Die besten chinesischen Aktien, Aktienfonds und ETFs 2021

Chinesische Aktien kaufen

Chinesische Aktien - Das Wichtigste in Kürze

  • China erwartet trotz Corona positives Wirtschaftswachstum im Jahr 2022.
  • In der ersten Jahreshälfte 2021 entwickelten sich chinesische Aktien aber nur schwach.
  • Die zunehmend aggressivere Außenpolitik könnte internationale Konflikte befördern.
  • Erfahren Sie hier alles, was Sie über chinesische Aktien, ETFs und Aktienfonds und die Besonderheiten des chinesischen Aktienmarkts wissen sollten.
  • Wir empfehlen Ihnen die besten Anlagen und erklären in unserer SWOT-Analyse, warum das Investieren in chinesische Aktien komplex ist.
  • Für Börsen-Anfänger sind ETFs gut geeignet.

 

So gehen Sie vor

  • Eröffnen Sie ein Depot bei einem günstigen Broker.
  • Zahlen Sie Geld ein.
  • Legen Sie fest, welchen Anteil Ihres Kapitals Sie in chinesische Aktien investieren wollen. Es sollten nicht mehr als 25 Prozent sein.
  • Suchen Sie interessante chinesische Aktien oder ETFs.
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Was Sie jetzt über Chinas Wirtschaft und Aktienmarkt wissen sollten

Chinas Wirtschaft trotzt wie kaum eine andere der Corona-Krise, was das Vertrauen in den chinesischen Aktienmarkt weiter stärkt. Nach heftigen Einbrüchen im Frühjahr 2020 ist Chinas Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs. Damit zählt China zu den wenigen Ländern, die selbst im Corona-Krisenjahr 2020 ein Wirtschaftswachstum verbuchen konnten. Zwar lag das Wachstum mit 2,3 Prozent so niedrig wie seit 1976 nicht mehr, doch im Vergleich zu dem weltweiten Einbruch ist das ein fast unglaublicher Erfolg.

Allerdings spiegelte sich dieser Erfolg bisher kaum an der Börse wider. Seit dem Hoch im Februar 2021 sanken die wichtigsten chinesischen Aktienindizes wie der FTSE A50 und der Hang Seng (Hongkong).

Für diese Zurückhaltung bei chinesischen Aktien gibt es mehrere Gründe: So hat sich der chinesische Aktienmarkt vor allem im Vergleich zum DAX zunächst deutlich günstiger entwickelt – dieser Vorsprung wurde mit der Korrektur abgebaut.

Außerdem ist der Neustart der chinesischen Wirtschaft nicht einfach. Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen haben sich verschlechtert, obwohl beide Staaten im Januar 2020 noch ein Handelsabkommen unterzeichnet hatten.

China-Skepsis auf Allzeithoch

Abbildung 1: Weltweit ist die Skepsis gegenüber der Volksrepublik China hoch, vor allem bei den direkten Nachbarn. Obwohl die Republik China auf Taiwan von China beansprucht wird, ist das China-Bild dort positiver. Womöglich, weil die Menschen sich ebenfalls als Chinesen fühlen. (Quelle: statista)

Hinzu kommt: Wer Aktien „Made in China“ in sein Portfolio aufnimmt, muss immer bedenken, dass staatliche Eingriffe in die Wirtschaft und den Aktienmarkt nicht unüblich sind. Anleger, die den Einstieg in chinesische Aktien wagen wollen, müssen sich also bewusst sein, dass bei einem Investment am chinesischen Aktienmarkt viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise schränkte die chinesische Regierung im Juli 2021 die Börsennotierung von Tech-Unternehmen im Ausland ein.

Inhaltsverzeichnis

Die besten chinesischen Aktien, die wir in diesem Artikel vorstellen

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Die besten chinesischen ETFs, die wir in diesem Artikel vorstellen

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6 Aktien aus China, die wir empfehlen

1. Alibaba: Mit E-Commerce zum Erfolg

(WKN: A117MEWKN kopiert / ISIN: US01609W1027ISIN kopiert)

Alibaba ist der chinesische Platzhirsch im E-Commerce und am ehesten mit Amazon vergleichbar. Auch Alibaba verfügt über ein erfolgreiches Cloud-Geschäft, das mit hohen Margen erheblich zum Gewinn beiträgt. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Amazon aktiv als Händler auftritt, wohingegen Alibaba nur die Plattform bereitstellt.

Das Unternehmen kommt im E-Commerce auf 55 Prozent Marktanteil im heimischen China, ist bereits in Europa vertreten und hat aggressive Expansionspläne. Weltweit sollen Bestellungen innerhalb von drei Tagen versendet werden, wofür sechs Distributionszentren geplant sind.

Top 10 Online-Handel weltweit - Chinesische Aktien

Abbildung 2 Die Liste der größten Online-Händler wird längst von chinesischen Firmen dominiert. (Quelle: statista)

Der europäische Standort in Lüttich ist bereits in der Entstehung. Um die Expansion voranzutreiben, sind auch Übernahmen wahrscheinlich; das geht meist schneller als der Aufbau neuer Strukturen.

Alibaba verfügt über enorme Cash-Reserven, diese Vorgehensweise passt also in die Strategie. Gerüchte über eine Übernahme des deutschen Modehändlers Zalando halten sich hartnäckig, gelten aber noch nicht als besonders wahrscheinlich. Zumindest ist sicher, dass Alibaba seine Präsenz in Europa deutlich ausbauen wird.

Attraktive Tochter Alipay

Zum Unternehmen gehört auch Alipay, der mit über einer Milliarde Nutzern weltweit größte Online-Bezahldienst. Täglich werden über 175 Millionen Transaktionen abgewickelt und für jede kassiert Alipay eine Gebühr. Zum Vergleich: Paypal schafft nicht einmal ein Drittel dieser Transaktionen.

Weltweit lässt sich der Trend zum digitalen Bezahlen nicht mehr aufhalten und Alibaba marschiert ganz vorn. Kunden können bezahlen, indem sie ihre Handynummer angeben und ihr Gesicht an speziellen Terminals einscannen. Was für Europäer befremdlich klingt, verbreitet sich in China immer mehr und basiert auf fortgeschrittener Software, die auf KI zurückgreift.

Alibaba weist seit der Gründung einen sensationellen Umsatzwachstum von jährlich 48 Prozent auf. Der Handelsstreit schlug eine Delle in den Kurs der chinesischen Aktie, aber inzwischen erreicht sie wieder regelmäßig neue Höchststände.

Wer vor drei Jahren bei Alibaba eingestiegen ist, hat sein Geld inzwischen mehr als verdoppelt. Der Konzern ist äußerst profitabel und bestens aufgestellt, um die Zukunft des Welthandels mitzubestimmen.

 201720182019
Umsatz in Millionen US-Dollar23.532,8437.762,2156.149,34
Gewinn je Aktie2,603,785,06
Dividende je Aktie---

Quelle: Alibaba Investor Relations

Die Bemühungen Alibabas in der KI-Forschung müssen noch einmal betont werden. Führend ist es dabei vor allem in der Datenverarbeitung, aber auch in der Entwicklung spezialisierter Computerchips. Hier besteht potentiell riesiges Wachstumspotential.

Wachstumsaussichten weiter gut

Vom Rekordhoch im Oktober 2020 bis Mitte 2021 hat die Alibaba-Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Sie leidet nicht zuletzt unter den Bemühungen des chinesischen Staates, die Macht der Digital-Konzerne zu begrenzen. Auch die US-Giganten erleben ähnlichen Gegenwind, doch längst nicht im gleichen Ausmaß. Zumal die Möglichkeiten der chinesischen Regierung zur Einflussnahme weit größer sind. In Berichten ist von Leerverkäufen die Rede, mit denen auf weiter fallende Kurse gewettet wird.

Gleichzeitig wächst Alibaba aber weiter – auch in Europa. Im belgischen Lüttich entsteht ein neues Versandzentrum. Von dort fahren schon jetzt täglich Güterzüge nach China, die Waren weit schneller transportieren können als ein Schiff.

Wer bei der Aktie einsteigen will, sollte die Bodenbildung abwarten. Zumal die chinesische Regierung das Unternehmen vermutlich nicht zu sehr beschädigen will. Dann könnte es wieder aufwärts gehen.

2. Xiaomi: Chinas zweitgrößter Smartphone-Hersteller

(WKN: A2JNY1WKN kopiert / ISIN: KYG9830T1067ISIN kopiert)

Xiaomi ist ein chinesischer Smartphone-Hersteller, der seit 2018 an der Börse notiert ist. Xiaomi ist in China die Nummer zwei hinter Huawei und weltweit an vierter Stelle, hinter Apple und Samsung. Der Börsengang an der Hongkonger Börse fiel in einen ungünstigen Zeitraum, als die Streitigkeiten zwischen den USA und China zu eskalieren drohten. Statt den geplanten zehn Milliarden US-Dollar nahm Xiaomi daher nur etwa die Hälfte ein.

Den Tiefpunkt erreichte die Xiaomi Aktie Mitte 2019, wobei der Kurs im Dezember 2019 wieder um beeindruckende 50 Prozent angestiegen ist. Ausschlaggebend war das neue Handelsabkommen zwischen den USA und China. US-Sanktionen oder Importverbote für chinesische Smartphones wären für Xiaomi natürlich überaus problematisch gewesen. Seit Februar 2021 befindet sich die Aktie tendenziell im Sinkflug, wie die meisten China-Aktien. Insgesamt lag der Kurs aber Mitte 2021 immer noch rund 50 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Hohe Innovationskraft

Die große Stärke von Xiaomi liegt in seiner Innovationskraft und der Fähigkeit, High-End Smartphones sehr günstig anzubieten. Der Absatz von Smartphones stagniert weltweit und die Hersteller versuchen zunehmend, ihr Angebot zu erweitern. Für Xiaomi ist das kein Problem: Mit seinen „Wearables“ (Fitnessarmbänder und Smartwatches) hat das Unternehmen einen höheren Marktanteil als Fitbit (Google) und macht sogar Apple Kunden streitig.

2019 stieg der Verkauf dieser „Wearables“ um über 60 Prozent an und das Geschäft ist äußerst lukrativ. Xiaomi punktet zudem mit neuen Produkten wie vernetzter Beleuchtung, Staubsauger-Robotern und sogar Drohnen, die sich ebenfalls gut verkaufen.

 201720182019
Umsatz in Millionen HKD-Dollar132.172,29207.179,26233.403,87
Gewinn je Aktie-2,141,000,48
Dividende je Aktie---

Quelle: Xiaomi Investor Relations

Umsatz und Gewinn lagen im Geschäftsjahr 2020 rund 20 Prozent höher als im Jahr zuvor. Wichtigste Umsatzquelle sind nach wie vor die Smartphones, deren Verkauf 61,9 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Damit ist die Abhängigkeit vom Smartphone-Markt gegenüber dem Vorjahr sogar etwas gestiegen – damals lag der Anteil noch bei 59,3 Prozent.

Rund ein Viertel (27,4 Prozent, Vorjahr 30,2 Prozent) tragen Lifestyle-Produkte und Wearables wie Fitness-Uhren zum Umsatz bei, Internetdienstleistungen knapp ein Zehntel (9,7 Prozent, Vorjahr 9,6 Prozent).

3. Tencent: Internetunternehmen mit vielen Standbeinen

(WKN: A1138DWKN kopiert / ISIN: KYG875721634ISIN kopiert)

Tencent ist eines der größten chinesischen Internetunternehmen. Vergleicht man es mit westlichen Konzernen, dann entspricht es wohl am ehesten Facebook. Tencent verfügt mit Qzone über das größte soziale Netzwerk Chinas, mit WeChat über den absolut dominanten Messenger und mit QQ über einen weiteren Messenger-Dienst, der vor allem bei jungen Chinesen beliebt ist.

Im Gegensatz zu Facebook ist Tencent aber einen Schritt weiter und weniger von Werbeeinnahmen und Nutzerdaten abhängig. Denn zu Tencent gehört auch Tenpay, der zweitgrößte Online-Bezahldienst in China, der erheblich zum Umsatz beiträgt.

Facebook und Tencent im Vergleich - Chinesische Aktien

Abbildung 3 Tencents Produkte wie QQ oder WeChat haben zwar deutlich weniger Nutzer als Facebooks Angebote, beim Umsatz liegen beider aber fast gleichauf. (Quelle: statista)

Ein weiteres Standbein von Tencent ist die Gaming-Branche. In China ist das Unternehmen bereits an der Spitze und im westlichen Markt auf dem Vormarsch. Riot Games gehört vollständig zu Tencent und es gibt erhebliche Beteiligungen an Epic Games, Activision Blizzard und Vivendi.

Social Media, Online-Bezahldienste und Gaming sind also die wichtigsten Einnahmequellen des Konzerns. Hinzu kommen Musikdienste, Streaming-Angebote und Videoplattformen. Wer in China das Internet nutzt, kommt nicht um Tencent herum.

Künstliche Intelligenz und Daten-Wolken

Für Investoren besonders interessant ist die Technologieführerschaft in künstlicher Intelligenz und der Cloud-Entwicklung für E-Commerce und Messaging. Tencent hält in diesen Bereichen über 400 Patente und wird als chinesisches Flaggschiff weiterhin staatlich gefördert.

Auch fundamental betrachtet ist Tencent ein spannendes Investment. Mit einem KGV von 30 liegt das Papier immer noch unter dem Branchendurchschnitt. Allerdings war die Kursentwicklung zuletzt enttäuschend. Mitte 2021 lag der Kurs sogar geringer als ein Jahr zuvor. Auch auf drei Jahre betrachtet ist das Plus von rund 37 Prozent für eine China-Aktie keineswegs berauschend.

Im Jahr 2020 lagen Umsatz und Gewinn 28 beziehungsweise 30 Prozent höher als im Jahr zuvor. Wichtigster Umsatzbringer waren Online-Spiele mit einem Anteil von 32 Prozent vor FinTech und Business Services mit 27 Prozent (u.a. Tenpay). Die bekannteren Netzwerkdienste wie Qzone oder WeChat kamen dagegen nur auf 23 Prozent Umsatzanteil, 17 Prozent entfielen auf den Sektor Online-Werbung.

 201720182019
Umsatz in Millionen HKD-Dollar274.157,94370.371,62427.812,21
Gewinn je Aktie8,769,8711,18
Dividende je Aktie0,889,871,2

Quelle: Tencent Investor Relations

Ob ein Einstieg attraktiv ist, müssen Anleger selbst entscheiden. Aber wer auf der Suche nach Aktien aus China ist, sollte Tencent zumindest auf seine Watchlist setzen.

4. JD.com: E-Commerce-Anbieter mit kontrollierter Qualität

(WKN: A112STWKN kopiert / ISIN: US47215P1066ISIN kopiert)

JD.com ist ebenfalls ein E-Commerce-Anbieter und im Vergleich zu Alibaba ein wahrer Underdog. Das Unternehmen wird an der Börse mit 57 Milliarden US-Dollar bewertet, damit ist es zwar wesentlich größer als Zalando (12 Milliarden US-Dollar) aber deutlich kleiner als der heimische Konkurrent Alibaba mit einer Bewertung von über einer halben Billion US-Dollar.

Genau diese noch eher niedrige Bewertung im Verhältnis zum Umsatz spricht allerdings für JD.com. Der Konzern besetzt in China sehr erfolgreich eine Nische – mit einem eigenen Logistiknetzwerk kann er auch entlegenere Region in China beliefern.

Zudem unterscheiden sich die Geschäftsmodelle von JD.com und Alibaba: Bei Alibaba kann potentiell jeder Ware inserieren, bei JD.com werden nur verifizierte lokale Händler zugelassen und die Logistik übernommen. Das hat den Vorteil, dass das Unternehmen mit einer starken Qualität und Kontrolle überzeugt. Bei Alibaba gibt es hingegen schwarze Schafe, die Plagiate und Produkte mit Mängeln anbieten – ein Wettbewerbsvorteil für JD.com.

Auch aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre hat sich JD.com erfreulicher entwickelt. Trotz des starken Kursrückgangs von Februar bis Mai 2021 (um fast ein Drittel) lag die Aktie Mitte 2021 auf Jahressicht gesehen leicht im Plus. Auch auf drei bis fünf Jahre gesehen, hat sie sich besser entwickelt als der größere und bekanntere Konkurrent.

 201720182019
Umsatz in Millionen HKD-Dollar53.613,4869.823,0283.487,79
Gewinn je Aktie-0.01-0.261.21
Dividende je Aktie---

Quelle: JD. com Investor Relations

Außerdem ist JD.com unabhängig von externen Akteuren und arbeitet daran, profitabler zu werden. Das Geschäftsmodell mit der eigenen Logistik ist kapitalintensiv, kann sich aber langfristig auszahlen, da eine höhere Qualität geboten wird. Was die absolute Größe betrifft, wird Alibaba wohl die Nummer 1 im chinesischen E-Commerce bleiben, aber JD.com ist bereits etabliert und wird es sicher schaffen, von dem wachsenden chinesischen Markt zu profitieren.

5. BYD: Führend in der Batterie-Technologie

(WKN: A0M4W9WKN kopiert / ISIN: CNE100000296ISIN kopiert)

BYD ist der weltgrößte Produzent von Batterien und Handy-Akkus sowie der größte Automobilproduzent Chinas. Das Unternehmen profitiert enorm vom weltweiten Batterie-Boom und der steigenden Fokussierung auf Elektroautos. Mit einem Kursplus von rund 182 Prozent innerhalb eines Jahres muss sich auch die Aktie des Unternehmens nicht hinter anderen China Aktien verstecken.

Zwar litt auch diese Aktie unter dem Einbruch der China-Aktien im Februar, hatte aber das Minus bis Juli 2021 fast wieder ausgeglichen.

Spannend sind vor allem die enormen Produktionskapazitäten, wenn künftig immer mehr Automobilproduzenten auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umstellen. BYD ist hier eines von wenigen Unternehmen, das eine große Nachfrage bedienen kann.

Mit Audi soll es beispielsweise Gespräche über einen größeren Auftrag gegeben haben. Dabei ist BYD keineswegs nur ein austauschbarer Zulieferer, das Unternehmen ist zusammen mit Tesla führend im Bereich der Batterie-Technologie.

Tipp: Riesenchance Feststoffbatterie – das sind die besten Aktien!

BYD stabilisiert sich

Laut Trend stabilisiert sich BYD bei den Autoverkäufen in China, obwohl der Staat seine Subventionen zurückfährt und weniger Autos finanziert. Zudem kommt das Unternehmen langsam in Europa an. Beispielsweise wurden mehrere Taxiflotten in Brüssel bereits mit BYD-Elektroautos ausgestattet.

 201720182019
Umsatz in Millionen HKD-Dollar118.365,08144.255,73138.086,21
Gewinn je Aktie1,621,100,67
Dividende je Aktie0,170,230,07
Quelle: BYD Investor Relations

Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat die Autobranche 2019 allerdings stark belastet. BYDs Umsatz (und auch der Gewinn je Aktie) haben unter dem Vorjahreswert gelegen. Wichtig für die gesamte Automobilbranche und auch für BYD: Das Verhältnis zwischen den USA und China hat sich wieder etwas entspannt. Neue Handelsabkommen verschaffen mehr Planungssicherheit und der chinesische Automobilmarkt verspricht weiterhin Wachstum.

Relativ gesehen haben die Chinesen weniger eigene Autos als die Europäer, BYD ist in der besten Position, um diesen wachsenden Markt zu bedienen. Hinzu kommt, dass sowohl Europa also auch die USA die Entwicklung neuer Elektroautos vorantreiben und somit BYD den Weg für eine Markteroberung ebnen.

6. Geely: Innovativer Automobilhersteller

(WKN: A0CACXWKN kopiert / ISIN: KYG3777B1032ISIN kopiert)

Geely ist ein Motorrad- und Automobilhersteller, der sowohl auf Verbrennungsmotoren als auch auf Elektroantriebe setzt. Das Unternehmen hat bereits Automarken wie Volvo und Lotus übernommen, hält rund zehn Prozent an der Daimler AG und gilt neben BYD als der dominante Automobilkonzern Chinas.

Geely ist hochprofitabel und erwirtschaftet höhere Margen als beispielsweise Volkswagen. Der Konzern trumpft mit einer niedrigen Kostenstruktur auf, muss seine Autos aber gleichzeitig nicht zu Kampfpreisen verschleudern.

In den letzten drei Jahren hat die Geely Aktie um 44 Prozent zugelegt und gehörte deshalb auch zu den besten Aktien 2020. Anleger, die vor über fünf Jahren eingestiegen sind, konnten ihr Kapital bis heute sogar vervierfachen. Auf zehn Jahre gesehen hat die Aktie rund 785 Prozent zugelegt und kommt damit nahe an die Definition einer Tenbagger-Aktie.

Ähnlich wie BYD ist auch Geely äußerst innovativ und hält zahlreiche Patente, vor allem im Design von Elektroautos. Im Juni 2021 machten Elektrofahrzeuge immerhin rund 7 Prozent des Absatzes aus, was über den Werten vieler anderer Hersteller liegt.

 201720182019
Umsatz in Millionen HKD-Dollar106.961,17126.257,02110.444,88
Gewinn je Aktie1,371,661,02
Dividende je Aktie0,290,350,25

Quelle: Geely Investor Relations

Perspektivisch sehr spannend sind Geelys Expansionspläne. Der Autobauer versucht, sich mit der eigenen Marke in Europa zu etablieren, indem er Forschungszentren errichtet und Mitarbeiter von deutschen Herstellern abwirbt. Noch ist kein direkter Vertrieb geplant, aber Anleger, die sich für die Geely Aktie interessieren, sollten diese Entwicklung genau beobachten.

Bisher erzielt das Unternehmen aber noch den Großteil seines Umsatzes in der Volksrepublik. Im Juni 2021 wurden nur etwa 3,6 Prozent der Fahrzeuge exportiert, davon ging wiederum ein Sechstel (also 0,6 Prozent des Gesamtexportes) in den Europäischen Wirtschaftsraum (EU mit Island, Liechtenstein und Norwegen).

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Die wichtisten China Indizes mit dem passenden ETF

CSI 300: dominierender Aktienindex

In China ist der CSI 300 der dominierende Aktienindex für rein chinesische Papiere. Er wird in Renminbi berechnet und setzt sich aus Aktien zusammen, die an den beiden größten Börsen Shanghai und Shenzhen gehandelt werden. Nur Papiere an der Börse Hongkong sind nicht enthalten.

Europäische und amerikanische Börsen beeinflussen regelmäßig die Kursentwicklungen des CSI 300. Wir empfehlen folgenden ETF, der die Kursentwicklung dieses Index nachbildet:

ETF zum CSI 300: Xtrackers Harvest CSI 300 INDEX UCITS ETF 1D

(WKN: DBX0NKWKN kopiert / ISIN: LU0875160326ISIN kopiert)

Anbieter: DWS Investment S.A., Top-Positionen: Ping An Ins, 5,05%, Kweichow Moutai 4,97%, Yibin Wuliangye 2,46%, China Merchants Bank 2,34%, Midea Group 2.11%.

Verlinkt finden Sie auch das Factsheet des Xtrackers Harvest CSI 300 INDEX UCITS ETF 1D.

Der chinesische Aktienmarkt hatte seine Höchststände 2007 (vor der Finanzkrise) und 2015 nach einer finanzpolitischen Öffnung. Damals floss enorm viel Geld in den Markt, der zu diesen Zeitpunkten wohl überbewertet war. Seitdem sind die gelisteten Unternehmen aber erheblich gewachsen und haben sich international etabliert.

Die Aktienkurse bestätigen das: Die Höchststände sind zwar noch nicht wieder erreicht, aber wer vor drei Jahren eingestiegen ist, kann sich über immerhin 20 Prozent Rendite freuen; und der Trend zeigt weiter nach oben.

Hang Seng Index: traditionsreicher Index aus Hongkong

(WKN: 145733WKN kopiert / ISIN: HK0000004322ISIN kopiert)

Ein weiterer wichtiger Index ist der Hang Seng Index, der von der Hongkong Börse herausgegeben wird und international als besonders wichtig gilt, weil er von der Finanzbranche dominiert wird. Ausländische Anleger können direkt in Unternehmen aus dem Index investieren und auch der Erwerb von Aktienfonds und ETFs ist problemlos möglich. Wir empfehlen:

ETF zum Hang Seng Index: Lyxor Hong Kong (HSI) UCITS ETF – Dist

(WKN: LYX013WKN kopiert / ISIN: LU1900067940ISIN kopiert)

Anbieter: Lyxor, Top-Positionen: Tencent Holdings 12,09, Aia Group Ltd. 10,01, Hsbc Holdings PLC 8,89, China Construction Bank H 7,55, Ping An Insurance Group Co-H 6,01%.

Hier geht es zum Factsheet des Lyxor Hong Kong (HSI) UCITS ETF – Dist.

Ende Juli 2020 wurde der Hang Seng um einen neuen Index erweitert. Der Hang Seng Tech Index enthält die 30 größten Technologieunternehmen, die in Hong Kong gehandelt werden, einschließlich Alibaba, Tencent und Xiaomi. Bereits eine Woche zuvor hatte die Börse in Shanghai den Star Market 50 Index ins Leben gerufen, der die 50 größten Technologieunternehmen enthält. Der neue Fokus auf Technologieunternehmen wird teilweise mit der wachsenden Relevanz in der Corona-Krise begründet. Mitten im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit hat diese Entwicklung natürlich auch eine politische Bedeutung.

Bisher hat sich der Hang Seng wie der CSI300 entwickelt, obwohl sich die gelisteten Unternehmen nicht überschneiden. Der Hang Seng ist 2015 ebenfalls eingebrochen, als viele Chinesen an die Börse strömten, und auch der Handelsstreit hat sich negativ darauf ausgewirkt. Trotz dieser Widrigkeiten gab es 20 Prozent Rendite in den letzten drei Jahren. Wer vor 15 Jahren eingestiegen ist, hat sein Kapital inzwischen verdoppelt.

Index für ETFs: S&P China 500

Der S&P China 500 enthält die 500 größten chinesischen Unternehmen, die an den nationalen Börsen und im Ausland gelistet sind. Der Index enthält also besonders viele Unternehmen, was ihn zur beliebten Basis für ETFs macht.

WisdomTree S&P China 500 UCITS ETF USD

(WKN: A2ANVNWKN kopiert / ISIN: LU1440654330ISIN kopiert)

Anbieter: Wisdom Tree, Top Positionen: Alibaba Group Holdings 9,51%, Tencent Holdings Ltd, 9,17%, Ping An Insurance Group Co-A 2,93%, Kweichow Moutai 2,59%, China Construction Bank Corp H 2,41%.
Auch für den Wisdom Tree S&P China 500 UCITS ETF USD haben wir das Factsheet für Sie verlinkt.

Seitdem dieser ETF 2017 aufgelegt wurde, konnten Anleger bereits eine Rendite von rund 15 Prozent erzielen. Weil der ETF in eine Vielzahl von chinesischen Unternehmen investiert und der chinesische Markt überall wächst, ist dieser Fonds eine ernstzunehmende Alternative für das Portfolio.

Top 5 Broker für chinesische ETFs

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Vielversprechende chinesische Aktienfonds

Neben der Anlage in ETFs können Anleger in China auch in Aktienfonds investieren. 2019 verzeichneten auf China spezialisierte Aktienfonds ein deutliches Plus.

  • Der UBS (Lux) Equity Fund – China Opportunity (USD) ist ein Aktienfonds, der durch seine gekonnten Anlagen in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von fast 27 Prozent erreichen konnte.
  • Der älteste chinesische Fonds ist der Baring Hong Kong China. In den vergangenen zwölf Monaten konnte er ein Wachstum von über 16 Prozent verzeichnen.
  • Der Matthews Asia China Dividend Aktienfonds agiert in China und Hong Kong. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum bei 5,35 Prozent. Im Fünfjahresrückblick kann dieser Aktienfonds jedoch ein Wachstum von mehr als 50 Prozent vorweisen.

So finden Sie chinesische Aktien mit Potential

Für chinesische Aktien und Aktienfonds gelten bei der Auswahl dieselben Kriterien wie für andere Investments, also vor allem der Zeithorizont und die Risikobereitschaft.

In der momentanen Marktlage, in der Kurse prinzipiell seit Jahren weltweit steigen, gibt es keine absolut unterbewerteten Unternehmen. Stattdessen bietet es sich an, auf Unternehmen zu setzen, die auf die Zukunft ausgerichtet sind. Konkret sind das die Branchen Technologie, erneuerbare Energien und Mobilität. In China gibt es zahlreiche solcher Unternehmen, die für Anleger potentiell interessant sein können.

An diesen Börsen werden chinesische Aktien gehandelt

Chinesische Aktien und Aktienfonds sind in der Regel an den Börsen in Shanghai und Shenzen gelistet. Diese beiden Handelsplätze sind allerdings nicht für ausländische Investoren geöffnet.

Viele chinesische Unternehmen gehen daher einen Umweg und lassen sich über ADR-Zertifikate an der New York Stock Exchange (NYSE) listen. Ein ADR selbst ist keine Aktie, sondern ein verbrieftes Recht auf eine Aktie. Diese Methode ist etabliert, sicher und wird von der Börsenaufsicht überwacht. Beispielsweise sind auch die UBS und die Deutsche Bank auf diese Art und Weise an den US-Börsen gelistet. Über ADRs sind beispielsweise Internetkonzerne wie Alibaba, Tencent und JD.com sowie Aktienfonds an der NYSE handelbar.

Eine weitere Möglichkeit, chinesische Aktien zu kaufen, gibt es an der Börse Hong Kong. Die Hong Kong Stock Exchange (HSKE) ist unabhängig vom chinesischen Staat und wird stark reguliert. Hier sind neben den Papieren von Geely und BYD viele weitere bekannte chinesische Aktien und Aktienfonds handelbar. Seit 2019 zählt auch Alibaba dazu.

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SWOT-Analyse bei chinesischen Aktien

Auch wenn man unbedingt in chinesische Aktien investieren will, sollte man sich alle Seiten der Entscheidung vor Augen führen. Es bietet sich an, eine SWOT-Analyse zu machen und die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) zu analysieren.

Stärken: große Volkswirtschaft, die in Zukunftstechnologien investiert

Die Größe der Volkswirtschaft: Die chinesische Volkswirtschaft möchte die USA überholen und größte Volkswirtschaft der Welt werden. Die Wertpapiere der chinesischen Unternehmen haben großes Wachtumspotential.

Die wachsende weltweite Relevanz: Die Aufnahme des Renminbi in den internationalen Währungskorb zeigt die wachsende Bedeutung der chinesischen Wirtschaft im internationalen Kontext. Obwohl immer noch nicht frei konvertierbar, wird die chinesische Währung für den Handel immer wichtiger. Das beweist auch das Potential der Volkswirtschaft und die Wichtigkeit und Macht Chinas im asiatischen Raum.

Doch auch weltweit wirken sich Chinas Wirtschaftsereignisse immer deutlicher aus. So beeinflussen Verluste auch den DAX immer stärker und international wird eine Krise der chinesischen Wirtschaft als Gefahr für die Weltkonjunktur gesehen.

Starke Einzeltitel: Chinas Regierung zahlte gerade zu Beginn des Jahres 2016 Lehrgeld in Form von beachtlichen Kursrückgängen an der chinesischen Börse. Allerdings ist die Legislative seit Jahren bemüht, den Kapitalmarkt schrittweise für ausländische Investoren zu öffnen.

Dabei geht die chinesische Regierung sogar schneller und weiter, als die meisten Anleger vermuteten würden. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung der Börsen Hongkong und Shanghai, die es erstmals Anlegern aus dem Ausland ermöglicht, Aktien mit wesentlich weniger Restriktionen kaufen zu können, als im Renminbi notiert sind.

Staatliche Investition in Technologie: Unter dem Stichwort „Made in China 2025“ läuft in China die nächste Technologie-Offensive an. Um sich die weltweite Poleposition zu sichern, sollen Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Daten-Algorithmen und 5G zusätzlich gefördert werden – mit rund 50 Milliarden Euro. Man darf davon ausgehen, dass auch chinesische Unternehmen direkt von diesen Investitionen profitieren. Zum Vergleich: Deutschland will 500 Millionen Euro bis 2023 in die Erforschung und Förderung von künstlicher Intelligenz investieren.

Schwächen: Einflussnahme der chinesischen Regierung

Unsicherheiten bei den Anlegern ergeben sich zu einem nicht unbeträchtlichen Maße aus der starken Einflussnahme der chinesischen Regierung. Sowohl Großinvestoren als auch Kleinanleger können sich nicht sicher sein, ob die Börsenregeln nicht plötzlich geändert werden. Das hat in der Vergangenheit bereits dazu geführt, dass Investoren den chinesischen Markt gemieden haben.

Ein Beispiel hierfür ist die Regelung, dass der Handel eine Viertelstunde lang ausgesetzt wird, sobald die 300 wichtigsten Aktien durchschnittlich fünf Prozent verlieren. Bei sieben Prozent Verlust wird der Handel sogar für den Rest des Tages ausgesetzt. Auf diese Weise sollen Crashs verhindert werden. Diese Regelung wurde von Spekulanten ausgenutzt und schließlich wieder abgeschafft. Das Verhalten des Staats ist also auch eine Schwäche für den chinesischen Aktienmarkt.

Eine beträchtliche Anzahl von Chinesen misstraut der Regierung, zweifelt deren Kompetenz an oder wünscht sich weniger Kontrolle. Daher muss China eine leichte Kapitalflucht verzeichnen: Einheimische möchten ihr Geld im Ausland anlegen.

Zudem hat die chinesische Wirtschaft derzeit das Problem, dass viele Nachbarländer konkurrenzfähig geworden sind und die chinesischen Unternehmen unter Druck setzen. Um dem entgegenzuwirken, hat die chinesische Regierung in der Vergangenheit den Renminbi bewusst günstig gehalten und wiederum Produzenten weltweit unter Druck gesetzt. Das Modell, mit billigen Löhnen massenhaft zu produzieren, wird auch für China nicht dauerhaft funktionieren.

Chancen: Grundlagenforschung als Wegbereiter für Wachstum

Die größte Chance für chinesische Aktien liegt in der massiven Grundlagenforschung, die das Land betreibt. Natürlich forschen auch andere Länder intensiv an neuen Anwendungen, aber dank hoher Investitionen beschäftigen sich die meisten Experten in China mit Themen wie künstlicher Intelligenz und Big Data.

Sollte Konzernen wie Alibaba oder Tencent hier der Durchbruch gelingen, bestehen potentiell riesige Wachstumsmöglichkeiten. Die ganze Welt wäre dann an der Technologie interessiert.

Hongkong - Chinesische Aktien

In den vergangenen Jahren ist der Wertpapiermarkt in der Volksrepublik China extrem gewachsen. Das teilautonome Hongkong, das weitgehende Sonderrechte bis hin zu einer eigenen Währung (Hongkong-Dollar) genießt, bleibt aber ein wichtiger Finanzplatz, vor allem für ausländische Anleger. (Bild: Pixabay | © tee2tee)

Risiken: drohender Handelskrieg

Eine mögliche Bedrohung für den chinesischen Aktienmarkt liegt im Verhalten des chinesischen Staats und der kommunistischen Partei. Anleger sollten dieses Risiko immer im Hinterkopf behalten.

Die größte Bedrohung ist jedoch die zunehmende wirtschaftliche und politische Macht Chinas. Handelspartner wie die USA oder die Europäische Union könnten gezwungen sein, den Handel mit China zum Schutz ihrer Unternehmen zu begrenzen.

Noch gefährlicher sind die zunehmenden politischen Konflikte. Die Volksrepublik agiert zunehmend selbstbewusst, einige Beobachter bezeichnen das Verhalten auch als „aggressiv“. Denkbar ist beispielsweise, dass die Regierung in Peking eine „Wiedervereinigung“ mit der Republik China auf Taiwan mit militärischen Mitteln beschließt. Welche Folgen ein solcher Konflikt hätte, ist kaum abzuschätzen.

Eine potentielle Immobilienblase ist eine weitere Bedrohung für den chinesischen Aktienmarkt. Chinesische Banken, vor allem die staatlichen, haben einen hohen Anteil von fragwürdigen Krediten in ihren Büchern. Der Staat hat den Hausbau jahrelang mit sehr günstigen Krediten finanziert, was die Verschuldungsquote der privaten Haushalte in die Höhe getrieben hat. Sollte eine chinesische Bank ausfallen, ähnlich wie 2008 in den USA, wäre das für chinesische Aktien katastrophal.

Wer Geld für die Zukunft zurücklegen oder Aktien für Kinder kaufen will, sollte nur einen Teil davon in chinesische Aktien investieren.

Ergebnis der SWOT-Analyse

Die Stärken des chinesischen Marktes überwiegen. China ist auf dem besten Weg, eine globale Technologiesupermacht zu werden.

Sowohl chinesische Unternehmen als auch die Regierung verfolgen dieses Ziel ehrgeizig und verzeichnen bereits erste Erfolge. Anleger können davon ausgehen, dass sich der technologische Fortschritt weiterhin exponentiell entwickelt.

In den kommenden Jahren werden vor allem KI-Anwendungen für radikale Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sorgen. China will in diesem Bereich Weltmarktführer werden, und es ist sehr wahrscheinlich, dass Unternehmen aus dem Reich der Mitte anderen weltweit agierenden Technologiekonzernen bald den Rang ablaufen werden.

Natürlich müssen Sie als Anleger risikobereit sein, denn das chinesische Marktumfeld ist nicht eins zu eins mit anderen in- und ausländischen Handelsplätzen zu vergleichen.

Anleger und Anlegerinnen sollten deshalb auf keinen Fall ihr gesamtes Vermögen in chinesische Aktien investieren. Als einer von mehreren Bausteinen sind die Wertpapiere aber fast unverzichtbar.

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Hinweis: Ihr Kapital ist gefährdet.

 

Einige Besonderheiten des chinesischen Aktienmarkts

1. Alle Investments sind mit dem Staat verbunden

Prinzipiell sind alle chinesischen Unternehmen untrennbar mit dem Staat und der kommunistischen Partei verbunden. Dies ist zunächst ein neutraler Fakt und hat sich in der Vergangenheit positiv auf chinesische Aktien ausgewirkt. Das Wachstum von Technologieriesen wie Alibaba oder Tencent wäre ohne die staatliche Unterstützung in China nicht möglich gewesen. Der Staat ist auch häufig am Eigenkapital der Unternehmen beteiligt, was diesen eine größere Finanzkraft verschafft. Anders als beispielsweise in Deutschland wirkt die öffentliche Hand also nicht bremsend, sondern fördernd.

2. China ist ein abgeschlossener Markt

Obwohl viele chinesische Unternehmen international agieren, haben die meisten ihren absoluten Schwerpunkt im Heimatmarkt. Auch das kann ein Vorteil sein, weil sich nicht alle internationalen Ereignisse auf diesen Markt auswirken. Mit über einer Milliarde Einwohnern, die immer kaufkräftiger werden, kann China sich diese Abschottung erlauben. Beispielsweise sind Facebook und Google in China nicht frei zugänglich, wohingegen Tencent, Alibaba, JD.com und Co. ihre Dienste weltweit anbieten dürfen.

3. Die wichtigsten Industriezweige

Technologie (beziehungsweise E-Commerce) ist für Investoren in China der vielversprechendste Sektor. Hier werden enorme Wachstumsraten erzielt und die Investitionen in Forschung und Entwicklung machen sich bezahlt. Für China selbst hat der Banken- und Immobilienbereich eine enorme Bedeutung. Der wirtschaftliche Aufschwung Chinas wurde auch von einem riesigen Bauboom begleitet, der Chinas Banken zu den größten Geldhäusern der Welt gemacht hat.

Ausblick – China in den nächsten zehn Jahren

Es kann kaum einen Zweifel geben: Die Volksrepublik China wird in den kommenden zehn Jahren ein wichtiger Akteur in der Weltwirtschaft. Dafür sprechen schon die hohe Bevölkerungszahl des Landes mit 1,4 Milliarden Einwohnern und die hohe wirtschaftliche Dynamik.

Niedrige Löhne sind kein Hauptgrund mehr für eine Investition, vielmehr produzieren chinesische Unternehmen Billigprodukte mittlerweile im Ausland. Das gut ausgebildete Personal und die Netzwerkeffekte machen den Standort attraktiv. Bauteile für elektronische Geräte sind schnell verfügbar, weil der Zulieferer oft nur wenige hundert Kilometer entfernt produziert.

Dieser Siegeszug muss aber nicht zwangsläufig ewig weitergehen, man denke an die Krise, in die das scheinbar unschlagbare Japan in den 1990er Jahren stürzte. Hinzu kommen die Gefahren durch internationale Konflikte. Entweder, weil chinesische Firmen so dominant werden, dass sie mit Sanktionen belegt werden oder aufgrund von politischen Konflikten, etwa um Taiwan.

Zumindest erstere Herausforderung, die wachsende Ungleichgewicht im Handel, muss für die Aktionärinnen und Aktionäre nicht negativ sein. Die Unternehmen werden dann ihre Produktion stärker ins Ausland verlagern, entweder nach Europa, in die USA oder auch in Schwellenländer. Vieles spricht deshalb für einen weiteren Anstieg bei den chinesischen Aktien.

Alternativen zu chinesischen Aktien

Automatisierte Vermögensverwaltung durch Robo Advisor

Wer chinesische Aktien kaufen will, um sein Depot breiter aufzustellen, kann einen Teil seines Ersparten auch einem Robo Advisor anvertrauen. Dieser sucht die passenden ETFs und kauft dabei auch ETFs auf Anleihen und Gold. Bei OSKAR liegt der Aktienanteil je nach Risikoneigung des Kunden zwischen 50 und 90 Prozent.

OSKAR investiert auch mindestens 22 Prozent des Kapitals in Wertpapiere aus Asien und Australien (Stand: 07/2020). Der Anbieter ist deshalb eine gute Alternative für Anleger, denen es vor allem um eine breite Streuung des Risikos geht. Natürlich lässt sich diese Streuung aber auch mit ETFs erreichen. Dann sollte ein chinesischer ETF unbedingt dabei sein.

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CFDs für spekulative Geschäfte

Nicht immer steht die langfristige Geldanlage im Vordergrund. Mitunter wollen Investoren auch auf kurzfristige Wertschwankungen spekulieren. Allerdings sind nur sehr wenige Trader damit erfolgreich. 76,4 Prozent der Kleinanlegerkonten beim CFD-Broker Plus500 machen Verluste, bei eToro ist die Quote mit 75 Prozent etwas besser. Wir empfehlen deshalb, die Geldanlage und das Trading zu trennen.

Das bedeutet, dass Anleger ein Aktiendepot oder ein Konto bei einer Online-Vermögensverwaltung wie OSKAR (siehe oben) oder quirion eröffnen sollten. Wer beides möchte, findet bei der comdirect bank sowohl ein reguläres Wertpapierdepot als auch das automatisiert verwaltete cominvest depot.

Wer nebenher noch traden möchte, sollte dafür ein eigenes CFD-Konto eröffnen. So sind Geldanlage und Spekulation klar getrennt. Außerdem bieten CFDs gegenüber Aktien drei Vorteile:

  • Niedrige Kosten,
  • Handeln mit einem Hebel,
  • Spekulieren auf fallende Kurse.

eToro Screenshot

Zu den handelbaren Aktien-CFDs bei eToro gehört auch das chinesische Vorzeigeunternehmen Alibaba.

Die meisten CFD-Broker verlangen keine Gebühren, sondern finanzieren sich aus dem Spread, also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen. Wer ein CFD vom Broker kauft, zahlt immer etwas mehr, als ein anderer Trader zum gleichen Zeitpunkt beim Verkauf erhält. Einen Spread gibt es allerdings auch an der regulären Aktienbörse.

Anbieter wie eToro verlangen bei Käufen oft nur die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung („Margin“), bei Aktien oft in Höhe von 20 Prozent des Wertes. Wer eine Position im Wert von 1.000 Euro eröffnet, muss also nur 200 Euro als Margin zur Verfügung stellen. Alle Gewinne und Verluste sind trotzdem so hoch wie bei einer Investition von 1.000 Euro.

Theoretisch könnten durch diesen Hebel die Verluste höher werden als das Guthaben, doch die EU-Regelung verbietet eine Nachschusspflicht für Privatanleger. Trader können also maximal das eingezahlte Guthaben verlieren.

Bei CFDs lässt sich gleichermaßen auf fallende wie auf steigende Kurse setzen. Größter Nachteil der Differenzkontrakte ist allerdings die Tatsache, dass eine Übernacht-Gebühr anfällt, wenn sie nicht am gleichen Tag ge- und wieder verkauft werden. Sie lohnen sich daher nur für die kurzfristige Spekulation.

Ein beliebter und etablierter CFD-Broker ist eToro. Das Unternehmen ist vor allem wegen des Social Tradings beliebt. Dabei können Trader einzelne Basiswerte wie Aktien von Alibaba kommentieren und außerdem die Handlungen anderer Händler beobachten oder kopieren, wenn diese zugestimmt haben.

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  • Keine Depotgebühren, keine Ordergebühren und Kontoeröffnung in wenigen Minuten
  • Mindesteinzahlung 200 EUR, die Ein- und Auszahlung ist mit allen gängigen Methoden möglich, sogar mit PayPal und Kreditkarte

Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. 67% der CFD-Konten von Privathändler verlieren ihr Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

FAQ zu chinesischen Aktien

Wann soll ich chinesische Aktien kaufen?

Die Börse in Hongkong ist von 3.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr morgens geöffnet. Da um 9.00 Uhr der Xetra-Handel beginnt, ist zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr die Qualität der Kurse sehr gut. 

Wie kann ich chinesische Aktien kaufen?

Nicht alle chinesischen Aktien sind für Ausländer zugänglich. Von einigen Firmen sind zwar keine Aktien, aber aktienähnliche Zertifikate (vor allem ADRs) erhältlich. Diese lassen sich mit Hilfe eines Aktienbrokers an Handelsplätzen in den USA, Deutschland oder Hongkong kaufen. 

Wie heißt der chinesische Aktienindex?

Der bekannteste Aktienindex ist der Hang Seng Index, der allerdings nur in Hongkong gehandelte Unternehmen abbildet. Für die Börsen in Shanghai und Shenzhen ist der CSI 300 besonders wichtig. 

Was muss ich beim Kauf chinesischer Aktien beachten?

Chinesische Unternehmen unterliegen einer starken Einflussnahme der Regierung. Das gilt in zunehmendem Maße auch für Hongkong. 

Wo werden chinesische Aktien gehandelt?

Traditionell ist die Börse in Hongkong ein wichtiger Handelsplatz. Bedeutende chinesische Börsen sind auch Shenzhen und Shanghai. Viele Papiere werden aber auch in Deutschland oder den USA gehandelt. 

Fazit

Chinesische Aktien und Aktienfonds verfügen über enormes Potential. Für westliche Investoren bietet es sich besonders an, in die großen Konzerne zu investieren, die auch im Ausland gehandelt werden. Wer bereits an der Börse investiert, aber noch keine chinesischen Aktien in seinem Portfolio hat, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, sein Investment in dieser Hinsicht zu erweitern.

Quellenangaben:

 

Tilman Weigel

Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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