Derivate

Was sind Derivate? » So handeln Sie 2018 Derivate

Was sind Derivate?

Derivate sind Finanzprodukte, deren Entwicklung und Preis vom Preis eines anderen Finanzproduktes abhängen. Das andere Finanzprodukt wird als „Basiswert“ bezeichnet und kann von einer Aktie über einen Rohstoff bis hin zu einer Währung sehr verschiedene Formen annehmen. Das Derivat wird eingesetzt, um darauf zu wetten, wie sich der Preis in Zukunft entwickelt.

Derivate sind der Finanzmarkt, der in den letzten Jahren am umfangreichsten gewachsen ist und den meisten Veränderungen unterliegt. Neue Derivate und immer vielseitigere Kontrakte sorgen dafür, dass der Derivate-Markt unüberschaubar geworden ist. Nachdem er im Zuge der Weltwirtschaftskrise deutliche Rückgänge hinnehmen musste, wird er inzwischen auch für Privatanleger wieder attraktiver.

Auch deswegen wirken Derivate wie eine neue Erfindung. Tatsächlich können die Anfänge des Derivatehandels bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgt werden. Damals versuchten Händler, die Risiken der Seefahrt durch einfache Futures abzusichern. Seit jeher sind Derivate durch Manipulationen und Spekulationsblasen etwas in Verruf. Bereits Aristoteles berichtete von Einflussnahmen auf den Ölpreis und die erste Spekulationsblade, die auch als große Tulpenmanie bekannt wurde, wurde von Forwards und Optionen auf Tulpenzwiebeln ausgelöst.

Welche Vorteile haben Derivate?

Derivate haben gegenüber Aktien mehrere Vorteile:

  • Umfangreichere Handelszeiten: Die Anbieter von Derivaten ermöglichen den Handel in der Regel häufig über die Börsenöffnungszeiten hinaus.
  • Beide Richtungen handelbar: Während Aktien ausschließlich dann profitabel sind, wenn sie im Kurs steigen und Dividenden ausgeschüttet werden, können Derivate in beide Richtungen gehandelt werden. Händler von Derivaten können auch darauf setzen, dass der Wert fällt.
  • Für Seitwärtsbewegungen geeignet: Spezielle Derivate wie beispielsweise Inline-Optionsscheine ermöglichen es auch dann einen Profit zu erzielen, wenn sich der Markt in einer Seitwärtsbewegung befindet.
  • Verlustabsicherung: Derivate wurden ins Leben gerufen, um sich gegen Risiken abzusichern.
  • Renditechance: Auch durch Hebelprodukte bieten die meisten Derivate Renditechancen, die weit über herkömmliche Gewinne hinausgehen – natürlich bei entsprechendem Risiko.
  • Vielfalt: Derivate werden auf unzählige Basiswerte angeboten. Von Wertpapieren über Rohstoffe bis hin zu Indizes, Währungen oder sogar Zinsen sind die Möglichkeiten schier unerschöpflich.
  • Kostenvorteil: Häufig ist es wesentlich günstiger, Derivate anstatt Aktien zu erwerben. Zudem wird häufig auch weniger Kapital gebunden.

Welche Nachteile hat der Handel mit Derivaten?

Der Handel von Derivaten kann bedeutende Nachteile haben, die Interessenten in jedem Fall in Betracht ziehen sollten:

  • Hohes Verlustrisiko: Viele Derivate können nicht nur Totalverluste zur Folge haben, sondern sich durch die Nachschusspflicht sogar auf weiteres Vermögen erstrecken.
  • Reglementierung: Manche Derivate werden außerbörslich gehandelt und unterliegen im Einzelfall nicht ausreichenden Kontrollen.
  • Weniger Rechte: Wer den Basiswert direkt erwirbt, erhält damit in der Regel auch Rechte. Dies betrifft bei Aktien beispielsweise das Recht auf Dividende oder das Stimmrecht bei der Hauptversammlung.
  • Nur kurzfristige Anlagezeiträume: Während Aktien problemlos über Jahre gehalten werden können, ist dies bei Derivaten in der Regel nicht möglich. Zum einen besitzen viele eine begrenzte Laufzeit, zum anderen gibt es durch die Hebelwirkungen und Knock-Out-Schwellen deutlich weniger Spielraum als bei Wertpapieren.
  • Fehlender Substanz: Während der Basiswert einen Sachwert darstellt, haben Derivate keinen „echten“ Wert in Form von Besitz.
  • Mangelnde Transparenz: Die Preisbildung bei Derivaten ist für den Privatanleger nicht immer nachvollziehbar.

Welches sind die beliebtesten Derivate?

  • Optionen
  • Optionsscheine
  • Zertifikate
  • Futures
  • CFDs
  • Swaps
  • Forex-Derivate
  • Binäre Optionen

Sind Derivate für Anfänger geeignet?

Mit Derivaten sollten Privatanleger nur dann handeln, wenn sie tatsächlich einschätzen können, welche Konsequenzen ihr Handeln haben kann. Dies gilt gerade dann, wenn große Hebel zum Einsatz kommen. Sonst riskieren Anleger nicht nur den Totalverlust des Kapitals, durch die Nachschusspflicht kann sogar noch mehr Vermögen betroffen sein.

Viele Derivate sind alleine durch die Möglichkeit, Positionen abzusichern, jedoch durchaus interessante Bestandteile vieler Anlagestrategien. Es ist also durchaus sinnvoll, wenn Privatanleger zumindest mittel- bis langfristig auch Derivate in Erwägung ziehen und sich entsprechend auf den Handel vorbereiten. Sie können in dieser Phase Hintergrundwissen erwerben, die unterschiedlichen Derivate und Funktionsweisen kennenlernen und erste Schritte in Demokonten gehen. Anschließend können sie sich dann langsam an den Handel mit Derivaten herantrauen und so ihre Anlagestrategie sinnvoll ergänzen. Als Einstieg eignet sich der Derivatehandel jedoch nicht. Seriöse Online Broker fragen zudem den Wissensstand ihrer Kunden ab und geben Privatanlegern ohne Hintergrundwissen und Erfahrung ohnehin nicht die Möglichkeit, mit den meisten Derivaten zu handeln.

Welche Arten von Derivaten gibt es?

Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Arten von Derivaten unterschieden werden:

  • Festgeschäft: Bei einem Festgeschäft verspricht der Verkäufer, zum Fälligkeitszeitpunkt den Basiswert an den Käufer zu liefern oder einen Barausgleich in Höhe des dann geltenden Marktpreises zu zahlen. Der Käufer verspricht hingegen dem Verkäufer, eine fixe Zahlung zum Fälligkeitszeitpunkt zu leisten. Dementsprechend ist das Geschäft für den Käufer dann vorteilhaft, wenn der Basiswert in der Zwischenzeit im Kurs steigt.
  • Swapgeschäft: Swapgeschäfte sind eine festgelegte Anzahl an Wiederholungen von Festgeschäften, die jeweils nacheinander zu festgelegten Zeitpunkten durchgeführt werden.
  • Optionsgeschäfte: Der Käufer kann zum Fälligkeitszeitpunkt eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem fixen Preis verkaufen (call) oder verkaufen (put), ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Er muss dafür jedoch dem Stillhalter eine Optionsprämie auszahlen.

Wo können Derivate gehandelt werden?

Wo Derivate gehandelt werden, hängt auch davon ab, um welches Derivat es sich handelt. Futures und Optionsscheine werden häufig börsengehandelt. Das hat den Vorteil, dass sie standardisiert sind und der Handel über ausreichend Liquidität und Flexibilität verfügt. Für deutsche Anleger hat sich die deutsch-schweizerische Eurex durchgesetzt, internationale Konkurrenz ist die NYMEX, CBOT, KRX und die britische NYSE Liffe.

Ein Großteil des Handels mit Derivaten wird allerdings außerbörslich abgewickelt. Solche OTC-Derivate sind deutlich weniger standardisiert und sollten deswegen vor dem Kauf immer genau geprüft werden.

Darüber hinaus werden viele Derivate nur bei speziellen Brokern angeboten. Das liegt auch daran, dass es sich bei Derivaten in der Regel um Angebote handelt, die von einem bestimmten Verkäufer – in dem Fall dem Online Broker gestellt werden. Er tritt dann als Market Maker auf und übernimmt die vollständige Abwicklung des Geschäfts. Dieses Geschäftsmodell ist beispielsweise bei binären Optionen die Regel, für die es auf dem „freien Markt“ keine Entsprechung gibt. Der Broker stellt die Kurse und der Händler geht die Positionen dann ein, wenn er den Trade als vielversprechend wahrnimmt.

Warum sind Derivate so riskant?

Derivate werden durch die Hebelwirkung deutlich riskanter als herkömmliche Finanzprodukte. Dabei ist die Hebelwirkung allerdings nicht immer direkt ersichtlich. Es gibt beispielsweise Derivate, bei denen ein Hebel frei ausgewählt werden kann – hier kann der Händler leicht erkennen und beeinflussen, mit welchem Hebel er handelt.

Auf der anderen Seite ist es beispielsweise bei Optionen und Optionsscheine etwas schwieriger zu durchschauen, dass ein Hebel im Spiel ist. Hier bezahlen Anleger beispielsweise nur einen Bruchteil des Aktienkurses, profitieren jedoch im gleichen Ausmaß von Kursveränderungen. Die Hebelwirkung wird hier also vor allem dann deutlich, wenn man das Verhältnis von eingesetztem Kapital und Gewinn oder Verlust im Vergleich zum herkömmlichen Aktienhandel betrachtet.

Dennoch ist es auch möglich, mit Derivaten und vergleichsweise geringe Kosten Aktien abzusichern. Aufgrund der zeitlichen Beschränktheit sollte dies jedoch vor allem dann geschehen, wenn Aktien aus dem Depot besonderen Risiken ausgesetzt sind, beispielsweise wenn schlechte Geschäftszahlen erwartet werden oder andere relevante Unternehmensnachrichten anstehen. Dann können sie mit vergleichsweise wenig Kapital dafür genutzt werden, Verluste aufzufangen, die Position also zu „hedgen“. Dies ist auch für Privatanleger einer der größten Vorteile und zugleich einer der wenigen Gelegenheiten, zu denen Derivate nicht hochspekulativ eingesetzt werden.

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