Deutsche Post Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Deutsche Post Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Deutsche Post ist das größte Logistik- und Postunternehmen der Welt. Den Sprung in die Privatisierung und das internationale Geschäft hat der Konzern, der inzwischen offiziell „Deutsche Post DHL Group“ heißt, lange geschafft. Zudem erfreut er Aktionäre mit im DAX-Vergleich überdurchschnittlichen Dividenden. Ist die Deutsche Post Aktie damit ein klarer Kauf?

Aktie der Deutschen Post in der Übersicht

Die Deutsche Post Aktie wird unter der WHN 5552000 und der ISIN DE0005552004 gehandelt. Das deutsche Symbol ist DPW. Die Aktie der Deutschen Post ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • EURO STOXX 50
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • QIX Deutschland

Die Deutsche Post Aktie ist seit März 2001 Mitglied im Deutschen Leitindex. Der Konzern wird derzeit mit 3,01 Prozent gewichtet, was dafür sorgt, dass das Bonner Unternehmen zu den zehn einflussreichsten DAX-Mitgliedern zählt.

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Möglich wird dies durch die hohe Marktkapitalisierung von derzeit fast 38 Milliarden Euro, die durch gut 1,2 Milliarden Aktien zustande kommt. Der größte Anteilseigner ist die staatseigene KfW mit 20,46 Prozent. Die Deutsche Post Ag befindet sich also immer noch teilweise in Staatsbesitz, seit 2005 jedoch nicht mehr mehrheitlich. Der zweitgrößte Aktionär ist BlackRock mit rund 5,5 Prozent.

Der Konzern zahlte 2016 1,04 Euro je Aktie, was eine Dividendenrendite von 3,37 Prozent entspricht.

So präsentiert sich die Deutsche Post auf ihrer Webseite

So präsentiert sich die Deutsche Post auf ihrer Webseite

Fakten und Zahlen zum Logistik-Konzern

Als Gründungstag der Deutsche Post AG gilt der 1. Januar 1995, da zu diesem Zeitpunkt die frühere Behörde Deutsche Bundespost privatisiert wurde. Seit 2015 tritt der Konzern unter dem Namen Deutsche Post DHL Group auf. Der Hauptsitz befindet sich in Bonn.

Der Konzern wird seit 2008 durch Frank Appel geleitet, der bis Oktober 2022 bestellt ist. Aufsichtsratsvorsitzender ist Wulf von Schimmelmann. Über eine halbe Million Mitarbeiter konnten 2016 einen Umsatz von 57,334 Milliarden Euro erzielen. Das Ergebnis nach Steuern betrug 2,6 Milliarden Euro. Insgesamt betreibt die Gruppe rund 28.000 Verkaufsstellen und ist in 220 Ländern und Territorien präsent.

Aufgrund der zahlreichen Zustellfahrräder gilt die Deutsche Post AG als größter Fahrradhalter in Deutschland. Die Zahl hat in den letzten Jahren allerdings abgenommen. 2003 waren noch 25.700 Post-Fahrräder im Einsatz, zehn Jahre später waren es nur noch 18.000. Zugleich stieg die Anzahl der E-Bikes im Post-Besitz von 4.000 auf 6.000.

Deutsche Post als junges Unternehmen mit Hintergrund

Die Deutsche Post AG entstand zwischen 1989 und 1995 durch die Privatisierung der ehemaligen Behörde Deutsche Bundespost-Postdienst. Zugleich wurden auch die Postbank und die Deutsche Telekom privatisiert. Grund dafür war auch die Wiedervereinigung, die eine umfassende Umstrukturierung erforderlich machte.

Die Deutsche Bundespost selbst war 1947 gegründet worden und galt als einer der größten Arbeitgeber der Bundesrepublik. Die Privatisierung wurde auch als „zweite Postreform“ bekannt.

Die Deutsche Post wurde bis 2008 von Klaus Zumwinkel geleitet. Allerdings musste dieser seinen Hut nehmen, nachdem bekannt wurde, dass gegen ihn wegen Steuerhinterziehung ermittelt wird. Aktien der Deutschen Post konnten erstmals im November 2000 gehandelt werden. Dabei konnten Aktien im Wert von 6,6, Milliarden Euro ausgegeben werden. Bis 2005 blieb die Deutsche Post AG allerdings noch zu einem großen Teil in Staatsbesitz. Die KfW verkaufte einen größeren Anteil an Deutsche Post Aktien erst im Jahr 2005 und hielt weiterhin gut 30 Prozent. Erst 2013 reduzierte sie den Anteil auf 21 Prozent der Deutsche Post-Aktien.

Seit 2008 hat die Deutsche Post keine Exklusivlizenzen mehr. Die vollständige Liberalisierung des Postmarktes in Europa wurde 2013 erreicht. Seitdem arbeitet der Konzern daran, auch seinen Auslandsanteil zu vergrößern. Außerdem hat die Postbank 2014 mit StreetScooter ein ehemaliges StartUp erworben, um elektrische Lieferwagen selbst herstellen zu können.

Dies formulierte er unter anderem auch in der „Strategie 2015“. Weitere Ziele waren, die Strukturen der Deutsche Post AG profitabler und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Seit März 2015 gilt der Deutsche Post DHL Group als offizieller Schriftzug.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Verhaltener Optimismus in 2017

Die Deutsche Post DHL Group zeigte in den letzten Jahren eine wechselhafte Entwicklung. 2016 musste sie einen Umsatzrückgang von mehr als drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Zugleich konnte sie den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 71 Prozent steigern.

Wer sich die Gewinnveränderungen des Konzerns ansieht, erkennt schnell, dass eine eindeutige Entwicklung nicht zu erkennen ist. 2010 konnte der Konzern seinen Gewinn um 294 Prozent steigern, im darauffolgenden Jahr brach dieser hingegen wieder 54 Prozent ein. In den Folgejahren stieg er um 42 und 26 Prozent, um dann um ein Prozent, dann 25 Prozent abzunehmen, bevor er dann um die schon genannten 71 Prozent wuchs. Über die Jahre hinweg ergeben sich somit letztlich keine all zu großen Veränderungen.  Letztlich sind die starken Schwankungen vor allem Investitionen und Sonderausgaben geschuldet. Der Konzern hat sich beim Umsatzwachstum relativ konstant gezeigt.

Der Konzern gibt für 2017 eine Prognose, die sich ebenfalls nicht all zu umfangreich von dem des jetzigen Jahres unterscheidet, jedoch ein leichtes Wachstum vorsieht.

Bei den Aktionären sorgen verschiedene Entwicklungen und Aussichten für eine positive Stimme. So soll der Start von „Amazon Fresh“ in Deutschland bald erfolgen und die DHL ein wichtiger Partner des Konzerns auch bei diesem Projekt sein. Goldman Sachs hat den Titel in seine „Conviction Buy List“ aufgenommen und sorgt so für mehr Interesse ander Aktie. Im 4. Quartal 2016 konnte der Konzern zudem 1,1 Milliarden Euro erzielen, was als Rekordergebnis gilt. Konzernchef Appel blickt auch deswegen positiv auf das Jahr 2016 zurück und blickt optimistisch in die Zukunft.

Deutsche Post Aktie kaufen, verkaufen oder halten? Das sagen Analysten!

Der Großteil der Wirtschaftsexperten schätzt die Entwicklung der Deutsche Post Aktie positiv ein. Von 22 Analysten empfehlen derzeit 12 den Kauf, 9 die Post Aktie zu halten und ein weiterer, sie zu verkaufen. Damit hat sich die Meinung der Analysten leicht verbessert.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Goldman Sachs Group Inc. kaufen
Commerzbank AG halten 33 Euro
Jefferies & Company Inc. halten 30 Euro
Morgan Stanley kaufen 38 Euro
Robert W. Baird & Co. Incorporated kaufen 35 Euro
Warburg Research kaufen 36 Euro
HSBC kaufen 36 Euro
Barclays Capital kaufen 37 Euro
Deutsche Bank AG kaufen 35 Euro
Credit Suisse Group verkaufen 29,86 Euro

Das durchschnittliche Kursziel wird mit 33,55 Euro rund 7 Prozent über dem aktuellen Wert gesehen.

Auch die Fundamentalanalyse der Deutsche Post AG von theScreener sieht den Wert positiv. Sie schätzt den Titel als leicht unterbewertet ein und traut dem Konzern bis 2019 ein Wachstum von mehr als 8,5 Prozent jährlich zu. Für einen günstigen Eindruck der Aktie der Deutschen Post sorgt dabei auch die Dividende, die jedoch vollständig durch den Gewinn gedeckt wird. Einziger Wermutstropfen der letzten Wochen ist die relative „underperformance“ der Aktie im Vergleich zum DJ Stoxx 600.

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Deutsche Post wird oft kritisiert

Die Deutsche Post AG ist häufig Kritik ausgesetzt, zumal viele Kunden den Konzern noch als staatliche Behörde mit den entsprechenden Geldern in Erinnerung haben. Einer der Hauptkritikpunkte betrifft deswegen die Verringerung der Filialen, die Reduzierung der Briefkästenanzahl und deren seltener werdenden Leerungen.

Unter den Mitarbeitern sorgte zudem die Gründung der DHL Delivery GmbH für Unwillen. Der Konzern hatte 2015 49 neue Regionalgesellschaften im Paketgeschäft unter diesem Namen gegründet und die Mitarbeit deutlich schlechter bezahlt, als der eigentliche Post-Haustarif vorsah. Als Reaktion traten rund 140.000 Beschäftigte der Post in einen unbefristeten Streit, der mehrere Wochen dauern sollte. Schließlich einigte sich die Gewerkschaft Ver.di mit der Deutschen Post auf eine Einmalzahlung, leicht steigenden Lohn und Kündigungsschutz der Mitarbeiter bis 2019. Zudem sicherte die Post zu, aktuell bei der Deutschen Post arbeitende Mitarbeiter auch im Konzern zu behalten und nur neue Beschäftigte in den ausgegliederten Gesellschaften anzustellen.

Von den Konkurrenzunternehmen wurde zudem beanstandet, dass die Deutsche Post lange Zeit keine Umsatzsteuer im Geschäftskundenbereich abführen musste. Dies stellte einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern dar und änderte sich erst im Juli 2010 auf Drängen der Europäischen Union.

2002 wurde der Konzern auch von Verbraucherschützern kritisiert, weil die Datenbestimmungen bei den Post-Nachsendeanträgen nicht ausreichend waren. Seit Längerem können Kunden selbst bestimmen, welche Unternehmen die neue Adresse nutzen dürfen und welche nicht.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

 

Deutsche Post mit überdurchschnittlicher Dividendenrendite

Die Aktie der Deutschen Post ist in Bezug auf die Dividende eine der attraktivsten DAX-Werte. Der Konzern hat seit 2000 nur vier Mal eine Dividende gezahlt, die unter drei Prozent lag (2004, 2003, 2001 und 2000).

2016 zahlte der Konzern 1,05 Euro je Aktie aus, sodass Aktionäre eine Dividendenrendite von 3,37 Prozent erzielen konnten. Damit verpasste der Konzern zwar die Top 10 der DAX-Mitglieder knapp, allerdings ist der Vorteil der Deutsche Post Aktie das gleichbleibend hohe Niveau.

Der Vorstand plant, Aktionäre auch 2017 wieder zu belohnen, wenn sie die Aktie halten. Erklärtes Zeil des Konzerns ist es, 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. Derzeit sieht es also so aus, als würde die Deutsche Post Aktie auch in Zukunft eine sinnvolle Ergänzung für Anleger sein, die eine Dividendenstrategie verfolgen.

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Alternativen zur Deutschen Post Aktie

Die wichtigsten Konkurrenten der Deutschen Post AG sind Logistik-Unternehmen, die auf dem europäischen Markt aktiv sind. Hierunter fallen beispielsweise FedEX Corp., TNT Express N.V. und United Parcel Service (UPS). Auch CTT-Correios de Portugal S. A., Nippon Express Co., Ltd., die Österreichische Post AG, PostNL N. V., UK Mail Group PLC und Yamato Holdings co. Ltd. können im Bereich der Brief- und Paketdienste als Alternative zur Post-Aktie infrage kommen.

Wichtige Partner des Logistikkonzerns

Die DHL Group tritt in vielfältiger Weise als Partner für lang- und mittelfristige Kooperationen auf. Mit Bombardier Transportation arbeitet mit der DHL Global Forwarding bei der Auslieferung von 47 Zügen für das neue Metro-System in Riad von Mexiko nach Saudi-Arabien. Huawei Technologies und die Deutsche Post DHL Group haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, nach der sie gemeinsam Supply-Chain-Lösungen für Industriekunden entwickeln wollen. Evonik nutzt die Risikomanagement-Lösung DHL Resilience360 und DHL und Smart starteten im März 2017 die Kofferraumzustellung in Berlin. Derartige Projekte verfolgt das Unternehmen in großer Zahl, um neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen.

Die DHL Group sieht einen der wichtigsten Wachstumsbereiche im E-Commerce. Dementsprechend setzt sie viel daran, bei etablierten Online-Shops als Paketdienstleister eingesetzt zu werden. Derzeit sieht es so aus, als könnte sich der Konzern durch das „Amazon Fresh“-Angebot weitere Marktanteile und eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Amazon Deutschland sichern.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Markenstärke der Deutschen Post

Die Deutsche Post verfügt vor allem mit DHL über eine starke Marke von internationaler Bedeutung. Der Markenwert wird aktuell auf 5,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit belegt der Konzern Platz 77 der weltweit wertvollsten Marken und erzielt sogar noch einen besseren Platz als FedEx, die ihm mit 5,579 Milliarden US-Dollar Markenwert allerdings dicht auf den Fersen sind. Deutlich abgehängt wird DHL allerdings von UPS, die mit 15,33 Milliarden US-Dollar ein Vielfaches an Markenwert in die Waagschale werfen können und damit sogar auf Platz 28 der wertvollsten Marken.

2015 landete die Deutsche Post bei Interbrand nur auf einem 30. Rang beim deutschlandweiten Vergleich der Marken. Damals wurde der Markenwert nur auf eine knappe Milliarde geschätzt.

Fazit: Deutsche Post Aktie sollte von vielen Anlegern in die engere Auswahl gezogen werden

Die Aktie der Deutschen Post dürfte derzeit für viele Privatanleger sehr attraktiv sein. Der Konzern punktet mit einem relativ stabilen Wachstum und kann sich zudem auch als modernes und zukunftsorientiertes Unternehmen positionieren. Einen besonderen Pluspunkt stellen sicherlich auch Markenstärke und Dividendenhöhe und –Regelmäßigkeit dar, bei der man fast schon dazu raten muss, die DHL ins Portfolio einer Dividendenstrategie aufzunehmen. Die Aktie verspricht dabei keine hohen Wachstumsraten, gilt jedoch im Gegenzug auch als relativ sicher. Die Deutsche Post ist unter Privatkunden deutlich beliebter als viele der Konkurrenzunternehmen und derzeit vom deutschen Markt nicht wegzudenken. Zusammen mit einigen sinnvollen Investitionen in der Vergangenheit und sorgsamen Kürzungen und Umstrukturierungen ergibt sich ein positives Bild, das dafür sorgt, dass die Deutsche Post Aktie in vielen Portfolios einen sinnvollen Bestandteil ausmachen könnte.

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