DAX 40 2022 Wie Anfänger*innen von der DAX-Erweiterung profitieren

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Dax 40

Der DAX ist seit rund 35 Jahren der mit Abstand wichtigste deutsche Aktienindex. 2021 kam es zu einer umfangreichen Änderung, als der DAX von 30 auf 40 Werte erweitert wurde. Wie hat sich der Index seitdem entwickelt, welche Werte haben sich besonders gut geschlagen und was sollten Anleger*innen beachten?

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DAX 40 – Das Wichtigste in Kürze

 

In den DAX investieren – So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie sich, ob Sie in Einzelaktien oder ETFs investieren wollen.
  • Suchen Sie die passenden Wertpapiere.
  • Vergleichen Sie die Angebote der Broker.
  • Investieren Sie.

Inhaltsverzeichnis

DAX 40: Das sind die zehn neuen Mitglieder

Wenn Sie die Aktie anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN
Airbus
938914 WKN kopiert
NL0000235190ISIN kopiert
Siemens Healthineers
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DE000SHL1006ISIN kopiert
Sartorius
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CNE000001FG0ISIN kopiert
Hellofresh
A16140WKN kopiert
DE000A161408ISIN kopiert
Puma
696960WKN kopiert
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QIAGEN
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Zalando
ZAL111WKN kopiert
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Brenntag
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Porsche
PAH003WKN kopiert
DE000PAH0038ISIN kopiert

DAX30 Aktien

Name / WKN / ISIN
Delivery Hero
A2E4K4WKN kopiert
DE000A2E4K43ISIN kopiert
Covestro
606214WKN kopiert
DE0006062144ISIN kopiert
BMW St
519000WKN kopiert
DE0005190003ISIN kopiert
Daimler
710000WKN kopiert
DE0007100000ISIN kopiert
Munich Re
843002WKN kopiert
DE0008430026ISIN kopiert
Infineon
623100WKN kopiert
DE0006231004ISIN kopiert
Dt. Börse
581005WKN kopiert
DE0005810055ISIN kopiert
BASF
BASF11WKN kopiert
DE000BASF111ISIN kopiert
Adidas
A1EWWWWKN kopiert
DE000A1EWWW0ISIN kopiert
Merck KGaA
659990WKN kopiert
DE0006599905ISIN kopiert
Fresenius
578560WKN kopiert
DE0005785604ISIN kopiert
Bayer
BAY001WKN kopiert
DE000BAY0017ISIN kopiert
Allianz
840400WKN kopiert
DE0008404005ISIN kopiert
Dt. Post
555200WKN kopiert
DE0005552004ISIN kopiert
Dt. Telekom
555750WKN kopiert
DE0005557508ISIN kopiert
Beiersdorf
520000WKN kopiert
DE0005200000ISIN kopiert
SAP
716460WKN kopiert
DE0007164600ISIN kopiert
MTU Aero Engines
A0D9PTWKN kopiert
DE000A0D9PT0ISIN kopiert
HeidelbergCement
604700WKN kopiert
DE0006047004ISIN kopiert
Fresenius Medical Care
578580WKN kopiert
DE0005785802ISIN kopiert
Vonovia
A1ML7JWKN kopiert
DE000A1ML7J1ISIN kopiert
Dt. Wohnen SE
A0HN5CWKN kopiert
DE000A0HN5C6ISIN kopiert
Henkel Vz
604843WKN kopiert
DE0006048432ISIN kopiert
Volkswagen Vz
766403WKN kopiert
DE0007664039ISIN kopiert
RWE
703712WKN kopiert
DE0007037129ISIN kopiert
Linde PLC
A2DSYCWKN kopiert
IE00BZ12WP82ISIN kopiert
Deutsche Bank
514000WKN kopiert
DE0005140008ISIN kopiert
Siemens
723610WKN kopiert
DE0007236101ISIN kopiert
E.ON
ENAG99WKN kopiert
DE000ENAG999ISIN kopiert
Continental
543900WKN kopiert
DE0005439004ISIN kopiert

Die besten DAX-ETFs

  • L&G DAX Daily 2x Long UCITS ETF
    WKN:A0X895TER:0.41%
    ISIN:IE00B4QNHH68AUM:28
  • Deka DAX (ausschuettend) UCITS ETF
    WKN:ETFL06TER:0.15%
    ISIN:DE000ETFL060AUM:775
  • Lyxor DAX (DR) UCITS ETF - Acc
    WKN:LYX0ACTER:0.15%
    ISIN:LU0252633754AUM:597
  • iShares Core DAX UCITS ETF (DE)
    WKN:593393TER:0.16%
    ISIN:DE0005933931AUM:5.142
WKNISINTERAUMA/TTD
A0X895
IE00B4QNHH68
0.41%
28
🔄
2.23%
ETFL06
DE000ETFL060
0.15%
775
☑️ 2.1%
0.08%
LYX0AC
LU0252633754
0.15%
597
🔄
0.45%
593393
DE0005933931
0.16%
5.142
🔄
0.09%

broker vergleich

Interessante DAX-Werte

Im DAX sind zahlreiche große Namen vertreten, von Airbus bis Zalando. Beide Unternehmen sind im Herbst 2021 neu in den Index aufgenommen worden. Andere Unternehmen waren schon im alten DAX 30 mit dabei. Wir stellen fünf Neuzugänge und drei Unternehmen aus dem ehemaligen DAX 30 vor.

3 attraktive Werte aus dem ehemaligen DAX 30

Diese drei Unternehmen gehörten schon dem DAX 30 an, Linde und die Mercedes-Benz Group gehören dem DAX sogar bereits seit der Gründung an (beziehungsweise ein Vorgängerunternehmen).

Linde

Linde hat seine Zentrale zwar mittlerweile in Großbritannien und den juristischen Sitz in Irland, doch die Firma ist nach wie vor im DAX notiert. Viel Aufmerksamkeit bekam zuletzt das Wasserstoffgeschäft (mehr dazu im Beitrag Wasserstoff Aktien & ETF 2022 News, Analysen & Empfehlungen). Das Geschäft mit Gasen und technischen Geräten rund um die Gasgewinnung hat Potenzial – und damit auch die Aktie.

Mit Ausnahme des Geschäftsjahres 2019 konnten Umsatz und Gewinn in den vergangenen Jahren regelmäßig gesteigert werden. Obendrein zahlt die Firma eine Dividende, auch wenn die Dividendenrendite in den vergangenen Jahren meist unter 2,0 Prozent lag.

Die Ursprünge der Firma reichen zurück bis ins Jahr 1873, als Carl Lindes Kältemaschine bei der Münchener Spatenbräu erstmals im großen Stil eingesetzt wurde. 1879 wurde dann die „Gesellschaft für Linde's Eismaschinen Aktiengesellschaft“ gegründet, Vorläuferin der heutigen Linde plc. Letztere entstand 2018 durch die Fusion der Linde AG mit dem US-Konkurrenten Praxair, der seinerseits als US-Tochter von Linde gegründet, während des Ersten Weltkriegs allerdings durch die USA enteignet wurde.

Bewertung:

  • Spezialist für Industriegase
  • Wasserstoffgeschäft zog Interesse auf sich
  • Deutliche Korrektur Anfang 2022

Die Aktie wird an praktisch allen Handelsplätzen gehandelt und kann daher auch über alle deutschen Broker ge- und verkauft werden. Sie ist außerdem in vielen ETFs enthalten. Sehen Sie hier, welche ETFs die Linde-Aktie enthalten.

Deutsche Post

Die Deutsche Post AG ist längst ein internationaler Logistikkonzern geworden. Das stagnierende deutsche Briefgeschäft trägt nur einen kleinen Teil zum Jahresüberschuss bei, das Unternehmen profitiert vom E-Commerce, das, genau wie andere Paketdienste, steigende Umsätze beschert.

Die Aktie der Deutschen Post AG hat sich im vergangenen Jahr 2021 überdurchschnittlich gut entwickelt. Gleichzeitig punktet sie mit einer Dividendenrendite, die in den meisten Jahren über 3,0 Prozent lag (lesen Sie auch unseren Beitrag zu Dividendenaktien). Riskant könnte die Diskussion um höhere Löhne für die Mitarbeitenden sein, ebenso eigene Zustellfirmen großer Versandhäuser wie Amazon.

Die Deutsche Post AG entstand bei der Privatisierung der Deutschen Bundespost. Damals wurde diese in die Bereiche Postbank, Deutsche Telekom und Deutsche Post zerteilt. Die Deutsche Post AG übernahm das traditionsreiche Brief- und Paketgeschäft. Nach der Übernahme der US-amerikanischen DHL wurde deren Name 2002 Dachmarke für das Paketgeschäft.

Bewertung:

  • Deutsche Post profitiert vom E-Commerce
  • Wasserstoffgeschäft zog Interesse auf sich
  • Deutliche Korrektur Anfang 2022

Als DAX-Mitglied wird die Deutsche Post auch an kleineren Handelsplätzen gehandelt. Sehen Sie hier, welche ETFs die Aktie der Deutschen Post AG enthalten.

Mercedes-Benz Group

Bis Februar 2022 hieß die Mercedes-Benz Group noch Daimler AG. Doch den Namen Daimler trägt jetzt das Schwesterunternehmen Daimler Truck AG, das 2021 vom Pkw-Geschäft abgespalten wurde. Somit ist die Mercedes-Benz Group jetzt ein reiner Pkw-Hersteller. Das Unternehmen hat zuletzt vor allem mit seinen Elektrofahrzeugen für Aufsehen gesorgt.

Neben den guten Aussichten beim Umstieg auf Elektromobilität sprechen die hohe Dividendenrendite und das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Aktie. Voraussetzung für den Erfolg ist natürlich, dass der Einstieg in Elektromobilität und autonomes Fahren auch gelingt.

Mehr dazu im Beitrag Beste Auto-Aktien kaufen: Aktien, ETFs & Analyse 2022.

Den Namen Mercedes-Benz Group trägt das Unternehmen erst seit Februar 2022, doch die Geschichte der Firma reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Damit ist die Mercedes-Benz Group der älteste Automobilhersteller der Welt. Kein Wunder, denn Karl Benz baute 1886 das erste Automobil der Welt – sieht man von den erfolglosen Dampfwagen ab. Nachdem das Unternehmen zunächst zum Technologiekonzern ausgebaut werden sollte und später mit dem US-Rivalen Chrysler fusioniert ist, konzentriert sich die Firma heute wieder auf das Kerngeschäft.

Bewertung:

  • Hohe Dividendenrendite
  • Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Lob für neue Elektrofahrzeuge
  • Dennoch Herausforderungen durch Verkehrswende

Wie die oben vorgestellten Aktien kann auch das Papier der Mercedes-Benz Group an praktisch allen wichtigen Handelsplätzen geordert werden. Wegen des Sitzes in Stuttgart ist der Anteil der Börse Stuttgart am Aktienhandel vergleichsweise groß, wenngleich er hinter dem der großen elektronischen Handelsplattformen wie Xetra und Tradegate Exchange liegt. Die Aktie ist auch in vielen ETFs enthalten. Besonders hoch ist der Anteil bei Fonds mit Schwerpunkt Automotive.

5 Neueinsteiger, die Potenzial haben

Am 20. September 2021 kam es zur größten Reform in der Geschichte des DAX. Der DAX wurde um 10 Papiere, also auf insgesamt 40, vergrößert, der MDAX um 10 auf 50 Mitglieder verkleinert. Diese 10 Unternehmen wurden neu aufgenommen:

  • AIRBUS SE – Europäischer Flugzeughersteller
  • ZALANDO SE – Modeversandhändler
  • SIEMENS HEALTHINEERS AG – Medizintechnikkonzern
  • HELLOFRESH SE – Lebensmittellieferdienst
  • SYMRISE AG – Aromenspezialist
  • SARTORIUS AG – Laborausrüster
  • PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING – Beteiligungsgesellschaft
  • BRENNTAG SE – Chemiehändler
  • PUMA SE – Sportartikelhersteller
  • QIAGEN NV – Biotech-Konzern

Airbus: Weltweit größter Flugzeughersteller

WKN: 938914 WKN kopiert / ISIN: NL0000235190ISIN kopiert

Der deutsch-französische Flugzeugbauer verfügt über eine hohe Marktkapitalisierung, die für Rang 5 unter allen deutschen Aktiengesellschaften reicht, hinter Linde, SAP, Siemens und VW, aber vor Mercedes-Benz, der Deutschen Post oder der Allianz Versicherung.


Airbus wird die Corona-Auswirkungen vermutlich bald überwunden haben. Weil das Unternehmen nicht nur Zivilflugzeuge baut, sondern auch Europas zweitgrößter Rüstungskonzern ist, könnte das Unternehmen auch von den aktuellen geopolitischen Spannungen profitieren.

 2018201920202021
Umsatz in Mrd. EUR63,770,449,952,8
Gewinn je Aktie in EUR3,94-1,75-1,453,83
Dividende je Aktien in EUR1,65--0,79

Quelle: Airbus Investor Relations

Probleme bereitet derzeit der avisierte Umbau der deutschen Konzerntochter Premium Aerotec. Die Mitarbeiter*innen sowie die Gewerkschaft IG Metall gehen hier nicht mit.

Airbus hat seinen Aktionären in letzter Zeit viel Freude bereitet. Der Kurs der Airbus Aktie legte auf Jahressicht um rund 26 Prozent zu (Stand: 02/2022).

Von Seiten der Analyst*innen ist Optimismus angesagt. Mehrheitlich werden die Aktien zum Kauf empfohlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 145 Euro.

Bewertung:

  • Bedeutender Flugzeughersteller
  • Im zivilen und militärischen Bereich aktiv
  • Starke Umsatz und Gewinnzahlen 2021

Airbus Aktien können Anleger*innen bei ihrem Online-Broker über eine Vielzahl deutscher Börsenplätze erwerben. Dazu gehören Xetra, Tradegate, Stuttgart, gettex und LS Exchange. Provisionsfrei gibt es die Aktien des Flugzeugkonzerns bei eToro. Auch viele ETFs enthalten die Aktie.

Zalando: Deutschlands führender Online-Händler

WKN: ZAL111 WKN kopiert / ISIN: DE000ZAL1111ISIN kopiert

Zalando gehört zu den Corona-Profiteuren. Das Geschäft boomte während der Pandemie. Im ersten Corona-Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz um fast 25 Prozent auf 8 Milliarden Euro erhöhen und den Gewinn pro Aktie mehr als verdoppeln.


Allerdings ist die Aktie nach wie vor teuer, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei über 70, selbst bei Amazon wird für das Jahr 2021 nur ein Wert von rund 50 erwartet.

 2018201920202021
Umsatz in Mrd. EUR5,36,47,910,3
Gewinn je Aktie in EUR0,200,390,880,98
Dividende je Aktien in EUR1,65---

Quelle: Zalando Investor Relations

Der Modehändler Zalando setzt weiter auf Wachstum. Angekündigt wurden größere Investitionen in Logistik und Technologie.

Das Unternehmen ist erst 2008 gegründet worden, seit 2014 ist es an der Börse notiert.

Bewertung:

  • Online-Händler mit starker Marktstellung
  • Weiterhin positive Umsatzzahlen
  • Aktie sehr teuer

Zalando Aktien können Anleger*innen beim Broker über eine Vielzahl deutscher Börsenplätze kaufen. An den Börsen Xetra, Tradegate, gettex und Frankfurt werden die Titel des Modehändlers am häufigsten gehandelt. Außer in DAX-ETFs ist das Papier auch in vielen Einzelhandels-ETFs enthalten.

Siemens Healthineers

WKN: SHL100 WKN kopiert / ISIN: DE000SHL1006ISIN kopiert

Das Medizintechnik-Unternehmen hatte während der Corona-Krise kurzfristig Geschäftseinbußen hinnehmen müssen. Mittlerweile läuft das Geschäft wieder, auch dank der großen Nachfrage nach Corona-Schnelltests. Andere Geschäftsbereiche wie die Diagnostiksparte laufen ebenfalls gut.


Die Übernahme der US-Firma Varian (Weltmarktführer für die Strahlenbehandlung von Krebs) im Frühjahr 2021 war mit 14 Milliarden Euro der Rekordzukauf in der Siemens-Geschichte. Siemens Healthineers wird mit dem Kauf zu einem weltweit führenden Medizintechnik-Unternehmen. Vieles spricht dafür, dass die Firma von der steigenden Bedeutung des Gesundheitssektors profitieren kann, auch wenn der Wettbewerb dort hart ist.

 2018201920202021
Umsatz in Mrd. EUR13,414,514,417,7
Gewinn je Aktie in EUR1,261,571,401,54
Dividende je Aktien in EUR0,700,800,800,87

Quelle: Siemens Healthineers Investor Relations

Die Siemens Healthineers AG wurde 2017 gegründet und 2018 an die Börse gebracht. Ihre Geschichte reicht aber zurück bis ins 19. Jahrhundert. Zur Siemens AG gehörte der Medizinbereich seit 1966, als der Hersteller elektromedizinischer Güter Siemens-Reiniger mit den Firmen Siemens-Schuckertwerke und Siemens & Halske zur Siemens AG fusionierte. Der Zusatz Healthineers ist eine Kombination aus den Worten Health für Gesundheit und Engineer für Ingenieur.

Bewertung:

  • DAX-Aufstieg innerhalb von zwei Jahren
  • Teure Übernahme der US-Firma Varian
  • Hoher Aktienkurs

Siemens Healthineers Aktien sind bei vielen deutschen Börsenplätzen erhältlich. Gehandelt werden sie an den Börsen Xetra, Tradegate, Frankfurt, Stuttgart und gettex. Auch in einigen ETFs ist die Aktie enthalten.

Sartorius: Seit Jahren bei Anleger*innen beliebt

WKN: A0M4MB WKN kopiert / ISIN: CNE000001FG0ISIN kopiert

Sartorius ist ein Pharmazulieferer und Laborausrüster aus Göttingen, der seit Jahren bei Investoren auf dem Einkaufszettel steht. Obwohl sich die Kurse Anfang 2022 nach unten entwickelten, war der Preis einer Aktie im Februar 2022 fast 3.900 Prozent höher als zehn Jahre zuvor. Es handelt sich also um einen echten Tenbagger.

Der Gesundheitskonzern beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter*innen. Trotz der hohen Kursgewinne in der vergangenen Dekade gehört das Unternehmen von der Marktkapitalisierung her zu den kleineren 20, liegt aber noch vor RWE, Zalando oder Covestro.


Gehandelt werden Sartorius Vorzugsaktien. Die Stammaktien sind zu großen Teilen im Besitz der Erbengemeinschaft des Firmengründers Horst Sartorius und nicht handelbar. Somit liegen auch die Stimmrechte überwiegend bei der Erbengemeinschaft, die freien Aktionär*innen haben somit kein Mitsprachrecht.

 2018201920202021
Umsatz in Mrd. EUR1,51,82,33,3
Gewinn je Aktie in EUR2,062,293,305,65
Dividende je Aktien in EUR0,610,700,701,27

Quelle: Sartorius Investor Relations

Sartorius liefert Zubehör für die gesamte Pharmaindustrie. Die Nachfrage steigt, was für entsprechende Umsatzzahlen sorgt.

Für 2021 wird ein Gewinn pro Aktie erwartet, der mehr als doppelt so hoch liegt wie der des Vorjahres. Auch der Umsatz konnte zuletzt deutlich gesteigert werden.

Das Ende der Corona-Pandemie ist für Sartorius eher Nach- als Vorteil, im Gegensatz zu anderen Firmen. Doch das Geschäft von Sartorius besitzt Zukunftspotenzial.

Bewertung:

  • Liefert an die gesamte Pharmaindustrie
  • Gute Kursentwicklung in der vergangenen Dekade
  • Stimmrechte in der Hand der Gründerfamilie und Großinvestoren

Sartorius Vorzugsaktien können bei XETRA, Tradegate, Frankfurt, gettex und weiteren Regionalbörsen gekauft werden. Ab 0 Euro sind die Titel bei Smartbroker erhältlich. Das Papier ist auch in mehreren ETFs enthalten.

Porsche Automobil Holding: Beteiligungen am Volkswagen-Konzern

WKN: PAH003 WKN kopiert / ISIN: DE000PAH0038ISIN kopiert

Hinter der Porsche AG verbirgt sich nicht etwa der Autobauer Porsche, denn der ist Teil des Volkswagen-Konzerns.

Vielmehr ist die Porsche Automobil Holding eine Beteiligungsgesellschaft. Sie hält rund 53 Prozent der Volkswagen-Stammaktien. Der Kurs der Aktie ist somit stark von dem der VW-Stammaktien abhängig. Daneben besitzt Porsche SE weitere kleinere Beteiligungen, etwa an Aeva Technologies oder dem Raketen-Start-up Isar Aerospace.


Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im Jahr 2020 scheint man das Jahr 2021 wieder mit deutlich höherem Gewinn abgeschlossen zu haben, nämlich ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2019.

 2018201920202021
Umsatz in Mio. EUR103118107117
Gewinn je Aktie in EUR11,314,48,5713,5
Dividende je Aktien in EUR2,213,112,213,59

Quelle: Porsche Investor Relations

Die heutige Porsche Automobil Holding SE ging aus der Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft hervor, besser bekannt als Porsche AG. Nachdem sich dieser mit einer geplanten Übernahme des VW-Konzerns übernommen hatte, wurde das operative Geschäft auf Volkswagen übertragen. Die bis dahin bereits erworbenen Volkswagen Aktien und einige weitere Beteiligungen blieben dagegen bei der AG, die dann umbenannt und in eine Europäische Gesellschaft, kurz SE für Societas Europaea, umgewandelt wurde.

Bewertung:

  • Stark steigender Umsatz und Gewinn 2021
  • Vor allem abhängig von der Entwicklung des VW-Konzerns
  • Steigende Dividenden

Die meisten Porsche Aktien werden über Xetra gehandelt. Erhältlich sind die Titel ebenso bei Tradegate, LS Exchange, gettex und Börse Stuttgart. Bei eToro können Anleger*innen den Kauf provisionsfrei tätigen. Die Aktien sind auch in einigen ETFs enthalten.

DAX-ETF statt Einzelaktien kaufen

Gerade für Einsteiger*innen sind Einzelaktien nicht unbedingt die erste Wahl. Auch erfolgreiche Firmen können in eine Krise geraten, wie zahlreiche Beispiele belegen. Mit einem DAX-ETF investieren Anleger*innen dagegen in 40 Unternehmen gleichzeitig. In den vergangenen Jahrzehnten haben DAX-ETFs über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren fast immer Gewinne gemacht. Lesen Sie dazu unseren Beitrag Mit einem DAX ETF den deutschen Aktienmarkt 2022 kaufen oder suchen Sie DAX-ETFs unter aktien.net/ETF1.

DAX 40 in der SWOT Analyse

Stärken: DAX weltweit bekannter Aktienindex

Der deutsche Leitindex DAX gehört zu den bekanntesten Aktienindizes weltweit. Am Markt gibt es eine Vielzahl von auf den Index aufgelegten Produkten. Besonders häufig werden beispielsweise Indexfonds wie DAX-ETFs, Derivate wie DAX Turbo Zertifikate und Terminkontrakte wie DAX-Future von internationalen Investoren gehandelt. Weil das Angebot so groß ist, sind die Kosten üblicherweise niedriger als bei seltener gehandelten Produkten.

Schwächen: Home Bias für deutsche Anleger*innen

Anleger*innen sollten ihr Vermögen möglichst breit streuen. Dann ist die Krise eines Landes oder einer Branche keine Katastrophe, sondern kann durch Gewinne in anderen Bereichen ausgeglichen werden.

Die meisten Menschen neigen allerdings zu einem Home-Bias. Sie investieren den Großteil ihres Geldes im Heimatland, als Deutsche also in Deutschland. Das kann zu einem Problem werden, sollte Deutschland in eine Krise geraten, beispielsweise weil Fachkräfte fehlen oder aufgrund politischer Entscheidungen. Wer bereits Aktien aus Deutschland besitzt, sollte über den Kauf ausländischer Aktien statt weiterer inländischer Papiere nachdenken.

Chancen: DAX ist weniger teuer viele ausländische Indizes

Rund 70 Prozent legte der DAX-Kursindex von Anfang 2012 bis Anfang 2022 zu. Das ist deutlich weniger als der Dow Jones, der um 170 Prozent stieg und vor allem viel weniger als beim NASDAQ 100, der um mehr als 460 Prozent zulegte.

Einige Beobachter*innen sehen daher Nachholbedarf bei den DAX-Werten. Nach dieser Lesart wird das Potenzial deutscher Aktien unterschätzt. Gerade die im DAX starke Automobilindustrie wurde in den vergangenen Jahren weitgehend abgeschrieben. Gelingt der Umstieg auf autonomes Fahren und Elektromobilität, besteht hier Nachholbedarf (siehe das Kapitel zur Mercedes-Benz Group in diesem Artikel).

Risiken: Konzentration auf wenige Branchen, wenige IT

Die schlechtere Entwicklung in den vergangenen Jahren muss aber nicht automatisch eine Aufholjagd bedeuten. Schließlich gibt es auch gute Gründe dafür, dass vor allem der NASDAQ 100 dem DAX davonlief. Er umfasst Aktien wie Amazon, Alphabet und Netflix, die sich eine marktbeherrschende Stellung aufgebaut haben. In vielen Zukunftsbranchen sind die USA, aber auch China, besser aufgestellt als Deutschland.

Außerdem ist in vielen Branchen die Konkurrenz in Europa höher als in den USA. Das bedeutet, dass die Hersteller kaum hohe Preise durchsetzen können. Deutlich zeigt sich das im Bankenwesen, wo in Europa zahlreiche und oft regionale Anbieter konkurrieren. Das freut zwar die Kundschaft, nicht aber die Eigentümer*innen.

Ergebnis der SWOT-Analyse

Durch die Erweiterung auf 40 Werte ist der DAX breiter aufgestellt als zuvor. Im Index sind einige attraktive und interessante Werte vertreten, die einen genaueren Blick wert sind. In ein gutes Depot gehören allerdings auch internationale Aktien und Papiere kleinerer und mittlerer Unternehmen. DAX-Aktien können deshalb nur einen Teil des in Aktien angelegten Vermögens ausmachen.

Hintergrund: Das müssen Sie zum DAX wissen

Warum hat der DAX jetzt 40 Werte?

Die Deutsche Börse musste auf die Kritik im Zuge der Wirecard-Pleite reagieren. Ein DAX-Unternehmen, das in die Insolvenz muss oder bei Aufnahme rote Zahlen schreibt, ist schlecht für den Wirtschaftsstandort und Aktienmarkt Deutschland.

Der Indexanbieter hat neben einer Vergrößerung des DAX Folgendes beschlossen:

  • Einführung härterer Kriterien zur Auswahl der Indexmitglieder
  • Vereinfachte Indexregeln
  • Ausrichtung des Regelwerks nach internationalen Standards
  • Einführung von Qualitätskriterien

DAX-Kandidaten müssen in Zukunft mindestens zwei Jahre lang schwarze Zahlen schreiben. Die Zusammensetzung des DAX-Index wird zweimal im Jahr überprüft.

Performance-DAX und Kurs-DAX – das ist der Unterschied

Faktisch gibt es zwei Indizes, die unter den Namen DAX berechnet werden. Beim in den Medien üblicherweise zitierten Index handelt es sich um den Perfomance-Index, der meistens nur als DAX bezeichnet wird. Er bildet nicht nur die Kursentwicklung ab, sondern auch Ausschüttungen wie Dividenden. Dabei wird unterstellt, dass die Zahlungen sofort reinvestiert wurden. Er entwickelt sich also ähnlich wie ein thesaurierender DAX-ETF, allerdings ohne die Berücksichtigung von Kosten und Gebühren.


Zusätzlich wird ein reiner Kurs-Index berechnet, der meistens als Kurs-DAX oder als DAX Kursindex geführt wird. Hier werden Dividenden und andere Zahlungen nicht berücksichtigt, stattdessen wird ausschließlich die Kursentwicklung betrachtet. Er eignet sich daher für den Vergleich mit vielen anderen Indizes wie dem deutschen FAZ-Index, dem NASDAQ-Index oder dem Dow Jones, die ebenso berechnet werden. Auch als Vergleichsstab für die Entwicklung einzelner Aktien ist er meist besser geeignet. Denn der Chart zeigt nur die Veränderung des Aktienkurses, nicht aber die Erträge durch Dividenden.

So wird der DAX berechnet

Am einfachsten wäre es, wenn der DAX die Kurse der jeweiligen Unternehmen zusammenzählen würde. Tatsächlich wäre eine solche Darstellung jedoch nur bedingt aussagekräftig. So hat Linde aktuell (Stand: 02 / 2022) eine Marktkapitalisierung von 132 Milliarden Euro; HelloFresh, das erst mit der DAX-Erweiterung im September 2021 in den DAX kam, hat dagegen nur eine Marktkapitalisierung von 9 Milliarden. Dies wird auch bei der Berechnung berücksichtigt.

Entscheidend ist allerdings nicht der gesamte Börsenwert, sondern ausschließlich der Wert der frei handelbaren Aktien. Festbesitz, also der Besitz von Großaktionären mit mindestens 5 Prozent dieser Aktien oder eigener Aktien, gehen in die Gewichtung nicht mit ein. Ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 64 Milliarden Euro, bei dem 50 Prozent der Aktien frei handelbar sind, hat also eine Streubesitz-Marktkapitalisierung von 32 Milliarden. Aus diesem Grund ist das Indexgewicht von Zalando deutlich höher als das von Beiersdorf, obwohl der Wert aller Beiersdorf-Aktien über dem der Zalando-Aktien liegt. Allerdings befindet sich die Beiersdorf AG zum Großteil im Besitz der Familie Herz (u.a. Tchibo).

Maximal darf das Gewicht einer Aktie 10 Prozent betragen. Der DAX wird sekündlich neu berechnet.

So werden die DAX-Werte ausgesucht

Die Streubesitz-Marktkapitalisierung, die wesentlich über den Anteil am DAX bestimmt, ist auch ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in den Index. Allerdings müssen zusätzlich weitere Kriterien erfüllt werden:

  • Gelistet im Regulären Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
  • Fortlaufen in Xetra gehandelt
  • Streubesitz von mindestens 10 Prozent
  • Sitz in Deutschland ODER Schwerpunkt des Handelsumsatzes an Aktien in Frankfurt UND Sitz in der EU
  • Seit zwei Jahren in der Gewinnzone (positives EBITDA)
  • 30 Tage seit Erstnotiz
  • Erfüllen von Berichtspflichten

Sind diese Kriterien erfüllt, entscheidet seit September 2021 ausschließlich die Streubesitz-Marktkapitalisierung über eine Aufnahme in den DAX. Zuvor war auch der Umsatz ein Kriterium.

Im März und im September wird überprüft, ob die Zusammensetzung des DAX noch aktuell ist. Man spricht hier von Regular-Entry und Regular-Exit. Daneben gibt es im Juni und im Dezember eine weitere Überprüfung. Hier werden Aktien aber nur dann neu aufgenommen oder entfernt, wenn strengere Kriterien erfüllt sind. An der Börse ist dann von einem Fast-Entry beziehungsweise Fast-Exit die Rede.

Reguläre Überprüfung im März und September

Regular-Entry: Der DAX soll die 40 wichtigsten deutschen Aktien abbilden. Entsprechend ist die Bedingung für eine Aufnahme, dass das Unternehmen bei der Streubesitz-Marktkapitalisierung zu den 40 größten Unternehmen gehört (und natürlich die oben genannten Kriterien erfüllt). Gleichzeitig muss aber auch ein Unternehmen im DAX existieren, das nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 46 größten Aktiengesellschaften gehört. Andernfalls kann das größere Unternehmen nicht in den DAX aufsteigen. Damit sollen zu viele Wechsel vermieden werden.

AktieGewicht (%)AktieGewicht (%)
Allianz2,2Hoechst8,1
BASF8,1Karstadt1,1
Bayer9,6Kaufhof1,1
Bayerische Hypotheken- und Wechselbank2,2Linde0,7
BMW2,2Lufthansa3,5
Bayerische Vereinsbank1,4MAN2,0
Commerzbank3,0Mannesmann3,7
Continental1,2Nixdorf0,8
Daimler-Benz6,2RWE6,4
Degussa1,1Schering0,8
Deutsche Babcock1,0Siemens6,9
Deutsche Bank5,2Thyssen6,9
Dresdner Bank3,8Veba5,8
Feldmühle Nobel1,0Viag1,7
Henkel0,5Volkswagen4,4
DAX Mitglieder 1989

Regular-Exit: Der Aufstieg eines Unternehmens bedeutet immer auch den Abstieg eines anderen. Einen Wechsel kann es aber dann geben, wenn ein aufstiegswilliges Unternehmen nicht zu den nach Streubesitz-Marktkapitalisierung 40 größten Firmen gehört, wenn ein DAX-Mitglied nicht mehr zu den 52 größten Unternehmen gehört und das aufsteigende nicht schlechter als Rang 47 ist. Voraussetzung ist natürlich, dass kein größeres Unternehmen als Aufstiegskandidat bereitsteht, weshalb dieser Fall selten vorkommt.

Zusätzliche Überprüfung im Juni und Dezember

Unternehmen können auch schon im Juni und Dezember in den DAX aufsteigen bzw. absteigen – allerdings gelten dann etwas strengere Kriterien.

Fast-Entry: Ein Unternehmen kann auch schon im Juni oder Dezember in den DAX aufgenommen werden, wenn es zu den 33 größten Unternehmen zählt und gleichzeitig ein weiteres Unternehmen nur Platz 47 oder schlechter bei der Streubesitz-Marktkapitalisierung belegt.

Daneben gibt es weitere Kriterien. Ein Unternehmen scheidet beispielsweise aus dem DAX aus, wenn es Insolvenz anmeldet oder die Aktie zu stark schwankt.

Fast-Exit: Umgekehrt scheidet ein DAX-Titel schon im Juni oder Dezember aus, wenn er nach diesem Kriterium nicht mehr zu den 60 größten Unternehmen zählt und ein Kandidat bereitsteht, der mindestens Platz 47 belegt.

Wie oft wird der DAX neu berechnet

Weitere Indizes der DAX-Familie

Zur DAX-Familie gehören noch weitere Indizes. Wir stellen drei wichtige kurz vor.

Der MDAX

Der MDAX ist sozusagen die zweite Liga in der DAX-Familie. Er umfasst die nach Streubesitz-Marktkapitalisierung 50 wichtigsten Unternehmen, die nicht im DAX enthalten sind.

Der SDAX

Bezeichnet man den MDAX als zweite Liga, ist der SDAX die dritte. Er umfasst 70 weitere Unternehmen, die ebenfalls nach dem Kriterium der Marktkapitalisierung ausgewählt wurden. Oft werden diese Unternehmen als Small-Caps bezeichnet. Von der Bezeichnung sollte man allerdings nicht darauf schließen, dass es sich um Kleinunternehmen handelt. Viele dieser Unternehmen haben mehrere Tausend Mitarbeiter*innen, manche wie Hochtief oder Metro sogar mehrere Zehntausend. Beide Unternehmen sind vor allem wegen ihres niedrigen Streubesitzes nicht im MDAX oder gar DAX gelistet.

Der TecDAX

Der TecDAX umfasst die 30 wichtigsten Technologiewerte. Seit 2018 können Unternehmen sowohl dem TecDAX als auch DAX, MDAX oder SDAX angehören. Zu den wichtigsten Werten im TecDAX zählen seitdem Großunternehmen wie SAP, Siemens Helthineers oder Varta.

Änderungen im MDAX, SDAX & TechDAX

Für die „Geschwister“ des DAX gelten ähnliche Regeln wie für den DAX selbst. Auch hier gibt es eine reguläre Überprüfung im März und September und eine zusätzliche im Juni und Dezember mit strengeren Regeln. Abweichend von den DAX-Regularien sind vor allem die Platzierungen, ab denen ein Wert auf- oder absteigt.

 Aufsteiger Platz ... oder besserAbsteiger Platz ... oder schlechter
DAX
Regular Entry4047
Regular Exit4753
Fast Entry3347
Fast Exit4760
MDAX
Regular Entry9097
Regular Exit97103
Fast Entry8397
Fast Exit97110
SDAX
Regular Entry160167
Regular Exit167173
Fast Entry153167
Fast Exit167180
TecDAX
Regular Entry3035
Regular Exit3540
Fast Entry2535
Fast Exit3545

Unternehmen im TecDAX müssen außerdem Technologieunternehmen sein.

Alternativen zu DAX-Aktien

Nicht immer sind DAX-Aktien die beste Wahl. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Beitrag Deutsche ETFs 2022 zum Investieren in Deutschland.

Weitere Indizes für deutsche Aktien

Auch für deutsche Aktien gibt es weitere Indizes. Der traditionsreichste von ihnen ist der F.A.Z.-Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie die meisten großen Indizes ein reiner Kursindex (Dividenden werden also nicht berücksichtigt). Er war bis zur Einführung des DAX der wichtigste Aktienindex in Deutschland und umfasst 100 Werte, die nach der Marktkapitalisierung ausgewählt werden. Somit finden sich die meisten Aktien aus DAX und MDAX auch im F.A.Z.-Index wieder. Eine Ausnahme ist DAX-Schwergewicht Linde. Weil das Unternehmen seinen Sitz nach Dublin und seine Firmenzentrale nach Großbritannien verlegt hat, musste Linde den Index verlassen. Der Vorteil des Index ist zweifellos seine breitere Streuung. Bisher existiert allerdings nur ein ETF auf den F.A.Z.-Index.

Ein weiterer bekannter Index ist der MSCI Germany. Der Index umfasst 61 Werte, die nach Angaben von MSCI rund 85 Prozent des deutschen Aktienmarktes repräsentieren. Ein Subindex ist der MSCI Germany Climate Change ESG, der unter anderem Tabakfirmen oder Kohleproduzenten ausschließt. Für diesen gibt es aktuell auch einen ETF.

Daneben existieren weitere Indizes, etwa regionale wie der BAIX, der von der HypoVereinsbank entwickelte Index auf bayerische Aktien. Sie haben aber kaum Bedeutung.

Ausländische und weltweite Indizes

Anleger*innen sollten ihr Vermögen möglichst breit streuen. Das bedeutet, dass auch ausländische Aktien mit ins Depot gehören, etwa aus den USA, China oder der Schweiz. Noch einfacher ist der Kauf eines weltweit investierenden ETF. Zu den beliebtesten Weltindizes gehört der MSCI World. Allerdings investiert er nur in Unternehmen aus Industrienationen, nicht aber aus Schwellenländern.

Die bessere Alternative ist daher meistens ein ETF auf den MSCI All Countries World Index, auch MSCI ACWI abgekürzt. Er enthält auch Aktien aus Schwellenländern, wenngleich deren Anteil nur rund 11 Prozent beträgt.

Beide Indizes investieren vor allem in große und sehr große Unternehmen. Es gibt aber jeweils auch eine Indexversion mit dem Zusatz IMI. Er steht für Investible Markets Index. MSCI World IMI und MSCI ACWI IMI enthalten jeweils auch Small Caps. Dadurch kann etwa der MSCI ACWI IMI nach eigenen Angaben rund 99 Prozent des weltweiten Aktienmarktes abbilden. Es sind in Deutschland auch ETFs auf den Index erhältlich.

Digitale Vermögensverwaltung mit Robo Advisor

Das Vermögen möglichst breit zu streuen ist eine ebenso einfache wie sinnvolle Strategie. Dabei helfen digitale Vermögensverwaltungen, auch als Robo Advisor bezeichnet. Sie investieren ihrerseits überwiegend in ETF und wählen diese so aus, dass die Streuung möglichst hoch ist. Je nach Wunsch der Anlegenden enthalten sie auch Anleihen-ETFs und beim Robo Advisor Oskar auch Gold.

CFD auf Indizes: DAX-Trading beim CFD-Broker

Aktien und Aktien-ETFs sind eine gute Geldanlage. Zum kurzfristigen „Zocken“ sind sie dagegen nicht die beste Wahl. Wer am selben Tag kauft und wieder verkauft, kann das mit Differenzkontrakten (CFDs für Contract for Difference) schneller, bequemer und günstiger tun. Außerdem kann dort mit einem Hebel gehandelt und auch auf fallende Kurse gesetzt werden.

Die meisten Trader*innen machen mit Differenzkontrakten allerdings Verluste. Wir empfehlen daher, das CFD-Trading als Freizeitvergnügen zu begreifen und sich dafür ein Budget zu geben. Damit nicht das eigentlich für die Geldanlage vorgesehene Kapital zum Traden verwendet wird, sollten Investitionen und Trading getrennt werden. Das bedeutet, dass für das CFD-Trading ein von der Geldanlage getrenntes Konto verwendet werden sollte.

FAQ: Typische Fragen zum Thema DAX 40 und unsere Antworten

Warum wurde der DAX 2021 auf 40 Werte erweitert?

Auslöser für die Änderung war die Wirecard-Pleite. Um solche Ereignisse zu vermeiden, wurden die Regeln überarbeitet, beispielsweise die Veröffentlichungspflichten verschärft. Im Zusammenhang mit der Überarbeitung wurde auch die Idee aufgegriffen, den DAX zu erweitern um einen größeren Teil der Wirtschaft abzubilden und ihn weniger anfällig für eine schlechte Entwicklung bei einzelnen Mitgliedern zu machen.

Welche Anforderungen müssen DAX-Unternehmen erfüllen?

DAX 40 Unternehmen müssen vor der Aufnahme nachweisen, dass sie über zwei Jahre einen operativen Gewinn erzielt haben. DAX Index-Mitglieder unterliegen ab März 2021 der Verpflichtung, testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen öffentlich bekanntzugeben. Wer gegen die Frist verstößt, wird umgehend aus dem Index entfernt. Daneben gibt es weitere Kriterien. Unter den Unternehmen, die diese erfüllen, erfolgt die Auswahl nach der Marktkapitalisierung des Streubesitzes.

Wie oft wird die Zusammenstellung des DAX 40 überprüft?

Über neue Mitglieder wird jeweils im März und September entschieden. Dann findet der Regular Entry und Regular Exit statt. Im Juni und Dezember können ebenfalls Firmen entfernt und aufgenommen werden, die Kriterien sind dann aber strenger als für eine Aufnahme im März oder September.

Kursindex vs. Performanceindex – worauf achten?

Um realistisch einzuschätzen, wie stark sich Aktien in den vergangenen zehn Jahren verteuert haben, ist der DAX-Kursindex das geeignetere Maß. Auch im Vergleich zu anderen Indizes oder als Benchmark zur Entwicklung einzelner Aktien ist der Kurs-DAX die erste Wahl. Um die Rendite von Aktien mit der von Sparbüchern oder Festgeldkonten zu vergleichen, ist dagegen der Performance-Index besser geeignet, denn er enthält auch Dividenden.

Wem gehört der DAX?

Deutsche Anleger sind nach wie vor zurückhaltend, was den Aktienkauf angeht. Entsprechend ist der DAX mittlerweile überwiegend in ausländischer Hand. Rund zwei Drittel der Aktien befinden sich in der Hand institutioneller Investoren wie Versicherungen, Fonds und Banken. Größte Einzelinvestoren sind die norwegische Zentralbank und die Fondsgesellschaft Blackrock.

Deutscher Aktienindex mit drei Buchstaben - was ist gemeint?

Die in Kreuzworträtseln beliebte Frage nach einem Deutschen Aktienindex mit drei Buchstaben meint den DAX, den wichtigsten deutschen Aktienindex.

Welche Aktienindizes gibt es neben dem DAX in Deutschland noch?

Weitere wichtige Indizes sind zunächst die "Geschwister" des DAX aus der DAX-Familie wie der MDAX, der SDAX oder der TecDAX. Daneben besteht weiterhin der F.A.Z.-Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der seine Stellung als wichtigster Index aber schon lange an den DAX verloren hat. Daneben existieren noch zahlreiche unbekanntere Indizes wie der MSCI Germany oder regionale Indizes wie der Bayerische Aktienindex BAIX.

Wie lange wird der DAX noch steigen?

Zuverlässige Aussagen lassen sich zu dieser Frage nicht treffen. Der DAX ist in den vergangenen Jahren allerdings weniger stark gestiegen als US-Indizes wie der NASDAQ 100. Langfristig haben sich Aktien aber in den meisten Zeiträumen besser entwickelt als andere Anlageformen.

Fazit

Der Deutsche Aktienindex enthält nach wie vor attraktive Unternehmen. Durch die Erweiterung auf 40 Unternehmen im Jahr 2021 bildet der die deutsche Wirtschaft noch besser ab. Allerdings sollten Anlegende auch ausländische Aktien ins Depot legen oder einen international investierenden ETF wie den MSCI ACWI kaufen.

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Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit mehr als zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben. Gelernt hat er sein Handwerk aber ganz klassisch bei der Tageszeitung Main Post als Lokalreporter.

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