Aktien China

Chinesische Aktien 2019 » Alles zur Investition in die chinesische Börse

Chinesische Aktien galten nach der ersten Öffnung der chinesischen Börse als Renditegarant. Selbst die deutlichen Kurskorrekturen des Jahres 2015 waren schnell wieder überwunden. Doch nun steuert das Land offenbar auch noch auf einen Handelskrieg mit den USA zu. Exemplarisch dafür steht das Vorgehen von Präsident Trump gegen den Huawei-Konzern. Zeitgleich gilt die Volkswirtschaft Chinas immer noch als bedeutender Wachstumsmarkt, der allerdings an einer zu starken Steuerung der Wirtschaft krankt. Lohnt sich ein Investment für Privatanleger? Und welche chinesischen Aktien haben Potenzial?

Top 5 Depots für chinesische Aktien

Sie riskieren Ihr Kapital

Das Wichtigste in Kürze

Chinesische Aktien kaufen?

Sollte man jetzt in chinesische Aktien einsteigen? Niemand kann das wirklich mit Sicherheit sagen. Vor allem der Handelskonflikt mit den USA könnte die Kurse belasten. Und US-Präsident Trump ist dafür bekannt, dass sich sein Verhalten kaum vorhersagen lässt. Noch weniger weiß man, wie erfolgreich die Volksrepublik reagieren könnte.

Die aktuellen Unsicherheiten bieten aber auch eine Chance für Investoren. Sollten beide Seiten eine friedliche Lösung finden, dann würden Investoren, die jetzt einsteigen davon natürlich profitieren. Ein Investment bleibt aber mit hohen Risiken verbunden. Das gilt erst recht für den Kauf von Einzelaktien. Neben drei Aktien haben wir deshalb auch drei ETFs gesucht, von denen einer außer in China auch in andere asiatische Schwellenländer investiert.

Drei chinesische Aktien mit Potential

Für chinesische Aktien aktuell eine Empfehlung zu geben ist alles andere als einfach. Es gilt wie überall auf der Welt sein Vermögen nicht in einen einzelnen Wert zu investieren, egal ob man 5.000,- oder 20.000,- Euro zur Verfügung hat. Im Jahr 2018 gehörten chinesische Aktien zu den größten Verlierern am Wertpapiermarkt. Schuld daran war der Handelsstreit mit den USA, teilweise aber auch eine gewisse Selbstgefälligkeit nach Jahren des Erfolgs. Doch die Korrektur kann auch Chancen für den Einstieg bieten. Wer in China investiert, sollte aber einen langen Atem mitbringen.

Xiaomi – ISIN: KYG9830T1067, WKN: A2JNY1

Eine Besonderheit des chinesischen Marktes sind die gigantischen Börsengänge. Auf der Liste der weltweit größten IPOs stehen Firmen aus der Volksrepublik ganz oben. Denn der Markt ist groß und oft wagen chinesische Unternehmen erst den Schritt aufs Börsenparkett, wenn sie bereits eine gewisse Größe erreicht haben. Oder sie waren, wie die Agricultural Bank of China, zunächst in staatlicher Hand.

Jüngstes Beispiel ist der Smartphone-Hersteller Xiaomi, die Nummer vier in dieser Branche weltweit. Der Börsengang in Hongkong im Juli 2018 sollte bis zu 10 Milliarden US-Dollar einbringen, die gesamte Firma wäre dann 100 Milliarden US-Dollar wert gewesen.

Am Ende nahm das Unternehmen aber nur rund halb so viel Geld ein. Auch im folgenden Jahr war der Kursverlauf alles andere als berauschend. Allerdings hat die Aktie nach wie vor Potenzial. Für sie spricht vor allem die Stärke des Unternehmens in Asien. In Deutschland ist die Firma wenig bekannt, obwohl weltweit nur Samsung, Apple und Huawei mehr Umsatz mit Mobiltelefonen erzielen. Denn das Hauptabsatzgebiet ist Asien. Auch weitere Schwellenländer in Afrika und Südamerika sind interessante Märkte. Damit hat die Firma gute Wachstumschancen.

Natürlich bestehen auch hohe Risiken. Wie bei Huawei könnte die US-Politik dem Unternehmen schaden. Und wie bei allen chinesischen Firmen sind auch die sonstigen politischen Risiken hoch. Außerdem sind die Margen bei preiswerten Mobiltelefonen weitaus geringer als bei teuren wie sie Apple und Samsung anbieten. Auch eine Dividende wird, wie bei vielen chinesischen Aktien, aktuell nicht gezahlt.

Trotzdem eine Aktie, die man beobachten sollte. Kaufen lässt sie sich an mehreren deutschen Regionalbörsen, über die Frankfurter Wertpapierbörse und die Berliner Tradegate Exchange.

Alibaba: ISIN: US01609W1027, A117ME

Das chinesische Amazon fehlt auf einer Empfehlungsliste, obwohl die Kursentwicklung im Jahr 2018 zuletzt alles andere als überzeugend für die Aktionäre war. Von Juni bis Dezember 2018 verlor die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes, erholte sich dann bis Mai 2019 weitgehend wieder um dann erneut fast 20 Prozent zu verlieren, nachdem ein milliardenschwerer Börsengang angekündigt wurde und sich der Handelsstreit Chinas mit den USA immer weiter verschärft hatte.

Trotzdem ist das Unternehmen insgesamt noch gut aufgestellt. Wie Amazon ist es nicht nur im Online-Handel aktiv, sondern auch einer der größten Cloud-Anbieter der Welt. Das Geschäft mit der Datenwolke dürfte weiter wachsen und auch wenn ausländische Firmen den Chinesen nach wie vor misstrauen, gilt das für andere Ecken der Welt nicht im gleichen Maße. Schon gar nicht für die Volksrepublik selbst, die ja immerhin das bevölkerungsstärkste Land der Welt ist. Jeder sechste Mensch lebt in dem Riesenstaat – und deren Wohlstand wächst.


Wer Alibaba Aktien kaufen möchte, kann zwei verschiedene Strategien anwenden. Bei der einen versucht er noch vor dem Börsengang zu investieren und hofft, dass die Neuemission gut verläuft und er dann entsprechende Kursgewinne realisieren kann. Wem da zu riskant ist, der kann auch zunächst weitere Nachrichten zu den Emissionsplänen abwarten. Das bedeutet weniger Risiko, aber natürlich auch weniger Chancen.

Sino Biopharm: ISIN: KYG8167W1380, WKN: A0CBDJ

Aber es muss nicht immer eines der großen und bekannten Unternehmen wie Alibaba oder auch Tencent sein. Kaum jemand in Deutschland dürfte Sino Biopharm sein, aber der Kurs ist von 2014 bis 2019 um mehr als 222,0 Prozent gestiegen.
Nur im zweiten Halbjahr 2018 machte der Aufwärtstrend eine kurze Pause, die dafür umso heftiger war. Die Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als die Hälfte des Wertes. Doch schon Anfang Februar startete ein neuer Aufwärtstrend.

Wie der Name schon sagt, ist Sino Biopharma im Pharmageschäft aktiv. Sie gehört zu den 500 größten chinesischen Unternehmen und den 2.000 weltweit größten Publikumsgesellschaften. Im Gegensatz zu vielen anderen Pharmaunternehmen aus Entwicklungsländern, vor allem in Indien, hat sich die Firma allerdings nicht auf Generika spezialisiert, sondern forscht selbst. Mehr als 1.400 Menschen arbeiten nach Angaben des Unternehmens in der Forschung.

Top 5 Aktien BrokerKosten
Depot p.a.
Kosten
pro Order
Kosten
Gesamt
1De Giro0,00 €2,08 €24,96 €zu DEGIRO
2Flatex0,00 €5,00 €60,00 €zu Flatex
3OnVista0,00 €6,50 €78,00 €zu OnVista
4Consorbank0,00 €10,90 €130,80 €zu Consorbank
5LYNX0,00 €5,80 €69,60 €zu LYNX

Vier China-ETFs mit Potenzial

Man muss nicht wieder den Fall des (nicht an der Börse notierten) Telekomunternehmens Huawei bemühen, um zu zeigen, wie riskant eine Investition in Einzelaktien ist, auch wenn das betreffende Unternehmen unangreifbar scheint. Man muss noch nicht einmal den Blick ins Ausland werfen. In Deutschland sind es große Namen wie Deutsche Bank, RWE oder zuletzt Bayer, die den Aktionären wenig Freude gemacht haben, obwohl sie einst als besonders sichere Papiere galten.

Gerade Kleinanleger sollten deshalb die Investition in einen ETF oder ein Zertifikat in Betracht ziehen. Beide bilden oft einen Index ab, beispielsweise den Hang Seng. ETFs sind börsengehandelte Fonds und haben dabei den Vorteil, dass es sich um ein Sondervermögen handelt, dass mit Wertpapieren abgesichert ist. Ein Zertifikat kann wertlos werden, wenn der Emittent insolvent wird. Dagegen bleibt das Vermögen eines Fonds auch erhalten, wenn die Fondsgesellschaft zahlungsunfähig wird. Das gilt vor allem für physisch replizierende Fonds, die auch wirklich genau die Aktien des Index kaufen, den sie abbilden. Synthetisch replizierende Fonds sichern ihr Portfolio ebenfalls ab, allerdings nicht mit genau den Aktien, die im Portfolio enthalten sind.

Wir haben bei ähnlichen Kosten uns immer für den physisch replizierenden ETF entschieden. Neben zwei China-ETF haben wir einen Fonds aufgenommen, der auch Unternehmen aus Hongkong enthält.

ComStage HSI UCITS ETF, ISIN: LU0488316729, WKN:ETF022

Der ComStage HSI UCITS ETF bildet den Hang Seng Index ab, den wichtigsten Aktienindex der Börse in Hongkong. Er enthält sowohl chinesische H-Aktien als auch Anteilsscheine von Firmen aus Hongkong. Auch wenn die Stadt seit 1997 keine britische Kolonie, sondern eine Sonderwirtschaftszone der Volksrepublik China ist, hat sich die wirtschaftliche Eigenständigkeit weitgehend erhalten.

Dieser ETF bietet deshalb eine Mischung aus etablierten Unternehmen aus Hongkong und jungen Firmen aus der Volksrepublik. Die Kosten sind mit 0,55 Prozent vergleichsweise moderat, allerdings werden die enthaltenen Aktien nicht wirklich vom Fonds gehalten, sondern die Kursentwicklung wird über Swap-Geschäfte abgebildet. Also dadurch, dass die Gewinne des tatsächlich gekauften Portfolios gegen die Wertentwicklung des Hang Seng Index getauscht werden. Die Dividenden werden ausgeschüttet.

Deka MSCI China UCITS ETF, ISIN: DE000ETFL326, WKN: ETFL32

Wer nur Aktien aus dem Gebiet der Volksrepublik China ohne Hongkong und Macao kaufen möchte, der kann das mit dem Deka MSCI China UCITS ETF tun. Enthalten sind also chinesische Unternehmen, die an der Börse in Hongkong gehandelt werden, wobei “chinesisch” hier eben nur die Volksrepublik ohne Hongkong und Macao meint  – und natürlich erst recht ohne die Republik China auf Taiwan.


Ein großer Vorteil des ETFs ist, dass er den zugrunde liegenden Index physisch repliziert, also die Aktien tatsächlich hält. Dafür sind die Gebühren mit 0,65 Prozent etwas höher als beim zuerst vorgestellten ETF. Die von den China-Aktien gezahlten Dividenden werden ausgeschüttet, also nicht direkt wieder angelegt.

iShares MSCI China A UCITS ETF, ISIN: IE00BQT3WG13, WKN: A12DPT

A-Aktien waren für Ausländer lange Zeit nicht handelbar. Die Bestimmungen wurden etwas gelockert, weshalb es mit dem iShares MSCI China A UCITS ETF jetzt einen Fonds gibt, der ausschließlich A-Aktien enthält.

Auch dieser ETF repliziert den Index physisch, also indem er die enthaltenen Aktien tatsächlich kauft. Im Gegensatz zum Deka-ETF werden allerdings nicht alle enthaltenen Wertpapiere gekauft, sondern nur die wichtigsten, also jene die den Kurs besonders stark bestimmen. Die Wertentwicklung orientiert sich aber trotzdem am gesamten Aktienmarkt, lediglich bei der Absicherung wird auf unbedeutendere Aktien verzichtet. Dafür liegen die Gebühren mit 0,40 Prozent ausgesprochen niedrig. Im Gegensatz zu den beiden anderen ETFs schüttet dieser die Dividenden nicht aus, sondern legt sie wieder an.

iShares MSCI Taiwan UCITS ETF, ISIN IE00B0M63623, WKN A0HGWE

Wer heute China sagt, meint damit die Volksrepublik China. Mit chinesischen Aktien sind folglich vor allem jene aus der Volksrepublik gemeint, meist auch ohne Wertpapiere aus Hongkong und Macao. Der Vollständigkeit halber sei “das andere China” aber noch kurz erwähnt. Als die Verteidiger der 1912, nach dem Sturz des Kaisers, gegründeten Republik China sich im Bürgerkrieg 1949 immer weiter zurückziehen mussten, flohen sie auf die bis 1945 von Japan besetzte Insel Taiwan. Offiziell lebt deshalb die alte Republik China dort weiter, auch wenn weltweit meist nur noch von “Taiwan” gesprochen wird.

Der Vollständigkeit halber – und wegen der Stärke vieler taiwanesischen Unternehmen soll aber auch kurz ein ETF aus Taiwan vorgestellt werden. Ein großer Unsicherheitsfaktor für die Insel ist natürlich die Politik Pekings, zumal man dort Taiwan als “abtrünnige Provinz” betrachtet. Der MSCI Taiwan bildet die Wertentwicklung der wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Republik China ab. Der iShares ETF repliziert den Index physisch, allerdings sind die Kosten mit 0,74 Prozent pro Jahr relativ hoch.

Top 5 Broker für chinesische ETFs

Sie riskieren Ihr Kapital

Wo chinesische Aktien kaufen?

Wer chinesische Aktien kaufen will, hat aktuell zwei verschiedene Möglichkeiten, nämlich den Kauf

  • eines ADRs
  • einer Aktie an einer chinesischen oder deutschen Börse.

ADRs kaufen

ADRs sind Aktienderivate. Die Abkürzung steht für American Depositary Receipt, was man mit amerikanischer Hinterlegungsschein übersetzen könnte. Es wird dabei also nicht die Aktie selbst gehandelt, sondern nur das Recht auf eine Aktie. Im Gegensatz zu einem CFD ist ein ADR aber für eine langfristige Investition geeignet. Es fallen keine Übernacht-Gebühren an und der Besitzer hat ein Recht auf eine Dividendenzahlung. Dafür gibt es im Regelfall auch keinen Hebel.

Die Hinterlegungsscheine werden meist von großen Investmentbanken herausgegeben und von der Börsenaufsicht SEC streng überwacht. Oft sind die Aktiengesellschaften selbst die Auftraggeber für ADRs. Man spricht dann von sponsored ADRs. So können chinesische Firmen vermeiden, dass sie ausländische Aktionäre bekommen (was oft verboten ist), gleichzeitig aber Kapital aus dem Ausland einsammeln. Aktuell gibt es ADRs beispielsweise von Alibaba, Baidu oder Xiaomi.

Die Derivate werden oft über die New Yorker Börse gehandelt, teilweise lässt sich aber ein ADR aber auch über eine deutsche Börse handeln, was in den meisten Fällen deutlich kostengünstiger ist.

Aktien in China kaufen

In China gibt es derzeit drei Handelsplätze:

  • Hong Kong Stock Exchange
  • Shanghai Stock Exchang
  • Shenzhen Stock Exchange

Lange war der Hong Kong Stock Exchange die einzige Möglichkeit für ausländische Investoren, mit chinesischen Aktien zu handeln. Zuvor konnten diese ausschließlich mit den B-Aktien der Hongkong Stock Exchange handeln. Ab Ende 2014 ermöglichte die chinesische Regierung jedoch auch ausländischen Investoren über die Hongkonger Börse mit Aktien des Festlandes zu handeln.

Auch noch heute gilt Hongkong als Tor zu China. Der Handelsplatz zählt zu den zehn wichtigsten Handelsplätzen weltweit und ist zudem einer der drei wichtigsten Asiens.

Hongkong

In den vergangenen Jahren ist der Wertpapiermarkt in der Volksrepublik China extrem gewachsen. Das teilautonome Hongkong, das weitgehende Sonderrechte bis hin zu einer eigenen Währung (Hongkong-Dollar) genießt, bleibt aber ein wichtiger Finanzplatz, vor allem für ausländische Anleger. Bild von tee2tee auf Pixabay.

Die Shanghaier Börse gilt hingegen als Geburtsort des chinesischen Wertpapierhandels. Ihre Geschichte reicht bis in Jahr 1860 zurück. Während der Herrschaft Mao Zedongs wurde der Aktienhandel allerdings untersagt und erst in den 1980er Jahren wurde er wieder aufgenommen. Inzwischen ist die Shanghaier Börse der wichtigste Finanzplatz in China und hat vor allem seit 2007 einen fast beispiellosen Bullenmarkt erlebt, bevor die Baisse zu einer Kurskorrektur ab 2015 führte.

Der Handelsplatz in Shenzhen ist hingegen für europäische Anleger von untergeordneter Wichtigkeit. Allerdings biete die Börse ähnlich wie NASDAQ oder TecDAX, Unternehmen speziell aus dem Technologie-Bereich zu handeln.

Insgesamt erfüllt aber nur die Börse in Hongkong europäische Ansprüche an Regulierung und Transparenz.

Top 5 Broker für chinesische Aktien

Sie riskieren Ihr Kapital

Chinesische Aktien in Deutschland handeln

Einige Firmen wie Alibaba oder Xiaomi sind auch in Deutschland handelbar. Das bedeutet für die Anleger im Regelfall niedrigere Kosten als ein Investment in New York oder Hongkong. Im Regelfall handelt es sich bei den gehandelten Papieren allerdings nicht um die Originalaktien, sondern ebenfalls um ADRs. Das muss aber nicht schlecht sein, meist sind die ADRs fast genauso gut wie eine echte Aktie.

A-, B- und H-Aktien

In China ist der Aktienmarkt unterteilt. Die Wertpapiere werden unterschieden in A-, B- und H-Aktien.

A-Aktien: Sie werden in Shanghai und Shenzhen gehandelt und waren lange Zeit chinesischen Investoren vorbehalten. Demzufolge ist die Handelswährung der Renminbi. Nachdem die Beschränkung für ausländische Investoren deutlich gelockert wurde, können auch Ausländer A-Aktien unter strikten Bedingungen handeln.

B-Aktien: Auch B-Aktien werden an den Festlandbörsen Shanghais und Shenzhens gehandelt. Die Handelswährung in Shanghai ist US-Dollar, in Shenzhen wird der Hongkong-Dollar genutzt. Ausländische Privatanleger dürfen in B-Aktien investieren.

H-Aktien: Die chinesischen Wertpapiere, die an der Börse in Hongkong gehandelt werden, werden auch als H-Aktien bezeichnet. Allen Anlegern steht es offen, die H-Aktien zu handeln. Unternehmen können sowohl H- als auch B-Aktien herausgeben.

Eine Alternative für kurzfristige, spekulative Händler ist der Kauf von Differenzkontrakten (CFDs) auf chinesische Aktien. Diese Möglichkeit eignet sich aber nur für Trader, die am selben Tag kaufen und wieder verkaufen und so kleine Preisdifferenzen ausnutzen wollen. CFDs auf chinesische Aktien, beispielsweise Xiaomi, gibt es unter anderem bei Plus500.

Unser Expertentipp: CFD sind komplexe Instrumente und haben wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell ggf. Ihr gesamtes Geld oder Kapitalanlage zu verlieren. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Sie sollten keine Gelder einsetzen, deren Verlust Sie im schlimmsten Fall nicht verkraften könnten. Die europäischen CFD-Broker geben auf ihren Seiten die individuellen Verluste der bei ihnen geführten Depots bekannt.

Welche chinesischen Indizes gibt es?

  • Hang Seng Index
  • SSE Composite Index
  • Shanghai Stock Exchange Index 50
  • Shanghai Stock Exchange Index 180

Als besonders wichtig gelten vor allem den Hang Seng Index und der SSE Composite Index. Der Hangseng-Index nimmt vor allem für internationale Investoren eine besondere Rolle ein und gilt als einer der wichtigsten im asiatischen Raum. Er bildet 45 Unternehmen ab, die ungefähr 70 Prozent der Marktkapitalisierung der Hongkonger Aktienbörse repräsentieren. Als Kriterien zur Aufnahme gelten Marktkapitalisierung und Handelsvolumen. Zur besseren Übersicht ist er zudem in vier Unterindizes gesplittet.

Hang Seng

Der Hang Seng ist der wichtigste Aktienindex für chinesische Aktien. Er bildet Wertpapiere an der Börse in der Sonderwirtschaftszone Hongkong ab.

Der SSE Composite-Index ist genauso wie der Hangseng-Index ein Kurs- und kein Performanceindex. Er umfasst alle an der Shanghaier Börse gelisteten A- und B-Aktien und wird um Erträge aus Sonderzahlungen und Bezugsrechten bereinigt. Die Marktkapitalisierung bestimmt seine Gewichtung. Aus ihm werden im SSE 180 die 180 größten Unternehmen ausgewählt und diese Auswahl im SSE 50 noch einmal auf die 50 größten Unternehmen, die an der Shanghaier Börse gelistet sind, reduziert. Eine Besonderheit des SSE 180 ist allerdings die Tatsache, dass die Unternehmen auch branchenspezifisch ausgewählt werden und jeweils die Top-Unternehmen aus 10 Branchen im Index repräsentiert werden.

Probleme des chinesischen Aktienhandels

Unsicherheiten bei den Anlegern ergeben sich zu einem nicht unbeträchtlichen Maße aus der starken Einflussnahme der chinesischen Regierung. Sowohl Großinvestoren als auch Kleinanleger können sich nicht sicher sein, dass am nächsten Tag noch die Börsenregeln von heute gelten. Das führt dazu, dass kein Vertrauen entsteht und viele Investoren aussteigen oder den chinesischen Markt von vornherein gemieden haben.

Allerdings gibt es sehr wohl Wirtschaftsexperten, die davon überzeugt sind, dass die chinesische Regierung schlimmeres verhindert hat und trauen ihr eine zuverlässige Führung zu. Für sie ist die chinesische Regierung lediglich dabei, Probleme aus der Vergangenheit zu korrigieren und die Konsequenzen abzufedern. Dabei stellt sie sich jedoch nicht immer geschickt an.

Top 5 Broker für chinesische ETFs

Sie riskieren Ihr Kapital

Ein Beispiel hierfür ist die Regelung, dass der Handel eine Viertelstunde ausgesetzt wird, sobald die 300 wichtigsten Aktien fünf Prozent durchschnittlich verlieren. Auf sieben Prozent Verlust wird der Handel sogar für den Rest des Tages ausgesetzt. Auf diese Weise sollten Crashs wie im Sommer 2015 verhindert werden. Stattdessen führte die Regel zur mehrfachen Aussetzung des Handels, wurde als Einladung für Spekulanten wahrgenommen und wurde wieder ausgesetzt.

Hongkong

Hongkong ist schon seit 1997 keine britische Kolonie mehr, hat aber als Sonderwirtschaftszone ein hohes Maß an Eigenständigkeit bewahrt. Oft ist die Börse von Hongkong die bessere Wahl für Ausländer.

Der chinesischen Regierung wird unterstellt, keine vertrauenswürdigen Akteure vorweisen zu können. Sie könne im Gegensatz zu westlichen Politikern die Märkte nicht beruhigen, sondern würde sie eher überraschen. Folgerichtig muss China derzeit eine leichte Kapitalflucht verzeichnen.

Die chinesische Wirtschaft steht zudem derzeit dem Problem gegenüber, dass viele Nachbarländer konkurrenzfähig geworden sind und die chinesischen Unternehmen so unter Druck setzen. Um dem entgegenzuwirken, hat die chinesische Regierung in der Vergangenheit den Renminbi bewusst günstig gehalten und damit weltweit Produzenten unter Druck gesetzt.

Warum befindet sich der chinesische Aktienmarkt in einer Krise?

Die chinesische Börse macht derzeit eine typische Entwicklung durch. Folgende Gründe führten zum Zusammenbruch der Börse:

  • Chinesische Kleinanleger wurden von der Regierung bewusst mit Werbekampagnen dazu aufgefordert, in Aktien zu investieren. Es wurde das Goldene Zeitalter der Börse beschworen und postuliert, dass der Bärenmarkt gerade erst anfinge.
  • Ein Großteil der Aktienkäufe in der Vergangenheit war kreditfinanziert.
  • Viele private Anleger investierten selbst Kleinbeträge, seitdem der Shanghai Composite Index bereits seit 2006 (mit einer Unterbrechung im Jahr 2007) deutlich stieg, in der Hoffnung, an den deutlichen Zuwächsen partizipieren zu können. Es handelte sich also vor allem in den Jahren 2013/2014 um eine typische Hausfrauen-Hausse.
  • Nicht immer verhalten sich Börse und Wirtschaft spiegelbildlich. In China hatten die Börsenmärkte jedoch zeitweise jeden Bezug zur Realität verloren.
  • China kann sein extremes Wachstum von teilweise zweistelligen Prozentbeträgen des BIP jährlich, das es in den letzten Jahren fast regelmäßig vorwies, nicht mehr fortsetzen. Zudem war das Wachstum Chinas teilweise schuldenfinanziert und beruhte auch auf einer ständigen Abwertung des Renminbi.

Was spricht für chinesische Aktien?

Dennoch spricht auch einiges dafür, dennoch in chinesische Wertpapiere zu investieren oder den Markt zumindest nicht völlig aus den Augen zu verlieren:

  1. Die Größe der Volkswirtschaft

Die chinesische Volkswirtschaft schickt sich an, die USA zu überholen und die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden. Dies verweist auch auf das erhebliche Wachstumspotenzial, dass auch die Wertpapiere der chinesischen Unternehmen aufweisen.

  1. Die wachsende weltweiter Relevanz

Die Aufnahme des Renminbi in den internationalen Währungskorb zeigt die wachsende Bedeutung der chinesischen Wirtschaft im internationalen Kontext. Obwohl immer noch nicht frei konvertierbar, wird die chinesische Währung für den Handel immer wichtiger. Dies zeigt auch das Potenzial der Volkswirtschaft und die Wichtigkeit und Macht Chinas im asiatischen Raum.

Doch auch weltweit wirken sich die Wirtschaftsereignisse des Reichs der Mitte immer deutlicher aus. So wirken sich bedeutende Verluste immer stärker auch auf den DAX aus und international wird eine Krise der chinesischen Wirtschaft als Gefahr für die Weltkonjunktur gesehen.

  1. Die stetige Öffnung der Märkte

Chinas Regierung zahlte gerade zu Beginn des Jahres 2016 Lehrgeld in Form von beachtlichen Kursrückgängen an der chinesischen Börse. Allerdings zeigt sich die Legislative seit Jahren bemüht, den Kapitalmarkt schrittweise für ausländische Investoren zu öffnen.

Dabei geht die chinesische Regierung sogar schneller und weiter, als die meisten Anleger vermuteten würden. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung der Börsen in Hongkong und Shanghai, die es erstmals Anleger aus dem Ausland ermöglichte, mit wesentlich weniger Restriktionen Aktien kaufen zu können, die im Renminbi notiert sind.

  1. Starke Einzeltitel

Auch in der Krise gibt es einzelne Unternehmen, die sich durch wirtschaftliche Stabilität und großes Wachstumspotenzial auszeichnen. So kann sich beispielsweise die chinesische Handelsplattform Alibaba über gute Geschäftszahlen und wachsende Umsätze freuen und trotzt damit der Krise.

  1. Diversifikation

Obwohl durch die Globalisierung Staatswirtschaften immer stärker verwachsen, unterliegen die chinesischen Märkte teilweise immer noch anderen Einflüssen. So schnitten beispielsweise die chinesischen Banken in der Weltwirtschaftskrise 2007 am besten ab und die ICBC, China Construction Bank und die Bank of China wurden nach Marktkapitalisierung zu den größten Banken der Welt.

Top 5 Robo Advisor für chinesische Werte

Sie riskieren Ihr Kapital

Auch deswegen gilt es als empfehlenswert, chinesische Aktien zumindest teilweise als Risikostreuung einem natürlich entsprechen risikoorientiertem Portfolio beizumischen.

  1. Chinesische Aktien sind unterbewertet

Der Leitindex in Shanghai befand sich Ende Januar 2016 auf dem Stand von vor fünf Jahren. Zudem galten zuvor zahlreiche Unternehmen als unterbewertet. Schon vor dem erneuten Crash im Januar 2016 galten zahlreiche Wertpapiere als Schnäppchen mit erheblichem Potenzial. Dies ändert allerdings natürlich nichts daran, dass es sich um ein riskantes Investment handelt und nicht klar ist, wann die Talfahrt der chinesischen Börse endet.

Fazit:

Chinesischen Aktien sind derzeit zweifelsohne mit Vorsicht zu betrachten. Den Investoren fehlt zu Recht das Vertrauen in die staatliche Kompetenz und die Konjunktur der aufstrebenden Volkswirtschaft, die jahrelang mit Subventionen und billigem Geld gefüttert wurde. Nichtsdestotrotz ergeben sich für risikoaffine Investoren, die antizyklisches Investment schätzen, im Jahr 2016 interessante Einstiegsmöglichkeiten. Zahlreiche unterbewertete Aktien und solide Unternehmen sorgen dafür, dass chinesische Wertpapiere nach wie vor ihren Platz in diversifizierten Portfolios finden können.

Top 5 Aktien Depots

Sie riskieren Ihr Kapital