Wasserstoff-Aktien kaufen – die wichtigsten Fragen & Antworten

In den vergangenen Jahren hat sich die Diskussion um Elektromobilität fast völlig auf mit Akkus bestückte Fahrzeuge verlagert. Dabei forschen viele deutsche Unternehmen schon seit Jahren zum Thema Wasserstoff. Und tatsächlich sehen viele Experten die mit Wasserstoff und Sauerstoff betriebene Brennstoffzelle noch lange nicht abgeschrieben. Nicht nur bei Lastkraftwagen scheint sie eine Zukunft zu haben. Japan hat gerade bekannt gegeben, dass das Land bis 2040 vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen will – und dabei vor allem auf Wasserstoff als Energiespeicher setzt. Wer in Wasserstoff investieren will, für den ist das aktuell geringe Interesse sogar von Vorteil. Denn so bleiben die Kurse niedriger. Und auch viele Broker machen aktuell günstige Angebote. Wasserstoffaktien im Wert von 1.000,- Euro kosten aktuell bei DeGiro nur 2,26 Euro Gebühren (Stand 04/2019).

Top 5 Depots für Wasserstoff-Aktien

Sie riskieren Ihr Kapital

Wasserstoff-Aktien in Kürze

  • Wasserstoff stabilisiert Energiewende
  • V.a. für Züge und Lastwagen interessant
  • Diesel-Skandal könnte Umbau beschleunigen
  • Ballard Bower Systems als Weltmarktführer für Brennstoffzellen
  • Nel ASA baut Elektrolyseure
  • Linde breiter aufgestellt
  • 3 Fonds als Alternativen zu Aktien

Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien 2019

Der Weltmarktführer für Brennstoffzellen: Ballard Power Systems

Ein Klassiker unter den Brennstoffzellen-Aktien ist das kanadische Unternehmen Ballard Power Systems. Das Unternehmen wurde vor fast 40 Jahren gegründet und ist heute Weltmarktführer für Brennstoffzellen. Die Aktie ist allerdings nichts für Käufer mit schwachen Nerven. Vom Herbst 2013 bis zum Frühjahr 2014 hat sich der Kurs der Ballard Power Systems Aktien fast verfünfacht, um dann wieder auf das alte Niveau zurückzufallen. Ähnlich war es Herbst 2017, als sich der Kurs verdoppelt und erstmals den Wert des Frühjahrs 2014 übertroffen hat. Mitte 2018 lag der Kurs dann aber wieder nur wenig über dem vom Herbst des Vorjahres. Die Mobilitätswende und die Notwendigkeit, Energie aus regenerativen Quellen zu speichern, werden vermutlich zu einem dauerhafteren Kursanstieg bei dem kanadischen Brennstoffzellen-Unternehmen führen.

Spannend ist die Aktie von Ballard Power Systems auch durch den Einstieg der chinesischen Unternehmen Weichai Power und Broad Ocean Motor. Beide halten zusammen fast 30 Prozent der Aktien. Das bringt Ballard Power Systems zum einen einen besseren Zugang zum chinesischen Markt. Denn zusammen mit Weichai Power betreiben die Kanadier in Asien ein großes Joint Venture. Zum anderen ist es denkbar, dass einer der beiden Partner sein Aktienpaket aufstocken will und auf diese Weise für steigende Kurse sorgt.

Zuletzt konnten die Manager gleich mehrere positive Nachrichten verkünden: Die Volksrepublik China will in ihren smoggeplagten Großstädten wie Peking und Shanghai den Betrieb von Wasserstoff-Fahrzeugen deutlich fördern. Dank der chinesischen Partner Weihai Power und Braod Ocean Motor dürfte Ballard Power Systems davon stark profitieren. Aber auch andernorts gibt es gute Nachrichten: In Dänemark möchten zwei Betreiber von Telekommunikationsnetzen, Eniig und Fibia, Brennstoffzellen nutzen, um ihre Netze gegen Stromausfälle zu sichern.

Tabelle 1: Die wichtigsten Finanzdaten zu Ballard Power Systems
 2015201620172018 (e)
Umsatz in Millionen CAD72112157(100)
Gewinn je Aktie-0,05-0,17-0,06...
Dividende je Aktie----

Insgesamt ist Ballard Power Systems noch ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Im dritten Quartal 2018 erzielte es einen Umsatz von 21,6 Millionen US-Dollar bei einer Bruttomarge von fast 30 Prozent. Das bereinigte EBITDA betrug 3,6 Millionen US-Dollar. In den ersten drei Quartalen 2018 setzte das Unternehmen damit 67 Millionen US-Dollar um. Damit dürfte der Umsatz 2018 etwas niedriger ausfallen als 2017, als in den ersten drei Quartalen rund 80 Millionen US-Dollar umgesetzt wurden. 2017 betrug der Jahresumsatz rund 120 Millionen US-Dollar beziehungsweise 158 Millionen Kanadische Dollar. Gewinne hat Ballard Power Systems in den vergangenen Jahren nicht gemacht, vielmehr wurden die Jahre 2015, 2016 und 2017 jeweils mit einem Verlust abgeschlossen. Allerdings ist das im Aktienkurs bereits berücksichtigt.

Insgesamt ist die Aktie sehr volatil, also nichts für schwache Nerven. Das zeigt ein Blick auf die Kurshistorie. Am Jahresanfang 2019 kostete die Aktie knapp über 3,00 Euro. Das bedeutet ein Plus von mehr als 165 Prozent in drei Jahren, liegt aber mehr als ein Drittel unter dem bisherigen Höchstkurs vom Oktober 2017. Es ist also noch Luft nach oben.

Consorsbank Tradegate

Viele Broker bieten beim Handel über Tradegate besondere Konditionen an.

Gehandelt werden kann die Aktie beispielsweise über die Berliner Tradegate Exchange. Die jüngste deutsche Börse ist auch deshalb attraktiv, weil viele Broker hier besonders günstige Konditionen anbieten. Bei der Consorsbank entfallen beispielsweise die Handelsplatzkosten, die bei einer Order in Höhe von 1.000,- Euro immerhin 1,50 Euro ausmachen.

Bewertung:

  • Weltmarktführer für Wasserstoff
  • Gute Verbindungen nach China
  • Aber: sehr volatile Aktie
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Nel ASA: Ohne Elektrolyseure geht nichts

Das norwegische Unternehmen Nel ASA baut seit rund 90 Jahren Elektrolyseure, also Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der große Vorteil: Elektrolyseure benötigt man auch, wenn der Wasserstoff für andere Zwecke als zur Stromerzeugung in der Brennstoffzelle benötigt wird. Vor Kurzem hat Nel von RotoBoost die Lizenz für den RotoLyzer erworben, der die Elektrolyse noch deutlich effizienter machen soll.

Daneben stellt das Unternehmen auch Wasserstofftankstellen her. Gerade erst hat Nel einen Großauftrag von Nikola Motors erhalten. Der Lastwagenbauer aus Utah hat sich nicht zufällig nach dem Vornamen des serbischen Erfinders Nikola Tesla benannt: Nikola Motors will bei Lkw das werden, was Tesla bei Pkw ist – mit dem Unterschied, dass der Lastwagenbauer nicht auf Batterien, sondern auf Wasserstoff als Energiespeicher setzt. Im März 2018 hat Nikola Motors einen Großauftrag zur Herstellung von über 800 Fahrzeugen des Typs Nikola One bekommen. Nel ASA soll für die notwendige Infrastruktur sorgen und Wasserstofftankstellen sowie Elektrolyseure liefern.

Wie bei Ballard Power Systems ist eine Investition in Wasserstoff-Aktien des norwegischen Unternehmens Nel ASA sehr spekulativ. Doch sollte Nikola Motors Erfolg haben, würde davon auch Nel profitieren. Nicht nur direkt, sondern auch indirekt, weil andere Firmen Nikola Motors nacheifern könnten und dann die Infrastruktur an Wasserstofftankstellen deutlich ausgebaut werden dürfte.

Tabelle 2: Die wichtigsten Finanzdaten zu NEL ASA
 2015 201620172018 (e)2019 (e)
Umsatz in NOK95114298(506)(647)
Gewinn je Aktie-0,04-0,08 0,06 (-0,05) (-0,02)
Dividende je Aktie----...

So könnte sich auch die Erfolgsgeschichte von Nel ASA fortsetzen. Von 2015 bis 2017 konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 95 auf 298 Millionen Norwegische Kronen (NOK) erhöhen. Für 2018 wird ein Umsatz von mehr als 500 Millionen NOK (etwas über 50 Millionen Euro) erwartet. Allerdings geht mit der Expansion ein deutlich höherer Verlust einher. 2018 hat das Unternehmen 92 Millionen NOK Verlust gemacht und für 2019 wird ebenfalls ein Minus erwartet. Sollte die Strategie des Unternehmens aber aufgehen, würden sich die Investitionen und damit auch die Verluste auszahlen: 2020 soll Nel erstmals schwarze Zahlen schreiben.

Die meisten Aktionäre scheinen daran zu glauben. Der Kurs stieg im Jahr 2018 gegen den Trend um rund 50 Prozent. Im Januar 2019 startete die Aktie dann durch und gewann noch einmal fast 50 Prozent dazu. Vom Höchstkurs bei 0,64 Euro sank die Aktie im Februar aber wieder deutlich zurück. Es bleibt ein aussichts-, aber auch risikoreiches Papier.

Auch die Aktie von Nel ASA wird an der Berliner Tradegate Exchange gehandelt. Kunden der Consorsbank sparen dadurch sogar 1,50 Euro Gebühren gegenüber Aktien, die auf Xetra gehandelt werden.

Bewertung:

  • Wichtiger Herrsteller von Elektrolyseuren
  • Zusammenarbeit mit Tesla-Konkurrent Nikolai Motors
  • Aber: Firma macht nach wie vor Verluste
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Linde plc: Wasserstoff-Aktie mit etwas weniger Risiko

Wer weniger Risiko mag, dem bleibt noch das irische Unternehmen Linde plc. Firmengründer Carl Linde war einer der wesentlichen Begründer der modernen Kühltechnik und erhielt 1913 den Nobelpreis für Physik. Bis 2013 war das Unternehmen auch der größte deutsche Anbieter in diesem Sektor, 2014 wurde der Geschäftszweig aber verkauft. 2016 fusionierte die Linde AG mit der US-amerikanischen Praxair zur neuen Linde plc mit Sitz in Dublin.

Carl Linde (ab 1897 Carl von Linde) war nicht nur ein Pionier der modernen Kühltechnik, er zerlegte auch als erster im industriellen Maßstab Luft in ihre einzelnen Bestandteile. Und Gase sind heute das Kerngeschäft der Linde plc. Das Unternehmen vertreibt sowohl die Gase selbst als auch Maschinen und Infrastruktur zu deren Gewinnung. Linde plc hat auch stark in das Thema Wasserstoff investiert. Mit BeeZero betreibt es den weltweit ersten Carsharing-Anbieter für Autos mit Wasserstoffantrieb.

Seit Dezember 2018 ist Linde Mitglied im Stoxx 50, dem europäischen Index der 50 wichtigsten Aktiengesellschaften. Dort löste es die Großbank Barclays ab. Da das Unternehmen in zahlreichen anderen Gebieten aktiv ist, ist die Investition weniger riskant, bietet natürlich aber auch weniger Aussichten auf starke Kurssprünge.

Tabelle 3: Die wichtigsten Finanzdaten zu Linde plc
 2015201620172018 (e)
Umsatz in Milliarden Euro17,9416,9517,11.
Gewinn je Aktie in Euro6,196,10 7,56(5,04)
Dividende je Aktie in Euro3,453,70 3,90 (3,08)

Marktbeobachter erwarten für 2018 weniger Umsatz und weniger Gewinn als in den Vorjahren, nicht zuletzt durch die Neuaufstellung des Unternehmens. Statt bei 7,56 Euro dürfte der Gewinn je Aktie dann nur noch bei 5,04 Euro liegen. Auch die Dividende dürfte sinken. Immerhin ist Linde aber das einzige der drei vorgestellten Unternehmen, das überhaupt Geld ausschüttet. Die Aktienkurse jedenfalls haben sich sehr positiv entwickelt. Gegen den Trend legte das Unternehmen 2018 um mehr als zehn Prozent an der Börse zu. Anfang 2019 gab Linde auch noch einen Aktienrückkauf bekannt.

Obwohl Linde mittlerweile kein deutsches Unternehmen mehr ist, wird die Aktie an praktisch allen Regionalbörsen gehandelt, vor allem natürlich am ehemaligen Firmensitz München. Die wichtigsten Börsen sind aber die Tradegate Exchange in Berlin sowie, mit großem Abstand, die Handelsplattform Xetra. Besonders günstig handelt man bei Xetra mit dem niederländischen Broker DeGiro, der für eine Order von Linde-Aktien in Höhe von 1.000,- Euro nur 2,26 Euro Gebühren berechnet (Stand 4/2019).

Bewertung:

  • Breit aufgestelltes, etabliertes Unternehmen
  • Mitglied im Stoxx 50
  • Wasserstoff ist nur eines von vielen Geschäftsfeldern
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Die Top 3 Broker für Wasserstoff-Aktien

Nur 2,26 Euro Gebühren kostet der Kauf von Wasserstoffaktien bei DeGiro im Moment (Stand 04/2019). Wer lieber alle Bankdienstleistungen aus einer Hand will, zahlt im ersten Jahr bei der Consorsbank nur wenig mehr und kann dort auch ein Giro- und ein Tagesgeldkonto eröffnen. Weil Wasserstoffaktien hochspekulativ sind, sollten Kunden allerdings nur einen Teil ihres Kapitals darin investieren. Die Basis sollte ein breit gestreutes ETF-Portfolio sein. Wem das zu langweilig ist, der kann dieses Geld auch einem Robo Advisor anvertrauen und sich selbst ausschließlich um die aktiven, chancen- und risikoreicheren Investitionen kümmern. Das geht beispielsweise bei der Comdirect Bank mit der Kombination aus automatisch verwaltetem Cominvest Depot und klassischem Comdirect Depot.

Die wichtigsten Broker im Vergleich

Drei empfehlenswerte Wasserstoff-Fonds

Die Zahl von Aktiengesellschaften im Bereich Brennstoffzellen ist sehr überschaubar. Entsprechend gibt es nur wenige Fonds, die sich ganz auf das Themengebiet spezialisiert haben. Echte Brennstoffzellen-Fonds gibt es kaum noch, der stark auf Wasserstoff fokussierte DWS New Energies Basket 25+ wurde mittlerweile eingestellt. Meist sind es Investmentfonds aus dem Themengebiet Neue Energien, die auch Wasserstoff-Aktien enthalten. Neben aktiv verwalteten Fonds haben wir auch einen Wasserstoff ETF in unsere Liste aufgenommen. Zu den Wasserstoff-Fonds im Einzelnen:

Der JSS Multi Label SICAV – New Energy Fund (EUR) B  bezeichnet sich selbst als ersten europäischen Fonds für regenerative Energien. Er setzt nicht ausschließlich auf Wasserstoff, sondern investiert auch in andere erneuerbare Energien. Der weltweit agierende Fonds hat zwischen 2013 und 2018 rund 18% zulegen können und wird in Euro notiert.

Die Anlagepolitik ist insgesamt eher konservativ, es werden also vor allem Firmen gekauft, die bereits auf ein funktionierendes Geschäftsmodell verweisen können.

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Auch der DNB Fund – Renewable Energy Retail A investiert weltweit. Der Ausgabeaufschlag ist zwar etwas höher als beim New Energy Fund von DNB, allerdings war der Fonds zwischen 2013 und 2018 auch einer der erfolgreichsten des Sektors mit einem Gewinn von nahezu 75%.

2018 stand der Fonds das erste Mal seit 2013 am Jahresende niedriger als am Jahresanfang. Angesichts des insgesamt schwachen Börsenjahres ist das allerdings wenig erstaunlich.

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Mit dem LYXOR UCITS ETF New Energy D haben wir auch einen Brennstoffzellen-ETF aufgenommen, wobei es sich auch hier streng genommen um einen allgemeinen Fonds zum Thema erneuerbare Energien handelt. Er bildet den World Alternative Energy Index nach. Auch hier fließen also verschiedene Energieträger ein. Einen ETF aus reinen Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Aktien gibt es nicht.

Allerdings kommt der New Energy ETF von Lyxor diesem Ziel näher als alle anderen ETFs. Durch die Konzeption als Indexfonds sind die Gebühren mit 0,6%vergleichsweise gering. Trotzdem konnte der Fonds in den vergangenen Jahren um rund 50% zulegen. Beim 5-Jahres-Vergleich profitiert der Fonds allerdings davon, dass Ende 2012 ein Tiefstkurs erreicht wurde. Vom Start 2008 bis Dezember 2012 verlor der Fonds fast 70% seines Wertes. Das heißt er notierte Anfang 2019 trotz der Kursgewinne seit 2013 immer noch rund 40 Prozent unter dem Startkurs.

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Top 5 Depots für Wasserstoff ETFs

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Fünf Fragen und Antworten rund um das Thema Wasserstoff

Zwei aktuelle Themen sprechen für Wasserstoff, nämlich

  • die Diskussion um Diesel-Fahrverbote und
  • die Energiewende.

Sollte die Brennstoffzelle wirklich bald durchstarten, dann würde sich das vermutlich auch in den Kursen der beteiligten Unternehmen niederschlagen. Am Anfang des Jahrtausends befanden sich die Wasserstoff-Aktien bereits schon einmal auf einem Höhenflug. Seither hat sich die Aufmerksamkeit auf andere Bereiche gelenkt. Womöglich eine gute Gelegenheit, um jetzt einzusteigen. Aber dafür sollte man zumindest einige grundlegende Fakten kennen. Wir beantworten deshalb fünf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Wasserstoff.

1. Wie funktioniert die Energiegewinnung aus Wasserstoff?

Mit Hilfe von Strom wird Wasser zunächst in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Später werden beide Elemente dann wieder zusammengeführt. Theoretisch lässt sich damit auch ein Verbrennungsmotor betreiben, ähnlich wie sich auch Motoren mit Erdgas betreiben lassen. Häufiger werden Wasserstoff und Sauerstoff allerdings in einer Brennstoffzelle zusammengeführt.

2. Was ist eine Brennstoffzelle?

Wer Brennstoffzelle sagt, meint meist eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle. Die beiden Elemente verbinden sich zu Wasser, dabei entsteht Strom. Auf den ersten Blick erscheint es unsinnig, mit Hilfe von Strom zunächst Wasser in seine Elemente zu zerlegen und beide dann wieder zusammenzuführen. Denn natürlich ist die Stromausbeute am Ende geringer als das, was zunächst aufgewendet wurde. Allerdings lässt sich die Energie so speichern.
Schon vor mehr als 170 Jahren beschrieb der große Schriftsteller und Visionär Jules Vernes die Energiegewinnung aus Wasserstoff. Tatsächlich lassen sich so zwei Probleme auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Energieeinsatz gleichzeitig lösen.

3. Hat Wasserstoff im Verkehrssektor eine Zukunft?

Aktuell sind es vor allem Diesel-Fahrzeuge, die wegen der Schadstoffbelastung der Luft in den Innenstädten in der Kritik stehen. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Grenzwerte in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verschärft wurden. Der Smog einer Großstadt des späten 19. Jahrhunderts, als Industriebetriebe keine Filter hatten und fast alle Haushalte mit Kohle heizten, ist aus heutiger Sicht fast unvorstellbar. Da eine weitere Verschärfung der Richtwerte sehr wahrscheinlich ist, sind emissionsarme oder sogar emissionsfreie Alternativen gefragt.

Wasserstoff Ersatz

Gerade im Schienengüterverkehr könnte Wasserstoff ein guter Ersatz für Diesel sein.

Im Pkw-Bereich setzen die Autohersteller aktuell vor allem auf Batterien. Dass sich diese Technik durchsetzt, ist aber noch keineswegs sicher. So sind die Akkumulatoren in der Produktion oft wenig umweltfreundlich. Für Lastkraftwagen erscheinen sie gänzlich ungeeignet. Die Lösung könnten mit Wasserstoff betriebene Autos sein. Für Schiffe scheint die auf Wasserstoff basierende Technik aktuell schon die beste Lösung zu sein. Denn die Technik ist dort bereits im Einsatz: Die deutsche und die italienische Marine betreiben U-Boote, die mit Brennstoffzellen ausgerüstet sind – nicht zuletzt deshalb, weil bei dem Verfahren kaum Abwärme anfällt, die die Schiffe verraten könnte.

4. Warum beflügelt die Energiewende die Nachfrage nach Wasserstoff?

Wasserstoff kann auch bei einem zweiten Problem helfen. Denn Strom aus Wind und Sonne fällt nicht immer nur dann an, wenn er gebraucht wird. Mit überschüssigem Strom könnte Wasserstoff gewonnen und die Energie so gespeichert werden. Es geht hier um fast unvorstellbare Mengen von Energie.

Der Energieberater und ehemalige Vorstand des Energieversorgers N-Ergie AG schätzt in seinem Buch “Energiewende verstehen”, dass zur kurzfristigen Speicherung von Strom vor allem Batterien zum Einsatz kommen werden. Diese gleichen kurze Schwankungen durch Windstille und Wolken aus und speichern Strom für die Nacht. Die mittel- bis langfristige Speicherung wird dagegen seiner Meinung nach mit Hilfe von „Power to Gas“ erfolgen, das bedeutet, dass Strom in Gas umgewandelt wird, beispielsweise in Wasserstoff.

Energiewende Aktien

Wind und Sonne sind nicht immer dann verfügbar, wenn gerade Strom gebraucht wird. Mit Hilfe von Wasserstoff könnte Energie gespeichert werden. Das Gas lässt sich nämlich einfach in der schon jetzt vorhandenen Infrastruktur speichern. Es gibt bereits heute Speichermöglichkeiten für Gas und außerdem lässt sich in den Leitungen in begrenztem Rahmen mehr oder weniger Gas speichern, indem der Druck erhöht oder gesenkt wird.

5. Was sind die größten Herausforderungen?

Wasserstoff hat, bezogen auf das Gewicht, eine sehr hohe Energiedichte. Das liegt daran, dass er so leicht ist. Bezogen auf das Volumen ist der Energiegehalt beim Gas aber sehr gering. Das Gas muss deshalb entweder komprimiert oder so stark abgekühlt werden, dass es flüssig wird. Beides ist bei Fahrzeugen schwierig. Denn flüssig wird Wasserstoff erst bei -252 Grad Celsius, also etwa 21 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Drucktanks wiederum benötigen viel Energie für die Komprimierung des Gases (etwa 12%) und wecken bei vielen Autofahrern Ängste vor einer Explosion, auch wenn die Technik bereits weit fortgeschritten ist. Weitere Techniken wie Adsorption, Absorption oder die Bindung an andere Elemente werden aktuell erprobt.

Brennstoffzellen Aktien kaufen

Wasserstoff hat oft einen schlechten Ruf, da es schnell brennbar ist. Aus diesem Grund werden in Luftschiffen heute andere Gase eingesetzt. In der Automobilindustrie versichern die Ingenieure aber, dass sie das Problem im Griff haben.

Die geschilderten Probleme betreffen vor allem den Einsatz in Fahrzeugen. Leichter ist die Speicherung von Stromüberschüssen aus Wind- und Sonnenenergie („Power to Gas“), weil dann mehr Platz zur Verfügung steht. In geringeren Mengen kann so erzeugter Wasserstoff sogar ins Erdgasnetz eingespeist werden. Bis zu zehn Prozent Wasserstoffanteil soll möglich sein.

Fazit

Wasserstoff ist eine riskante, aber auch chancenträchtige Geldanlage. Beim Umstieg auf Strom aus Sonnen- und Windkraft könnte dem Wasserstoff die Rolle eines Energiespeichers zufallen. Dann würden entsprechende Aktien wohl deutlich zulegen. Sollten dagegen andere Technologien das Rennen machen, sind hohe Verluste denkbar. Das Risiko lässt sich jedoch mit Fonds oder Aktien einer breiter aufgestellten Firma streuen.

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