Allianz Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Allianz Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Allianz ist Deutschlands größter Versicherer. Für Aktionäre ist der Titel derzeit besonders interessant. Er gilt nicht nur als unterbewertet, sondern kann zudem auch mit einer Dividendenrendite von fast fünf Prozent punkten. Kein Wunder, dass Privatanleger die Aktie gerade besonders attraktiv finden. Mit einer hohen Marktkapitalisierung und einer Jahrhunderte alten Geschichte strahlt der Titel zudem Sicherheit aus. Doch ist die Allianz Aktie auf dem zweiten Blick immer noch so attraktiv?

Das Wichtigste zur Allianz-Aktie in der Übersicht

Die Allianz Aktie wird unter der WKN 840400 und der ISIN DE0008404005 gehandelt. Das Wertpapier ist unter anderem Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Stoxx Europe 50
  • EURO STOXX 50
  • EURO STOXX Insurances
  • Prime All Share
  • Late DAX, HDAX, CDAX, DivDAX Kursindex
  • NYSE International 100
  • EURO STOXX
  • Sustainability Germany Index EUR
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Die Allianz Aktie war lange an der Deutschen Börse in Frankfurt und an der NYSE notiert.2009 beschloss der Konzern jedoch, die Börsennotierung in New York zurückzunehmen und die Notierungen in London, Mailand, Paris und Schweiz einzustellen, da dort das Handelsvolumen gering war.

Derzeit befinden sich 432 Millionen Allianz Aktien im Umlauf. 14,9 Prozent dieser Aktien befinden sich im Besitz von privaten Investoren, 85,1 Prozent der Aktien werden von institutionellen Investoren gehalten. Darunter ist BlackRock mit 5,88 Prozent der bekannteste Anteilseigner. 66,7 Prozent der Aktien befinden sich in ausländischer Hand. Insgesamt erreicht die Allianz eine Marktkapitalisierung von 77,5 Milliarden Euro. Die letzte Dividende betrug 7,60 Euro, was einer Rendite von 4,86 % entsprach.

Allianz verfügt über die stärkste Marke der Versicherungsbranche

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Fakten und Zahlen zum Unternehmen

Die Allianz SE wurde 1890 in München gegründet, hatte ihren Hauptsitz jedoch zunächst in Berlin. Inzwischen ist das Unternehmen wieder in die Bayrische Landeshauptstadt umgezogen und erzielt einen Umsatz von knapp 105 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern betrug 2016 knapp sieben Milliarden.

Die Allianz beschäftigt derzeit gut 140.000 Mitarbeiter. Oliver Bäte und Helmut Perlet leiten den Konzern. Bäte ist erst seit Mai 2015 Vorstandsvorsitzender. Derzeit betreut die Allianz Group mehr als 86 Millionen Kunden im über 80 Ländern. Neben Versicherungs- und Fondsprodukten legt der Konzern auch einen Schwerpunkt auf die Vermögensverwaltung.

Die Allianz verfügt inzwischen über die Rechtsform Societas Europaea. Allein in Deutschland verfügt der Konzern über 10 operative Konzernbeteiligungen. Die Wichtigsten sind:

  • Allianz Alternative Assets Holding
  • Allianz Capital Partners GmbH
  • Allianz Deutschland
  • Allianz Global Investors
  • Allianz Managed Operations & Services SE
  • Allianz Zentrum für Technik

Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein Dutzend operative Konzernbeteiligungen im Ausland.

Geschichte der Allianz

Die Allianz kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1890 zurückreicht. Die Allianz-Versicherungs-AG nahm in diesem Jahr die Geschäftstätigkeit auf, nachdem sie zuvor in München von verschiedenen Versicherungsexperten, Politiker und der Deutsche Bank gegründet wurden. Die erste Auslandsfiliale erfolgte nur drei Jahre später. 1895 wurden die Aktien der Allianz erstmals an der Berliner Börse gehandelt.

In der Zeit des Nationalsozialismus profitierte das Versicherungsunternehmen auf vielfältige Weise. So übernahm es jüdische Versicherungshäuser und versicherte Gebäude und Personal in Auschwitz und Dachau. Nachdem Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptsitz nach München und Stuttgart verlegt, da Berlin blockiert wurde. Das Unternehmen galt als fortschrittlich und führte als Erstes die elektronische Datenverarbeitung per IBM-Computer ein. 1958 wurde der Slogan „hoffentlich Allianz versicher“ eingeführt. In den 1970er Jahren erfolgte eine starke Ausrichtung ins Ausland, was auch durch Aufkäufe und Gesellschaftsgründungen ermöglicht wurde. 1985 erfolgte die Gründung der Allianz AG als Holding, die auch als Gruppenrückversicherung auftrat. Mit der Übernahme der Assurances Générales de France (AGF) stieg das Unternehmen 1997 zum größten Versicherungskonzern der Welt auf.

2001 musste das Unternehmen erstmals in der Firmengeschichte einen Verlust verzeichnen. 1,2 Milliarden Euro Minus machte das Unternehmen durch die Übernahme der Dresdner Bank, dem Anschlag auf das WTC mit der anschließenden Finanzkrise und Naturkatastrophen in Mitteleuropa. 2005 startete die erste Direktversicherungsmarke, die inzwischen unter dem Namen Allsecur aktiv ist.

So präsentiert sich Allianz im Internet

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Kurz- und mittelfristige Ziele der Allianz

Die Allianz konnte im Jahr 2016 einen Umsatzerlös von 104,616 Milliarden erzielen, was im Vergleich zum Vorjahr nur einer Steigerung von 0,31 % entsprach. Die Gesamtverbindlichkeiten erhöhten sich zudem von 786.480 Millionen Euro auf 816.900 Millionen Euro. Das Eigenkapital wurde von 66.099 Millionen Euro auf 70.392 Euro erhöht, was einer Steigerung von 6,65 Prozent entsprach.

Die Allianz hat sich bis 2018 leicht überprüfbare Ziele gesetzt. So möchte das Unternehmen das Ergebnis je Aktie zwischen 2016 bis 2016 um durchschnittlich fünf Prozent jährlich steigern. Zudem soll die Eigenkapitalrendite auf 13 % steigern. Die Steigerung des Inclusive Meritocracy Index auf 72 % und eine Kundenloyalität nach dem Net Promoter Score soll mindestens 75 % betragen.

Dabei machte das Unternehmen 2016 grundsätzlich gute Fortschritte und konnte die Eigenkapitalrendite bereits auf 12 % steigern. Das Ergebnis je Aktie wurde um vier Prozent erhöht, ebenso der Jahresschuss und die Dividende je Aktie. Bäte konnte somit den ersten Aktienrückkauf der Unternehmensgeschichte auf einen guten Weg bringen.

Auch der fortschreitenden Digitalisierung stellt sich der Konzern inzwischen immer selbstbewusster. So wurde beispielsweise das StartUp Simplesurance mit Kapital unterstützt und ein Großteil der Versicherten erhält die Möglichkeit, Verträge vollständig online zu verwalten. Auf diese Weise ist es dem Unternehmen gelungen, trotz Abbau an Arbeitsplätzen den Umsatz zu steigern.

Der Geschäftsbericht der Allianz geht allerdings nicht davon aus, 2017 eine Umsatzsteigerung zu erreichen und plant mit einer Stagnation.

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Kritik am Versicherungskonzern

Der Allianz wurde 2012 von Oxfam vorgeworfen, das Unternehmen in Deutschland ist, das das meiste Geld bei der Spekulation mit Grundnahrungsmitteln investiert. 2011 soll der Versicherungskonzern 6,3 Milliarden Euro in Fonds direkt oder indirekt in Agrarrohstoffe angelegt haben. Insgesamt legten alle deutschen Finanzinstitute 11,4 Milliarden Euro in Agrarrohstoffe an, was einem Sechstel des gesamten Anlagevermögens ausmacht.

Die Allianz wurde zudem 2006 dafür kritisiert, massiv Arbeitsplätze abzubauen. Bis 2008 wollte das Unternehmen jede sechste Vollzeitstelle, also rund 7.500 Stellen streichen. Dies wurde aufgrund des Rekordgewinnes von 4,4 Milliarden Euro im Vorjahr als unverhältnismäßig kritisiert, woraufhin der Betriebsrat externe Gutachter zur Prüfung beauftragte. Im November desselben Jahres gab der Konzern bekannt, bis 2009 keine betriebsbedingte Kündigungen durchzuführen.

Die Allianz ist zudem einer der größten Parteispendern in Deutschland, spendet dabei jedoch an ein breites Parteienspektrum und unterstützt und unterstützte CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne finanziell.

Auch im Rahmen der Versicherungsleistung wurde die Allianz mehrfach kritisiert. So soll die Versicherungsgesellschaft in Deutschland durch Berufungsverfahren die Abwicklung von Versicherungsfällen verzögern, wie ein Bericht des Magazin Panorama 2012 offenlegte. Zudem hatte das Unternehmen den Rückkaufwert für Lebensversicherungspolicen für Kunden nachteilig berechnet und eine unwirksame Klausel in den Verträgen verankert.

Als einer der ersten Versicherungen hat die Allianz 2013 eine Lebensversicherung ohne Garantiezins eingeführt. Das Produkt wurde jedoch vom Bund der Versicherten kritisiert. Die Versicherung sei zu teuer und bei vorzeitiger Kündigung würden Kunden hohe Verluste drohen.

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Die Entwicklung der Allianz-Aktie ist derzeit positiv

Prognose zur Aktienentwicklung: Allianz Aktie kaufen, verkaufen oder halten?

Im vergangenen Jahr konnte die Allianz Aktie den Versicherungsindex STOXX Europe 600 leicht schlagen, da dieser mit 5,6 % deutliche Verluste hinnehmen musste. Auch die Allianz Aktie musste zum Jahresende einen Rückgang von 4,0 % hinnehmen. Unter Einbeziehung der Dividende ergibt sich dennoch eine positive Wertentwicklung von 1,0 %. Im 5-Jahresvergleich konnten sich Aktionäre über einen durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs von 21,8 Prozent freuen.

Die Analysten sehen die Entwicklung der Allianz-Aktie derzeit positiv. Ein Großteil der Analysten traut dem Unternehmen eine Kurssteigerung zu. Von 23 Analysten sind 13 der Meinung, dass der Allianz Aktie dies gelingen wird. Allerdings sind neun der Experten der Meinung, dass keine größeren Kurssteigerungen möglich sind und Anleger derzeit nicht einsteigen sollten. Zu einem Verkauf rät Barclays Capital, die das Kursziel bei 155 Euro ansetzen.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
UBS AG kaufen 180 Euro
Kepler Cheuvreux kaufen 195 Euro
Barclays Capital verkaufen 155 Euro
Morgan Stanley halten 184 Euro
Société Générale Group halten 175 Euro
Robert W. Baird & Co. kaufen 190 Euro
Commerzbank AG kaufen 185 Euro

 

Dennoch zeigt die Fundamentalanalyse eine positive Analystenhaltung und geht davon aus, dass die Aktie stark unterbewertet ist. Der positive Markttrend hält seit 2016 an und die Allianz ist im Vergleich zur Wachstumserwartung um gut 27,5 % günstiger. Allerdings wird die Kurssteigerung derzeit recht vorsichtig formuliert. Auch wenn der Konzern ein ausgesprochen günstiges KGV von unter 11 vorweisen kann, sind auch die Wachstumsaussichten eingetrübt. Für 2017 rechnet die Allianz SE nicht mit einem Umsatzwachstum, nachdem dies schon 2016 nicht gelungen war.

Die mittelfristigen Wachstumschancen gelten jedoch als noch nicht ausgeschöpft. Vor allem in den Schwellenländern könnte das Unternehmen Marktanteile erschließen. Die Branche selbst soll 2017 um vier bis fünf Prozent wachsen.

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Allianz Aktie punktet durch hohe Dividende

Die Allianz belohnt ihre Aktionäre im Vergleich zu vielen anderen Aktiengesellschaften fast schon fürstlich. Seit 2008 wurde keine Dividende mehr ausgeschüttet, die einer Dividendenrendite unter vier Prozent entsprach. Zuletzt wurde die Dividende von 7,30 Euro auf 7,60 Euro erhöht. Damit macht der Konzern wett, dass Analysten kein all zu großes Wachstum von dem Konzern erwarten. Für die Zahlung der Dividende muss der Konzern allerdings auch fast die Hälfte des Gewinns verwenden.

Wer auf Dividenden setzt, liegt derzeit also mit der Allianz-Aktie goldrichtig. Nicht viele DAX-Mitglieder oder Konzerne mit globaler Bedeutung können eine ähnlich hohe Dividendenrendite verzeichnen. Von den DAX-Mitgliedern lagen 2016 in dieser Kategorie nur E.ON und Daimler vor der Allianz.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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Wichtige Konkurrenten der Allianz

Zu den Konkurrenten gehören vor allem andere, international tätige Versicherungsgesellschaften. Zu ihnen gehören:

  • Münchner Rückversicherungsgesellschaft
  • Hannover Rueck
  • Comdirect Bank
  • MLP
  • Prudential
  • Assicurazioni Generali
  • Zurich Insurance
  • American International Group (AIG)

Die Allianz ist zudem immer wieder Bestandteil von Übernahmespekulationen und wurde dabei wiederholt in Verbindung mit Generali und deren Fusionspartner Intesa Sanpaolo gebracht. Die Gerüchte haben sich jedoch nicht bestätigt. Bäte macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass er zugreifen würde, wenn sich eine interessante Möglichkeit ergibt.

Interessant wären auch die Australier QBE für die Allianz. Vor allem deswegen, weil das Unternehmen in Asien bereits etabliert ist und dieser Markt aufgrund der Wachstumschancen besonders interessant ist. Mit einer Marktkapitalisierung von 12 Milliarden Euro ist QBE zudem nicht unbedingt ein Schwergewicht. Den Gerüchten wird jedoch weitaus weniger Wert beigemessen, nachdem Bäte einen Aktienrückkauf angekündigt hat und somit nicht genügend Kapital vorhanden ist, um einen solchen Deal zu stemmen. Bäte wartet somit noch auf seinen ersten größeren Zukauf.

Wichtige Partner

Die Allianz hat mehrere Dutzende wichtige Partner. An vielen hält sie strategische Konzernbeteiligungen. Darunter befinden sich:

  • BMW AG
  • Continental AG
  • ON AG
  • Fresenius SE & Co. KgaA
  • GEA AG
  • Heidelberger Druckmaschinen AG
  • Linde AG
  • Munich Re
  • RWE AG
  • Selecta
  • Siemens AG
  • Total S.A.
  • UniCredito

Stärke der Marke

Die Allianz verfügt über die stärkste Marke der Versicherungsbranche und besitzt eine der wertvollsten der ganzen Welt. Das Unternehmen führte wiederholt die Insurance Top 50 der Brand Finance an.

2016 konnte das Unternehmen im Ranking von Interbrand den 51. Platz mit 9,5 Mrd. US-Dollar Markenwert erzielen. Der Trend geht dabei deutlich nach oben. 2007 hatte das Unternehmen erstmals einen Platz in den Top 100 erreichen können, bis 2016 konnte die Allianz den Markenwert verdoppeln.

Dass die Allianz eine starke Marke ist und besitzt, steht jedoch schon seit Jahren außer Frage. So hat schon BBDO Consulting im Jahr 2002 ermittelt, dass die Allianz die wertvollste Marke aller DAX-Mitglieder besitzt. Europaweit reichte es für Rang drei.

Die Allianz-Aktie ist immer noch interessant

Die Allianz Aktie bietet derzeit ein KGV bei einer Dividendenrendite von fast fünf Prozent. Damit gehört das Wertpapier für die meisten Privatanleger in jedem Fall in das Portfolio. Ohne Frage handelt es sich bei der Allianz Aktie um einen der interessanteren Titel, zumal der Konzern als einer der wenigen großen Versicherern als so stark unterbewertet gilt und dabei durch seine Größe Sicherheit verspricht.

Interessant ist zudem, dass sich Bäte für eine Erhöhung des Eigenkapitals entschieden hat. Vielen Aktionären wäre allerdings wohl eine Übernahme lieber gewesen. Wenn Anleger an der Allianz etwas auszusetzen haben, dann sicherlich, dass derzeit kein nennenswertes Umsatzwachstum erzielt werden soll und der Aktienkurs somit auch abgebremst werden wird.

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