Welche sind die besten Öl ETFs? – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
Auch wenn die Welt weg vom Öl will – eine ganze Zeit lang noch wird das schwarze Gold eine wichtige Rolle für die Energieversorgung der Welt spielen. Zumal Schwellen- und Entwicklungsländer bereitstehen, um einen möglichen Nachfragerückgang aus den Industrienationen auszugleichen. Mit ETCs lässt sich problemlos sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen.


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Die zwei besten Öl ETFs

Streng genommen handelt es sich bei den oft als Öl ETFs bezeichneten Papieren um ETCs. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Commodity, also börsengehandelten Rohstoff, im Gegensatz zum Exchange Traded Fund, dem börsengehandelten Fonds. Denn die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hat in ihrer Richtlinie 85/611/EWG festgelegt, dass in Fonds kein einzelner Wert mehr als 20 Prozent Gewicht haben darf. Die Regelung ist auch als OGAW-Richtlinie oder UCITS-Richtlinie bekannt, wobei OGAW für Organisationen für gemeinsames Anlegen in Wertpapieren steht, UCITS ist die entsprechende englische Abkürzung.

Die bei Aktienfonds sinnvolle Regelung führt bei Rohstoffen paradoxerweise zu weniger Sicherheit für die Anleger. ETCs haben aber den Nachteil, dass sie kein Sondervermögen sind. Das Vermögen eines Fonds geht bei einer Pleite des Emittenten nicht in die Insolvenzmasse ein, bei ETCs gibt es diese Sicherheit nicht.


Von den beiden gewählten ETCs setzt einer auf steigende (Long), einer auf fallende (Short) Kurse. Ein Long-ETC ist nach unserer Meinung auch ausreichend. Zwar gibt es verschiedene Sorten Rohöl und damit auch verschiedene Grundlagen für ETCs. Schärfere Umweltauflagen können beispielsweise dazu führen, dass minderwertige Ölsorten weniger im Preis ansteigen als hochwertige, das sich mit weniger Aufwand verarbeiten lässt. Umgekehrt kann ein starkes Wirtschaftswachstum in Ländern mit niedrigen Umweltauflagen die Nachfrage nach günstigen, schwefelhaltigen Ölen steigen lassen – und damit auch deren Preis. Das aber erfordert einiges an Wissen über Ölsorten und die Entwicklung der Weltwirtschaft. Einsteiger überfordert es deshalb, sich noch die aussichtsreichste Sorte zu suchen. Sie sollten zu einem Korb mit verschiedenen Ölsorten oder einer Standardsorte wie Brent greifen.

Source S&P GSCI Crude Oil ETC – ISIN: XS0417132247, WKN: A0T7M7

Der von Source Commodity Marktes emittierte ETC überzeugt vor allem durch seine vergleichsweise niedrige Verwaltungsgebühr von 0,49 Prozent. Das ist zwar deutlich mehr, als bei DAX-ETFs üblicherweise zu zahlen ist, aber viel weniger als bei den meisten anderen Öl-ETCs.

Dass das Zertifikat in US-Dollar und nicht in Euro notiert, ist nur auf den ersten Blick ein Nachteil. Ohnehin wird Öl in Dollar gehandelt, das ist auch bei einem Euro-ETC nicht anders.

Basis ist hier der Standard & Poor Crude Oil Index. Er notiert die Preise für verschiedene Rohöle, also nicht für bearbeitete Ölprodukte wie Benzin. Der ETC ist mit Drittdeckung besichert.

ETFS Short Crude Oil – ISIN: DE000A0V9XY2, WKN: A0V9XY

In den vergangenen Jahren hat sich der Erdölpreis aber nur schwach entwickelt, über mehrere Zeiträume gesehen ist er sogar gefallen. Zwar steigt die Nachfrage trotz aller Beteuerungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien noch immer, allerdings hat zuletzt auch die Förderung zugenommen. Und sollten Großverbraucher wie Europa, die USA oder China doch noch Erfolg mit dem Umstieg auf neue Energien haben, könnte der Preis für Rohöl sogar weiter fallen.

Energiewende Aktien

Bisher steigt der Ölverbrauch trotz neuer Energiequellen stetig an. Aber wird das immer so bleiben?

In diesem Fall sollten Anleger einen Short-ETC kaufen, beispielsweise den ETFS Short Crude Oil von ETF Securities. Das vollständig besicherte Zertifikat steigt im Wert, wenn der Preis für Rohöl fällt. Dabei wird die tägliche Wertentwicklung des Basisindex einfach umgekehrt, ein Minus von 0,7 Prozent beim Bloomberg Crude Oil Subindex bedeutet ein Plus in gleicher Höhe beim Kurs des ETC. Abgebildet wird somit auch hier ein Korb verschiedener Rohölsorten. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt mit 0,98 Prozent allerdings vergleichsweise hoch.

Aktien von Ölfirmen als Alternative

Wer auf steigende Ölpreise hofft, der kann auch zu Aktien von Ölfirmen greifen. Ähnlich wie bei anderen Rohstoffen, beispielsweise Gold, führt ein steigender Preis des Rohstoffs auch zu höheren Gewinnen. Aktien haben zwei Vorteile. Erstens werfen Rohstoffe keine Zinsen ab und machen keine Gewinne. Bei gleich bleibenden Kursen verliert ein Anleger aufgrund der Kosten sogar Geld.

Ölfirmen können auch bei konstanten Preisen Geld verdienen und profitieren bei Preissteigerungen sogar besonders stark. Allerdings gilt das auch umgekehrt für einen Preisrückgang. Dann kann eine Ölfirma sogar in die Verlustzone rutschen. Von politischen, wirtschaftlichen oder technischen Risiken ganz zu schweigen, man denke an die Folgen von Umweltkatastrophen für die Konzerne.

Ölfirmen Risiko

Solarenergie könnte schon bald einen großen Teil zur weltweiten Energieversorgung beitragen, vor allem wenn Wege gefunden werden die Energie zu speichern. Das aber könnte schon bald der Fall sein. Ölfirmen sind dann eine schlechte Investition.

Ein weiterer Nachteil von Rohstoffinvestments ist ein Contango genanntes Phänomen. Denn ein steigender Ölpreis alleine bedeutet bei ETCs noch keine großen Gewinne. Wenn Investoren diese Entwicklung erwartet haben, ist sie bereits eingepreist. Dann kostet ein Terminkontrakt über die Lieferung eines Barrels Rohöl am 31. Mai 2025 mehr als ein Fass der gleichen Sorte zur sofortigen Lieferung. Diese Konstellation wird als Contango bezeichnet und ist meist der Normalfall. Nur wenn der Preis stärker steigt als erwartet, machen Öl-ETCs ein Plus.

Allerdings ist das eine doppelt heiße Wette. Einmal wird aktuell viel über die Erderwärmung diskutiert und es scheint nahezu Konsens unter den Wissenschaftlern, dass fosile Brennstoffe wie Öl und Kohle wesentlich verantwortlich dafür sind. Nicht jeder mag in diesen Zeiten Besitzer einer Ölfirma sein.

Aber nicht nur ethische Gesichtspunkte sprechen dagegen, sondern auch wirtschaftliche. Solarenergie wird immer billiger und auch die Speicherung, egal ob mit Batterien oder als Gas, macht große Fortschritte. Dann könnten die Ölfirmen einen ähnlichen Niedergang erleben wie es den großen Energiekonzernen in Deutschland nach der Liberalisierung des Strommarktes erging.

Wer sich von beidem nicht schrecken lässt, der sollte immerhin möglichst breit investieren. Gerät nur ein Unternehmen in die Krise, beispielsweise durch Managementfehler, politische Wirren in einem wichtigen Förderland oder eine Umweltkatastrophe, dann wird das durch andere Unternehmen aufgefangen.

Top 5 Broker für Öl ETFs

Sie riskieren Ihr Kapital

Bei Aktienfonds gibt es übrigens “echte” ETFs zu kaufen, denn es werden verschiedene Firmen abgebildet, von denen keine mehr als 20 Prozent ausmacht. Auch wenn es natürlich ein Klumpenrisiko gibt, weil alle aus derselben Branche stammen.

Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF – ISIN: FR0010344960, WKN: LYX0A9

Der ETF von Lyxor bildet den STOXX Europe 600 Oil & Gas Index ab. Anders als man aufgrund des Namens zunächst vermuten könnte, enthält er allerdings keine 600 Werte. Vielmehr ist es ein Subindex des STOXX Europe 600. Er bildet also jene Aktien aus dem STOXX Europa 600 ab, die mit Öl oder Gas handeln. Dazu gehört beispielsweise das niederländisch-britische Unternehmen Shell.

Aktien von Ölfirmen kaufen

Die große Zeit der Ölkonzerne ist vorbei. Das heißt aber nicht, dass man mit deren Aktien nicht trotzdem noch Geld verdienen kann.

Die Indexabbildung erfolgt synthetisch, der Fonds hält also nicht automatisch die Aktien dieser Unternehmen, sondern bildet die Wertentwicklung über Swap-Geschäfte ab. Auch dadurch liegt die Kostenbelastung mit 0,30 Prozent aber relativ gering.

Xtrackers MSCI World Energy Index UCITS ETF 1C ISIN: IE00BM67HM91, WKN: A113FF

Der ETF der Deutsche Bank Tochter Xtrackers bildet den MSCI World Energy Index ab, einen Subindex des MSCI World. Der ETF von Xtrackers ist nur einer von mehreren, die den Index abbilden, wenngleich die Auswahl deutlich geringer ist als beispielsweise bei einem DAX ETF.

Diese geringere Auswahl dürfte wohl auch der Grund sein, warum die Gebühren mit 0,30 Prozent deutlich höher ist als bei DAX ETFs, trotzdem aber niedriger als beispielsweise beim Konkurrenzprodukt von Amundi, wo 0,35 Prozent verlangt werden.

Ein zweiter Vorteil des ETFs ist die physische Replikation. Xtrackers kauft die wichtigsten Aktien aus dem Index tatsächlich ein. Zwar nicht alle, aber dieses sogenannte optimierte Sampling bietet trotzdem eine höhere Sicherheit gegen das Kontrahentenrisiko als ein synthetischer ETF.

Wo ETFs und ETCs kaufen

ETFs und ETCs sind, wie der Name schon sagt, börsengehandelt. Daher kann man europäische ETFs und ETCs wie die hier vorgestellten über praktisch alle Wertpapierbroker aus unserem Vergleich kaufen. Lediglich bei den Gebühren gibt es Unterschiede.

DeGiro ist besonders günstig.

Besonders günstig ist der niederländische Broker DeGiro. Wer lieber einen deutschen Anbieter möchte, findet mit flatex einen günstigen Broker. Soll das Unternehmen dagegen auch weitere Direktbank-Angebote wie ein Girokonto oder sogar einen Robo Advisor bieten, ist die Comdirect Bank eine gute Wahl.

Fazit

Mit ETCs lässt sich problemlos sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Allerdings handelt es sich dabei streng genommen nicht um Öl ETFs, also Fonds. Vielmehr sind ETCs besicherte Zertifikate. Statt direkt in den Rohstoff zu investieren, können Anleger auch einen ETF kaufen, der die Kursentwicklung von Erdölfirmen abbildet.

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