An der Börse handeln: 6 wichtige Tipps

Wer an der Börse handeln will, der braucht zunächst ein bisschen Grundwissen über den Aktienmarkt. Außerdem sollten Neuanleger sich über Chancen und Risiken bewusst sein. Wir zeigen, wie man ein breit aufgestelltes Depot aufbaut. Außerdem haben wir einen Super-Tipp für alle, die an der Börse handeln wollen ohne sich selbst damit zu beschäftigen.

Das wichtigste in Kürze:

  • Börse ist Handelsplatz für Wertpapiere
  • Langfristige Investition zahlt sich meist aus
  • Mit ETFs Risiko breit streuen
  • Sparplan hilft beim Vermögensaufbau
  • Robo Advisor als Alternative

Vorneweg eine Alternative

Nicht jeder geht den Weg an die Börse, weil er gerne mit Aktien handeln will. Oft steht der Gedanke der Geldanlage im Vordergrund. Wer sich möglichst wenig mit dem Thema beschäftigen will, der kann auch an der Börse handeln lassen. Klassische Vermögensverwaltungen verlangen nicht selten mindestens eine Million Euro als Anlagekapital. Es gibt aber eine Alternative, nämlich die (teil-) automatisierte Vermögensverwaltung durch sogenannte Robo Advisor.

Cominvest Test

Cominvest heißt der Robo Advisor der Comdirect Bank.

Das sind Algorithmen, die automatisch ein Depot zusammenstellen. Dabei orientieren sie sich am Risikoprofil des Anlegers, von bedingt risikobereit bis sehr risikobereit. Einige Anbieter wie Cominvest bieten diesen Service schon ab 3.000,- Euro – bei einem Gebührensatz, der unter dem der meisten aktiv verwalteten Fonds liegt. Der Robo Advisor wird von der Comdirect Bank angeboten und bietet außerdem den Vorteil, dass menschliche Vermögensverwalter alle Entscheidungen des Computers noch einmal überprüfen. Auf Wunsch werden alle Vorschläge sogar zuerst dem Kunden vorgelegt und erst nach dessen Einwilligung umgesetzt.

Selbst an der Börse handeln

Es gibt aber auch gute Gründe, selbst an der Börse zu handeln. Nicht übersehen sollte man: Geld selbst anlegen kann auch Spaß machen. Allerdings sollte man dabei nicht das Ziel Geld zu verdienen aus den Augen verlieren. Wer Spaß am Zocken hat sollte das nicht mit dem gesamten Kapital tun. Lieber einen kleinen Betrag abzweigen und damit bei einem spezialisierten CFD-Broker wie Plus500 handeln. Der Hauptteil des Kapitals wird dann gewinnorientiert angelegt – und auch das kann Spaß machen.

Die besten Broker

An der Börse handeln kann auch viel Spaß machen. Aber das sollte nicht vom eigentlichen Ziel ablenken, nämlich Geld verdienen. Wer zocken möchte, sollte lieber einen kleinen Teil des Geldes bei einem CFD-Broker wie Plus500 einzahlen und das übrige Guthaben gewinnorientiert anlegen.

Wichtige Börsenregeln

Mit ein paar ganz einfachen Börsenregeln lassen sich die schlimmsten Fehler vermeiden. Die meisten sind selbstverständlich, doch werden auch sie oft ignoriert.

1. Nicht alles auf eine Karte setzen

Was kann bei Aktien eines großen Energieversorgers mit einem weitgehenden Monopol in seinem Versorgungsgebiet schon schief gehen? So haben sicher viele Anleger gedacht, die Anfang der 1990er Jahre Aktien von Energieversorgern wie RWE, dem Überlandwerk Unterfranken (ÜWU) oder dem Badenwerk kauften. Doch dann kamen die Liberalisierung der Energiemärkte und die Energiewende. Wer im November 1991 RWE-Aktien kaufte, hatte 27 Jahre später fast zehn Prozent verloren. Nur die Dividende sorgte dafür, dass der Anleger insgesamt trotzdem im Plus ist. Anders als jemand, der erst im November 2008 kaufte, er hat auch nach Berücksichtigung der Ausschüttungen Geld verloren.

Fernwärme Aktie

Aktien von Fernwärmeanbietern haben sich in den vergangenen 20 Jahren besser entwickelt als solche von Stromanbietern, denn ihr Monopol blieb erhalten. Aber bleibt das auch so?

Das gleiche Schicksal kann auch andere Firmen ereilen, deren Scheitern heute undenkbar ist. Selbst Amazon, Apple, Alphabet (Google) oder Facebook sind nicht unschlagbar. Deshalb gibt es nur eine mögliche Lösung: Risiko streuen. Am einfachsten geht das mit Hilfe von Fonds. Günstig und transparent sind Indexfonds, die einfach einen Aktienindex nachbilden, beispielsweise den DAX. Wer einen DAX-ETF kauft, der investiert damit in 30 Aktien. Bei einem ETF auf den FAZ-Index sind es sogar 100 Werte.

2. Klumpenrisiko vermeiden

Es reicht aber nicht, sein Portfolio auf 30 oder gar 100 Aktien zu streuen. Wer einen DAX-ETF kauft, der legt sich damit gleich mehrere Automobil-Aktien ins Portfolio. Technologiewerte sind dagegen kaum in dem Index vertreten. Außerdem erwirtschaften fast alle Unternehmen einen großen Anteil ihrer Wertschöpfung in Deutschland oder zumindest von Deutschland aus.

Griechenland Aktien

Auch Schwellenländer gehören ins Portfolio.

Sollte die deutsche Automobilindustrie an der Verkehrswende scheitern oder das Land in eine wirtschaftliche oder politische Krise rutschen, dann würden DAX-ETFs darunter stark leiden. Besser ist es deshalb, das Risiko auch über verschiedene Branchen und Regionen zu streuen.

Dabei sollten sich auch ein paar Schwellen- und Entwicklungsländer im Portfolio befinden. Das leisten beispielsweise ETFs auf den MSCI All Countries World Index. Allerdings kommen Schwellenländer dort nur auf rund 10 Prozent, wer mehr möchte muss sich noch einen zweiten oder dritten ETFs ins Depot legen. Wer noch weiter gehen will, kann auch noch einen ETF mit sogenannten Grenzmärkten (Frontier Markets) dazu nehmen. Das sind Entwicklungsländer wie Vietnam, die Elfenbeinküste oder Sri Lanka, die bald in die zweite Liga der Schwellenländer aufsteigen könnten. Viele dieser Länder haben im Gegensatz zu den Industriestaaten noch eine wachsende Bevölkerung.

3. Hin und her macht Taschen leer

Aktien sollte man kaufen, unters Kopfkissen legen und nach vielen Jahren wieder hervorholen, riet der Börsenjournalist André Kostolany einst. Das gelte heute nicht mehr, halten ihm viele Börsianer entgegen, dazu seien die Märkte zu schnelllebig. Doch wer so argumentiert muss sich fragen lassen, wer eine Aktie noch kaufen soll, wenn gerade eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen wurde. Der Kurs ist dann meistens schon so niedrig, dass ein Verkauf kaum noch lohnt.

Finanzpresse readly Aktientipps

Ein Blick in eine Börsenzeitung ist interessant und oft auch lohnend. Verrückt machen sollte man sich aber nicht, auch nicht von jeder Verkaufsempfehlung. Bild: readly

Erst recht gilt das, wenn man mit einem ETF in eine ganze Region investiert hat. Gelten Schwellenländer an einem Tag als besonders ertragreich, heißt es morgen schon, dass man sich unbedingt von ihnen trennen sollte. Da kann es besser sein einfach abzuwarten. Das spart Gebühren.

4. Regelmäßig sparen

Besonders gut für den Vermögensaufbau sind ETF-Sparpläne geeignet. Dabei wird in regelmäßigen Zeitabständen ein fester Betrag in ETFs investiert, beispielsweise 100,- Euro in jedem Monat. Das bringt gleich zwei Vorteile. Es animiert zum regelmäßigen Sparen und reduziert das Verlustrisiko.

Denn auch wenn die meisten Aktionäre in der Vergangenheit gute Gewinne erzielt haben, es gibt auch immer wieder deutliche Rückschläge, etwa der Schwarze Donnerstag 1929, der Schwarze Montag 1987, das Platz der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder die Auswirkung der Finanzkrise ab 2007. Wer am 23. Oktober 1929 oder am 18. Oktober 1987 investierte, der hatte seine Verluste meist erst nach vielen Jahren ausgeglichen. Wer monatlich sparte, der verlor zwar auch Geld, konnte aber schon die zweite Tranche Aktien im November deutlich günstiger erwerben.

5. Geduld haben

Auch ein Sparplan und ein breit gestreutes Aktienportfolio schützen aber nicht vor längeren Schwächephasen. Die mit dem Schwarzen Donnerstag am 24. Oktober 1929 gestartete Baisse endete erst 1932. Damals erreichte der Dow Jones seinen Tiefstpunkt. Bis die Verluste wieder ausgeglichen waren, dauerte es noch länger.

Auch in den 1970er Jahren war mit Aktien wenig Geld zu verdienen. Die Kurse stiegen mehr als zehn Jahre kaum an, wenngleich Aktionäre auch damals – anders als oft behauptet – gute Renditen erzielten. Denn die meisten Firmen zahlten damals gute Dividenden.

Dividenden darf man bei der Berechnung der Rendite von Aktienanlagen nicht vergessen.

Anleger sollten deshalb etwas Zeit mitbringen. Wer das Geld schon nächstes Jahr für einen Hauskauf braucht, der sollte das Geld lieber auf ein Tages- oder Festgeldkonto legen – trotz der niedrigen Zinsen.

6. Kosten im Blick behalten

Nicht nur die Gewinne, sondern auch die Kosten sollten Anleger im Blick behalten. Indexfonds, die nur einen Index wie den DAX oder den Dow Jones nachbilden, sind meist deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds, bei denen ein Fondsmanager die Auswahl übernimmt.

Auch bei den Brokern gibt es deutliche Unterschiede im Preis. Manchmal bieten teure Broker auch mehr Dienstleistungen. Discount-Anbieter DeGiro beispielsweise hat sich ganz auf den Wertpapierhandel konzentriert. Konkurrent Consorsbank ist etwas teurer, bietet dafür aber ein breites Portfolio, vom Girokonto über das Tagesgeld bis zum Wertpapierkredit. Aber nicht immer bedeuten höhere Preise auch mehr Leistung. Ein Vergleich lohnt sich also.

 

Kosten

Höhere Kosten bedeuten nicht immer mehr Leistung.

Wo an der Börse handeln?

Wir stellen zwei verschiedene Wege vor, um an der Börse zu handeln. Eine für Anleger, die selbst aktiv werden wollen und eine für solche, die sich nicht weiter um ihr Depot kümmern wollen.

Guter Broker: Consorsbank

Die Nürnberger Consorsbank wurde 1994 von einem Spross der Hofer Bankiersfamilie Schmidt unter dem Namen Consors gegründet. Heute ist sie Teil der französischen Großbank BNP Paribas. Sie bietet ein breites Spektrum an Bankdienstleistungen. Eine monatliche Depotgebühr gibt es nicht, die Transaktionspreise liegen ab dem zweiten Jahr im üblichen Rahmen.

Das Traderkonto für Neukuknden bei der Consorsbank

Das Traderkonto für Neukunden bei der Consorsbank

Im ersten Jahr dagegen lockt der Broker mit vielen günstigen Einstiegsangeboten. Immer wieder gibt es reduzierte Ordergebühren im ersten Jahr, oft auch einen Zinszuschlag auf das Tages- oder Festgeld. Außerdem bietet die Bank einen guten Service und zahlreiche aktuelle Wertpapierinfos.

Sich um das Depot zu kümmern kann durchaus Spaß machen. Wer mit ETFs ein gutes Fundament gelegt hat, kann auch ein paar Einzelaktien hinzu nehmen.

Alternative für Bequeme: Robo Advisor

Aber nicht jeder hat Freude am Geldanlegen. Wer sich mit dem Thema nicht beschäftigen will, keine Zeit dafür hat oder es sich nicht zutraut, der findet mit einer automatisierten Vermögensverwaltung eine gute Alternative. Klassische Vermögensverwalter verlangen nicht selten eine Mindestanlage von 1,0 Millionen Euro. Doch ihre Roboterkollegen erlauben teilweise sogar Beträge unter 1.000,- Euro.

Im Mittelpunkt steht bei diesen Robo Advisors nicht das Finden von besonders lukrativen Einzelaktien, sondern die breite Streuung des Risikos. Dazu gehört das dem Risikowunsch des Kunden entsprechende Verhältnis von Aktien zu Anleihen, das auch immer wieder angepasst wird.

Cominvest Robo Advisor Test

Schon ab 3.000,- Euro lässt sich Geld bei Cominvest anlegen.

Für Einsteiger gut geeignet ist das Cominvest Depot der Comdirect Bank. Die Mindesteinzahlung ist mit 3.000,- Euro relativ niedrig, die Gebühren sind moderat und alle Vorschläge des Robo Advisors werden von einem Expertenteam noch einmal überprüft. Wer möchte, kann sich sogar alle Anlageentscheidungen vorlegen lassen und dann selbst entscheiden, ob sie umgesetzt werden. Außerdem bietet die Comdirect Bank die Möglichkeit, daneben noch ein zweites Depot zu eröffnen, das man mit selbst ausgewählten Aktien und ETFs bestückt.

Hier geht's direkt zur Comdirect Bank

Fazit

An der Börse handeln ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Anfängerfehler vermeidet. Der noch weniger Arbeit mit der Geldanlage haben will, der kann sich von einem Robo Advisor unterstützen lassen, beispielsweise dem Cominvest Depot der Comdirect Bank.

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