Schweizer Aktien kaufen? Tipps und Analysen!

Die Schweiz gilt als Hafen der Stabilität. Was liegt in turbulenten Zeiten also näher, als Aktien aus der Eidgenossenschaft zu kaufen? Wir stellen drei interessante Papiere vor, informieren kurz zum Thema Handelsverbot für Schweizer Aktien in der EU, analysieren die Stärken und Schwächen der Eidgenossen und stellen außerdem Alternativen zu Schweizer Einzelaktien vor.

Pro und Contra Schweizer Aktien

Pros
  • Wettbewerbsstarke, innovative Unternehmen
  • Hohe politische Stabilität
  • Nähe zu Deutschland und der EU
  • Absicherung gegenüber Euro-Risiken durch Franken-Investment
Contra
  • Handeslverbot für Schweizer Aktien in der EU
  • Hohe Bewertung
  • Wechselkursrisiken

Aktuelles: Warum lassen sich Schweizer Aktien nicht in Deutschland handeln?

2019 bewegte das Thema Handelsverbot für Schweizer Aktien die Anleger in der EU. Denn seit dem 1. Juli 2019 dürfen Schweizer Aktien an den europäischen Börsen nicht mehr ohne Weiteres gehandelt werden.

Grund dafür ist ein Konflikt zwischen den Eidgenossen und der Europäischen Union. Bekanntlich ist das Land kein Mitglied des Staatenbundes, allerdings in vielen Punkten enger Partner. So hatte die EU-Kommission die Schweizer Börsen nahezu gleich wie Handelsplätze innerhalb der Union behandelt. Diese sogenannte Börsenäquivalenz endete mit dem 30. Juni 2019.

Rahmenabkommen mit der Schweiz gescheitert

Dass die Schweizer Unternehmen die gleichen Privilegien genossen wie EU-Firmen, aber nicht die gleichen Regeln befolgen mussten, empfanden viele Beobachter als unfairen Vorteil. Daher wollte die Union mit der Schweiz ein Rahmenabkommen aushandeln. Doch eine Einigung kam nicht zustande, weil der Schweizer Bundesrat im Dezember 2018 das ausgehandelte Abkommen nicht bestätigte.

Commerzbank OnVista

In Frankfurt können Schweizer Aktien aktuell nicht gehandelt werden. (Foto: Pixabay.com | © Hans Braxmeier)

Deshalb erkannte die EU den Schweizer Börsenplätzen zum 1. Juli 2019 die Gleichstellung mit EU-Börsen ab. Das bedeutet, dass EU-Broker nicht mehr über Schweizer Börsen handeln dürfen, wenn die Papiere auch in der EU ge- und verkauft werden können. Der Schweizer Bundesrat wiederum beschloss, dass Schweizer Aktien nur noch auf von der Schweiz anerkannten Börsenplätzen gehandelt werden dürfen – und damit nicht mehr in der EU.

Die Folgen für die Anleger

In der Folge müssen Anleger Schweizer Aktien jetzt direkt in der Schweiz kaufen und können das beispielsweise nicht mehr über die Berliner Tradegate Exchange oder Xetra tun. Das kann bei einigen Brokern zu deutlich höheren Kosten führen. Nach Meinung sowohl der Neuen Zürcher Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind die Schweizer Börsen daher die Gewinner des Streits, die Anleger sind die Verlierer.

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Bei DEGIRO lassen sich Schweizer Aktien günstig kaufen.

Für die Anleger gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder sie suchen sich einen Broker, der auch außerhalb der EU sehr günstige Konditionen anbietet, wie beispielsweise Lynx. Oder sie sehen sich nach Alternativen um, beispielsweise ETFs. Denn in der EU aufgelegte ETFs, die in Schweizer Aktien investieren, sind nicht betroffen.

Auch der außerbörsliche Handel ist kaum betroffen. Allerdings werden dort nicht alle Schweizer Aktien angeboten.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Die drei besten Schweizer Aktien

Diese drei Schweizer Aktien sollten Anleger genauer unter die Lupe nehmen. Stark sind die Eidgenossen vor allem in den Segmenten Chemie und Pharma sowie im Finanzsektor. Kein Wunder, dass die drei Papiere aus diesen beiden Branchen stammen.

Lonza AG (WKN: 928619, ISIN: CH0013841017)

Mehr als 100 Jahre ist das Unternehmen Lonza aus Basel alt, doch mit dem ursprünglichen Geschäft hat der Pharma- und Chemiekonzern dank eines ständigen Umbaus nichts mehr zu tun. Ursprünglich begann die Firma 1897 als Elektrizitätshersteller, daher auch der Name. Die Lonza ist ein Fluss, an dem die ersten Wasserkraftwerke standen.

Der selbst produzierte Strom diente als Grundlage für den Einstieg in die Chemieindustrie. Doch das Geschäft mit Düngemitteln, Massengütern wie Acetylen und Kunststoffen wurde entweder eingestellt, verkauft oder ausgegliedert. 2006 wurde das Polymer-Geschäft als eigenständiges italienisches Unternehmen an die Mailänder Börse gebracht. Mit dem Erlös investierte Lonza vor allem in den Bereich Biotech, der heute den Schwerpunkt des Unternehmens bildet. Dabei agiert die Firma oft als Dienstleister für die großen Schweizer Pharma- und Chemieriesen wie Novartis oder Hoffmann-La Roche.

 2016201720182019 (e)2020 (e)2021(e)
Umsatz in Milliarden CHF laut GuV4,15,15,5.........
Gewinn je Aktie in CHF (unverwässert, nach Steuern)5,3110,707,51.........
Dividende je Aktie in CHF (Zahlung jeweils im folgenden Jahr)2,552,752,75(2,78)(3,06)(3,27)

In den vergangenen zehn Jahren ließ das Unternehmen in fast jedem Vergleichszeitraum den Schweizer Aktienindex SMI deutlich hinter sich – und damit erst recht den DAX, der weit weniger zulegen konnte als sein Schweizer Pendant. Das Unternehmen schreibt Gewinne und zahlt sogar eine Dividende. Eine interessante Aktie, auch wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit fast 34 (Bilanzjahr 2018) relativ hoch ist.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

F. Hoffmann-La Roche AG (WKN: 851311, ISIN: CH0012032113)

Auch die F. Hoffmann-La Roche AG kommt aus Basel und ist im Pharmageschäft tätig. Allerdings ist F. Hoffmann-La Roche rund zehnmal so groß wie die Lonza AG und eines der größten Unternehmen der Branche weltweit. Oft wird die Firma nur als Roche bezeichnet, auch wenn der Geburtsname des Gründers Hoffmann lautete. La Roche war der Geburtsname seiner Frau, nach der Hochzeit trug er bis zu seiner Scheidung den Doppelnamen Hoffmann-La Roche.

Das Unternehmen besteht aus zwei Divisionen, nämlich Pharma und Diagnostics. Weltweit beschäftigt es fast 100.000 Menschen, davon rund 15 Prozent in Deutschland. Unter anderem übernahmen die Schweizer 1997 das traditionsreiche Unternehmen Boehringer Mannheim.

 2016201720182019 (e)2020 (e)2021(e)
Umsatz in Milliarden CHF laut GuV50,653,356,8(60,0)......
Gewinn je Aktie in CHF (unverwässert, nach Steuern)11,2410,1212,30(13,20)(13,70)(14,30)
Dividende je Aktie in CHF (Zahlung jeweils im folgenden Jahr)8,208,308,70(9,00)(3,30)(9,60)

Mit dem Medizinbereich ist Roche in einer Zukunftsbranche aktiv. Wegen der hohen Forschungsausgaben ist es außerdem für Einsteiger schwierig, hier Fuß zu fassen. Das zeigt sich auch in den hohen Gewinnen des Unternehmens. 3,57 Prozent betrug die Dividendenrendite im Jahr 2018, für die kommenden Jahre ist jeweils ein Anstieg der Dividende geplant. In den vergangenen fünf Jahren ist das Unternehmen zwar „nur“ genauso schnell wie der Schweizer Aktienindex SMI gestiegen, das liegt aber vor allem an der schwachen Entwicklung zwischen Oktober 2016 und Juni 2018. Seitdem hat sich die Aktie deutliche besser entwickelt als der Vergleichsindex.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Swiss Re (WKN: A1H81M, ISIN: CH0126881561)

Wer über die Schweiz spricht, denkt oft zuerst an Finanzunternehmen. Tatsächlich ist der Banken- und Versicherungssektor neben der Chemieindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig an der Schweizer Börse. Allerdings hatten die Banken zuletzt schlechte Jahre erlebt. Und nach wie vor ist unklar, ob sie sich davon wieder erholen – oder ob neue Technologien die alten Banken zumindest teilweise überflüssig machen werden.

Besser sieht es bei den Versicherungen aus. Vor allem die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft AG hat zuletzt mit einem hohen Gewinnwachstum überzeugt und bietet außerdem eine attraktive Dividende. Die Dividendenrendite lag zuletzt bei über 5,0 Prozent. Der Aktienkurs des Unternehmens, das überwiegend unter der Marke Swiss Re auftritt, hat von 2015 bis Anfang 2020 rund 30 Prozent zugelegt und damit deutlich mehr als der Vergleichsindex SMI.

Bei der Swiss RE können Versicherungsgesellschaften sich für den Fall versichern, dass die Schäden die eigene Kapazität überschreiten. Nach der Münchner Rück (Munich Re) ist das Unternehmen weltweit die Nummer zwei in diesem Bereich.

 2016201720182019 (e)2020 (e)2021(e)
Umsatz in Milliarden CHF laut GuV43,041,636,5.........
Gewinn je Aktie in CHF (unverwässert, nach Steuern)10,561,011,34(5,10)(9,00)(9,80)
Dividende je Aktie in CHF (Zahlung jeweils im folgenden Jahr)4,855,005,60(5,86)(6,12)(6,39)

Die weltweite Unsicherheit angesichts angespannter politischer Lagen oder mehr und vor allem teureren Naturkatastrophen könnte dem Unternehmen nutzen. Beispielsweise ist die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft drittgrößter Teilhaber der Extremus Versicherungs-Aktiengesellschaft in Köln, die als Spezialversicherer Schäden durch Terroranschläge versichert. Mehr Schäden bedeuten zwar auch mehr Kosten, aber auch mehr Nachfrage und höhere Prämien. Aktuell ist die Stimmung oft schlechter als die Lage, was erst recht positiv für die Versicherer ist.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Grundwissen Schweizer Aktien

Mit nur 8,5 Millionen Einwohnern ist die Schweiz nur wenig größer als Niedersachsen, aber wirtschaftlich ein Gigant. Das Land ist als einziger größerer Staat in Zentraleuropa nicht Mitglied der Europäischen Union, gleichzeitig aber auch eines der reichsten Länder der Welt.

Schweizer Aktien Banken

Die Schweiz ist einer der wichtigsten Finanzplätze weltweit. (Grafik: Statista.com nach Daten von McKinsey und Bisnode Schweiz.)

Die drei Schweizer Börsen in Genf, Zürich und Basel haben sich schon 1995 zur Swiss Exchange zusammen. Wichtigstes Finanzzentrum der Schweiz ist Zürich vor Basel, das gleichzeitig das Chemie- und Pharmazentrum ist. Auch Lugano und Genf sind wichtige Finanzplätze.

Schweizer Aktien in der SWOT Analyse

Stärken der Schweiz

Die geringe Größe des Landes hat die Unternehmen dazu gezwungen, früh international tätig zu sein. Vor allem aber hatte das Land das Glück, nach dem Wiener Kongress von den Großmächten zur Neutralität gezwungen zu werden. Sie garantierten im Zweiten Pariser Frieden die Unabhängigkeit der Schweiz, die sich im Gegenzug zur Neutralität verpflichtete.

Schweizer Aktien kaufen SWOT Analyse

In keinem Land der Welt werden pro Kopf so viele Patente angemeldet wie in der Schweiz. (Grafik: Statista.com nach Daten des Europäischen Patentamtes)

Diese Neutralität sorgte dafür, dass das Land nicht in die beiden Weltkriege gezogen wurde und macht das Land zum sicheren Hafen für Anleger. Bis heute ist die Neutralität eine große Stärke der Schweiz. Das gilt auch für die Unabhängigkeit von der Europäischen Union. Durch bilaterale Abkommen profitiert das Land von vielen Vorteilen der Gemeinschaft, ohne aber alle Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Schwächen der Schweiz

Jeder, der schon einmal in der Schweiz Urlaub gemacht hat, weiß, wie teuer das Land ist. Auch wenn die Schweizer Unternehmen hochgradig internationalisiert sind, beschäftigten sie viele Mitarbeiter nach wie vor im Heimatland. Sie profitieren damit von der Stabilität der Schweiz, müssen aber auch die hohen Löhne zahlen. Das erhöht natürlich auch die Kosten und senkt die Gewinne.

Chancen der Schweiz

Die Neutralität der Schweiz und die eigene Währung könnten insbesondere dann ein Vorteil werden, wenn der Euro scheitert, wie beispielsweise im Bestseller „Der größte Crash aller Zeiten“ vorhergesagt. Es geht aber auch eine Nummer kleiner. Schon eine Verschärfung der Staatsschuldenkrisen oder weitere Austritte aus der Union könnten die EU schwächen. Die Schweiz wäre davon weit weniger betroffen. Zumal sie mit direkten Volksbefragungen schneller und eindeutiger auf neue Herausforderungen reagieren kann, als das bei der Europäischen Union der Fall ist.

Überhaupt sind Krisen für die Schweiz oft gute Nachrichten – zumindest entwickelt sich das Land dann meist besser als viele anderen Staaten. Während die Entscheidungen in der EU oft langwierig sind und in den USA sich die unterschiedlichen politischen Akteure teilweise gegenseitig blockieren, hat sich die Schweizer Politik bisher als sehr handlungsfähig erwiesen.

Zuflüsse von Geldern aus anderen Staaten würden die Zinsen noch weiter drücken und zudem – über den Wechselkurs – die Aktienpakete von Investoren aus der Eurozone zumindest kurzfristig deutlich wertvoller werden lassen. Insgesamt können Privatanleger Währungsschwankungen profitabel nutzen.

Risiken der Schweiz

Im Wechselkurs lauert aber auch ein Risiko. So ist es denkbar, dass die Währung gegenüber dem Euro an Wert verliert. Von 2010 bis 2020 hat der Schweizer Franken zwar um rund ein Drittel zugelegt, es gab aber immer auch Phasen, in denen es in die andere Richtung ging.

Für langfristige Investitionen könnten Wechselkursgewinne sogar zum Problem werden. Sie sorgen zwar kurzfristige für einen Wertzuwachs, können jedoch schon mittelfristig die Aktienkurse fallen lassen, weil viele große Schweizer Firmen den Großteil ihrer Einnahmen im Ausland erzielen, aber ein hoher Anteil der Kosten im Inland anfällt. Das bedeutet, dass die Kosten schneller steigen als die Einnahmen.

Schweiz SWOT Analyse

Aktuell gehört die Schweiz zu den wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt, trotz der hohen Löhne. Gegenüber 2017 ist das Land aber im Jahr 2018 drei Plätze abgerutscht. Das liegt auch an der Aufwertung der Schweizer Währung Franken. (Grafik: Statista.com nach Daten der IMD)

Ein weiteres Risiko droht von neuen Wettbewerbern in den Schwellenländern, eine Herausforderung, vor der aber alle Unternehmen aus etablierten Industrienationen stehen.

Fazit zur SWOT-Analyse

Die Schweiz ist immer noch eine der attraktivsten Wirtschaftsregionen weltweit. Für die Zukunft gibt es gleichermaßen Chancen wie Risiken, allerdings spricht für das Land, dass es die meisten Krisen bisher besser durchlaufen hat als seine Nachbarn. Im Rahmen der Risikostreuung spricht deshalb vieles dafür, sich auch etwas Schweiz ins Depot zu legen.

Wie Schweizer Aktien kaufen?

Seit der Bundesrat den Handel von Schweizer Aktien in der Europäischen Union gestoppt hat, können die Papiere ausschließlich über Schweizer Börsen bezogen werden. Wichtig ist deshalb ein Broker, der für das Nachbarland günstige Konditionen anbietet. So verlangt der niederländische Discount-Anbieter DEGIRO für Käufe im Nachbarland zwar etwas höhere Gebühren als in Deutschland, ist mit 4,00 € + 0,05 Prozent vom Ordervolumen (Stand 03/2020) aber immer noch sehr günstig. Nur wenig teurer ist das Angebot von Lynx.

Schweizer Aktien kaufen bei Lynx

Dank einer Kooperation mit Interactive Brokers bietet Lynx sehr günstige Konditionen im Ausland.

Allerdings müssen Aktien nicht unbedingt über die Börse gehandelt werden. Wer kein Problem damit hat, die Wertpapiere über einen etwas weniger regulierten außerbörslichen Handelsplatz zu kaufen, kann sich auch über die Lang & Schwarz Exchange kaufen, einen außerbörslichen Handelsplatz, der mit der Börse Hamburg kooperiert. Besonders günstigen Zugang zu diesem Handelsplatz bietet das Unternehmen Trade Republic, wo ab einem Euro pro Order gehandelt werden kann, allerdings nur über Smartphone oder Tablet.

Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Alternativen zu Schweizer Aktien

Die zwei besten ETFs mit Schweizer Aktien

Egal wie solide ein Unternehmen ist, das Risiko einer Insolvenz besteht immer. Außerdem bieten Firmen mit geringem Risiko meistens auch wenig Chancen. Daher sind Fonds eine gute Möglichkeit, das Risiko zu streuen. Besonders günstig geht das mit börsengehandelten Indexfonds. Wir haben zwei gute ETFs herausgesucht.

Amundi MSCI Switzerland UCITS ETF EUR (WKN: A2H57A, ISIN: LU1681044720)

Der ETF bildet den MSCI Switzerland nach. Dieser enthält die 39 wichtigsten Aktiengesellschaften der Schweiz und bildet damit nach Schätzungen von MSCI rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung bezogen auf frei handelbare Aktien ab. Über die vergangenen fünf Jahre hat sich der MSCI Switzerland sogar etwas besser entwickelt als der Schweizer Leitindex SMI.

Der ETF von Amundi überzeugt uns außerdem mit seiner niedrigen Gesamtkostenquote (TER) von nur 0,25 Prozent. Dividenden werden bei diesem Fonds thesauriert, also wieder angelegt.

NameAmundi MSCI Switzerland
WKNA2H57A
ISINLU1681044720
LagerlandLuxemburg
Gesamtkostenquote (TER)0,25 %
ReplikationPhysisch
ErtragsverwendungThesaurierend

Der ETF ist deshalb vor allem für langfristige Anleger interessant, die keine Auszahlung von Dividenden wünschen.

ComStage Dow Jones Switzerland Titans 30 Net UCITS ETF (WKN: ETF030, ISIN: LU0392496427)

Dieser ETF von ComStage bildet den Dow Jones Switzerland Titans 30 ab. Wie der Name schon andeutet, enthält der Index die Aktien der 30 größten Unternehmen der Schweiz. Die Gesamtkostenquote liegt hier ebenfalls bei 0,25 Prozent.

Allerdings handelt es sich bei diesem ETF um einen ausschüttenden Fonds. Alle anfallenden Dividenden werden also direkt an den Anleger weitergereicht.

NameComStage Dow Jones Switzerland Titans 30 Net UCITS ETF
WKNETF030
ISINLU0392496427
LagerlandLuxemburg
Gesamtkostenquote (TER)0,25 %
ReplikationPhysisch
ErtragsverwendungAusschüttend

Wegen der etwas geringeren Zahl von Aktien-Titeln im Vergleich zum MSCI Switzerland und der Ausschüttung ist der ETF vor allem dann interessant, wenn man Wert auf eine regelmäßige Auszahlung legt. Entweder als kleines Zusatzeinkommen oder um damit in andere Märkte investieren zu können.

Sichere ETFs

Wer Schweizer Aktien wegen der Sicherheit attraktiv findet, der kann auch gezielt zu Aktien von als sicher geltenden Unternehmen greifen. Das sind vor allem Konsumgüterhersteller, teilweise aber auch Versorger. Genauere Informationen haben wir im Beitrag „Sichere Aktien“ zusammengestellt.

US-Aktien

Wer vor allem eine Alternative zu Papieren aus der Eurozone sucht, der findet diese klassischerweise vor allem mit US-Aktien. Nach wie vor sind die USA ein politisches und wirtschaftliches Schwergewicht mit einer Vielzahl von hochinteressanten Unternehmen.

Aktien aus Schwellenländern sind grundsätzlich auch sehr interessant, wegen des anderen Chancen- und Risiko-Profils aber weniger eine Alternative zu Schweizer Aktien als Vielmehr ein weiterer Baustein in einer umfassenden Strategie.

Fazit

Schweizer Aktien sind nach wie vor attraktiv. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass die Papiere seit Mitte 2019 nur noch an Schweizer Börsen ge- und verkauft werden können. Allerdings sollten Kunden vorher einen Blick in die Gebührentabelle ihres Brokers werfen und gegebenenfalls auf einen ETF ausweichen – oder einen günstigeren Broker suchen.

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