Index-ETF erklärt » Wissenswertes zur Anlage 2018

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Index ETF

Index-ETF

Eine gute Diversifizierung gehört zu den wichtigsten Fundamenten erfolgreicher langfristiger Aktienanlage. Damit ist gemeint, dass Anleger möglichst verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen ins Depot aufnehmen sollten, die möglichst wenig untereinander korreliert sind. Denn wer im Extremfall alles auf eine Firma setzt, ist dann im weiteren Verlauf auch vom Erfolg dieses einen Unternehmens abhängig. Wenn das betreffende Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, was ja immer wieder auch unverschuldet passieren kann, dann droht dem Anleger Totalverlust. Damit wird Investment aber zum Glücksspiel und diese All-In Mentalität hat nichts mit nachhaltiger und seriöser Aktienanlage zu tun.

Diversifizierung senkt das Risiko

Wer stattdessen das Kapital breit gestreut in verschiedene Einzelwerte aus voneinander unabhängigen Branchen steckt, kann Schwierigkeiten eines Einzelunternehmens leicht kompensieren. Oft ist es sogar so, dass unter wirtschaftlicher Schwäche in einem bestimmten Bereich zwar manche Unternehmen leiden, andere Wirtschaftszweige aber gerade von dieser Situation profitieren. So wirkt sich zum Beispiel ein schwacher Euro negativ auf den Einzelhandel aus, da dir Preise in diesem Bereich ansteigen. Für exportorientierte Unternehmen bedeutet die Schwäche aber genau das Gegenteil und diese kurbeln ihre Umsätze in den schwachen Phasen der Eurozone erst richtig an, da die Exportpreise niedrig sind.

Anleger, die im Depot Vertreter beider Branchen liegen haben, können also etwaigen Schwächephasen gelassen entgegensehen. Je breiter das Portfolio diversifiziert ist, desto stabiler verhält sich das Gesamtdepot gegenüber einzelnen Kurseinbrüchen.

Natürlich wirkt sich eine solche breite Streuung auch reduzierend auf die Gesamtrendite aus. Weniger Risiko ist zwingend auch immer mit weniger Renditechance verbunden, das kann keine Strategie ändern. Aber für langfristige Anlagestrategien steht der Kapitalerhalt im Vordergrund und somit bietet die Diversifizierung ein Werkzeug, um das Anlagerisiko eines Depots genau anzupassen.

Doch wie soll nun die geeignete Auswahl der Einzelwerte erfolgen? Viele Anleger fühlen sich nicht kompetent genug, um selbst ein diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen oder haben schlicht keine Zeit dafür. Traditionell verlässt man sich dann auf einen Bankberater oder investiert direkt in einen Aktienfond mit aktivem Management. Mit einem Fonds kann man bereits mit relativ kleinem Kapital in eine ganze Reihe von Wertpapieren gleichzeitig investieren und damit eine viel bessere Diversifizierung erreichen, als dies mit einem Depot aus Einzelwerten möglich wäre.

Ein Fonds wird von einer Gesellschaft verwaltet, die das Kapital vieler Anleger bündelt und dann gesammelt in eine bestimmte Auswahl an Aktien investiert. Anleger können Anteile des Fonds an den Börsen erwerben und halten dann einen der eigenen Investitionssumme entsprechenden Anteil am gesamten Aktienpaket. Über die Zusammensetzung des Pakets entscheidet der sogenannte Fonds-Manager, eine Person, die anhand bestimmter strategischer Kriterien aktiv die Entscheidung trifft, welche Papiere in den Fond aufgenommen werden.

Doch dies will natürlich bezahlt sein. Die Dienstleistung, die ein Manager damit für die Anleger erbringt, schlägt sich in Kosten nieder, die zu einem Ausgabeaufschlag auf die betreffenden Wertpapiere führen. Dieser kann teilweise bis zu 5% des Anteilswertes gehen.

Fonds-Manager schneiden nicht besser ab als Vergleichsindex

Dies wäre kein Problem, wenn die Ergebnisse der gemanagten Fonds entsprechend besser wären, so dass Anleger insgesamt immer noch eine bessere Rendite erzielen, als ein Direktinvestment in den Vergleichsindex gebracht hätte. Untersuchungen zeigen aber immer wieder, dass dies im Allgemeinen nicht der Fall ist. Zwar existieren durchaus Aktienfonds, die besser abschneiden, als der zugehörige Vergleichsindex, genauso häufig findet man aber auch solche, die teilweise deutlich schlechtere Ergebnisse aufweisen. Und auch gute Leistungen eines Fondmanagers in der Vergangenheit sind keineswegs ein Garant dafür, dass dies in Zukunft so anhält.

Ein berühmtes und immer wieder zitiertes Experiment hat in diesem Zusammenhang für viele Diskussionen gesorgt. Das Finanzmagazin Forbes hatte seine Redakteure in den 1960er Jahren Dartpfeile auf eine an der Wand hängenden Liste mit Aktientiteln werfen lassen und daraus ein Portfolio zusammengestellt. Mit dieser Zufallsauswahl erzielte man eine langfristige Rendite von 9% und schnitt damit besser ab, als der Vergleichsindex S&P 500. Es ist also für Anleger letztlich Glückssache in einen aktiv gemanagten Fond zu investieren. Zusammen mit den hohen Aufschlägen verliert diese Wertpapierklasse dadurch deutlich an Attraktivität.

Eine Alternative sind die „Exchange Traded Funds“ (ETF), oft auch einfach nur Indexfonds genannt. Diese bilden die Aktienverteilung eines Index nach. Mit Index-ETFs können Anleger also direkt in den betreffenden Index investieren. Da kein aktives Management stattfindet, entfallen auch die Kosten hierfür. Die Gesamtperformance entspricht derjenigen des Index. Für alle wichtigen Indizes der Weltmärkte existieren solche Indexfonds.

Beispiele für Index-ETF

Einer der wichtigsten weltweiten Indizes ist der MCSI World vom amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International. Mit einem ETF auf diesen Index investieren Anleger weltweit in die Märkte der führenden Wirtschaftsnationen. Zurzeit umfasst der Index über 1600 Einzelwerte aus 23 Ländern.

Während der MCSI World Index sich vor allem auf kapitalstarke etablierte Märkte bezieht, konzentriert sich der MCSI Emerging Markets auf Wachstumsmärkte in Schwellenländern. Hier haben Anleger die Möglichkeit, mit einem ETF breit gestreut in mehr als 800 Unternehmen zu investieren, die meisten davon aus China, Südkorea und Taiwan. Diese Märkte bieten eine Chance auf Vervielfachung des Kapitals, sind jedoch auch mit hohem Risiko behaftet. Gerade hier zahlt sich die Diversifizierung besonders aus.

Natürlich gibt es auch zahlreiche Indexfonds auf die bekannten amerikanischen Aktienindizes S&P 500, Dow Jones oder Nasdaq. Anleger, die den heimischen Markt bevorzugen, haben die Auswahl zwischen ETFs auf DAX, MDAX oder TecDAX.

Auch hier gilt natürlich wieder, dass eine zu starke Spezialisierung der Auswahl das Risiko steigert. Dies ist zum Beispiel bei TecDAX gegenüber dem DAX der Fall, da ersterer sich ausschließlich auf Hochtechnologie-Unternehmen beschränkt und daher eine die gesamte Branche erfassende Flaute sich natürlich auch im Index niederschlägt.

Der ETF-Markt im Wandel

Die ersten Indexfonds wurden in den USA bereits in den 1970er Jahren aufgelegt, jedoch wurden ETFs in Deutschland erst um die Jahrtausendwende zugelassen.

Seitdem nimmt die Anzahl der im Börsenhandel verfügbaren ETF stetig zu und ist inzwischen auf weltweit über 3000 angewachsen. Nach einem starken Anstieg in den Anfangsjahren hat sich das Wachstum jedoch in den letzten Jahren etwas abgeschwächt, da bereits für alle erdenklichen Länder, Branchen und Asset-Klassen mehrere ETF-Angebote vorhanden waren. Es wird somit für die Anbieter immer schwieriger, innovative ETFs aufzulegen. Der Markt ist gesättigt, die vorhandenen Index-Wertpapiere erfreuen sich aber nach wie vor zunehmender Beliebtheit bei den Investoren.

Anleger, die mit dem Gedanken spielen, in einen ETF zu investieren haben die Auswahl unter zahlreichen Anbietern, die oft Ableger von großen Investmentbanken oder Fondgesellschaften sind.

Da wären etwa die ETFs von Comstage zu nennen, die zur Commerzbank gehören oder die db X-trackers ETF, welche von der Deutschen Bank herausgegeben werden. Mit hohen Marktanteilen sind auch die Lyxor-ETF (Société Générale) vertreten, wie auch Fonds der amerikanischen Vermögensverwaltung Blackrock, die unter dem Label iShares herausgegeben werden.

Anteile können entweder direkt bei den Herausgebern erworben werden, oder im regulierten Handel über einen der üblichen Börsenplätze

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