Beste Wasserstoff Aktien kaufen + ETFs, Fonds & Marktanalyse 2020

Das Wichtigste in Kürze

Wasserstoffaktien: Kommt jetzt die Korrektur oder geht die Rallye weiter?

Die Corona-Krise hat Wasserstoffaktien besonders hart getroffen. Das könnte eine Gelegenheit zum Einstieg sein.

Seit wir vor fast einem Jahr mehrere Wasserstoffaktien vorgestellt haben, sind einige um mehr als 300 Prozent gestiegen. Ist es jetzt Zeit auszusteigen oder geht die Rallye weiter? Für beide Varianten gibt es gute Argumente. Haben wir noch 2019 geschrieben, dass es Nachholbedarf beim Thema Wasserstoff gäbe, so gilt das heute nicht mehr im gleichen Maß. Alle drei damals vorgestellten Aktien haben sich deutlich besser entwickelt als der DAX. Gleichzeitig will die Bundesregierung mehr in Wasserstoff investieren. Das gibt weiteren Schub für die Industrie. Mehr dazu in unserer neuen SWOT-Analyse.

Inhaltsverzeichnis

Top 5 Depots für Wasserstoff Aktien

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Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien 2020

Ballard Power Systems (WKN: A0RENB; ISIN: CA0585861085): Weltmarktführer bei Brennstoffzellen

Seit wir die Aktie von Ballard Power Systems vor zehn Monaten vorgestellt haben, ist der Kurs von 2,71 Euro zeitweise bis auf 12,63 Euro gestiegen, hat sich aber auch zweimal deutlich korrigiert, zuerst im Januar 2020: Nach einem ersten Hoch von über elf Euro ging es mehr als 30 Prozent abwärts, ehe schon im Februar ein neuer Höchststand von 12,63 Euro erreicht wurde. Durch den Corona-Virus hat die Aktie dann wieder einen Teil ihrer Gewinne abgeben müssen (Stand: 03/2020). Sind das Kaufkurse?

Tatsächlich spricht weiterhin vieles für Ballard Power, denn das kanadische Unternehmen ist ein Klassiker unter den Brennstoffzellen-Aktien. Es wurde vor fast 40 Jahren gegründet und ist heute Weltmarktführer für Brennstoffzellen. Im Januar 2020 konnte das Unternehmen einen großen Auftrag aus Deutschland bekannt geben. Es wird die Notstromversorgung von Mobilfunkmasten übernehmen.

Hält der Aufschwung oder kommt die Korrektur für Ballard Power?

Seit dem ersten Hoch im Januar 2020 hat Ballard Power zweimal deutlich korrigiert. Der Höhenflug vor Beginn der Corona-Krise ließ viele Beobachter aber an die Jahre 2013/2014 zurückdenken. Vom Herbst 2013 bis zum Frühjahr 2014 hatte sich der Kurs der Ballard Power Systems Aktien fast verfünffacht, um dann wieder auf das alte Niveau zurückzufallen. Ähnlich war es Herbst 2017, als sich der Kurs verdoppelt und erstmals den Wert des Frühjahrs 2014 übertroffen hat. Mitte 2018 lag der Kurs dann aber wieder nur wenig über dem vom Herbst des Vorjahres.

Starke Partner in China

Spannend ist die Aktie von Ballard Power Systems auch durch den Einstieg der chinesischen Unternehmen Weichai Power und Broad Ocean Motor. Beide halten zusammen fast 30 Prozent der Aktien. Das bringt Ballard Power Systems einen besseren Zugang zum chinesischen Markt. Denn zusammen mit Weichai Power betreiben die Kanadier in Asien ein großes Joint Venture. Außerdem hoffen viele Aktionäre darauf, dass die Chinesen ihren Anteil weiter ausbauen oder sogar Ballard Power ganz übernehmen könnten. Das würde für weiter steigende Kurse sorgen.

Allerdings birgt das Engagement in China auch Gefahren. Ballard Power ist stark vom chinesischen Markt abhängig. Immer wieder ist eine Kürzung der Förderung in China im Gespräch, zumal einige Projekte wie die Produktion von Wasserstoff-Lkw bisher nur mäßig erfolgreich sind. Außerdem könnten die Partner die Technik kopieren und ohne Ballard Power die Entwicklung weitertreiben.

 2015201620172018 2019 (e)2020 (e)
Umsatz in Millionen CAD72112157125(130)(150)
Gewinn je Aktie-0,05-0,17-0,06-0,19(-0,21)(-0,16)
Dividende je Aktie-----(-)

Paradoxerweise könnte Corona aber die Aktie sogar befeuern. Die Regierung in Peking zieht ihre Legitimation zum großen Teil aus dem wirtschaftlichen Erfolg. Sollte der Virus den Aufschwung bremsen, würde sie vermutlich massiv mit höheren Staatsausgaben gegensteuern. Davon könnte ein Teil in das Thema Wasserstoff fließen.

Eher kleines Unternehmen

Im Vergleich zu anderen Technologieunternehmen ist Ballard Power Systems noch ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Im dritten Quartal 2019 erzielte es einen Umsatz von 24,8 Millionen US-Dollar. Neuere Daten liegen noch nicht vor (Stand 02/2020). Damit lag der Umsatz um 15 Prozent höher als im Vorjahresquartal, allerdings stiegen auch die Verluste. Der Nettoverlust betrug im dritten Quartal 9,8 Millionen US-Dollar, 3,8 Millionen oder 62 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Nach aktuellen Schätzungen werden vor 2022 auch keine Gewinne erwartet.

Screenshot LS Exchange

Die Lang & Schwarz Exchange in Hamburg ist ein außerbörslicher Handelsplatz, kooperiert aber mit der Börse Hamburg.

Insgesamt hat sich die Aktie als sehr volatil erwiesen, also nichts für schwache Nerven. Wer bereits im vergangenen Jahr eingestiegen ist, könnte über Teilverkäufe nachdenken, sobald der Höchstkurs vom Februar 2020 wieder erreicht wird. So wird ein Teil der Gewinne gesichert, ein zweiter Teil bleibt investiert, um von möglichen weiteren Anstiegen zu profitieren (siehe SWOT-Analyse).

Bewertung

  • Weltmarktführer für Wasserstoff
  • Gute Verbindungen nach China
  • Aber: sehr volatile Aktie, bereits stark gestiegen

Wo kaufen?

Obwohl Ballard Power nicht zu den ganz großen Firmen gehört, wird die Aktie auch an der Lang & Schwarz Exchange in Hamburg gehandelt. Das hat Vorteile für sehr kostenbewusste Anleger. Denn der Discount-Broker Trade Republic, der aktuell Käufe und Verkäufe für nur einen Euro anbietet (Stand: 02/2020), betreibt seinen Handel ausschließlich über diesen Handelsplatz. Natürlich lässt sich die Aktie auch an zahlreichen weiteren Börsenplätzen handeln, darunter auch im Xetra und an der Tradegate Exchange.

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NEL ASA (WKN: A0B733; ISIN: NO0010081235): Ohne Elektrolyseure geht nichts

Auch NEL ASA hat sich ausgesprochen positiv entwickelt, seit wir die Aktie vor rund einem Jahr empfohlen haben. Von Februar 2019 bis Februar 2020 verdoppelte sich der Kurs. Der norwegische Aktienindex (OBX) machte im gleichen Zeitraum praktisch keinen Gewinn. Allerdings ist der Zuwachs weitaus geringer als bei Ballard Power. Dazu gibt es auch warnende Stimmen. So hat NEL im zweiten Quartal 2019 weniger Umsatz und mehr Verluste gemacht als ursprünglich vorhergesagt.

Das norwegische Unternehmen NEL ASA baut seit rund 90 Jahren Elektrolyseure, also Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der große Vorteil: Elektrolyseure benötigt man auch, wenn der Wasserstoff für andere Zwecke als zur Stromerzeugung in der Brennstoffzelle benötigt wird. Vor Kurzem hat NEL von RotoBoost die Lizenz für den RotoLyzer erworben, der die Elektrolyse noch deutlich effizienter machen soll.

Hersteller von Wasserstofftankstellen

Daneben stellt das Unternehmen auch Wasserstofftankstellen her. Gerade erst hat NEL einen Großauftrag zum Bau von Wasserstofftankstellen aus Dänemark erhalten. Auch mit Nikola Motor ist NEL im Geschäft. Der Lastwagenbauer aus Utah hat sich nicht zufällig nach dem Vornamen des serbischen Erfinders Tesla benannt: Nikola Motors will bei Lkw das werden, was Tesla bei Pkw ist – mit dem Unterschied, dass der Lastwagenbauer nicht auf Batterien, sondern auf Wasserstoff als Energiespeicher setzt. Bereits im März 2018 hatte Nikola Motors einen Großauftrag zur Herstellung von über 800 Fahrzeugen des Typs Nikola One bekommen. Auch hier liefert NEL ASA die Wasserstofftankstellen sowie Geräte für die Elektrolyseure.

Wie bei Ballard Power Systems ist eine Investition in Wasserstoff-Aktien des norwegischen Unternehmens NEL ASA sehr spekulativ. Zumal im Jahr 2019 Leerverkäufer die Aktie ins Visier genommen hatten. Doch sollte Nikola Motors Erfolg haben, würde davon auch NEL profitieren. Nicht nur direkt, sondern auch indirekt, weil andere Firmen Nikola Motors nacheifern könnten und dann die Infrastruktur an Wasserstofftankstellen deutlich ausgebaut werden dürfte.

 2015 201620172018 (e)2019 (e)
Umsatz in NOK95114298(506)(647)
Gewinn je Aktie-0,04-0,08 0,06 (-0,05) (-0,02)
Dividende je Aktie----...

So könnte sich auch die Erfolgsgeschichte von NEL ASA fortsetzen. Von 2015 bis 2018 konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 95 auf 453 Millionen Norwegische Kronen (NOK) erhöhen. Das entspricht etwa 45,3 Millionen Euro (Stand: 03/2020). Das ist allerdings etwas weniger als erwartet, außerdem fiel der Verlust mit 0,18 NOK je Aktie mehr als dreimal so hoch aus wie geplant.

Ab 2020 mit Gewinn?

Für 2019 liegen die endgültigen Daten noch nicht vor. Allerdings wird erneut ein Verlust erwartet. Erst 2020 soll NEL erstmals schwarze Zahlen schreiben. Es bleibt ein aussichts-, aber auch risikoreiches Papier.

Bewertung

  • Wichtiger Hersteller von Elektrolyseuren
  • Zusammenarbeit mit Tesla-Konkurrent Nikolai Motors
  • Aber: Firma macht nach wie vor Verluste

An welcher Börse kaufen?

Auch die Aktie von NEL ASA wird an der Lang & Schwarz Exchange gehandelt. Sie lässt sich also ebenfalls über den Discount-Anbieter Trade Republic handeln. Wem die Beschränkung auf einen außerbörslichen Handelsplatz nicht gefällt, der findet günstige Konditionen bei dem jungen Unternehmen Smartbroker. Wer über die Berliner Tradegate Exchange kauft, seit 2009 eine offiziell regulierte Börse in Deutschland, zahlt keine Börsengebühren.

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Linde plc (WKN: A2DSYC; ISIN: IE00BZ12WP82): Wasserstoff nur ein Geschäftszweig

Wer weniger Risiko mag, dem bleibt noch das irische Unternehmen Linde plc. Firmengründer Carl Linde war einer der wesentlichen Begründer der modernen Kühltechnik und erhielt 1913 den Nobelpreis für Physik. Bis 2013 war das Unternehmen auch der größte deutsche Anbieter in diesem Sektor, 2014 wurde der Geschäftszweig aber verkauft. 2016 fusionierte die Linde AG mit der US-amerikanischen Praxair zur neuen Linde plc mit Sitz in Dublin.

Carl Linde (ab 1897 Carl von Linde) war nicht nur ein Pionier der modernen Kühltechnik, er zerlegte auch als erster im industriellen Maßstab Luft in ihre einzelnen Bestandteile. Und Gase sind heute das Kerngeschäft der Linde plc. Das Unternehmen vertreibt sowohl die Gase selbst als auch Maschinen und Infrastruktur zu deren Gewinnung. Linde plc hat auch stark in das Thema Wasserstoff investiert. Mit BeeZero betreibt es den weltweit ersten Carsharing-Anbieter für Autos mit Wasserstoffantrieb.

Seit Dezember 2018 ist Linde Mitglied im Stoxx 50, dem europäischen Index der 50 wichtigsten Aktiengesellschaften. Dort löste es die Großbank Barclays ab. Da das Unternehmen in zahlreichen anderen Gebieten aktiv ist, ist die Investition weniger riskant, bietet natürlich aber auch weniger Aussichten auf starke Kurssprünge.

 20152016201720182019 (e)2020 (e)
Umsatz in Milliarden USD17,917,017,114,9(28,2)...
Gewinn je Aktie in USD6,196,10 7,5613,264,22...
Dividende je Aktie in USD3,453,70 3,90 3,30(3,60)(3,87)

Linde hat nach eigenen Angaben früher als erwartet positiv von der Fusion mit Praxair profitiert. Nach vorläufigen Daten hat Linde im Jahr 2019 einen Umsatz von 28,2 Milliarden US-Dollar erzielt, also rund 26,0 Milliarden Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. Der operative Gewinn sank aber im gleichen Zeitraum von 5,2 auf 2,9 Milliarden US-Dollar, vor allem aufgrund höherer Umsatzkosten. Für die Zukunft werden allerdings wieder steigende Gewinne je Aktie erwartet. Im Gegensatz zu den Aktien von NEL und Ballard Power ist Linde seit Jahren in den schwarzen Zahlen.

Bewertung

  • Breit aufgestelltes, etabliertes Unternehmen
  • Mitglied im Stoxx 50
  • Wasserstoff ist nur eines von vielen Geschäftsfeldern

An allen Regionalbörsen handelbar

Obwohl Linde mittlerweile kein deutsches Unternehmen mehr ist, wird die Aktie an praktisch allen Regionalbörsen gehandelt, vor allem natürlich am ehemaligen Firmensitz München. Linde lässt sich auch über die Lang & Schwarz Exchange an der Börse Hamburg handeln und damit über den Discount-Anbieter Trade Republic. Die wichtigsten Börsen sind aber die Tradegate Exchange in Berlin sowie die Handelsplattform Xetra.

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Chinesische Wasserstoff-Aktie (WKN: A0M4ZC; ISIN: CNE1000004L9): Weichai Power

Wie Linde ist das chinesische Unternehmen Weichai Power keine reine Wasserstoffaktie. Das Unternehmen war einst die erste Dieselmotor-Fabrik Chinas und hieß bis 1992 Weichai Diesel Engine Factory. Das Unternehmen ist wichtigster Aktionär beim deutschen Gabelstaplerhersteller Kion.

Einstieg ins Thema Wasserstoff

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen aber auch massiv in das Thema Wasserstoff investiert, unter anderem durch Gemeinschaftsprojekte mit europäischen und nordamerikanischen Unternehmen. So ist es, wie oben erwähnt, Großaktionär bei Ballard Power und dem britischen Wasserstoffspezialist Ceres Power. Auch mit Linde kooperieren die Chinesen, allerdings mit Linde Hydraulics, einer ehemaligen Linde-Sparte, an der Weichai Power 70 Prozent hält.

China will stark in Wasserstoff investieren, davon dürfte Weichai als chinesisches Unternehmen besonders profitieren. Zumal es eine bekannte Strategie der dortigen Firmen ist, erst mit westlichen Unternehmen zu kooperieren und dann alleine den Markt zu übernehmen.

 2015201620172018 20192020 (e)
Umsatz in Milliarden HKD90,7108,3173,9187,8......
Gewinn (verwässert) je Aktie in HKD0,220,360,981,29......
Dividende je Aktie in HKD0,120,200,480,520,51(0,55)

Auch die Finanzdaten sprechen für Weichai Power. Im Gegensatz zu Nel ASA oder Ballard Power machen die Chinesen Gewinne, im Jahr 2018 in Höhe von 1,29 Hongkong-Dollar je Aktie, also 0,15 Euro (Stand Wechselkurs: 03/2020). Der Umsatz hat sich seit 2012 verdreifacht und Aktionäre erhalten sogar eine Dividende. Die Aktivitäten in anderen Branchen geben Stabilität, lassen das Unternehmen aber auch weniger stark von einem Wasserstoff-Boom profitieren.

Nicht Ballard Power und Weichai Power gemeinsam ins Depot legen

Weil die Firma Anteile an Ballard Power hält, sollten Anleger auch nur eine von beiden Aktien kaufen. Denn eine Krise der Kanadier hätte auch auf die Gewinne der Chinesen Auswirkungen.

Bewertung

  • Chinesisches Unternehmen
  • Wichtiger Aktionär bei Ballard Power
  • Auch in anderen Geschäftsfeldern aktiv

Auch in Deutschland handelbar

Gehandelt wird die Aktie nicht nur an der Börse in Hongkong, sondern auch an allen wichtigen deutschen Börsen sowie der Lang & Schwarz Exchange in Hamburg.

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PowerCell Sweden (WKN: A14TK6, ISIN: SE0006425815): 2019 erstmals Gewinn

Dynamisch haben sich sowohl der Aktienkurs als auch der Umsatz von PowerCell Sweden entwickelt. Das Unternehmen entwickelt und produziert Brennstoffzellen-Stacks (Brennstoffzellen-Stapel). Seit das Unternehmen 2017 an die Börse ging, stiegen die Kurse bis zur Korrektur aufgrund des Corona-Virus im Februar und März 2020 um bis zu 1.000 Prozent. Aber auch danach sind die Kursgewinne noch fantastisch.

2019 mit Gewinn abgeschlossen

Diese Kursgewinne sind fundamental gut begründet, denn 2019 hat das Unternehmen erstmals Gewinne gemacht. Trotz eines Verlustes von rund 41,0 Millionen Schwedische Kronen (3,8 Millionen Euro) im vierten Quartal 2019 erzielte das Unternehmen im gesamten Jahr 2019 nach ersten Daten ein Plus von 438,0 Millionen SEK (41,5 Millionen Euro). Dabei waren Gewinne erst für 2021 geplant.

Zusammenarbeit mit Bosch

Zwar hätte PowerCell Sweden ohne eine einmalige Zahlung in Höhe von 50,0 Millionen Euro durch die Robert Bosch GmbH für einen Entwicklungs- und Lizenzvertrag rund 8,5 Millionen Euro Verlust gemacht. Doch der Verkauf von Lizenzrechten zeigt, wie innovativ das Unternehmen ist. 2020 könnte noch einmal ein Verlust gemacht werden, doch 2021 soll auch das operative Geschäft im Plus sein.

Schon seit dem Börsengang hat das Unternehmen sein Minus jedes Jahr reduziert, während sich der Umsatz von 2015 bis 2019 im Schnitt jährlich fast verdoppelte. Pro Jahr stieg er im Durchschnitt um 91,7 Prozent an.

 2015201620172018 20192020 (e)
Umsatz in Millionen SEK5,1012,1936,7460,5166,85(130,89)
Gewinn (verwässert) je Aktie in SEK-1,80-1,50-1,30-1,198,38(-1,22)
Dividende je Aktie in SEK-----(-)

Die Erfolgsgeschichte könnte weiter gehen, auch wenn die Aktie – wie fast alle Wasserstoffaktien – stark unter der Corona-Krise leidet. Erst im Februar 2020 hatte das Unternehmen eine Vertriebsvereinbarung mit dem japanischen Handelsunternehmen Inabata & Co Ltd. geschlossen, dass die Brennstoffzellen-Systeme und -Stacks exklusiv in dem ostasiatischen Inselstaat vertreiben wird. Japan setzt schon lange auf Wasserstoff und will weiter massiv in das Thema investieren. Davon könnte PowerCell profitieren. Die chinesische Tochtergesellschaft erhielt 2019 ihren ersten Auftrag.

Bewertung

  • Ausgründung aus Volvo
  • Sehr dynamisches Wachstum
  • Kooperation mit Bosch
  • 2019 erstmals Gewinn durch Einmalzahlung

An allen großen deutschen Handelsplätzen käuflich

Auch diese Aktie lässt sich außer über die großen deutschen Handelsplätze über die Lang & Schwarz Exchange kaufen, kann also über den Discount-Anbieter Trade Republic gehandelt werden.

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Top 5 Depots für Wasserstoff Aktien

1
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Empfehlenswerte Wasserstoff-Fonds, ETFs und Zertifikate

Die Zahl von Aktiengesellschaften im Bereich Brennstoffzellen ist sehr überschaubar. Entsprechend gibt es nur wenige Wertpapiere, die sich ganz auf das Themengebiet spezialisiert haben. Echte Brennstoffzellen-Fonds gibt es nicht, der stark auf Wasserstoff fokussierte DWS New Energies Basket 25+ wurde mittlerweile eingestellt. Meist sind es Investmentfonds aus dem Themengebiet Neue Energien, die auch Wasserstoff-Aktien enthalten. Wer zielgerichtet in Wasserstoff investieren will, muss auf Zertifikate ausweichen.

Mit Ausnahme des Lyxor UCITS ETF New Energy lassen sich die ETFs, Zertifikate und Fonds allerdings nicht an der Lang & Schwarz Exchange und damit auch nicht bei Trade Republic kaufen. Vor allem für klassische Fonds wie den LBBW Global Warming Funds sind die Konditionen von Smartbroker sehr attraktiv, da sie hier, wie ETFs, statt mit einem Ausgabeaufschlag mit einer Ordergebühr verkauft werden. Das ist fast immer günstiger.

Diese Wertpapiere haben einen starken Fokus auf Wasserstoff, können auf eine solide Entwicklung und akzeptable Kosten verweisen:

DNB Fund – Renewable Energy Retail A (WKN: A0MWAL, ISIN: LU0302296149): Erfolgreicher ETF

Auch der DNB Fund – Renewable Energy Retail A investiert weltweit. Der Ausgabeaufschlag ist zwar etwas höher als beim New Energy Fund von DNB, allerdings war der Fonds zwischen 2013 und 2018 auch einer der erfolgreichsten des Sektors mit einem Gewinn von nahezu 75%.

2018 stand der Fonds das erste Mal seit 2013 am Jahresende niedriger als am Jahresanfang. Angesichts des insgesamt schwachen Börsenjahres ist das allerdings wenig erstaunlich. Genauere Informationen finden Anleger auf den Seiten der Fondsgesellschaft.

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LYXOR UCITS ETF New Energy D (WKN: LYX0CB; ISIN: FR0010524777): Hoher Anteil von Brennstoffzellen-Aktien

Mit dem LYXOR UCITS ETF New Energy D haben wir auch einen Brennstoffzellen-ETF aufgenommen, wobei es sich hier streng genommen um einen allgemeinen Fonds zum Thema erneuerbare Energien handelt. Er bildet den World Alternative Energy Index nach. Auch hier fließen also verschiedene Energieträger ein. Einen ETF aus reinen Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Aktien gibt es, wie erwähnt, nicht.

Allerdings kommt der New Energy ETF von Lyxor diesem Ziel näher als alle anderen ETFs. Durch die Konzeption als Indexfonds sind die Gebühren mit 0,6 % vergleichsweise gering. Trotzdem konnte der Fonds in den vergangenen Jahren um rund 50 Prozent zulegen. Beim 5-Jahres-Vergleich profitiert der Fonds allerdings davon, dass Ende 2012 ein Tiefstkurs erreicht wurde. Vom Start 2008 bis Dezember 2012 verlor der Fonds fast 70 Prozent seines Wertes. Das heißt, er notierte Anfang 2019 trotz der Kursgewinne seit 2013 immer noch rund 40 Prozent unter dem Startkurs. Mehr Informationen zum ETF gibt es auch hier auf den Seiten der Fondsgesellschaft Lyxor.

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LBBW Global Warming R (WKN: A0KEYM; ISIN: DE000A0KEYM4): Aktiv verwalteter Fonds

Im Gegensatz zum ETF von Lyxor ist der Global Warming R Fonds der Landesbank Baden-Württemberg ein aktiv verwalteter Fonds. Das bedeutet, dass Fondsmanager bewusst bestimmte Wertpapiere auswählen, von denen sie denken, dass die Unternehmen etwas dazu beitragen, die globale Erwärmung zu bremsen oder die Folgen zu reduzieren.

Dazu zählen unter anderem Wasserstoffaktien, beispielsweise die Wertpapiere von Linde. Allerdings sind sie nur ein kleiner Baustein in dem Portfolio, zu dem beispielsweise auch Versicherungskonzerne oder IT-Spezialisten gehören. Eine genauere Auflistung findet man bei der Fondsgesellschaft LBBW Asset Management.

Mit einer Gesamtkostenquote von 1,74 % ist der Fonds deutlich teurer als ein Indexfonds, hat sich aber über die Zeiträume von einem, drei, fünf und zehn Jahren trotzdem immer besser entwickelt als der vorgestellte ETF von DNB. Von Februar 2010 bis Februar 2020 legte der Kurs um 175 Prozent zu, verglichen mit rund 62 Prozent beim ETF.

Einziger Hacken ist der Ausgabeaufschlag von 5,0 Prozent. Den aber können Kunden umgehen, wenn sie ein Depot bei Smartbroker eröffnen. Dort zahlen Anleger generell statt des Ausgabeaufschlags nur eine Ordergebühr wie bei ETFs. Aber auch andere Broker bieten den Fonds teilweise ohne Ausgabeaufschlag an, beispielsweise comdirect (Stand: 02/2020).

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Morgan Stanley Zertifikat auf E-Mobilität Wasserstoff (WKN: MC2G7Q; ISIN: DE000MC2G7Q8): Zertifikat statt ETF

Im Gegensatz zum Renewable Energy ETF und dem Global Warming Fonds der LBBW ist das Zertifikat von Morgan Stanley ganz auf das Thema Wasserstoff fokussiert. Es bildet die Entwicklung also besser ab als der ETF. Dafür handelt es sich aber um keinen Fonds, sondern um ein Zertifikat.

Es bildet den E-Mobilität Wasserstoff Index (WKN: SLA8F83) des deutschen Anbieters Solactive ab, einen der wenigen Indizes auf Wasserstoffunternehmen. Das Zertifikat wurde Mitte 2019 erst aufgelegt und hat bis Februar 2020 seinen Kurs mehr als verdoppelt. Allerdings stiegen in diesem Zeitraum Wasserstoffaktien insgesamt ungewöhnlich stark an. Diese enge Bindung an die allgemeine Entwicklung ist aber nicht erstaunlich. Da ein Index abgebildet wird, wird sich das Zertifikat im Regelfall weder besser noch schlechter als die Masse der Aktien entwickeln. Genauere Informationen zum Zertifikat bietet Morgan Stanley auf seiner Internetseite.

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Top 5 Depots für Wasserstoff-ETFs und Zertifikate

1
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Kommt jetzt der Wasserstoffaktien-Crash?

Angesichts des Kursanstiegs fragen sich viele Marktbeobachter, ob sich vielleicht schon eine Wasserstoff-Blase gebildet hat und uns der große Crash bevorsteht. Es gibt gute Gründe dafür sowie dagegen.

Tatsächlich sind die Kurse stark gestiegen, doch der Anstieg basiert auf fundamental gut begründeten Überlegungen. Wasserstoff könnte ein wichtiger Grundstoff für die Speicherung von Energie aus regenerativen Quellen sein. Nicht nur als Kraftstoff für Autos, Schiffe, Züge und Lastkraftwagen, sondern auch, um Überschüsse aus regenerativen Energien zu speichern. Mehr dazu in unserer SWOT-Analyse.

Stärken und Risiken: Wasserstoffaktien in der SWOT-Analyse

Stärken: Wasser ist umweltfreundlich und ausreichende vorhanden

Die Elektrolyse, bei der aus Strom Sauer- und Wasserstoff gewonnen wird, ist ein relativ einfaches und gut erprobtes Verfahren. Das gewonnene Gas könnte in das bestehende Gasnetz eingespeist und so gespeichert werden. Denn anders als das Stromnetz erlaubt es, zumindest in begrenztem Umfang, die Speicherung von Energie. Als Gas ließ es sich auch aus den sonnenreichen Staaten Nordafrikas mit dem Schiff oder per Pipeline nach Europa bringen. Zumal neue Techniken die Elektrolyse mithilfe von Salzwasser erlauben. Das ist, anders als Trinkwasser, in ausreichendem Maße vorhanden.

Anzahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland. (Grafik: Statista.de)

Nachdem Wasserstoff lange im Schatten von Batterien gestanden hatte, steigen immer mehr Staaten deshalb jetzt in die Förderung ein. Auch Deutschland hat eine Wasserstoffstrategie verabschiedet.

Schwächen: Geringe Energiedichte und hohe Verluste

Größte Schwäche ist die geringe Energiedichte bezogen auf das Volumen. Ein Liter Wasserstoffgas enthält etwa drei Wattstunden Energie, bei Diesel sind es zehn Kilowattstunden, also 10.000 Wattstunden. Selbst Erdgas hat eine rund dreimal so hohe Energiedichte.

Das Gas muss deshalb komprimiert oder verflüssigt werden. Dann ist Wasserstoff sogar ein sehr guter Energieträger, denn bezogen auf das Gewicht ist die Energiedichte sehr hoch, da ein Liter Wasserstoff sehr, sehr leicht ist. Allerdings sind dann sehr niedrige Temperaturen nötig, erst nahe dem absoluten Temperaturnullpunkt wird Wasserstoff flüssig.

Auch die Komprimierung als Gas benötigt Energie. Zudem ist das Gas hochentzündlich. Es sind deshalb hohe Sicherheitsvorkehrungen nötig, damit auch bei einem Unfall kein Gas entweicht und explodiert.

Außerdem entstehen beim Umwandeln von Strom in Gas und wieder zurück hohe Verluste. Aktuell gehen dabei zwei Drittel der Energie verloren.

Chancen: Politischer Wille ist jetzt da

Schon vor rund 30 Jahren sollte Wasserstoff „das nächste große Ding“ sein. BMW und Linde kooperierten, der Münchner Automobilkonzern erstellte das Fahrzeug und der damals noch in Wiesbaden beheimatete Gasspezialist kümmerte sich um die Infrastruktur. Doch umgesetzt wurde die Vision nie. Allerdings wäre Wasserstoff nicht die erste Technik, die erst im zweiten oder dritten Anlauf den Durchbruch schafft. Zumal heute der politische Wille zur Förderung da ist. Auch die Solartechnik schaffte erst mit Anschubhilfe der Politik den Durchbruch, in den 1990er-Jahren hatten viele Beobachter die Technik schon abgeschrieben.

Bereits jetzt tut sich einiges, Erlangener Forscher beispielsweise haben ein Öl entwickelt, an das der Wasserstoff gebunden wird. So lässt er sich sicher und komprimiert transportieren. Weitere technologische Durchbrüche könnten Wasserstoff noch eine große Erfolgsgeschichte bescheren.

Auch blauer Wasserstoff, der nicht aus Strom, sondern aus Erdgas gewonnen wird, könnte für niedrigere Kosten sorgen. Davon würden aber nicht alle Wasserstoffaktien profitieren.

Risiken: Andere Techniken ziehen am Wasserstoff vorbei

Wasserstoff ist nicht die einzige Technologie, die für die Speicherung von Energieüberschüssen infrage kommt. Neben dem Lithium-Ionen-Akku (siehe dazu auch unser Beitrag zu Lithium-Aktien) sind andere Energieträger im Gespräch. Das Fraunhofer-Institut für chemische Technologie arbeitet beispielsweise an einer Redox-Flow-Batterie. Dabei wird zunächst unter Energieeinsatz eine Flüssigkeit in zwei Bestandteile zerlegt. Wenn Energie benötigt wird, werden die beiden Bestandteile wieder zusammengeführt und Energie entsteht. Das Verfahren entspricht also der Elektrolyse, verwendet aber andere Grundstoffe.

Einige Beobachter merken an, dass die Elektrolyse ein altes Verfahren und daher weitgehend erforscht sei. Größere Verbesserungen beim Wirkungsgrad oder den Kosten seien daher nicht zu erwarten. Diese Sichtweise ist allerdings umstritten.

Fazit zur SWOT-Analyse

Ein weiterer Kursanstieg bei Wasserstoffaktien ist keineswegs ausgeschlossen. Eine Investition bleibt aber risikoreich, vor allem in Anbetracht der hohen Kursgewinne des Jahres 2019. Zumal auch bei einem weiteren Kursanstieg nicht alle Firmen profitieren werden. Es bietet sich daher an, das Risiko zu streuen. Nicht nur auf verschiedene Aktien, sondern auch auf verschiedene Branchen.

Fünf Fragen und Antworten rund um das Thema Wasserstoff

Wer in Wasserstoff investieren will, sollte einige grundlegende Fakten kennen.

1. Wie funktioniert die Energiegewinnung aus Wasserstoff?

Mithilfe von Strom wird Wasser zunächst in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Später werden beide Elemente dann wieder zusammengeführt. Theoretisch lässt sich damit auch ein Verbrennungsmotor betreiben, ähnlich wie sich auch Motoren mit Erdgas betreiben lassen. Häufiger werden Wasserstoff und Sauerstoff allerdings in einer Brennstoffzelle zusammengeführt.

2. Was ist eine Brennstoffzelle?

Wer Brennstoffzelle sagt, meint meist eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle. Die beiden Elemente verbinden sich zu Wasser, dabei entsteht Strom. Auf den ersten Blick erscheint es unsinnig, mit Hilfe von Strom zunächst Wasser in seine Elemente zu zerlegen und beide dann wieder zusammenzuführen. Denn natürlich ist die Stromausbeute am Ende geringer als das, was zunächst aufgewendet wurde. Allerdings lässt sich die Energie so speichern.
Schon vor mehr als 170 Jahren beschrieb der große Schriftsteller und Visionär Jules Vernes die Energiegewinnung aus Wasserstoff. Tatsächlich lassen sich so zwei Probleme auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Energieeinsatz gleichzeitig lösen.

3. Hat Wasserstoff im Verkehrssektor eine Zukunft?

Aktuell sind es vor allem Diesel-Fahrzeuge, die wegen der Schadstoffbelastung der Luft in den Innenstädten in der Kritik stehen. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Grenzwerte in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verschärft wurden. Der Smog einer Großstadt des späten 19. Jahrhunderts, als Industriebetriebe keine Filter hatten und fast alle Haushalte mit Kohle heizten, ist aus heutiger Sicht fast unvorstellbar. Da eine weitere Verschärfung der Richtwerte sehr wahrscheinlich ist, sind emissionsarme oder sogar emissionsfreie Alternativen gefragt.

Im Pkw-Bereich setzen die Autohersteller aktuell vor allem auf Batterien. Dass sich diese Technik durchsetzt, ist aber noch keineswegs sicher. So sind die Akkumulatoren in der Produktion oft wenig umweltfreundlich. Für Lastkraftwagen erscheinen sie gänzlich ungeeignet. Die Lösung könnten mit Wasserstoff betriebene Autos sein. Für Schiffe scheint die auf Wasserstoff basierende Technik aktuell schon die beste Lösung zu sein. Denn die Technik ist dort bereits im Einsatz: Die deutsche und die italienische Marine betreiben U-Boote, die mit Brennstoffzellen ausgerüstet sind – nicht zuletzt deshalb, weil bei dem Verfahren kaum Abwärme anfällt, die die Schiffe verraten könnte.

4. Warum beflügelt die Energiewende die Nachfrage nach Wasserstoff?

Wasserstoff kann auch bei einem zweiten Problem helfen. Denn Strom aus Wind und Sonne fällt nicht immer nur dann an, wenn er gebraucht wird. Mit überschüssigem Strom könnte Wasserstoff gewonnen und die Energie so gespeichert werden. Es geht hier um fast unvorstellbare Mengen von Energie.

Der Energieberater und ehemalige Vorstand des Energieversorgers N-Ergie AG, Thomas Unnerstall, schätzt in seinem Buch „Energiewende verstehen“, dass zur kurzfristigen Speicherung von Strom vor allem Batterien zum Einsatz kommen werden. Diese gleichen kurze Schwankungen durch Windstille und Wolken aus und speichern Strom für die Nacht. Die mittel- bis langfristige Speicherung wird dagegen seiner Meinung nach mithilfe von „Power to Gas“ erfolgen, das bedeutet, dass Strom in Gas umgewandelt wird, beispielsweise in Wasserstoff. Das Gas lässt sich nämlich einfach in der schon jetzt vorhandenen Infrastruktur speichern. Es gibt bereits heute Speichermöglichkeiten für Gas und außerdem lässt sich in den Leitungen in begrenztem Rahmen mehr oder weniger Gas speichern, indem der Druck erhöht oder gesenkt wird.

5. Was sind die größten Herausforderungen?

Wasserstoff hat, bezogen auf das Gewicht, eine sehr hohe Energiedichte. Das liegt daran, dass er so leicht ist. Bezogen auf das Volumen ist der Energiegehalt beim Gas aber sehr gering. Das Gas muss deshalb entweder komprimiert oder so stark abgekühlt werden, dass es flüssig wird. Beides ist bei Fahrzeugen schwierig. Denn flüssig wird Wasserstoff erst bei -252 Grad Celsius, also etwa 21 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Drucktanks wiederum benötigen viel Energie für die Komprimierung des Gases (etwa 12%) und wecken bei vielen Autofahrern Ängste vor einer Explosion, auch wenn die Technik bereits weit fortgeschritten ist. Weitere Techniken wie Adsorption oder die Bindung an andere Elemente werden aktuell erprobt.

Die geschilderten Probleme betreffen vor allem den Einsatz in Fahrzeugen. Leichter ist die Speicherung von Stromüberschüssen aus Wind- und Sonnenenergie („Power to Gas“), weil dann mehr Platz zur Verfügung steht. In geringeren Mengen kann so erzeugter Wasserstoff sogar ins Erdgasnetz eingespeist werden. Bis zu zehn Prozent Wasserstoffanteil soll möglich sein.

Alternativen zu Wasserstoffaktien

Wer in Branchen mit Zukunft investieren will, muss nicht zwingend zu Wasserstoff greifen. Eine nahe liegende Alternative sind, wie erwähnt, Lithium-Aktien. Das Salz ist wichtig für den Bau von Akkumulatoren. Ein weiteres Zukunftsthema ist die Biotechnologie. Hier gab es eine Reihe interessanter wissenschaftlicher Fortschritte, die neuen Technologien zum Durchbruch verhelfen könnten. Außerdem profitiert die Branche von der immer größer werdenden Bedeutung des Themas Gesundheit.

Wasseraktien scheinen auf den ersten Blick eine langweilige Investition. Doch eine steigende Weltbevölkerung und wachsender Wohlstand lassen Wasser noch wichtiger werden als bisher. Interessant sind dabei weniger die Versorger, die politischen Risiken ausgesetzt und immer wieder Ziel von Verstaatlichungsforderungen sind, als vielmehr Unternehmen, die technologische Lösungen für die Wasseraufbereitung, die Abwasserreinigung oder das Entsalzen von Meerwasser bieten.

Fazit

Wasserstoff ist eine riskante, aber auch chancenträchtige Geldanlage. Beim Umstieg auf Strom aus Sonnen- und Windkraft könnte dem Wasserstoff die Rolle eines Energiespeichers zufallen. Dann würden entsprechende Aktien wohl deutlich zulegen, auch wenn die Papiere 2019 schon stark an Wert gewonnen haben. Sollten dagegen andere Technologien das Rennen machen, sind hohe Verluste denkbar. Das Risiko lässt sich jedoch mit Fonds oder Aktien einer breiter aufgestellten Firma streuen. Wer von der Technologie überzeugt ist, der kann kurzfristige Rückschläge einfach aussitzen.