Munich RE Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Der größte Rückversicherer der Welt firmiert inzwischen unter Munich Re und kann auf eine bewegte, aber auch sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Derzeit hat der Konzern mit dem herausfordernden Marktumfeld und der immer noch schwächelnden ERGO zu kämpfen, ist für Aktionäre jedoch einer der Dividendentitel schlechthin.

Die Munich RE-Aktie in der Übersicht

Die Munich Re wird unter der WKN 843002 und der ISIND DE0008430026 gehandelt. Das deutsche Symbol ist MUV2. Die Aktie der Munich RE war vor der Umbenennung unter Münchener Rückversicherungsgesellschaft AG bekannt. Die Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • EURO STOXX 50
  • EURO STOXX Insurance
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index

Im DAX ist der Konzern seit 1996 Mitglied. Er löste am 23.09 die Continental ab, weil diese aufgrund zu geringer Marktkapitalisierung in den MDAX abstieg. Der Konzern wird derzeit mit 2,86 Prozent im deutschen Leitindex gewichtet und zählt somit zu dem wichtigsten Dutzend im DAX.

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Der Versicherungskonzern hat derzeit 161 Millionen Munich RE-Aktien ausgegeben und erreicht eine Marktkapitalisierung von 19,6 Milliarden Euro. Nur 96,98 Prozent befinden sich nach der Definition der Deutschen Börse im Streubesitz. Grund dafür ist auch, dass der Konzern sich zu einem umfangreichen Rückkauf entschlossen hat und bis April 2017 bis zu eine Milliarde Euro in die eigenen Aktien investiert hat. Bedeutende Aktionäre sind zudem BlackRock mit 6,55 Prozent, die Citigroup mit 4,88 Prozent und die Allianz Global Investors mit 2,98 Prozent. Die Munich RE-Aktie ist vor allem in Deutschland (46 Prozent) und Europa (24 Prozent) beliebt und wird dabei vor allem von institutionellen Investoren mit knapp 70 Prozent noch vor den Privatanlegern mit 18,7 Prozent bevorzugt.

Die letzte Dividende betrug 8,60 Euro je Aktie von Munich RE. Damit erreichte der Konzern eine Dividendenrendite von 4,67 Prozent.

So präsentiert sich das Unternehmen auf seiner Webseite

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Fakten und Zahlen zum Versicherungskonzern

Die Munich RE geht auf das Jahr 1880 zurück und hat ihren Hauptsitz in München. Ab April 2017 wird sie nicht mehr von Nikolaus von Bomhard geleitet, der fast 13 Jahre lang Vorstandsvorsitzender des Konzerns war. Sein Amt übernimmt Joachim Wenning.

2016 waren 43.428 Mitarbeiter beim Versicherungskonzern beschäftigt. Zwei Drittel sid dabei in der Sparte Erstversicherung tätig, weitere 27,6 Prozent bei der Rückversicherung und 5,7 Prozent bei Munich Health. Die Hälfte ist dabei in Deutschland angestellt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 12,7 Jahre und 95,4 Prozent der Angestellten sind unbefristet beschäftigt. Um die Mitarbeiter auf eine lange Betriebszugehörigkeit vorzubereiten, gibt der Konzern 981 Euro je Angestellten für die Weiterbildung aus.

Im Jahr 2016 konnte der Konzern einen Umsatz von 62,266 Milliarden Euro erzielen. Das operative Ergebnis betrug 4,3 Milliarden und der Gewinn nach Steuern 2,580 Milliarden Euro.

Der Konzern ist derzeit in die folgenden Sparten gegliedert:

  • Rückversicherung mit rund 4.000 Kunden weltweit mit mehr als 50 Außenstellen
  • ERGO-Gruppe als Erstversicherer mit mehr als 35 Millionen Kunden und vertreten in 30 Ländern
  • Verwaltung der Kapitalanlagen des Konzerns und Dritter unter MEAG

Erfolgreiche Geschichte der Munich Re

Der Konzern wurde am 2. April 1880 auf Bestreben Carl Thiemes gegründet. Bereits zum Zeitpunkt der Gründung war der Markt durch einen starken Wettbewerb bestimmt. Thieme war jedoch vom Potenzial überzeugt und legte von vornherein großen Wert auf eine internationale Aufstellung. In den Grundzügen ist sein Geschäftsmodell auch heute noch gültig und basierte auf:

  • Breite Risikostreuung
  • Unabhängigkeit von Erstversicherern
  • Innovative Versicherungskonzepte
  • Effizientes Vertragswesen
  • Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden

Thieme setzt auf viele Zedenten und beteiligt die Erstversicherer am Gewinn, um eine sorgfältige Risikoprüfung zu fördern. Das Unternehmen kann schon im ersten Jahr über 30 Verträge abschließen und wird schon im ersten Jahr international aktiv. 1887/88 folgt die erste Beteiligung an einem Erstversicherer und schon im März 1888 ist die Aktie an der Börse München handelbar. 1890 gründet der Konzern die Allianz-Versicherungs-Aktiengesellschaft. 1906 erlangt das Unternehmen internationale Bekanntheit, weil sie die einzige Versicherung ist, die nach der Regulierung aller Schäden nach dem Erdbeben in San Francisco noch zahlungsfähig ist. Sie ist mit 11 Millionen Mark am Schaden beteiligt.

Die Munich RE erweitert ihr Geschäftsfeld durch neue Versicherungen wie die Automobil-Haftpflicht- oder die Reisegepäckversicherung und kauft weiterhin Beteiligungen an anderen Versicherern. Vor dem Ersten Weltkrieg ist sie mit Abstand die größte Rückversicherungsgesellschaft der Welt. Danach verliert sie jedoch deutlich an Umsatz und Geschäftskontakten, da viele Länder keine Geschäftsbeziehungen ins Ausland zulassen und der Konzern im Ausland vielfach enteignet wird. Auch die Hyperinflation und die Weltwirtschaftskrise in den 1920ern setzten dem Konzern zu, der jedoch im Vergleich aufgrund konservativer Kapitalanlagestrategie gut abschneidet.

Während der NS-Zeit profitiert der Konzern indirekt von Vertragsauflösungen mit jüdischen Versicherungsunternehmen. Zudem ist die Munich RE indirekt an Geschäften der Allianz mit der SS beteiligt und nutzt die besetzen Gebiete, um ihren Einfluss zu erweitern. Sie gilt allerdings als eines der deutschen

Munich RE Aktie

Das wichtigste zur Munich RE-Aktie

Traditionsunternehmen, die vergleichsweise wenig von der Kriegswirtschaft profitierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verliert der Konzern das gesamte Auslandsvermögen, Prämienreserven und Rücklagen sowie den Zugang allen ausländischen Märkten.

Erst 1950 entspannt sich die Lage für die Munich RE wieder, da die Alliierten das Verbot von Auslandsgeschäften wieder aufheben. Das Unternehmen gründet neue Tochtergesellschaften und Außenstellen und profitiert auch vom inländischen Wirtschaftswachstum. Es folgt eine Zeit der Expansion und der Konzern tut sich auch in der Erforschung von Risiken hervor. Nennenswert sind hier vor allem die GeoRisikoForschung und die Entwicklung von mathematischen Modellen. Durch Übernahmen und Neugründungen konnte der Konzern schnell wachsen. 1996 übernahm der Konzern die American RE, übernahm die DKV und wird DAX-Mitglied. 1997 gründet die Munich RE die ERGO Versicherungsgruppe. In den Folgejahren wird die Präsenz in Asien, Südamerika und Osteuropa gestärkt. Ab 2009 tritt der Konzern in der Rückversicherung einheitlich unter der Marke Munich Re auf.

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Schwieriges Marktumfeld und Chef-Wechsel bei Munich RE

In Geschäftsjahr 2016 hat der Konzern die im Vorjahr ausgegebene Prognose weitestgehend erfüllt. Allerdings war diese im Vorfeld nur bedingt ein Grund zur Freude. Auch wenn sich der Umsatz um um 9,52 Prozent auf 62,266 Milliarden Euro steigern sollte, musste der Konzern deutliche Gewinneinbußen hinnehmen. 2016 fiel der Gewinn nach Steuern um fast 17 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro. Damit muss die Munich Re den dritten Gewinnrückgang in Folge verkraften.

Negativ hat sich erneut die Erstversicherungstochter Ergo ausgewirkt. Sie musste auch 2016 einen Verlust verbuchen. Auch die Schäden durch den Hurrikan „Matthew“ und ein Erdbeben in Neuseeland schwächten das Konzernergebnis im vierten Quartal. Insgesamt verlor der Konzern eine halbe Milliarde Euro. Ohnehin sei das Jahr durch Großschäden geprägt gewesen.

Problematisch könnte sich in der Zukunft auch der stärker werdende Preisdruck in der Branche auswirken. Schon seit einigen Jahren macht sich eine Preiserosion stärker bemerkbar. Waren vor einigen Jahren noch Eigenkapitalrenditen in zweistelliger Höhe die Normalität, nähern sich diese Zeiten inzwischen dem Ende. Grund dafür ist die wachsende Konkurrenz durch Hedgefonds und andere Kapitalgeber, die niedrigere Renditen als die Rückversicherer akzeptieren – auch aufgrund des Niedrigzinsumfelds. Außerdem bleiben in den letzten Jahren besonders kostspielige Naturkatastrophen aus, sodass viele Erstversicherer ihr Kapital als Absicherung nutzen, anstatt ihre Risiken rückzuversichern.

Der Konzern reagierte darauf, indem er unrentable Verträge nicht länger abschließt. Das Geschäftsvolumen ging um fünf Prozent zurück, und konnte so den Preisrückgang einzudämmen. Zudem setzt der Konzern auch zukünftig auf Innovation und Digitalisierung. ERGO ist nach wie vor im Umbau und soll 2021 einen Ergebnisbeitrag von 600 Millionen Euro leisten. Dafür hat der Konzern im Jahr 2016 eine Milliarde investiert, vor allem im Bereich IT und Digitalisierung. Der Konzern hat zudem die Munich Health in andere Geschäftsfelder des Konzerns integriert.

Wie gut ist das Image des Rückversicherers?

Kritik an der Munich Re wird von verschiedenen Seiten laut. Vor allem Umweltschützer kritisieren häufig die Beteiligung des Unternehmens an Großprojekten, wie beispielsweise dem Belo-Monte-Damm am Rio Xingu, Santo Antonio am Rio Madeira und Teles Pires am gleichnamigen Fluss. Auch die Rückversicherung der FIFA-Fußballweltmeisterschaft und Olympia in Brasilien wurde aus gesellschaftlichen Gründen wie Zwangsumsiedelungen bemängelt.

Die taz kritisierte den Kauf von ATU Landbau durch die Munich RE. Dadurch hätte der Konzern in Brandenburg Land erwerben können, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen oder juristisch legitimiert zu sein. Deswegen warf die Zeitung dem Konzern unter anderem Landgrabbing vor.

2011 war kein gutes Jahr für das Image der Munich Re. So kam in diesem Jahr heraus, dass ehemalige Mitarbeiter und ein externer Dienstleister den Konzern um zehn Millionen Euro betrogen haben. Zudem wurde bekannt, dass das Tochterunternehmen Ergo erfolgreiche Vertreter mit einer Prostituierten-Party in Budapest belohnt hatte. Der Konzern dementierte anfangs, doch nach und nach kamen immer mehr Details ans Licht, die es schließlich so aussehen ließen, als hätte der Konzern gezielt versucht, die Vorgänge zu vertuschen und sei dabei kläglich gescheitert.

Die Munich Re-Aktie: kaufen, verkaufen oder halten? Das sagen die Analysten.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes sieht ein Großteil der Finanzexperten die zukünftige Entwicklung der Munich Re Aktie sehr positiv. Von 27 Analysten raten vier zum Verkauf, acht zum Kauf und 15 zum Halten der Munich RE Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 181,19 Euro und somit leicht unter dem aktuellen Kurs.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Robert W. Baird & Co. Incorporated kaufen 200 Euro
Bernstein Research halten 185 Euro
Jefferies & Company Inc. halten 157 Euro
Baader Bank halten 174 Euro
Morgan Stanley kaufen 207 Euro
Barclays Capital kaufen 195 Euro
Société Générale Group kaufen 205 Euro
Norddeutsche Landesbank halten 167 Euro
Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG kaufen 204 Euro
DZ Bank halten o. A.

 

Aktuelle Daten zur Aktien findet man direkt auf der Webseite

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Die Fundamentalanalyse wirft ein positives Bild auf die Aktie der Munich RE. So gilt sie bei TheScreener als stark unterbewertet und ist nicht nur wegen der hohen Dividende, sondern auch wegen des soliden Wachstums eine Empfehlung.

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Munich Re verwöhnt Aktionäre mit hoher Dividende

Anleger haben mit der Munich Re Aktie lange Zeit einen der Dividendentitel schlechthin im Depot gehabt. Seit inzwischen zehn Jahren zahlt der Konzern eine Dividende, die mehr als vier Prozent Dividendenrendite bedeutet. Im Jahr 2016 entschloss der Konzern sich auf eine Dividende in Höhe von 8,60 je Munich Re-Aktie und somit einer Dividendenrendite von 4,70 Prozent. Damit ist der Konzern hinsichtlich der Dividenden nach den bislang veröffentlichten Werten die absolute Spitze im DAX, während er im Vorjahr Platz vier einnahm.

Obwohl Munich RE zu Beginn des neuen Jahrtausends eine eher geringe Dividende zahlte, kommt die Aktie des Versicherungskonzerns im Zeitraum von 2000 bis 2016 auf einen Mittelwert von 3,6 Prozent.

Lange Zeit war unklar, ob dies auch unter dem neuen Chef Wenning so bleiben wird. Mit einer Dividendensteigerung von 8,25 Euro auf 8,60 je Aktie de Munich Re scheint dieser jedoch ein Zeichen zu setzen. Auch Wenning scheint auf die Aktie der Munich Re als Dividendentitel zu setzen. Dabei wird übrigens nur geringfügig mehr als die Hälfte des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet, sodass das Unternehmen durchaus auch in diesem Bereich sinnvoll wirtschaftet.

Wichtige Konkurrenten zur Aktie von Munich RE

Als Alternative zur Munich Re-Aktie kommen Wertpapiere der folgenden Unternehmen infrage:
Allianz

  • American International Group (AIG) Inc.
  • Assicurazioni Generali S.p.A.
  • AXA S.A.
  • Hannover Rück
  • MLP AG
  • NÜRNBERGER Beteiligungs-AG
  • Talanx AG
  • Travelers Companies Inc
  • UnitedHealth Inc.
  • Wüstenrot & Württembergische AG

Munich Re: Der Markenwert des Unternehmens

TheBrandTicker schätzt den Markenwert der Munich Re auf 1,3 Milliarden Euro ein. Damit erreicht der Konzern zwar einen Platz unter den 500. Wertvollsten Marken, liegt dabei jedoch eher im unteren Spektrum. 2016 schätzte Interbrand Ergo auf 298 Millionen Euro und somit als 43. wertvollste deutsche Marke ein.

Fazit: Munich Re Aktie könnte mittelfristig ein Schnäppchen sein

Von dem deutschen Rückversicherer werden in der Zukunft keine all zu großen Wachstumssprünge erwartet. Dafür ist das Marktumfeld derzeit zu fordernd. Mittelfristig sehen allerdings die meisten Analysten die Munich Re-Aktie als einen guten Kauf. Unschlagbar ist dabei natürlich auch, dass der Konzern einer der besten Dividendenzahler im DAX ist und seine Aktionäre inzwischen seit Jahren zuverlässig mit weit überdurchschnittlichen Dividenden verwöhnt. Für alle Anhänger einer Dividendenstrategie ist die Aktie dementsprechend derzeit ein klarer Kauf. Kurzfristig könnte der Kurs der Aktie der Munich Re allerdings durchaus erstmal noch etwas unter den schwierigen Marktbedingungen leiden.

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