Welche sind die besten Öl ETFs? – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
Auch wenn die Welt weg vom Öl will – eine ganze Zeit lang noch wird das schwarze Gold eine wichtige Rolle für die Energieversorgung der Welt spielen. Zumal Schwellen- und Entwicklungsländer bereit stehen, um einen möglichen Nachfragerückgang aus den Industrienationen auszugleichen. Mit ETCs lässt sich problemlos sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Allerdings handelt es sich dabei streng genommen nicht um Öl ETFs, also Fonds. Vielmehr sind ETCs besicherte Zertifikate.


In Öl investieren?

Echte Öl-ETFs gibt es in der Europäischen Union nicht. Denn die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hat in ihrer Richtlinie Richtlinie 85/611/EWG festgelegt, dass in Fonds kein einzelner Wert mehr als 20 Prozent Gewicht haben darf. Die Regelung ist auch als OGAW-Richtlinie oder UCITS-Richtlinie bekannt, wobei OGAW für Organisationen für gemeinsames Anlegen in Wertpapieren steht, UCITS ist die entsprechende englische Abkürzung.

Rohstoff Öl

Lange ging es mit dem Ölpreis nach unten. Kommt die Wende?

Die bei Aktienfonds sinnvolle Regelung führt bei Rohstoffen paradoxerweise zu weniger Sicherheit für die Anleger. Sie müssen als Alternative nämlich zu sogenannten ETCs greifen. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe. ETCs haben aber den Nachteil, dass sie kein Sondervermögen sind. Das Vermögen eines Fonds geht bei einer Pleite des Emittenten nicht in die Insolvenzmasse ein, bei ETCs gibt es diese Sicherheit nicht.

Alternative Ölgesellschaften

Die fehlende Sicherheit ist nicht das einzige Problem bei Rohstoffspekulationen. Eine weitere Klippe ist ein Contango genanntes Phänomen. Denn ein steigender Ölpreis alleine bedeutet noch keine großen Gewinne. Wenn Investoren diese Entwicklung erwartet haben, ist sie bereits eingepreist. Dann kostet ein Terminkontrakt über die Lieferung eines Barrels Rohöl am 31. Mai 2025 mehr als ein Fass der gleichen Sorte zur sofortigen Lieferung. Diese Konstellation wird als Contango bezeichnet und ist meist der Normalfall. Nur wenn der Preis stärker steigt als erwartet, machen Öl-ETCs ein Plus.

Investieren in Öl

Auch in Ölfirmen und Tankstellenketten können Anleger investieren.

Ölfirmen dagegen können auch bei konstanten Preisen Geld verdienen. Allerdings gibt es auch besondere Risiken. Missmanagement, Enteignungen oder verschärfte Umweltauflagen können für Ölfirmen zum Problem werden, selbst wenn der Ölpreis steigt. Insgesamt aber sind Aktien oft der bessere Weg als eine direkte Investition in den Rohstoff.

Die drei besten Öl ETFs

Ölfirmen ETFs oder ÖL ETCs? Wir haben zwei ETCs und einen Öl ETFs ausgewählt. Ein ETC setzt dabei auf steigende, einer auf fallende Kurse. Denn auch eine Spekulation auf günstigere Ölpreise ist leicht möglich. Denn die ETCs kaufen ohnehin kein Öl, sondern nur Terminkontrakte, mit denen sich ja auf steigende wie auf fallende Kurse setzen lässt.

Ein Long-ETC ist nach unserer Meinung auch ausreichend. Zwar gibt es verschiedene Sorten Rohöl und damit auch verschiedene Grundlagen für ETCs. Schärfere Umweltauflagen können beispielsweise dazu führen, dass minderwertige Ölsorten weniger im Preis ansteigen als hochwertige, das sich mit weniger Aufwand verarbeiten lässt. Umgekehrt kann ein starkes Wirtschaftswachstum in Ländern mit niedrigen Umweltauflagen die Nachfrage nach günstigen, schwefelhaltigen Ölen steigen lassen – und damit auch deren Preis.

Das aber erfordert einiges an Wissen über Ölsorten und die Entwicklung der Weltwirtschaft. Einsteiger überfordert es deshalb, sich noch die aussichtsreichste Sorte zu suchen. Sie sollten zu einem Korb mit verschiedenen Ölsorten oder einer Standardsorte wie Brent greifen.

Source S&P GSCI Crude Oil ETC – ISIN: XS0417132247, WKN: A0T7M7

Der von Source Commodity Marktes emittierte ETC überzeugt vor allem durch seine vergleichsweise niedrige Verwaltungsgebühr von 0,49 Prozent. Das ist zwar deutlich mehr, als bei DAX-ETFs üblicherweise zu zahlen ist, aber viel weniger als bei den meisten anderen Öl-ETCs.

Dass das Zertifikat in US-Dollar und nicht in Euro notiert, ist nur auf den ersten Blick ein Nachteil. Ohnehin wird Öl in Dollar gehandelt, das ist auch bei einem Euro-ETC nicht anders.

Basis ist hier der Standard & Poor Crude Oil Index. Er notiert die Preise für verschiedene Rohöle, also nicht für bearbeitete Ölprodukte wie Benzin. Der ETC ist mit Drittdeckung besichert.

ETFS Short Crude Oil – ISIN: DE000A0V9XY2, WKN: A0V9XY

In den vergangenen Jahren hat sich der Erdölpreis aber nur schwach entwickelt, über mehrere Zeiträume gesehen ist er sogar gefallen. Zwar steigt die Nachfrage trotz aller Beteuerungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien noch immer, allerdings hat zuletzt auch die Förderung zugenommen. Und sollten Großverbraucher wie Europa, die USA oder China doch noch Erfolg mit dem Umstieg auf neue Energien haben, könnte der Preis für Rohöl sogar weiter fallen.

Energiewende Aktien

Bisher steigt der Ölverbrauch trotz neuer Energiequellen stetig an. Aber wird das immer so bleiben?

In diesem Fall sollten Anleger einen Short-ETC kaufen, beispielsweise den ETFS Short Crude Oil von ETF Securities. Das vollständig besicherte Zertifikat steigt im Wert, wenn der Preis für Rohöl fällt. Dabei wird die tägliche Wertentwicklung des Basisindex einfach umgekehrt, ein Minus von 0,7 Prozent beim Bloomberg Crude Oil Subindex bedeutet ein Plus in gleicher Höhe beim Kurs des ETC. Abgebildet wird somit auch hier ein Korb verschiedener Rohölsorten. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt mit 0,98 Prozent allerdings vergleichsweise hoch.

Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF – ISIN: FR0010344960, WKN: LYX0A9

Der ETF von Lyxor bildet den STOXX Europe 600 Oil & Gas Index ab. Anders als man aufgrund des Namens zunächst vermuten könnte, enthält er allerdings keine 600 Werte. Vielmehr ist es ein Subindex des STOXX Europe 600. Er bildet also jene Aktien aus dem STOXX Europa 600 ab, die mit Öl oder Gas handeln. Dazu gehört beispielsweise das niederländisch-britische Unternehmen Shell.

Aktien von Ölfirmen kaufen

Die große Zeit der Ölkonzerne ist vorbei. Das heißt aber nicht, dass man mit deren Aktien nicht trotzdem noch Geld verdienen kann.

Die Indexabbildung erfolgt synthetisch, der Fonds hält also nicht automatisch die Aktien dieser Unternehmen, sondern bildet die Wertentwicklung über Swap-Geschäfte ab. Auch dadurch liegt die Kostenbelastung mit 0,30 Prozent aber relativ gering.

Fazit

Mit ETCs lässt sich problemlos sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Allerdings handelt es sich dabei streng genommen nicht um Öl ETFs, also Fonds. Vielmehr sind ETCs besicherte Zertifikate. Statt direkt in den Rohstoff zu investieren, können Anleger auch einen ETF kaufen, der die Kursentwicklung von Erdölfirmen abbildet.

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