Besteuerung von Aktien – Erklärung und Übersicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Abgeltungs-/Quellensteuer: Seit 2009 werden Kapitalerträge pauschal mit 25% besteuert. Diese werden direkt vom Kreditinstitut an das Finanzamt abgeführt.
  • Freibetrag: Mit einem Freistellungsauftrag bei der Bank bleiben 801€ (1.602€ bei Ehepartnern) auf die Aktiengewinne steuerfrei.
  • US-Quellensteuer: In den USA gilt eine Quellensteuer von 30%. Um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden, besteht zwischen Deutschland und den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen.



  • Aktien werden oft von Anlegern als Kapitalanlage gekauft. Die Gewinne, die daraus entstehen, werden Kapitalerträge genannt und müssen in Deutschland versteuern werden. Kapitalerträge können aus Dividenden oder Verzinsungen entstehen. Im Wesentlichen muss eine Abgeltungssteuer gezahlt werden, die als Quellensteuer abgeführt wird. Mehr zur Besteuerung von Aktien in Deutschland und den USA erfahren Sie im Folgenden.

    Spekulationsfrist

    Die Spekulationsfrist für Wertpapier gibt es seit 2009 nicht mehr. Seit 2009 werden alle Einnahmen aus Kursgewinnen, Zinsen oder Dividenden vor der Steuer gleich behandelt. Vor 2009 konnten Kursgewinne aus Aktien, die mindestens zwölf Monate gehalten wurden, steuerfrei erzielt werden. Anstelle der Spekulationsfrist gilt nun die Abgeltungssteuer, die als Quellensteuer direkt von den Kreditinstituten abgeführt wird. Damit werden alle Gewinne aus Wertpapieren, unabhängig von der Haltedauer, gleich behandelt.

    Steuer

    Auch Fonds sind von der Steuer betroffen

    Vom Wegfall der Spekulationsfrist für Wertpapier sind vor allem Aktien- und Fondssparer betroffen, die langfristig im Rahmen einer privaten Altersversorgung in einen Sparplan eingezahlt haben. Zudem wird seit 2009 die Abgeltungssteuer bei der Auflösung eines Depots fällig. Diese muss auf den Wertzuwachs von neuen Aktien oder Fondsanteile gezahlt werden. Kursgewinne aus Einzahlungen, die vor 2009 erfolgten, bleiben Steuer frei.

    Bis 2009 galt die Spekulationsfrist für Wertpapiere. Auf die Gewinne aus Aktien, die mindestens zwölf Monate gehalten wurden, wurde keine Steuer erhoben. Seit 2009 werde Kapitalerträge aus Aktien mit der Abgeltungssteuer besteuert. 

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    Abgeltungssteuer

    Seit 2009 gilt für Gewinne aus Aktien die Abgeltungssteuer. Die Spekulationsfrist wurde damit abgelöst. Nun werden Gewinne aus Aktien pauschal mit 25 Prozent versteuert. Auf diesem Weg werden alle Kapitalerträge steuerlich gleich behandelt. Zuzüglich zur Steuer muss der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer gezahlt werden. Wer Mitglied einer Kirche ist, zahlt zudem die Kirchensteuer auf seine Aktiengewinne. Ohne Kirchensteuer beträgt der Zinssatz 26,375 Prozent.

    Für Aktionäre mit mittlerem oder hohen Einkommen ist die Abgeltungssteuer ein Vorteil. Da die Abgeltungssteuer mit 25 Prozent pauschal berechnet wird, lässt sich damit sogar Geld sparen, denn der Höchstsatz für diesen Einkommensbereich beträgt 45 Prozent. Wer weniger verdient, hat die Wahl, ob er seine Aktiengewinne angeben möchte oder nicht. Dies ist der Fall, wenn aufgrund der Einkommenshöhe ein geringerer Zinssatzes auf das Einkommen gezahlt werden muss. Damit haben Geringverdiener keinen Nachteil beim Aktienhandel.

    Consorsbank Analyse

    Nicht nur wohlhabende Menschen kaufen Aktien, Quelle Consorsbank

    Viele Aktionäre kaufen Aktien, um ihr Vermögen zu verstärken. Dies ist durch die Abgeltungssteuer etwas schwieriger geworden, denn egal, wie lange sie die Aktien halten, es müssen auf die Gewinne Steuern gezahlt werden. Bei der zuvor geltenden Regelung waren Erträge aus Aktien, die zwölf Monate gehalten wurden, steuerfrei. Gewinne aus Aktien, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden, bleiben weiterhin steuerfrei.

    Seit 2009 werden Kapitalerträge aus Aktien mit der Abgeltungssteuer besteuert. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 Prozent. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

    Quellensteuer

    Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer. Das bedeutet, dass sich die Anleger nicht selbst um die Besteuerung kümmern müssen. Die Steuer wird direkt von der Quelle – in der Regel der Bank, bei der man seine Aktien erworben hat – an das Finanzamt gezahlt. Die Kosten für das Depot können seit 2009 nicht mehr als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Die Bank verrechnet automatisch die Gewinne und Verluste, die man beim Aktienhandel gemacht hat. Die Differenz daraus wird dann versteuert.

    Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer. Daher wird sie direkt von Kreditinstitut ans Finanzamt abgeführt. Der Anleger muss sich also nicht selbst um die Zahlung seiner Steuern aus Aktiengewinnen kümmern.

    Freibetrag

    Allerdings müssen nicht alle Gewinne aus Aktien versteuert werden. Laut Gesetz bleiben 801 Euro aus Aktiengewinnen steuerfrei. Und wer gemeinsam mit seinem Ehepartner eine Steuererklärung abgibt, dessen Freibetrag erhöht sich auf 1602 Euro. Allerdings kann seit 2010 jeder Ehepartner selbst entscheiden, ob er einen Freistellungsauftrag erteilen möchte. Dies gilt jedoch nur für getrennte Konten. Bei einem gemeinsamen Konto müssen beide Ehepartner einverstanden sein und den Antrag gemeinsam unterschreiben.

    Der Freibetrag wird Sparerpauschbetrag genannt und gilt neben Aktien auch für Ersparnisse und andere Anlagemöglichkeiten. Es ist allerdings notwendig, einen Freistellungsauftrag bei der Bank, über die man seine Aktien handelt, auszufüllen. So wird dieser Betrag nicht automatisch mit der Abgeltungssteuer an das Finanzamt abgeführt. Wenn man Konten oder Depots bei mehreren Banken besitzt, muss bei jeder Bank separat ein Antrag ausgefüllt werden. Falls dies nicht geschieht, ist es auch möglich, sich den Freibetrag später über die Steuererklärung zurückzuholen. Es ist nicht möglich, beispielsweise Kursgewinne mit Dividenden zu verrechnen. Darüber hinaus lassen sich die Freibeträge nicht ins nächste Jahr übertragen. 

    801 Euro (bzw. 1602 Euro bei Ehepartnern) auf die Aktiengewinne bleiben als Freibetrag steuerfrei. Allerdings muss dies vorab mit einem Freistellungsauftrag bei der Bank angegeben werden, damit der Betrag nicht automatisch mit der Abgeltungssteuer an das Finanzamt abgeführt wird.

    US-Quellensteuer

    Viele Anleger haben jedoch nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland Aktien in ihrem Besitz und müssen die Gewinne daraus ebenfalls versteuern. Was müssen deutsche Anleger bei der Besteuerung von US-Aktien beachten? Wie andere Länder auch erheben die Vereinigten Staaten eine Quellensteuer auf Einnahmen aus Kapitalvermögen wie Dividenden und Zinsen. Sie wird auch dort von Kreditinstituten einbehalten, der Anleger selbst muss sich also nicht selbst um die Versteuerung seiner Aktien kümmern.

    Bei Wertpapiererträgen, also beispielsweise Aktien von amerikanischen Unternehmen oder Schuldverschreibungen von Emittenten aus den USA, erheben die Vereinigten Staaten ebenfalls eine Quellensteuer. Unter diese Regelung fallen zudem ausländische Zertifikate über US-Aktien. Für ausländische Anleger beträgt die Quellensteuer in den USA 30 Prozent auf ihre Erträge aus den jeweiligen Wertpapieren. Diese wird dann an die zuständige Finanzbehörde in den USA abgeführt.

    Deutsche Anleger haben jedoch Vorteile. Sie profitieren von einer Ermäßigung durch das sogenannte deutsch-amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Diese Regelung soll verhindern, dass Menschen, die sowohl in den USA wie auch in Deutschland Einnahmen erzielen diese in beiden Staaten versteuern müssen.

    Abkommen dieser Art bestehen nicht nur mit den USA, sondern zwischen Deutschland und mehr als 80 Staaten. Im Falle der USA zahlen deutsche Anleger somit nicht die üblichen 30 Prozent auf ihr Kapitalvermögen, sondern 0 Prozent für Zinsen und 15 Prozent für Dividenden. Allerdings müssen Anleger im Vorfeld einen Antrag auf diese Ermäßigung stellen.

    Gegenüber den USA haben Anleger damit ihre Steuerschuld beglichen. In Deutschland ist aber dennoch die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zu zahlen. Allerdings ist es möglich, eine im Ausland bereits bezahlte Quellensteuer auf die Einkommenssteuer in Deutschland anzurechnen. Bei Dividenden gilt bei Doppelbesteuerungsabkommen eine Obergrenze von 15 Prozent. Wenn ein Land also bis zu 15 Prozent Steuern auf Dividenden erhebt, lässt sich diese Quellensteuer komplett auf die Abgeltungssteuer in Deutschland anrechnen. In manchen Ländern sind sogar mehr als 15 Prozent fällig. Auf Antrag kann die zu viel gezahlte Summe allerdings zurückerstattet werden. Von Land zu Land kann das Verfahren aber variieren und unter Umständen auch recht kompliziert sein.

    Im Falle der USA ist dies jedoch nicht der Fall. Wichtig ist lediglich, dass sich die Anleger frühzeitig – das heißt vor Zahlung der Dividende – um die Beantragung der Ermäßigung kümmern sollten. Dann zahlen sie nur 15 Prozent Quellensteuer, die mit der Abgeltungssteuer in Deutschland verrechnet wird. Wenn der Antrag nicht rechtzeitig erfolgt, ist eine Erstattung nur noch über eine gesonderte Steuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige möglich, die allerdings erst für ein Jahr rückwirkend möglich ist.

    Auch in den USA müssen Gewinne aus Aktien versteuert werden. Es gilt eine Quellensteuer von 30 Prozent. Um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden, besteht zwischen Deutschland und den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen.

    Finanztransaktionssteuer

    Bei der Finanztransaktionssteuer handelt es sich um eine Kapitalverkehrssteuer. Sie wird wie eine Umsatzsteuer auf börsliche und außerbörsliche Finanztransaktionen erhoben. Die Situation in den verschiedenen Staaten variiert. Es sind Steuersätze zwischen 0,01 und 0,1 Prozent im Gespräch. Bereits 1694 wurde eine erste Version der Finanztransaktionssteuer an der Londoner Börse eingeführt. In der EU läuft die Diskussion um die Finanztransaktionssteuer seit der Finanzkrise 2007 und wird besonders in Deutschland sehr kontrovers diskutiert.

    Bislang konnte man sich auf keine EU-weite, einheitliche Regelung einigen. Daher haben in der Zwischenzeit einige Staaten selbst die Initiative ergriffen und eine Börsensteuer oder eine vergleichbare Abgabe auf Finanzgeschäfte beschlossen. Beispielsweise gilt in Frankreich seit dem 1. August 2012 eine allgemeine Finanztransaktionssteuer auf den Erwerb von Kapitalwertpapieren. Auch Belgien, Zypern, Irland, Finnland und Griechenland haben eine eigene Form der Finanztransaktionssteuer eingeführt.

    Durch eine Finanztransaktionssteuer erhofft man sich eine ausgleichende und stabilisierende Wirkung auf die Finanzmärkte. Man will damit zudem kurzfristige Spekulationsgeschäfte ausbremsen, da selbst bei einer niedrigen Besteuerung kaum Gewinne erzielt würden. Bei langfristigen Investitionen fiele der geringe Steuersatz kaum ins Gewicht. 

    Die Finanztransaktionssteuer wird in Deutschland seit Jahren kontrovers diskutiert. Bislang konnte man sich nicht auf eine einheitliche Regelung innerhalb der EU einigen. Einige Staaten haben zwischenzeitlich eigene Finanztransaktionssteuern auf den Weg gebracht.

    Fazit

    Kapitalerträge aus Aktien müssen in Deutschland versteuert werden. 2009 wurde die Spekulationsfrist durch die Abgeltungssteuer abgelöst. Damit müssen Anleger pauschal einen Steuersatz von 25 Prozent auf ihre Gewinne aus Aktien zahlen. Der Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer kommen dazu. Die Abgeltungssteuer wird als Quellensteuer direkt von der Bank, bei der man sein Aktiendepot hat, an das Finanzamt abgeführt. Der Anleger hat jedoch einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro. Um eine Doppelbesteuerung bei US-Aktien zu vermeiden, haben deutsche Anleger den Vorteil, dass es ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA gibt. Eine Finanztransaktionssteuer wurde in Deutschland bislang nicht eingeführt.

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