Fresenius Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Fresenius ist ein traditionsreiches Gesundheitsunternehmen, das sich derzeit anschickt, zur Dividendenaristokratie zu gehören. Der Konzern wächst durch Übernahmen stetig, bislang jedoch ohne sich zu überheben. In vielen Bereichen ist er Marktführer und somit für Privatanleger besonders attraktiv.

Die Fresenius-Aktie im Überblick

Die Aktie von Fresenius wird unter der Wertpapierkennnummer 578560 und der ISIN DE0005785604 geführt. Das Symbol ist FRE. Die Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • EURO STOXX 50
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index
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DAX-Mitglied ist die Fresenius-Aktie seit März 2009. Mit einer Gewichtung von 3,07 Prozent zählt das Unternehmen zu den 10 wichtigsten DAX-Konzernen. Die Marktkapitalisierung von 40,987 Milliarden Euro teilt sich auf 55 Millionen Aktien auf. Davon befinden sich nur knapp 74 Prozent in Streubesitz. Mit 26 Prozent ist die Else Kröner-Fresenius-Stiftung Hauptaktionär. Als Großaktionäre meldepflichtig sind zudem die Allianz Global Investors und BlackRock mit jeweils um die fünf Prozent.

Die letzte Dividende betrug 0,60 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 0,81 Prozent entspricht.

So präsentiert sich das Unternehmen Fresenius im Internet

So präsentiert sich das Unternehmen Fresenius im Internet

Fakten und Zahlen zum Gesundheitsunternehmen

Fresenius wurde 1912 gegründet und wird derzeit vom Stephan Sturm als Vorstandsvorsitzenden und Gerd Krick als Aufsichtsratsvorsitzenden geleitet. 2016 konnte der Konzern einen Umsatz von 29 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro erzielen. Möglich wurde dies auch durch die 232.873 Mitarbeiter, die in mehr als 100 Länder für den Gesundheitskonzern arbeiten.

Fresenius hält 31 % an der Fresenius Medical Care, die ebenfalls im DAX vertreten ist. Außerdem gehören zum Konzern auch Fresenius Kabi und Fresenius Helios als 100-prozentige Töchterunternehmen. An Fresenius Vamed hält der Konzern 77 Prozent. Fünftes Standbein ist Fresenius Netcare, das IT-Lösungen bereitstellt.

Wichtigster Markt ist für den Konzern Nordamerika, wo 47 Prozent des Umsatz entstehen. Europa folgt mit 38  Prozent vor Asien-Pazifik mit 10 %.

Fresenius Helios gilt als größter privater Krankenhausbetreiber in Deutschland. In mehr als 100 Kliniken werden 30.000 Betten angeboten. Jährlich werden mehr als eine Million Patienten stationär behandelt.

Anfänge als Apotheke

Fresenius geht auf die 1462 in Frankfurt am Main gegründete Hirsch-Apotheke zurück, die im 18. Jahrhundert durch die Familie Fresenius erworben wurde. Eduard Fresenius legte 1912 den Grundstein für das Pharmazieunternehmen Dr. E. Fresenius, das schon damals an Arzneispezialitäten wie Injektionslösungen und serologische Reagenzien forschte. Möglich wurde dies auch dadurch, dass er Medikamente der Professoren der Frankfurter Universität produzierte und so kostengünstig für einen größeren Patientenkreis zur Verfügung stellen konnte. Die zahlreichen Kooperationen sorgten neben technischer Aktualität dafür, dass Fresenius schnell wuchs. 1933/34 wurde die Produktion von der Apotheke getrennt und nach Bad Homburg verlagert, wo sich auch heute noch der Hauptsitz des Konzerns befindet.

1946 starb Eduard Fresenius überraschend und das Unternehmen hätte beinahe nicht weiter existiert. Es war verschuldet und die Hirsch-Apotheke war nach Bombenangriffen in einer Baracke untergebracht.

Else Kröner, die Tochter der Haushälterin der Familie Fresenius, die für das kinderlose Ehepaar wie ihr eigenes Kind wurde, erbte zusammen mit ihrer Mutter und der Prokuristin das Unternehmen. Else war es zuvor durch die Fresenius ermöglicht worden, Abitur zu machen und Pharmazie zu studieren. Allerdings konnte sie ihr Studium nicht rechtzeitig abschließen, bevor sie die Leitung des Unternehmens übernahm und setzte es deswegen parallel fort. Zudem nahm sie Abendkurse, um betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen zu erlernen. Sie verpachtete die Apotheke anschließend an einen Kollegen und konzentrierte sich auf die Entwicklung des Unternehmens Fresenius in Bad Homburg. Dabei setzte sie vor allem auf Infusionslösungen, da sich das Unternehmen schon in den 1920ern damit einen Namen machen konnte.

Ab 1966 vertrieb der Konzern Dialysegeräte von ausländischen Herstellern und konnte bedeutende Marktanteile damit gewinnen. 1979 begann die Produktion eines eigenen Analysegeräts. Seit den späten 1950ern hatte das Unternehmen zudem fortwährend expandiert und dabei auch die Produktpalette bedeutend erweitern. Dabei entwickelt der Konzern auch einige Neuheiten wie sterile Kunststoffflaschen für Injektionslösung oder Aminosäurelösungen nach dem Kartoffel-Ei-Muster.

1981 wurde Fresenius in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börseneintritt erfolgte 1986.  Zehn Jahre später wurde die National Medical Care übernommen und als Tochtergesellschaft ausgegliedert.

2001 wurde die Wittgensteiner Kliniken AG übernommen, 2005 die Helios Kliniken und 2011 die Damp-Gruppe. Damit konnte der Konzern sich auch als Krankenhausbetreiber als stärkster Privatanbieter etablieren. 2008 übernahm Fresenius APP Pharmaceuticals und stieg so in den nordamerikanischen Pharmamarkt ein. Heute ist der Konzern weltweit führend bei Generika, die intravenös zu verabreichen sind. 2017 hat der Konzern mit Quironsalud den größten privaten Klinikbetreiber Spaniens übernommen.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Fresenius mit erneutem Rekordergebnis und guten Wachstumsaussichten

Fresenius erfreut inzwischen seit Jahren die Aktionäre und konnte 2016 sein 13. Rekordergebnis in Folge feiern. Der Umsatz stieg 2016 um 5,27 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg auf knapp 1,6 Milliarden Euro – ein Mehr von 17,30 Prozent. Nach Ansicht von Sturm soll dies auch durchaus so weiter gehen. Das Unternehmen hat seine Ziele bis 2020 ausgegeben und möchte dann einen jährlichen Umsatz zwischen 43 und 47 Milliarden Euro vorweisen können. Der Gewinn soll sich dann zwischen 2,4 und 2,7 Milliarden Euro bewegen.

Vorstandschef Sturm macht dabei keinen Hehl daraus, dass Wachstum auch durch Zukäufe generiert werden sollen. Der Konzern will auch in Zukunft kleinere und mittlere Unternehmen übernehmen, um so Wachstum zu generieren. Die finanziellen Kapazitäten seien dabei kein Grund zur Sorge. Priorität hat allerdings die Integration von Quironsalud. Ein größerer Zukauf könnte schon in zwei Jahren anstehen, wenn dabei alles nach Plan verlaufe. Ein fünftes Standbein komme damit nicht in Frage. Der Konzern hatte im Juni 2013 sein Biotechnologie-Geschäft verkauft.

Die Schweizer Großbank UBS sieht in der Zukunft jedoch Risiken für die Gewinnmargen vor allem von Fresenius Medical Care und geht deswegen davon aus, dass der Konzern seine optimistischen Ziele möglicherweise nicht erreichen können wird.

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Fresenius-Aktie kaufen, verkaufen oder halten? Das sagen Analysten

Marktbeobachter schätzen die weitere Entwicklung des Konzerns und der Fresenius Aktie überwiegend positiv ein. Von 23 Analysten empfehlen 15 den Kauf und 8 das Halten der Aktie.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Morgan Stanley kaufen 83 Euro
UBS AG halten 74 Euro
Credit Suisse Group halten 74 Euro
Commerzbank AG kaufen 84 Euro
DZ Bank kaufen 84 Euro
Jefferies & Company Inc. halten 74 Euro
Kepler Cheuvreux halten 77 Euro
Deutsche Bank AG kaufen 82 Euro
Independent Research kaufen 91 Euro
JP Morgan Chase & Co. kaufen 99 Euro

 

Das durchschnittliche Kursziel beträgt derzeit 79,57 Euro und liegt damit fast sieben Prozent unter dem aktuellen Kurs der Fresenius-Aktie.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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Fresenius mit gutem Ruf

Fresenius ist für ein DAX-Unternehmen und Pharma-Konzern erstaunlich skandalfrei. Vereinzelt werfen Forscher dem Konzern vor, bei für sie negative Forschungsergebnisse  Forscher unter Druck zu setzen. Bislang ist jedoch wohl kein Fall bekannter geworden, bei dem die Rechtsanwälte dies nicht zurecht tun würden.

Außerdem steht Fresenius aufgrund seiner umfangreichen Aktivität als privater Krankenhausbetreiber natürlich auch im Zentrum bei der Kritik an der Privatisierung von Krankenhäusern, die eine Gewinnabsicht noch dringender gemacht haben soll als ehemals. Letztlich handelt es sich dabei allerdings primär um Systemkritik und nur sekundär um Kritik am Konzern selbst.

Kritisiert wurde der Konzern auch, weil Fresenius und der Tochterkonzern Fresenius Medical Care 2014 das einzige DAX-Unternehmen war, das keine einzige Frau in einem der Führungsgremien hatte. Der Konzern hat allerdings relativ schnell auf die Kritik und die Einführung der Frauenquote reagiert und erfüllt die geforderte 30 Prozent inzwischen.

Auch für den Abbau von Stellen ist der Konzern in der Vergangenheit mehrfach kritisiert worden. Allerdings wäre auch dies für ein DAX-Unternehmen das Gegenteil eher unüblich. Insgesamt ist Fresenius also erstaunlich skandalfrei und hat einen sehr guten Ruf.

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Fresenius-Aktie kurz vorm Dividendenadel

Für da Jahr 2016 hat der Konzern eine Dividende von 60 Cent je Fresenius-Aktie ausgeschüttet, was eine Dividendenrendite von 0,81 Prozent bedeutet. Damit ist der Konzern nicht übermäßig großzügig, aber dennoch ist die Aktie für Aktionäre, die eine Dividendenstrategie verfolgen relevant. Der Konzern gehört nämlich zu den wenigen Aktiengesellschaften, die die Dividende regelmäßig steigern. 23 Erhöhungen in Folge kann das Unternehmen derzeit verzeichnen und steht somit einer Aufnahme als Dividendenaristokrat kurz bevor.  Sollte der Konzern auch in den nächsten zwei Jahren die Dividende steigern – und dies ist durchaus geplant, kann sich die AG mit Fug und Recht dem Dividendenadel zugehörig fühlen.

Zugegeben – die Erhöhung der Dividende ging nur langsam voran und betrug schon mehrfach nur ein oder zwei Cent. Allerdings erreicht das Wachstum der Dividende über die Jahre dennoch einen zweistelligen Prozentwert und spiegelt somit auch das solide Wachstum des Unternehmens wieder. Nicht ganz so positiv entwickelte sich allerdings die Dividendenrendite, die seit 2008 jährlich gefallen ist.

Dass die Dividende irgendwann ins Stocken gerät, gilt schon alleine aufgrund des Hauptaktionärs als unmöglich. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist immerhin auf die Dividende angewiesen und hat ein bedeutendes Stimmrecht. Manche Kritiker sind sogar der Meinung, dass die Stiftung zu viel Macht hätte. So oder so: Für Aktionäre macht allein die Hauptaktionären es deutlich wahrscheinlicher, dass die Dividenden auch in Zukunft mit regelmäßiger Gleichmäßigkeit fließen werden.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

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Wichtige Konkurrenten des Konzerns

So viele Unternehmen, die dem Weltmarktführer in vielen Bereichen tatsächlich noch Konkurrenz machen könnten, gibt es gar nicht mehr. Einen Großteil hat Fresenius geschluckt. Zur Peergroup des Konzerns gehören die folgenden Unternehmen:

  • Carl Zeiss Meditec
  • General Electric
  • Johnson&Johnson
  • Roche
  • Baxter International
  • Siemens

Zudem sind einige private Krankenhausgruppen durchaus in der Lage, dem Marktführer Paroli zu bieten. Hierunter fallen die Asklepios Kliniken, die Rhön-Klinikum AG, die Sana Kliniken GmbH, die Paracelsuis-Kliniken Deutschland GmbH und die Marseille-Kliniken AG.

Synergie-Effekte zwischen den Tochterunternehmen

Der Fresenius-Konzern ist hervorragend dafür aufgestellt, Synergie-Effekte zwischen den fünf Töchtergesellschaften zu nutzen. So Kümmert sich Vamed um Erstellung und Wartung von Krankenhäusern und andere Gesundheitseinrichtungen, die von Helios betreiben werden. Netcare sorgt für die IT-Lösungen. Medical Care bietet Produkte und Dienstleistungen für Patienten mit chronischem Nierenversagen an, die allerdings auch Infusions- und Ernährungstherapien von Kabi nutzen können. Kabi kann Patienten auch ambulant versorgen und bietet somit die Ergänzung oder die Alternative zum Klinikaufenthalt bei Helios.

Stärke der Marke hat Steigerungspotenzial

Fresenius besitzt im internationalen Vergleich keine absolute Top-Marke, kann jedoch laut TheBrandTicker für Fresenius Medical Care immerhin einen Markenwert von 3,845 Milliarden verbuchen. Die wichtigsten Assoziationen dafür sind „gesund“ und „beeindruckend“, allerdings folgt auf Platz drei mit „antiquiert“ eine negative Charaktereigenschaft.

So überrascht es nicht, dass der Markenwert des Unternehmens generell eher als schwach angesehen wird und sogar zu den schwächsten im DAX gehört. Dennoch macht sich eine positive Entwicklung in den letzten Jahrzehnten bemerkbar.

Fazit: Aktie von Fresenius wird von vielen Analysten empfohlen

Die Stimmung der Analysten ist für die Fresenius-Aktie überwiegend positiv. Ein Großteil empfiehlt den Kauf oder wenigstens das Halten des Wertpapiers. Positiv sind die kurz- bis mittelfristigen Wachstumsprognosen, die der Konzern ausgibt und nicht als unrealistisch denken.

Auch langfristig könnte das Unternehmen trotz sinkender Gewinnmargen vom demografischen Wandel profitieren. Hinzu kommt, dass der Konzern mit großer Sicherheit nicht aufhören wird, eine Dividende zu zahlen, wenn er sich dies nur annähernd leisten kann. Für viele ist die Aktie von Fresenius deswegen ein klarer Kauf.

Die Geschäftszahlen sind gut, die Ausblicke auch, die Dividende gilt als sicher und die Aktie nicht als überteuert. Die Fresenius-Aktie könnte somit derzeit ein passender Kandidat für die meisten Privatanleger sein.

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