Auslandsaktien handeln: Was müssen Anleger unbedingt wissen?

Das Wichtigste im Überblick

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Gerade in der Krise steigt der Wunsch, zu Bekanntem und Bewährtem zu greifen, also vor allem deutsche Aktien zu kaufen. Doch der Ansatz ist falsch. Unterschiedliche Länder werden durch die von Corona ausgelöste Krise unterschiedlich stark und zu verschiedenen Zeitpunkten getroffen. Italien und Frankreich sind beispielsweise schon weiter fortgeschritten, könnten sich also auch früher erholen (müssen es aber nicht). Vor allem China ist nach eigenen Angaben bereits weitgehend aus der Krise herausgekommen, wenngleich die offiziellen Daten aus China bezweifelt werden können. Vermutlich liegen die wahren Zahlen weit höher.

Trotz dieser Unsicherheiten ist aber gerade in der Krise eine breite Aufstellung gefragt. Das bedeutet, dass Sie weltweit investieren sollten. Trotz der hohen Fallzahlen in den USA oder der Unsicherheit über das wahre Ausmaß der Pandemie in China sollten US-Aktien und chinesische Aktien nicht vom Kaufzettel oder der Watchlist verschwinden. Denn wenn ein Land besonders hart getroffen wird, kann das durch eine günstigere Entwicklung in einem anderen Staat ausgeglichen werden. Auslandsaktien bleiben also weiter attraktiv, sind es jetzt sogar noch mehr geworden.

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Inhaltsverzeichnis

Expertentipp
Tipp: Ausländische Aktien gehören in jedes Depot! Allerdings sind nicht unbedingt Einzelaktien die beste Wahl. Unter dem Gesichtspunkt der Risikostreuung sind ETFs mit Auslandsaktien für Kleinanleger meistens empfehlenswerter. Wer seinem Geld einem Robo Advisor wie Oskar oder quirion anvertraut, investiert ebenfalls automatisch einen Teil seines Vermögens im Ausland.

Wem das zu langweilig ist und wer Spaß am Handeln hat, der sollte sich eine eigene Position zum „zocken“ zulegen. Anleger mit größeren Vermögen können einen Teil in Einzelaktien anlegen. Wer täglich kauft und verkauft, für den sind aber CFDs für diesen Zweck besser geeigent.

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Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko. 75% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie CFDs von diesem Anbieter handeln. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Auslandsaktien bieten viele Vorteile

Auslandsaktien bieten verschiedene Vorteile. Sie helfen dabei, das Portfolio zu diversifizieren und bieten häufig besonders interessante Renditechancen. In vielen Ländern herrscht eine ausgeprägtere Dividendenkultur als in Deutschland, sodass sich vor allem bei den Gewinnausschüttungen interessante Möglichkeiten ergeben. Die folgenden fünf Tipps sollten Sie unbedingt kennen!

Tipp 1: Auslandsaktien richtig versteuern

Aus Sicht des deutschen Finanzamtes spielt es keine Rolle, ob ein Kapitalertrag in Deutschland oder im Ausland erwirtschaftet wurde: 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer werden in jedem Fall einbehalten. Bei ausländischen Papieren kann die Steuerbelastung allerdings höher liegen, da noch eine zusätzliche Quellensteuer fällig werden kann.

Quellensteuer auf ausländische Dividenden

Viele Länder erheben auf Dividenden eine Steuer, auch wenn die Aktionäre im Ausland wohnen. Weil sie im Herkunftsland, sozusagen an der Quelle, erhoben wird, wird sie auch als Quellensteuer bezeichnet. Sie beträgt beispielsweise in der Schweiz 35 Prozent oder in den USA 30 Prozent.

Diese Steuern können auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet werden, allerdings maximal bis zur Höhe von 15 Prozent der Zahlung – und natürlich nicht mehr, als tatsächlich gezahlt wurde. Wenn 35 Prozent Schweizer Quellensteuer gezahlt wurden, reduziert sich die deutsche Kapitalertragssteuer also um 15 Prozentpunkte.

Doppelbesteuerungsabkommen

Mit mehr als 80 Ländern hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Darin ist festgelegt, wie hoch die Quellensteuer für in Deutschland steuerpflichtige Personen maximal sein darf. Üblicherweise liegt der Wert bei maximal 15 Prozent. Allerdings reduziert sich die Zahlung meistens nicht automatisch, sondern der Anleger muss den über 15 Prozent hinaus gehenden Betrag in dem Staat zurückfordern, in dem die Steuer einhalten wurde.

Viele Broker bieten an, diesen Service zu übernehmen. Allerdings ist er meistens kostenpflichtig, Smartbroker berechnet beispielsweise 10,- Euro je Forderung. Wer sich selbst um die Rückforderung kümmern will, findet beim Bundeszentralamt für Steuern die entsprechenden Formulare.

Liegt die Quellensteuer bei maximal 15 Prozent, muss meistens kein Geld zurückgefordert werden. Für türkische Aktien werden beispielsweise 15 Prozent der Dividende als Quellensteuer einbehalten, wie wir in unserem Beitrag zu türkischen Aktien beschrieben haben. Die lassen sich voll auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechnen.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Teilweise reduziert sich der maximal auf die Abgeltungssteuer anrechenbare Satz nämlich durch das Doppelbesteuerungsabkommen. Das ist beispielsweise bei chinesischen Aktien der Fall. Hier liegt der maximale Steuersatz laut Doppelbesteuerungsabkommen bei 10,0 Prozent. Daher sind auch maximal 10,0 Prozent auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechenbar. Gleiches gilt auch für die Republik China auf Taiwan, nicht allerdings für die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau, die keine Quellensteuer erheben.

Zusammengefasst:

  • Ein Teil der ausländischen Quellensteuer wird auf die Abgeltungssteuer angerechnet.
  • Es handelt sich hierbei maximal um 15 Prozent der Dividende, bei Zinsen für Anleihen oder andere Zahlungen sogar nur 10 Prozent.
  • Das Finanzamt schlägt dann den Differenzbetrag bis zu 25 Prozent Abgeltungssteuer auf.
  • Liegt die Besteuerung über 15 Prozent, ist der Anteil, der darüber hinaus geht, unter Umständen erstattungsfähig, aber nicht mehr anrechenbar. Der Aktionär muss sich die Quellensteuer also selbst aus dem Ausland zurückholen.
  • Der Erstattungsantrag muss an die Steuerbehörde des Landes gestellt werden, in dem das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.

Expertentipp

Fonds mit Auslandsaktien ersparen Steuerärger

Wer zu viel gezahlte Steuern nicht mühsam im Ausland zurückfordern will, sollte sich überlegen, ob die etwas höheren Kosten eines Fonds nicht diese Arbeitsersparnis wert sind. Denn dann kümmert sich meistens die Fondsgesellschaft um die Rückforderung der Steuern. Außerdem sind seit 2018 Erträge aus Fonds teilweise von der Kapitalertragsteuer freigestellt.

Wichtig ist aber, dass der Fonds gut wirtschaftet und Erträge erzielt (genauer Informationen zum Thema Steuern bei Fonds haben wir in Tipp 4 zusammengestellt).

Quellensteuer in den wichtigsten Ländern

Die Regelungen für die Steuererstattung bei Dividendenzahlungen im Ausland sind von Staat zu Staat verschieden. Nur wenige wichtige Wirtschaftsstandorte wie Großbritannien, Brasilien, Hongkong oder Singapur verzichten auf eine Quellensteuer.

Wir haben in der unten stehenden Tabelle die wichtigsten Steuersätze zusammengefasst. Die zweite Spalte gibt dabei die Quellensteuer laut nationaler Gesetze an, die dritte die faktische Quellensteuer nach dem Doppelbesteuerungsabkommen. Es handelt sich dabei nicht um den im Doppelbesteuerungsabkommen festgelegten Höchstsatz, sondern den tatsächlichen Satz. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich erlaubt beispielsweise eine Quellensteuer in Höhe von 15,0 Prozent. Da die Steuer aber allgemein nur bei 12,8 Prozent liegt, liegt auch der Satz für deutsche Steuerpflichtige nur bei 12,8 Prozent.

Die dritte Spalte gibt an, wie hoch die Steuerbelastung liegt, wenn die laut Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zu viel gezahlte Steuer nicht zurückgefordert, sondern nur auf die Kapitalertragsteuer angerechnet wird. Die vierte Spalte schließlich beschreibt den Steuersatz, einschließlich einer Rückforderung. Dabei wurde davon ausgegangen, dass der Empfänger Kapitalertragsteuern zahlen muss. Andernfalls kann natürlich auch nichts angerechnet werden.

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Quellensteuer im Überblick (Quelle: Bundeszentralamt für Steuern)

LandQuellensteuer in %maximale Quellensteuer nach DBAMaximale Zusatzbelastung nach DBA
Argentinien7-2020-
Australien0-301515
Belgien5-301515
Brasilienkeine--
China, Volksrepublik (ohne Hongkong und Macau)0-201010
China, Republik (Taiwan)211011
Dänemark15-271512
Finnland301515
Frankreich12,812,8-
Hongkong0--
Indien0-1010-
Irland0--
Italien261511
Japan15-20155
Kanada251510
Kroatien1212-
Liechtenstein00-
Luxemburg0-1515-
Malta00-
Niederlande1515-
Portugal0-281513
Russland1515-
Schweden301515
Schweiz351520
Serbien15015
Singapur0--
Spanien19154
Südafrika0-20155
Tschechische Republik1515-
Türkei1515-
Ungarn1515-
Vereinigtes Königreich0--
Vereinigte Staaten von Amerika 0-301515
Zypern0--
Stand 1.1.2019 Quelle Bundeszentralamt für Steuern

Die Tabelle beschreibt jeweils den häufigsten Fall. Weil es oft Sonderregeln gibt, gehen wir auf einige Länder besonders ein.

Quellensteuer in den USA

Die Quellensteuer beträgt in den USA 30 Prozent. 15 Prozent können auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet werden. Die anderen 15 Prozent können auf zwei Wegen erstattet werden:

  • Der Anleger reicht eine US-Steuererklärung ein.
  • Depotbanken können von den amerikanischen Steuerbehörden mit dem Status eines Qualified Intermediary ausgezeichnet sein. Ist dies der Fall, wird nur der ermäßigte Satz von 15 Prozent einbehalten, der voll auf die Abgeltungssteuer angerechnet wird. Einen solchen Status haben viele Broker, beispielsweise Smarttrader oder der DKB Broker. Anders als bei der vom Kunden angeforderten Quellensteuererstattung ist diese meistens kostenlos.


Somit haben US-Aktien den großen Vorteil, dass für viele Anleger keine Quellensteuer anfällt, ohne dass sie selbst eine Befreiung beantragen oder Gebühren bezahlen müssen.

Großbritannien ohne Quellensteuer

Großbritannien besteuert seit 1973 keine Dividendenzahlungen für ausländische Aktionäre mehr.

China: keine Quellensteuer in Hongkong

Die Quellensteuer für chinesische Aktien beträgt 20,0 Prozent. Laut Doppelbesteuerungsabkommen reduziert sie sich aber für deutsche Steuerpflichtige auf 10,0 Prozent. Diese können voll auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden. Leider reduziert sich die Anrechenbarkeit auch dann, wenn die Quellensteuer nicht zurückerstattet wird.

Die Regelung gilt aber nicht für die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao, die keine Quellensteuer erheben.

Das offiziell als Republik China bezeichnete Taiwan behält 21,0 Prozent Quellensteuer ein. Auch hier ist die Höhe laut Doppelbesteuerungsabkommen auf 10,0 Prozent begrenzt, die voll angerechnet werden können.

Spanien: nicht anlegerfreundlich

Die Quellensteuer in Spanien beträgt 19,0 Prozent. Durch das Doppelbesteuerungsabkommen reduziert sie sich auf 15,0 Prozent. Seit dem 01.01.2015 können Banken in Deutschland diese unbegrenzt auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechnen lassen.

Norwegen: Komplizierte Lage

In Norwegen beträgt die übliche Quellensteuer 25 Prozent. Durch das Doppelbesteuerungsabkommen ist sie für Deutsche auf 15 Prozent begrenzt.

Allerdings geht Norwegen noch einen Schritt weiter und erlässt Bürgern aus Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR – im Wesentlichen sind das die Mitglieder der EU und der EFTA) die Steuer bei Dividendeneinahmen gleich ganz. Das hat allerdings nicht nur Vorteile, denn weil Bürger die Steuer vom norwegischen Finanzamt zurückfordern können, dürfen Sparer sie nicht auf die Kapitalertragsteuer anrechnen. Sie müssen sich also an die Finanzbehörde in Norwegen wenden.

Allerdings ist das Erstattungsverfahren vorbildlich. Ein formloser Brief an die Steuerbehörde für ausländische Steuerangelegenheiten genügt und kann sogar auf Deutsch eingereicht werden. Allerdings muss eine Ansässigkeitsbescheinigung des zuständigen Finanzamtes in Deutschland und eine Kopie der Dividendenabrechnung beigefügt werden.

Frankreich: Quellensteuer wurde reduziert

Frankreich erhebt eine Quellensteuer von 12,8 Prozent. Diese kann vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet werden. Vorbei die Zeiten, als die Steuer bei 21,0 Prozent lag und Anleger die Differenz zu den laut Doppelbesteuerungsabkommen maximal zu entrichteten 15,0 Prozent mühsam zurückholten mussten. Seit der Änderung sind französische Aktien unter steuerlichen Aspekten endlich attraktiv.

Italien: Langsames Erstattungsverfahren

Die italienischen Finanzbehörden verlangen von jeder Dividendenzahlung 26,0 Prozent Quellensteuer. Die deutschen Depotbanken können davon 15,0 Prozent anrechnen, die übrigen 11,0 Prozent müssen Anleger mit einer Frist von vier Jahren nach der Dividendenzahlung zurückfordern. Allerdings ist hier vor allem die Wartezeit ein großes Ärgernis. Bis zu zehn Jahre sind nicht unüblich.

Japan: Kein Mehraufwand für deutsche Anleger

Dividenden in Japan können sich auch für deutsche Anleger lohnen. Das dortige Finanzamt behält 15 Prozent Quellensteuer ein, die direkt auf die Abgeltungsteuer angerechnet werden.

Schweiz: Hohe Quellensteuer, aber schnelle Erstattung

Die Schweizer Finanzämter verlangen 35,0 Prozent Verrechnungssteuer. 15,0 Prozent davon können auf die Abgeltungsteuer angerechnet werden. Laut Doppelbesteuerungsabkommen beträgt die Quellensteuer für in Deutschland steuerpflichtige Aktionäre allerdings nur 15,0 Prozent, die übrigen 20,0 Prozent können deshalb mit einem Formular vom Schweizer Fiskus zurückverlangt werden. Dazu müssen die Anleger beim Broker einen Steuerbeleg anfordern, einen sogenannten Tax Voucher. Allerdings darf der Broker dafür Gebühren verlangen.

Die Schweizer gelten dabei als außergewöhnlich schnell und zahlen zu viel gezahlte Steuer innerhalb weniger Wochen.

Es gibt einige Sonderregelungen, die jedoch nur sehr wenige Anleger betreffen. Beispielsweise steigt der Steuersatz für deutsche Steuerpflichtige auf 30,0 Prozent, wenn die Zahlung zuvor vom Unternehmen von der Steuer abgesetzt wurde. Das betrifft aber keine Dividenden, sondern nur dividendenähliche Zahlungen, beispielsweise aus Genussrechten. Dividenden von Betreibern von Grenzkraftwerken aus der Region zwischen Bodensee und Basel zahlen sogar nur 5,0 Prozent Steuern und können somit 30,0 Prozent erstattet bekommen.

Expertentipp

Wenn Sie viele ausländische Aktien besitzen, sollten Sie darüber nachdenken, für dieses Depot keinen Freistellungsauftrag einzurichten. Denn dann wird die Kapitalertragsteuer direkt um die maximal anrechenbare Quellensteuer reduziert. Der Freistellungsauftrag wird dann entweder für andere Geldanlagen wie ein Festgeldkonto oder eine automatisierte Vermögensverwaltung verwendet oder am Ende des Jahres geltend gemacht.

Bei größeren Beträgen kann es sich sogar lohnen, zwei Depots zu unterhalten: eines für (quellensteuerpflichtige) Auslandsaktien, bei dem Sie keinen Freistellungsauftrag einrichten, und ein reguläres. Das ist einfacher, als wenn zunächst keine Quellensteuer angerechnet wird, weil keine Kapitalertragsteuern gezahlt werden, und das dann am Ende des Jahres nachgeholt werden soll. Einfacher ist die Besteuerung auch, wenn Sie Fonds oder ETFs kaufen. Dann kümmert sich die Fondsgesellschaft um steuerliche Fragen.

Kapitalertragsteuern auf ausländische Aktien richtig in der Steuererklärung aufnehmen

Wie bereits erwähnt, müssen ausländische Kapitalerträge in Deutschland versteuert werden. Die Steuerlast kann aber um 15 Prozentpunkte reduziert werden, wenn ausländische Quellensteuern gezahlt wurden.

Anlage AUS bei Steuererklärungen

In der Steuererklärung müssen die Kapitalertragsteuern auf ausländische Aktien in der Anlage AUS angegeben werden.

Wichtigster Unterschied zu Einkünften aus deutschen Unternehmen ist, dass die Erträge zusätzlich in die Anlage AUS eingetragen werden. Sie werden also zunächst ganz normal in der Anlage KAP als Kapitalertrag erfasst und dann zusätzlich in der Anlage AUS.

Oft wurde die Quellensteuer schon direkt vom Broker auf die Abgeltungssteuer angerechnet.

Tipp 2: Auslandsaktien am richtigen Handelsplatz kaufen

Ausländische Aktien müssen nicht unbedingt an einem Handelsplatz im Ausland gehandelt werden. Oft ist der Kauf in Deutschland die bessere Wahl. Das gilt vor allem, wenn der Broker bei Auslandsordern eine erhöhte Gebühr verlangt. Das ist bei fast allen deutschen Brokern der Fall. Besonders hoch ist der Zuschlag bei der Consorsbank.

Tradegate Exchange

Die Tradegate Exchange ist preislich die attraktivste deutsche Börse. Die Börsengebühren entfallen hier weitgehend. Auch wenn Tradegate oft aus „außerbörslicher Handelsplatz“ geführt wird, ist es seit 2009 eine reguläre Börse.

Die Umsätze sind dort im Regelfall etwas geringer als bei Xetra, was aber nur bei Aktien mit niedrigen Umsätzen ein Nachteil ist. Die meisten Broker zeigen den Umsatz und den aktuellen Kurs an, sodass man einen guten Eindruck bekommt, ob man eine größere Börse wählen sollte.

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Xetra und Frankfurter Börse

Nach wie vor ist Frankfurt der größte Börsenplatz Deutschlands, wobei der Großteil des Handels mittlerweile über den zur Frankfurter Wertpapierbörse gehörenden Handelsplatz Xetra abgewickelt wird. Dessen Marktanteil am gesamten Aktienhandel liegt bei rund 90 Prozent.

Allerdings liegen die Gebühren hier deutlich höher als bei der Tradegate Exchange.

Börse Berlin

Die Börse Berlin hat sich seit Jahren auf Aktien aus dem Ausland spezialisiert. Demzufolge finden Aktionäre hier nicht nur die Standardwerte, sondern auch Wertpapier von kleineren und mittelständische Unternehmen, also Small und Mid Caps. Derzeit bietet der Handelsplatz der Hauptstadt rund 10.000 Auslandswerte aus 120 Ländern. Dabei sind die Ordergebühren zwar teurer als bei einem Kauf über Xetra, allerdings günstiger als beim Kauf der jeweiligen Handelsplätze. Es empfiehlt sich dennoch, die Kurse mit denen der Heimatbörse zu vergleichen und zur Sicherheit eine limitierte Order aufzugeben.

Ausländische Börsen

Vor allem bei wenig gehandelten Papieren kann aber auch der Kauf an einem ausländischen Handelsplatz sinnvoll sein. Einige Aktien kleiner Unternehmen werden auch nur an ihrer Heimatbörse gehandelt. Allerdings müssen sich Anleger gut überlegen, ob sie diese Papiere wirklich kaufen wollen. Dafür benötigt man gute Kenntnisse des jeweiligen Marktes.

Beliebt ist vor allem der Handel über Pink Sheets. Dabei handelt es sich um einen außerbörslichen Handelsplatz der Pink Sheets LLC für nahezu wertlose Aktien, sogenannte Pennystocks. Diese Geschäfte sind sehr riskant, bieten aber auch große Gewinnmöglichkeiten

Teilweise kann der Kauf an einer Auslandsbörse aber auch bei mittelgroßen Unternehmen sinnvoll sein, wenn die Kurse dort deutlich günstiger sind.

Ein Sonderfall sind aktuell Schweizer Aktien. Sie dürfen aktuell nur in der Schweiz ge- und verkauft werden.

Tipp 3: Auslandsaktien während der Öffnungszeit der Heimatbörse handeln

Aufgrund der höheren Liquidität empfiehlt es sich immer, Auslandswerte möglichst dann zu handeln, wenn ihre Heimatbörse geöffnet hat. Die Liquidität ist dann deutlich höher, was wiederum zu engeren Spreads führt.

Tipp 4: Wechselkurs beachten

Auslandsaktien sorgen nicht nur für eine breitere Risikostreuung, sie bieten auch eine Chance auf Währungsgewinne. Wertet beispielsweise der US-Dollar gegenüber dem Euro auf, steigt damit auch der Wert eines Aktienpaketes in US-Dollar, auch wenn sich die Kurse nicht verändert haben.

Gleichzeitig entsteht damit aber auch ein Wechselkursrisiko. Sinkt der US-Dollar, sinkt der Wert der Guthaben in US-Dollar.

Allerdings sind Aktionäre davon meistens weniger stark betroffen als Anleihenbesitzer. Denn viele große Unternehmen sind international tätig, sie erzielen einen Teil ihrer Gewinne auch in anderen Währungen wie dem Euro.

Unternehmen in Ländern mit höherer Inflation steigern außerdem ihre (nominalen) Gewinne oft besonders stark, das gleicht den Währungsverlust aus. Die türkische Lira hat beispielsweise in den vergangenen 15 Jahren fast drei Viertel ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren. Dafür stiegen türkische Aktien, in Landeswährung gerechnet, aber auch deutlich stärker als deutsche. Umgekehrt führen Währungsgewinne, wie sie Käufer von Schweizer Aktien bei der Franken-Aufwertung 2018 erlebt haben, dazu, dass die Unternehmen international weniger konkurrenzfähig werden. Denn oft produzieren sie nach wie vor einen großen Teil ihrer Produkte im Heimatland – und das wird durch die Währungsaufwertung teurer.

Der Währungseffekt ist deshalb bei weitem nicht so groß wie bei Festgeldern oder Anleihen, sollte Anlegern aber bewusst sein.

Tipp 5: Über Fonds und ETFs nachdenken

Einzelaktien oder Fonds?

Gerade bei Auslandsaktien haben Fonds Vorteile. Darunter fallen auch ETFs. Denn das Kürzel ETF steht für Exchange Traded Funds, also einen Fonds, denn man an der Börse (und nicht nur über die Fondsgesellschaft) ge- und verkaufen kann. Hier müssen Anleger keine Kenntnisse der jeweiligen Märkte mitbringen. Außerdem hat ein Fonds, egal ob in der klassischen Variante oder als ETF ausgestaltet, in Punkto Steuern einige Vorteile.

Fonds und ETFs steuerlich bequemer

Bei Fonds werden die zu viel gezahlten Quellensteuern üblicherweise von der Fondsgesellschaft zurückgefordert. Die üblichen Beträge, meist 15 Prozent, können seit der Investmentsteuerreform zwar nicht mehr auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden. Außerdem müssen die Fonds 15 Prozent Steuern auf deutsche Dividenden und Mieteinkünfte zahlen.

Im Gegenzug erhalten Anleger eine pauschale Steuerfreistellung. Liegt der Aktienanteil über 50 Prozent, werden 30 Prozent der Erträge von der Steuer befreit. Wenn Sie also 100,- Euro ausgeschüttet bekommen, zahlen Sie nur auf 70,- Euro Steuern. Bei Mischfonds mit höchstens 50 Prozent, aber mehr als 25 Prozent Aktienanteil sinkt die Freistellung auf 15 Prozent, darunter entfällt sie ganz.

Aufpassen müssten Anleger aber bei Sonderfällen wie synthetisch replizierenden ETFs. Sie bauen die Wertentwicklung über sogenannte SWAPs nach, also Finanzderivate. Im Einzelfall kann das Aktienvermögen dadurch unter die 50 Prozent-Grenze fallen. Das ist allerdings die Ausnahme, überwiegend investieren auch sie mehr als 50 Prozent der Finanzanlagen in Aktien, allerdings nicht unbedingt den Aktien des Index, der abgebildet wird. Die Gewinne dieses Portfolios werden dann mit einem Partner gegen die des Index getauscht (engl. swap = Tausch).

Diese Regelung gilt für Erträge aus deutschen und aus ausländischen Investmentfonds gleichermaßen.

ETFs: Günstige Alternative zur Einzelaktie

ETF steht für Exchange Traded Fund, also für börsengehandelten Fonds. Streng genommen sind also auch ETFs Fonds. Das bedeutet, dass die Wertpapiere ein Sondervermögen sind. Die Anteilsscheine sind also durch Wertpapiere abgesichert und gehen im Fall einer Insolvenz des Emittenten nicht in die Konkursmasse. Meistens (aber nicht immer) sind ETFs Indexfonds, sie bilden also einfach einen bestimmten Index wie den MSCI World nach.

Mit ETFs können Anleger entweder weltweit oder aber auch in bestimmte Regionen investieren. Einige bilden Aktien aus bestimmten Länderklassen ab, beispielsweise Schwellenländer. Andere investieren in einzelne Regionen, beispielsweise Ostasien.  Der große Vorteil gegenüber Einzelaktien ist die Risikostreuung.

Interessanter ETF mit Auslandsaktien: LYXOR MSCI AC ASIA EX JAPAN UCITS ETF ACC

(WKN: LYX014 / ISIN: LU1900068161)

Ostasien gilt generell als die Wachstumsregion schlechthin. Auch hier muss man natürlich bedenken: Was für die letzten 20 Jahre galt, muss nicht für die nächsten 20 gelten. Zumal viele Länder fast zu den “alten” Industrienationen aufgeschlossen oder sie sogar überholt haben. Japan ist traditionell ein Industriestaat und wird deshalb im Fonds nicht berücksichtigt. Aber auch andere Länder wie Südkorea (offizieller Name: Republik Korea) und Taiwan (offizieller Name: Republik China) haben zu Europa praktisch aufgeschlossen oder es sogar überholt, auch wenn sie in vielen Emerging Markets Fonds noch immer vertreten sind. Der Wohlstand des Stadtstaates Singapur hat den Deutschlands sogar schon längst übertroffen.

Auslandsaktien ETF bei Lyxor

Auf der Webseite von Lyxor finden sich viele Informationen zum ETF.

Trotzdem glauben viele Beobachter, dass der Aufschwung noch eine ganze Weile andauern könnte. Dafür sorgen nicht nur die großen Konzerne, der neue Wohlstand führt auch zu mehr Konsum. Statt der Exportindustrie könnten Konsumgüterhersteller, Einzelhändler und Reiseveranstalter bald das große Geschäft machen.

Der ETF kann über Xetra gehandelt werden und damit über praktisch alle deutschen Broker ohne Auslandsgebühren. In den vergangenen fünf Jahren hat er rund 60 Prozent zugelegt, von April 2018 bis April 2019 rund 7,1 Prozent. Die Gesamtkostenquote beträgt moderate 0,50 Prozent, Dividenden werden reinvestiert (Thesaurierung). Allerdings erfolgt die Replikation synthetisch. Der Fonds hält also nicht zwangsläufig die im Index vertretenen Aktien, sondern zu mehr als einem Drittel US-Aktien. Deren Gewinne werden mit einem Swap-Partner getauscht, so dass die Wertentwicklung der des Index folgt (hier zu einer genaueren Erläuterung des Unterschieds zwischen synthetisch und physisch replizierenden Fonds).

HintergrundIm Gegensatz zu Pazifik ex Japan ETFs sind hier keine australischen und neuseeländischen Firmen vertreten. Auch westasiatische Firmen finden sich nicht in dem Index. Russland und die Türkei werden üblicherweise Europa zugeschlagen, auch wenn sie geographisch zum großen Teil in Asien liegen.

Bewertung:

  • Region mit hohen Wachstumsraten
  • Viele innovative Unternehmen
  • Aber: Die beste Zeit könnte in der Region schon vorbei sein

Klassische Fonds

Noch einfacher, aber auch teurer, ist der Kauf eines klassischen, aktiv verwalteten Fonds. Hier kümmert sich ein Fondsmanagement um die Auswahl der richtigen Aktien. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Sie in kleine Unternehmen investieren wollen oder in noch wenig entwickelte Märkte, beispielsweise Südamerika, Afrika oder die sogenannten Frontier States.

Klassische Fonds sind meistens allerdings auch teurer. Die Verwaltungsgebühr liegt deutlich höher als bei Indexfonds. Außerdem fällt oft ein Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 5,0 Prozent an. Mittlerweile gibt es jedoch Anbieter wie Smartbroker, die auf den Ausgabeaufschlag verzichten. Der Kauf von Fonds kann hier sogar billiger sein als der von Aktien, weil keine Börsengebühr anfällt. Die Fonds werden direkt von der Fondsgesellschaft erworben.

Interessanter Fonds für risikobereite Anleger: Silk – African and Frontier Markets Fund

(WKN: A0RAC4 / ISIN: LU0389403410)

Dieser Fonds ist definitiv etwas für risikobereiter Anleger. Die bisherige Wertentwicklung war enttäuschend, was aber nicht am Fondsmanagement, sondern am Markt liegt. Doch gerade darin könnte Potenzial liegen. Frontier Markets wie Vietnam oder afrikanische Staaten könnten mittelfristig aufholen, dann würden auch die Kurse steigen.

Während fraglich ist, ob Fondsmanager in hoch entwickelten Märkten wie Europa und den USA überhaupt noch Extrarenditen erzielen können, kommt hier ihre Marktkenntnis am ehesten zum Tragen.

HintergrundFrontier Markets sind Länder, die mittelfristig in die Liga der Schwellenländer aufsteigen könnten, etwa Pakistan, Botswana oder Vietnam. Auch einige reiche Länder wie Saudi Arabien gehören in diese Liga, weil ihre Kapitalmärkte kaum entwickelt sind und Einnahmen fast ausschließlich aus dem Ölverkauf stammen.

Bewertung:

  • Regionen mit viel Potenzial
  • Bisher nur schwache Entwicklung
  • Aber: Unterdurchschnittliche Entwicklung kann noch eine Weile andauern, nur für risikobewusste Anleger

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Einzelne Auslandsaktien

Wer Einzelaktien kauft, sollte wissen, auf was er sich einlässt. Das gilt vor allem für kleine Firmen oder Unternehmen, die vor allem lokal aktiv sind. Bei letzteren ist nämlich das Wechselkursrisiko besonders groß.

Anders sieht es bei großen Konzernen wie Alphabet (Google), Amazon oder Apple aus. Sie sind international aktiv und erzielen einen Großteil ihrer Gewinne im Ausland. Ein Verfall des US-Dollars würde sie deshalb weniger treffen, weil dann zwar der Wert der Aktien sinkt, gleichzeitig aber die Gewinne (in US-Dollar) steigen, weil die Firmen für ihre im Ausland erzielten Einnahmen mehr Dollar bekommen. Ein weiterer Vorteil: Die Kurse werden in Euro notiert. Das schaltet das Wechselkursrisiko zwar nicht aus, weil der Kurs in Deutschland den Wechselkurs berücksichtigt, macht das aber transparenter.

Allerdings sind die drei genannten Firmen sehr hoch bewertet.

Automatisierte Vermögensverwaltung

Alternativ können Kunden einen Teil ihres Geldes auch einer automatisierten Vermögensverwaltung anvertrauen, einem Robo Advisor. Diese investieren praktisch immer auch im Ausland. So kann man eine hohe Streuung erreichen.

Natürlich spricht nichts dagegen, einen anderen Teil des Geldes dann gezielt in Aktien zu investieren, denen man großes Potential zutraut. Oder in Wachstumsmärkte wie Biotechnologie oder Wasserstoff.

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Sie riskieren Ihr Kapital

Mit einem CFD-Konto Spekulieren und Investieren trennen

Mit breiter Streuung sind Anleger fast immer im Plus

Eine automatisierte Vermögensverwaltung oder ein ETF-Depot sind sinnvoll, aber mitunter auch langweilig. Wer sich für den Aktienhandel nicht interessiert, wird das vielleicht sogar gut finden. Er – oder sie – zahlt einfach regelmäßig Geld ein, beispielsweise über einen ETF-Sparplan, und nach zehn Jahren wird das Vermögen mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich gewachsen sein.

Wer 2009 ein DAX ETF kaufte und 2019 verkaufte, machte (vor Kosten) 122 Prozent Gewinn. Selbst wer 2007 kurz vor der Finanzkrise einstieg, hatte zehn Jahre später 60 Prozent Gewinn gemacht. Nur wer 1999, auf dem Höhepunkt der Hausse kaufte, musste bis 2012 auf Gewinne warten (sofern er nicht 2007 verkaufte). Aber auch dieses Risiko lässt sich mit einem Sparplan reduzieren. Mit Einzelaktien sind dagegen auch sehr lange Durststrecken möglich.

Nötig ist dafür nur ein Aktiendepot oder ein Konto bei einer Online-Vermögensverwaltung wie Oskar oder quirion. Beides zusammen bietet die comdirect bank, wo Kunden neben einem klassischen Wertpapierdepot auch das automatisiert verwaltete cominvest Depot zur Verfügung steht.

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CFD-Konto für Trader meist die erste Wahl beim Daytrading

Einziger Nachteil dieser durchaus vernünftigen Strategie ist, dass die Freude am Wertpapierhandel zu kurz kommen kann. Viele Anleger ergänzen daher ihr ETF-Depot mit ein paar Einzelaktien. Das ist auch in Ordnung, wenn es sich um solide Werte handelt, die einige Zeit gehalten werden oder nur einen kleinen Teil des Vermögens ausmachen, beispielsweise 1.000,- Euro bei einer Anlage von 50.000,- Euro.

Wer dagegen kurzfristig kauft und verkauft bzw. nur wenige hundert Euro zur Verfügung hat, sollte lieber ein von der Geldanlage getrenntes Konto bei einem CFD-Broker eröffnen.

Die Vorteile sind:

  • Trennung von Spekulation und Investition,
  • niedrige Kosten auch bei geringen Beträgen,
  • Handeln mit einem Hebel,
  • Spekulieren auch auf fallende Kurse.

Eines gleich vorweg: Die meisten CFD-Konten machen Verluste, bei guten Brokern sind es oft 75 Prozent, bei einigen noch mehr. Deshalb ist es sinnvoll, CFDs nicht bei einem regulären Aktienbroker zu handeln, obwohl flatex oder auch die Consorsbank diese Möglichkeit bieten. Dann aber ist die Versuchung zu groß, Verluste beim Spekulieren mit Mitteln für die langfristige Geldanlage zu „stopfen“. Oder, wenn es gerade gut läuft, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen und zu viel Geld zu riskant anzulegen. Besser ist ein eigenes CFD-Konto bei einem spezialisierten Anbieter.

eToro Screenshot

Statt direkt in ausländische Aktien zu investieren, können Trader auch CFDs auf Auslandsaktien kaufen. Das ist aber nur sinnvoll, wenn die Papiere überwiegend am selben Tag ge- und wieder verkauft werden (Bild: eToro.com).

Das hat noch weitere Vorteile, denn hier lässt sich auch mit wenig Geld traden. Wer 10.000,- Euro anlegt, sollte maximal 500,- Euro für Finanzwetten aufwenden. Natürlich gibt es auch Trader, die mit kurzfristigem Daytrading erfolgreich sind. Das sind aber nur sehr wenige. Nur wer über längere Zeit erfolgreich tradet, sollte auch einen größeren Teil seines Vermögens einsetzen.

Weitere Vorteile von CFDs

Dass Trader mit 500,- Euro beim Handel mit CFDs schon einiges bewegen können, hat zwei Gründe. Der eine sind die niedrigen Kosten. Die Aktie wird nicht direkt gekauft, sondern nur ein Derivat darauf. Dieser Basiswert kann neben einer Aktie übrigens auch ein Rohstoff, eine Währung oder ein Index sein. Dieses Vorgehen spart Kosten, deshalb fallen meistens keine Ordergebühren an. Der Broker finanziert sich nur aus der kleinen Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskursen („Spread“).

Außerdem muss immer nur ein Teil des investierten Betrags wirklich hinterlegt werden („Margin“). Der renommierte Broker eToro verlangt für Aktien beispielsweise eine Hinterlegung von 20 Prozent des Wertes einer Position, bei den großen Indizes wie dem Dow Jones oder dem Hang Seng sogar nur 5 Prozent. Das bedeutet, dass sich mit 500 Euro beim Kauf von CFDs auf Indizes Auslandsaktien im Wert von 10.000,- Euro handeln lassen. Mehr als die Einlage können Privatanleger übrigens trotzdem nicht verlieren, denn das verbietet die Europäische Union. Nur für professionelle Trader gibt es eine sogenannte „Nachschusspflicht“.

Größter Nachteil ist die Tatsache, dass eine Gebühr berechnet wird, wenn ein CFD nicht am selben Tag ge- und wieder verkauft wird. Die Instrumente eignen sich daher nur für Daytrader.

Broker eToro

Ein beliebter und guter Broker ist eToro. Bekannt ist er vor allem für das Social Trading. Das bedeutet, dass Trader ihre aktuellen Einschätzungen posten, einzelne Basiswerte kommentieren oder gar die Aktionen anderer Händler verfolgen und kopieren können. Natürlich müssen sich Trader nicht kopieren lassen. Viele tun das allerdings gerne, zumal sie Geld erhalten, wenn viele andere Marktteilnehmer ihnen folgen.

Jetzt CFDs auf ausländische Aktien bei eToro kaufen

Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko. 75% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie CFDs von diesem Anbieter handeln. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Den richtigen Broker für Auslandsaktien finden

Wer Auslandsaktien vor allem in Deutschland kauft, der braucht keinen besonderen Broker. Das gilt insbesondere dann, wenn man sich auf die großen Werte wie Amazon, Apple oder Microsoft beschränkt.

Broker für Auslandsbörsen in der Übersicht

Die Tabelle gibt an, ob sich beim jeweiligen Broker Aktien an einer Börse des jeweiligen Landes handeln lassen. Andere Möglichkeiten wie der Handel mit Optionen oder CFDs wurden nicht untersucht, ebenso wenig die Frage, ob Papiere aus dem jeweiligen Land in Deutschland handelbar sind. Beispielsweise bietet der Broker Lynx den Handel von Optionen und Futures über südkoreanische Handelsplätze, nicht aber den von Aktien. Daher wurde in die Tabelle ein „Nein“ eingetragen.

Unbeachtet blieben auch Angebote, die nur für Einheimische gelten. So bietet Lynx den Handel mit indischen Aktien ausschließlich für in Indien lebende Menschen.

Stand: 02/2020

Auslandsbörse AktienLynxSmartbrokerS Broker
AustralienJaJaJa
HongkongJaJa Ja
IndienNeinNeinNein
IndonesienNeinNeinJa
SchweizJaJaJa
SingapurJaJa Ja
SpanienJaJaJa
SüdafrikaNeinNeinJa
SüdkoreaNeinNeinNein
TürkeiNeinNeinNein
USAJa JaJa

Broker mit Rundumangebot und attraktiven Neukundenkonditionen

Die Nürnberger Consorsbank macht Neukunden ein attraktives Angebot: Ein Jahr lang handeln Sie dort für nur 3,95 Euro. Wer seine Aufträge über die Berliner Tradegate Exchange abwickelt, für den entfällt außerdem die Börsenplatzgebühr. Nach einem Jahr steigen die Gebühren leider auf 9,95 Euro je Kauf oder Verkauf an – aber wer weiß schon, was in einem Jahr sein wird.

Zumal die Consorsbank auch mit einem Rundumangebot punktet. Seit das Unternehmen 1994 als Direktbroker gegründet würde, hat es sich Schritt für Schritt zur Direktbank weiterentwickelt, die auch ein Girokonto, Fest- und Tagesgelder sowie Crowdinvesting in Start-ups anbietet.

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Broker mit exotischen Handelsplätzen: S Broker

Dagegen liegt der Sparkassen Broker preislich nur im Mittelfeld. Hauptvorteil ist, dass viel Sparkassenkunden ihr Girokonto als Verrechnungskonto nutzen können. Außerdem bietet das auch als S Broker bezeichnete Unternehmen den Zugang zu vielen Handelsplätzen.

So gehört S Broker zu den wenigen Anbietern, bei denen Sie über die Börse in Johannesburg in Südafrika oder Jakarta in Indonesien handeln können.

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Broker mit günstigen Gebühren im Ausland: Lynx

Wenn es Ihnen wichtig ist, an einer ausländischen Börse handeln zu können, dann finden Sie attraktive Konditionen bei dem niederländischen Broker Lynx. Das Unternehmen lässt den gesamten Handel über die britische Tochter der US-Firma Interactive Brokers abwickeln. Dadurch bietet er Zugang zu allen wichtigen nordamerikanischen Handelsplätzen, neben NASDAQ und New York Stock Exchange (NYSE) auch zur NYSE America (ehemals AMEX) oder zu den Börsen in Kanada und Mexiko. Lynx ist auch einer der wenigen Broker, die Zugang zum Handelsplatz Pink Sheets bieten.

Vorteilhaft sind die niedrigen Gebühren für Auslandsorder. Während andere Broker teilweise mehr als das Doppelte für einen Kauf oder Verkauf an einer Auslandsbörse verlangen, können US-Aktien bei Lynx sogar günstiger gekauft werden.

Weil das Depot im Ausland (Niederlande) geführt wird, wird auch keine Abgeltungssteuer einbehalten. Die Kapitalerträge müssen Sie als Kunde zwar trotzdem versteuern, aber erst am Ende des Jahres.

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Lohnt sich ein Depot im Ausland?

Ob sich ein Wertpapierdepot im Ausland lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Preisstruktur deutscher Broker ist inzwischen sehr günstig und die Online-Broker bieten zudem einen umfangreichen Zugang zu den wichtigsten weltweiten Börsen und sogar dem außerbörslichen Handel. Wer Auslandsaktien handeln möchte, kann dies also auch im Rahmen des Depots in Deutschland tun.

Mittlerweile können Broker aus anderen EU-Ländern aber problemlos in Deutschland um Kunden werben. Mitunter ist Anlegern gar nicht klar, dass sie gerade ein Depot im Ausland eröffnet haben. So sind haben Lynx und DEGIRO ihren Sitz in den Niederlanden, die Consorsbank ist eine Marke der BNP Paribas mit Sitz in Paris. Hauptunterschied zu deutschen Brokern ist in allen drei Fällen, dass die Einlagen nicht über die deutschen, sondern die niederländische beziehungsweise französische Einlagensicherung geschützt ist. DEGIRO und Lynx unterliegen außerdem niederländischem Recht und führen keine Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge) ab, wohin gegen die Consorsbank laut AGB nach deutschem Recht handelt und die Abgeltungssteuer abführt.

Top 5 Aktien Depots

1
Kosten pro Order
0,00 €
Kosten gesamt*
0,00 €
Testberichtzu Smartbroker
2
Kosten pro Order
1,00 €
Kosten gesamt*
12,00 €
Testberichtzu Trade Republic
3
degiro
Kosten pro Order
2,00 € + 0,018%
Kosten gesamt*
26,16 €
Testberichtzu DEGIRO
4
Kosten pro Order
3,95 €
Kosten gesamt*
47,40 €
Testberichtzu Consorsbank
5
Kosten pro Order
3,90 €
Kosten gesamt*
46,80 €
Testberichtzu Comdirect
* 12 Order p.a. je Order 1000€ incl. Depotkosten

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Fragen und Antworten zu Auslandsaktien

FAQ (5)

Neben lokalen politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten sollten Anleger die Quellensteuer beachten. Das sind Steuern, die im jeweiligen Heimatland direkt von den Dividenden und anderen Erträgen abgezogen werden. 

Viele Auslandsaktien lassen sich über deutsche Handelsplätze wie Xetra kaufen und verkaufen. Man benötigt dann keinen speziellen Broker. Allerdings bieten einige Discount-Broker nur den Handel über einen Handelsplatz, weshalb sie nicht unbedingt die erste Wahl sind. 

Gewinne mit ausländischen Aktien werden vom deutschen Finanzamt wie inländische Gewinne besteuert. Allerdings können zusätzlich noch Quellensteuern durch ausländische Finanzbehörden anfallen. Diese können auf die deutsche Steuer angerechnet werden, maximal aber 15 Prozentpunkte. 

Werden ausländische Aktien über Xetra oder einen anderen deutschen Börsenplatz gehandelt, liegen die Orderkosten nicht höher als in Deutschland. Der Kauf über eine Auslandsbörse kann aber teurer sein. Allerdings gibt es Anbieter mit sehr niedrigen Orderkosten im Ausland

An einfachsten ist der Kauf eines ETFs mit Auslandsaktien. Aber natürlich lassen sich über praktisch jeden Broker auch Einzelaktien kaufen. 

Fazit

Auslandsaktien gehören in jedes Depot, denn sie dienen der Risikostreuung. Allerdings dürfen Anleger dabei die Quellensteuer nicht aus dem Auge verlieren. Zwar gibt es mit vielen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen, aber das Zurückfordern ist oft schwierig. Bei US-Aktien ist es vorteilhaft, wenn der Broker einen Vertrag mit der US-Steuerbehörde geschlossen hat. Die meisten Auslandsaktien können Sie in Deutschland handeln. Wegen der höheren Umsätze sollten Sie das aber tun, wenn die Börse im Heimatland geöffnet hat. Wenn Sie direkt im Ausland handeln wollen, müssen Sie einen Broker mit günstigen Gebühren für Auslandsbörsen wählen.