Welche sind die besten Dividenden ETFs? – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
ETF steht für Exchange Traded Fund. Es handelt sich also um einen börsengehandelten Fonds.

Jahrelang wurden Dividenden nach Meinung vieler Fachleute zu wenig beachtet. In Deutschland trug das Steuerrecht einiges zu diesem Umstand bei, denn Kursgewinne waren bis 2009 steuerfrei, wenn die Aktien mindestens ein Jahr gehalten wurden. Schon seit einigen Jahren hat allerdings ein Umdenken eingesetzt. Das zeigt sich auch in der hohen Zahl von Dividenden-ETFs. Wir zeigen die drei besten.


Jahrelang wurden Dividenden nach Meinung vieler Fachleute zu wenig beachtet. In Deutschland trug das Steuerrecht einiges zu diesem Umstand bei, denn Kursgewinne waren bis 2009 steuerfrei, wenn die Aktien mindestens ein Jahr gehalten wurden. Schon seit einigen Jahren hat allerdings ein Umdenken eingesetzt. Das zeigt sich auch in der hohen Zahl von Dividenden-ETFs. Wir stellen die drei besten vor.

Was ein guter Dividenden ETF können muss

Dividenden-ETFs bilden meist einen Index nach, der wiederum besonders dividendenstarke Titel enthält. Sogenannte Smart-ETFs haben eigene Kriterien aufgestellt, nach denen sie Titel auswählen, sie kreieren sozusagen einen eigenen Index.

Beiden Varianten ist aber ein Problem gemein. Wer ausschließlich auf die Dividendenrendite blickt, also das Verhältnis der Ausschüttung zum Kurs, der kauft oft Aktien mit fraglichen Zukunftsperspektiven. Denn eine hohe Dividendenrendite kann ein Titel nicht nur durch eine hohe Zahlung an die Aktionäre bekommen, sondern auch durch einen niedrigen Kurs. Lange lagen beispielsweise die Energiekonzerne bei der Dividendenrendite ganz vorne. Sie schütteten jedes Jahr viel Geld aus, die Kurse lagen aber niedrig, weil kluge Investoren die Probleme der Branche bereits kommen sahen. Einige ETFs versuchen deshalb, auch Prognosen mit abzubilden und nur Aktien zu kaufen, die auch zukünftig hohe Erträge bieten.

RWE Aktien verkaufen

Energiekonzerne wie RWE glänzten lange mit hohen Dividendenrenditen. Das lag aber zum großen Teil an der schwachen Kursentwicklung.

Auch bei Dividenden-ETFs gilt: Wer sich nur wenige ETFs ins Depot nehmen will, der sollte auf international aufgestellte Fonds setzen, die auch Schwellenländer mit berücksichtigen.

Die drei besten Dividenden ETFs

Wie bei allen ETF-Vergleichen ist die Gesamtkostenquote eines der wichtigsten Kriterien. Weil einige Fonds aber nicht nur einen Index nachbilden, sondern mit einer angeblichen besseren Aktienauswahl werben, haben wir auch einen Blick auf die Erfolgsquoten geworfen. Außerdem bevorzugen wir Fonds, die tatsächlich jene Aktien besitzen, die der Wertentwicklung zugrunde liegen. Bei Indexfonds also physisch replizierende ETFs. Synthetisch replizierende Fonds besitzen dagegen andere Aktien und tauschen deren Gewinn mit einem Swap-Geschäft gegen jene des abgebildeten Index. Das ist aber mit einem zusätzlichen Risiko verbunden. Gerät der Swap-Partner in Schwierigkeiten, kann er die Gewinne unter Umständen nicht auszahlen.

iShares STOXX Global Select Dividend 1009 UCITS ETF (DE) ISIN DE000A0F5UH1, WKN A0F5UH

Der von BlackRock herausgegebene Dividenden-ETF ist einer der größten seiner Art. Er bildet den STOXX Global Select Dividend 100 ab. Wie der Name schon sagt enthält der Index 100 Titel aus der ganzen Welt. Tatsächlich sind alle Weltregionen außer Afrika vertreten. 40 Unternehmen stammen aus Nord- und Südamerika, je 30 aus Europa sowie aus Asien und Ozeanien. Aus Deutschland sind die Aktien der Deutschen Post AG und der Allianz Versicherungen im Index enthalten.

Die breite Streuung ist ein großer Vorteil des Index. Der Fonds ist physisch replizierend und im Gegensatz zu vielen ETFs nicht in Irland oder Luxemburg, sondern in Deutschland aufgelegt. Fondswährung ist der Euro. Die Gesamtkostenquote (TER) ist mit 0,46 Prozent relativ niedrig.

Aktienfonds Vergleich Tipp

Der iShares STOXX Global Select Dividend 100 wird in Deutschland aufgelegt.

Dividenden werden hier ausgeschüttet, also nicht direkt wieder angelegt. Das ist vor allem dann attraktiv, wenn der ETF nicht für die Zukunftsvorsorge gedacht ist, sondern das Einkommen aufbessern soll.

Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF- ISIN IE00B8GKDB10, WKN A1T8FV

Mit einer Gesamtkostenquote von 0,29 Prozent gehört der Vanguar FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF zu den günstigsten Dividenden-ETFs. Der zugrunde liegende Index beschränkt sich im Gegensatz zu den von STOXX nicht auf 100 Titel, was für eine deutlich breitere Streuung sorgt. Das gilt auch regional, denn er enthält auch Aktien aus sogenannten Frontier States wie Pakistan oder den Philippinen, die noch nicht zum Kreis der Schwellenländer gehören, dorthin aber möglicherweise aufsteigen könnten.

Der Index hat den Anspruch nicht alle Aktien mit hoher Dividendenrendite aufzunehmen, sondern nur jene, die auch in Zukunft viel Geld ausschütten werden.

Dividenden Kupons

Welche Aktien schütten nicht nur aktuell hohe Dividenden aus, sondern auch in der Zukunft?

Aufgrund der großen Zahl der Aktien haben sich die Fondsmanager aber gegen eine physische Replikation entschieden. Stattdessen verfolgen sie ein sogenanntes optimiertes Sampling. Dabei werden mit einem statistischen Verfahren jene Werte identifiziert, die für die Wertentwicklung des Gesamtindex besonders wichtig sind. Diese werden dann gekauft, die genaue Wertentwicklung wird mit Swap-Geschäften nachgebildet.

Wie die meisten Dividenden-ETFs ist auch dieser ausschüttend.

WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF USD – ISIN DE000A2AHL75, WKN A2AHL7

Der ETF von WisdomTree fällt gleich doppelt aus dem Rahmen. Zum einen ist er einer der wenigen thesaurierenden Dividenden-Fonds. Das bedeutet, dass die Dividenden sofort wieder angelegt werden. Wer Vermögen aufbauen will und nicht regelmäßig investiert, für den sind solche Fonds oft besser geeignet als ihre ausschüttenden Brüder und Schwestern.

Außerdem handelt es sich bei diesem Fonds nicht um einen Indexfonds im engeren Sinne. Stattdessen ist es ein sogenannter Smart Beta Fonds. Bei diesem Mittelweg aus passivem Investment und aktivem Fondsmanagement werden die Aktien auf Basis quantitativer Kriterien gekauft. Die Gebühren liegen mit 0,38 Prozent trotzdem unter denen der meisten rein passiven Fonds.

Smart Beta ETF

WisdomeTree vertreibt vor allem Smart Beta ETFs.

Bei der Wertentwicklung auf Sicht von drei Jahren schlug der ETF tatsächlich die meisten Indexfonds deutlich. Eine Garantie für Gewinne in der Zukunft ist das natürlich nicht.

Auch dieser ETF nutzt ein optimiertes Sampling, kauft also nicht alle Aktien, die für die Wertentwicklung wichtig sind, jedoch die wichtigsten.

Dividenden ETF kaufen

Weil ETFs börsengehandelt sind, lassen sie sich über fast jeden Wertpapierbroker kaufen. Statt eines hohen Ausgabeaufschlages fällt nur eine Kaufgebühr an – und oft nicht einmal das. Denn viele Banken bieten im Rahmen von Aktionen immer wieder die ETFs von Partner-Firmen ganz ohne Ausgabegebühr. Das lohnt sich aber nur, wenn der Fonds selbst nicht deutlich teurer ist als Konkurrenz-ETFs.

Consorsbank Prämie

Ein Depotwechsel lohnt sich bei Consorsbank im ersten Jahr. Auch wenn die hier im Jahr 2015 beworbenen 3,00 Prozent heute bei weitem nicht mehr erreicht werden.

Die Consorsbank kombiniert ein breites Produktangebot mit vergleichsweise niedrigen Gebühren. Auch hier lassen sich viele ETFs gebührenfrei kaufen. Zum regelmäßigen Investieren eigenen sich Sparpläne besonders gut. Sie motivieren zu regelmäßigen Einzahlungen und der monatliche, zweimonatliche oder quartalsweise Kauf senkt das Risiko, direkt vor einer Kurskorrektur viel Geld zu investieren.

Fazit

Dividenden-ETFs locken mit hohen Ausschüttungen. Allerdings werden sie langfristig nur zum Erfolg, wenn wirtschaftliche Stärke und nicht ein niedriger Kurs der Grund für die hohe Dividendenrendite ist. WisdomTree war zuletzt mit seinem Smart Beta Ansatz erfolgreich, bei dem Aktien auf Basis statistischer Kriterien ausgesucht werden.

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