Investieren in Wasser-Aktien: Zukunftsthema Wasser?

Zukunftsthema Wasser – Wasser-Aktien und Fonds für 2020

Das Wichtigste in Kürze

Investieren in Wasser-Aktien: Auf diese 5 Wasser-Aktien sollten Sie 2020 achten

Alle fünf Firmen auf unserer Liste der Wasser-Aktien erwirtschaften einen relevanten Anteil ihres Umsatzes mit dem Rohstoff Wasser. Dabei haben wir nicht nur „klassische Wasserfirmen“ gewählt, die Trinkwasser verkaufen oder Leitungsnetze betreiben. Attraktiver noch erscheinen uns Firmen, die Zubehör liefern, darunter auch Filtersysteme. Denn diese Unternehmen verdienen auch dort Geld, wo kommunale und staatliche Firmen für die Wasseraufbereitung zuständig sind. Außerdem sind sie von Verstaatlichungen oder Regulierungen weit weniger betroffen als die Betreiber von Wassernetzen. Und schließlich bieten sie die Aussicht auf Skaleneffekte. Eine gute Erfindung kann immer wieder verkauft werden.

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Xylem: Größte „echte“ börsennotierte Wasser-AG der Welt

Wer sich selbst lieber auf Zulieferer statt auf Versorger konzentrieren will, der sollte die Aktien der Firma Xylem beobachten. Die Firma stellt Geräte für die Gewinnung, Lagerung und den Transport von Trinkwasser her und ist die einzige frei an der Börse gehandelte Aktiengesellschaft, die ausschließlich auf das Themenfeld Wasser spezialisiert ist.

Zum Geschäftsfeld gehören Pumpen, Rührwerke und Anlagen zur Wasserbehandlung, aber auch Turbinen zur Stromgewinnung aus Wasserkraft. 2004 war Xylem auch an der Entwicklung einer Meerwasserentsalzungsanlage in Dubai beteiligt, die rund 45 Prozent weniger Energie verbrauchen soll als ältere Anlagen.

Tatsächlich haben sich Aktienkurse, Umsatz und Gewinn in den vergangenen Jahren aus Sicht der Aktionäre positiv entwickelt. Der Umsatz liegt nach Daten des Quartalsberichts für das IV. Quartal mit 4,6 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 4,2 Milliarden Euro. Auch der Gewinn und die Dividende steigen stetig an. Für 2019 wird 0,84 Euro Dividende je Aktie erwartet. Dass die Dividendenrendite mit rund 1,3 Prozent wohl unter dem Jahr 2015 ausfallen wird, liegt am starken Kurswachstum. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Wert der Aktie etwa verdoppelt.

Hintergrund: Nur wenige Anleger kennen Xylem – es sei denn, sie sind Fans des englischen Fußballclubs Manchester City, zu dessen Sponsoren Xylem gehört. Die mangelnde Bekanntheit liegt schlicht daran, dass die Kunden der Firma vor allem Unternehmen sind.

Die Ursprünge von Xylem liegen in der International Telephone and Telegraph Corporation. Unter der Abkürzung ITT entstand ein Mischkonzern, zu dem auch viele Firmen aus dem Bereich Wasser gehörten. Nach einer ersten Aufteilung des Mischkonzerns im Jahr 1995 in die Bereiche Industrie, Gast- und Hotelgewerbe sowie Finanzen wurde der Industriesektor 2011 ein Mal weiter. Dabei entstand aus den Aktivitäten im Bereich Wasser die heutige Xylem Inc.

Bewertung:

  • Attraktiv ist die Möglichkeit, direkt in das Thema Wasser-Aktien zu investieren.
  • Als Versorger ist der Konzern weniger stark politischen Risiken ausgesetzt.
  • Aber: Gleichzeitig ist das Geschäft anfälliger für Wirtschaftskrisen, weil Unternehmen in Wirtschaftskrisen zuerst ihre Investitionen zurückfahren.

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Veolia Environnement: Generalgesellschaft für Wasser

Veolia kennt man in Deutschland vor allem als Betreiber von Eisenbahnen, beispielsweise der Bayerischen Oberlandbahn oder der Nord-Ostsee-Bahn. Aus diesem Geschäft hat sich das Unternehmen aber 2018 weitgehend zurückgezogen. Stattdessen konzentriert sich Veolia auf die Geschäfte mit der Wasserversorgung und der Entsorgung oder Aufbereitung von Wasser.

 20152016201720182019 (e)
Umsatz in Milliarden Euro25,024,424,8(25,9)...
Gewinn je Aktie in Euro0,690,570,61(0,64)...
Dividende je Aktie in Euro0,730,800,840,89(0,95)
Die wichtigsten Finanzdaten zu Veolia im Überblick.

Vor allem aber ist die Tochter Veolia Water das weltweit größte Unternehmen im Bereich Trinkwasser. Es bietet sowohl Dienstleistungen rund um die Versorgung mit als auch die Entsorgung von Wasser. Zukunftsträchtig dürfte auch das Geschäft mit Meerwasserentsalzungsanlagen sein.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Aktie sich über fast alle Vergleichszeiträume besser entwickelt als der Vergleichsindex CAC 40. Seit 2016 hat das Unternehmen sein Ergebnis je Aktie Jahr für Jahr steigern können. Besonders erfolgreich war das Jahr 2019, als das unverwässerte Ergebnis von 0,68 auf 1,12 Euro je Aktie stieg. Wie wir schon im vergangenen Jahr in unserer Betrachtung der Aktie vermutet haben, werden die Aktionäre 2020 auch mehr Dividende bekommen. Die Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 (die Gewinne werden meistens im Folgejahr ausgeschüttet, die für das Geschäftsjahr 2019 also im Jahr 2020) wird mit 1,00 Euro um 0,08 Euro höher sein als im Vorjahr, damit wurde die Dividende seit 2014 jedes Jahr erhöht.

Hintergrund: Veolia geht auf die 1853 gegründete Générale des Eaux zurück, die Generalgesellschaft für Wasser. Mit den Gewinnen aus dem Wassergeschäft wurden zahlreiche Firmen aus den Bereichen Ver- und Entsorgung sowie Verkehr übernommen, aber auch zahlreiche Medienfirmen, beispielsweise die Werbeagentur Havas oder der Bezahlfernsehsender Canal+.

Weil Wasser nur noch ein kleiner Bereich des Geschäfts war, wurde die Firma 1998 in Vivendi unbenannt. 2002 wurde der Bereich Wasser, Energie, Abfall und Verkehr, der eigentliche Kern des Unternehmens, unter dem Namen Vivendi Environnement teilweise verkauft. Seit 2003 trägt das Unternehmen den neuen Namen und ist seit 2006 völlig unabhängig von Vivendi.

Bewertung:

  • Unternehmen attraktiv, v.a. durch weltweite Ausrichtung
  • Geschäft mit Meerwasserentsalzungsanlagen positiv, da zukunftsträchtig
  • Hohe Dividende
  • Aber: vergleichsweise hohe Bewertung

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Acciona Agua: Wasserspezialist aus Spanien

Gegenüber Xylem hat Acciona einen großen Nachteil: Die Wassersparte Acciona Agua ist nur eines von mehreren Standbeinen. So ist das Unternehmen auch in den Bereichen erneuerbare Energien oder Verkehrsinfrastruktur aktiv. Über eine Tochter baut das Unternehmen sogar Wein an.

Was Acciona im Wassergeschäft attraktiv macht, ist die Erfahrung mit den Rahmenbedingungen in einem trockenen Land. Denn in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern sind viele Menschen noch nicht an ein Wassernetz angeschlossen. Gleichzeitig wächst vor allem in Afrika die Bevölkerung, sodass die Nachfrage nach Wasser zusätzlich steigt. In vielen Gegenden ist es trocken und Trinkwasser muss beispielsweise aus Meerwasser gewonnen werden. Acciona Agua bietet neben Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen auch Entsalzungsanlagen an.

 2015201620172018 (e)2019 (e)
Umsatz in Milliarden Euro6,86,07,3(7,4)...
Gewinn je Aktie in Euro3,65/3,85(4,5)(4,8)
Dividende je Aktie in Euro2,502,873,00(3,01)(3,20)
Die wichtigsten Finanzdaten zu Acciona im Überblick.

Seit 2012 schwimmt das Unternehmen auf einer Welle des Erfolgs. Vorausgegangen war aber ein deutlicher Kurssturz: Zwischen 2009 und 2012 hatte die Aktie zwei Drittel ihres Wertes verloren. Seitdem entwickelt sich die Aktie aber deutlich besser als der spanische Aktienmarkt insgesamt. Auch der Kurseinbruch an den Aktienmärkten im Februar und März 2020 traf die Aktie weniger stark als viele andere Unternehmen.

Der Umsatz lag 2019 zwar mit 7,2 Milliarden Euro unter den 7,5 Milliarden des Vorjahres, dafür stieg allerdings der Überschuss weiter an. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg seit 2014 jedes Jahr an, ebenso die Dividende.

Hintergrund: Die Ursprünge des Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1862, und zwar zu einer galizischen Eisenbahngesellschaft, die später unter der Abkürzung MZOV firmierte. Zu erwähnen ist auch die Fusion mit der Entrecanales y Tavora, einem Unternehmen, das beim Bau der San Telmo Brücke in Sevilla entstand. Zeitweise war Acciona einer der größten Aktionäre des spanischen Stromkonzerns ENDESA, hat seine Beteiligung aber, ebenso wie das Geschäft mit Windkraftanlagen, mittlerweile verkauft.

Bewertung:

  • Die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit spricht für die Aktie.
  • Wasser macht nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. Das sorgt für eine breite Streuung.
  • Aber: Aktionäre profitieren durch die Streuung nur eingeschränkt von einem möglichen Boom bei Wasser-Aktien.

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Gelsenwasser: Nummer 1 in Deutschland

In Deutschland sind vor allem die Kommunen für die Strom- und Wasserversorgung zuständig. Große börsennotierte Wasserversorger gibt es deshalb kaum. Ohnehin ist es nicht sehr attraktiv, in deutsche Wasser-Aktien zu investieren.

Eine Ausnahme ist das Unternehmen Gelsenwasser, einer der größten Trinkwasserversorger in Deutschland. Dessen Aktien werden über die Börsen in Düsseldorf gehandelt. Die Aktivitäten sind aber in der Größenordnung nicht mit denen von Veolia vergleichbar. Gelsenwasser betreibt das Wassernetz in einigen Kommunen des Ruhrgebiets und hält Beteiligungen an vielen weiteren Anbietern. Der Firma gehören beispielsweise 49 Prozent der Stadtentwässerung Dresden GmbH. Ein französisches Tochterunternehmen von Gelsenwasser betreibt unter anderem das Trinkwassernetz im Übersee-Department Guadeloupe. Der Umsatz von Gelsenwasser liegt mit 1,2 Milliarden im Jahr 2017 deutlich unter dem von Veolia und sogar unter dem vieler Stadtwerke.

 20152016201720182019 (e)
Umsatz in Milliarden Euro1,01,01,2(1,5)...
Gewinn je Aktie in Euro24,5331,7526,85(24,40)...
Dividende je Aktie in Euro21,1621,1621,16(21,16)...
Die wichtigsten Finanzdaten zu Gelsenwasser im Überblick.

Anders als große Stromversorger wie RWE konnte Gelsenwasser seinen Umsatz und seinen Gewinn bisher stabil halten und sogar leicht steigern. Für 2018 lag der Umsatz rund 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Anders als zunächst befürchtet konnte das Ergebnis nach Steuern trotzdem leicht von 88,5 auf 91,6 Millionen Euro erhöht werden.

Auch 2019 nahmen Gewinn und Umsatz im ersten Halbjahr zu. Das Unternehmen erwartet hier auch weiterhin einen Zuwachs.

Hintergrund: Gelsenwasser wurde 1887 als Wasserversorger für das nördliche Ruhrgebiet gegründet. Neben den Städten Bochum und Dortmund hielt auch die VEBA Anteile an dem Unternehmen, die sie 2000 in die E.ON mit einbrachte. Schon 2003 verkaufte E.ON aber seine Anteile an die Städte Bochum und Dortmund, die damit heute die wichtigsten Aktionäre sind.

Bewertung:

  • Das Geschäft mit Wasser in Deutschland ist vergleichsweise stabil.
  • Aber: Gefahren drohen durch mögliche Liberalisierungen oder stärkere Regulierungen.
  • Der hohe Anteil von Aktien in der Hand von Kommunen kann außerdem dazu führen, dass Entscheidungen unter politischen Gesichtspunkten getroffen werden.

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AquaVenture: Gewagt, aber chancenreich

Anders als die meisten Wasserversorger wie Gelsenwasser und Veolia Environment macht AquaVenture aktuell noch Verluste. Das soll auch bis 2022 so bleiben. Trotzdem bewerten die meisten Analysen die Aktie zum Kauf – warum?

Die Antwort ist einfach, das Unternehmen setzt voll auf das Zukunftsthema Wasser, ist aber trotzdem innerhalb diese Branche sehr breit aufgestellt. Water as a service lautet der Untertitel im Markennamen. Wie Xylem ist AquaVenture also kein Versorgungsunternehmen, sondern ein Hersteller von Infrastruktur.

Das Geschäft ist in zwei Säulen aufgeteilt. Die erste ist Seven Seas Waters. Das Unternehmen baut, betreibt und wartet Anlegen zur Süßwasseraufbereitung, zur Meerwasserentsalzung und zur Abwasserreinigung. Zu den Partnern gehören staatliche, kommunale und industrielle Kunden, Immobilien- und Tourismusunternehmen.

Damit ist die Firma weniger durch Verstaatlichungen gefährdet als Netzbetreiber, auch wenn natürlich die Möglichkeit besteht, dass eine Meerwasserentsalzungsanlage verstaatlicht wird.


Daneben gehört zur Holding noch die Tochtergesellschaft Quench, die flaschenlose Wasserspender herstellt. Sie steuert rund die Hälfte der Erträge bei.

Allerdings macht die Firma immer noch Verluste. Das liegt zum Teil auch an den hohen Abschreibungen durch den Kauf oder Bau von Wasseraufbereitungsanlagen. Sollten diese aber weitgehend abgeschrieben sein, dürften auch die Gewinne steigen.

Hintergrund: Die Holding hat ihren Sitz auf den britischen Jungferninseln, der Hauptzweig Seven Seas Water ist allerdings auf den amerikanischen Jungferninseln beheimatet. Sie wurde 2006 von ehemaligen Mitarbeitern des Wasserversorgers Ionics Inc. gegründet und ist vor allem in der Karibik aktiv. Eine Expansion in weitere Märkte, beispielsweise nach Südostasien, Afrika oder Lateinamerika, könnte weiteren Raum für Wachstum schaffen.

Bewertung:

  • Eher eine Aktie für risikobereite Investoren.
  • Bisher macht das Unternehmen noch Verluste, unter anderem wegen der hohen Kosten für den Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen.
  • Großes Potenzial ist möglich, wenn die Firma expandiert.

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In Wasser-Aktien investieren mit Fonds und ETFs

Egal wie sorgfältig ein Unternehmen ausgesucht wurde, es besteht immer das Risiko, dass die Firma am Ende doch scheitert. Hier bieten Fonds Vorteile, denn sie streuen das Risiko stärker. Besonders beliebt sind dabei börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs. Denn sie lassen sich preiswert kaufen und verkaufen.

Allerdings gibt es mit Smartbroker jetzt einen Anbieter, der klassische (also nicht börsennotierte) Fonds zu den gleichen Bedingungen anbietet wie ETFs. Statt einen Ausgabeaufschlag von 2,5 bis 5,0 Prozent müssen Käufer hier 4,- Euro Ordergebühr zahlen, wie beim Erwerb von Aktien und ETFs.

Top 5 Depots für Wasser-ETFs

Sie riskieren Ihr Kapital

RobecoSAM Sustainable Water Fund B (WKN: A0LB5N; ISIN: LU0267926730)

Der RobecoSAM Sustainable Water Fund B erhielt von FERI das Spitzenrating A. Mindestens 2/3 seines Vermögens investiert der Fonds in Unternehmen, die ihr Geld rund um das Thema Wasser verdienen. Aufgrund des Ausgabeaufschlags von 3,0 Prozent ist er aber nur geeignet, wenn über mehrere Jahre investiert wird. Alternativ lässt er sich über einen Discount-Anbieter wie Smartbroker kaufen, dort entfällt der Aufschlag und stattdessen zahlen Kunden, wie bei einem ETF oder einer Aktie, eine pauschale Ordergebühr in Höhe von 4,- Euro.

Entwicklung des Fonds - Robeco - Investieren in Wasseraktien

Die Internetseite von Robeco gibt auch Auskunft über die Entwicklung des Fonds. (Quelle: robeco.com)

Für den Fonds sprich seine positive Entwicklung in den letzten Jahren – trotz des Ausgabeaufschlags. Wie alle Aktienfonds verlor der Fonds stark im Zuge der Corona-Krise, hatte bis dahin aber sowohl den DAX als auch den (als Vergleichsindex besser geeigneten) World Water CW Net Return hinter sich gelassen. Und das trotz der laufenden Kosten in Höhe von 1,85 Prozent.

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ÖkoWorld Water for Life C Fonds (WKN A0NBKM; ISIN LU0332822492)

Der ÖkoWorld Water for Life C Fonds wird ebenfalls aktiv gemanagt, unterliegt aber besonders strengen ethischen Kriterien. Trotzdem stieg der Kurs von 2013 bis 2018 um fast die Hälfte, wobei Gewinne in der Vergangenheit natürlich auch hier keine Garantie für Erträge in der Zukunft sind.

Ökoworld Website - Investieren in Wasseraktien

Die Fondspräsentation auf der Seite der Fondsgesellschaft Ökoworld. (Quelle: oekoworld.com)

Ab Mitte 2018 musste der Fond allerdings deutliche Verluste hinnehmen. Erst Anfang 2019 kam die Trendwende. Der weltweite Verfall der Aktienkurse im Zuge der Corona-Krise macht natürlich auch vor dem Fonds nicht halt, sodass der Kurs im März 2020 erstmals unter dem Ausgabepreis lag. Für mutige Anleger eröffnen sich hier interessante Perspektiven.

Gegen den Fonds sprechen allerdings die hohen Kosten. Der Ausgabeaufschlag liegt mit 5,0 Prozent zwar in einem bei aktiv verwalteten Fonds üblichen Bereich, ist aber 2,0 Prozentpunkte höher als beim oben vorgestellten Fonds. Auch hier empfiehlt sich ein Depot bei Smartbroker. Allerdings sind auch die jährlichen Verwaltungskosten mit 2,76 Prozent recht hoch. Über fünf Jahre hat der Fonds zwar deutlich besser abgeschnitten als der DAX, allerdings schlechter als der oben genannte Sustainable Water Fund.

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Lyxor World Water UCITS ETF D (WKN: LYX0CA; ISIN: FR0010527275)

Dagegen wird der Lyxor World Water UCITS ETF D an der Börse gehandelt, ist also ein ETF. Noch genauer sollte man von einem börsengehandelten Indexfonds sprechen, denn statt aktiv Aktien auszuwählen wird einfach der World Water CW Net Return nachgebildet. Das senkt die Kosten.

Von März 2019 bis 2020 war er trotzdem erfolgreicher als die beiden aktiven Wasserfonds, ebenso im Zehn-Jahres-Vergleich. Nur über fünf Jahre gesehen schnitt der RobecoSAM Wasserfonds besser ab.

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Investieren in Wasser-Aktien – eine gute Idee? Die SWOT-Analyse

Was spricht für und was gegen den Kauf von Wasser-Aktien? Wir haben die Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken kurz gegenübergestellt.

Stärken: Wasser ist lebenswichtig

Wasser ist lebenswichtig. Daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Öl könnte als Energieträger eines Tages durch Wasserstoff oder Akkus ersetzt werden. In der Kunststoffherstellung könnten mithilfe der Biotechnologie nachwachsende Rohstoffe das Öl ablösen. Aber auch im Moment angesagte Rohstoffe wie Lithium könnten schon mittelfristig ersetzt werden. Wasser dagegen bleibt. Das macht das Investieren in Wasser-Aktien attraktiv.

Für die Versorgungsunternehmen wie Gelsenwasser spricht außerdem, dass ihr Leitungsnetz den Zugang zum Markt beschränkt. Die Gefahr von Konkurrenten aus dem Markt gedrängt zu werden ist ausgesprochen gering.

Schwächen: Vor allem Versorger haben wenig Wachstumsmöglichkeiten

Die starke Bedeutung von Wasser ist aber auch eine Schwäche. Einmal ist dadurch ein großer Teil der Förderung und Verteilung in staatlicher oder kommunaler Hand, was die Auswahl beim Investieren in Wasser-Aktien beschränkt. Auch private Wasserversorger wie Gelsenwasser sind meistens zu einem hohen Anteil in öffentlicher Hand. Das kann dazu führen, dass Entscheidungen unter politischen und nicht unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden.

Versorger bieten außerdem wenig Hoffnung auf hohe Zuwächse. Das Geschäft ist zwar ein Stück weit planbar, das bedeutet aber auch weniger Wachstumsphantasien. Anders sieht es allerdings bei Unternehmen aus, die Technologie für die Wasserversorgung liefern (siehe nächstes Kapitel: Chancen).

Chancen: Nachfrage nach Wasser steigt

Die Nachfrage nach Wasser wird weiter steigen. Denn die Weltbevölkerung wächst ebenso wie der Wohlstand. Mit dem Einkommen nimmt der Wasserverbrauch zu, nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in der Industrie. Einfach zugängliche Wasservorkommen sind aber weitgehend ausgeschöpft. Viele Megastädte liegen am Meer, doch zum Entsalzen ist technisches Know-How nötig.

Schließlich steigt mit dem Wohlstand auch der Anspruch ans Trinkwasser. Auch dort, wo es Trinkwasser gibt, ist es heute teilweise nicht von der Qualität, wie man es beispielsweise aus Deutschland gewohnt ist. Hier sind weitere Investitionen notwendig.

Auch die Abwasserentsorgung wird wichtiger. Abwässer einfach ins Meer zu leiten oder versickern zu lassen ist immer weniger akzeptabel. Dafür sorgen die steigende Bevölkerungsdichte und das steigende Umweltbewusstsein.

Von diesen Punkten profitieren vor allem Technologieunternehmen. Allerdings eröffnen sich auch Versorgern neue Chancen. Denn viele öffentliche Wasserunternehmen arbeiten ineffizient und haben nicht die nötigen Mittel und das nötige Wissen, um die Wasserversorgung zu modernisieren. Denkbar sind auch Mischmodelle, wie sie AquaVenture verfolgt. Dabei bleibt das Leitungsnetz in öffentlicher Hand, Meerwasserentsalzungs- und Kläranlagen werden aber privat betrieben. Oder das Leitungsnetz wird zwar nicht verkauft, aber an ein privates Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise 20 Jahre, verpachtet.

Risiken: Versorger und Technologieunternehmen unterscheiden

Besonderen Risiken sind private Versorgungsunternehmen ausgesetzt. Ihnen droht von zwei Seiten Gefahr, durch eine Verstaatlichung und eine Liberalisierung. Den letzten Fall haben Stromkonzerne wie RWE oder E.ON erfahren, deren Gewinne durch die Öffnung des Strommarktes deutlich gesunken sind.

Aber auch Verstaatlichungen sind denkbar. Erzielt ein privates Unternehmen zu hohe Gewinne, wird das zu der Forderung führen, die Gewinne entweder zu beschneiden oder das Unternehmen ganz zu verstaatlichen. Nicht ganz so fatal ist eine Beschneidung der Gewinne. Weil es üblicherweise keinen direkten Wettbewerb zwischen verschiedenen Versorgern gibt, sind die Preise meist staatlich festgelegt und könnten abgesenkt werden, selbst wenn Verträge das eigentlich ausschließen.

Technologieunternehmen haben diese Risiken nicht im gleichen Maße, sind aber anderen Gefahren ausgesetzt. Ihr Produkt kann ganz einfach nicht mehr gefragt sein, beispielsweise weil es technisch überholt ist. Hinzu kommt das Problem der Korruption. Andere Firmen könnten lukrative Aufträge bekommen, weil sie Entscheidungsträger vor Ort bestechen.

3 Fragen und Antworten zum Investieren in Wasser-Aktien

Frage 1: Ist eine Investition in Wasser ethisch vertretbar?

Breite Kampagnen setzen sich kritisch mit dem Handel mit Wasser auseinander, teils zu Recht, teils zu Unrecht. Grundsätzlich gilt, dass private Unternehmen Wasser oft effizienter bereitstellte als staatliche Unternehmen und damit auch Verbrauchern niedrigere Preise bieten können. In vielen Fällen haben die Kunden von einer Privatisierung profitiert. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, wo Wasser für viele Bezieher deutlich teurer wurde.

Die australische Wasser-Aktie Daxton Water als Fallbeispiel

Ein Beispiel für ein umstrittenes Geschäft mit dem Wasser ist Daxton Water, eine australische Wasser-Aktie. Das Unternehmen ist eine Investmentgesellschaft, die ausschließlich Wasserrechte besitzt und vergibt. Da sie weder ein Leitungsnetz betreibt, noch Produkte für die Wasserförderung herstellt, ist sie extrem umstritten.

Tatsächlich spricht einiges gegen eine solche Investition, auch aus wirtschaftlicher Sicht. Sollte sich die Wasserkrise in Australien nicht im erwarteten Maße verschärfen, würde das Unternehmen wohl Verluste machen. Steigen die Preise für Wasserrechte dagegen, könnte der Staat regulierend eingreifen. Im Fall der australischen Wasser-Aktie Daxton Water kommt noch hinzu, dass die Aktie nur an den australischen Wertpapiermärkten gehandelt wird.

Gegenbeispiele: Suez

Das französische Unternehmen Suez (früher Suez Environnement), benannt nach dem Kanal, zu dessen Finanzierung es gegründet wurde, ist weltweit als Wasserspezialist aktiv. Es bietet verschiedene Dienstleistungen, von der reinen Beratung über die Konstruktion, den Betrieb einzelner Anlagen oder des ganzen Leitungsnetzes, wie beispielsweise in Casablanca.

So leistet es einen wichtigen Beitrag für die weltweite Wasserversorgung. Beispielsweise betreibt es in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, ein Wasserwerk, das die Stadt selbst in so kurzer Zeit vermutlich nicht hätte errichten können. In Nigeria war das Unternehmen dagegen rein beratend tätig.

Als Investition hat die Aktie allerdings unsere Erwartungen nicht erfüllt, Anleger sollten beobachten, ob sie noch weiter fällt.

Technologiefirmen

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, investiert in eine Technologiefirma wie Xylem. Neue Verfahren bei der Wasserreinigung, der Meerwasserentsalzung oder der Abwasserbehandlung können dafür sorgen, dass mehr Menschen mit qualitativ hochwertigem Wasser versorgt werden können und trotzdem die Umweltbelastung sinkt.

Alternativ können Anleger auch einen Fonds wie den von uns vorgestellten ÖkoWorld Water for Life C Fonds kaufen, der neben wirtschaftlichen auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt.

Frage 2: Wo liegt das meiste Potenzial bei Wasser-Aktien?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Es dürfte aber wohl nicht der Bau und Betrieb von Leitungen in den europäischen Ländern sein, wie ihn Gelsenwasser vor allem betreibt. Die Abwasserreinigung dürfte immer wichtiger werden, denn mehr Wohlstand und mehr Menschen bedeutet erfahrungsgemäß auch mehr Wasserbelastung. Gleichzeitig sinkt mit steigendem Einkommen die Bereitschaft, solche Umweltschäden in Kauf zu nehmen.

Zukunftsthema Meerwasserentsalzung

Wichtiger ist aber die Bereitstellung von ausreichend viel trinkbarem Wasser. Hier haben Küstenstädte den Vorteil, dass sie über ausreichend Wasser verfügen, das nur trinkbar gemacht werden muss. Glücklicherweise liegen viele Megastädte wie Lagos in Nigeria, Dhaka in Bangladesch oder Alexandria in Ägypten am Meer. Die Meerwasserentsalzung dürfte deshalb eine große Rolle in der Zukunft spielen. Auch Kalifornien ist von zunehmender Wasserknappheit geplagt. Bisher ist die Aufbereitung von Meerwasser sehr energieintensiv. Allerdings gab es hier zuletzt deutliche Fortschritte. Außerdem könnten bei zunehmendem Umstieg auf regenerative Energien Stromüberschüsse gezielt zum Entsalzen von Wasser verwendet werden, in Zeiten mit hoher Stromnachfrage oder geringer Produktion stehen die Anlagen dann still.

Wasseraufbereitung allgemein wichtig

Aber auch die „normale“ Wasseraufbereitung dürfte wichtiger werden, denn bisher ist das Trinkwasser in vielen Ländern von bescheidener Qualität. Auch der Bau von Fernwasserleitungen könnte wichtiger werden, um Wasserüberschüsse aus bestimmten Regionen in Gegenden mit Wassermangel zu verteilen.

Frage 3: Geht der Trend in Richtung Verstaatlichung oder Privatisierung?

Die Versorgungsunternehmen, egal ob beim Thema Wasser, Strom oder Gas, sind einem ständigen Wechsel von Verstaatlichungen und Privatisierungen ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weltweit private Anbieter verstaatlicht, ab den 1980er Jahren dann viele privatisiert.

Aktuell ist in vielen Ländern der Ruf nach Verstaatlichungen wieder laut. Gleichzeitig sind aber viele Staaten gar nicht in der Lage, aus eigener Kraft entsprechende Strukturen aufzubauen. Vermutlich werden die Versorgungsunternehmen Verstaatlichungen und Privatisierungen gleichzeitig erleben. Dieses Risiko sollte man beim Investieren in Wasser-Aktien immer im Hinterkopf behalten.

Gut ist es da, wenn Firmen entweder nur als Zulieferer arbeiten, so wie Xylem, oder wenn sie, wie Veolia Environnement, auch im Bereich der Beratung oder dem Bau und Betrieb einzelner Anlagen aktiv sind. Wer in Wasser-Aktien investieren will, sollte deshalb vor allem zu Aktien dieser Firmen greifen.

Interessante Alternativen zum Investieren in Wasser-Aktien

Wer auf Zukunftsthemen setzen will, eventuell auch mit dem Anspruch, in ein sinnvolles Gebiet zu investieren, der findet eine Reihe von Alternativen zum Investieren in Wasser-Aktien.

Wasserstoff

Wasserstoff könnte eine wichtige Rolle bei der Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen spielen. 2019 haben sich Wasserstoff-Aktien ausgesprochen gut entwickelt, sind 2020 aber – wie praktisch alle Aktien – im Zuge der Corona-Krise deutlich gefallen. Mehr Informationen zu den Chancen und Risiken in unserem Beitrag zu den besten Wasserstoff-Aktien.

BioTech

Steigende Bevölkerungszahlen und steigender Wohlstand sind nicht nur bei der Wassergewinnung eine Herausforderung, sondern auch bei der Produktion von Lebensmitteln. Hier könnte die Biotechnologie helfen.

Und nicht nur dort, auch im Medizinbereich sind die Hoffnungen groß. Beispielsweise könnten endlich auch seltene Krankheiten behandelt werden. Einige interessante Aktien und Fonds stellen wir in unserem Beitrag Biotech Aktien 2020: Sachstand und Aussichten vor.

Nachhaltig investieren

Nachhaltigkeit und auch ethisch vertretbares Investieren stehen heute hoch im Kurs, nicht nur bei Wasser-Aktien. Einige Fonds haben sich darauf spezialisiert. Aber auch einzelne Unternehmen wie der Hersteller von Fleischersatz Beyond Meat bieten eine sinnvolle Investitionsmöglichkeit. Mehr dazu können Sie in unserem Beitrag Nachhaltig investieren in Aktien und ETFs nachlesen.

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Fazit

Wer in Wasser-Aktien investieren will, muss Versorger und Technologieunternehmen unterscheiden. Für sie gelten unterschiedliche Aussagen in Bezug auf Chancen und Risiken. So bieten Versorger oft eine hohe Sicherheit, weil die Konkurrenz gering ist, gleichzeitig aber wenig Wachstumsmöglichkeiten. Bei Technologieunternehmen ist es umgekehrt. Wer ethisch vertretbar Geld anlegen will, muss im Einzelfall die Firma unter die Lupe nehmen. Viele, aber nicht alle Wasser-Aktien, fallen in die Kategorie nachhaltige Geldanlage. Wer es sich einfach machen will, kauft einen entsprechenden Fonds wie den Öko World Water for Life.