Vegane Aktien kaufen 2021 – Tipps und Erfahrungen

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Vegane Aktien: Fleischersatzprodukte und pflanzliches Fleisch

Vegane Aktien - Das Wichtigste in Kürze

 

So gehen Sie vor

  • Informieren Sie sich über vegane Aktien und ETFs.
  • Untersuchen Sie sowohl die Glaubwürdigkeit des Konzepts und dessen wirtschaftliche Aussichten.
  • Wählen Sie eine oder mehrere Aktien sowie ETFs aus.
  • Suchen Sie einen passenden Broker.
  • Handeln Sie vegane Aktien.

Die besten veganen Aktien, die wir in diesem Artikel vorstellen

Wenn Sie die Aktie anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN 
Beyond Meat
A2N7XQWKN kopiert
US08862E1091ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Smartbroker verfügbar
Fermentalg
A1103MWKN kopiert
FR0011271600ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Smartbroker verfügbar
Hain Celestial Group
908170WKN kopiert
US4052171000ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Trade Republic verfügbar
Strauss Group
893540WKN kopiert
IL0007460160ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Trade Republic verfügbar
John B. Sanfilippo & Son
883172WKN kopiert
US8004221078ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Smartbroker verfügbar

Die besten veganen Fonds und ETFs, die wir in diesem Artikel vorstellen

Wenn Sie den ETF anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN 
U.S. Vegan Climate ETF (VEGN)
SLA5H0WKN kopiert
DE000SLA5H01ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – Bei Smartbroker verfügbar

Unsere Arbeitsweise

analysierte investments
15
Analysierte
Investments
stunden investiert
7
Stunden
investiert
stunden recherchiert
3
Stunden
recherchiert
Analysierte Investments
6
Ausführliche
Analysen

Vegane Aktien – ein Megatrend

Von einem Megatrend spricht man, wenn ein bestimmter Trend vermutlich viele Jahre und Jahrzehnte anhalten wird. Der Verzicht auf tierische Produkte ist also ein solcher Megatrend. Allein von 2016 bis 2020 stieg die Zahl der sich vegan ernährenden Menschen um mehr als ein Drittel.

Infografik: Rund 8 Millionen Deutsche essen kein Fleisch.

Veganer Statistik: Anzahl der Deutschen, die kein Fleisch essen. (Grafik: Statista)

Zum veganen Lebensstil gehört allerdings mehr als vegane Ernährung. Kosmetik, die ohne Tierversuche hergestellt wird, ist ein Milliardenmarkt. Die meisten veganen Aktien stammen jedoch aus dem Bereich der Ernährung.

Die Aussichten sind gut, denn durch eine steigende Weltbevölkerung wird die vegane Lebensweise immer wichtiger; mehr Menschen müssen sich in Zukunft zumindest teilweise vegetarisch oder vegan ernähren.

5 vegane Aktien, die Sie kennen sollten

Wir haben uns fünf vegane Aktien angesehen und eine subjektive Bewertung erstellt. Ob das Papier zu Ihrem Risikoprofil passt und ob Sie es für zukunftsfähig halten, müssen am Ende natürlich Sie selbst entscheidend.

Welcher Broker ist der richtige?

Wählen Sie den Broker, der am besten zu Ihnen passt. Wer alle Dienstleistungen, vom Girokonto bis zum Depot, aus einer Hand möchte, der braucht eine Direktbank wie comdirect. Deutlich günstiger sind dagegen Neobroker wie Trade Republic. Besonders gut gefällt uns Smartbroker, denn das Unternehmen bietet sowohl Trading zum Nulltarif (nach Art der Neobroker) als auch den Handel gegen Gebühr über Xetra und andere regulierte Börsen. Allerdings kann die Eröffnung etwas dauern, hier besteht noch Verbesserungsbedarf.

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Beyond Meat: Fleischgeschmack ohne Fleisch

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Nicht alle Vegetarier wollen auf den Geschmack von Fleisch verzichten. Für Veganer fällt auch Käse als beliebter Fleischersatz aus. Deshalb setzt man an der Börse viel Hoffnung auf Beyond Meat, den kalifornischen Hersteller von Fleischersatz.

Infografik: Keine Gender-Grill-Gap bei Fleischersatz.

Kein Gender Gap am Grill: Männer grillen ähnlich häufig vegetarisch und vegan. (Grafik: Statista)

2019 ging die Aktien zum Preis von 25 Euro an die Börse und stieg bereits am ersten Tag um 150 Prozent. Zeitweise kostete die Aktie über 200 Euro, ehe sie auf rund 50 Euro abstürzte. Seitdem hat sich die Aktie wieder etwas erholt, bewegte sich zuletzt aber vor allem seitwärts. Viele Anleger fragen sich deshalb, ob sich der Einstieg jetzt lohnt.

Die Geschäftsidee von Beyond Meat ist vielversprechend. Fleischersatz ist ein Milliardenmarkt. Bei klassischen Fleisch- und Wurstwaren ist der Konkurrenzkampf gnadenlos, doch bei Fleischersatz kann das Unternehmen mit guten, fleischähnlichen Produkten hohe Preise durchsetzen.

Doch bisher erzielt das Unternehmen noch keine Gewinne – erst für 2022 sind schwarze Zahlen geplant. 2020 nahmen die Verluste sogar zu, allerdings aufgrund hoher Abschreibungen. Das Minus beim Cash Flow ging deutlich zurück.

Bei Beyond Meat wetten Sie also auf weiter steigende Verkäufe bei sinkenden Kosten für Marketing und Entwicklung. Unrealistisch ist das nicht, aber dieses Risiko muss Anlegern bewusst sein.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zum Thema In künstliches Fleisch Aktien investieren.

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Fermentalg: Vegane Omega Fettsäuren aus Algen

WKN: A1103MWKN kopiert / ISIN: FR0011271600ISIN kopiert

Fermentalg ist ein französischer Spezialist für Algenprodukte. Zum Portfolio gehören viele Produkte, die vom Megatrend Veganismus profitieren. Beispielsweise werden aus Algen vegane Omega 3 Fettsäuren produziert, außerdem alternative Proteine und vegane, natürliche Farbstoffe. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Luftreinigung mithilfe von Algen; ein Feld, das ebenfalls zukunftsträchtig ist.

Allerdings hat die Aktie ihren Aktionärinnen und Aktionären in den vergangenen Jahren selten Freude gemacht. Von Mitte 2017 bis Mitte 2020 bekam die Aktie viel Lob, doch mit dem Kurs ging es abwärts. Im Dezember 2020 und Januar 2021 explodierte die Aktie dann, der Kurs verdreifachte sich in etwas mehr als einem Monat. Die hohen Kurse nutzten allerdings viele Aktionäre zum Ausstieg, sodass Fermentalg bis April 2021 einen Teil der Gewinne wieder abgab. Einige Analysten sehen den Rücksetzer als gute Chance zum Einstieg.

Allerdings ist die Aktie sehr volatil, Schwankungen in Höhe von 10 Prozent am Tag sind keine Seltenheit, in beide Richtungen. Das liegt auch daran, dass die Firma – wie Beyond Meat – noch immer Verluste schreibt. Die Zukunftsaussichten sind ebenfalls schlecht – erst für 2023 wird ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Frankreich und nicht in Kalifornien; das ist Chance und Risiko zugleich. Viele Risikokapitalgeber und Fonds denken regional, sie investieren nur vorsichtig außerhalb der eigenen Region. Die Kurse sind außerhalb Kaliforniens weniger überzeichnet, es fehlt dadurch aber an Geld für die Expansion und an Kontakten zu potentiellen Geschäftspartnern. Eine chancen-, aber auch risikoreiche Aktie für Anlegerinnen und Anleger mit starken Nerven.

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Hain Celestial Group: Bio-Spezialist aus den USA

WKN: 908170WKN kopiert / ISIN: US4052171000ISIN kopiert

Die USA verbindet man in Deutschland nicht unbedingt mit Umweltschutz. Dabei gibt es an den Küsten eine kaufkräftige und -willige Kundschaft für Bioprodukte. Im Gegensatz zu Europa ist der Markt dort stärker konzentriert und mehr Unternehmen sind börsennotiert, was für Sie von Vorteil ist.

Hain Celestial Group ist ein Spezialanbieter für Bioprodukte, von denen fast alle vegetarisch und die meisten auch vegan sind. Nusscremes von MaraNatha, vegane Kosmetika von JĀSÖN oder Chips von Garden of Eatin sind in Deutschland kaum bekannt, in den USA aber umso mehr. Überzeugte Veganer müssen wissen, dass zum Sortiment auch Babynahrung unter dem Label Earth’s Best gehört, zu deren Sortiment auch fleischhaltige Produkte gehören.

2015 bis 2018 ging es mit den Kursen deutlich nach unten, inzwischen hat sich die Aktie erholt. Von Anfang 2019 bis Anfang 2021 stieg der Kurs um rund 150 Prozent. Die Aktie wird mittlerweile auch an der L&S Exchange in Hamburg gehandelt und ist damit über die meisten Neobroker orderbar, beispielsweise über Trade Republic.

Die Erholung hängt auch mit verbesserten fundamentalen Daten zusammen. 2021 soll nach zwei Verlustjahren wieder ein Gewinn erzielt werden. Das hat im 1. Quartal auch geklappt, im 2. Quartal 2021 soll der Gewinn des Vorquartals sogar um rund ein Drittel ansteigen.

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Strauss Group: Am künstlichen Fleisch mitverdienen

WKN: 893540WKN kopiert / ISIN: IL0007460160ISIN kopiert

Während Hain Celestial ein nahezu reines Biounternehmen ist und überwiegend vegetarische Produkte im Portfolio hat, ist die israelische Strauss Group ein normaler Lebensmittelkonzern. Hilda und Richard Strass starteten ihr Unternehmen als Nebenerwerbslandwirte und Selbstvermarkter – der eigentliche Start war aber die Gründung der Nahariya Molkerei 1939. In Deutschland ist das Unternehmen mit den Norddeutschen Kaffeewerken in Upahl in Mecklenburg vertreten, die allerdings überwiegend für den Export produzieren.

Infografik: Neues Fleisch für die Welt

Vegane Aktien: Schätzung zur Entwicklung des Marktes für Fleisch und Fleischersatz. (Grafik: Statista)

Die Strauss Group ist heute weder ein reiner Biokonzern noch ein veganes Unternehmen. Für Veganer ist sie deshalb keine Option. Allerdings ist das Unternehmen durch eine Beteiligung sehr interessant, es ist nämlich Großaktionär der israelischen Aleph Farms. Das Unternehmen züchtet künstliches Fleisch, sogenanntes In-vitro-Fleisch. Das könnte endgültig den Durchbruch für eine Ernährung ohne Massentierhaltung bringen. Bis 2040 soll es den Umatz pflanzlicher Fleischersatzprodukte übertreffen und beide zusammen wiederum den Umsatz von konventionellem Fleisch.

Die Aktienkurse haben sich allerdings zuletzt nur verhalten entwickelt. Mit Beginn der Corona-Pandemie musste das Unternehmen einen deutlichen Rückgang verkraften und hat sich seitdem noch nicht von dem Einbruch erholt. Das bietet allerdings auch Chancen, zumal in Israel besonders schnell und effizient geimpft wird.

Für 2020 verkündete die Vorstandsvorsitzende einen Gewinnanstieg in Höhe von 6 Prozent und ein organisches Umsatzwachstum von 4,6 Prozent. Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Unternehmen zahlt die Strauss Group außerdem eine Dividende.

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John B. Sanfilippo & Son Aktie

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Nussspezialist John B. Sanfilippo & Son macht Gewinn und zahlt Dividenen. Die Firma ist in bereits seit über 100 Jahren im Nussgeschäft tätig. Ursprünglich war John B. Sanfilippo & Son ein Pekannussschälbetrieb. Hunderte Arbeiter schälten die Nüsse in Heimarbeit, während die Familie Sanfilippo sich um den Einkauf des Rohmaterials und den Vertrieb der geschälten Nüsse kümmerte.

Die steigende Zahl von Veganern und Vegetariern beschert dem alteingesessenen Unternehmen seit Jahren steigende Nachfrage und gute Zukunftsaussichten. Denn Nüsse sind ein wichtiger Teil veganer Ernährung, sie enthalten Fettsäuren und Eisen, die sonst das Fleisch liefert, außerdem weitere Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Kalium sowie Eiweiß, Folat und Vitamin E.

Tatsächlich konnte die Aktie in den vergangenen 10 Jahren mehr als 700 Prozent zulegen, ein beachtlicher Zuwachs für ein traditionelles Unternehmen. Der Dow Jones konnte seinen Punktestand im gleichen Zeitraum nicht einmal verdoppeln. Seit Mitte 2020 ist der Aktienkurs allerdings etwas hinter dem Index zurückgeblieben.

Der Gewinn je Aktie ist in den vergangenen Jahren beständig gestiegen – und soll das auch 2021 weiter tun. Die Dividendenrendite beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr 4,7 Prozent, für 2021 wird allerdings eine etwas niedrigere Dividende prognostiziert.

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Vegane Aktienfonds und vegane Aktien ETFs

Vegane Aktien birgen auch ein Risiko; ein anderer Anbieter kann jederzeit ein besseres oder günstiges Produkt auf den Markt bringen. Sicherer ist die Risikostreuung durch einen Fonds oder einen ETF, also einen börsennotierten Fonds.

Leider gibt es bisher wenig vegane Aktien-ETFs oder vegane Aktienfonds. Um es kurz zu machen: kein einziger überzeugt wirklich.

Veganer Aktien ETF: U.S. Vegan Climate ETF (VEGN) nur bedingt empfehlenswert

WKN: SLA5H0WKN kopiert / ISIN: DE000SLA5H01ISIN kopiert

Der US Vegan Climate ETF verspricht, vegan und frei von fossilen Energien zu sein. Tatsächlich ist es jedoch kein Fonds für vegane Aktien aus dem Nahrungs- oder Kosmetikbereich.

Fast 20 Prozent des Portfolios entfallen auf die Tech-Konzerne Apple, Microsoft und Facebook sowie auf das Kreditkartenunternehmen Visa. Diese kommen zwar ohne tierische Produkte aus (Microsoft plant sogar, ausgestoßenes CO2 zu kompensieren), doch als vegan kann man die Aktien nicht bezeichnen. Große Tech-Konzerne sind keine ethischen Unternehmen, sie vermeiden Steuern und tragen erheblich zur Ungleichheit bei.

Hinzu kommt, dass der ETF mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,60 Prozent deutlich teurer ist als beispielsweise ein NASDAQ-ETF, der ähnliche Papiere enthält. Auch die vergleichsweise gute Wertentwicklung geht zum großen Teil auf Apple und Co. zurück – also auf Aktien, die auch in anderen ETFs enthalten sind.

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Chancen und Risiken veganer Aktien – die SWOT-Analyse

Stärken: wachsender Markt mit hohen Zugangsbeschränkungen

Die Zahl der Vegetarier und Veganer wird zumindest kurz- bis mittelfristig steigen. Dafür spricht ein erhöhtes Gesundheits- und Umweltbewusstsein. Vegane Aktien profitieren nicht nur von Veganern, sondern von allen, die ihren Fleischkonsum reduzieren wollen.

Infografik: Flexitarisch by Nature

Anteil Veganer, Vegetarier und Flexetarier sowie Pescetarier in ausgewählten Ländern. (Grafik: Statista)

Die steigende Nachfrage dürfte vor allem den großen Unternehmen zugutekommen, denn der Markteintritt ist nicht leicht. Wer Fleischersatzprodukte, Fettsäuren aus Algen oder Milchersatz aus Hafer herstellen will, benötigt Fachwissen und muss kostspielige Forschung betreiben.

Sollten die Anfangsinvestitionen aber getätigt und abgeschrieben sein, kann das für stetige und hohe Gewinne sorgen.

Hinzu kommt, dass nicht alle Anleger die Papiere nur wegen der erwarteten Gewinne kaufen. Viele wollen mit ihrer Investition auch zu einer besseren Welt beitragen.

Schwächen: Sensible Käuferschaft und oft niedrigere Rendite

Der moralische Anspruch ist auch eine Gefahr. Nicht nur Unternehmensskandale, auch persönliche Fehltritte oder „falsche“ Einstellungen der Geschäftsführung zu politischen, kulturellen oder sozialen Fragen können schnell zum Problem werden. Denn gekauft wird auch moralische Korrektheit.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage ethisch motivierter Anleger theoretisch dazu führen sollte, dass die Renditen niedriger ausfallen, weil die Nachfrage nach den Papieren steigt und diese daher unverhältnismäßig teuer sind. Ob diese theoretische Überlegung in der Praxis funktioniert, ist bisher kaum erforscht. Viele Untersuchungen kommen sogar zu dem Ergebnis, dass nachhaltige Aktien besser abschneiden.

Bisher schreiben die meisten Unternehmen Verluste. Es sind hohe Anfangsinvestitionen notwendig, hinzu kommen Ausgaben für Marketing.

Infografik: Der Veggie-Boom

Gründe für den Konsum von Fleischersatz. (Grafik: Statista)

Auf eine Dividende mussten die Aktionäre von Beyond Meat oder Fermentalg deshalb bisher verzichten. Niemand weiß, ob die Investitionen sich eines Tages auszahlen.

Denn die Kurse sind bereits jetzt relativ hoch, was bedeutet, dass ein Wachstum bei Umsatz und Gewinnen bereits eingepreist ist.

Chancen: Umweltbewusstsein und Bevölkerungswachstum

Trotzdem gibt es gute Chancen auf steigende Kurse. Denn das mögliche Wachstum ist bisher nur zu einem Teil in die Preise eingeflossen. Vegetarier und vor allem Veganer sind jung. Eine Untersuchung aus der Schweiz zeigt, dass der Anteil der Vegetarier bei den unter 35-Jährigen zwar nur mäßig höher ist als in der Gesamtbevölkerung, der Anteil der Veganer aber rund sechsmal so hoch wie bei den über 35-Jährigen.

Infografik: Junges Gemüse

Durchschnittsalter Veganer und Vegetarier. (Grafik: Statista)

Diese Entwicklung dürfte anhalten, denn das Umweltbewusstsein wächst. Außerdem steigt die Weltbevölkerung, was zusätzlichen Lebensmittelbedarf bedeutet. Paradoxerweise könnten vegane Aktien auch davon profitieren, dass in den Entwicklungsländern mehr Menschen Fleisch essen; die kaufen nämlich bisher ohnehin keine veganen Produkte. Deren Fleischkonsum wird den Druck erhöhen, in den Industrienationen weniger Fleisch zu essen. Die verbleibenden Vegetarier und Veganer in den Schwellenländern dürften öfter zu guten Alternativen greifen statt zu traditionellen, einfachen vegetarischen und veganen Produkten.

Risiken: Neue Akteure betreten den Markt

Allerdings gibt es auch Risiken. Es steht nicht fest, ob die Schwellenländer den Industrieländern in ihren Einstellungen folgen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nicht alle westlichen Moden den Rest der Welt erreichen.

Nicht allen gefällt, dass viele vegane Produkte von großen internationalen Konzernen stammen. Neben der Gesundheit und den Diätplänen spielt schließlich auch der Umweltschutz eine große Rolle bei der Entscheidung für pflanzliche Alternativen. Da stört es, wenn die Hafermilch aus Schweden stammt, die Zutaten für die Reismilch aus China, die vegane Wurst aus Südspanien und der vegane Brotaufstrich aus den USA. Soll mittelfristig auch regional produzierte Hafermilch oder Veggie-Wurst auf dem Markt sein, könnten viele Käufer abspringen.

Außerdem kann der technische Fortschritt alles verändern. Kommt ein besserer Fleischersatz auf den Markt, dann wird ein Produkt schnell zum Ladenhüter.

Ergebnis der SWOT-Analyse zu veganen Aktien

Wie bei fast allen Zukunftsthemen sind bei veganen Aktien die Chancen, aber auch die Risiken hoch. Das Risiko liegt dabei weniger in der Tatsache, dass der Markt für vegane Produkte nicht steigen könnte, sondern eher darin, dass er nicht so stark steigt, wie es schon jetzt in den Aktienkursen eingepreist ist.

Hinzu kommt, dass vegane Aktien zwar insgesamt steigen können, aber trotzdem ein einzelnes Unternehmen Verluste machen oder gar insolvent werden kann.

3 Fonds und ETFs zum Thema Umweltschutz und weitere Alternativen zu veganen Aktien

Wer auf Zukunftsthemen setzen will, kann das nicht nur mit veganen Aktien tun. Da es bisher keinen überzeugenden veganen Aktienfonds gibt, stellen wir hier drei Alternativen aus dem Bereich nachhaltiges Investieren und andere zukunftsträchtige Branchen vor.

Kein veganer Aktienfonds, aber profitiert von einem Megatrend: LBBW Global Warming R

WKN: A0KEYMWKN kopiert / ISIN: DE000A0KEYM4ISIN kopiert

Der LBBW Global Warming R ist ein aktiv verwalteter Fonds. Das bedeutet, dass ein Fondsmanagement die Aktien auswählt und nicht nur einen Index nachgebildet oder nach statistischen Kriterien investiert. Deshalb sind die Gesamtkosten (TER) bei diesem Fonds mit 1,74 Prozent pro Jahr etwas höher.

Auch hier sind viele Technologiewerte enthalten, unter anderem Apple, allerdings ist der Anteil der Tech-Giganten geringer als beim U.S. Vegan Climate ETF. Dafür findet sich beispielsweise die Eisenbahngesellschaft Union Pacific im Portfolio, die von einer Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene profitieren würde.

Es fällt allerdings ein hoher Ausgabeaufschlag von 5 Prozent an, wie bei nicht börsengehandelten Fonds üblich. Doch dieser Aufschlag lässt sich mit dem richtigen Broker umgehen. comdirect und flatex bieten den LBBW Global Warming ohne Aufschlag an, bei Smartbroker wird nur eine Ordergebühr wie bei einer Börsenorder berechnet, was meist billiger ist.

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Fast ein veganer Aktien ETF: Lyxor MSCI World ESG Trend Leaders

WKN: LYX0YLWKN kopiert / ISIN: LU1792117779ISIN kopiert

Auch ETFs sind Fonds, allerdings solche, die an der Börse gehandelt werden. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund – es sind also börsengehandelte Fonds. Allerdings gibt es in der Praxis einen weiteren Unterschied. Bei klassischen Aktienfonds sucht meist ein Fondsmanagement aussichtsreiche Aktien aus, die meisten ETFs folgen einem Index. So ist es auch beim MSCI World ESG Trend Leader. Er enthält jene Aktien aus dem MSCI World, die vom Fondsmanagement aufgestellte Umwelt- und Sozialkriterien erfüllen.

Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,20 Prozent ist er deutlich günstiger als sein aktiv verwalteter Bruder LBBW Global Warming. Auch einen Ausgabeaufschlag gibt es bei ETFs nicht. Allerdings bleibt die Wertentwicklung – auch nach Berücksichtigung der Kosten – auf drei und fünf Jahre hinter der des LBBW Global Warming zurück (Stand: 05/2021). In einem Jahr haben sich beide Fonds gleich entwickelt. Aber LBBW Fonds hat zusätzlich eine jährliche Zahlung aus den Dividenden ausgeschüttet, beim MSCI World ESG Trend Leader reinvestiert und die Wertentwicklung bereits berücksichtigt.

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Die bequemste Möglichkeit: Nachhaltiger OSKAR ETF

Streng genommen ist OSKAR ETF kein Fonds, sondern ein Robo Advisor, also ein Algorithmus, der für den Kunden nach ETFs sucht und dort Geld investiert. Das ist oft besser als ein ETF, denn der Robo Advisor kauft mehrere ETFs und streut das Geld breiter. Außerdem werden 10 bis 50 Prozent des Geldes in Anleihen sowie Gold investiert, was das Risiko zusätzlich mindert. Wie hoch der Aktienanteil ist, entscheiden die Anlegerinnen und Anleger.

Oskar ETF Broker

Im Gegensatz zu den meisten anderen Robo Advisorn investiert Oskar ausschließlich in ETFs, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Auch VisualVest und quirion bieten die Möglichkeit, automatisch (und auf Nachhaltigkeitskriterien basierend) Geld in ETFs zu investieren, dort investieren Kunden wahlweise mit oder ohne Nachhaltigkeitskriterien.

Egal ob quirion, VisualVest oder OSKAR, alle Robo Advisor verlangen eine geringe Gebühr zwischen 0,48 und 0,88 Prozent. Dafür fallen die Fremdkosten meist geringer aus – Unternehmen achten bei der Auswahl auch auf niedrige Kosten.

Unterm Strich bleiben zwar geringe Zusatzkosten, dem steht aber eine deutlich höhere Risikostreuung gegenüber.

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Servicegebühr Fondskosten Sparplan Min. Einlage Anlegestrategien
0,15 % 0,80 % Ab 25 € 1.000 € 5

In andere Zukunftsbranchen investieren

Wer auf die Zukunft setzen will, kann das nicht nur mit veganen Aktien tun. Auch weitere Zukunftstechnologien bieten sich an. Teilweise lassen sich diese auch besser mit einem ETF oder Fonds abbilden, als das hier der Fall ist.

Feststoffbatterien

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. VW will in weniger als 15 Jahren keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr bauen und Daimler soll mit dem neuen EQS sogar Tesla übertreffen.

Doch die Elektromobilität funktioniert nur, wenn leistungsstarke Batterien zur Verfügung stehen. Um grünen Strom uch für wind- und sonnenlose Zeiten zu speichern, sind Batterien eine Alternative zu Pumpspeicherkraftwerken. Feststoffbatterien sollen hier deutliche Fortschritte bringen. Lesen Sie mehr zu dem Thema in unserem Beitrag Riesenchance Feststoffbatterie 2021 – das sind die besten Aktien für die Zukunft.

Wasserstoff

Nicht nur Akkumulatoren eignen sich für die Energiespeicherung, noch größere Hoffnungen ruhen auf dem Wasserstoff. Für Pkw scheint die Batterie das Rennen gemacht zu haben, doch bei Lastwagen, Schiffen und Zügen ist der Wettbewerb noch offen. Wasserstoff soll außerdem in der Stahlproduktion zum Einsatz kommen, Häuser statt Erdgas erwärmen und Stromüberschüsse speichern.

Der Hauptvorteil ist, dass weniger Rohstoffe verwendet werden und sich mit dem bestehenden Erdgasnetz Wasserstoff speichern und verteilen lässt. Weitere Informationen haben wir in unserem Beitrag zum Thema Wasserstoffaktien kaufen zusammengetragen.

Biotechnologie

Die Biotechnologie hat viel mit der veganen Ernährung zu tun. Der Algen-Spezialist Fermentalg nutzt beispielsweise Biotechnologie. Aber auch bei der Herstellung der Impfstoffe gegen die neuartigen Coronaviren (SARS-CoV2) ist sie im Einsatz. Mit welchen Aktien Sie von Biotech profitieren können, lesen Sie in unserem Beitrag zu Biotech-Aktien.

FAQ: Häufige Fragen über vegane Aktien

Was sind vegane Aktien?

Vegane Aktien kommen ohne den Einsatz von Tieren aus. Üblicherweise wird zusätzlich Nachhaltigkeit als Kriterium verlangt. Daher gilt beispielsweise Daimler nicht als vegan, obwohl der Konzern ohne tierische Produkte auskommt und sogar den Einsatz von Pferden als Arbeitstiere deutlich reduziert hat.

Wo kann ich Aktien der Rügenwalder Mühle kaufen?

Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle ist nicht börsennotiert, sondern befindet sich in Familienbesitz. Wer auf den Trend vegane Wurstprodukte setzen will, muss deshalb zu Alternativen greifen.

Gibt es vegane Aktienfonds und ETFs?

Leider gibt es bisher keinen veganen Aktienfonds oder ETF, der vor allem Hersteller veganer Lebensmittel und Kosmetika umfasst. Der U.S. Vegan Climate ETF enthält vor allem große Technologiekonzerne wie Alphabet, Microsoft und Apple. Als Alternative bieten sich „grüne“ Fonds oder ein Robo Advisor mit Nachhaltigkeitsstrategie an.

Fazit

Fleischersatzprodukte sind gekommen, um zu bleiben

Alles spricht dafür, dass das Interesse an veganen Produkten weiter steigen wird. Das bedeutet aber nicht, dass vegane Aktien automatisch ein erfolgreiches Investment sind. Einerseits ist in den Kursen ein Teil des Wachstums bereits eingepreist. Andererseits wird nicht jede Firma erfolgreich sein. Eine breite Streuung durch vegane Aktien ETFs wäre sinnvoll, allerdings fehlen hier bisher die attraktiven Produkte.

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Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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