Investmentstrategie

Passive Investmentstrategien (2018): Gute Chancen für Privatanleger?

Geld verdienen mit passiven Strategien

Im Schlaf Geld verdienen? Für manche stellt dies die Realität dar. Unter Privatanlegern wird die passive Anlagestrategie immer beliebter, da sie mit überzeugenden Argumenten aufwarten kann.

Was sind passive Investmentstrategien?

Passive Investmentstrategien zielen darauf ab, über einen langen Anlagehorizont investiert zu sein, ohne dass der Anleger oder ein Manager aufgrund von Analysen oder Prognosen Anlageentscheidungen ändert.

Ein klassisches Finanzprodukt, das passive Investmentstrategien wie kaum ein anderes repräsentiert, sind ETFs (Exchange Traded Funds). Sie sollen lediglich einen bestimmten Markt möglichst getreu abbilden. Hintergrund ist hier auch die Tatsache, dass viele aktiv gemanagte Fonds nicht in der Lage sind, den Markt langfristig zu schlagen. Dennoch sind die Gebühren deutlich höher, da die Fondsmanager und ihre Teams natürlich auch entlohnt werden müssen.

Was sind aktive Vermögensstrategien?

Wer versucht, sein Vermögen aktiv zu managen, möchte in der Regel zu jedem Zeitpunkt das Optimum aus seiner Geldanlage herausholen. Hierfür investiert er viel Zeit und Aufwand. Die folgenden Merkmale sind dabei zentraler Bestandteil:

  • Stock-Picking: Auswählen der attraktivsten Anlagemöglichkeit
  • Timing: Versuchen, den besten Ein- und Ausstieg aus dem Investment zu erwischen

Beides zusammen soll dazu führen, dass eine Überrendite oder Outperformance erreicht wird, also eine Rendite zu erzielen, die besser ist als ein Vergleichsindex.

Welche Nachteile haben passive Strategien?

Einer der Hauptnachteile bei passiven Strategien ist die Tatsache, dass Markteinstiege und Ausstiege nicht optimal gewählt werden. Allerdings tun sich hier auch professionelle Analysten und Manager häufig mehr als nur schwer.

Gerade bei ETFs könnte sich zudem ein Liquiditätsproblem ergeben. Der Markt wird von wenigen Unternehmen abgedeckt. Es handelt sich jedoch um ein Milliardengeschäft. Dies führt dazu, dass die Finanzdienstleister dann, wenn die ETFs von den Anlegern massenhaft verkauft werden, keine Abnehmer zur Verfügung ständen. Zudem könnten sich ETFs stärker auf die Weltwirtschaft auswirken, da Verkäufe oder Käufe sich durchaus auf die Preisbildung der Aktienkurse auswirken.

ETF Consos

ETFs sind immer noch risikoärmer als Aktien

Anleger sollten zudem darauf achten, dass sich unter den Angeboten immer riskantere ETFs finden. Gerade dann, wenn das Konzept eines ETFs nicht schnell nachvollziehbar ist und der ETF die Wertpapiere nicht tastsächlich kauft, sondern über Swaps abbildet, sollten sie sich die Investition genau überlegen. Dies gilt noch einmal im besonderen Maße bei ETFs, die keine Aktienindizes abbilden, sondern deutlich kleinere Märkte. Hier steigt das Risiko und Anleger sollten sich darüber bewusst sein.

Welche Nachteile haben aktive Strategien?

Auch aktive Strategien haben Schwächen. Diese sind vor allem hier zu finden:

  • Mehrkosten durch Verwaltungsaufwand
  • Mehr Gebühren durch häufige Umschichtung
  • Zeitaufwand
  • Schlagen den Markt häufig nicht
  • Verluste können hingegen größer sein

Ein Großteil betrifft allerdings entweder ambitionierte Privatanleger oder vor allem Fonds. Ein weiteres Problem betrifft vor allem sehr erfolgreiche Fonds. Dadurch dass die Manager in der Anfangszeit in der Regel weniger Kapital verwalten können und müssen, sind sie dann deutlich erfolgreicher. Mit dem Erfolg steigt auch das zu verwaltende Kapital und die Anlage gleicht immer mehr einer Marktdiversifizierung, beispielsweise weil kleine Investitionsobjekte nicht mehr ins Portfolio passen. Das führt zu einer breiten Streuung und es ist nicht mehr möglich, den Markt zu schlagen.

Der Aktienmarkt gilt bei vielen Privatanalegern als sehr riskant. Dies liegt jedoch auch daran, dass diese ihr Investment zu kurzfristig planen. Das Risiko mit einem Investment an der Börse einen Verlust zu machen, sinkt mit zunehmender Anlagedauer. Studien zeigen dabei sogar, dass es weniger problematisch ist, die „falsche“ Aktie zu wählen – wenn sie nur lang genug gehalten werden, können sich die meisten Wertpapiere (allerdings auch nicht alle) wieder fangen.

Vorteile der passiven Anlagestrategie

Die passive Anlagestrategie weist darüber hinaus einige wichtige Vorteile gegenüber der aktiven Strategie auf. Wer sich erst einmal von der Vorstellung verabschiedet hat, dass eine aktive Vermögensstrategie in der Lage wäre, mehr Rendite zu erzielen, entscheidet sich deswegen in der Regel sehr gerne für die passive Vermögensstrategie. Sie ist gerade für Privatanleger mit zahlreichen Vorteilen verknüpft.

Einer der Hauptnachteile, die die Rendite bei der aktiven Anlage schmälern, ist die Tatsache, dass die zahlreichen Umschichtungen ins Geld gehen können. Nicht umsonst gilt an der Börse auch „Hin und Her macht Taschen leer“. Beim passiven Investment sparen sich Anleger diese Gebühren zu großen Teilen. Dies gilt auch bei anderen Anlageprodukten. Wer beispielsweise in ETFs investiert statt in Fonds spart Verwaltungsgebühren und wer Anleihen besonders langfristig erwirbt, kann in einem normalen Marktumfeld eine höhere Rendite erzielen.

Wer langfristig investiert bleibt, kann darüber hinaus von vielen weiteren Vorteilen profitieren:

  • Zeitersparnis
  • Unangetastet von Blasen und Spekulationen
  • Zinseszinseffekt
  • Reduzierung der Komplexität

Warum Timing nicht entscheidend ist

Unter vielen Anlegern und auch Analysten hält sich hartnäckig das Gerücht, dass ein besonderer Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt gefunden werden kann, der dann die Rendite vervielfacht. Grundsätzlich zeigen Charts auch, dass diese Theorie grundsätzlich Bestand haben könnte. Wohl kaum ein Privatanleger hat sich zudem nicht darüber geärgert, eine Aktie abzustoßen, die dann noch ein ordentliches Kurswachstum verzeichnen konnte.

  1. Nejat Seyhun von der Universität Michigan hat allerdings über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren nachgewiesen, dass zwei Drittel der Gesamtrendite am US-Aktienmarkt nur an 90 Handelstagen erreicht wurden. Wer nun wild kauft und verkauft, um genau diese Tage zu erwischen, ist mit größerer Wahrscheinlichkeit genau an diesen Tagen nicht investiert. Die Rendite von so erzielten 3,2 Prozent stünde dann einer Rendite von knapp 11 Prozent bei gehaltenen Aktien gegenüber.

Gerade Privatanleger müssten auf diese Weise dauerhaft fürchten, den richtigen Zeitpunkt zu verfassen. Wer zudem noch die Erfolge von aktiv gemanagten Fonds vergleicht, die Market Timing als Strategie ausgeben, kann schnell nachvollziehen, dass sich auch hier der überdurchschnittliche Erfolg vor allem langfristig nicht einstellen will.

Als wesentlich vielversprechender gilt deswegen, regelmäßig mit kleineren Beträgen einzusteigen und so den Cost-Average-Effekt auszunutzen, nachdem sich gute und schlechte Einstiegszeitpunkte über einen längeren Zeitraum ausgleichen.

Passive Strategien oft im Vorteil

Daraus ergibt sich, dass beispielsweise aktiv gemanagte Fonds in der Regel keine Rendite verzeichnen können, die den Markt schlägt. Diese Performance wird demzufolge auch von ETFs erreicht. Diese kosten allerdings deutlich weniger Geld und Verwaltungsgebühren, als dies bei herkömmlichen Fonds der Fall ist. Nicht selten liegen die Mehrkosten bei einem Prozent oder höher. Demzufolge sind ETFs häufig die deutlich besseren Investments. Bei gleichem Gewinn wird die Performance durch geringere Ausgaben besser.

Noch dazu unterliegen sie nicht im gleichen Maße dem menschlichen Risiko. Fehler können sich immer einschleichen, wenn ein Mensch den Fonds managet, bei ETFs ist, dies hingegen nicht der Fall, weil strikte Strategien eingehalten werden, die nur der Abbildung des Marktes dienen.

Warum sind aktive Anlagestrategien so beliebt?

Ein Großteil der Anlagestrategien basiert immer noch darauf, dass der Manager oder Investor das Geld von Kunden anlegt. Dafür erhält dieser einen kleinen Teil des angelegten Gelds. Und auch die Banken und Finanzberater, die dem Kunden das entsprechende Finanzprodukt vermittelt haben, erhalten dafür Geld. Oder sie verdienen an den Gebühren mit, die die Kunden bezahlen müssen. Hinter der aktiven Anlagestrategie stecken also auch wirtschaftliche Interessen der Finanzdienstleister. Ohne aktive Anlage gäbe es den Finanzsektor kaum in dieser Form.

Allerdings ist dies nicht der einzige Grund. Seit Jahrzehnten rätseln Wirtschaftswissenschaftler und Analysten, wie die Rendite bei der Geldanlage maximiert werden kann. Natürlich steckt dahinter auch ein finanzielles Interesse, allerdings ist der Markt auch einfach ungemein spannend. Privatanleger wissen, wie befriedigend es sein kann, wenn das eigene Portfolio gut abschneidet. Technische Analysen, Fundamentalanalysen, Portfoliotheorie – all dies stellt auch eine geistige Herausforderung dar und die Geldanlage präsentiert sich als Rätsel, das möglicherweise abschließend gelöst werden kann. Auch deswegen ist die aktive Anlagestrategie so beliebt und wird vermutlich auch niemals vollständig abgelöst werden.

Herausforderungen bei der passiven Anlagestrategie

Die passive Anlagestrategie ist allerdings durchaus mit ein paar Stolpersteinen verknüpft. Vor allem die Psyche macht den Anlegern häufig einen Strich durch die Rechnung. Wer mitansehen muss, dass seine Anlage deutlich an Wert verliert, denkt in der Regel nicht mehr daran, dass dies durchaus normal und kein Grund zur Besorgnis ist. Viele Privatanleger kaufen dann schnell und sehen häufig zumindest mittelfristig dabei zu, wie die Wertpapiere wieder im Wert steigen – allerdings ohne, dass sie davon profitieren können.

Eine weitere Herausforderung liegt zudem in der Auswahl der richtigen Aktien und generell Finanzprodukte. Dies ist auch deswegen der Fall, weil sich Anlageziele und gewünschtes Risiko häufig in verschiedenen Lebensabschnitten ändern. Noch wichtiger ist es allerdings, solide und risikoarme Anlagen zu finden, die einen Totalverlust äußerst unwahrscheinlich machen.

Hierfür steht zu Beginn eine umfangreiche Analyse von verschiedenen Anlageprodukten und Unternehmen. Anleger müssen sich Zeit nehmen und den Markt umfangreich sondieren. Auch Finanzberatung kann hierbei eine wichtige Rolle einnehmen. Dabei gilt, dass die Zukunftsaussichten deutlich wichtiger sind, als beispielsweise die momentane Unterbewertung. Durch das regelmäßige Investment ist eine Unterbewertung nicht so relevant und zudem gleichen sich die Kurse durch die Cost-Average-Strategie häufig aus. Es ist allerdings durchaus darauf zu achten, dass die Aktien nicht zu überbewertet sind und auch zuverlässige Dividendenzahler dürfen bevorzugt werden.

Anleger sollten zudem nach Möglichkeit ohne thesaurierende Fonds wählen oder Dividenden kompromisslos selbständig wieder in die Aktienanlage investieren. Nur auf diese Weise können sie vom wichtigen Zinseszinseffekt profitieren, der den Erfolg einer passiven Geldanlage sichert.

Fazit:

Passive Strategien laufen auch bei Privatanlegern aktive Strategien den Rang ab. Die niedrigeren Kosten und der geringere Aufwand sind überzeugende Argumente. Die aktive Strategie bleibt hingegen hinter den Erwartungen häufig zurück und ist deswegen unnötig teuer.

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