Vegane Aktien kaufen 2021 – Tipps und Erfahrungen

Vegane Aktien: Fleischersatzprodukte und pflanzliches Fleisch

Vegane Aktien

Das Wichtigste in Kürze:

So gehen Sie vor:

  • Informieren Sie sich über vegane Aktien und ETFs.
  • Untersuchen Sie sowohl die Glaubwürdigkeit des Konzepts als auch dessen wirtschaftliche Aussichten.
  • Wählen Sie ein oder mehrere Aktien und ETFs aus.
  • Suchen Sie einen passenden Broker.
  • Handeln Sie vegane Aktien.

Die besten veganen Aktien, die wir in diesem Artikel vorstellen

Wenn Sie die Aktie anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN 
Beyond Meat
A2N7XQWKN kopiert
US08862E1091ISIN kopiert
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Fermentalg
A1103MWKN kopiert
FR0011271600ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar
Hain Celestial Group
908170WKN kopiert
US4052171000ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Trade Republic verfügbar
Strauss Group
893540WKN kopiert
IL0007460160ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Trade Republic verfügbar
John B. Sanfilippo & Son
883172WKN kopiert
US8004221078ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar

Die besten veganen Fonds und ETFs, die wir in diesem Artikel vorstellen

Wenn Sie den ETF anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN 
U.S. Vegan Climate ETF (VEGN)
SLA5H0WKN kopiert
DE000SLA5H01ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar

Unsere Arbeitsweise

analysierte investments
15
Analysierte
Investments
stunden investiert
7
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Analysierte Investments
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Ausführliche
Analysen

Vegane Aktien – ein Megatrend

Megatrends nennt man Trends, die vermutlich viele Jahre und Jahrzehnte anhalten werden. Der weitgehende Verzicht auf tierische Produkte ist ein solcher Megatrend. Allein von 2016 bis 2020 stieg die Zahl der sich vegan ernährenden Menschen um mehr als ein Drittel.

Infografik: Rund 8 Millionen Deutsche essen kein Fleisch.

Veganer Statistik: Anzahl der Deutschen, die kein Fleisch essen. (Grafik: Statista)

Zum veganen Lebensstil gehört aber mehr als vegane Ernährung. Auch ohne Tierversuche hergestellte Kosmetik ist ein Milliardenmarkt. Allerdings stammen auffällig viele vegane Aktien aus dem Bereich der Ernährung.

Für sie sind die Aussichten doppelt gut. Nicht nur der Trend zu veganer Ernährung kommt ihnen entgegen, sondern auch die steigende Weltbevölkerung. Mehr Menschen müssen sich dann zumindest teilweise vegetarisch oder vegan ernähren.

5 vegane Aktien, die Sie kennen sollten

Wir haben uns fünf vegane Aktien angesehen und eine subjektive Bewertung erstellt. Ob das Papier zu ihrem Risikoprofil passt und ob sie es für zukunftsfähig halten, müssen Sie am Ende natürlich selbst entscheidend.

Welcher Broker ist der richtige?

Nicht für Jeden und Jede ist der gleiche Broker der beste Anbieter. Wer alle Dienstleistungen, vom Girokonto bis zum Depot, aus einer Hand möchte, der braucht eine Direktbank wie comdirect. Deutlich günstiger sind dagegen Neobroker wie Trade Republic. Besonders gut gefällt uns allerdings Smartbroker, denn das Unternehmen bietet sowohl Trading zum Nulltarif nach Art der Neobroker als auch den Handel gegen Gebühr über Xetra und andere regulierte Börsen. Allerdings kann die Eröffnung etwas dauern, hier kann der Broker noch besser werden.

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Beyond Meat: Fleischgeschmack ohne Fleisch

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Nicht alle Vegetarier wollen ganz auf den Geschmack von Fleisch verzichten. Zumal für Veganer auch der Käse als beliebter Fleischersatz ausfällt. Deshalb ruht an der Börse viel Hoffnung auf Beyond Meat, einem kalifornischen Hersteller von Fleischersatz.

Infografik: Keine Gender-Grill-Gap bei Fleischersatz.

Kein Gender Gap am Grill: Männer grillen ähnlich häufig vegetarisch und vegan. (Grafik: Statista)

2019 ging die Aktien zum Preis von 25,- Euro an die Börse und stieg bereits am ersten Tag um 150 Prozent. Zeitweise kostete die Aktie über 200,- Euro, ehe sie zeitweise auf rund 50,- Euro abstürzte. Seitdem hat sich die Aktie wieder etwas erholt, bewegte sich zuletzt aber vor allem seitwärts. Viele Anleger fragen sich deshalb, ob sich der Einstieg jetzt lohnt.

Grundsätzlich ist die Geschäftsidee von Beyond Meat vielversprechend. Nicht nur, weil Fleischersatz ein Milliardenmarkt ist. Bei klassischen Fleisch- und Wurstwaren ist der Konkurrenzkampf gnadenlos, weil die Produkte sich sehr ähnlich sind. Doch bei Fleischersatz kann das Unternehmen mit den besten, das heißt meist am fleischähnlich schmeckenden Erzeugnissen, höhere Preise durchsetzen.

Doch bisher erzielt das Unternehmen noch keine Gewinne, erst für 2022 sind schwarze Zahlen geplant. 2020 nahmen die Verluste sogar zu, allerdings vor allem aufgrund hoher Abschreibungen. Das Minus beim Cash Flow ging deutlich zurück.

Beyond Meat ist somit eine Wette auf weiter steigende Verkäufe bei sinkenden Kosten für Marketing und Entwicklung. Unrealistisch ist das nicht, aber dieses Risiko muss Anlegern bewusst sein.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zum Thema In künstliches Fleisch Aktien investieren.

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Fermentalg: Vegane Omega Fettsäuren aus Algen

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Fermentalg ist ein französischer Spezialist für Algenprodukte. Zum Portfolio gehören viele Produkte, die vom Megatrend Veganismus profitieren. Beispielsweise werden aus Algen vegane Omega 3 Fettsäuren produziert, außerdem alternative Proteine und vegane, natürliche Farbstoffe. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Luftreinigung mithilfe von Algen, ein Feld, das ebenfalls zukunftsträchtig ist.

Allerdings hat die Aktie ihren Aktionärinnen und Aktionären in den vergangenen Jahren nur eingeschränkt Freude gemacht. Von Mitte 2017 bis Mitte 2020 bekam die Aktie viel Lob, doch mit dem Kurs ging es vor allem abwärts. Im Dezember 2020 und Januar 2021 explodierte die Aktie dann geradezu, der Kurs verdreifachte sich in etwas mehr als einem Monat fast. Die hohen Kurse nutzten allerdings viele Aktionäre zum Ausstieg, sodass Fermentalg bis April 2021 einen Teil der Gewinne wieder abgab. Einige Analysten sehen den Rücksetzer als gute Chance zum Einstieg.

Allerdings ist die Aktie sehr volatil, Schwankungen in Höhe von 10 Prozent am Tag sind keine Seltenheit, in beide Richtungen. Das liegt auch daran, dass die Firma – wie Beyond Meat – nach wie vor Verluste schreibt. Die Zukunftsaussichten sind sogar noch etwas pessimistischer, erst für 2023 wird ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Dass das Unternehmen seinen Sitz in Frankreich und nicht in Kalifornien hat, ist Chance und Risiko zugleich. Viele Risikokapitalgeber und Fonds denken erstaunlich regional, sie investieren nur verhalten außerhalb der eigenen Region. Dadurch sind die Kurse außerhalb Kaliforniens weniger überzeichnet, allerdings fehlt dadurch unter Umständen auch Geld für die Expansion und es gibt weniger Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern. Eine chancen-, aber auch risikoreiche Aktie für Anleger mit starken Nerven.

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Hain Celestial Group: Bio-Spezialist aus den USA

WKN: 908170WKN kopiert / ISIN: US4052171000ISIN kopiert

Die USA verbindet man in Deutschland nicht unbedingt mit Umweltschutz. Dabei ist vor allem an den Küsten eine kaufkräftige und -willige Kundschaft für Bioprodukte entstanden. Und im Gegensatz zu Europa ist der Markt dort stärker konzentriert und mehr Unternehmen sind börsennotiert, was für Anleger von Vorteil ist.

Hain Celestial Group ist ein Spezialanbieter für Bioprodukte, von denen fast alle vegetarisch und die meisten auch vegan sind. Nusscremes von MaraNatha, vegane Kosmetika von JĀSÖN oder Chips von Garden of Eatin sind in Deutschland kaum bekannt, in den USA aber umso mehr. Überzeugte Veganer müssen aber wissen, dass zum Sortiment auch Babynahrung unter dem Label Earth’s Best gehört, zu deren Sortiment auch fleischhaltige Produkte gehören.

Nachdem es von 2015 bis 2018 mit den Kursen deutlich nach unten gegangen war, hat sich die Aktie seitdem deutlich erholt. Von Anfang 2019 bis Anfang 2021 stieg der Kurs um rund 150 Prozent. Die Aktie wird mittlerweile auch an der L&S Exchange in Hamburg gehandelt und ist damit auch über die meisten Neobroker orderbar, beispielsweise Trade Republic.

Die Erholung hängt auch mit verbesserten fundamentalen Daten zusammen. So soll 2021 nach zwei Jahren Verlust wieder ein Gewinn erzielt werden. Das hat im 1. Quartal auch geklappt, im 2. Quartal 2021 soll der Gewinn des Vorquartals sogar um rund ein Drittel ansteigen.

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Strauss Group: Am künstlichen Fleisch mitverdienen

WKN: 893540WKN kopiert / ISIN: IL0007460160ISIN kopiert

Während Hain Celestial ein nahezu reines Biounternehmen ist und überwiegend vegetarische Produkte im Portfolio hat, ist die israelische Strauss Group zunächst einmal ein normaler Lebensmittelkonzern. Hilda und Richard Strass starteten ihr Unternehmen als Nebenerwerbslandwirte und Selbstvermarkter, der eigentlicher Start war aber die Gründung der Nahariya Molkerei 1939. In Deutschland ist das Unternehmen mit den Norddeutschen Kaffeewerken in Upahl in Mecklenburg vertreten, die allerdings überwiegend für den Export produzieren.

Infografik: Neues Fleisch für die Welt

Vegane Aktien: Schätzung zur Entwicklung des Marktes für Fleisch und Fleischersatz. (Grafik: Statista)

Bis heute ist die Strauss Group weder ein reiner Biokonzern noch ein veganes Unternehmen. Für eingefleischte Veganer ist sie deshalb keine Option. Allerdings ist das Unternehmen durch eine Beteiligung sehr interessant. Es ist nämlich Großaktionär der israelischen Aleph Farms. Das Unternehmen züchtet künstliches Fleisch, sogenanntes In-vitro-Fleisch. Das könnte endgültig den Durchbruch für eine Ernährung ohne Massentierhaltung bringen. Bis 2040 soll es pflanzliche Fleischersatzprodukte in Bezug auf den Umsatz sogar übertreffen und beide zusammen wiederum konventionelles Fleisch.

Die Kurse der Aktien haben sich allerdings zuletzt nur verhalten entwickelt. Mit Beginn der Corona-Pandemie musste das Unternehmen einen deutlichen Rückgang hinnehmen und hat sich seitdem noch nicht wieder vollständig von dem Einbruch erholt. Das bietet allerdings auch Chancen, zumal in Israel besonders schnell und effizient geimpft wurde.

Für 2020 konnte die Vorstandsvorsitzende einen Gewinnanstieg in Höhe von 6,0 Prozent verkünden, außerdem ein organisches Umsatzwachstum von 4,6 Prozent. Im Gegensatz zu allen anderen bisher vorgestellten Unternehmen zahlt die Strauss Group außerdem eine Dividende.

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John B. Sanfilippo & Son Aktie

WKN: 883172WKN kopiert / ISIN: US8004221078ISIN kopiert

Wer keine Kompromisse machen und trotzdem in ein Unternehmen investieren will, das bereits Gewinne macht und Dividende zahlt, findet das mit dem Nussspezialisten John B. Sanfilippo & Son. Die Firma ist eigentlich in einem traditionellen Umfeld unterwegs, nämlich dem Geschäft mit Nüssen – und das bereits seit über 100 Jahren.  Ursprünglich handelte es sich um einen Pekannussschälbetrieb. Hunderte von Schälern schälten die Nüsse in Heimarbeit, während die Familie Sanfilippo sich um den Einkauf des Rohmaterials und den Vertrieb der geschälten Nüsse kümmerte.

Die zunehmende Zahl von Veganern und Vegetariern beschert dem alteingesessenen Unternehmen seit Jahren steigende Nachfrage und gute Zukunftsaussichten. Denn Nüsse sind ein wichtiger Teil veganer Ernährung, sie enthalten Fettsäuren und Eisen, die sonst das Fleisch liefert, außerdem weitere Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Kalium sowie Eiweiß, Folat und Vitamin E.

Tatsächlich konnte die Aktie in den vergangenen 10 Jahren mehr als 700 Prozent zulegen, ein beachtlicher Zuwachs für ein traditionelles Unternehmen. Der Dow Jones konnte seinen Punktestand im gleichen Zeitraum noch nicht einmal verdoppeln. Seit Mitte 2020 ist der Aktienkurs allerdings etwas hinter dem Index zurückgeblieben.

Der Gewinn je Aktie ist in den vergangenen Jahren beständig gestiegen – und soll das auch in 2021 weiter tun. Die Dividendenrendite beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr 4,7 Prozent, für 2021 wird allerdings eine etwas niedrigere Dividende prognostiziert.

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Vegane Aktienfonds und vegane Aktien ETFs

Wer eine Aktie kauft, kann unter Umständen alles verlieren, selbst wenn vegane Aktien insgesamt boomen, wenn ein anderer Anbieter ein besseres oder günstiges Produkt auf den Markt bringt. Sicherer ist da die Risikostreuung durch einen Fonds oder einen ETF, also einen börsennotierten Fonds.

Leider gibt es bisher wenig vegane Aktien-ETFs oder vegane Aktienfonds. Um es kurz zu machen, kein einziger überzeugt uns wirklich.

Veganer Aktien ETF: U.S. Vegan Climate ETF (VEGN) nur bedingt empfehlenswert

WKN: SLA5H0WKN kopiert / ISIN: DE000SLA5H01ISIN kopiert

Der US Vegan Climate ETF verspricht vegan und frei von fossilen Energien zu sein. Doch schon auf den ersten Blick wird klar, dass es kein Fonds für vegane Aktien aus dem Nahrungs- oder Kosmetikbereich ist.

Fast 20 Prozent des Portfolios entfallen auf die Tech-Konzerne Apple, Microsoft und Facebook sowie auf das Kreditkartenunternehmen Visa. Tatsächlich kommen diese ohne tierische Produkte aus und Microsoft plant sogar, sein seit der Gründung ausgestoßenes CO2 zu kompensieren. Doch unter veganen Aktien dürften sich die meisten Anlegerinnen und Anleger etwas anderes vorgestellt haben. Zumal die Steuervermeidungsstrategie der großen Tech-Konzerne und ihre Rolle bei der Zunahme der Ungleichheit sie nicht gerade zu ethischen Unternehmen macht.

Hinzu kommt, dass der ETF mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,60 Prozent deutlich teurer ist als beispielsweise ein NASDAQ-ETF, der ähnliche Papiere enthält. Auch die vergleichsweise gute Wertentwicklung geht zum großen Teil auf Apple und Co zurück, also Aktien die auch in anderen ETFs enthalten sind.

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Chancen und Risiken veganer Aktien – die SWOT-Analyse

Stärken: wachsender Markt mit hohen Zugangsbeschränkungen

Die Zahl der Vegetarier und Veganer wird zumindest kurz- bis mittelfristig weiter steigen. Nicht nur das steigende Umweltbewusstsein spricht dafür, auch gesund scheint ein zu hoher Fleischkonsum nicht zu sein. Und das Gesundheitsbewusstsein steigt ebenfalls. Dabei profitieren vegane Aktien nicht nur von Veganern, sondern von allen, die ihren Fleischkonsum reduzieren wollen.

Infografik: Flexitarisch by Nature

Anteil Veganer, Vegetarier und Flexetarier sowie Pescetarier in ausgewählten Ländern. (Grafik: Statista)

Die steigende Nachfrage dürfte vor allem den großen Unternehmen zugutekommen, denn der Markteintritt ist gar nicht so leicht. Wer Fleischersatzprodukte, Fettsäuren aus Algen oder Milchersatz aus Hafer herstellen will, benötigt einiges an Wissen und muss zunächst kostspielige Forschung betreiben.

Sollten die Anfangsinvestitionen aber getätigt und abgeschrieben sein, kann das für stetige und hohe Gewinne sorgen.

Hinzu kommt, dass nicht alle Anleger die Papiere nur wegen der erwarteten Gewinne kaufen. Viele wollen mit ihrer Investition auch etwas zu einer besseren Welt beitragen.

Schwächen: Sensible Käuferschaft und oft niedrigere Rendite

Der moralische Anspruch ist aber auch eine Gefahr. Nicht nur Unternehmensskandale, auch persönliche Fehltritte oder „falsche“ Einstellungen der Geschäftsführung zu politischen, kulturellen oder moralischen Fragen können schnell zum Problem werden. Denn gekauft wird auch moralische Korrektheit.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage ethisch motivierter Anleger theoretisch dazu führen sollte, dass die Renditen niedriger ausfallen, weil die Nachfrage nach den Papieren steigt und die deshalb unverhältnismäßig teuer sind. Ob diese theoretischer Überlegung in der Praxis wirklich so funktioniert, ist bisher kaum erforscht. Viele Untersuchungen kommen sogar zu dem Ergebnis, dass nachhaltige Aktien besser abschneiden.

Bisher schreiben die meisten Unternehmen aber Verluste. Denn es sind hohe Anfangsinvestitionen notwendig, hinzu kommen Ausgaben für Marketing, um ein neues Produkt überhaupt erst bekannt zu machen und Vertrauen dafür zu gewinnen.

Infografik: Der Veggie-Boom

Gründe für den Konsum von Fleischersatz. (Grafik: Statista)

Auf eine Dividende müssen die Aktionäre von Beyond Meat oder Fermentalg deshalb bisher verzichten. Und niemand weiß, ob die Investitionen sich überhaupt eines Tages auszahlen.

Denn die Kurse sind bereits jetzt relativ hoch. Das bedeutet, dass ein Wachstum bei Umsatz und Gewinnen bereits eingepreist ist.

Chancen: Umweltbewusstsein und Bevölkerungswachstum

Trotzdem gibt es gute Chancen auf steigende Kurse. Denn das mögliche Wachstum ist bisher nur zu einem Teil bereits in die Preise eingeflossen. Vegetarier und vor allem Veganer sind überdurchschnittlich jung. Eine Untersuchung aus der Schweiz zeigt, dass der Anteil der Vegetarier bei den unter 35-Jährigen zwar nur mäßig höher ist als in der Gesamtbevölkerung, derjenige der Veganer aber rund sechsmal so hoch wie bei den über 35-Jährigen.

Infografik: Junges Gemüse

Durchschnittsalter Veganer und Vegetarier. (Grafik: Statista)

Die Entwicklung dürfte weitergehen, denn das Umweltbewusstsein wächst. Außerdem steigt die Weltbevölkerung, das bedeutet zusätzlichen Lebensmittelbedarf. Und paradoxerweise könnten vegane Aktien auch davon profitieren, dass in den Entwicklungsländern mehr Menschen Fleisch essen. Die kaufen nämlich bisher ohnehin keine veganen Produkte. Deren Fleischkonsum wird den Druck weiter erhöhen, in den Industrienationen weniger Fleisch zu essen und die verbleibenden Vegetarier und Veganer in den Schwellenländern dürften öfter zu schmackhaften Alternativen greifen statt zu traditionellen, einfachen vegetarischen und veganen Produkten.

Risiken: Neue Akteure betreten den Markt

Allerdings gibt es auch Risiken. Dass die Schwellenländer den Industrieländern in ihren Einstellungen folgen, steht längst nicht fest. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nicht zwangsläufig alle westlichen Moden auch auf den Rest der Welt irgendwann erreichen.

Dass viele vegane Produkte von großen internationalen Konzernen stammen, dürfte auch nicht allen schmecken. Neben der Gesundheit und Diätplänen spielt schließlich auch der Umweltschutz oft eine große Rolle bei der Entscheidung für pflanzliche Alternativen. Da stört es, wenn die Hafermilch aus Schweden stammt, die Zutaten für die Reismilch aus China, die vegane Wurst aus Südspanien und der vegane Brotaufstrich aus den USA. Soll mittelfristig vielleicht auch regional produzierte Hafermilch oder Veggie-Wurst auf dem Markt sein, könnten viele Käufer dazu greifen.

Außerdem kann der technische Fortschritt alles verändern. Kommt ein besser schmeckender Fleischersatz auf den Markt, kann ein Produkt schnell zum Ladenhüter werden.

Ergebnis der SWOT-Analyse zu veganen Aktien

Wie bei fast allen Zukunftsthemen sind bei veganen Aktien die Chancen, aber auch die Risiken hoch. Das Risiko liegt dabei weniger in der Tatsache, dass der Markt für vegane Produkte nicht steigen könnte, sondern eher darin, dass er nicht so stark steigt, wie es schon jetzt in den Aktienkursen eingepreist ist.

Hinzu kommt, dass vegane Aktien zwar insgesamt steigen können, aber trotzdem ein einzelnes Unternehmen Verluste machen oder gar insolvent werden kann.

3 Fonds und ETFs zum Thema Umweltschutz und weitere Alternativen zu veganen Aktien

Wer auf Zukunftsthemen setzen will, kann das nicht nur mit veganen Aktien tun. Da es bisher keinen überzeugenden veganen Aktienfonds gibt, stellen wir hier drei Alternativen aus dem Bereich nachhaltiges Investieren vor, außerdem andere zukunftsträchtige Branchen.

Kein veganer Aktienfonds, aber profitiert von einem Megatrend: LBBW Global Warming R

WKN: A0KEYMWKN kopiert / ISIN: DE000A0KEYM4ISIN kopiert

Der LBBW Global Warming R ist ein aktiv verwalteter Fonds. Das bedeutet, dass ein Fondsmanagement die Aktien auswählt und nicht nur ein Index nachgebildet oder nach statistischen Kriterien investiert wird. Deshalb sind die Gesamtkosten (TER) bei diesem Fonds mit 1,74 Prozent pro Jahr auch etwas höher.

Auch hier sind viele Technologiewerte enthalten, unter anderem Apple, allerdings ist der Anteil der Tech-Giganten hier etwas geringer als beim U.S. Vegan Climate ETF, dafür findet sich beispielsweise die Eisenbahngesellschaft Union Pacific im Portfolio, die von einer Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene profitieren würde.

Wie bei nicht börsengehandelten Fonds üblich fällt allerdings ein recht hoher Ausgabeaufschlag von 5,0 Prozent an. Doch der lässt sich mit dem richtigen Broker umgehen, comdirect und flatex bieten den LBBW Global Warming ohne Aufschlag an, bei Smartbroker wird stattdessen nur eine Ordergebühr wie bei einer Börsenorder berechnet, was meist billiger ist.

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Fast ein veganer Aktien ETF: Lyxor MSCI World ESG Trend Leaders

WKN: LYX0YLWKN kopiert / ISIN: LU1792117779ISIN kopiert

Auch ETFs sind Fonds, allerdings solche, die an der Börse gehandelt werden. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Allerdings gibt es in der Praxis einen weiteren Unterschied, denn bei klassischen Aktienfonds sucht meist ein Fondsmanagement aussichtsreiche Aktien aus, die meisten ETFs folgen einem Index. So ist es auch beim MSCI World ESG Trend Leader. Er enthält jene Aktien aus dem MSCI World, die vom Fondsmanagement aufgestellte Umwelt- und Sozialkriterien erfüllen.

Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,20 Prozent ist er deutlich günstiger als sein aktiv verwalteter Bruder LBBW Global Warming. Auch einen Ausgabeaufschlag gibt es bei ETFs nicht. Allerdings bleibt die Wertentwicklung – auch nach Berücksichtigung der Kosten – auf drei und fünf Jahre hinter der des LBBW Global Warming zurück (Stand: 05/2021). Auf ein Jahr gesehen haben sich beide Fonds gleich entwickelt, allerdings hat der LBBW Fonds zusätzlich noch eine jährliche Zahlung aus den Dividenden ausgeschüttet, die beim MSCI World ESG Trend Leader reinvestiert wurde und in der Wertentwicklung bereits berücksichtigt ist.

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Die bequemste Möglichkeit: Nachhaltiger OSKAR ETF

Streng genommen ist OSKAR ETF keine Fonds, sondern ein Robo Advisor. Das ist ein Algorithmus, der nach vom Kunden festgelegten Kriterien ETFs sucht und dort Geld investiert. In vielerlei Hinsicht ist das aber sogar besser als ein ETF, denn das Geld wird breiter gestreut, der mehrere ETFs gekauft werden. Außerdem werden 10 bis 50 Prozent des Geldes in Anleihen sowie Gold investiert, was das Risiko zusätzlich mindert. Wie hoch der Aktienanteil ist, entscheiden die Anlegerinnen und Anleger.

Oskar ETF Broker

Im Gegensatz zu den meisten anderen Robo Advisor investiert Oskar ausschließlich in ETFs, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Auch VisualVest und quirion bieten die Möglichkeit, automatisch nach Nachhaltigkeitskriterien Geld in ETFs zu investieren, dort haben Kunden allerdings die Wahl und können wahlweise mit oder ohne Nachhaltigkeitskriterien investieren.

Egal ob quirion, VisualVest oder OSKAR, alle Robo Advisor verlangen eine geringe Gebühr für ihre Dienstleistung, die zwischen 0,48 und 0,88 Prozent liegen. Dafür fallen die Fremdkosten meist geringer aus als bei selbst gekauften, weil Unternehmen bei der Auswahl auch auf niedrige Kosten achten.

Unterm Strich bleiben zwar geringe Zusatzkosten, dem steht aber eine deutlich höhere Risikostreuung gegenüber.

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Servicegebühr
0,80 %
Fondskosten
0,15 %
Sparplan
Ab 25 €
Min. Einlage
1.000 €
Anlegestrategien
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In andere Zukunftsbranchen investieren

Wer auf die Zukunft setzen will, kann das nicht nur mit veganen Aktien tun. Auch weitere Zukunftstechnologien bieten sich an, teilweise lassen sie sich auch besser mit einem ETF oder Fonds abbilden als das hier der Fall ist.

Feststoffbatterien

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. VW will schon in weniger als 15 Jahren keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr bauen und Daimler soll mit dem neuen EQS sogar Tesla übertroffen haben.

Doch die Elektromobilität funktioniert nur, wenn leistungsstarke Batterien zur Verfügung stehen. Auch um grünen Strom für Zeiten zu speichern, an denen kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, können Batterien eine Alternative zu Pumpspeicherkraftwerken sein. Feststoffbatterien sollen hier deutliche Fortschritte bringen. Lesen Sie mehr zu dem Thema in unserem Beitrag Riesenchance Feststoffbatterie 2021 – das sind die besten Aktien für die Zukunft.

Wasserstoff

Nicht nur Akkumulatoren eignen sich für die Energiespeicherung, fast noch größere Hoffnungen ruhen auf dem Wasserstoff. Für Pkw scheint die Batterie das Rennen gemacht zu haben, doch bei Lastwagen, Schiffen und Zügen ist der Wettbewerb noch offen. Wasserstoff soll außerdem in der Stahlproduktion zum Einsatz kommen, statt Erdgas Häuser erwärmen und Stromüberschüsse speichern.

Der Hauptvorteil ist, dass weniger Rohstoffe verwendet werden müssen und sich mit dem bestehenden Erdgasnetz Wasserstoff speichern und verteilen lässt. Weitere Informationen haben wir in unserem Beitrag zum Thema Wasserstoffaktien kaufen zusammengetragen.

Biotechnologie

Die Biotechnologie hat viele Berührungspunkte zum Thea vegane Ernährung. Der Algen-Spezialist Fermentalg nutzt beispielsweise Biotechnologie. Aber auch bei der Herstellung der Impfstoffe gegen die neuartigen Coronaviren (SARS-CoV2) war sie im Einsatz. Mit welchen Aktien sie von Biotech profitieren können, lesen Sie in unserem Beitrag zu Biotech-Aktien.

FAQ: Häufige Fragen über vegane Aktien

Was sind vegane Aktien?

Vegane Aktien kommen ohne den Einsatz von Tieren aus. Üblicherweise wird zusätzlich aber noch Nachhaltigkeit als Kriterium verlangt. Daher gilt beispielsweise Daimler nicht als vegan, obwohl der Konzern ohne tierische Produkte auskommt und sogar den Einsatz von Pferden als Arbeitstiere deutlich reduziert hat.

Wo kann ich Aktien der Rügenwalder Mühle kaufen?

Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle ist nicht börsennotiert, sondern befindet sich in Familienbesitz. Wer auf den Trend vegane Wurstprodukte setzen will, muss deshalb zu Alternativen greifen.

Gibt es vegane Aktienfonds und ETFs?

Leider gibt es bisher keinen veganen Aktienfonds oder ETF, der vor allem Hersteller veganer Lebensmittel und Kosmetika umfasst. Der U.S. Vegan Climate ETF enthält vor allem große Technologiekonzerne wie Alphabet, Microsoft und Apple. Als Alternative bieten sich „grüne“ Fonds oder ein Robo Advisor mit Nachhaltigkeitsstrategie an.

Fazit

Fleischersatzprodukte sind gekommen um zu bleiben

Alles spricht dafür, dass die Nachfrage nach veganen Produkten weiter zunehmen wird. Das bedeutet aber nicht, dass vegane Aktien automatisch ein erfolgreiches Investment sind. Einerseits ist in den Kursen ein Teil des Wachstums bereits eingepreist. Andererseits wird nicht jede Firma erfolgreich sein. Eine breite Streuung durch einen vegane Aktien ETF wäre sinnvoll, allerdings fehlen hier bisher attraktive Produkte.

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Tilman Weigel

Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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