Welche sind die besten Aktien ETFs? – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
Die Suche nach den besten Aktien ETFs ist nicht ganz einfach. Denn die meisten sind passive Fonds, sie bilden also einen Index nach. Wer am Ende des Jahres erfolgreich ist, entscheidet also nicht das Geschick der Fondsmanager, sondern der Erfolg des Basisindex. Der Erfolg in der Vergangenheit taugt daher nur bedingt als Kriterium. Allerdings gibt es eine zunehmende Zahl von sogenannten Smart Beta ETFs. Sie bilden quasi nicht einfach einen bekannten Index nach, sondern suchen Aktien nach statistischen Kriterien aus. Vereinfacht gesagt erstellen sie einen eigenen Index.

Wir haben deshalb einen möglichst breit aufgestellten ETF für Einsteiger ausgesucht und zwei weitere für Investoren, die ihr Depot abrunden wollen.


Die drei besten Aktien ETFs

Mit ETFs lässt sich hervorragend auf die Entwicklung von Märkten spekulieren. Wer beispielsweise eine dynamische Entwicklung in Bangladesch erwartet, kann dort mit dem Xtrackers MSCI Bangladesh IM Index UCITS ETF 1C investieren (ISIN LU0659579220, WKN DBX0KL). Dazu sollte man aber sehr genaue Vorstellungen von der weltwirtschaftlichen Entwicklung haben. Wer das nicht hat, für den haben wir ein paar Tipps.

ETF Niederlande

Mit ETFs können Anleger gezielt auf einzelne Märkte setzten, beispielsweise die Niederlande. Dazu muss man aber konkrete Vorstellungen haben – und selbst dann sollte man nicht alles auf eine Karte setzen. Denn mit ETFs kann man sein Vermögen auch weltweit streuen.

Xtrackers MSCI ACWI UCITS ETF 1C- ISIN: IE00BGHQ0G80,WKN: A1W8SB

Gerade für Einsteiger bietet es sich an, das Risiko möglichst breit zu streuen, idealerweise weltweit. Besser als der MSCI World eignet sich dafür der MSCI All Countries World Index, da er neben Aktien aus 23 Industrieländern auch Wertpapiere aus 23 Schwellenländern enthält. Insgesamt enthält er 2.477 Werte. Die wichtigsten davon liegen beim Xtrackes ETF auch tatsächlich als Sondervermögen im Depot der Fondsgesellschaft. Für ihn spricht außerdem die niedrige Kostenquote von 0,40 Prozent. Der thesaurierende Fonds ist in Euro notiert.

MSCI ACWI

Im Gegensatz zum MSCI World investiert der MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) auch in Schwellenländer wie Brasilien.

Deka MSCI China UCITS ETF- ISIN: DE000ETFL326, WKN: ETFL32

Die Volksrepublik China hat ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum erlebt. Noch vor 40 Jahren lebte ein Großteil der Bevölkerung in absoluter Armut, mit einem Lebensstandard der noch unter dem lag, der heute in vielen afrikanischen Staaten üblich ist. Heute gehört das Land zu den wichtigsten wirtschaftlichen Akteuren weltweit.

Geht das Wachstum weiter? Wer darauf hofft, der kann beispielsweise mit diesem Deka ETF in China investieren. Zwar werden alle Aktien in Hongkong gehandelt, das mehr als 20 Jahre nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft immer noch eine besondere Rolle hat. Die Firmen stammen aber aus der gesamten Volksrepublik, es handelt sich also um einen echten China ETF und keinen Hongkong ETF.

Aktien China

China bleibt ein attraktiver Markt.

Der ETF berechnet jährliche Kosten von 0,45 Prozent, was im üblichen Rahmen liegt. Vorteilhaft ist die physische Replikation, der Fonds besitzt also tatsächlich jene Aktien, die im zugrunde liegenden Index enthalten sind.


Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF 1C – ISIN: LU0328476410, WKN: DBX1A9

Die meisten Anleger haben einen sogenannten Home Bias. Das bedeutet, dass sie sehr viel Geld in ihrem Heimatmarkt anlegen, Deutsche also in DAX- und Österreicher im ATX-ETFs. Das hat zwar Vorteile, beispielsweise kennt man die Wirtschaft daheim oft besonders gut. Im Rahmen der Risikostreuung sollte Geld aber möglichst breit angelegt werden.

Dazu gehören neben Industrie- auch Schwellenländer. Wer noch weiter diversifizieren will, der greift zu einem Frontier Markets ETF wie dem von Xtrackers. Dieser investiert in Staaten, die an der Grenze (engl. frontier) vom Entwicklungs- zum Schwellenland stehen. Dazu zählen beispielsweise Länder wie Vietnam oder Nigeria. Diese sind besonders risikoreich, bieten aber auch besonders viele Chancen.

MSCI Frontier Markets

Senegal gehört zu den sogenannten Grenzmärkten. Das ist sozusagen die globale untere Mittelschicht.

Der Fonds eignet sich besonders für Anleger, die ein starkes Wachstum in dieser Weltregion erwarten oder für jene, die schon breit aufgestellt sind und weiter diversifizieren wollen.

Der ETF der Sparkassentochter Deka ist mit 0,95 Prozent jährlicher Gebühren zwar deutlich teurer als ein DAX-ETF, das ist aber wegen der geringen Größe nicht verwunderlich. Leider hat die auch zur Folge, dass der Index nur synthetisch repliziert wird.

Wo kaufen?

ETFs sind, wie der Name („Exchange Traded Funds“) schon sagt börsengehandelt, lassen sich also über fast jeden Broker kaufen. Besonders attraktiv ist oft das Abschließen eines Sparplans. Der motiviert zu regelmäßigen Einzahlungen. Außerdem wird so auch das Einstiegsrisiko gestreut. Wer sein ganzes Geld auf einmal einzahlt verliert viel, wenn die Börse am nächsten Tag in die Knie geht. Wer dagegen regelmäßig investiert kauft mal zu hohen und mal zu niedrigen Kursen.

Comdirect Webauftritt

Der Comdirect Webauftritt

Aktuell (Stand 2018) lassen sich auf alle drei ETFs kostenlose Sparpläne bei Comdirect abschließen. Der Kunde zahlt dann weder eine Kauf- noch eine Depotgebühr, nur die laufenden Kosten des ETFs werden von der Fondsgesellschaft einbehalten. Üblicherweise entschädigt sie daraus auch den Broker für die nicht berechneten Odergebühren.

Fazit

Wer alles in einem Aktienfonds investieren will, sollte zu einem ETF auf den MSCI All Countries World Index greifen. Denn damit wird das Geld in 46 Industrie- und Schwellenländer investiert. Wer noch breiter streuen will, investiert zusätzlich einen etwas kleineren Betrag in einen ETF mit Aktien aus Frontier Markets. Auch China ist nach wie vor ein interessanter Markt. Kostenlose Sparpläne für alle drei vorgestellten ETFs gibt es bei Comdirect.

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