In Rohstoffe investieren: Öl

Die besten Öl-ETFs, ETCs, Aktien & eine Öl Marktanalyse 2020

Das Wichtigste in Kürze

Inhaltsverzeichnis

Expertentipp
Tipp:  Überlegen Sie, was Ihr Ziel ist. Wollen Sie langfristig in Öl investieren oder von kurzfristigen Schwankungen am Ölmarkt profitieren? Im ersten Fall sind Zertifikate eine gute Möglichkeit, bergen aber wegen der Nachbildung des Ölpreises über Termingeschäfte Risiken. Wenn sie Positionen überwiegend nicht über Nacht halten, sondern noch am gleichen Tag wieder auflösen, sind CFDs besser geeignet. Wir empfehlen den Premium Broker eToro.
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Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko. 75% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie CFDs von diesem Anbieter handeln. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Die besten Öl-ETFs: So sieht unsere Top 3-Liste aus

(Bild: pixabay.com | © skeeze)

Öl-ETFs weisen ein grundsätzliches Problem auf: Sie existieren in absoluter Reinform nicht. Für ETFs würde die Vorgabe vergoldet, dass diese zumindest minimale diversifiziert müssen. Für ein reines Öl-Investment, das sich öl-ETCs (börsengehandelte Rohstoffe) anschließt, auf die wir später noch eingehen.

Sie investieren als Anleger bei einem ETF für Öl oft in der Energiebranche insgesamt oder in Öl und Gas-Aktien. Da die besten Öl-ETFs in diesem Bereich durchaus durchaus Renditen erwirtschaften, können Sie so auf sehr erfolgreiche Art und Weise am Ölpreis partizipieren. Nachfolgend stellen wir Sie unsere Top 3 Öl-ETFs vor:

1. iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF, WKN: A2PHCF

Der iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF stellt einen ganz neuen Vertreter bei den Öl-ETFs dar. Er wurde erst im Oktober 2019 aufgelegt und bildet den MSCI World Energy Sector nach, der wiederum 67 globale Energieunternehmen aus dem MSCI World Index. Das Fondsmanagement legt den Fokus dabei auf die Energieunternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung.

Die Wertentwicklung des iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETFS lassen sich noch nicht sinnvoll darstellen, da der Fonds erst seit 5 Monaten existiert (Stand: 02/2020). Der Vergleichsindex erzielte seit sein Bestehen (Ende 1994) eine durchschnittliche Performance von 7,81% pro Jahr. Es bleibt abwarten, wie sich der Öl-ETF vor diesem Benchmark entwickelt. Da die Wertentwicklung aber auch Zeiten deutlich höher höher erpreist, wird das Übertreffen des Referenzindizes schwierig werden. Anleger können aber versichert sein, dass dieser ETF die stärksten Werte aus der Energiebranche vereint.

Die wichtigsten Daten zum iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETFs (Stand: 03/2020)

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit AuflegungNoch keine Angabe
Entwicklung des Referenzindizes pro Jahr (seit 1994)7,81%
ProduktstrukturPhysisch replizierend
GewinnverwendungAusschüttend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote (TER)0,25%

Der Energie-ETF setzt auf eine möglichst genaue Nachbildung der Referenzindizes. Das Fondmanagement hauptsächlich Wertpapiere aus dem MSCI World Energy Sector Index, um eine annähernd gleiche Rendite erzielt zu können.

Mit einer Ausschüttungsrendite von 0,69% liegt der iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETFs eher unter dem Durchschnitt. Aberen Anleger auch ein Ausschüttung (Stand: 02/2020).

Der Fonds bringt eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,25% mit sich – ein guter Wert, der fast mit ETFs auf gängige Aktienindizes mithält. Unter dem Strich erhalten Sie hier eine spannende Idee für einen ETF auf Öl und Gas, der sich in der Praxis aber erst noch beweisen muss. Der Fonds von iShares sind über fast alle deutschen Broker handelbar. Der günstigste ist aber DEGIRO.

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Hinweis: Investieren birgt Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

2. LYXOR STOXX EUROPE 600 OIL & GAS UCITS ETF, WKN: LYX02P

Der LYXOR STOXX EUROPE 600 OIL & GAS UCITS ETF ist ein Öl- und Gas-ETF, der 2006 aufgelegt wurde und der STOXX Europe 600 Oil & Gas (Net Return) EUR als Referenzindex abbildet. Dieser beinhaltet wiederum die nach Marktkapitalisierung größten Öl- und Gasmärkte in Europa und besteht aus 22 Positionen.


Ein Blick in das Factsheet verrät, dass der LYXOR STOXX EUROPE 600 OIL & GAS UCITS ETF in den letzten 5 Jahren insgesamt einen Wertzuwachs von 25,92% verzeichnete. Damit schlug er seinen Referenzindex (24,53%). Aufgrund der hohen Volatilität bei geopolitischen Anspannungen liest sich dies sehr ordentlich.

Die wichtigsten Daten zum LYXOR STOXX EUROPE 600 OIL & GAS UCITS ETF (Stand: 03/2020)

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr in den letzten 5 JahrenKeine Angabe (Gesamtzuwachs von 25,92%, Stand: 30. Januar 2020)
Entwicklung des Referenzindizes in den letzten 5 JahrenKeine jährliche Angabe (Gesamtzuwachs von 24,53%, Stand: 30 Januar 2020)
ProduktstrukturSynthetisch replizierend
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagMaximal 5%
Gesamtkostenquote (TER)0,30%

Der Öl- und Gas-ETF von Lyxor bildet den Referenzindex indirekt über SWAP-Vereinbarungen auf OTC-Märkten nach. Trotzdem sind mindestens 75% der Vermögenswerte in diversifizierten Aktien angelegt. Auf diese Weise erfüllt der LYXOR STOXX EUROPE 600 OIL & GAS UCITS ETF alle Bedingungen, um für den französischen Aktiensparplan (PEA) zugelassen zu werden. SWAP-Vereinbarungen stellen jedoch trotzdem ein potenzielles Risiko dar, wenn die Zahlung der Gegenpartei ausfällt.

Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,30% müssen Sie als Anleger hier etwas höhere Kosten einplanen als bei herkömmlichen DAX oder MSCI-World ETFs. Trotzdem bewegen sich die Kosten noch voll und ganz im Rahmen. Der günstigste Broker für diesen Fonds ist DEGIRO.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

3. SPDR MSCI World Energy UCITS ETF, WKN: A2AGZ1

Mit dem SPDR MSCI World Energy UCITS ETF befindet sich ein weiterer ETF auf Öl-Aktien in unserer Top-Liste, der den MSCI World Energy als Referenzindex nutzt. Der Index enthält die 67 Energieunternehmen aus dem MSCI World mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung.

Die Performance nach Kosten sieht mit durchschnittlich 2,69% pro Jahr seit Auflage des Fonds durchaus ordentlich aus. Trotzdem besteht ein leichter Gap zum Referenzindex (2,88% pro Jahr).

Die wichtigsten Daten zum SPDR MSCI World Energy UCITS ETF (Stand: 03/2020)

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit Auflegung2,69%
Entwicklung des Referenzindizes pro Jahr2,88%
ProduktstrukturPhysisch replizierend
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote (TER)0,30%

Der SPDR MSCI World Energy UCITS ETF bildet den Referenzindex physisch möglichst genau nach und erwirbt somit hauptsächlich Aktien der Unternehmen aus dem MSCI World. Zusätzlich kommen Derivate zum Einsatz, um den Ölaktien ETF noch effizienter zu managen.

Die Gesamtkostenquote (TER) von 0,30% bewegt sich Rahmen des Durchschnitts für ETFs rund um Öl und Gas.

Hinweis: Wenn Sie den SPDR MSCI World Energy UCITS ETF kaufen möchten, funktioniert dies aktuell nur über flatex.

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Per ETF gegen den Ölpreis wetten? Mit einem Short-ETF durchaus möglich!

Ohne Erdöl kann unsere Wirtschaft auch heute noch nicht existieren – das macht Erdöl zum wichtigsten Rohstoff überhaupt. Nach wie vor liegt das Handelsvolumen für diesen Rohstoff höher als das aller Edelmetalle zusammen.

Als Anleger richten Sie Ihren Blick jedoch im Normalfall Richtung Zukunft. Der Klimawandel und die damit verbundenen Änderungen könnten die Nachfrage nach Öl mittelfristig mindern. Wenn Sie dabei in einen ETF auf den Ölpreis investieren, könnte dies durchaus Verluste mit sich bringen. Gerade deshalb richten sich die obigen Top ETFs auf den Energiemarkt insgesamt.

Sie können allerdings auch von künftigen Preisstürzen beim Öl profitieren: Investieren Sie einfach in einen Short-ETF!

Der ETF Short Crude Oil ETC, WKN: A0V9XY

Ein Beispiel ist der ETFS Short Crude Oil ETC. Es handelt sich streng genommen um eine ETC, die den DJ-UBS Crude Oil Sub-Index SM umkehrt. Verliert der Index auf Basis der Rohölpreise verschiedener Ölsorten wie Brent an Wert, legt der Ölpreis-ETF zu und umgekehrt.

Dies funktioniert über eine Short-Konstruktion: Das Fondsmanagement verkauft entsprechende Terminkontrakte zunächst leer, um sie später zu günstigen Preisen wieder zu kaufen.

Der ETFS Short Crude Oil hat sich zuletzt (Stand: 03/2020) als recht volatil erwiesen, erzielte aber eine Performance von 4,93% binnen Jahresfrist. Wenn Sie investieren möchten, achten Sie zudem auf die recht hohe Verwaltungsgebühr von 0,98%. Eine Nachschusspflicht für Anleger besteht nicht. Das Verlustrisiko durch die Hebelwirkung trägt der Anbieter und es wird täglich zurückgesetzt. Dieser Fonds ist äußerst beliebt und bei den meisten Brokern handelbar.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

ETC auf Öl kaufen: Eine interessante Alternative

Wie oben bereits beschrieben, müssen Fondsgesellschaften ihre ETFs entsprechend diversifizieren. Keiner der Werte im Fondsvermögen darf laut EWG-Richtlinie 85/611/EWG zu mehr als 20% gewichtet werden. Möchten Sie also direkt mit Öl handeln, setzen sie eher auf ETCs (exchange-traded commodities).

Diese weisen jedoch einige Nachteile auf:

  1. Geringere Diversifizierung und damit höhere Kursschwankungen.
  2. Keine Stellung als Sondervermögen (bei einer Insolvenz des Emittenten gehen ETCs im Gegensatz zu Fonds und ETFs in die Insolvenzmasse ein).

Wir haben für Sie zwei spannende Möglichkeiten herausgesucht:

1. ETFS Crude Oil ETC, WKN: A0KRJX

Wenn Sie sich für Öl-ETCs interessieren, schauen Sie die ETFS Crude Oil ETC von WisdomTree Metal Securities genauer an. Diese setzt wie der ETFS Crude Oil Short auf den DJ-UBS Crude Oil Sub-Index SM.

Nur diesmal werden Long-Positionen gehalten: Steigt der Index um Preise für große Ölsorten wie Brent oder WTI, steigt auch der Kurs der ETFS Crude Oil ETC. Zusätzlich schüttet der Index einen täglich kumulierenden kapitalisierten Zinsertrag aus. Die Kombination aus Zinskomponente und Überschüssen sorgt für den Gesamtertrag.

2. United States Oil Fund L.P, WKN: A0JK5L

Der United States Oil Fund L.P. ETF bildet nicht wirklich einen Index ab, sondern kauft Ölterminkontrakte auf wichtige Ölsorten wie WTI. Dafür bietet er eine besonders direkte Verbindung zum Ölpreis. Möchten Sie also an (vor allem kurzfristig) besonderen Kurssprüngen des Ölpreises teilhaben, investieren Sie in den United States Oil Fund L.P.

Über einen längeren Zeitraum hinweg sollten Sie hierbei die doch relativ hohe Kostenquote von 0,73% im Blick behalten. Der Ölpreis-ETF erneuert jeden Monat die Öltermingeschäfte, was Handelskosten erzeugt und die Rendite schmälert. Auch die Rollverluste stellen hierbei ein Problem dar. Demnach lohnen sich hier kurzfristige Gewinnmitnahmen bei Ölpreissprüngen.

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Die Besonderheiten bei Öl-ETFs

Der Öl- und Energiemarkt bietet auch heute noch viele Chancen für Anleger. Mit einem Öl-ETF können Sie sinnvoll in Öl investieren. Hierbei verknüpfen Sie nämlich mögliche Gewinne durch den Ölpreis mit einer breiteren Streuung innerhalb des Energiesektors.

Doch welche Vor- und Nachteile sind mit einem Investment in Öl-ETFs verknüpft und lohnt sich eine solche Geldanlage heute noch? Nachfolgend haben wir beide Seiten für Sie etwas genauer beleuchtet:

Das spricht für Öl-ETFs

Wenn Sie als Anleger an künftigen Steigerungen des Ölpreises teilhaben möchten, sind Öl-ETFs ein gangbarer Weg. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand:

1. Die Erdölpreise steigen künftig tendenziell

Trotz aller Anstrengungen gegen den Klimawandel wird die Ölnachfrage auch mittelfristig, das heißt auf die nächsten fünf bis zehn Jahre gesehen, nicht stark einbrechen. Dies liegt vor allem am Energiehunger der aufstrebenden Schwellenländer wie China, Indien und auch Staaten in Südamerika. Einsparungen in Industrienationen gleicht die höhere Ölnachfrage durch die Verbesserung des Lebensstandards in Schwellenländern wieder aus. Somit gehen auch Experten der OPEC davon aus, dass sich die Nachfrage in den nächsten 4-5 Jahren auf hohem Niveau stabilisiert.

Gleichzeitig lassen sich zwei Drittel aller noch vorhandenen Ölressourcen auf dem aktuellen Preisniveau noch nicht wirtschaftlich fördern. Benötigt die Welt diese Reserven, muss der Ölpreis steigen, damit die Förderunternehmen mit der Förderung beginnen.

Der Preis für die wichtige Nordsee-Ölsorte Brent schwankt aktuell zwischen 50 und 60 US-Dollar pro Barrel. (Stand: 01-02/2020). Zwischen 2011 und 2014 lag der Preis jedoch schon einmal deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel. Hier ist also noch viel Luft nach oben.

Diese Entwicklung bietet Ihnen als Anleger die Möglichkeit, durch Investitionen in einen Ölpreis-ETF oder einen Ölaktien-ETF daran teilzuhaben.

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2. Eine gute Streuung minimiert das Klumpenrisiko

Im Vergleich zum Kauf von Einzelaktien bieten Ihnen Öl und Gas-ETFs den Vorteil, dass Sie eine gute Streuung ihres Investments innerhalb der Branche erreichen. Gerade die großen Schwankungen beim Ölpreis können kleinere Ölproduzenten schnell in den Ruin treiben. Auch unternehmensspezifische Probleme wie Missmanagement oder Bilanzprobleme umgehen Sie auf diesem Weg.

Als Anleger in Ölaktien können Sie in einem solchen Fall eventuell ihr gesamtes Kapital verlieren. Ein Öl-ETF verteilt Ihre Investition auf viele größere Unternehmen in der Branche, so dass Einzelverluste nicht so schwer ins Gewicht fallen.

Zusätzlich profitieren Sie bei breit gestreuten Energie-ETFs auch noch von der Entwicklung anderer Energieträger. Viele große Energieunternehmen setzen heute auch auf erneuerbare Energien. Diese sind in den gängigen Sektoren-Indizes der großen Börsenbarometer enthalten. Kaufen Sie einen entsprechenden ETF, können Sie auch hier von der Wertentwicklung profitieren.

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Risiken und Nachteile von Öl-ETFs

Mit einem Öl-ETF können Sie Ihr Portfolio gegen Schwankungen auf dem Aktienmarkt absichern. Trotzdem bringt das Ganze auch gewisse Risiken und Nachteile mit sich:

1. Mögliches Contango beachten!

Tatsächlich gibt es Spekulanten, die stillgelegte Öltanker kaufen oder mieten und in Phasen mit niedrigem Ölpreis mit Öl befüllen. Das ist aber die Ausnahme. Während bei Gold viele ETCs oder Zertifikate wie Xetra Gold oder Eurex Gold tatsächlich mit Gold hinterlegt sind, kaufen Öl-ETCs und Zertifikate im Regelfall Optionen oder Futures auf Öl.

Ein ETC kauft dann beispielsweise schon jetzt am Terminmarkt Öl, das erst in drei Monaten geliefert wird. Allerdings zahlt er dafür nicht zwangsläufig den Preis, der aktuell am Spotmarkt (also bei sofortiger Lieferung) verlangt wird. Gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass der Ölpreis steigen wird, liegt der Preis für ein Barrel Öl zur Lieferung in drei Monaten deutlich über dem aktuellen Preis. Diese Differenz nennt man Contango.

Dadurch kann es vorkommen, dass der Ölpreis (am Spotmarkt) zwar tatsächlich steigt, die Anleger aber Verluste machen, weil der gestiegene Kurs immer noch unter dem am Terminmarkt bezahlten Preis liegt.

2. Rollverluste durch Terminkontrakte

Die Abbildung des Ölpreises mit Terminkontrakten hat noch einen weiteren Nachteil, es treten oft Rollverluste auf. Dies passiert immer dann, wenn der Kontrakt des nächsten Monats einen höheren Preis aufweist als der auslaufende. Und natürlich verursacht jedes Auslaufen eines Terminkontrakts und das Ersetzen durch ein neues Verwaltungs- und Handelskosten. Verfolgen Sie eine langfristige Investmentstrategie, schmälert dies die Rendite mitunter deutlich.

Aus diesem Grund gilt: Schauen Sie sich vorher die Indizes an, auf denen Ihre Rohstoff-ETCs basieren. Mittlerweile gibt es gerade in diesem Bereich nämlich auch schon rolloptimierte Rohstoffindizes.

3. Hohe Volatilität beim Ölpreis

Gerade der Rohölpreis schwankt mitunter deutlich. Dies können weder Sie als Anleger noch die Unternehmen selbst nennenswert beeinflussen. Auch wenn ETFs bei breiterer Streuung eventuelle Kursverluste abmildern, bleiben Öl-ETFs und Öl-ETCs eine spekulative Form der Geldanlage.

4. Emittentenrisiko bei ETCs

Gerade wenn Sie auf ETCs setzen, müssen Sie sich mit weiteren Sicherheitsrisiken auseinandersetzen. ETCs sind nicht wie ETFs Sondervermögen. Sollte der Emittent also Insolvenz anmelden müssen, verlieren Sie unter Umständen Ihr Kapital.

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Corona und der Ölpreisschock im März 2020

Das Coronavirus sorgt seit Februar 2020 an den Börsen für Turbulenzen. Weil es international zu Produktionsausfällen kommt und es erhebliche Reisebeschränkungen gibt, ist ein kurzfristiger Einbruch der Öl-Nachfrage unvermeidbar. Auf die jüngsten Nachrichten reagierte der Ölmarkt mit Entsetzen, wobei es bereits Aussicht auf Besserung gibt. Wir skizzieren die wichtigsten Ereignisse.

Die OPEC unter der Führung von Saudi-Arabien wollte mit einer Drosselung der Ölförderung reagieren. Das hätte zu einem niedrigeren Angebot geführt, was wiederum den Ölpreis stabilisiert hätte. Das Problem: Die OPEC-Staaten haben zwar einen enormen Marktanteil mit etwa 40 Prozent, aber Russland und neuerdings auch die USA mit ihren Fracking-Operationen sind ebenfalls wichtige Player.

Weil Russland den Vorschlag von Saudi-Arabien ablehnte, wurden die Drosselungs-Pläne der OPEC zunichte gemacht. Experten spekulieren darüber, dass Putin damit vor allem den USA schaden wollte, weil deren Produzenten sich bei billigen Ölpreisen nicht halten können.

Die Verweigerungshaltung von Russland hat Saudi-Arabien provoziert und eine Machtdemonstration von Kronprinz Mohammed bin Salman hervorgerufen. Über das Wochenende vom 6. bis 8. März wurde angekündigt, die Fördermenge um bis zu 25 % zu erhöhen und mit einem beispielslosen Rabatt an die USA, Asien und Europa zu verkaufen. Diese Ankündigung führte am darauffolgenden Montag (9. März 2020) zu einem Preiseinbruch von beinahe 30 %, dem stärksten seit 1991.

Am 10. März 2020 gab es eine Erholungsbewegung am Ölmarkt, weil von russischer Seite Gesprächsbereitschaft gegenüber der OPEC signalisiert wurde. Putin steht vor allem innenpolitisch unter Druck, weil die russische Wirtschaft ebenfalls stark vom Ölpreis abhängig ist. Eine Einigung zwischen Russland und der OPEC solllte den Erdöl-Markt stabilisieren. Tatsächlich stieg der Preis zunächst, bevor er dann Mitte April sogar auf nur 18,05 Euro (Brent) fiel. Im Bis auf Weiteres ist Öl zum Discount-Preis zu haben, was sich auch bald auf die Spritkosten an Tankstellen auswirken dürfte.

Expertentipp: Wer in der Krise mit Öl-ETCs Geld verdienen will, sollte ein mögliches Contango beachten. Denn üblicherweise kaufen Öl-ETCs Futures und Optionen auf Öl. Der Preis für ein Barrel Brent Rohöl zur Lieferung im Juni 2021 kann aber deutlich teurer sein als der aktuelle Spotpreis (Preis zur sofortigen Lieferung). Liegt er beispielsweise bei 23,- Euro, würde der ETC auch dann Verluste machen, wenn der Ölpreis bis Juni 2021 von 20,- auf 22,- Euro ansteigen würde, denn er musste ja statt des Spotpreises von 20,- Euro 23,- Euro bezahlen.

(Stand: 04/2020)

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3 Fragen und Antworten rund um das Investieren in Öl

1. Bis zu welchem Ölpreis sind Ölkonzerne profitabel?

Anleger, die signifikante Summen in einzelne Ölkonzerne investieren wollen, sollten sich über die Öl-Preisschwelle informieren, bis zu der diese Unternehmen profitabel sind. Der genaue Wert ist dabei nicht zu ermitteln, weil alle Großkonzerne unterschiedliche Fördermethoden nutzen, die auch unterschiedliche Kosten verursachen. Es gibt jedoch regelmäßige Analysen von Investmenthäusern und Großbanken, die über eine Recherche auffindbar sind. Auch die Konzerne selbst nehmen häufig in ihren Quartalsberichten dazu Stellung.

Als gesichert gilt, dass Saudi Aramco, WKN: A2PVHD, über die größten Öl-Reserven verfügt und diese am günstigsten abschöpfen kann. Der saudische Konzern ist zwar an der Börse gelistet, aber bislang nur für institutionelle Anleger handelbar. Eine Listung an weiteren Börsen und eine Öffnung für Privatanleger wird für die Zukunft erwartet.

Ebenfalls sind russische Unternehmen wie Lukeoil, WKN: A1420E, grundsätzlich etwas weniger stark vom Ölpreis abhängig als amerikanische Unternehmen wie Exxon Mobil, WKN: 852549. Anleger müssen dabei jedoch beachten, dass ein Investment in russische Aktien wiederum mit einem gesonderten Währungsrisiko verbunden ist.

2. Was ist die OPEC und wie beeinflusst sie den Ölpreis?

OPEC ist ein Akronym für Organization of the Petroleum Exporting Countries, zu Deutsch: Organisation erdölexportierender Länder. Die Organisation ist ein legales Kartell, das sich aus 13 ölfördernden Nationen zusammensetzt. Zu den wichtigsten zählen Iran, Irak, Nigeria und Saudi-Arabien.

Das Ziel von OPEC ist es, den Ölpreis so hoch zu halten, dass die Mitgliedsstaaten davon profitieren. Erreicht wird das, indem weniger gefördert und exportiert wird. Vor allem die USA und Russland verfügen aber auch über eigene Öl-Reserven und können politischen Druck auf die OPEC-Staaten ausüben. Das hält die Preisbildung die meiste Zeit über im Gleichgewicht und verhindert einen zu starken Anstieg.

Dass die OPEC eine erhebliche Erhöhung der Ölförderung beschließt, was den Preis sinken ließe, ist bislang noch nicht vorgekommen. Das Vorgehen von Saudi-Arabien im März 2020 war somit ein Alleingang und dürfte auch innerhalb der OPEC zu Spannungen führen.

Besonders relevant ist die OPEC, weil die Mitgliedstaaten über etwa 75 % der weltweiten Öl-Reserven verfügen. Andere Nationen haben ihr Förderungsmaximum bereits überschritten, was heißt, dass diese in Zukunft eher weniger Öl produzieren können, um die Preisfixierung durch die OPEC zu verhindern. In der Zukunft, wenn man von einer gleichbleibenden Nachfrage nach Öl ausgeht, könnte OPEC den Ölpreis also erheblich nach oben treiben.

3. Bemühen sich Öl-Unternehmen, auf alternative Energien umzusteigen?

frachtschiff transportiert öl über das meer

Öl kann nicht nur die Meere verunreinigen, auch geht es irgendwann zuende. Deswegen bemühen sich einige Öl-Anbieter um Alternativmöglichkeiten. (Bild: pixabay.com | @ Free-Photos)

Irgendwann werden Ölquellen endgültig versiegen und fossile Brennstoffe schaden der Umwelt und dem Klima massiv. Einige Ölkonzerne sind daher bestrebt, ihr Geschäft zu wandeln und eher zu Energieunternehmen zu werden. So ist vor allem Shell dafür bekannt, signifikant in den Ausbau von alternativen Energien zu investieren.

Auch BP, WKN: 850517, war mit dem Slogan „beyond petroleum“ als Vorreiter in Sachen alternativer Energien und Nachhaltigkeit bekannt. Zwar steht der Konzern wegen Katastrophen wie der Ölpest im Golf von Mexiko massiv unter Kritik, aber ein Bemühen um Nachhaltigkeit ist erkennbar. BP will bis 2050 klimaneutral sein, ein Ziel, das nur durch massive Investitionen in nachhaltige Energien möglich sein wird.

Auf breiter Basis ist jedoch nicht zu erkennen, dass die traditionellen Ölkonzerne einen Ausweg für das Ende des Ölzeitalters haben. Viele der Unternehmen verfügen über enormes Kapital, das für einen Umstieg genutzt werden kann, aber bislang haben nur wenige Pläne und Absichten angekündigt.

So können Sie Öl-ETFs kaufen

Wenn Sie in Öl-ETFs investieren möchten, finden Sie bei vielen Brokern entsprechende Angebote im Programm. So stellt onvista 165 sparplanfähige ETFs zur Verfügung, unter denen sich auch Öl und Gas-ETFs befinden.

Die comdirect bietet sogar 600 sparplanfähige ETFs und zusätzlich können Sie aus einer ganzen Reihe von gebührenfreien Angeboten wählen. Auch flatex stellt viele ETFs als Sparplan zur Verfügung und ist zudem der einzige Broker, bei dem Sie in einen Sparplan auf Basis des SPDR MSCI World Energy UCITS ETF erhalten.

Expertentipp
Tipp: Bei der Brokerwahl kommt darauf an, welche Strategie Sie fahren wollen. DEGIRO hat das breiteste Angebot und grundsätzlich den günstigsten Preis. Aber DEGIRO hat keine automatisierten Sparpläne und bei Einzelaktien ist Trade Republic günstiger, wenn diese angeboten werden.

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Die Alternativen

Öl-Aktien kaufen

Sie investieren lieber direkt in Öl-Aktien, um vom Ölpreis zu profitieren? Auch hier gibt es eine große Auswahl. Wie bei jedem Stock-Picking sollten Sie sich die einzelnen Titel vorher genau anschauen. Folgende Aspekte können dabei wichtig sein:

  • Wichtige Fundamentaldaten aus den letzten Jahren checken (Ertragslage, Verschuldung, Liquidität, Value)
  • Dividendensituation (Wurden kontinuierlich Dividenden aus Gewinnen bezahlt? Wie haben sich die Dividenden entwickelt?)
  • Strategie (Wie stellt sich das Unternehmen für die Zukunft auf?)

Royal Dutch Shell – attraktive Dividendenaktie, WKN: A0ER6S

Ein guter Kandidat ist in diesem Zusammenhang die Royal Dutch Shell Aktie. Das Unternehmen konnte zuletzt das Eigenkapital deutlich steigern und hat 2017 ein riesiges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von ca. 25 Milliarden US-Dollar durchgeführt.

Auch der Blick auf die Dividendenpolitik lässt Anleger jubeln: Seit 1945 wurde die Dividende nicht mehr gesenkt und auch die Dividende schwankt je nach Tageskurs um ca. 5% (Stand: 03/2020). Zudem verfügt der Konzern über große Cash-Reserven, mit denen Investitionen getätigt werden können, auch in alternative Energien.

 201720182019
Umsatz in Milliarden GBP237,00288,95267,38
Gewinn je Aktie in GBP1,232,111,54
Dividende je Aktie in GBP1,421,441,47

Ein Risiko bleibt der Ölpreis, der wegen der politischen Verwerfungen in der Welt und auch wegen des Coronavirus weiter sinken könnte. So ist Shell nach einer Analyse von JP Morgan bis zu einem Ölpreis von 40 US-Dollar pro Barrel profitabel. Fällt der Preis langfristiger darunter, würde der Konzern rote Zahlen schreiben. Natürlich können schwankende Kurse eine Chance für einen niedrigen Einstieg bedeuten.

Eher kritisch sehen die meisten Beobachter dagegen den 2020 an die Börse gegangenen Ölförderer Saudi Aramco. Das Unternehmen konzentriert sich überwiegend auf das politisch instabile Saudi Arabien und steht auch nach der Privatisierung unter großem Einfluss des Staates beziehungsweise der Herrscherfamilie.

Auf die Energiewende statt auf Öl setzen

Wer statt auf Öl auf die Energiewende setzen will, kann das mit Wasserstoffaktien, einer Beteiligung an einem Batteriehersteller oder einer Lithium-Fördergesellschaft tun. Daneben existieren weitere Möglichkeiten, nachhaltig Geld anzulegen. Beispielsweise mit Aktien aus dem Bereich Biotechnologie.

Mit CFDs auf den Ölpreis wetten

Mit Zertifikaten und Ölaktien können Anleger auch dann Verluste machen, wenn der Ölpreis steigt. Sei es, weil der Ölpreisanstieg in den Terminkontrakten bereits eingepreist war oder das Ölunternehmen durch Fehlentscheidungen oder politische Krisen in Schwierigkeiten kommt.

Deutlich einfacher ist der Handel mit CFDs. Hier orientiert sich die Kursentwicklung meist direkt an den Preisen des Spotmarktes. Also jenes Handelsplatzes, an dem Öl zur sofortigen Lieferung verkauft wird. Das macht die Prognosen einfacher.

Weitere Vorteile von CFDs sind die niedrigen Kosten für Kauf und Verkauf, die Tatsache, dass nur ein Teil des Wertes einer Position wirklich mit Guthaben hinterlegt werden muss („Margin“) und dass man problemlos auch von fallen den Kursen profitieren kann. Deshalb sind CFDs für die kurzfristige Spekulation auf Ölpreisschwankungen besser geeignet. Einziger Nachteil dieser Derivate ist, dass Übernacht-Gebühren anfallen, wenn sie nicht am gleichen Tag wieder verkauft werden.

eToro Screenshot

Als Basiswert für CFDs können außer Öl auch Aktien, Anleihen, andere Rohstoffe Devisen, Kryptowährungen und Indizes dienen.

Einer unserer Top-CFD-Broker ist eToro. Das Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren am Markt aktiv, bietet eine große Auswahl an Basiswerten – darunter auch Öl – und außerdem die größte Trading-Community aller in der EU zugelassenen CFD-Broker. Vor allem für Einsteiger ist es praktisch, dass sie bei jedem Basiswert die Meinung anderer Trader lesen und diese teilweise sogar kopieren können.

Nicht nur deshalb ist für kurzfristig orientierte Anleger ein CFD-Spezialist wie eToro auch die bessere Alternative zu CFDs von Aktienbrokern wie flatex, der Consorsbank oder dem Sparkassen Broker. Für ein eigenes CFD-Kontos spricht auch die strikte Trennung von Geldanlage und Spekulation.

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Fragen und Antworten zum Thema Öl ETF

FAQ (3)

Öl-ETCs und Zertifikate sind eine beliebte Möglichkeit. Weil sie aber nur auf dem Umweg über Terminkontrakte in Öl investieren, sind sie oft intransparent. Einfacher ins kurzfristige Spekulationen mithilfe von CFDs auf die Ölsorten Brent und WTI, am besten bei einem spezialisierten CFD-Broker.  

Einfach ist der richtige Einstiegszeitpunkt beim Handel mit CFDs zu finden. Dann sollte man Öl-CFDs kaufen, wenn es einen intakten Trend nach oben gibt - und verkaufen, wenn das Gegenteil der Fall ist. Bei Öl-ETFs ist eine Empfehlung schwieriger, weil wegen des Contango die Inhaber von ETCs mitunter auch bei einem Anstieg des Ölpreises Geld verlieren können .

Wer Ölaktien kaufen will, kann das über den Kauf von Einzelaktien tun. Aus Sicht der Risikostreuung ist aber ein ETF auf Ölaktien besser geeignet. 

Fazit: Öl als Beimischung zum Portfolio

Öl ist nach wie vor der wichtigste Rohstoff in der Weltwirtschaft. Die Nachfrage nach Öl sollte mittelfristig auf dem aktuell hohen Niveau verharren, weil ein Komplettumstieg auf andere Energiequellen aktuell nicht absehbar ist. Grund genug, sich mit Investitionen in Öl-Aktien und Öl-ETFs zu beschäftigen. Zusätzlich stützen Rohstoffe Ihr Anlageportfolio in stürmischen Zeiten auf den Aktienmärkten.

Doch wie können Sie als Anleger sinnvoll in Öl investieren? Öl-ETFs bieten den Vorteil, die Branche als Ganzes zu erfassen und Klumpenrisiken zu vermeiden. Sollten Sie hingegen auf dauerhaft sinkende Ölpreise setzen, können Sie auch einfach einen Short-ETF nutzen und so Ihre Rendite optimieren. Schauen Sie sich die einzelnen Öl-ETFs und ihre Referenzindizes genau an und wählen Sie Ihre Wunschkandidaten!