieren. Als Kriterien zur Aufnahme gelten Marktkapitalisierung und Handelsvolumen. Zur besseren Übersicht ist er zudem in vier Unterindizes gesplittet.

Der SSE Composite-Index ist genauso wie der Hangseng-Index ein Kurs- und kein Performanceindex. Er umfasst alle an der Shanghaier Börse gelisteten A- und B-Aktien und wird um Erträge aus Sonderzahlungen und Bezugsrechten bereinigt. Die Marktkapitalisierung bestimmt seine Gewichtung. Aus ihm werden im SSE 180 die 180 größten Unternehmen ausgewählt und dies Auswahl im SSE 50 noch einmal auf die 50 größten Unternehmen, die an der Shanghaier Börse gelistet sind, reduziert. Eine Besonderheit des SSE 180 ist allerdings die Tatsache, dass die Unternehmen auch branchenspezifisch ausgewählt werden und jeweils die Top-Unternehmen aus 10 Branchen im Index repräsentiert werden.

Probleme des chinesischen Aktienhandels

Unsicherheiten bei den Anleger ergeben sich zu einem nicht unbeträchtlichen Maße aus der starken Einflussnahme der chinesischen Regierung. Sowohl Großinvestoren als auch Kleinanleger können sich nicht sicher sein, dass am nächsten Tag noch die Börsenregeln von heute gelten. Das führt dazu, dass kein Vertrauen entsteht und viele Investoren aussteigen oder den chinesischen Markt von vornherein gemieden haben.


Allerdings gibt es sehr wohl Wirtschaftsexperten, die davon überzeugt sind, dass die chinesische Regierung Schlimmeres verhindert hat und trauen ihr eine zuverlässige Führung zu. Für sie ist die chinesische Regierung lediglich dabei, Probleme aus der Vergangenheit zu korrigieren und die Konsequenzen abzufedern. Dabei stellt sie sich jedoch nicht immer geschickt an.

Ein Beispiel hierfür ist die Regelung, dass der Handel eine Viertelstunde ausgesetzt wird, sobald die 300 wichtigsten Aktien fünf Prozent durchschnittlich verlieren. Auf sieben Prozent Verlust wird der Handel sogar für den Rest des Tages ausgesetzt. Auf diese Weise sollten Crashs wie im Sommer 2015 verhindert werden. Stattdessen führte die Regel zur mehrfachen Aussetzung des Handels, wurde als Einladung für Spekulanten wahrgenommen und wurde wieder ausgesetzt.

Der chinesischen Regierung wird unterstellt, keine vertrauenswürdigen Akteure vorweisen zu können. Sie könne im Gegensatz zu westlichen Politikern die Märkte nicht beruhigen, sondern würde sie eher überraschen. Folgerichtig muss China derzeit eine leichte Kapitalflucht verzeichnen.

Die chinesische Wirtschaft steht zudem derzeit dem Problem gegenüber, dass viele Nachbarländer konkurrenzfähig geworden sind und die chinesischen Unternehmen so unter Druck setzen. Um dem entgegen zu wirken, hat die chinesische Regierung in der Vergangenheit den Renminbi bewusst günstig gehalten und damit weltweit Produzenten unter Druck gesetzt.

Warum befindet sich der chinesische Aktienmarkt in einer Krise?

Die chinesische Börse macht derzeit eine typische Entwicklung durch. Folgende Gründe führten zum Zusammenbruch der Börse:

  • Chinesische Kleinanleger wurden von der Regierung bewusst mit Werbekampagnen dazu aufgefordert, in Aktien zu investieren. Es wurde das Goldene Zeitalter der Börse beschworen und postuliert, dass der Bärenmarkt gerade erst anfinge.
  • Ein Großteil der Aktienkäufe in der Vergangenheit war kreditfinanziert.
  • Viele private Anleger investierten selbst Kleinbeträge, seitdem der Shanghai Composite Index bereits seit 2006 (mit einer Unterbrechung im Jahr 2007) deutlich stieg, in der Hoffnung, an den deutlichen Zuwächsen partizipieren zu können. Es handelte sich also vor allem in den Jahren 2013/2014 um eine typische Hausfrauen-Hausse.
  • Nicht immer verhalten sich Börse und Wirtschaft spiegelbildlich. In China hatten die Börsenmärkte jedoch zeitweise jeden Bezug zur Realität verloren.
  • China kann sein extremes Wachstum von teilweise zweistelligen Prozentbeträgen des BIP jährlich, das es in den letzten Jahren fast regelmäßig vorwies, nicht mehr fortsetzen. Zudem war das Wachstum Chinas teilweise schuldenfinanziert und beruhte auch auf einer ständigen Abwertung des Renminbi.

Was spricht für chinesische Aktien?

Dennoch spricht auch einiges dafür, dennoch in chinesische Wertpapiere zu investieren oder den Markt zumindest nicht völlig aus den Augen zu verlieren:

  1. Die Größe der Volkswirtschaft

Die chinesische Volkswirtschaft schickt sich an, die USA zu überholen und die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden. Dies verweist auch auf das erhebliche Wachstumspotenzial, dass auch die Wertpapiere der chinesischen Unternehmen aufweisen.

  1. Die wachsende weltweiter Relevanz

Die Aufnahme des Renminbi in den internationalen Währungskorb zeigt die wachsende Bedeutung der chinesischen Wirtschaft im internationalen Kontext. Obwohl immer noch nicht frei konvertierbar, wird die chinesische Währung für den Handel immer wichtiger. Dies zeigt auch das Potenzial der Volkswirtschaft und die Wichtigkeit und Macht Chinas im asiatischen Raum.

Doch auch weltweit wirken sich die Wirtschaftsereignisse des Reichs der Mitte immer deutlicher aus. So wirken sich bedeutende Verluste immer stärker auch auf den DAX aus und international wird eine Krise der chinesischen Wirtschaft als Gefahr für die Weltkonjunktur gesehen.

  1. Die stetige Öffnung der Märkte

Chinas Regierung zahlte gerade zu Beginn des Jahres 2016 Lehrgeld in Form von beachtlichen Kursrückgängen an der chinesischen Börse. Allerdings zeigt sich die Legislative seit Jahren bemüht, den Kapitalmarkt schrittweise für ausländische Investoren zu öffnen.

Dabei geht die chinesische Regierung sogar schneller und weiter, als die meisten Anleger vermuteten würden. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung der Börsen in Hongkong und Shanghai, die es erstmals Anleger aus dem Ausland ermöglichte, mit wesentlich weniger Restriktionen Aktien kaufen zu können, die im Renminbi notiert sind.

  1. Starke Einzeltitel

Auch in der Krise gibt es einzelne Unternehmen, die sich durch wirtschaftliche Stabilität und großes Wachstumspotenzial auszeichnen. So kann sich beispielsweise die chinesische Handelsplattform Alibaba durch gute Geschäftszahlen und wachsende Umsätze freuen und trotzt damit der Krise.

  1. Diversifikation

Obwohl durch die Globalisierung Staatswirtschaften immer stärker verwachsen, unterliegen die chinesischen Märkte teilweise immer noch anderen Einflüssen. So schnitten beispielsweise die chinesischen Banken in der Weltwirtschaftskrise 2007 am besten ab und die ICBC, China Construction Bank und die Bank of China wurden nach Marktkapitalisierung zu den größten Banken der Welt.

Auch deswegen gilt es als empfehlenswert, chinesische Aktien zumindest teilweise als Risikostreuung einem natürlich entsprechen risikoorientiertem Portfolio beizumischen.

  1. Chinesische Aktien sind unterbewertet

Der Leitindex in Shanghai befand sich Ende Januar 2016 auf dem Stand von vor fünf Jahren. Zudem galten zuvor zahlreiche Unternehmen als unterbewertet. Schon vor dem erneuten Crash im Januar 2016 galten zahlreiche Wertpapiere als Schnäppchen mit erheblichem Potenzial. Dies ändert allerdings natürlich nichts daran, dass es sich um ein riskantes Investment handelt und nicht klar ist, wann die Talfahrt der chinesischen Börse endet.

Fazit:

Chinesischen Aktien sind derzeit zweifelsohne mit Vorsicht zu betrachten. Den Investoren fehlt zurecht das Vertrauen in die staatliche Kompetenz und die Konjunktur der aufstrebenden Volkswirtschaft, die jahrelang mit Subventionen und billigem Geld gefüttert wurde. Nichtsdestotrotz ergeben sich für risikoaffine Investoren, die antizyklisches Investment schätzen, im Jahr 2016 interessante Einstiegsmöglichkeiten. Zahlreiche unterbewertete Aktien und solide Unternehmen sorgen dafür, dass chinesische Wertpapiere nach wie vor ihren Platz in diversifizierten Portfolios finden können.

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