BMW Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

BMW Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

BMW ist einer der Liebling der Privataktionäre. Stabiles Wachstum, faire Dividenden und eine starke Marke sorgen dafür, dass den Konzern so schnell nichts ins Wanken bringt. Doch BMW steht an einem Scheideweg: Schafft es Vorstandschef Krüger, die stärker werdende Konkurrenz von Mercedes wieder zu überflügeln?

Die BMW-Aktie in der Übersicht

Die BWM Aktie wird unter der WKN 519000 und der ISIN DE005190003 und dem Symbol BMW gehandelt. Die Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX30
  • EURO STOXX 50
  • EURO STOCC Auto & Parts
  • Prime All Share
  • Late DAX, HDAX, CDAX, DivDAX, X-DAX
  • EURO STOXX
  • BX Swiss
  • EMEA – Europa und Afrika
  • L&S DAX Indikation
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index EUR
  • QIX Deutschland

Der Konzern hat 602 Millionen BMW-Aktien ausgegeben und erreicht eine Marktkapitalisierung von gut 54 Milliarden.

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Mit 53,22 Prozent befindet sich nur etwas mehr als die Hälfte der Aktien in Streubesitz. Bedeutende Anteilseigner in Bezug auf das stimmberechtigte Grundkapital sind:

  • AQTON SE (Stefan Quandt)
  • Johanna Quandt GmbH & Co. KG für Automobilwerte
  • Susanne Klatten Beteiligungs GmbH

Bedeutende Anteilseigner des Streubesitzes sind BlackRock, Capital Group Companies, Norges Bank und Credit Suisse.

Der Konzern hat dabei sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien an der Börse notiert. Mit den Stammaktien ist er zudem seit Juli 1988 Teil des DAX. Die Indexgewichtung entspricht derzeit 2,71 Prozent. Derzeit gibt es 12 größere Unternehmen im deutschen Leitindex.

Die zuletzt bezahlte Dividende betrug 3,38 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 4,08 Prozent entsprach.

So präsentiert sich der Autohersteller auf seiner Webseite

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Fakten und Zahlen zu BMW

BWM firmiert als Aktiengesellschaft und wurde im März 1916 gegründet. Derzeit beschäftigt der Autohersteller 124.729 Mitarbeiter und konnte im Jahr 2016 einen Umsatz von 94,2 Milliarden erzielen. Das Ergebnis vor Steuern betrug 9,7 Milliarden Euro.

Die wichtigsten Märkte für BMW sind Deutschland, China, die USA und das übrige Europa. Der Konzern positioniert sich klar im Premium-Bereich. Derzeit nutzt das Unternehmen dafür die drei Marken:

  • BMW
  • MINI
  • Rolls-Royce Motor Cars

Das Unternehmen ist in 14 Ländern und 31 Produktionsstandorten aktiv. Das Unternehmen hat 2,4 Millionen Autos und 145.000 Motorräder ausgeliefert.

Geleitet wird das Unternehmen von Harald Krüger (Vorstandsvorsitzender) und Norbert Reithofer (Aufsichtsratsvorsitzender).

BMW Geschichte: Von Flugzeugen zu Automobilen

Die Geschichte von BMW geht auf März 1916 zurück, weil zu diesem Zeitpunkt die Bayerische Flugzeug-Werk AG (BFW) von Gustav Otto gegründet wurde. Fast zeitgleich entstand aus den Rapp Motorenwerken die Bayerischen Motoren Werke GmbH. Schon zu diesem Zeitpunkt tragen alle Firmenprodukte das BMW-Emblem in den bayerischen Landesfarben. 1922 überträgt Hauptaktionär Camillo Castiglioni die Namensrechte von BMW an die BWF. Beide Unternehmen hatten bis zu diesem Zeitpunkt bereits beeindruckende Forschungsergebnisse vorweisen können, wurden jedoch durch den Versailler Vertrag behindert, der vorsah, dass in Deutschland fünf Jahre lang keine Flugmotoren hergestellt werden durften. Die Ingenieure Max Friz und Martin Stolle entwickelten deswegen 1923 mit der R 32 das erste BMW-Motorrad, fünf Jahre später wurde das Unternehmen auch zum Automobilhersteller.

Der erste BMW, der vollständig von BMW entwickelt wurde, war die BMW AM-Baureihe. Auch wenn der BMW 328 den ersten großen Image-Erfolg brachte, verlegte sich BMW verstärkt auf die Herstellung von Flugzeugen. Von 1993 bis 1939 konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 32,4 Millionen auf 280 Millionen Reichsmark steigern. 1944 waren es sogar 750 Millionen Reichsmark. Inzwischen bestand die Hälfte der Beschäftigten aus Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen, die unter anderem in einem Außenlager von Dachau untergebracht waren. BMW profitierte in dieser Zeit auch von „Arisierungen“, die unter anderem die Entstehung des BMW-Werkes II München-Allach ermöglichten. Zugleich litt das Unternehmen unter einem Wegfall von Fachwissen, da Mitarbeiter zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Nach dem Krieg hielt sich das Unternehmen mit der Herstellung von Kochtöpfen, Fahrzeugbremsen und Motorrädern über die Runden, da es keine Möglichkeit besaß, Automobile herzustellen. Dies gelang erst 1952 mit dem BMW 501 erneut. Die Produktion war allerdings so aufwendig, dass BMW Verluste machte. Das Unternehmen arbeitete nicht profitabel genug und 1959 konnte die Übernahme durch die Daimler-Benz AG nur knapp abgewendet werden. 1960 konnte unter anderem durch den Industriellen Herbert Quandt eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden, die BMW den Bau eines Mittelklasse-Modells ermöglichte und den Einfluss der Banken zugunsten Quandts deutlich verringerte.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Nur ein paar Jahre später war BMW wiedererstarkt und begann und von Kuenheim als Vorstandsvorsitzender ab 1970 eine Zeit der Expansion. Nachdem dieser seinen Posten 1990 niederlegte, traf der Konzern mit dem Erwerb der britischen Rover-Gruppe eine neun Milliarden Deutsche Mark teure Fehlentscheidung. MG-Rover musste schließlich für die symbolische Summe von zehn Pfund Sterling an britische Investoren gekauft werden. Nur die Kleinwagen-Marke Mini verblieb bei BMW. 2003 erwarb der Konzern zudem die Namensrechte an Rolls-Royce und kündigte im Folgejahr an, ein Serienfahrzeug der 7er-Reihe mit Wasserstoffmotor auf den Markt zu bringen. Zehn Jahre später gründete der Konzern die chinesische Automobilmarke Zinoro.

Im Laufe seiner Geschichte konnte das Unternehmen wiederholt Fahrzeuge auf den Markt bringen, die Kultstatus erreicht haben. Zu ihnen gehören:

  • BMW 328
  • BMW 501/502 („Barockengel“)
  • BMW Isetta
  • BMW Roadster 507
  • BMW „neue Klasse“
  • BMW 1600-2 („Nullzweier“)
  • BMW M1
  • BMW R 80 G/S
  • BMW 750i
  • BMW i3
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BMW steht vor großen Herausforderungen

Im Jahr 2016 wurde BMW von Mercedes-Benz als Spitzenreiter im Premium-Segment abgelöst. Der Konkurrent hatte seine Modellpalette im Vorjahr vollständig überarbeitet und so den Absatz deutlich ankurbeln können. Auf der Bilanzpressekonferenz im März 2016 blies BMW-Chef Krüger deswegen zum Gegenangriff. 2017 plant er, die größte Modelloffensive der Geschichte BMWs zu starten. 40 neue oder überarbeitete Modelle will der Konzern dafür bis 2018 auf den Markt bringen. Dabei setzt der Konzern vor allem auf Elektro-Fahrzeuge und Modelle im Luxus-Segment.

Betroffen ist BMW aufgrund des hohen Dieselanteils der gesamten Flotte auch vom Dieselskandal. Derzeit werden rund 70 Prozent der von BMW verkauften Fahrzeuge mit einem Dieselmotor ausgestattet. Die CO2-Werte sind derzeit noch besser als die von benzinbetriebenen Fahrzeugen. Fällt der Diesel-Anteil bei Neuwagen weiterhin so stark wie in den letzten Monaten, würde das Unternehmen vom Zielwert deutlich abweichen. Die Strafzahlung würde nach Schätzungen von PA von 350 Millionen auf 490 Millionen Euro steigen. Sollte BMW es nicht schaffen, die Grenzwerte der EU einzuhalten, droht zusätzlich auch ein Imageschaden.

Auf Krüger kommt vor allem die Herausforderung zu, dass Verbraucher von Autos zunehmend erwarten, sauberer zu sein und stärker vernetzt zu sein. Insgesamt wird dem Vorstandsvorsitzenden nicht so viel zugetraut wie seinem Vorgänger. Auch die Aktionäre reagierten auf den Amtsantritt 2015 zurückhaltend. Der Kurs der BMW-Aktie ist seitdem von über 100 Euro auf 83 Euro gefallen. Die Aktie litt allerdings unter dem Abgasskandal von VW.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

BMW-Aktie: Kaufen, verkaufen oder halten?

Die Analysten sehen die zukünftige Entwicklung der BMW-Aktie zuversichtlich, sind jedoch zurückhaltend. Von 26 Analysten raten drei zum Verkauf und jeweils 11 zum Halten oder Kaufen der BMW-Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt allerdings derzeit bei knapp 90 Euro und somit noch deutlich über dem aktuellen Kurs.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Deutsche Bank AG kaufen 120 Euro
Goldman Sachs Group Inc. halten 83 Euro
Kepler Cheuvreux verkaufen 79 Euro
Société Générale Group kaufen 92 Euro
Commerzbank AG halten 90 Euro
Bernstein Research halten 85 Euro
JP Morgan Chase & Co. halten 93 Euro
Macquarie Research kaufen 105 Euro
Barclays Capital kaufen 110 Euro

 

Die Fundamentalanalyse zeigt ein durchwachsenes Bild. Seit Mitte März haben Analysten eine eher negative Gewinnerwartung. Zugleich scheint der Titel in Bezug auf das Wachstumspotenzial und das sehr niedrige KBF von 8,02 als stark unterbewertet. Als langfristiges Wachstum bis 2018 gelten vier Prozent als wahrscheinlich.

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BMW weitestgehend skandalfrei

BMW ist in den letzten Jahren nicht von größeren Skandalen betroffen gewesen. Der Konzern ist jedoch natürlich dennoch nicht vollkommen unumstritten. So sehen viele sowohl Parteispenden als auch den Lobbyismus des Unternehmens als kritisch.

Datenschützer bemängeln zudem, dass der Konzern bei moderneren Fahrzeugen zahlreiche Daten aufzeichnet und an BMW übermittelt. Je nach Modell werden Daten zum Fahrbetrieb, Fahrweise, persönlicher Nutzung und GPS-Standort übertragen. Kritisiert wird auch das Infotainmentsystem, das die teils sehr empfindlichen und personenbezogenen Daten nicht ausreichend schützt und nicht endgültig löscht.

Gegen mehrere BMW-Mitarbeiter wurde im Rahmen einer Bestechungsaffäre 2006 ermittelt. Sie sollen Millionen angenommen haben und dafür bei der Auftragsvergabe den französischen Zulieferer Faurecia bevorzugt haben. Der Einkaufsleiter, der rund eine Million Euro angenommen haben soll und ein Mitarbeiter der Einkaufsabteilung in den USA wurden zu Haftstrafen von rund drei Jahren verurteilt.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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BMW-Aktie: seit Jahren hohe Dividende

BMW zahlte seinen Aktionären in den vergangenen Jahren eine recht großzügige Dividende aus. Dazu erhöhte das Unternehmen regelmäßig, meist in kleinen Schritten. Nur in wenigen Jahren wurde die Dividende nicht erhöht. In den 2000er war dies nur im Jahr 2009 und 2002 der Fall. Die Dividendenrendite bewegt sich seit 2012 in einem Bereich über 3 Prozent. Factset geht davon aus, dass diese sich zudem in den nächsten Jahren konsequent über der Vierprozentmarke befinden wird. Bereits jetzt zählt die Dividendenrendite zu den Top 6-Unternehmen im Dax. Um diesen Wert zu erreichen, muss BWM nur etwas mehr als ein Drittel seines Gewinns aufbringen.

BMW ist dementsprechend derzeit hervorragend dazu geeignet, Teil einer Dividendenstrategie zu sein. Der Konzern hat sich inzwischen als zuverlässiger Dividendenzahler etabliert und erfreut Aktionäre durch stetige Steigerungen, die sich jedoch nicht in einem unvernünftigen Bereich bewegen.

Konkurrenz unter den Autoherstellern

Die Konkurrenz von BMW stammt inzwischen primäre aus der Automobilbranche. Der Konzern macht seine Rivalen vor allem unter anderen Premiumautobauern wie Audi und Daimler aus. Auch Porsche, Ford, DEUTZ, Toyota und Volkswagen zählen zu Konkurrenten. Die weiteren Autohersteller General Motors, Fiat-Chrysler, Hyundai, Mazda, Mitsubishi, Peugeot und Nissan können je nach Ausrichtung des eigenen Aktienportfolios ebenfalls eine sinnvolle Alternative sein. Die Wertpapiere dieser Unternehmen beeinflussen zudem auch die BMW Aktie.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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Wichtige Partner des Auto-Konzerns

BMW ist in der Vergangenheit verschiedene wichtige strategische Partnerschaften eingegangen. Eine der Wichtigsten ist Brilliance China Auto, mit dem der deutsche Konzern 2003 ein Joint Venture einging. Das Unternehmen produzierte einen Teil der BMW 3er, 5er und BMW X1 für den asiatischen Markt. Beide Konzerne gründeten zusammen zudem nach zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit die auf Elektro-Autos spezialisierte Automarke Zinoro.

BMW gab 2016 zudem bekannt, mit Intel und Mobileye eine Allianz gegründet zu haben, die die Serienproduktion eines selbstfahrenden Kraftfahrzeugs zum Ziel hat.

BMW ist bekannt dafür, mit Zulieferern lange Zusammenarbeiten zu führen und diese häufig besser als die Konkurrenz zu entlohnen. Um auch die Innovationskraft zu fördern, hat der Konzern den BMW Supplier Innovation Award ins Leben gerufen. Im Jahr 2016 wurden die folgenden Zulieferer ausgezeichnet:

  • Röchling Automotive
  • Nuance Communications
  • Huntsman Polyurethanes
  • Minth Group
  • Webasto Roof and Components SE
  • Siemens

BMW: Eine der stärksten Marken der Welt

BMW profitiert seit Jahrzehnten davon, eine angesehene und populäre Marke zu besitzen. Millward Brown schätzt das Unternehmen 2016 auf einen Marktwert von 26,8 Milliarden US-Dollar und somit um zwei Prozent höher ein als noch im Vorjahr. Damit liegt das Unternehmen immer noch deutlich vor Mercedes Benz mit 22,7 Milliarden, allerdings wird der Abstand kleiner. Überflügelt wird das Unternehmen zudem von Toyota mit 29,5 Milliarden US-Dollar.

Millward Brown schätzt den Wert im Vergleich zu andere Marken zudem nicht mehr so hoch ein, wie noch vor neun Jahren. Damals startete BMW auf Platz 13. der wertvollsten Markenwerte der Welt. Inzwischen findet sich BMW nur noch auf Platz 33 und konnte im Vergleich zum Vorjahr einen Platz gut machen.

Die etwas schlechtere Entwicklung sollte jedoch natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass BMW ein Konzern ist, der international auf eine starke Marke setzen kann.

Fazit: Die BMW-Aktie hat Analysten nicht auf ihrer Seite

BMW gilt als deutsches Qualitätsunternehmen mit herausragendem Ruf, verliert in den letzten Monaten und Jahren jedoch an Boden. Viele Analysten raten deswegen derzeit nicht zum Kauf, sondern die Entwicklung abzuwarten. Dies hängt auch damit zusammen, dass Chef Krüger unter genauer Beobachtung steht. Auftrieb soll die BMW Aktie auch durch die geplante Modell-Offensive erhalten.

Die BMW Aktie ist auch aufgrund der hohen Dividendenrendite bei Anlegern beliebt, die in den nächsten Jahren möglicherweise sogar noch steigen dürfte. Immerhin hat der Vorstand erst in diesem Jahr eindeutig formuliert, dass ihm der Aktienkurs am Herzen liegt. BMW könnte unter dem Dieselskandal der Konkurrenz jedoch noch weiter leiden.

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