Derivate handeln 2020 – einfach erklärt sowie Chancen & Risiken

Derivate

Das Wichtigste in Kürze

  • Derivate sind Finanzprodukte, bei denen Sie auf die Kursentwicklung eines Basiswertes spekulieren können.
  • Es gibt verschiedene Arten von Derivaten, darunter Festgeschäfte, Swapgeschäfte und Optionsgeschäfte – zudem gibt es Kombinationen und Mischformen.
  • Derivate können genutzt werden, um Hedging zu betreiben, sich also beim Trading gegen potenzielle Verluste abzusichern.
  • Derivate bringen einige Vorteile mit sich, sind jedoch auch risikoreich – Derivate sind also dann für Sie geeignet, wenn Sie eine gewisse Risikofreudigkeit beim Trading mitbringen und über Erfahrung an der Börse verfügen.
  • Wir stellen die besten Anbieter für den Derivathandel vor und zeigen Ihnen zudem Alternativen zum Derivatkauf mit geringerem Risiko.

Geldmünzen Stapel - Derivate Handeln

Mit Derivaten spekulieren Sie auf die Preisbewegung eines Basiswertes. (Quelle: Pexels.com)

Was sind Derivate?

Derivate sind Finanzprodukte, deren Preisentwicklung vom Preis eines anderen Finanzproduktes abhängen. Dieses zweite Produkt wird als Basiswert bezeichnet. Der Begriff Derivat kommt vom lateinischen „derivare“ (ableiten). Wenn Sie Derivate kaufen, spekulieren Sie also darauf, wie der Preis des Basiswertes sich in naher Zukunft entwickeln wird und können auch auf ein Fallen des Preises setzen. Die Auswahl an Basiswerten ist äußerst vielfältig. Üblich sind beispielsweise:

Derivate werden von einem Emittenten ausgegeben und von Käufern erworben. Für die Käufer besteht daher ein sogenanntes Emittentenrisiko: Wird der Emittent zahlungsunfähig, so erhalten Sie Ihr Geld unter Umständen nicht zurück. Bestes Beispiel hierfür ist die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers während der letzten Finanzkrise.

Ursprünglich wurden Derivate dazu genutzt, Hedging am Finanzmarkt zu betreiben, sich also gegen den Wertverlust bei anderen Anlagen abzusichern. Inzwischen werden Derivate aufgrund der Möglichkeit, diese mit Hebel zu handeln, von vielen Anlegern aber auch als eigenständige, lukrative Anlagemöglichkeit gesehen. Kritiker wenden dagegen ein, dass der Derivathandel zu riskant sei und hier oft nur reine Spekulation betrieben werde. Tatsächlich sind viele Derivate eher für erfahrene Trader geeignet, allerdings gibt es Ausnahmen. Wenn Sie sich nicht von den teilweise geäußerten Versprechungen auf gewaltige schnelle Gewinne blenden lassen, können Derivate gerade für risikofreudige Anleger mit etwas Erfahrung an der Börse eine sehr gute Trading-Option sein.

Derivate werden auch als Termingeschäfte, beziehungsweise Terminkontrakte bezeichnet.

 

Welche Arten von Derivaten gibt es?

Man unterscheidet verschiedene Klassen von Derivaten, darunter:

Futures

Futures sind Terminkontrakte. Bei diesen verpflichtet der Verkäufer sich dazu, den Vermögenswert zu einem vorher festgelegten Termin und Preis an Sie (den Käufer) zu zahlen. Sie dagegen haben die Pflicht, die Ware später auch zu kaufen. Futures sind standardisierte Kontrakte und werden immer an der Börse gehandelt. Futures gibt es auf Einzelaktien, Indizes, Devisen und auch auf Rohstoffe (Commodity Futures). Beim Handel mit Futures müssen Sie stets ein Minimum an Guthaben auf Ihrem Trading-Konto besitzen, die sogenannte Intraday Margin, die jedoch nur ein Bruchteil des eigentlichen Wertes des Futures ist. Möchten Sie den Handelswert auch über Nacht halten, so benötigen Sie eine höhere Margin, die Overnight Margin. Futures sind für Trader sehr transparent, da Preis und Ablaufdatum vorher festgelegt sind. Allerdings besteht bei Futures grundsätzlich Nachschusspflicht, weshalb das Risiko hier erhöht ist. Mehr über Futures erfahren Sie in unserem Futures Artikel.

Forwards

Forwards gehören zur Gruppe der Futures, werden aber im Gegensatz zu diesen außerbörslich gehandelt.

CFDs

CFDs sind Differenzkontrakte und dienen dem kurzfristigen Handel, sind also keine langfristige Anlage. CFDs gibt es auf Handelswerte wie Aktien, Indizes (beispielsweise den DAX), aber auch auf Rohstoffe und Devisen. Mit CFDs können Sie auch auf fallende Kurse setzen. Für Profi-Trader kann hier eine Nachschusspflicht bestehen, für Privatanleger aber nicht. Alles zum Thema finden Sie in unserem CFD Trading Artikel.

Forex

Forex steht für „Foreign Exchange“. Hier werden zwei Währungen (das sogenannte Währungspaar) gegeneinander gehandelt. Sie spekulieren also auf die Kursveränderungen der Währungen und können sowohl auf steigende, als auch fallende Kurse setzen. Was den Forex-Handel besonders macht, lernen Sie in unserem CFD oder Forex Artikel.

Swaps

Swaps sind Derivate, deren Basis der Austausch von Zahlungsströmen ist. Bei einem Swap werden Forderungen in Währungen (gleich oder fremd) getauscht. Grundsätzlich sind Zins- und Währungsswaps zu unterscheiden. Bei Zinsswaps werden Zinszahlungsverplichtungen über eine bestimmte Laufzeit getauscht, bei Währungsswaps sind die zu tauschenden Verbindlichkeiten in unterschiedlichen Währungen begründet.

Zertifikate

Zertifikate sind eine noch junge Klasse von Derivaten, bei denen Anleger in ein festgelegtes Bezugsverhältnis zu einem Basiswert investieren – dies können Anleihen, Rohstoffe oder Aktien sein. Man unterscheidet zwischen Index-Zertifikaten auf Indizes, Bonus-Zertifikaten, Discount-Zertifikaten und weiteren. In unserem Artikel zu Zertifikaten erfahren Sie mehr.

Derivate mit Hebel

Derivate gibt es mit und ohne Hebel. Hebel ermöglichen es Ihnen, Basiswerte überproportional zu handeln. Bei einem Hebel von 1:10 müssen Sie beispielsweise lediglich 100 Euro investieren, traden aber für 1.000 Euro. Allerdings ist auch das Risiko hier erhöht. Sie können beispielsweise Futures und CFDs mit Hebel handeln. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Artikel über den Aktienhandel mit Hebel.

Von den hier vorgestellten Derivat-Arten sind CFDs die gängigste Klasse, die auch von Privatanlegern gehandelt wird. Bei allen vorgestellten Anlageklassen ist wichtig, dass Sie Chancen und Risiken beim Trading abzuwägen wissen. Prinzipiell sind Derivate eher für erfahrene Anleger geeignet.

Zudem gibt es einige weitere Begriffe, die Sie kennen sollten:

Festgeschäfte sind Käufe auf einen bestimmten Termin. Wenn Sie ein Festgeschäft abschließen, so verpflichtet sich der Verkäufer, zum Fälligkeitstermin den entsprechenden Basiswert entweder direkt zu liefern oder einen Barausgleich in Höhe des dann aktuellen Preises zu bezahlen. Dies nennt sich Cash Settlement. Als Käufer erhalten Sie zum Fälligkeitszeitpunkt dann die vorher festgesetzte Zahlung. Mit diesem Mittel können Sie als Käufer auf steigende Marktpreise setzen: Beispielsweise können Sie zum heutigen Marktpreis Öl kaufen und dann bei steigenden Preisen später Gewinn erwirtschaften.

Swapgeschäfte bestehen aus einer hohen Zahl an Festgeschäften, die nacheinander zu vorher festgelegten Zeitpunkten ausgeführt werden.

Optionsgeschäfte, also der Derivathandel mit Optionen, geben Ihnen das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt sowie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Hier haben Sie jedoch – anders als bei Festgeschäften – keine Kaufplicht. Entwickelt sich der Markt anders als vorhergesehen, müssen Sie das Geschäft also nicht durchführen. Hierfür bezahlen Sie jedoch auch eine sogenannte Optionsprämie, welche in jedem Fall fällig wird. Wie dieses Geschäft funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel zum Optionshandel.

 

Die besten Anbieter für den Derivathandel

eToro: Deviathandel mit den besten Konditionen

 

eToro social trading plattform - Derivate Handeln

Bei eToro profitieren Sie von der Intelligenz der Masse dank Social Trading. (Quelle: eToro.com)

Zu den Derivat-Anbietern mit den besten Konditionen gehört ohne Zweifel der Broker eToro. Bei eToro finden Sie eine Vielzahl von Handelsinstrumenten und können auf eine große Menge an Basiswerten spekulieren. eToro ist zudem bekannt für seinen Fokus auf Social Trading: Hier profitieren Sie von der Intelligenz der Masse, können per Copytrading das Portfolio erfolgreicher Anleger nachbilden und mit Profi-Tradern in Kontakt treten. Zudem bietet eToro Ihnen ein umfassendes Demokonto, sodass Sie beim Handel mit Derivaten zunächst Erfahrung sammeln können. Lediglich die Auszahlungsgebühren und die Mindesteinzahlung von 200 gefielen uns in unserem eToro Erfahrungsbericht nicht ganz so gut.

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Hinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. Zwischen 74% und 89% der Konten von Privatanlegern verlieren beim Handel mit CFDs Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Plus500: Zuverlässiger Broker für den Derivathandel

 

Plus500 CFD Anbieter - Derivate Handeln

Plus500 überzeugt mit einer großen Auswahl beim Derivathandel. (Quelle: Plus500.de)

Auch beim CFD-Broker Plus500 steht Ihnen eine große Auswahl an Derivaten auf Basiswerte zur Verfügung. Plus500 überzeugt zudem durch gute Spreads und den Verzicht auf Kontoführungsgebühren beim Trading. Die Mindesteinzahlung ist mit 100 Euro moderat und die strenge Regulierung durch die FCA sowie die sehr gut umgesetzte Trading App der Brokers machen Plus500 ebenso empfehlenswert, wie Sie unserem Plus500 Bericht nachlesen können. Negative Punkte waren in unserem Test die Inaktivitätsgebühren und die Tatsache, dass der Kundenservice etwas schlechter abschneidet als bei anderen Anbietern.

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Wichtiger Hinweis: 80,5% der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren bei Plus500 Geld.

 

Capital.com: Derivate-Broker mit großer Auswahl

Capital.com Marktvolatilität


Bei Capital.com handeln Sie mit mehr als 300 Basiswerten. (Quelle: Capital.com)

Capital.com ist ein CFD-Broker aus Zypern, der in unserem Capital.com Erfahrungsbericht sehr gut abschneiden konnte. Im Bereich Derivate bietet Capital.com eine große Auswahl an Indizes, Forex-Trading, Futures und mehr zu günstigen Gebühren. Zudem erhalten Sie eine große Auswahl von mehr als 300 Basiswerten, guten Kundensupport, eine moderate Mindesteinzahlung von 100 Euro und ein umfassendes Demokonto. Weniger gut gefiel uns, dass der Broker scheinbar versucht, möglichst viele Anleger in die „Professional Trader“ Kategorie hinüberzuführen – denn dies kann aufgrund der Nachschusspflicht beim CFD-Handel für Anleger teuer werden. Insgesamt überzeugt Capital.com, wenn Sie Derivate kaufen möchten.

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Vorsicht: 80.5% der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren bei Capital.com Geld.

 

Welche Vorteile haben Derivate?

Hohe Renditechancen

Beim Handel mit Derivaten haben Sie die Möglichkeit, mit Hebel zu handeln und so Ihre Profite (aber auch Ihr Risiko) zu erhöhen. Kaufen Sie beispielsweise Öl-Derivate im Wert von 100 Euro ohne Hebel und der Ölpreis steigt zum Fälligkeitszeitpunkt um 10 Prozent, sind Ihre Derivate nun 110 Euro wert. Hätten Sie dagegen mit einem Hebel von 1:10 gehandelt, wären Ihre Gewinne zehnmal so hoch. Sie hätten also 100 statt zehn Euo Gewinn gemacht. Die Möglichkeit mit Hebel zu handeln, macht Derivate für viele Anleger attraktiv. Denn hier können große Gewinne in kurzer Zeit erzielt werden.

 

Hedging möglich

Derivate können dazu verwendet werden, sich beim Trading gegen Verluste abzusichern. Der Fachbegriff hierfür ist „Hedging“. Sie können beispielsweise Optionsgeschäfte eingehen, um Ihre Verluste zu beschränken, sollte sich der Markt anders entwickelt, als von Ihnen vorhergesagt. Zudem können Sie dank Futures in der Zukunft zu vorher festgelegten Preisen kaufen. Ein klassisches Beispiel wäre, dass Sie in einen Rohstoff wie Gold investieren und sich mit Future-Derivaten gegen einen Wertverfall schützen. Steigt der Goldpreis, so erwirtschaften Sie mit dem Basiswert Gewinn. Sinkt der Goldpreis, können Sie Ihre Verluste durch den Verkauf Ihrer Derivate zum vorher festgelegten Preis minimieren.

 

Geringe Kosten

Beim Kauf von Derivaten erwerben Sie nicht den Basiswert, sondern lediglich das abgeleitete Finanzprodukt. Daher sind Derivate im Vergleich günstig zu erwerben. Sie zahlen hier nur geringe Kosten beim Kauf, insbesondere im Vergleich zu Aktien oder Aktienfonds. Dafür verfügen Sie aber auch nicht über bestimmte Rechte, beispielsweise das Recht auf Dividenden-Ausschüttung, das Aktienkäufern beim Direkterwerb zusteht.

 

Long und Short Trading möglich

Da Sie beim Derivatehandel mit Futures und Optionen traden können, ist es Ihnen hier auch möglich, auf einen fallenden Markt zu setzen. Dies bezeichnet man in Trading-Kreisen als Short Trading. Wenn Sie short gehen, profitieren Sie davon, wenn beispielsweise eine Währung oder ein Rohstoff im Preis fällt. Dies ermöglicht eine größere Bandbreite an Trading-Optionen als der klassische Aktienhandel.

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Hinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. Zwischen 74% und 89% der Konten von Privatanlegern verlieren beim Handel mit CFDs Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Welche Risiken und Nachteile haben Derivate?

Hohes Verlustrisiko

Der Handel mit Derivaten kann hohe Gewinne einbringen, birgt aber auch ein erhöhtes Verlustrisiko. Da Sie hier auf die Bewegungen eines Basiswertes setzen und Derivate keine langfristigen Anlagen sind (anders als zum Beispiel Fonds), können kurzfristige Schwankungen am Markt auch schnell zu hohen Verlusten führen. Der Handel mit Hebel erhöht dieses Risiko.

 

Kurzfristiger Anlagezeitraum

Während Sie bei Aktien, Rohstoffen oder Fonds Ihr Geld über Zeiträume von Jahren oder sogar Jahrzehnten anlegen können und so Schwankungen am Markt weniger ins Gewicht fallen, ist dies bei Derivaten nicht der Fall. Dies bedeutet auch, dass Sie die Entwicklung des Basiswertes deutlich genauer verfolgen müssen als bei anderen Anlageoptionen. Hier müssen Sie also Zeit und Risikobereitschaft mitbringen, um mit Derivaten möglichst hohe Gewinne einzufahren. Denn je kürzer der Anlagezeitraum, desto genauer müssen Sie Kurse verfolgen und desto klüger müssen Sie investieren, da das Risiko beim Handel erhöht ist.

 

Schwer nachvollziehbare Preisentwicklung

Derivate gibt es auf Indizes wie den DAX, Rohstoffe wie Öl, Währungen und Kryptowährungen. Inzwischen existieren sogar Derivate zweiten Grades, beispielsweise „Swaptions“, also Optionen auf ein vorher definiertes Swapgeschäft. Die Folge: Die Kursentwicklungen können besonders für unerfahrene Anleger nur schwer nachvollziehbar sein. Dazu kommt, dass die Preisbildung im Derivate-Bereich neben dem Preis des Basiswertes auch von anderen Faktoren wie der Restlaufzeit abhängt. Insgesamt ist das Komplexitätsrisiko in diesem Sektor sehr hoch. Lesen Sie sich vor dem Trading also gut in die Materie ein und lernen Sie, mit den wichtigsten Begriffen umzugehen.

 

Teilweise schlechte Reglementierung

Derivate werden nicht nur an der Börse gehandelt, sondern oft auch abseits der Börse. Diese Geschäfte werden als OTC-Geschäfte (für „over the counter“) bezeichnet. Außerbörslich gehandelte Derivate sind deutlich weniger gut reguliert, da die Vertragsbedingungen hier lediglich zwischen den beiden teilnehmenden Parteien – Käufer und Verkäufer – ausgehandelt werden. Der OTC-Handel ist daher nur für erfahrene Trader empfehlenswert und erhöht das Risiko beim Handel mit Derivaten.

 

Für Einsteiger zu riskant?

Da Derivate äußerst komplexe Finanzinstrumente mit kurzem Anlagehorizont und hoher Preisbildungskomplexität sind, sind sie für viele Trading-Einsteiger zu riskant – insbesondere da bei Derivaten auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich ist. Handeln Sie mit Hebel, kann zusätzlich je nach Anlageklasse noch Nachschusspflicht bestehen: Wenn Sie mit CFDs handeln besteht keine Nachschusspflicht, bei Futures jedoch schon. Sie müssen hierbei dem Broker den gesamten Verlust Ihres Trades zurück bezahlen, selbst wenn dieser die Gesamtmenge des eingesetzten Kapitals übersteigt. Nachschusspflichten können für Anleger äußerst teuer werden.

Allerdings können Derivate, mit genügend Weitsicht gehandelt, eine Bereicherung für Ihr Trading darstellen. Wenn Sie sich nicht von den Versprechungen auf schnelle, astronomisch hohe Gewinne blenden lassen, können Sie mit klugem Handel von Derivaten tatsächlich hohe Renditen einfahren und diese Anlageklasse, dank Hedging, zudem nutzen, um sich gegen Verluste abzusichern.

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Hinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. Zwischen 74% und 89% der Konten von Privatanlegern verlieren beim Handel mit CFDs Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Für wen sind Derivate geeignet?

Aber für wen ist der Handel mit Derivaten am besten geeignet? Man unterscheidet beim Trading zwischen langfristigen Investitionen (beispielsweise über den Kauf von Aktien) und kurzfristigen Spekulationen wie zum Beispiel beim Daytrading. Derivate gehören zur kurzfristigeren, stärker schwankenden Art der Anlagen. Die Order der meisten Derivate ist daher nur für risikofreudige Anleger geeignet, die zudem über eine gewisse Summe an „Excess Cash“ verfügen, also Geld, welches nicht für den Lebensunterhalt benötigt wird. Derivate wie CFDs eignen sich wie erwähnt nur bedingt für Neuanleger. Wenn Sie allerdings bereits über Erfahrungen an der Börse verfügen, kann der Handel mit Derivaten für Sie eine sinnvolle Ergänzung zum Trading von Aktien und anderen Anlagen sein. Achten Sie darauf, dass keine Nachschusspflichten bestehen und gehen Sie beim Handel mit Hebel bedacht vor.

 

Alternativen zum Derivathandel

Handel mit Aktien und Fonds

Wenn Sie weniger risikofreudig sind, kann sich die Suche nach Alternativen für Sie lohnen. Die populärste Alternative zum Derivathandel ist das Trading mit Aktien und Fonds. Diese Form des Investments hat einen deutlich längeren Anlagehorizont. Bei Aktien können Sie zudem von ausgeschütteten Dividenden profitieren, was bei Derivaten nicht der Fall ist, da sie hier den Basiswert nicht besitzen. Fonds, insbesondere in der Form von monatlichen Sparplänen, können gerade für Neueinsteiger eine sehr gute Wahl sein und werden bei vielen guten Brokern angeboten. Hier ist das Risiko von Verlusten je nach Anlagestrategie des Fonds deutlich geringer und durch den Cost Average Effect fallen Kursschwankungen nicht so stark ins Gewicht. Lesen Sie alles zu diesem Thema in unserem Aktiendpot für Einsteiger Artikel.

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Automatisiertes Trading

Beim automatisierten Trading werden Sie von einem Trading System beim Handel unterstützt. Ziel ist es, dank computergestützter Algorithmen, mit hoher Geschwindigkeit auf Bewegungen am Markt zu reagieren. Je nach gewählter Methode können die Programm beim automatisierten Trading auch direkt die Investition in Wertanlagen übernehmen. Neben der Geschwindigkeit ist der größte Vorteil des Auto-Tradings die kühle Geldanlage nach System, die menschliche Fehler basierend auf Emotionen ausmerzt. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel zum automatischen Trading.

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Derivathandel: Fragen und Antworten

Sind langfristige Anlagehorizonte mit dem Handel von Derivaten ebenso möglich?

Nein. Derivate besitzen eine Frist, während derer sie gültig sind. Wenn Sie langfristige Anlagen tätigen möchten, empfehlen wir den Kauf von Aktien und Fonds.

Sind Derivate für Privatanleger geeignet?

Wenn Sie auch ein gewisses Risiko nicht scheuen, ja. Wir empfehlen die Order von Derivaten für Anleger, die keine Angst vor Schwankungen am Markt haben und für professionelle Investoren.

Wo werden Derivate gehandelt?

Sie können Derivate bei Online Brokern und Banken handeln sowie direkt an der Börse und „over the counter“.

Was ist ein „Derivatives Trading System“?

Ein Derivates Trading System ist eine Software, die per Algorithmus Derivate handelt, analog zu anderen Formen des automatisierten Tradings.

 

Fazit zum Handel mit Derivaten

  • Derivate sind Anlageprodukte mit kurzem Anlagezeitraum. Wenn Sie Derivate traden, setzen Sie auf die Kursbewegungen eines Basiswertes und können diese Art des Tradings zudem nutzen, um sich gegen Verluste abzusichern (Hedging). Insgesamt sollten Sie sich über die Chancen, aber auch die Risiken beim Kauf von Derivaten bewusst sein. Während Derivate für Neueinsteiger weniger gut geeignet sind, kann diese Anlageklasse Ihr Portfolio bereichern, wenn Sie über ein gewisses Maß an Erfahrung verfügen. Wenn Sie bereits länger an der Börse handeln und die Risiken abzuwägen wissen, können Sie sich an den Derivathandel wagen.

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