Erfolgreiche und sinnvolle Geldanlagen für Kinder

Viele Anleger möchten ihren Kindern die Ausbildung finanzieren oder kleinere Beträge für Führerschein oder PKW in ihrem Namen sparen. Ihnen steht dabei eine umfangreiche Auswahl an verschiedenen Anlagemöglichkeiten zur Auswahl. Zudem ermöglicht die Geldanlage für Kinder eine deutliche Steuerersparnis, ist jedoch nicht frei von Fallstricken.

Geldanlagen für Kinder helfen Steuersparen

Es ist in Deutschland möglich, Aktiendepots, Tages- und Festgeldkonten sowie Sparpläne unter dem Namen der Kinder zu eröffnen. Das bedeutet, dass Eltern bei und durch die Geldanlage der Kinder Steuer sparen können. Kinder werden vor dem Finanzamt als vollwertige Steuerzahler akzeptiert und können demzufolge auch von Freibeträgen profitieren:

  • Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro.
  • Grundfreibetrag 8472 Euro (2015)
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro

Dies ergibt einen Gesamtfreibetrag von 9.309 Euro. Das bedeutet, dass es prinzipiell möglich wäre, dass die Eltern für das Kind einen entsprechend hohen Gewinn für das Kind erzielen können, ohne dass dieses dafür Steuern bezahlen müsste. Dies ermöglicht es prinzipiell problemlos sechsstellige Summen anlegen zu können, ohne dass das Kind hierfür Einkommenssteuer zahlen muss.

Wie gewohnt lässt sich für das Depot oder das Konto zudem ein Freistellungsauftrag erteilen. Die Abgeltungsteuer wird dann bis zur Grenze von 801 Euro nicht an das Finanzamt abgeführt. Eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung führt zudem dazu, dass die Bank von den Zinserträgen keinerlei Abzüge vornimmt. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn das Kind im entsprechenden Bezugsjahr voraussichtlich kein Einkommen über den Grundfreibetrag erwirtschaften wird. Sie gilt für drei Jahre und kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Übersteigt das Einkommen des Kindes den Freibetrag wider Erwarten doch, müssen die nicht gezahlten Steuern nachgezahlt werden.

Die Geldanlage auf dem Namen der Kinder zu führen kann auch dann Vorteile haben, wenn bereits vor dem Ableben aus Steuerspargründen Vermögen auf die Kinder übertragen werden soll. Dies ist bis zu einer Höhe von 400.000 Euro ohne Schenkungsteuer möglich. Die Schenkung kann zudem nach Ablauf einer 10-Jahres-Frist wiederholt werden, der Betrag wird jedoch auch auf den Freibetrag der Erbschaftsteuer angerechnet.

Vorsicht bei der Geldanlage für Kinder

Auch wenn sich bedeutende steuerliche Vorteile ergeben können, ist es nicht immer sinnvoll, große Geldmengen für das Kind anzulegen. Kinder können nicht mehr beitragsfrei bei den Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden, wenn ihr Einkommen den Betrag von 395 Euro monatlich übersteigt. Hierzu zählen auch Kapitaleinkünfte und Zinsen. Ist dies der Fall, müssen sie sich selbst gegen den Mindestbetrag der Krankenkassen versichern.

Die Eigentumsrechte sind zudem ohne Schenkungsvertrag nicht eindeutig geregelt. Die deutsche Rechtsprechung bewertet diese Frage nicht eindeutig. So konnte ein Mädchen das vom Vater auf ihren Namen angelegte Festgeld erfolgreich einklagen, in einem anderen Fall konnten die Eltern frei über den Anlagebetrag verfügen. Wer in jedem Fall steuerliche Vorteile geltend machen möchte, sollte deswegen das Vermögen im Rahmen einer Schenkung auf die Kinder übertragen.

Bafög-Kürzung bei Vermögen des Kindes

Vermögen auf den Namen des Kindes anzulegen, kann auch ein zweischneidiges Schwert bei der Finanzierung der Ausbildung sein. Nicht selten können Familien nur mit Mühe Geld zurücklegen, um damit ihrem Kind den Start ins Berufsleben so leicht wie möglich zu machen. Ist das Einkommen der Eltern während der Ausbildung des Kindes so gering, dass diese Bafög beziehen könnten, kann es dann sein, dass das Vermögen des Kindes dem im Weg steht.

Da Bafög nur zur Hälfte zurückgezahlt werden muss und zudem bei der Darlehensrückzahlung Rabatte für Einmalzahlung möglich sind, kann es für das Kind wesentlich sinnvoller sein, wenn es das angesparte Geld erst nach dem Abschluss seiner Ausbildung erhält. Auch Sparbücher, Versicherungen oder Pläne dürfen nicht auf den Namen des Kindes laufen.

Für das Bafög gelten folgende Regeln:

  • Bei einem Single ohne Kind sind 7.500 Euro anrechnungsfrei.
  • Es kann nur das eigene Vermögen angerechnet werden.
  • Ein Kfz kann ebenfalls als Vermögen gewertet werden.
  • Verbindlichkeiten mindern das Vermögen
  • Schenkungen schützen nicht vor Anrechnung.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um der Geldanlage für Kinder zu beginnen?

Der beste Zeitpunkt, um mit der Geldanlage zu beginnen, ist die Geburt. Zu diesem Zeitpunkt wollen sich Verwandte am ehesten beteiligen und zudem kann das Kind am längsten vom Zinseszins profitieren. Auf diese Weise ist es möglich, mit fortgeschrittenem Alter des Kindes weniger zusätzliches Geld anzulegen und trotzdem das gleiche Guthaben zu erhalten, wie es der Fall wäre, wäre die Geldanlage im Schulalter begonnen worden.

Wie können Kinder Geld anlegen?

Nicht selten will der Nachwuchs selbst Geld sparen, um sich damit größere Anschaffungen zu finanzieren. Dafür eignen sich vor allem Tagesgeldkonten. Diese werden jedoch nicht von allen Banken für Minderjährige angeboten und werden zudem häufig schlechter verzinst als für Erwachsene.

Übersaicht

Übersicht der Sparprodukte der Consorsbank, Quelle: Consorsbank

Ein Kinderkonto ist für viele Minderjährige die bessere Variante und kann die Kinder auch im Umgang mit Geld schulen. Sie können von Kindern häufig kostenlos genutzt werden und sind besser verzinst als Tagesgeld. Sie lassen sich bei Volljährigkeit zudem unkompliziert in ein Girokonto umwandeln.

Sparbuch

Immer noch der Klassiker unter deutschen Anlegern, die Guthaben für ihr Kind einsparen möchten – allerdings aufgrund der niedrigen Zinsen alles andere als empfehlenswert.

Tagesgeld

Tagesgeld ist sicherlich eine bessere Variante als das Sparbuch, die Zinsen sind dennoch zu gering. Zudem nutzen Anleger hier nicht die Möglichkeit, Geld langfristig anlegen zu können und so die Rendite zu erhöhen. Die Flexibilität des Tagesgelds bezahlen sie also mit unnötigen Einbußen bei der Rendite.

Bausparvertrag

Bausparverträge gelten als einer der Klassiker hinsichtlich der Kapitalvorsorge von Kindern. Auch in Niedrigzinszeiten sind sie gegenüber dem Sparbuch im Vorteil. Ein Nachteil ist die derzeit geringe Verzinsung im Vergleich zu vielen anderen Geldanlagen. Zudem ist ein Bausparvertrag wenig flexibel. Auch deswegen gilt es als empfehlenswert, die Mindestsparsumme gering zu halten.

Festgeld

Festgeld hat den Vorteil, dass es sich auch für Anleger eignet, die sich mit der Geldanlage für ihr Kind nicht umfassend beschäftigen wollen und zudem die Sicherheit schätzen. Die Zinsen sind hier häufig besser als beim Tagesgeld, und da das Geld nicht benötigt wird, kann eine langfristigere Laufzeit gewählt werden. Es eignet sich allerdings nur bedingt zum Ansparen eines Guthabens. Häufig verlangen Banken einen mindestens vierstelligen Betrag als Mindesteinlage.

Banksparplan

  • Bei Banksparplänen wird in regelmäßigen Abständen ein fester Betrag eingezahlt.
  • Die Laufzeit wird im Voraus bestimmt und beeinflusst den Zinssatz.
  • Je länger sich der Anleger festlegt, umso höher wird der Bonuszins.
  • Die Zinsen werden nicht ausgezahlt, sondern reinvestiert, sodass sich zusätzlich ein Zinseszinseffekt

Anleger sollten darauf achten, ob es sich um flexible oder variable Zinssätze handelt. Derzeit ist aufgrund des niedrigen Leitzinses eine feste Vereinbarung des Zinses nicht empfehlenswert, da eine spätere Erhöhung wahrscheinlich ist und der Sparplan dann mit anderen Anlagen nicht mehr mithalten kann. Banksparpläne mit variablen Zinsen passen sich hingegen halbjährlich an die Marktlage an.

Es ist in der Regel kein Problem, sich beitragsfrei stellen zu lassen, der bereits angesparte Betrag kann jedoch erst zu Ende der Laufzeit wieder genutzt werden.

Sparbriefe

  • Bei Sparbriefen wird eine Summe ab 500 Euro über eine feste Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren angelegt.
  • Möglich ist eine jährliche Auszahlung der Zinsen oder eine Reinvestition der Zinsen in den Sparbrief.
  • Bei Sparbriefen mit Zinseszinseffekt werden die Zinsen entweder gegen Ende auf den Auszahlungsbetrag aufgeschlagen oder die Einlage war so konzipiert, dass sie mit Zinsen eine bestimmte Sparsumme aufweisen.

Fonds und Fondssparpläne

Fonds ermöglichen die Geldanlage eines einmalig gezahlten Beitrages, Fondssparpläne eigenen sich zum Ansparen eines Betrages durch monatliche Zahlung. Beide Varianten eigenen sich für risikofreudigere Anleger. In Fonds wird das Guthaben von vielen Anlegern dazu genutzt in bestimmte Investitionsgüter wie Immobilien, Renten oder Aktien zu investieren und so eine bessere Risikostreuung zu erzielen. Sie sind durch Verwaltungs- und Anschaffungsgebühren allerdings nicht ganz günstig, dafür werden sie von Finanzprofis gemanagt.

Sparpläne Consorsbank

Sparpläne können ab 25€ bei der Consorsbank eröffnet werden, Quelle:Consorsbank

Grundsätzlich sinkt das Verlustrisiko von Fondsanteilen bei einer langen Laufzeit. Problematisch kann es allerdings dennoch werden, dass sich der Markt in einer Abwärtsbewegung befinden könnte, wenn das Kind das Vermögen nutzen können soll.

ETF und ETF-Sparpläne

Ähnlich wie Fonds funktionieren auch ETFs. Der Unterschied hier ist allerdings, dass sie einen bestimmten Index oder Branche abbilden und sich die Zusammensetzung nicht durch aktives Zutun von Portfoliomanagern ändert. Auf diese Weise wird eine ähnliche Risikostreuung wie bei gut diversifizierten Portfolios erreichet, dafür muss der Anleger jedoch auch Marktbewegungen vollständig mitgehen, was sowohl Vorteile als auch Nachteile haben kann. Der größte Vorteil gegenüber Fonds ist, das ETFs günstiger sind.

Ausbildungsversicherungen

Ausbildungsversicherungen, die zu den kapitalbildenden Lebensversicherungen zählen, werden von Verbraucherschützern als nicht empfehlenswert kategorisiert. Das Kind soll zum einen vor finanziellen Folgen aus dem Tod der Eltern oder Großeltern geschützt werden, zugleich handelt es sich um eine Geldanlage für das Kind. Nicht selten ist auch das Unfall- oder Invaliditätsrisiko des Kindes mitabgesichert.

Als Nachteil dieser Versicherung gilt allerdings die Tatsache, dass sie die Risiken nicht bedarfsgerecht absichern und zudem hohe Provisionen und Verwaltungskosten die Rendite beachtlich schmälern kann.

Risikolebensversicherung

Im Vergleich zu Ausbildungsversicherungen gelten Risikolebensversicherungen als hingegen deutlich geeigneter. Zum Ansparen von Kapital für das Kind sind dann andere Geldanlagen besser geeignet. Sie stellt jedoch eine sinnvolle Ergänzung zu Kapitalanlagen dar.

Fazit:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geld für Kinder anzulegen. Häufig muss sich der Anleger zwischen Flexibilität und Rendite entscheiden. Auch ein erhöhtes Risiko kann je nach Anlagezielen sinnvoll sein. Auch bei der Geldanlage für Kinder ist es empfehlenswert, verschiedene Produkte zu nutzen und so das Risiko zu streuen. Eltern werden zudem mit einer Steuerersparnis belohnt. Im Rahmen der Krankenversicherung, des Bafögs und der Eigentumsrechte kann es allerdings zu Komplikationen kommen.

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