Investieren in Wasseraktien – Eine Übersicht und Anlageempfehlung

Investieren in Wasseraktien – Eine Übersicht und Anlageempfehlung

Wasser ist kostbarer als Öl. Und im Gegensatz zu diesem ist es durch nichts zu ersetzen. Bei immer weiter steigender Weltbevölkerung und wachsendem Lebensstandard erwarten viele Beobachter, dass es noch kostbarer wird. Wie lässt sich mit Wasser Geld verdienen? Wie sind die Aussichten? Und ist es ethisch vertretbar, mit Wasser Geld zu verdienen.

Die besten Wasseraktien

Wie schwierig das Geschäft mit dem Wasser ist zeigt der Fall Nestlé. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, durch die Entnahme von Grundwasser Dürren verschärft zu haben. Nach Aussagen von Nestlé sind die Vorwürfe überwiegend falsch, beispielsweise habe man bei einer Dürre in Pakistan gar kein Grundwasser entnommen, wie in einem Film behauptet, sondern Tiefenwasser gefördert und damit die Wasserknappheit sogar reduziert. Aber der Imageschaden ist trotzdem enorm. Ohnehin gibt es keine Nestlé Wasser Aktien, sondern Wasser ist nur ein Teil des Geschäftes der Schweizer. Deshalb hat es das Unternehmen nicht unter unsere drei besten Rohstoff Wasser Aktien geschafft.

Auf diese drei Wasseraktien sollten Sie 2018 achten


Wasseraktien jetzt ab 3,95 € handeln

Weniger umstritten ist das französische Unternehmen Suez Environnement. Das Unternehmen ist eine Ausgründung aus Engie, das wiederum aus einer Fusion von Gaz de France mit der Suez S.A. hervorging. Das Unternehmen trägt seinen Namen übrigens wegen der Beteiligung eines Vorgängerunternehmens am Bau des Suez-Kanals. Die Fusion mit GdF und die weitgehende Trennung im Anschluss brachten den Vorteil, dass das Unternehmen heute ganz auf die Themenfelder Abfall und Wasser spezialisiert ist. Zwar musste das Unternehmen Mitte 2018 einen deutlichen Gewinn- und Kursrückgang hinnehmen, hat aber langfristig trotzdem Potential.

Ebenfalls aus Frankreich stammt das Unternehmen Veolia. Es ging hervor aus der Générale des Eaux, der Generalgesellschaft für Wasser. Es ist heute auch in den Bereich Abfall, Elektrizität und Verkehr aktiv, unter anderem betreibt das Unternehmen in Deutschland unter dem Namen Transdev zahlreiche Eisenbahnlinien, etwa die Nord-Ostsee-Bahn. Vor allem aber ist die Tochter Veolia Water das weltweit größte Unternehmen im Bereich Trinkwasser. Es bietet sowohl Dienstleistungen rund um die Ver- als auch die Entsorgung von Wasser. Zukunftsträchtig dürfte auch das Geschäft mit Meerwasserentsalzungsanlagen sein.

Wer sich ganz auf den Bereich „Mehrwasserentsalzung Firmen“ spezialisieren will, der sollte aber zu den Aktien des US-Unternehmens Xylem greifen. Die Firma stellt Geräte für die Gewinnung, Lagerung und den Transport von Trinkwasser her und gilt als einzige frei an der Börse gehandelte Aktiengesellschaft, die ausschließlich auf das Themenfeld Wasser spezialisiert ist.

Zuletzt sind auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzung deutliche Fortschritte gemacht worden. Das wird vermutlich dazu führen, dass sich mehr Städte und Regionen solche Anlagen leisten können und damit die Nachfrage deutlich ansteigt. Auch weil viele Megastädte am Meer liegen.

Wasseraktien Tipps

Kaufen lassen sich Aktien gut über die Consorsbank. Das Unternehmen bietet günstige Konditionen und gleichzeitig neben einem Depot auch das komplette Angebot einer Privatkundenbank, vom Girokonto über Sparkonten bis hin zu Krediten.

In Wasser investieren: Fonds

Bei Aktienfonds kümmert sich ein Fondsmanagement um die Auswahl der Aktien. Die Streuung auf mehrere Titel senkt das Risiko. Vor allem Wasser Aktien aus Afrika oder Wasser Aktien aus China sind wegen der politischen Risiken nur für Profis als Einzelinvestment zu empfehlen. Hier sind Fonds die bessere Lösung. Auch für Aktien aus Industrieländern bieten sie Vorteile, gleichzeitig sind aber auch die Kosten höher. Insgesamt sind sie für Einsteiger oft die bessere Wahl.

Die drei besten Wasser Aktienfonds

Aktienfonds haben allerdings den Nachteil, dass der Nutzer keine Kontrolle darüber hat, welche Titel er kauft. Wir haben deshalb einen Fonds mit gutem Rating ausgewählt, einen Wasseraktien ETF sowie einen, der besonders durch seine strengen ethischen Kriterien auffällt.

Der RobecoSAM Sustainable Water Fund B erhielt von FERI das Spitzenrating A. Mindestens 2/3 seines Vermögens investiert der Fonds in Unternehmen, die ihr Geld rund um das Thema Wasser verdienen. Aufgrund des hohen Ausgabeaufschlags ist er aber nur geeignet, wenn über mehrere Jahre investiert wird.

Dagegen kommt der LYXOR World Water UCITS ETF D ohne Vertriebsprovision aus. Wie der Name schon andeutet handelt es sich um einen Wasser ETF, also einen börsengehandelten Fonds. Noch genauer sollte man von einem börsengehandelten Indexfonds sprechen, denn statt aktiv Aktien auszuwählen wird einfach der World Water CW Net Return nachgebildet.

Im Vergleichszeitraum 2013 bis 2018 war er damit sogar erfolgreicher als alle in den Vergleich einbezogenen aktiven Wasserfonds.
Der ÖkoWorld Water for Life C Fonds wird dagegen ebenfalls aktiv gemanagt, hat aber besonders strenge ethischen Kriterien. Trotzdem stieg der Kurs von 2013 bis 2018 um fast die Hälfte, wobei Gewinne in der Vergangenheit natürlich auch hier keine Garantie für Erträge in der Zukunft sind.

Anlegen in Wasser mit finvesto

Die zum Comdirect-Reich gehörende Plattform finvesto bietet für die Fonds von RobecoSAM und Lyxor sogar Sparpläne. Das erlaubt die monatliche Einzahlung und hilft damit nicht nur, Vermögen aufzubauen, sondern senkt auch das Einstiegsrisiko. Besonders einfach geht das beim Wasser ETF Sparplan auf den Lyxor World Water UCITS ETF D.

Wasser – Investment der Zukunft?

Über die Bedeutung von Wasser muss man kaum ein Wort verlieren. Ohne Wasser, genauer gesagt ohne Süßwasser, geht es nicht. Menschen benötigen es zum Durstlöschen, zum Tränken ihres Viehs und zum Wässern ihrer Pflanzen.
In den nächsten 20 Jahren wird der Wasserbedarf nach einer Studie der Nonprofit Organisation Ceres um fast 90 Prozent steigen. Treiber sind vor allem drei wichtige Faktoren:

  1. Die steigende Weltbevölkerung bedeutet auch mehr Konsumenten. Auch wenn die Geburtenraten seit der Jahrtausendwende deutlich gefallen sind (auf weltweit rund 2,5 Kinder je Frau), wird die Bevölkerung noch eine Weile deutlich wachsen. Denn wegen der hohen Geburtenzahlen in den 1980er und 90er Jahren gibt es viele junge Menschen, die jetzt selbst Kinder bekommen.
  2. Der steigende Wohlstand sorgt dafür, dass pro Kopf mehr Wasser verbraucht wird. Vor allem die Industrie wird zusätzliche Nachfrage schaffen.
    Wassereinsparungen durch Effizienzgewinne werden das nicht ausgleichen können. Hinzu kommt der Klimawandel, durch den an einigen Stellen die Niederschläge deutlich geringer geworden sind. Zwar sind sie an anderer Stelle deutlich gestiegen, doch das löst nicht die Probleme derer, die jetzt zu wenig Wasser haben.
    Verschärft wird das Problem dadurch, dass die Bevölkerung vor allem in Afrika wächst, wo ohnehin viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Wasser haben.

Geld anlegen in Wasser

Wasser kommt in Deutschland, Österreich und der Schweiz meistens aus dem Hahn und wird überwiegend von kommunalen Unternehmen bereitgestellt. Das ist aber längst nicht überall so. In vielen Ländern liegt die Wasserversorgung in privaten Händen. Hinzu kommen Anleihen öffentlicher Wasserversorger, in die investiert werden kann.
Außerdem lässt sich Geld nicht nur in Rohstoff Wasser Aktien anlegen, sondern auch in Unternehmen, die die nötige Technik liefern. Das können Meerwasserentsalzungsanlagen sein oder Geräte zur Wasserreinigung. Einige Anlagefonds Wasser kaufen auch direkt Meerwasserentsalzungsanlagen und verleasen diese dann an Wasserversorger.
Ist ein Wasserinvestment ethisch vertretbar?
Wer in Technologieunternehmen investiert, der umgeht damit einen ethischen Streit. Investitionen in Wasser gelten vielen als bedenklich. Ihrer Meinung nach sollte der Rohstoff wegen seiner grundlegenden Bedeutung in öffentlicher Hand sein. Kritiker fürchten, dass private Firmen Arme sonst vom Zugang zu Wasser ausschließen könnten.
Dem kann man entgegnen, dass auch die Nahrungsmittelproduktion fast überall in privater Hand liegt. Mehr Effizient in der Wasserversorgung kann außerdem niedrigere Preise bedeuten. Bisher sind viele Menschen gar nicht an die Wasserversorgung angeschlossen. Das ist vor allem in Großstädten ein Problem, denn Wasser aus dem Fluss oder auch aus Brunnen ist dort ungenießbar. Privates Kapital könnte helfen, die Infrastruktur auszubauen.
Ein Urteil lässt sich also nicht so einfach fällen. Das bedeutet aber, dass man sich vorher mit dem Unternehmen auseinandersetzen muss. Weltweit gibt es sowohl für geglückte als auch für missglückte Privatisierungen Beispiele. Einfacher ist da die Investition in ein Technologieunternehmen oder einen Wasseraktien Fonds.

Fazit

Wasser ist lebensnotwenig. In Wasser investieren verspricht deshalb gute Geschäfte. Allerdings gilt die Vermarktung des Rohstoffs gerade deshalb teilweise als anstößig. Wer guten Gewissens investieren will, muss sich informieren oder einen Wasserfonds mit hohen ethischen Standards kaufen. Trotzdem bleiben politische Risiken, etwa durch Verstaatlichungen. Eine sinnvolle Alternative können deshalb Aktien von Dienstleistern sein, beispielsweise vom Unternehmen Xylem, das von IT-Lösungen bis hin zu Meerwasserentsalzungsanlagen technische Lösungen für Wasserunternehmen bietet. Gerade die Meerwasserentsalzung verspricht angesichts technischer Fortschritte auf diesem Gebiet und des Wachstums der Megastädte gute Geschäfte.

Top 5 Aktien Broker