10.000 Euro anlegen

Was tun mit 10.000 Euro, die man anlegen will? Die Zinsen sind niedrig, Aktienkurse und Immobilienpreise hoch. Also in Gold oder in Bitcoins investieren? Oder doch bei Aktien bleiben? Wir geben wichtiges Hintergrundwissen und erklären, warum eine automatisierte Vermögensverwaltung (Robo Advisor) eine gute Idee sein kann.

Das wichtigste in Kürze:

  • Bisherige Geldanlage bei der Planung berücksichtigen
  • Über Risiko bewusst werden
  • Aktien mit höherer Renditechance
  • Breite Streuung ist wichtig

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme

Zwei Fragen müssen sich Anleger stellen, bevor sie Geld anlegen:

  • Wie ist mein Vermögen bisher angelegt?
  • Wie viel Risiko will ich eingehen?

Geld sollte über verschiedene Anlageklassen verteilt sein. Das senkt das Risiko. Außerdem sollte immer etwas Geld schnell verfügbar sein, damit auch unvorhergesehene Ausgaben gestemmt werden können, beispielsweise die kaputte Spülmaschine ersetzt werden kann. Wer schon 1.000,- Euro auf dem Tagesgeldkonto hat kann die 10.000,- Euro deshalb anders anlegen als jemand, der noch nichts zurück gelegt hat.

Die zweite wichtige Frage ist die nach dem Risiko, das man eingehen möchte. Dabei spielt nicht nur die persönliche Neigung eine Rolle, sondern auch der Zeitraum. Wer das Geld schon bald braucht, für den sind Aktien keine gute Wahl. Denn an der Börse kann es immer auch mal deutlich nach unten gehen. Dann sollten Anleger die Zeit habe, die nächste Erholung abzuwarten – und natürlich auch die Nerven dafür.

Je nach bisheriger Anlegepolitik und nach Risiko sollten Anleger den ein oder anderen Baustein stärker oder schwächer gewichten – oder ganz weglassen. Wer 10.000,- Euro zur freien Verfügung hat, dem empfehlen wir gleich zum Baustein 2 zu gehen – oder einen Robo Advisor zu nutzen.

Baustein 1: Sichteinlagen und Sparguthaben

Wer aktuell Geld bei Banken anlegt, der verringert damit real sein Vermögen. Denn die Zinsen liegen auch bei Festgeldern mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren aktuell fast durchgehend unter der erwarteten Inflationsrate von 2,0 Prozent.

Trotzdem gehören Sparguthaben mit zu jedem Portfolio. Beispielsweise um Geld für den Urlaub oder für unvorhergesehene Ausgaben zurückzulegen. Wer ein Haus oder ein Auto besitzt muss etwas mehr sparen, denn dort können schnell mal höhere Kosten anfallen.

Die gesamten 10.000,- Euro gehören aber nicht aufs Tagesgeldkonto, auch dann nicht, wenn man bisher noch kein Geld zurückgelegt hat. Denn falls doch mal eine unerwartet hohe Ausgabe anfällt, kann man gegebenenfalls immer noch zu einem Kredit greifen. Auch die sind aktuell nämlich günstig.

Wer lieber auf Nummer sicher geht, kann neben dem Tagesgeld noch etwas in ein Wachstumssparen investieren. Dort sind Gelder meist mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten verfügbar. Wird das Geld nicht benötigt, steigen die Zinsen von Monat zu Monat.

Festgelder sind dagegen aktuell kaum attraktiv. Selbst bei einer Laufzeit von fünf Jahren erhält man in Deutschland selten mehr als 0,5 Prozent Zinsen, bei den großen Banken sogar deutlich weniger. Hier werden oft nur um die 0,1 Prozent Zinsen gezahlt. Das ist kaum mehr als bei einem Wachstumssparen. Wer sein Geld über fünf Jahre anlegt, erhält beim Wachstumssparen der DKB Bank aktuell (Stand September 2018) immerhin 0,3 Prozent Zinsen pro Jahr. Dieser Durchschnitt ergibt sich durch die steigende Verzinsung, die im ersten Jahr bei 0,1 Prozent liegt und im fünften bei 0,5 Prozent. Der Sparer kann aber sein Guthaben bei steigenden Zinsen jederzeit abziehen, auch wenn damit der Durchschnittszins natürlich niedriger liegt.

Fazit: Nach wie vor gehören Bankprodukte zu einem guten Portfolio also mit dazu, um kurzfristig liquide zu sein. Festgelder sind aber kaum noch attraktiv.

Baustein 2: Aktien und Fonds

Viele Anleger zögern aktuell vor dem Schritt an den Aktienmarkt. Ganz unrecht haben sie damit nicht, denn die Kurse sind hoch. Die Situation ist allerdings nicht ganz so dramatisch, wie es auf den ersten Blick wirkt. Dass der DAX im Herbst 2018 rund ein Drittel höher liegt als zehn Jahre zuvor verdankt sich nämlich auch der Tatsache, dass Dividendenzahlungen in die Berechnung des Index einfließen. Betrachtet man nur die Kursentwicklung, ist der Anstieg weniger deutlich. Der Kurs-DAX, der keine Dividenden berücksichtigt, liegt sogar niedriger als im Jahr 2000.

Ausgeschlossen ist eine deutliche Kurskorrektur damit aber nicht. Und auch wenn die Märkte sich weiter positiv entwickeln, werden außerdem einzelne Aktien zurückbleiben. Anleger sollten deshalb nicht alles auf eine Karte setzen. Besser ist es, das Risiko weit zu streuen.

ETFs und Fonds

Besonders leicht können Anleger ihr Geld mit ETFs streuen, also börsengehandelten Fonds. Die meisten bilden einen Index ab, beispielsweise den DAX. Das sorgt für niedrige Verwaltungsgebühren. Und weil die meisten aktiv verwalteten Fonds auch nicht besser abschneiden als ihr Vergleichsmarkt, sind ETFs oft die bessere Wahl.  Neben Indexfonds gibt es eine Reihe von ETFs, die nach statistischen Kriterien Aktien auswählen. Sie kaufen beispielsweise Papiere, die eine hohe Dividendenrendite haben und ihre Dividende in den vergangenen zehn Jahren immer mindestens konstant gehalten haben.

Ein Vorschlag

Aktien sind trotz des Risikos ein wichtiger Baustein in der Vermögensanlage, vor allem wenn man Zeit (und die Nerven) hat, einen Kursrückgang auch mal auszusitzen. Allerdings ist dabei eine breite Streuung wichtig. Das Geld sollte nicht nur über verschiedene Firmen, sondern auch über verschiedene Regionen gestreut werden. Dabei ist es sichtig, nicht nur Industrienationen zu berücksichtigen, denn die stehen oft vor ähnlichen Herausforderungen wie einer alternden Bevölkerung. Auch ein paar Schwellen- oder vielleicht sogar Entwicklungsländer gehören deshalb mit dazu.

Weltweit investieren

Wer seine 10.000,- Euro komplett in ETFs investieren will, hat für eine breite Streuung ausreichend viel Kapital. Den Grundstock sollte ein in vielen Ländern und Branchen aktiver ETF bilden, beispielsweise einer auf den MSCI World All Countries Index. Dieser enthält Firmen aus zahlreichen Industrie- und Schwellenländern.

Wer sich noch breiter aufstellen will, kann noch einen ETF mit Aktien aus Grenzmärkten (Frontier Markets) hinzunehmen. Das sind Entwicklungsländer, die den Sprung zum Schwellenland schaffen könnten, beispielsweise Vietnam. Wegen des höheren Risikos sollte hier aber etwas weniger Geld investiert werden.

Schwerpunkte setzen

Auch ETFs mit Aktien kleiner Unternehmen (Small Caps) können eine gute Ergänzung sein, denn der MSCI World All Countries enthält nur Großunternehmen. Wer weiter dynamisches Wachstum erwartet, kann noch einen Technologie-ETF kaufen. Fonds mit dividendenstarken Titeln sind dagegen meist stabiler und weniger schwankungsanfällig. Sie sind deshalb die richtige Wahl, wenn man mehr Sicherheit wünscht.

Fazit: Aktien sind langfristig eine attraktive Anlagemöglichkeit. Wichtig ist aber, dass Investoren die Zeit und die Nerven haben, auch längere Abschwungphasen durchzustehen. Viele Kleinanleger steigen zu spät ein und verkaufen dann kurz vor dem Ende des Abschwungs. So maximieren sie ihre Verluste statt ihre Gewinne. Wer sich die Wertpapierauswahl nicht zutraut, sollte einen Robo Advisor in Betracht ziehen.

Baustein 3: Immobilien

Immobilien gehören zu einem breit aufgestellten Portfolio mit dazu. Allerdings lässt sich mit 10.000,- Euro keine eigene Immobilie kaufen. Ohnehin ist eine solche Investition unter dem Gesichtspunkt der Risikostreuung alles andere als optimal.

Wer bereits eine Immobilie besitzt, auch eine selbstgenutzte, braucht im Regelfall kein weiteres Immobilieninvestment mehr. Ohnehin ist das „Betongold“ aktuell teuer, Korrekturen sind wahrscheinlich.

Ein kleiner Immobilienanteil kann trotzdem sinnvoll sein. Hier bieten sich Aktien von Immobilienunternehmen an, von denen es in DAX und MDAX einige gibt. Denn so erreicht man eine breitere Streuung als durch den Kauf einer Mietwohnung. Noch besser ist der Kauf eines ETFs, der verschiedene Immobilienfirmen vereinigt, beispielsweise der ComStage STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF (WKN: ETF074).

Fazit: Wer in Immobilien investieren will, tut das am besten über einen Immobilienaktien-ETF.

Baustein 4: Gold

Gold gilt als Inbegriff von Sicherheit. Allerdings hat der Goldkurs seine Fans zuletzt enttäuscht. Trotz zahlreicher politischer und wirtschaftlicher Krisen kommt er seit mehreren Jahren kaum vom Fleck. Die vergleichsweise niedrigen Kurse können aber auch eine Kaufgelegenheit sein.

Gold bringt keine Zinsen und keine Dividenden. Eine Investition in das Edelmetall ist unproduktiv, doch als Beimischung zum Depot kann sie sinnvoll sein. Denn sollte es an den Börsen tatsächlich nach unten gehen, könnte das den Preis des Edelmetalls beflügeln. Geht es dagegen weiter bergauf verdienen Anleger mit ihren Aktien genug, um kleine Verluste beim Gold mehr als ausgleichen zu können.

Einfacher als der Kauf von Goldbarren ist der Griff zu ETCs, börsengehandelten Rohstoffen. So profitiert man von einem steigenden Goldpreis ohne sich das Edelmetall daheim in den Tresor legen zu müssen.

Alternativ können Kunden auch Aktien von Goldminen kaufen – oder noch besser, einen ETF mit Goldminenaktien. Das hat den Vorteil, dass das Kapital produktiv eingesetzt wird und auch bei stagnierendem Goldkurs Gewinne möglich sind. Allerdings bringt diese Investition auch zusätzliche Risiken mit sich, beispielsweise durch Managementfehler oder politische Krisen wie Verstaatlichungen.

Fazit: Als Beimischung und zur Risikoabsicherung kann eine kleine Gold-Position sinnvoll sein. Statt den Rohstoff in Barrenform zu kaufen greift man aber besser zu einem ETC oder zu Aktien von Goldminen.

Alternative: Robo Advisor

Ein breit aufgestelltes Depot ist mit wenigen Bausteinen umzusetzen. Auch mit 10.000,- Euro kann man schon eine breite Streuung erreichen. Noch einfacher geht es aber, wenn man sein Geld von einer Vermögensverwaltung anlegen lässt. Bei klassischen Anbietern muss man oft mindestens eine Million Euro mitbringen, doch dank der Automatisierung gibt es eine „Light-Variante“, die sogenannten Robo Advisor.

Dabei sucht ein Algorithmus die zum Risikoprofil passenden ETFs und ETCs aus. Deshalb können hier auch weniger risikobereite Anleger ihr Geld investieren. Zwar ist auch ein Robo Advisor Depot weniger sicher als ein Bankkonto, doch deutlich weniger schwankungsanfällig als ein reines ETF-Depot.

Wer dem Algorithmus nicht blind vertrauen will, der kann sich beim Cominvest Depot der Comdirect Bank auch alle Entscheidungen zunächst einmal vorlegen lassen und dann entscheiden, ob sie umgesetzt werden sollen. Allerdings können Anleger ganz beruhigt sein, ein Expertenteam überprüft ohnehin alle Vorschläge des Computers.

Das Cominvest Depot hat mit 3.000,- Euro eine vergleichsweise niedrige Mindesteinzahlung. Das bedeutet, dass Anleger beispielsweise 5.000,- Euro vom Robo Advisor verwalten lassen, 1.000,- Euro für Notfälle aufs Tagesgeldkonto legen und 4.000,- Euro in einzelne Aktien oder ETFs investieren können.

Fazit: Ein Robo Advisor ist auch für weniger risikobereite Anleger interessant.

Fazit

Wer 10.000,- Euro anlegen will sollte darüber nachdenken, einen Teil davon auch in Aktien-ETFs zu investieren. Denn für Tages- und Festgelder liegen die Zinsen aktuell deutlich unter der Inflationsrate, selbst wenn man sich auf zehn Jahre festlegt. Wer mit einer Kurskorrektur an den Aktienmärkten rechnet, findet bei einer automatisierten Vermögensverwaltung auch Profile mit geringem Risiko, die dann oft stärker in Anleihen investieren. Wer sein Geld an der Börse investieren will, muss auf eine breite Streuung achten.

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