Krisensicher investieren mit Gold-ETFs

Kommt schon bald der nächste Crash? Niemand kann das sagen, aber eine Absicherung für diesen Fall ist sinnvoll. Vor allem Gold bietet sich dabei an. Wer sich einen Gold-ETF oder ein Gold-ETC kauft, muss sich weder um die Lagerung des Edelmetalls kümmern noch muss er Mehrwertsteuer zahlen. Eine Alternative zum direkten Investment in Gold sind Goldmienenaktien. Sie profitieren ebenfalls von steigenden Goldkursen, können aber auch bei stagnierendem Goldpreis Gewinne machen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Goldpreis mehrfach deutlich gestiegen, allerdings mitunter auch längere Zeit gefallen. Einen ausführlichen Blick auf den Goldpreis wirft unser Artikel „Geld in Gold anlegen: Die Entwicklung des Goldpreises„.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Gold-ETFs und -ETCs bilden den Kurs des Edelmetalls ab.
  • ETCs sind besicherte Zertifikate.
  • Gold bietet Sicherheit bei Kursrückschlägen.
  • Goldminen-ETFs sind eine mögliche Alternative.

Die vier besten Gold-ETFs und ETCs

Euwax Gold II – WKN: EWG2LD; ISIN DE000EWG2LD7

Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,0 Prozent sind Euwax Gold II und Euwax Gold unschlagbar günstig. Euwax Gold II hat allerdings den Vorteil, dass sich Kunden das Edelmetall auch grammgenau ausliefern lassen können – sofern die Depotbank mitspielt.

Nach Angaben der Emittentin finanziert sich der ETC ausschließlich durch die Börsengebühren. Denn Herausgeberin ist die Börse Stuttgart, die damit mehr Umsatz an ihren Handelsplatz ziehen will. Damit sind die Euwax-ETCs auch ein Gegengewicht zum Xetra Gold-ETC der Börse Frankfurt, dem nach wie vor größten Gold-ETC in Deutschland.Wie alle ETCs ist der Euwax Gold II streng genommen eine Schuldverschreibung, sie wird aber durch physisches Gold abgedeckt. Die Absicherung besteht also nicht in Form von Optionen oder Futures, sondern aus realem Gold in Barrenform. Das macht den ETC trotz der niedrigen Gebühren sehr sicher.

NameEUWAX Gold II
WKNEWG2LD
ISINDE000EWG2LD7
LagerlandDeutschland
Gesamtkostenquote (TER)0,00 %
ReplikationPhysisch
ErtragsverwendungThesaurierend

Ein weiterer Vorteil des ETC: Er ist sparplanfähig, Kunden können also beispielsweise monatlich 50,- Euro investieren. Aktuell (Ende 2019) bieten die Comdirect Bank und der Sparkassen Broker (S Broker) einen Sparplan auf Euwax Gold II.

Amundi Physical Gold-ETC (WKN: A2UJK0; ISIN: FR0013416716)

Ebenfalls zu den günstigeren ETCs gehört der Amundi Physical Gold. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei nur 0,19 Prozent. Das ist zwar mehr als beim Euwax Gold und beim Euwax Gold II, aber weniger als bei fast allen Konkurrenzprodukten.

Die Emittentin, die französischen Fondsgesellschaft Amundi, ist eine Tochter der Großbanken Crédit Agricole und Société Générale. Der ETC wurde erst 2019 aufgelegt und bildet den Kassakurs (Spotkurs) nach, also den Preis für den sofortigen Erwerb von Gold (im Gegensatz zu den Kursen an den Terminmärkten).

NameAmundi Physical Gold ETC
WKNA2UJK0
ISINFR0013416716
LagerlandIrland
Gesamtkostenquote (TER)0,19 %
ReplikationPhysisch
ErtragsverwendungThesaurierend

Auch hier kaufen Anleger eine Inhaberschuldverschreibung, die mit physischem Gold hinterlegt ist. Die Absicherung erfolgt also tatsächlich in Form von Barren und nicht durch Swaps, Optionen oder Futures.

Geld anlegen kann sich finanziell lohnen, aber es ist nicht ohne Risiko. Sie können einen Teil Ihrer Einlage verlieren.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

ZKB Gold ETF A (EUR) (WKN: A0RK9Z; ISIN: CH0047533523)

Echte Gold-ETFs finden Anleger aktuell in der Schweiz. Im Gegensatz zu den beiden anderen vorgestellten Papieren handelt es sich bei dem der Zürcher Kantonalbank (ZKB) also nicht um einen ETC, sondern tatsächlich um einen ETF. Das Gold bildet also ein Sondervermögen. In der Europäischen Union dürfen Fonds (und ETFs sind Fonds) maximal 20 Prozent von einem Anlagegut enthalten. Dass soll die Anleger eigentlich schützen, denn so sollen die Fondsgesellschaften zu einer breiteren Streuung gezwungen werden.

Die Regel ist bei Aktien sinnvoll, bei Rohstoffen aber oft hinderlich. In der Schweiz, die ja kein Teil der Europäischen Union ist, besteht eine ähnliche Regelung, Goldfonds haben aber dort teilweise Ausnahmegenehmigungen bekommen.

NameZKB Gold ETF A
WKNA0RK9Z
ISINCH0047533523
LagerlandSchweiz
Gesamtkostenquote (TER)0,40 %
ReplikationPhysisch
ErtragsverwendungThesaurierend

Das gilt auch für den ZBK Gold ETF A. Allerdings besitzt er keine Vertriebszulassung für die Europäische Union. Trotzdem wird er über die Börsen in Berlin und Düsseldorf gehandelt und auch von vielen Brokern wie der ING angeboten.

Die Gesamtkostenquote liegt allerdings mit 0,40 Prozent etwas höher als bei den beiden oben vorgestellten ETCs.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

L&G Gold Mining UCITS ETF (WKN: A0Q8NC; ISIN: DE000A0Q8NC8)

Auch der L&G Gold Mining UCITS ETF ist ein echter Fonds, allerdings bildet er den Goldpreis nur indirekt ab. Seine Wertentwicklung hängt nämlich von der des DAXglobal Gold Miners Index ab. Dieser wiederum enthält die Aktien von weltweiten Minengesellschaften, die vor allem in der Goldförderung tätig sind.

Grundsätzlich folgt die Wertentwicklung von Minengesellschaften überwiegend dem Goldpreis. Je teurer Gold ist, desto mehr Geld nehmen sie ein – und umgekehrt. Preisveränderungen machen sich oft sogar deutlich stärker bemerkbar als beim Gold selbst. Da die Kosten weitgehend gleich bleiben, bedeutet ein Preisplus beim Gold um 10,0 Prozent oft einen deutlich stärkeren Anstieg des Gewinns.

Allerdings gibt es noch weitere Einflussfaktoren. Beispielsweise können Minengesellschaften unternehmerische Fehlentscheidungen treffen, Umweltauflagen erhöht, Minen verstaatlicht oder aus anderen Gründen Bergwerke geschlossen werden. Ein Beispiel dafür ist die Misere der südafrikanischen Minen, die aufgrund der großen Tiefe sowie staatlichen und gewerkschaftlichen Auflagen kaum noch rentabel sind.

NameL&G DAXglobal Gold Mining UCITS ETF
WKNA0Q8NC
ISINDE000A0Q8NC8
LagerlandIrland
Gesamtkostenquote (TER)0,65 %
ReplikationUnfunded Swap
ErtragsverwendungThesaurierend

Weil der ETF in verschiedene Bergwerksgesellschaften investiert, sinkt zwar das Risiko, aber ein gewisses Risiko bleibt grundsätzlich bestehen. Zumal ein Großteil der Weltförderung auf eine Handvoll Länder entfällt. Russland, China, Australien, die USA und Kanada fördern aktuell fast die Hälfte allen Goldes.

Dafür haben Minenaktien neben einem höheren Hebel noch den Charme, dass sie auch bei gleichbleibendem Goldkurs Gewinne machen können.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Welcher Gold-ETF oder ETC passt zu mir…

…wenn ich niedrige Kosten wünsche

Der Euwax Gold II ETC ist, wie sein Bruder Euwax Gold, bei den Kosten kaum zu schlagen. Emittentin ist die Börse Stuttgart, eine (teilrechtsfähige) Anstalt öffentlichen Rechts und die zehntgrößte Börse Europas. Das Angebot ist also trotz seiner niedrigen Kosten seriös.

…wenn ich auf Nummer sicher gehen will

Grundsätzlich sind auch ETCs relativ sicher. Denn der Wert des Papiers ist bei den beiden vorgestellten ETCs durch physisches Gold in Form von Barren abgesichert. Trotzdem sind ETCs rein rechtlich kein Sondervermögen, wie das bei Fonds der Fall ist.

Wem Sicherheit sehr wichtig ist, der sollte deshalb über einen Kauf des Gold-ETFs der Zürcher Kantonalbank nachdenken. Weil in der Schweiz Ein-Produkt-Fonds in Ausnahmefällen erlaubt sind, ist dieses Papier ein echter ETF, also ein Sondervermögen.

…wenn ich auch bei stagnierenden Kursen die Chance auf Gewinne haben will

Gold zahlt keine Dividenden, so lautet eine alte Kritik an dem Edelmetall. Für den vorgestellten Goldmienen-ETF gilt das allerdings nicht, die meisten enthaltenen Gesellschaften zahlen eine Dividende.

Diese wird zwar gleich wieder angelegt, dem Inhaber also nicht aufs Konto ausgezahlt. Trotzdem erhöhen die Ausschüttungen den Wert des Portfolios, ein Vorteil, den die übrigen Fonds und ETCs nicht bieten.

Gold ETF kaufen

Goldproduktion nach Ländern in Tonnen im Jahr 2018. Weltweit wurden im Jahr 2018 rund 3.260 Tonnen Gold gefördert, davon alleine 400 Tonnen in China. (Grafik: Statista nach Daten des US Geological Survey.)

Dadurch können Anleger auch bei stagnierenden Kursen Gewinne machen, gleichzeitig bestehen im Vergleich zu den anderen Papieren aber auch zusätzliche Risiken.

Top 5 Broker für Gold ETFs und ETCs

Sie riskieren Ihr Kapital

Gold in der Analyse: Wie sind die Aussichten für das Edelmetall?

Gold hatte schon immer eine besondere Anziehungskraft. Aber wie ist es um die Attraktivität von Gold als Geldanalgeform heute bestellt? Ein Blick auf das Stärken- und Schwächenprofil gibt Aufschluss:

Stärken

Die große Stärke von Gold ist zweifellos seine Wertbeständigkeit und seine relative Unabhängigkeit von Notenbanken und Staaten. Auch wenn Gold lange Schwächephasen erlebt hat, ist es fast unmöglich, dass Gold wertlos wird – anders als bei einer Aktie.

Im Vergleich zu Bargeld oder festverzinslichen Geldanlagen hat Gold ebenfalls viele Vorteile. Das haben gerade deutsche Sparer im 20. Jahrhundert mehrfach erfahren. Bei der Hyperinflation in den 1920er Jahren und der Währungsreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Sparguthaben und Bargeldbestände entwertet.

Schließlich spricht auch die Risikostreuung für Gold. Der Goldpreis entwickelt sich oft gut, wenn politische und wirtschaftliche Risiken die Aktienkurse drücken. Daher ist Gold eine gute Beimischung fürs Depot.

Schwächen

Gold erwirtschaftet keine Gewinne. Aktionäre sind üblicher Weise Teilhaber eines Unternehmens, das im Idealfall mit seinen Produkten regelmäßig Geld verdient. Gold dagegen ist streng genommen totes Kapital.

Das bedeutet nicht nur, dass Inhaber auf Zinsen oder Dividenden verzichten müssen. Auch die Wertentwicklung ist meist verhaltener als bei Aktien. Zwar machten Anleger mit Gold in den vergangenen zehn Jahren rund 25 Prozent Gewinn, doch ist das deutlich weniger als die 125 Prozent, die die Aktienkurse zulegten.

Auch wenn die vergangenen Dekaden gute Zeiten für Aktien waren und es in den 1960er und 1970er Jahren auch deutlich schlechtere Jahrzehnte gab, haben sich Aktien überwiegend besser entwickelt als Gold.

„Gold ist wie ein Atomschutzbunker. Wer sich darin zurückzieht, überlebt vielleicht den Krieg, aber er hat keine Chance, anschließend noch etwas aus seinem Leben zu machen“, sagte einmal Oliver Stock, damals stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.

Chancen

Immer wieder zeichnen Börsenpropheten die Gefahr einer baldigen Kurskorrektur an die Wand. Politische Krisen wie die Wiederkehr des Populismus werden dabei ebenso ins Feld geführt wie eine Erstarrung der Wirtschaft durch eine zunehmende Monopolisierung vieler Branchen durch gigantische Tech-Konzerne.

Bisher haben die Warner nicht recht bekommen: Immer wieder wurde der Crash erwartet und immer wieder fiel er aus. Doch das heißt nicht, dass er nicht doch irgendwann kommen kann. Dann ist im Vorteil, wer sein Geld in Gold angelegt hat. Während andere Anleger in einem solchen Fall viel Geld verlieren werden, würden Goldbesitzer vermutlich profitieren. So sank der DAX von August 2007 an in eineinhalb Jahren wegen der weltweiten Finanzkrise um fast 50 Prozent, während der Goldpreis fast 50 Prozent zulegte.

Ob wir aktuell wieder vor einer Situation wie 2008 stehen, ist unklar. Anleger sollten sich aber darüber Klaren sein, dass ein solches Szenario realistisch ist.

Risiken

Wenn der Crash ausbleibt, dann würden die Goldpreise vermutlich mittelfristig sinken. Auch eine Entdeckung oder Erschließung neuer Förderstätten könnte den Goldpreis drücken. Oder ein Ausweichen von Anlegern auf Kryptowährungen, die ebenfalls kaum der Kontrolle von Staaten unterliegen.

Golfförderung Südafrika

Rund um Johannesburg in Südafrika befand sich noch vor wenigen Jahren das wichtigste Goldförderzentrum der Welt. Große Tiefen, Misswirtschaft und politische Unsicherheit haben die Förderung einbrechen lassen. Würde das Land seine Förderung wieder ausweiten, könnte das den Goldpreis drücken (Foto: Misio auf Pixabay).

Ein Rückgang des Goldpreises ist keineswegs ausgeschlossen. Das passierte erst vor wenigen Jahren. Damals stieg der Kurs von Gold in Folge der Weltfinanzkrise stark an. Doch als der von einigen Beobachtern erwartete Zusammenbruch der Weltwirtschaft ausblieb, sank der Preis von 2011 bis 2015 um rund ein Drittel. Der Rückgang von damals ist bis heute (Ende 2019) nicht aufgeholt.

Fazit zur SWOT-Analyse

Gold hat Vor- und Nachteile. Für die große Mehrzahl der Anleger ist es sinnvoll, etwas Gold zur Absicherung des Depots zu besitzen. Nur wer sich sicher ist, dass Gold weiter steigt, sollte große Beträge investieren. Für die Mehrheit ist eine kleine Gold-Position ein Baustein in einem auf Aktien und Anleihen aufgebauten Depot.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Gold-ETFs, ETCs und Steuern

Der Euwax Gold-ETC wirbt damit, dass Gewinne dort nach einem Jahr steuerfrei sind. Das entspricht der steuerlichen Behandlung von physischem Gold in Form von Münzen und Barren. Auch dort gilt die Regelung, die viele Anleger auch noch von Aktien kennen: Wer innerhalb eines Jahres verkauft, muss die Erträge als Spekulationsgewinne versteuern, danach sind sie steuerfrei. Bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres wird der Ertrag dafür mit dem individuellen Steuersatz versteuert, also in vielen Fällen deutlich höher als 25 Prozent

Auch eine Mehrwertsteuer fällt nicht an. Bei Goldbarren gilt, dass sie ab einem Feingehalt von 995 Promille steuerfrei sind. Mit einer Reinheit von 999,9 Promille erfüllt der Euwax Gold II ETC dieses Kriterium. Das gilt auch, wenn das Gold in Form von Barren ausgeliefert wurde. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs fällt bei einer Umwandlung keine Steuer an, und zwar auch nicht, wenn die Spekulationsfrist von einem Jahr noch nicht abgelaufen ist.

Andere Regeln für andere ETCs und Fonds

Für den Amundi ETC und die beiden ETFs gelten dagegen abweichende Regeln. Hier werden die Gewinne regulär versteuert. Das bedeutet, das auf Beträge oberhalb des Freibetrages 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer anfallen. Beim Goldminen-ETF werden außerdem regelmäßig Dividenden gezahlt, daher fällt zusätzlich die Vorabpauschale an. Darum müssen sich die Sparer allerdings nicht kümmern, sie wird direkt von der Fondsgesellschaft abgeführt. Das Gleiche gilt auch für die Quellensteuer, die bei Erträgen ausländischer Unternehmen anfallen kann.

LandQuellensteuer in %maximale Quellensteuer nach DBAMaximale Zusatzbelastung nach DBA
Argentinien7-2020-
Australien0-301515
Belgien5-301515
Brasilienkeine--
China, Volksrepublik (ohne Hongkong und Macau)0-201010
China, Republik (Taiwan)211011
Dänemark15-271512
Finnland301515
Frankreich12,812,8-
Hongkong0--
Indien0-1010-
Irland0--
Italien261511
Japan15-20155
Kanada251510
Kroatien1212-
Liechtenstein00-
Luxemburg0-1515-
Malta00-
Niederlande1515-
Portugal0-281513
Russland1515-
Schweden301515
Schweiz351520
Serbien15015
Singapur0--
Spanien19154
Südafrika0-20155
Tschechische Republik1515-
Türkei1515-
Ungarn1515-
Vereinigtes Königreich0--
Vereinigte Staaten von Amerika 0-301515
Zypern0--
Stand 1.1.2019 Quelle Bundeszentralamt für Steuern

Geldwäschegesetz 2020 für Gold

Ab dem 1.1.2020 darf Gold allerdings nur noch bis zum Wert von 2.000,- Euro ohne Registrierung verkauft werden. Bisher lag die Grenze bei 10.000,- Euro. Begründet wird das mit dem Ziel, die Geldwäsche durch Kriminelle zu erschweren. Der Bundesrat forderte sogar eine Absenkung der Grenze auf 1.000,- Euro, konnte sich bisher damit aber nicht durchsetzen.

Nach der neuen Regelung wäre die Münze mit dem Gewicht von einer Unze aktuell (Ende 2019) der größte Krügerrand, den man noch anonym kaufen kann. Natürlich sind auch alle kleineren Münzen weiterhin ohne Registrierung erwerbbar, die kleinste hat aktuell ein Gewicht von 1/50 Unze.

Auch bei anderen Münzen und Barren ist eine Unze dann meist der kleinste Betrag, der noch anonym gekauft werden kann. Natürlich kann jeder weiterhin größere Münzen und Barren kaufen, muss sich dann aber ausweisen.

Für ETCs und ETFs ändert sich praktisch nichts, denn hier ist der Besitz ja bei der Depotbank registriert.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Alternativen zum Gold-ETF

Nicht für jeden Anleger ist ein Gold-ETC oder ETF die beste Wahl. Anleger sollten deshalb die wichtigsten Alternativen kennen.

Physisches Gold statt Wertpapiere auf Gold

Gold in Form von Barren oder Münzen ist der Klassiker für Anleger. Attraktiv ist diese Variante vor allem für Anleger, die mit dem Schlimmsten rechnen, also beispielsweise einer großen Enteignung. Goldmünzen und Barren lassen sich entweder kostenpflichtig im Bankschließfach lagern oder gegebenenfalls auch zu Hause. Idealerweise sollte man bei größeren Summen im letzteren Fall aber einen Tresor besitzen.

Auch steuerlich steht physisches Gold dem Euwax Gold II ETC in nichts nach. Wie erwähnt fällt, anders als bei Silber, beim Kauf von Barren ab einer Reinheit von 995 Promille keine Mehrwertsteuer an. Auch der Verkaufsgewinn ist nach einer Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei.

Goldmünzen sind schon ab einem Feingehalt von 900 Promille von der Mehrwertsteuer befreit, müssen aber zusätzlich gesetzliches Zahlungsmittel in ihrem Heimatland sein. Beliebte Goldmünzen wie der Krügerrand oder der Mapple Leaf erfüllen beide Kriterien.

Allerdings hat physisches Gold auch Nachteile. Es kann leicht gestohlen werden und wer seine Münze zu gut versteckt, findet sie im schlimmsten Fall am Ende selbst nicht mehr. Der Kauf von ETCs ist da deutlich praktischer.

Eine Kompromisslösung kann da der Kauf des Euwax Gold II ETC sein. Sollte sich die politische Lage deutlich verschlechtern, kann das Gold kostenfrei ausgeliefert werden. Nur bei der Lieferung von Barren mit weniger als 100 Gramm fallen Gebühren an.

Gehebelte Gold-Zertifikate

Einige Zertifikate auf Gold bieten einen Hebel. Das bedeutet, wer 50,- Euro investiert, macht bei einem Hebel von 4:1 nahezu die gleichen Gewinne wie ein anderer Anleger, der 200,- Euro ohne Hebel investiert hat. Dass die Gewinne am Ende etwas niedriger sind, liegt an den Gebühren. Sie sind höher als bei klassischen ETCs, weil die Emittenten Kredite aufnehmen müssen, um den Hebel abzusichern.

Faktor-Zertifikate

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Zertifikaten, bei denen die Wertveränderung größer ist als beim Basiswert. Die erste sind Faktor-Zertifikate. Hier wird die tägliche Veränderung gehebelt. Steigt der Goldpreis an einem Tag um 1,0 Prozent, steigt der Wert des Zertifikats bei einem Hebel von zwei um 2,0 Prozent. Steigt er am nächsten Tag noch einmal um 0,5 Prozent, steigt der Kurs um 1,0 Prozent. Allerdings nicht bezogen auf den Ausgangszeitpunkt, sondern auf den Vortagskurs.

Knock-Out-Zertifikate

Bei Knock-Out-Zertifikaten, auch Hebel-Zertifikate genannt, wird dagegen die Gesamtentwicklung gehebelt. Vereinfacht gesagt wird die Wertentwicklung so berechnet, als wäre ein um den Hebel höherer Betrag investiert worden. Bei einem Hebel von zwei steigt oder fällt der Wert bei einem Papier im Wert von 100,- Euro also so, als wären 200,- Euro investiert worden. Wird Gold einen Euro teurer, steigt der Wert des Zertifikats um zwei.

Das bedeutet, dass bei einem Hebel von vier das gesamte Kapital schon bei einem Verlust von 25,0 Prozent aufgebraucht ist. Das Minus kann allerdings nicht größer werden als der eingezahlte Betrag, daher wird es meist kurz vor Erreichen dieser Schwelle wertlos. Daher auch der Name Knock-Out-Zertifikat.

Faktor-Zertifikat, Hebel-Zertifikat oder ETC?

Der Hauptunterschied zwischen Faktor- und Knock-Out-Zertifikaten besteht darin, dass der Zinseszinseffekt beim Faktor-Zertifikat voll greift. Denn hier wird auch der durch den Hebel erzielte Gewinn mitverzinst. Oder anders ausgedrückt: Beim Hebel-Zertifikat wird die absolute Veränderung gehebelt, beim Faktor-Zertifikat die prozentuale.

ING Zertifikate Screenshot

Börsengehandelte Zertifikate lassen sich über fast alle Aktienbroker kaufen, im Bild die Zertifikatesuche der ING. (Quelle: wertpapiere.ing.de)

Das hat Vorteile, wenn der Kurs beständig ansteigt und auch, wenn er lange Zeit fällt. Allerdings haben Faktor-Zertifikate die Besonderheit, dass ihr Kurs fällt, wenn sich der Preis des Basiswertes seitwärts entwickelt. Steigt der Kurs des Basiswertes von 100,- auf 101,- Euro und fällt dann wieder um einen Euro, haben Besitzer von ETC und Hebel-Zertifikaten keinen Verlust gemacht (außer die Gebühren). Bei einem Faktor-Zertifikat mit dem Hebel 4,0 steigt der Wert zunächst von 100,- auf 104,- Euro. Der Rückgang um einen Euro am zweiten Tag entspricht prozentual 0,99 Prozent, das wird mit dem Faktor vier auf 3,96 Prozent gehebelt. Weil die Veränderung aber jetzt nicht mehr auf 100,- Euro, sondern auf 104,- Euro berechnet wird (der neue Kurs einschließlich des gehebelten Gewinns), beträgt der Verlust 4,12 Euro (3,96 Prozent von 104,- Euro). Der Anleger ist damit 0,12 Euro im Minus, obwohl der Basiswert unverändert ist.

Beide Zertifikate haben gegenüber ETCs und ETFs den Nachteil, dass sie üblicherweise nicht besichert sind, der Anleger also bei einer Insolvenz der Emissionsbank im schlimmsten Fall alles verliert, wie das beispielsweise vielen Investoren bei der Lehmann-Pleite erging. Sie sind deshalb vor allem für risikobereite Anleger geeignet.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

CFDs als Alternative zu ETCs

Auch Differenzkontrakte, abgekürzt CFDs (vom englischen Contract for Difference) sind Derivate, also von einem Basiswert abgeleitete Papiere. Ihre Konstruktion entspricht am ehesten denen der Hebel-Zertifikate. Allerdings gibt es hier keine Knock-Out-Schwelle. Dadurch können Anleger mehr verlieren, als sie überhaupt eingezahlt haben, zumindest bei einzelnen Positionen. Für das Gesamtdepot verbietet die Europäische Union mittlerweile die sogenannte Nachschusspflicht, über alle Positionen hinweg können Anleger also maximal das Geld verlieren, dass sie investiert haben.

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CFDs werden üblicherweise nicht an der Börse, sondern bei spezialisierten CFD-Brokern wie Nextmarkets, Plus500 oder Libertex gehandelt. Das macht den Kauf billiger, außerdem fallen keine Verwaltungsgebühren an. Dafür entstehen Kosten, wenn die Papiere über Nacht gehalten werden. Sie sind daher praktisch nur für spekulativ eingestellte Goldkäufer interessant, die am selben Tag kaufen und verkaufen. Doch Vorsicht: Die überwiegende Zahl von CFD-Investoren verliert Geld.

Automatisiert verwaltete Depots

Gold wird oft zur Absicherung eines Aktiendepots eingesetzt. Wer beispielsweise 10.000,- Euro investiert, sollte einen Teil in Aktien, einen in Anleihen und etwas in Gold investieren. Wer sich um die Absicherung und die Streuung nicht kümmern will, der kann sein Geld auch automatisiert in Aktien-ETFs, Anleihen und Gold anlegen lassen.

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Oskar investiert bei allen Strategien einen Teil des angelegten Geldes in Gold. Das Edelmetall ist Bestandteil der Kategorie „Inflationsschutz“.

Einfach und kostengünstig geht das mithilfe eines sogenannten Robo-Advisors. Der verteilt das Geld automatisch auf verschiedene ETFs. Dabei achtet er auf eine breite Streuung des Risikos. Außerdem wird ein festes, vom Kunden bestimmtes Verhältnis von Aktien zu Anleihen und sonstigen Anlagegütern angestrebt und immer wieder nachgesteuert. Zu den sonstigen Anlagegütern gehört oft auch Gold. So investiert beispielsweise der zu Finanzen.net gehörende Robo-Advisor Oskar ETF nach festgelegten Kriterien einen Teil seines Geldes in den Euwax Gold II ETC.

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Fazit: Warum ein Gold-ETF sinnvoll ist

Vor allem für die Absicherung eines breit gestreuten Aktien- oder ETF-Depots hat Gold viele Vorteile. ETFs haben dabei den großen Vorteil, sie sind über die Börse handelbar und können deshalb über praktisch jeden Wertpapierbroker gekauft werden. Gerade die immer noch hohe Gefahr einer drastischen Kurskorrektur spricht für eine Investition in das Edelmetall. Am einfachsten kauft man es über einen ETC, auch Aktien von Goldminen können aber eine Alternative sein. Wem das zu aufwändig ist, der kann sein Geld auch von einem Robo-Advisor wie Oskar verwalten lassen, der das Geld dann auf Aktien-ETFs, Anleihen und Gold aufteilt. Wer konkret auf einen Anstieg des Goldpreises setzen will, kann das auch mit gehebelten Zertifikaten tun. Dafür ist aber umfangreiches Wissen über die Kursentwicklung nötig.