Index-ETF erklärt » Wissenswertes zur Anlage 2018

Das Wichtigste in Kürze
Index ETFs bieten viele Chancen. Wer möglichst breit streuen will, der kann das am besten mit einem ETF auf den MSCI World All Countries Index tun. Für Einsteiger ist das oft die beste Möglichkeit. Wer dagegen gezielt in bestimmte Märkte investieren will, kann das ebenfalls mit ETFs tun.


INDEX-ETF

Eine gute Diversifizierung gehört zu den wichtigsten Fundamenten erfolgreicher langfristiger Aktienanlage. Anleger sollten möglichst verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Regionen ins Depot aufnehmen, die wenig untereinander korreliert sind. Denn wer im Extremfall alles auf eine Firma setzt, ist ganz vom Erfolg dieses einen Unternehmens abhängig. Wenn das betreffende Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, dann droht dem Anleger Totalverlust. Und das auch große und ehemals erfolgreiche Firmen scheitern können, das bezeugt eine ganze Reihe großer Namen auf dem Friedhof der Marken, von Borgward über den Bremer Vulkan bis hin zu Quelle. Damit wird Investment aber zum Glücksspiel und diese All-In Mentalität hat nichts mit nachhaltiger und seriöser Aktienanlage zu tun.

Die drei besten Index-ETF

Mit ETFs lässt sich auch ganz bewusst auf bestimmte Märkte setzen. Wer an Indien glaubt, kann in einen ETF auf den MSCI India investieren, wer auf Ostasien setzt kann das beispielsweise mit einem ETF auf den MSCI AC Asia ex Japan tun und wer mit einem Aufstieg Afrikas rechnet, für den bietet sich der MSCI Africa als Grundlage für einen Indexfonds an. Deshalb ist es nicht ganz einfach, den besten Index ETF zu finden. Wir haben aber drei Produkte rausgesucht, mit denen man wenig falsch machen kann.

Lyxor MSCI World UCITS ETF D-EUR

Möglichst breit streuen, lautet die Devise für die Risikominimierung. Der DAX ist dabei keine schlechte Wahl, immerhin bildet er 30 verschiedene Werte ab. Allerdings kommen alle aus der gleichen Region, nämlich aus Deutschland. Zwar sind die meisten Firmen international engagiert, eine Krise in ihrem Heimatland würde aber alle treffen. Hinzu kommt, dass in Deutschland vor allem die Branchen Automobil und Maschinenbau stark sind. Das spiegelt sich auch im DAX. Das Themenfeld Digitalisierung und Internet ist nur schwach vertreten, die großen Software-Konzerne haben alle in Asien oder den USA ihren Sitz.

Besser ist daher ein ETF, der die Unternehmen aus der ganzen Welt abbildet. Das ist erstaunlicherweise nicht der MSCI World Index, den entgegen dem Nahmen beschränkt er sich ganz auf die Industrienationen. Dagegen beinhaltet der MSCI World All Countries World Index (MSCI World ACWI) auch Schwellenländer. Das ist im Hinblick auf die Risikominimierung auch vorteilhaft. Immerhin stehen die Industrienationen vor ähnlichen Herausforderungen wie der Alterung ihrer Bevölkerung und einer hohen Sättigung der Märkte. Schwellenländer bieten dagegen viele Chancen, aber auch hohe Risiken. Die Kombination aus beidem ist deshalb die erste Wahl für Anleger, die bisher noch wenig investiert haben.

Empfehlenswert ist beispielsweise der ETF von Lyxor mit der ISIN Wertpapierkennnummer LYX0MG.

Xtrackers S&P Select Frontier Index

Wer bereits ausreichend breit aufgestellt ist, der kann sich gut auch einen etwas spekulativeren ETF mit ins Depot nehmen, beispielsweise den Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF 1C (WKN DBX1A9). Der ETF basiert auf dem Select Frontier Index von Standard & Poors. Als Frontier States werden jene Staaten bezeichnet, die noch nicht als Schwellenländer gelten, aber wirtschaftlich schon weiter fortgeschritten sind als Entwicklungsländer. Dazu gehören aktuell Länder wie Vietnam. Sie bieten noch höhere Chancen als Schwellenländer wie die Volksrepublik China, die Republik China auf Taiwan oder die Republik Korea (Südkorea), wobei die beiden letztgenannten Staaten vielen sogar schon als Industrienationen gelten. Gleichzeitig sind dort aber auch die Risiken höher.

Der Fonds wird von der Deutschen Asset Management International GmbH verwaltet, einer Tochter der Deutschen Bank, die viele unter dem Kürzel DWS oder noch als Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen kennen.

Comstage FAZ Index UCITS ETF

Wer gerne in Deutschland investieren will, sollte das nicht unbedingt mit einem DAX-ETF tun. Der bekannteste deutsche Index ist sicher keine schlechte Wahl, eine breitere Streuung bietet aber der FAZ-Index. Der von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte Index war bis zur Einführung des DAX 1988 der wichtigste Index, noch vor dem CoBank-Index und dem der Börsenzeitung, aus dem der DAX hervorging.

Gegenüber dem DAX hat er aber einen wesentlichen Vorteil. So bildet er 100 statt nur 30 Werte ab, also im Wesentlichen den DAX plus den MDAX und 20 weitere Werte. Ganz garantiert ist diese Deckungsgleichheit nicht, denn die Kriterien für die Auswahl sind nicht ganz die gleichen wie bei der Konkurrenz, doch die 30 DAX Konzerne und auch die 50 MDX Firmen sind praktisch fast immer auch im FAZ Index vertreten.

Heute ist er weitgehend unbekannt, daher bilden ihn auch nur wenige ETFs ab. Eine Ausnahme ist der Comstage FAZ Index UCITS ETF (WKN ETF006). Obwohl der FAZ Index ein Kursindex ist, also Dividendenzahlungen und andere Sondervergütungen nicht berücksichtigt, schüttet der Fonds diese Gelder nicht aus, sondern legt sie direkt wieder an, ist also thesaurierend. Das bedeutet, dass sich der ETF sogar etwas besser entwickelt als der FAZ Index.

DIVERSIFIZIERUNG SENKT DAS RISIKO

Wer stattdessen das Kapital breit gestreut in verschiedene Einzelwerte aus voneinander unabhängigen Branchen steckt, kann Schwierigkeiten eines Einzelunternehmens leicht kompensieren. Oft ist es sogar so, dass unter wirtschaftlicher Schwäche in einem bestimmten Bereich zwar manche Unternehmen leiden, andere Wirtschaftszweige aber gerade von dieser Situation profitieren. So wirkt sich zum Beispiel ein schwacher Euro negativ auf den Einzelhandel aus, da dir Preise in diesem Bereich ansteigen. Für exportorientierte Unternehmen bedeutet die Schwäche aber genau das Gegenteil und diese kurbeln ihre Umsätze in den schwachen Phasen der Eurozone erst richtig an, da die Exportpreise niedrig sind.

Anleger, die im Depot Vertreter beider Branchen liegen haben, können also etwaigen Schwächephasen gelassen entgegensehen. Je breiter das Portfolio diversifiziert ist, desto stabiler verhält sich das Gesamtdepot gegenüber einzelnen Kurseinbrüchen.

Natürlich wirkt sich eine solche breite Streuung auch reduzierend auf die mögliche Gesamtrendite aus. Weniger Risiko ist zwingend auch immer mit weniger Renditechance verbunden, das kann keine Strategie ändern. Aber für langfristige Anlagestrategien steht ein ideales Chancen-Risiko-Verhältnis im Vordergrund und somit bietet die Diversifizierung ein Werkzeug, um das Anlagerisiko eines Depots genau anzupassen.

Doch wie soll nun die geeignete Auswahl der Einzelwerte erfolgen? Viele Anleger fühlen sich nicht kompetent genug, um selbst ein diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen oder haben schlicht keine Zeit dafür. Traditionell verlässt man sich dann auf einen Bankberater oder investiert direkt in einen Aktienfond mit aktivem Management. Mit einem Fonds kann man bereits mit relativ kleinem Kapital in eine ganze Reihe von Wertpapieren gleichzeitig investieren und damit eine viel bessere Diversifizierung erreichen, als dies mit einem Depot aus Einzelwerten möglich wäre.

Ein Fonds wird von einer Gesellschaft verwaltet, die das Kapital vieler Anleger bündelt und dann gesammelt in eine bestimmte Auswahl an Aktien investiert. Anleger können Anteile des Fonds an den Börsen erwerben und halten dann einen der eigenen Investitionssumme entsprechenden Anteil am gesamten Aktienpaket. Über die Zusammensetzung des Pakets entscheidet meistens der sogenannte Fonds-Manager, eine Person, die anhand bestimmter strategischer Kriterien aktiv die Entscheidung trifft, welche Papiere in den Fond aufgenommen werden.

Doch dies will natürlich bezahlt sein. Die Dienstleistung, die ein Manager damit für die Anleger erbringt, schlägt sich in Kosten nieder, die zu einem Ausgabeaufschlag auf die betreffenden Wertpapiere führen. Dieser kann teilweise bis zu 5,0 % des Anteilswertes gehen.

FONDS-MANAGER SCHNEIDEN NICHT BESSER AB ALS VERGLEICHSINDEX

Dies wäre kein Problem, wenn die Ergebnisse der gemanagten Fonds entsprechend besser wären, so dass Anleger insgesamt immer noch eine bessere Rendite erzielen, als ein Direktinvestment in den Vergleichsindex gebracht hätte. Untersuchungen zeigen aber immer wieder, dass dies im Allgemeinen nicht der Fall ist. Zwar existieren durchaus Aktienfonds, die besser abschneiden als der zugehörige Vergleichsindex, genauso häufig findet man aber auch solche, die teilweise deutlich schlechtere Ergebnisse aufweisen. Es können eben nicht alle überdurchschnittlich gut sein. Und auch gute Leistungen eines Fondmanagers in der Vergangenheit sind keineswegs ein Garant dafür, dass dies in Zukunft so anhält.

Ein berühmtes und immer wieder zitiertes Experiment hat in diesem Zusammenhang für viele Diskussionen gesorgt. Das Finanzmagazin Forbes hatte seine Redakteure in den 1960er Jahren Dartpfeile auf eine an der Wand hängenden Liste mit Aktientiteln werfen lassen und daraus ein Portfolio zusammengestellt. Mit dieser Zufallsauswahl erzielte man eine langfristige Rendite von 9% und schnitt damit besser ab, als der Vergleichsindex S&P 500. Es ist also für Anleger letztlich Glückssache in einen aktiv gemanagten Fond zu investieren. Zusammen mit den hohen Aufschlägen verliert diese Wertpapierklasse dadurch deutlich an Attraktivität.

Alternative ETV

Eine Alternative sind die „Exchange Traded Funds“ (ETF), also börsengehandelte Fonds. Der Name macht schon deutlich, dass es sich auch hier zunächst um einen Fonds handelt. Allerdings lässt der sich über die Wertpapierbörse kaufen und verkaufen, das spart den oft hohen Ausgabeaufschlag und macht die Fonds liquide. Sie können also schnell ge- oder wieder verkauft werden.

Wer ETF sagt, meint damit aber meistens einen Indexfonds. Der bilden die Aktienverteilung eines Index nach. Ein DAX-ETF kauft also genau die 30 Aktien, die im Deutschen Aktienindex enthalten sind – und zwar im gleichen Verhältnis, wie sie auch im Index vertreten sind. Mit Index-ETFs können Anleger also direkt in den betreffenden Index investieren. Gewinn und Verlust sind genauso hoch wie beim Vorbild – abzüglich eines meist geringen Tracking Error. Da kein aktives Management stattfindet, entfallen auch die Kosten hierfür. Die Gesamtperformance entspricht derjenigen des Index. Für alle wichtigen Indizes der Weltmärkte existieren solche Indexfonds.

BEISPIELE FÜR INDEX-ETF

Einer der wichtigsten weltweiten Indizes ist der MCSI World vom amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International. Mit einem ETF auf diesen Index investieren Anleger weltweit in die Märkte der führenden Wirtschaftsnationen. Zurzeit umfasst der Index über 1600 Einzelwerte aus 23 Ländern.

Während der MCSI World Index sich vor allem auf kapitalstarke etablierte Märkte bezieht, konzentriert sich der MCSI Emerging Markets auf Wachstumsmärkte in Schwellenländern. Hier haben Anleger die Möglichkeit, mit einem ETF breit gestreut in mehr als 800 Unternehmen zu investieren, die meisten davon aus China, Südkorea und Taiwan. Diese Märkte bieten eine Chance auf Vervielfachung des Kapitals, sind jedoch auch mit hohem Risiko behaftet. Gerade hier zahlt sich die Diversifizierung besonders aus.

Natürlich gibt es auch zahlreiche Indexfonds auf die bekannten amerikanischen Aktienindizes S&P 500, Dow Jones oder Nasdaq. Anleger, die den heimischen Markt bevorzugen, haben die Auswahl zwischen ETFs auf DAX, MDAX oder TecDAX.

Auch hier gilt natürlich wieder, dass eine zu starke Spezialisierung der Auswahl das Risiko steigert. Dies ist zum Beispiel bei TecDAX gegenüber dem DAX der Fall, da ersterer sich ausschließlich auf Hochtechnologie-Unternehmen beschränkt und daher eine die gesamte Branche erfassende Flaute sich natürlich auch im Index niederschlägt.

DER ETF-MARKT IM WANDEL

Die ersten Indexfonds wurden in den USA bereits in den 1970er Jahren aufgelegt, jedoch wurden ETFs in Deutschland erst um die Jahrtausendwende zugelassen.

Seitdem nimmt die Anzahl der im Börsenhandel verfügbaren ETF stetig zu und ist inzwischen auf weltweit über 3000 angewachsen. Nach einem starken Anstieg in den Anfangsjahren hat sich das Wachstum jedoch in den letzten Jahren etwas abgeschwächt, da bereits für alle erdenklichen Länder, Branchen und Asset-Klassen mehrere ETF-Angebote vorhanden waren. Es wird somit für die Anbieter immer schwieriger, innovative ETFs aufzulegen. Der Markt ist gesättigt, die vorhandenen Index-Wertpapiere erfreuen sich aber nach wie vor zunehmender Beliebtheit bei den Investoren.

Anleger, die mit dem Gedanken spielen, in einen ETF zu investieren haben die Auswahl unter zahlreichen Anbietern, die oft Ableger von großen Investmentbanken oder Fondgesellschaften sind.

Da wären etwa die ETFs von Comstage zu nennen, die zur Commerzbank gehören oder die db Xtrackers ETF, welche von der Deutschen Bank herausgegeben werden. Mit hohen Marktanteilen sind auch die Lyxor-ETF (Société Générale) vertreten, wie auch Fonds der amerikanischen Vermögensverwaltung Blackrock, die unter dem Label iShares herausgegeben werden.

Anteile können entweder direkt bei den Herausgebern erworben werden, oder im regulierten Handel über einen der üblichen Börsenplätze

Fazit

Index ETFs bieten viele Chancen. Wer möglichst breit streuen will, der kann das am besten mit einem ETF auf den MSCI World All Countries Index tun. Für Einsteiger ist das oft die beste Möglichkeit. Wer dagegen gezielt in bestimmte Märkte investieren will, kann das ebenfalls mit ETFs tun. Noch besser ist es, wenn auch das Einstiegsrisiko gestreut wird. Wer direkt vor einem Crash investiert braucht oft lange, bis er wieder im Plus ist. Bei einem Sparplan legt man dagegen regelmäßig Geld an, beispielsweise monatlich. Das motiviert zum regelmäßigen Sparen und senkt das Einstiegsrisiko. Gute Angebote macht die Consorsbank, die zahlreiche ETFs sogar ohne Kaufgebühren anbietet.

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