Samsung Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Samsung Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Samsung Aktie ist eine Seltenheit: Sie gilt als Bluechip und stammt dennoch aus dem als Schwellenland angesehenen Südkorea. Vereint das Unternehmen deswegen enorme Wachstumschancen mit westlicher Stabilität? Oder müssen sich Anleger eher auf geringe Kurssteigerungen bei erhöhtem Risiko einstellen? Alles Wichtige zur Samsung Aktie und dem Unternehmen erfahren Privatanleger hier.

Samsung Aktie im Überblick

Wer eine Samsung Aktie kaufen möchte, interessiert sich in der Regel an Wertpapieren von Samsung Electronics. Dementsprechend gehen auch wir an dieser Stelle nicht auf die unterschiedlichen Aktien der verschiedenen Unternehmensteile ein, sondern konzentrieren uns auf die Aktie von Samsung Electronics.

Die Samsung-Aktie wird unter der WHN 888322 oder ISIN KR7005930003 geführt und wird üblicherweise in KRW notiert. Das Symbol ist SSUN. Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 140 Millionen Aktien ausgegeben und erreicht derzeit eine Marktkapitalisierung von mehr als 666 Milliarden Euro. Die Aktie ist Mitglied im koreanischen Aktienindex KOSPI. Es befinden sich rund 92 % der Aktien im Streubesitz.

Dabei gibt es unterschiedliche Aktien, die von Samsung herausgegeben werden und die von deutschen Aktionären bequem erworben werden können. Die wichtigsten sind Samsung und Samsung Electronics GDRS. Es gibt zudem auch eine kleinere Anzahl an Samsung Electronics Co. Ltd. Pfd. Shs Non-Voting.

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Die folgenden Fonds sind derzeit in größerer Menge in die Samsung Aktie investiert:

  • Templeton Growth Fund, Inc. USD
  • DWS Vermögensbildungsfonds I LD
  • Nordea 1 – Emerging Stars Equity Fund BP – SEK
  • iShares MSCI Emerging Markets (DE) UCITS ETF Inc
  • Capital Group Asia Pacific (All Countries) ex-Japan Equity C JPY
Der Samsung Webauftritt kann sich sehen lassen

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Samsung Zahlen und Fakten zum Unternehmen

Samsung hat seine Heimat im südkoreanischen Seoul. Das Unternehmen ist inzwischen über 80 Jahre alt und kann fast eine halbe Million Mitarbeiter zählen. Damit zählt die Samsung Group als einer der größten Mischkonzerne der Welt. Bekanntester Bestandteil der Gruppe ist Samsung Electronics, das für die Herstellung von Smartphones, Fernsehgeräten und IT-Bestandteile weltweit bekannt ist. Allein 307.000 Mitarbeiter und 167,42 Mrd. Euro des Umsatzes entfallen auf diesen Bereich.

Samsung verkauft dabei mehr Smartphones als Apple. 2016 konnte das Unternehmen 325 Millionen Smartphones absetzen, im Vergleich dazu kommt Apple auf 232 Millionen. Samsung ist auch bei Flachbild-Fernsehern seit zehn Jahren Weltmarktführer und verfügt derzeit über einen Marktanteil von 27,5 Prozent.

Insgesamt besteht Samsung aus 78 unterschiedlichen Unternehmen, die von der Fertigung von Mikrochips bis zum Schiffsbau sehr diverse Aufgaben erfüllen. Der Umsatz betrug im Jahr 2016 201,9 Billionen Won. Der Gewinn stieg trotz des Debakels um das Galaxy Note 7 von 26,4 Billionen auf 29,2 Billionen Won. Die Samsung Gruppe wird seit 2008 von den CEOs der einzelnen Gesellschaften geführt. Samsung Electronics untersteht derzeit der Leitung von Lee Kun-hee.

Samsung Geschichte

Die Samsung Group wurde am 1. März 1938 von Lee Byung-chull in Daegu gegründet. Das Lebensmittelhandelsgeschäft konnte jedoch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht überleben, sodass es in Seoul neu aufgebaut werden musste, nur um dort durch den Koreakrieg zerstört zu werden. Im Anschluss daran eröffnete Lee sein Geschäft noch einmal und gründete zudem die erste industrielle Zuckerraffinerie (Cheil Jedang) in Südkorea. Später wurde das Unternehmen zum größten Lebensmittelhersteller in Südkorea, bereits 1954, also ein Jahr nach der Gründung der Zuckerraffinerie, errichtet Lee eine Textilfabrik, später erfolgte der Einstieg in das Versicherungs- Bau- und Schiffbau-Geschäft.

Samsung Electronics wurde 1969 gegründet. Das Unternehmen spezialisierte sich schnell auf Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Schon früh konzentrierte sich das Unternehmen auf DRAM und Mikroelektronik.

Samsung wird seit der Gründung von Familienmitgliedern und Nachkommen von Lee Byung-chull geführt. Dementsprechend gilt es als größter Jaebeol in Südkorea, also als großes Familienunternehmen, das als Mischkonzern gelten kann. Die letzte größere Umstrukturierung fand im Mai 2014 statt, nachdem der bisherige Unternehmenschef Lee Kun-hee einen Herzinfarkt erlitt. Samsung will sich abseits von Samsung Electronics seitdem vor allem auf die Bereiche Automotive, FinTech, und Pharmazeutik konzentrieren.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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Kritik am Konzern

Samsung hat derzeit große Probleme mit Korruptionsvorwürfen. Im August 2005 wurde bekannt, dass Hunderte einflussreiche Personen, darunter auch Ex-Premierminister von Samsung Gehälter bezogen hatten. Im Februar 2017 wurde Vize-Präsident Lee Jae-yong aufgrund von Meineids-, Veruntreuungs- und Bestechungsvorwürfen in Untersuchungshaft genommen. Ende Februar 2017 erhob die Staatsanwaltschaft gegen Lee und weitere Spitzenmanager Anklage wegen Bestechung und Veruntreuung. Es handelt sich um einen der größten Korruptionsskandale in der Geschichte Südkoreas.

Außerdem wurde das Unternehmen 2010 wegen Kartellbildung verurteilt und musste eine Strafe von mehr als 145 Millionen Euro zahlen. Das Unternehmen war Teil eines Preiskartells für DRAMs. Im Folgejahr wurde eine Unternehmenssparte des Unternehmens ebenfalls wegen Preisabsprachen im Bereiche Bildröhrenglas für TV-Bildschirme und Monitore verurteilt. Hier betrug die Gesamtstrafe 128,7 Millionen Euro.

Zudem werden auch die Arbeitsbedingungen beim Mischkonzern immer wieder bemängelt. So wirft die Organisation Sharps Samsung vor, durch mangelnde Arbeitsschutzmaßnahmen begünstigt zu haben, dass rund 150 Mitarbeiter an Leukämie erkrankt sind.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

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Die aktuelle Lage und Samsungs Ziele

Samsung hat unter dem Titel „Vision 2020“ seine Zukunftsvision formuliert. Dabei hat es die folgenden Ziele festgelegt:

  • Bis 2020 jährlicher Umsatz von 400 Mrd. USD
  • Markenwert von Samsung unter den Top 5 weltweit
  • Vorwiegend Nr. 1 in der globalen IT-Branche
  • Unter den 10 besten Arbeitgebern der Welt
  • Innovatives, angesehenes und globales Unternehmen

Die Pläne gelten dabei durchaus als ambitioniert, zumal Samsung derzeit in einer kleineren Krise steckt, die durch die Fehlentwicklung beim Samsung Galaxy Note 7, bei dem einzelne Geräte Feuer fingen und die Ermittlungen wegen Korruption verursacht wurden. Samsung wurde dadurch zwar weniger hart getroffen, als von vielen vermutet, allerdings erlitt das Unternehmen fraglos einen Umsatzrückgang und einen Imageverlust.

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Wichtige Konkurrenten

Die wichtigsten Konkurrenten stammen aus unterschiedlichen Bereichen der Technologie-Branche. Als Peergroup werden üblicherweise deswegen auch andere Chip-Hersteller gelistet. Weitere stamme naus den Bereichen der Unterhaltungselektronik:

  • AMD Inc.
  • Infineon Technologies AG
  • Intel Corp.
  • Philips N.V.
  • LG Philips LCD
  • LG Electronics
  • SanDisk
  • Toshiba
  • Intel
  • Sony Corp.
  • Apple

Wichtige Partner

Samsung veröffentlicht keine vollständige Liste mit Zulieferern und andere wichtigen Partnern. Zuletzt hat das Unternehmen Harman International für acht Milliarden US-Dollar übernommen. Damit soll vor allem der Bereich der Automobil-Elektronik gestärkt, zum anderen soll die Weiterentwicklung des Sprachassistenten so deutlich leichter werden.

Die Zulieferer von Samsung standen in den letzten Jahren durchaus in der Kritik. So entdeckte der Konzern Kinderarbeit bei chinesischen Zulieferern und die Arbeitsbedingungen gelten ohnehin als verbesserungswürdig. Dass Samsung keine Liste an Zulieferern und Rohstofflieferanten zur Verfügung stellt, ist ein Unsicherheitsfaktor. Auch im Bereich Nachhaltigkeit macht das Unternehmen keine ausreichenden Angaben, sodass Aktionäre mit potenziellen Skandalen rechnen müssen – wenn auch nicht zwangsläufig müssen. Samsung ist alles andere als transparent, allerdings deckte das Unternehmen die Kinderarbeitsvorwürfe immerhin selbst auf und konnte so schnell Schaden abwenden.

Stärke der Marke

Samsung zählt zu den stärksten Marken der Welt. Bei der Ermittlung der wertvollsten Marken der Welt landet das Unternehmen derzeit mit einem Markenwert von 51,808 Milliarden US-Dollar 2016 zum dritten Mal in Folge auf dem 7. Rank. Bei Millward Brown verfehlt das Unternehmen hingegen die Top 10. IGP Mediabrands ermittelt hingegen beim Dynamic Store nach Google und Amazon den dritthöchsten Wert für die Samsung-Produkte. Zudem scheint das Unternehmen sein Not-7-Fiasko unbeschadet überstanden zu haben. Neun von zehn Samsung-Nutzern würden wieder ein Samsung-Smartphone kaufen und können sich auch den Kauf anderer Produkte des Unternehmens vorstellen.

Insgesamt ist die Bewertung der Marke also durchaus überzeugend, in manchen Fällen jedoch nicht herausragend. Hier kommt es auf den Nutzer an und welche Art der Markenwertermittlung er am meisten vertraut.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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Samsung Aktie: Kaufen, verkaufen oder halten?

Samsung hatte in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Dabei ist der Aktienkurs allerdings kaum von den Korruptionsvorwürfen beeinflusst. Zwar brach der Kurs immer wieder ein, wenn neue Details eröffnet wurden, der Trend geht zu Beginn des Jahres 2017 allerdings deutlich nach oben. Die Börsen können deswegen immer wieder historische Höchststände vermelden. Dies liegt sicherlich auch daran, dass das Unternehmen unter der Krise mit dem selbstzündendenden Smartphone-Flaggschiff deutlich weniger stark litt, als ursprünglich vermutet.

Finanzen.ch erteilt dem Wertpapier derzeit vier von vier Sternen bei mittlerem Risiko. Die Privatbank Berenberg hat die Samsung-Aktie allerdings von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ herabgestuft. Das Analystenteam vermutet, dass Samsung vor allem unter härterem Preiskampf und sinkendem Wachstum bei Premium-Smartphones leiden wird.

Dies soll auch einer der Gründe gewesen sein, dass Samsung sein Note 7 überstürzt auf den Markt gebracht hatte. Gerüchten zufolge wollte das Unternehmen die recht gering ausgefallene Überarbeitung des iPhone ausnutzen, um Marktanteile zu gewinne und im Weihnachtsgeschäft besser abzuschneiden. Um dies zu erreichen, sollen die Zulieferer unter extremen Zeitdruck gestanden und letztlich die Qualitätskontrolle gelitten haben.

Als entscheidend gilt deswegen, wie gut sich das Unternehmen trotz des Konkurrenzdrucks auf dem Markt positionieren kann. Dabei ist allerdings nicht nur Apple als Konkurrent entscheidend. Stattdessen musste Samsung in den letzten Monaten auch an Android-Konkurrenten wie LG, HTC und Google selbst Marktanteile abtreten. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte es für Samsung auf dem Smartphone-Markt äußerst ungemütlich werden. Insgesamt wird dem Unternehmen jedoch durchaus zugetraut, sich gegen die Mitbewerber durchsetzen zu können. Der Konzern sieht sich nicht zum ersten Mal einer solch starken Konkurrenz ausgesetzt und konnte sich in der Vergangenheit behaupten. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass die Aktie die Kurssteigerung auch in der Zukunft ähnlich fortsetzen kann.

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Wie viel Dividende zahlt Samsung?

Samsung hat nach dem Galaxy Note-Debakel die Dividende um 30 Prozent sehr deutlich erhöht. Zudem zahlt das Unternehmen inzwischen eine vierteljährliche Dividende, anstatt die Ausschüttung halbjährlich vorzunehmen. Bei einem Kurs von 524 Euro schüttete das Unternehmen im Vorjahr 21.000 KRW Dividende aus.

Fazit: Solen Privatanleger die Samsung Aktie kaufen?

Ein Vorteil des Mischkonzerns ist natürlich die Tatsache, dass das Unternehmen ungewöhnlich breit aufgestellt ist. Die große Diversifizierung führt dazu, dass Samsung vor einem Totalausfall sehr sicher scheint. Allerdings sollten Kunden beachten, dass sie üblicherweise Aktien des Flaggschiffs Samsung Electronic erwerben und dementsprechend nur bedingt an der breiten Diversifizierung des Unternehmens partizipieren.

Die Kursentwicklung der Samsung Aktie ist im Frühjahr 2017 tatsächlich überraschend. Das Unternehmen hat nur zu Beginn des Jahres 13 neue historische Höchststände verzeichnen können, ohne dass sich die Geschäftszahlen ausreichend verbessert hätten. Auf der anderen Seite ist der Konzern in einem ernstzunehmenden Korruptions-Skandal verstrickt und muss mit dem Galaxy Note-Disaster einen herben Umsatz- und Imageverlust verkraften. Positiv bewertet wird allerdings die Umstrukturierung des Konzerns, der zur Transparenz beiträgt.

Doch in der Zukunft könnte der Kurs durchaus wieder bergab gehen. Der Smartphone-Markt ist in den Industrienationen gesättigt, der Preiskampf bleibt jedoch unerbittlich. Vorteile der Aktie bleiben jedoch die starke Marktstellung im Smartphone- und Flat-TV-Bereich, die die Samsung Aktie nach wie vor interessant machen.

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