50.000 Euro anlegen: So investieren Sie richtig!

50.000,- Euro anlegen ist eine große Herausforderung. Denn um es aufs Tages- oder Festgeldkonto zu legen ist das Geld viel zu schade. Dort verliert es, nach Abzug der Inflation, nämlich an Wert. Aktien haben sich in der Vergangenheit gut entwickelt, die Unsicherheit gefällt aber nicht jedem. Wir haben deshalb zwei Vorschläge ausgearbeitet, einen für “normale Anleger” und dann noch einen für Menschen, die sich nicht gerne um ihre Geldanlage kümmern. Wobei beide sich nur in zwei Bausteinen unterscheiden. Eine echte Finanzberatung können wir natürlich nicht bieten, aber hoffentlich ein paar gute Ideen.

50.000 Euro anlegen in Stichpunkten

  • An Aktien führt fast kein Weg vorbei
  • Breite Streuung ist wichtig
  • Trotz Niedrigzinsen: Bankguthaben gehören dazu
  • ETFs machen das Anlegen einfach
  • Robo Advisor als Alternative

Die Situation im Jahr 2019

Ein Stück weit haben es Anleger heute sogar einfacher als noch vor 20 Jahren. Denn die Auswahl an Geldanlage, die mehr als die 2,0 Prozent von der Zentralbank angepeilte Preiserhöhung bieten, ist gering geworden. In den späten 1990er Jahren abgeschlossene Lebensversicherungen bieten teilweise noch 4,0 Prozent Garantiezins, aktuell ist der Satz meist nicht einmal ein Viertel so hoch.

Noch schlechter sieht es bei den Tagesgeldern aus, viele Banken zahlen gar keine Zinsen mehr, andere nur noch symbolische 0,01 Prozent. Zinsen von mehr als 0,30 Prozent gibt es praktisch nur noch im Ausland oder zeitlich befristet für Neukunden. Festgelder bieten etwas höhere Zinsen, dafür bringt man sich damit allerdings auch um die Chance von einer Zinserhöhung während der Laufzeit zu profitieren.

An Aktien oder zumindest Anleihen führt deshalb fast kein Weg vorbei. Allerdings muss man dafür nicht nur die nötigen Nerven mitbringen, sondern auch Zeit. Wer das Geld schon nächstes Jahr braucht, für den sind Aktien keine gute Wahl. Denn auch wenn Anleger langfristig mit dieser Anlageform fast immer Gewinne gemacht haben, so gab es doch immer wieder auch mehrere Jahre dauernde Rückschläge.

Baustein 1: Bankguthaben

Bei Zinsen deutlich unter der Inflationsrate macht Geld zur Bank bringen nicht mehr viel Spaß. Zwar lag die Teuerung in den vergangenen Jahren meist unter den von der Zentralbank angestrebten 2,0 Prozent, aber immer noch deutlich über jenen 0,01 Prozent, die viele Tagesgeldkonten bieten.

Statistik: Monatliche Inflationsrate in Deutschland von Dezember 2017 bis Dezember 2018 (gegenüber Vorjahresmonat) | Statista
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Trotzdem führt an einem Bankkonto fast kein Weg vorbei. Denn es bietet maximale Sicherheit und viel Flexibilität. Der Kunde kann bestimmen, ob das Geld täglich verfügbar sein soll (Tagesgeld und Girokonto, beim Sparbuch maximal 2.000,- Euro monatlich), nach einer Kündigungsfrist (Sparbuch ab 2.000,- Euro, Zuwachssparen) oder nach einem festgelegten Zeitrahmen (Festgeld, Sparbriefe).

Autokredit

Autos sind häufig eine Ursache für unvorhergesehene hohe Ausgaben, beispielsweise weil das Fahrzeug durch den TÜV gefallen ist.

Weil unvorhergesehene Ausgaben immer anstehen können, sollte ein Teil der 50.000,- Euro auf dem Tagesgeldkonto landen. Wie viel, das hängt auch vom Sicherheitsbedürfnis ab. Zu viel sollte es nicht sein, denn im Falle eines Falles, beispielsweise bei einer teuren Reparatur am Haus, lässt sich auch ein Kredit aufnehmen. Dafür fallen natürlich Zinsen an, aber wenn die Gefahr einer solchen Ausgabe niedrig ist, lohnt es sich trotzdem das Geld anderweitig zu investieren.

Festgelder lohnen sich kaum noch

Festgelder lohnen sich aktuell wegen der niedrigen Zinsen kaum noch. Zwar bringen sie etwas mehr ein als Tagesgelder, dafür läuft man Gefahr am Ende eine Zinserhöhung zu verpassen. Eine Alternative ist das Zuwachs- oder Wachstumssparen. Dabei steigen die Zinsen von Jahr zu Jahr an. Bei den meisten Angeboten kann das Geld jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten abgehoben werden. Braucht man das Geld nicht, lässt man es auf dem Konto und wird dafür mit einem Zinsanstieg belohnt. Allerdings bieten nicht alle Banken dieses Sparform. Zu den Anbietern gehört beispielsweise die DKB Bank. Die Targobank bietet mit dem Extra-Festgeld eine Mischform. Hier ist das Geld für die ersten zwei Jahre festgelegt und kann nicht gekündigt werden. Anschließend kann man das Geld – ohne Kündigungsfrist – abheben oder man belässt es für maximal drei weitere Jahre auf dem Konto und bekommt jährlich einen weiteren Zinsanstieg.

Baustein 2: Anleihen und Privatkredite

Etwas riskanter aber sicherer als Aktien sind Anleihen und Privatkredite. Dabei erhält man ebenfalls einen festen Zinssatz und das Guthaben wird zu einem festen Zeitpunkt zurückgezahlt. Allerdings besteht hier das Risiko, dass der Schuldner zahlungsunfähig wird. Dann ist im Zweifelsfall das gesamte Guthaben verloren.

Anleihen großer Firmen und von wirtschaftlich stabilen Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland bieten dagegen ebenfalls kaum noch Zinsen. Für Anleihen der Schweiz sind die Zinsen sogar selbst bei Laufzeiten von zehn Jahren negativ, in Deutschland und Finnland gilt das immerhin bis Laufzeiten von bis zu sieben Jahren. Selbst für Anleihen aus dem kriselnden Frankreich sind die Zinsen für Kurzläufer negativ.

Die Papiere kosten nämlich oft mehr als ihren Nennwert. Eine Anleihe, die mit 100,- Euro zurückgezahlt wird, kostet dann beispielsweise 110,- Euro. Der Anleger macht also einen Kursverlust von 10,- Euro. Erhält er gleichzeitig über die Laufzeit 8,- Euro Zinsen, bleibt ein Verlust von 2,- Euro je Anleihe, also 2,0 Prozent. Einige Anleihen sind auch gänzlich unverzinst, sogenannte Nullkuponanleihen oder Zerobonds.

Auch sichere Anleihen sind nicht zu 100 Prozent sicher

Auch vergleichsweise sichere Anlagen bergen aber ein Verlustrisiko, auch wenn es gering ist. Die Verschuldung in Deutschland ist beispielsweise viel höher als offiziell angegeben, denn neben den “echten” Schulden in Form von Anleihen gibt es noch verdeckt durch Versprechen der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung. Schließt man diese mit ein, ist die Verschuldung fast fünf Mal so hoch wie angegeben. Schon vor mehr als 15 Jahren wurde sie auf 270 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt, mittlerweile dürfte sie eher bei 300 Prozent liegen.

Geld an privat verleiehen

Der wichtigste Marktplatz für Privatkredite in Deutschland: auxmoney

Übersichtlicher ist die Situation bei Privatkrediten. Sie bringen zudem mehr Zinsen, auch bei guter Bonität. Allerdings ist auch das Ausfallrisiko deutlich höher. Deshalb empfiehlt es sich, sein Geld breit zu streuen. Das geht bei auxmoney sehr gut mit dem Portfolio Builder. Dabei wird Geld automatisch auf verschiedene Kreditnehmer aufgeteilt. Wer beispielsweise 5.000,- Euro auf 200 Schuldner verteilt, der wird in den meisten Fällen einen Gewinn machen. Der ein oder andere Ausfall wird dann von den Zinsen der anderen aufgefangen. Ausgeschlossen ist es natürlich nicht, dass eine allgemeine Wirtschaftskrise oder auch einfach Pech dazu führen, dass viele Kreditnehmer ausfallen und man Verluste machen. Das ist allerdings unwahrscheinlich.

Baustein 3: Aktien und ETFs

Ohne Aktien geht fast gar nichts. Wer wegen der Kursschwankungen nicht schlafen kann, der kann diesen Baustein natürlich auch auslassen. Das bedeutet aber deutlich weniger Rendite. Als Ersatz sollte man dann zumindest unseren Alternativbaustein Robo Advisor in Betracht ziehen. Dort gibt es zwar ebenfalls Wertschwankungen, aber die sind in den sicheren Varianten weniger stark.

Aktien haben in der Vergangenheit schon mittelfristig fast immer alle anderen Anlagearten abgehängt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn das höhere Risiko muss ja irgendwie belohnt werden. Außerdem dürfen einige große Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds nur eingeschränkt in Aktien investieren. Das führt dazu, dass diese Investoren um die vergleichsweise sicheren Anlagemöglichkeiten wie Immobilien und Anleihen konkurrieren und so die Rendite drücken.

Dividenden bringen regelmäßige Einkünfte.

Dass Aktien sich langfristig meist gut entwickelt haben gilt natürlich nicht für jedes einzelne Papier. Wer sein Geld in Karstadt-Quelle, den Bremer Vulkan, RWE oder die Deutsche Bank investiert hat, hat viel Vermögen verloren. Besser ist es deshalb, sein Geld breit zu streuen.

Am besten geht das mit ETFs, börsengehandelten Fonds. Viele sind Indexfonds, sie bilden also einen bestimmten Index wie den DAX ab. Das bedeutet, dass man mit ihnen den gleichen Gewinn erzielt wie der Index. Damit verzichtet man zwar auf die Chance den Index zu übertreffen, den meisten Fondsmanagern gelingt das aber ohnehin nicht. Bekannte Stärken und Schwächen eines Unternehmens sind bereits im Preis berücksichtigt, die unbekannten lassen sich oft nur erraten. Anleger können also Glück oder Pech haben – und zahlen dafür dann auch noch hohe Gebühren.

International streuen

Anleger sollten aber nicht nur ein DAX-Papier kaufen. Denn viele Unternehmen in Deutschland kommen aus ähnlichen Branchen. Und von einer Krise hierzulande wären alle betroffen, auch wenn viele den Großteil ihres Umsatzes längst im Ausland erzielen. Besser ist ein weltweiter Fonds. Dabei sollten nicht nur Firmen aus Industriestaaten berücksichtigt werden, sondern auch solche aus Schwellenländern. ETFs auf den MSCI All Countries World Index beinhalten rund zehn Prozent Aktien aus Schwellenländern.

MSCI Frontier Markets

Neben Industrie- und Schwellenländer sollten auch die Entwicklungsländer berücksichtigt werden, wenn man 50.000,- Euro anlegen will.

Wer 50.000,- Euro anlegen will, sollte sogar noch einen Schritt weiter gehen und Aktien aus sogenannten Grenzmärkten (Frontier Markets) mit aufnehmen. Das sind überwiegend Entwicklungsländer, die bald Schwellenländer werden könnten. Mit dabei sind aber auch ein paar wohlhabende oder sogar reiche Nationen, die wegen zu kleiner oder intransparenter Märkte nicht als Schwellen- oder Industrieländer gelten, beispielsweise einige Golfstaaten.

Sparplan

Am besten investiert man das Geld nicht auf einen Schlag, sondern in mehreren Tranchen. Wer 50.000,- Euro anlegen will kann beispielsweise über ein Jahr monatlich rund 4.000,- Euro investieren. So verringert man das Risiko, alles direkt vor einem Kurssturz zu investieren. Kommt es zum Crash, dann bleibt noch Geld übrig um billig Aktien zu kaufen. Steigen die Kurse wurde wenigstens ein Teil schon zu den alten, günstigeren Kursen investiert.

Baustein 4: Aktive Fonds

Aktiv verwaltete Fonds werden aus guten Gründen immer weniger verkauft. Indexfonds entwickeln sich meistens besser. Aber das könnte sich ändern, wenn immer mehr Geld passiv (also einen Index abbildend) investiert wird. Bisher sorgen aktive Anleger dafür, dass zukunftsträchtige Unternehmen wie Amazon oder Alphabet (Google) im Vergleich zu Umsatz und Gewinn teurer sind als Konkurrenten mit ungewisser Zukunft wie Automobilhersteller.

Fernwärme Aktie

Fernwärme ist bisher ein langweiliges, aber verlässliches Geschäft, denn der Markt ist bisher nicht liberalisiert. Das kann sich natürlich ändern. Fondsmanager machen sich über solche Fragen Gedanken.

Wenn immer mehr Fonds ihre Gelder einfach nach dem Vorbild des Index investieren steigen und fallen die Aktien womöglich stärker im Gleichklang, ohne Unterschiede bei der Zukunftsfähigkeit ausreichend zu berücksichtigen. Das bietet dann wieder Chancen für aktive Fonds.

Ob es wirklich so weit kommt ist unklar, aber bei einem so hohen Betrag wie 50.000,- Euro sollte etwas Geld für aktiv verwaltete Fonds übrigbleiben. Auch das sorgt für mehr Streuung. Außerdem können aktive Fonds in Nischen investieren, für die es keine passiven Fonds gibt, beispielsweise Kleinunternehmen. Natürlich müssen Anleger auf günstige Gebühren achten, sonst verschlingt das Fondsmanagement gleich die gesamten Gewinne.

Baustein 5: Gold und Immobilien

Gold und Immobilien gelten als sicher. Das stimmt zwar nicht ganz, aber zu einem bereit aufgestellten Portfolio gehören beide dazu. Wer 50.000,- Euro anlegen will erhält dafür natürlich noch keinen Wohnblock. Ohnehin sollte nur ein Teil in Immobilien fließen. Deshalb sind ein Immobilienfonds oder Aktien von Immobilienunternehmen die bessere Wahl. Im DAX ist beispielsweise der Wohnkonzern Vonovia notiert, im MDAX die Deutsche Wohnen.

Immobilien kaufen

Auch Immobilien gehören zu einem breit aufgestellten Portfolio.

Besser als Einzelaktien sind aber ETFs, die mehrere Immobilienfirmen bündeln und die beispielsweise den Stoxx Europe 600 Real Estate nachbilden. Der bildet die Kursentwicklung jener Immobilienfirmen ab, die gleichzeitig im Stoxx Europe 600 vertreten sind, also zu den 600 wichtigsten Aktiengesellschaften in Europa gehören.

Auch Gold gehört in geringem Umfang dazu. Wer den Banken misstraut kann Münzen und Barren kaufen, wobei sich Münzen einfach und schnell handeln lassen. Außerdem sind Goldmünzen von der Mehrwertsteuer befreit, wenn sie in einem Land offizielles Zahlungsmittel sind. Das gilt nicht nur für die goldenen Euro-Münzen, sondern auch für den berühmten Krüger-Rand, obwohl der keinen Nennwert trägt.

Gold statt Diamanten kaufen

Goldmünzen sind mehrwertsteuerbefreit, wenn sie offizielles Zahlungsmittel in einem Land sind. Hier ein Golddukat.

Einfacher ist aber der Kauf eines ETCs, eines börsengehandelten Rohstoffs. Oder man greift zu Aktien von Goldminenbetreibern, deren Wert stark vom Goldpreis abhängt. Am besten streut man auch hier das Risiko mit einem ETF.

Aktien, ETCs, ETFs und Fonds haben noch einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich ganz einfach über fast jeden Broker kaufen.

Alternative zu Baustein 2 und 3: Robo Advisor

Die passenden Anleihen und ETFs zu finden kann eine langweilige Sache sein. Einfacher geht es, wenn man sein Geld einer automatisierten Vermögensverwaltung anvertraut. Ein sogenannter Robo Advisor sucht dann die passenden ETFs. Dabei berücksichtigt er meistens vor allem die Risikoneigung und investiert dann je nach Sicherheitsbedürfnis des Anlegers stärker in Aktien oder in Anleihen.

Cominvest Robo Advisor Test

Schon ab 3.000,- Euro lässt sich Geld im Cominvest Depot anlegen.

Gute Robo Advisors untersuchen noch Korrelationen zwischen den ETFs. Sie vermeiden also Fonds, die sich in die gleiche Richtung bewegen. Das würde nämlich bedeuten, dass bei einem Kurssturz des einen ETFs auch der andere stark verliert.

Beim Cominvest Depot der Comdirect Bank prüfen Mitarbeiter die Entscheidung des Computers noch einmal und legen sie auf Wunsch auch dem Anleger zur Genehmigung vor. Außerdem bietet die Bank auch ein reguläres Depot, über das Kunden beispielsweise Immobilienfonds oder Goldminen-ETFs kaufen können.

Wo investieren?

Wer 50.000,- Euro anlegen will, braucht einen Broker. Welcher der Beste ist, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Wer beispielsweise die Dienste eines Robo Advisors nutzen will, findet den bei der Comdirect Bank. Legt man sein Geld lieber selbst an und will einen Teil des Geldes in ein Wachstumssparen investieren, findet man das und ein attraktives Depot bei der DKB Bank. Die Consorsbank wiederum punktet mit attraktiven Neukundenkonditionen. Das ist vor allem attraktiv, wenn man sein Geld über ein Jahr verteilt in mehreren Tranchen investieren will.

Fazit

50.000,- Euro anlegen ist nicht schwer. Weil niemand die Zukunft kennt, sollte man es breit streuen und in verschiedene Anlageklassen investieren. Eine echte Vermögensberatung können wir nicht bieten, aber wir hoffen ein paar gute Ideen geliefert zu haben. Nicht vergessen sollte man einen guten Broker. Natürlich kann man sein Geld auch aufteilen, beispielsweise den Robo Advisor der Comdirect Bank nutzen, das Wachstumssparen der DKB und das Depot bei der Consorsbank eröffnen. Oder erst noch einen Blick in unseren Depotvergleich werfen.

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