Sichere Aktien – Gibt es so etwas überhaupt?

Immer wenn es an den Börsen turbulenter wird, suchen Anleger verstärkt nach “sicheren Aktien”. Auch die Niedrigzinsphase verstärkt diesen Effekt. Weil Zinspapiere und Sparguthaben immer weniger attraktiv werden betreten neue Anleger das Börsenparkett, die wegen des Risikos bisher einen Bogen darum gemacht haben. Die gute Nachricht ist: Es gibt zwar keine sicheren Aktien, aber zumindest sicherere Aktien. Noch besser aber ist eine Investition in ETFs oder eine automatisierte Vermögensverwaltung wie das Cominvest Depot.

Sichere Aktien in Stichpunkten

  • Sichere Konsumgüter
  • Goldminen zur Risikostreuung
  • Techwerte oft weniger sicher
  • Auch sichere Aktien bieten Risiken
  • Auf Streuung achten
  • Robo Advisor als Alternative

Konsum- statt Investitionsgüter

Essen müssen Menschen auch in Krisenzeiten. Vielleicht kaufen sie statt der teuren Schokolade dann die Preiswerte Eigenmarke des Supermarkts. Doch Nahrungsmittel, Klopapier und Waschmittel wird auch weiterhin benötigt. Ohnehin machen diese Ausgaben bei den meisten Haushalten heute nur noch einen kleinen Teil der anfallenden Kosten aus. Nach Daten der Wochenzeitung Welt am Sonntag muss der Durchschnittsdeutsche für ein Kilo Hähnchenfleisch heute nur noch rund 10 Prozent der Zeit aufwenden die sein Großvater 1960 arbeiten musste, um es bezahlen zu können. Auch das macht die Nachfrage relativ stabil.

Preisentwicklung

So viel kürzer oder länger muss der Durchschnittsdeutsche heute arbeiten um sich diese Produkte leisten zu können als noch 1960. Für einen Fernseher musste man 1960 noch fast 350 Stunden arbeiten, heute noch 24, also 93,0 Prozent weniger. Für das Monatsabo einer Tageszeitung muss man dagegen heute 18,2 Prozent länger arbeiten. Grafik: Statistiker-Blog.de

Auch Mieten sind eine relativ sichere Einnahme. Auch wenn in Krisenzeiten manche Zweitwohnung aufgegeben wird und die Nachfrage nach kleinen Wohnungen steigt, ein Dach über dem Kopf benötigt man auch in Krisenzeiten.

Anders sieht es bei Investitionsgütern aus. Als Reaktion auf verhaltene Wirtschaftsaussichten streichen Firmen oft geplante Erweiterungen oder Neuerungen. Hersteller von Robotern und Maschinen werden deshalb stark getroffen. Auch die Werbebudgets werden schnell gestrichen, was Medienunternehmen von Google bis Pro7Sat1 trifft. Auch Luxusgüterhersteller wie Apple dürften ein Minus verbuchen.

Andere Tech-Konzerne wie Amazon dürften zwar am Umsatz gemessen gut durch die Krise kommen. Oft aber ist in ihren Kursen bereits so viel Wachstum schon eingepreist, dass sie teilweise auch bei schwächerem Zuwachs schon an Wert verlieren.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Aktien von Konsumgüterherstellern wie Unilever gelten deshalb als relativ stabil, ebenso Immobilienunternehmen wie Deutsche Wohnen. Allerdings sollte man sich keinen Illusionen hingeben, auch sie sind vor Kursverlusten nicht gefeit. In den 1990er Jahren galten beispielsweise Aktien der Deutschen Bank oder von RWE als sogenannte Witwen- und Waisenpapiere. Man konnte diese Aktien also getrost der Ehefrau oder den Kindern hinterlassen, weil diese sich um die Papiere vermeintlich nicht kümmern mussten. Den Strom braucht man ja immer und die Deutsche Bank war immerhin das mächtigste Geldinstitut im ganzen Land.

Frauen bei der Geldanlage

Der Begriff “Witwen und Waisenpapier” ist auch deshalb veraltet, weil viele Frauen ihr Geld längst erfolgreich selbst anlegen. Quelle: Pixabay

Heute wird der Begriff der Witwen- und Waisenpapiere meist nur noch ironisch verwendet. Einmal, weil viele Frauen ihr Vermögen selbst verwalten. Aber auch, weil sich viele vermeintlich sichere Aktien als höchst unsicher gezeigt haben. Die Liberalisierung des Stromsektors sowie die Energiewende und der Atomausstieg haben beispielsweise RWE stark getroffen. Die Deutsche Bank hat durch eine Reihe unternehmerischer Fehlentscheidungen ihren Rang verloren.

Auch scheinbar sichere Aktien können fallen. Das gilt sogar für Wertpapiere von Immobilienunternehmen. Neue Auflagen, staatliche Vorgaben und veränderte Ansprüche können auch diesen Unternehmen zu schaffen machen. Auch unternehmerische Fehlentscheidungen bedrohen Unternehmen. Ein Beispiel dafür aus jüngerer Zeit ist der Absturz der Aktie der Bayer AG.

Breite Streuung und etwas Gold

Helfen kann hier eine breite Streuung. Schon mit einem DAX-Fonds kauft man 30 verschiedene. Aktien. Am einfachsten geht das mit börsengehandelten Indexfonds. Ein DAX-ETF beinhaltet alle 30 Werte in genau dem gleichen Verhältnis, in dem sie auch im Index vertreten sind. Beim F.A.Z.-Index sind es sogar 100 Werte, allerdings gibt es zu diesem aktuell mit dem ComStage F.A.Z. Index UCITS ETF (WKN: ETF006 / ISIN: LU0650624025) nur einen einzigen Fonds.

Doch auch 100 deutsche Aktien sind noch nicht sicher genug. Denn in dem Index spielen einzelne Industriezweige wie Chemie (z.B. BASF, Bayer) oder Automobil (z.B: BMW, VW, Continental) eine große Rolle. Außerdem sind viele deutsche Firmen stark in Deutschland investiert – und leiden bei einer lokalen Wirtschaftskrise.

Besser ist es, sich international aufstellen. Idealerweise gehören ins Portfolio auch Schwellenländer, unter Umständen sogar Entwicklungsländer. Die sind zwar generell schwankungsanfälliger als Aktien aus Industrienationen, allerdings unterliegen sie anderen Risiken als diese. Viele Schwellenländer leiden beispielsweise unter einer starken Rohstoffabhängigkeit. Umgekehrt kämpfen die meisten Industrienationen mit gesättigten Märkten und einer immer älter werden Bevölkerung. Weil beide Regionen unter unterschiedlichen Risiken leiden ist es möglich, dass sich eine gut entwickelt während die andere sich in einer Krise befindet.

MSCI ACWI

Auch Schwellenländer sollten mit im Depot sein.

Natürlich kommt es aber trotzdem oft vor, dass sich Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gleichzeitig in einer Krise befinden. In solchen Phasen steigen oft die Goldpreise. Deshalb ist ein kleiner Anteil Gold oder Aktien von Goldminen ebenfalls von Vorteil. Goldminen sind zwar sehr schwankungsanfällig, entwickeln sich aber oft entgegengesetzt zum restlichen Markt.

Unser Tipp kurz zusammengefasst

Wer sein Aktiendepot sicher machen will, sollte deshalb breit streuen. Beispielsweise mit einem ETF auf den MSCI All Countries World Index. Der Index enthält, im Gegensatz zum MSCI World, auch Aktien aus Schwellenländern, die rund 10 Prozent ausmachen. Außerdem können Kunden einen Gold ETC oder einen ETF mit Aktien von Goldminen mit ins Depot legen.

Zusätzlich können Anleger dann gezielt sichere Aktien kaufen, beispielsweise von Konsumgüterherstellern. Auch einige ETFs haben sich auf diese Firmen spezialisiert, beispielsweise der Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HN09 / WKN: A113FG). Auch Dividendentitel sind oft stabiler und deshalb eine gute Wahl. Und schließlich gehören auch Aktien von Immobilienunternehmen mit dazu, beispielsweise ETFs auf den STOXX Europe 600 Real Estate.

Wo kaufen?

Nicht nur durch gezielte Aktienauswahl kann man seine Gewinne erhöhen, sondern auch durch die richtige Brokerwahl. Je teurer die Order- und Verwaltungsgebühren, desto länger dauert es, bis das Depot im Plus ist. Besonders niedrig liegen die Kosten aktuell bei DeGiro, einem jungen niederländischen Anbieter.

Günstige Konditionen bei DEGIRO

Günstige Konditionen bei DEGIRO.

Vor allem für Kleinanleger besser geeignet ist aber die Consorsbank. Das Unternehmen aus Nürnberg bietet nämlich die gesamte Dienstleistungspalette einer Direktbank, vom Girokonto bis zum Tagesgeld. Im Rahmen von Aktionsangeboten für Neukunden werden immer wieder besonders niedrige Ordergebühren oder höheren Tagesgeldzinsen angeboten.

Fazit

Wer sichere Aktien kaufen will, der findet diese eher bei Konsumgüterherstellern als bei Maschinenbauern. Denn schon bevor eine Krise wirklich zuschlägt kürzen Firmen die Investitionen. Viele Produkte des täglichen Bedarfs müssen dagegen auch in Krisenzeiten gekauft werden, ob Äpfel oder Klopapier. Allerdings bieten auch sichere Aktien Risiken. Besser ist es deshalb, sein Vermögen breit zu streuen. Dabei darf man natürlich auch gezielt in Aktien aus den Bereichen Konsumgüter oder Wohnen investieren.

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