Intel – Der Halbleiter Champion mit Potenzial (2021)

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Intel Aktie - Das Wichtigste in Kürze

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Die Aktienanalyse: Intel jetzt kaufen?

Die Intel Corporation Aktie im Nasdaq gilt als sehr volatil (sprunghafter und unbeständiger Aktienkurs) und somit spekulativ.

Die Volatilität liegt bei Intel traditionell hoch. Starke Kursanstiege und starke Rückgänge wechseln sich ab. Im Jahr 2019 stieg der Aktienkurs innerhalb des Jahres um 58 %, um dann in knapp 3 Monaten wieder 19 % zu verlieren. Anfang 2021 ging es in wenigen Tagen zunächst 9 %nach unten und anschließend wieder 22 % nach oben. Ende März wurde erstmals wieder das Kursniveau vor der Corona-Krise erreicht.

Die wichtigsten Daten in Stichpunkten:

  • KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt aktuell bei unter 11,5 und liegt mit 77% unter dem Branchendurchschnitt für Halbleiter- und Halbleiterausrüstung. Das Börsenschwergewicht Intel gilt damit mit Blick auf das KGV als unterbewertet.
  • Seit 1992 erhalten Anleger der Intel Aktie eine Dividende. Die Dividendenrendite ist bezogen auf ein Kursniveau von 48 USD Anfang August 2020 bei über 2,7%.
  • Der Umsatz für das 3. Quartal 2020 soll auf rund 18,2 Milliarden USD wachsen. Das wäre das gleiche Niveau wie vor dem Corona-Crash.
  • Der Gewinn je Aktie lag im 2. Quartal um 10% über den Analystenschätzungen.
  • Die Intel Corp. hat eine fantastische Eigenkapitalquote von über 56% und machte im 2. Quartal 2020 22% mehr Gewinn als im gleichen Zeitraum im Jahr davor. Der Quartalsgewinn von 5.1 Mrd. USD übertraf die Analystenschätzungen.

Intel hinkt zwar nach eigenen Angaben bei der Entwicklung des 7-Nanometer-Prozessortechnologie dem selbst aufgestellten Zeitplan Monate hinterher. Es besteht die Gefahr möglicher Abwanderungen von Kunden zum Mitbewerber AMD.

Aber Intel verdient sein Geld nicht nur mit Prozessoren. Die Intel Aktie zählt zum Börsensegment „Halbleiter“. Die Analyse der Fundamentaldaten sind überwiegend positiv. Daher empfehlen wir die Intel Aktie bei einem Niveau unter 50 USD für mittelfristige Anlagen zum Kauf („buy“).


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Einige Rückschläge prägen die letzten Jahre

Ein Grund der hohen Volatilität der Intel-Aktie könnte auch sein, dass bei Intel trotz bester Gewinnaussichten immer wieder größere Probleme hervorgetreten sind. Es gab viele Skandale, die für Empörung sorgten, das Ende von Intel wurde manchmal bereits vorausgesagt, und doch geht auch heute bei Chipprozessoren an Intel kaum ein Weg vorbei.

  • Juli 2020 – Die Produktion des 7-Nanometern-Chip verzögert sich laut Intel um weitere 6 Monate. Ein Fehler im Produktionsverfahren führte zu einem überhöhten Anteil unbrauchbarer Intel-Chips. Der bisherige Hardware-Chef Murthy Renduchintala verlässt das Unternehmen.
  • Aufgrund vieler fehlerhafter Chiplieferungen hat Apple nun auch entschieden, seine Computer mit eigenen Chips auszustatten, anstatt auf Intel-Chips zurückzugreifen. Apple vertrat ja schon immer das Ziel, einen möglichst großen Teil der Produktionskette im eigenen Haus zu halten. So ist auch die Kontrolle über den Ausschluss von Konfliktrohstoffen besser gewährleistet.
  • Im Dezember 2018 wurden Sicherheitslücken im Intelprozessor gefunden, die Angreifern eine Möglichkeit zum Zugriff auf sensible Daten boten.
  • April 2018 – Im Intel-Chip Spectre-NG wurden 8 Sicherheitslücken entdeckt, die mit 8 Patches gefixt werden mussten. Das Problem der Sicherheitslücken zwar nicht gelöst, jedoch zumindest vorrübergehend geschlossen.
  • Schon 2018 verschätzte sich der Konzern bei der Entwicklung der 10-Nanometer-Chips. Auch hier gab es lange Verzögerungen und Lieferengpässe.
  • Januar 2018 – Intel-Chef Krzanich hat Ende November 2017 Intel Aktien im Wert von 24 Mio USD verkauft. Die schwerwiegenden Sicherheitslücken bei Intel-Chips waren derzeit bekannt, aber die Öffentlichkeit nicht informiert. Intel-Chef Krzanich dementierte mit der Begründung, dass er zufälligerweise sowieso alle Aktien bis auf 250.000 zu dem Zeitpunkt verkaufen wollte. Dieser Plan wurde jedoch erst nach Entdecken der Schwachstelle eingereicht.

Buy the rumor, sell the news

Diese bekannte Börsenregel sagt vereinfacht aus, das man bei positiven Gerüchten „blind“ kaufen und bei den Fakten verkaufen sollte. Denn positive Gerüchte führen sehr häufig zu starken Kurs-Steigerungen. Die spätere Bestätigung des Gerüchts wird wiederum häufig zum Verkauf der Aktie genutzt.

So geschah es auch der Intel Aktie Ende Juli im Nasdaq nach der Veröffentlichung der Fakten. Denn die positive Überraschung der Quartalszahlen hatte keinen nachhaltig kurstreibenden Einfluss auf den Aktienkurs. Die erahnte und nun bestätigte Produktionsverzögerung sorgten jedoch massiv für Verkaufsdruck.

 201720182019
Umsatz in Mrd. USD62,76170,84871,965
Gewinn pro Aktie in EUR1,81 4,064,24
Dividende je Aktie in EUR0,961,331,12

Quelle: Intel Investor Relations

Der Ausblick auf die Aktie der Intel Corp.

Intel hat 2020 seinen Umsatz unerwartet stabil gehalten und den Gewinn gesteigert. Somit wurden die eigenen Erwartungen sowie die der Analysten übertroffen. Für das Jahr 2021 (genauer gesagt 2020/2021, denn das Intel-Geschäftsjahr beginnt am 27. Dezember) wird allerdings ein etwas niedrigerer Gewinn je Aktie erwartet.

Insbesondere der Umsatz mit den Rechenzentren steigt bereits seit dem 3. Quartal 2019 stark an. Auch im 2. Quartal stieg der Anteil des Umsatzes der Rechenzentrunen um 43% auf mittlerweile 7,1 Mrd USD. Das sind fast 30% des Gesamtumsatzes von Intel.

Intel bleibt eine Aktie mit starker Dividende

Für die Aktie der Intel Corp. gibt es auch zum 01.09.2020 wieder eine Dividende in Höhe von 0,33 USD je Aktie und Quartal. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt das eine Dividendenrendite beim Kurs von 48 USD in Höhe von 2,75%.

Zu erwähnen ist, dass es für die Intel Aktie seit dem Jahr 1992 jedes Quartal eine Ausschüttung in Form einer Dividende gab. Diese hohe Dividende ist ein guter Ersatz für Zinsjäger, die ähnliche Zinshöhen nur bei High Yield Bon erreichen beim Risiko des Ausfalls der Anleihe. Für 2021 plant Intel die Dividende erneut anzuheben.

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Hinweis: Ihr Kapital ist gefährdet.

Das Unternehmen Intel läuft der Entwicklung hinterher

Intel macht derzeit seine Hauptumsätze mit den Halbleiterchips. Jedoch führen Fehlproduktionen dazu, den derzeit knappen Gewinn zu vernichten.

Intel hat ein anderes Produktionsverfahren, das keine defekten Rechenkerne erlaubt. Bei AMD können Chips auch mit einem defekten Rechenkern weiterverarbeitet werden, da dort vereinfacht gesagt Ersatzkerne im Chip vorhanden sind. Anders als das Chiplet Design von AMD ist die Ausschussquote bei Intel in der Prozessor Produktion deutlich höher.

Auch die verzögerte Erstellung der 7-Nanometer-Produktion stellt zukünftige Gewinnziele infrage. Denn in der hart umkämpften Chipfertigung sind niedrige Fehlerquoten wichtig, um Gewinn erzielen zu können.

Der CEO von Intel, Bob Swan, kann sich daher erstmalig vorstellen, aus der Chipproduktion auszusteigen und diese an erfahrene Chipproduzenten zu vergeben. Es bliebe dann wie bei AMD die Entwicklung (Design) bei Intel. Aus derzeitiger Sicht sollte dieser Schritt zu mehr Zuverlässigkeit des Halbleiter Champions Intel führen.

Apple MacBooks zukünftig ohne Intel

Das hört sich dramatisch an. Ist jedoch für uns eher unter buy the rumor, sell the news einzuordnen:

Intel hat mit Apple ein doch eher freundschaftliches Verhältnis. Daher hat der iPhone-Hersteller sich schon länger unabhängiger von großen Chipherstellern wie Qualcomm gemacht bzw. treibt Trennungen voran, sobald Alternativen gefunden sind.

Nachdem Apple mit dem Lieferanten Qualcomm einen jahrelangen Patentstreit hatte, kaufte Apple 2019 von Intel die 5G-Smartphone-Modem-Abteilung. Damit sicherte sich Apple den Zugang zu mehr als 17.000 Mobilfunkpatenten und übernahm rund 2000 Intel-Mitarbeiter.

Der Verkauf hat Intel bezüglich seines Gewinns nicht geschadet wie die Quartalsergebnisse aus dem ersten und zweiten Quartal 2020 zeigen.

Tatsächlich geht es bei Apple MacBooks um max. 5% Umsatzverlust, den Intel auf anderen Bereichen kompensieren muss. Wir wollen damit nicht sagen, dass es positiv ist, dass Apple zukünftige MacBooks mit eigenen Chips ausrüsten will. Aber wir wollen darauf hinweisen, dass der PC Markt bei Intel jedes Quartal mehr an Einfluss am Gesamtgewinn verliert und daher von Intel kompensiert werden kann.

Aktienempfehlungen und Analystenmeinungen zu Intel

Analystenmeinungen sind nur Einschätzungen und keine Aufforderung zum Aktien kaufen. Sollte der Analyst eine Aktie für unterbewertet halten, wird der Kauf empfohlen (buy/strong buy) und ein mögliches Kaufziel angegeben. Schätzt der Analyst die Aktie als überbewertet ein, wird der Verkauf (sell/strong sell) empfohlen.

Scheint die Datenlage für den Analysten nicht ausreichend, gibt es häufig die Empfehlung, eine Aktie nicht zu verkaufen, sondern zu halten (hold). Eine aktuelle Einschätzung eines Marktanalysten ist somit völlig losgelöst vom jeweiligen Kaufkurs einer Aktie.

Flash-Analysen und Prognosen zur Intel Aktie

Goldman senkt Ziel für Intel von 54 USD auf 46 USD auf ‚Sell‘ (27.07.2020)

Intel habe die Gewinnerwartungen übertroffen, gerate jedoch durch die Verzögerungen bei der 7-Nanometer-Technologie unter Druck.

DZ Bank senkt Intel von 67 USD auf 47 USD auf ‚Verkaufen‘ (24.07.2020)

Die guten Geschäftszahlen zum zweiten Quartal seien erfreulich, jedoch könne das Eingeständnis Intels, dass die Markteinführung von leistungsstarken Prozessoren wegen „identifizierter Fehler im Produktionsprozess“ zum wiederholten Male um (mindestens) sechs Monate verschoben werden muss, dazu führen, dass Intel gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geraten und Marktanteile einbüßen könnte.

Barclays senkt Intel Aktie ‚Equal Weight‘ auf ‚Underweight‘ – Ziel 48 Dollar (24.07.2020)

Die britische Investmentbank meint, das zweite Quartal des Chipkonzerns Intel habe die Erwartungen klar übertroffen. Aufgrund der Verzögerungen bei der 7-Nanometer-Prozessortechnologie fokussiere sich Intel zunächst auf die margenschwächere 10-Nanometer-Technologie, aber das PC-Geschäft dürfte sich im kommenden Jahr abschwächen.

UBS senkt Ziel für Intel von 70 auf 64 Dollar – ‚Buy‘ (24.07.2020)

Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für die Intel Aktie nach den Berichtszahlen von 70 auf 64 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf „Buy“ belassen. Der schwache Ausblick auf das zweite Halbjahr und die vermeldeten Verzögerungen bei der 7-Nanometer-Technologie seien keine guten Nachrichten, schrieb Analyst Timothy Arcuri in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er sehe dabei aber auch einen Lichtblick: Die Verzögerungen könnten den Prozessorhersteller letztlich dazu veranlassen, mehr Produktion auszulagern.

Credit Suisse senkt Ziel für Intel von 75 USD auf 70 USD – ‚Outperform‘ (24.07.2020)

Intel habe bei der Umsatzentwicklung überzeugt, der zukünftige Gewinn je Aktie sehe jedoch nicht so gut aus. Langfristig blieben die Aussichten jedoch gut.

Goldman senkt Intel von ‚Neutral‘ auf ‚Sell‘ – Von 65 USD auf Ziel 54 USD (06.07.2020)

Nach der Hochstufung vom März aufgrund des Homeoffice-Trends zeigen aktuelle Signale ein eher schwächeres PC-Geschäft im zweiten Halbjahr und somit Marktanteilsverluste bei Prozessoren.

Bernstein Research belässt Intel auf ‚Market-Perform‘ – Ziel 55 Dollar (23.06.2020)

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Intel anlässlich der Umstellung bei Apple von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung auf „Market-Perform“ belassen.

Morgan Stanley senkt Intel auf ‚Equal-weight‘ und hebt Ziel an (16.06.2020)

Analyst Joseph Moore geht in einer am Dienstag vorliegenden Studie zur US-Halbeiterbranche nicht davon aus, dass Intel die Anleger in diesem Jahr enttäuschen werden.

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Intel Aktie in der SWOT Analyse

Stärken: weiterhin positiver Ausblick bei Desktop-PCs

Intel konnte für die Aktionäre und Analysten positive Prognosen bei Umsatz und Gewinn sowie starke Quartalszahlen seit dem Q3 2019 ausweisen. Der Umsatz wird weiterhin hauptsächlich mit den Mikroprozessoren von Client Computing, Desktops PC und Laptop erzielt.

Die Investition in Rechenzentren und deren Umsatzsteigerung sorgt mittelfristig für eine starke Diversifikation. Mit der Eigenkapitalquote von über 55 % oder ca. 21 Mrd. USD kann Intel gerade in der Krise sinnvolle Investitionen tätigen, wo viele Unternehmen auf staatliche Hilfen angewiesen sind.

Als Halbleiter-Champion steht auch die Statistik auf der Seite von Intel. Denn Champions Aktien verzeichnen höhere und konstantere Kursgewinne sowie weniger oder geringere Rücksetzer als 99,9% aller weltweit gehandelten börsennotierten Aktien. (Quelle: Börse.de)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lag für das Geschäftsjahr 2020 nur bei rund 10, was besonders für einen Technologiekonzern ausgesprochen günstig ist (zum Vergleich: bei der Alphabet Aktie (Google) liegt es bei rund 30, bei Tesla über 1.000).

Schwächen: Ohne die neue 7-nm-Chip-Technologie geht bald nichts mehr

Intel muss die 7-nm-Chip-Technologie oder einen Nachfolger bis Ende 2021 auf dem Markt anbieten können, sonst werden die Hersteller von PCs Optionen prüfen müssen. Denn die Käufer von PCs erwarten stromsparende und immer schnellere Mikroprozessoren. In der E-Sports und Gaming Branche (mehr dazu in unserem Artikel „In eSports investieren„) geht z.B. nicht viel ohne schnelle Prozessoren. Auch für KI (künstliche Intelligenz kaufen) sowie für Deep Learning und neuronale Netze werden die leistungsstärkeren Prozessoren benötigt.

Chancen: Nach dem Absturz günstig bewertet

Intel hat mit Prognosen bezüglich Umsatz und Gewinn überzeugen können und die Analystenschätzungen in den letzten 3 Quartalen jedes Mal übertreffen können. Trotzdem wurden an der Börse die Aussichten zu modernen Halbleitern zum Thema gemacht und die Intel Aktien abgestraft.

So hat Intel ein extrem günstiges KGV von derzeit ca. 13, was bei einem 1/3 der anderen Halbleiterproduzenten liegt. Für den Champion der Halbleiterindustrie mit satt gefüllter Kriegskasse ist das sehr niedrig. Einige Analysten erwarten sogar einen Rückgang des KGV auf unter 11.

Intel hat nach Analystenberechnungen die letzten Jahre über 12 Milliarden USD freies Cashflow generiert. Das sind Ergebnisse, die häufig nur die jeweiligen Champions eines Segments schaffen. Die Zukäufe in Unternehmen der „künstlicher Intelligenz“ (KI) sowie die Investitionen in Rechenzentren kann langfristig den Rückgang der PC-Verkäufe kompensieren.

Risiken: Hohe Volatilität bietet Chancen, aber auch Risiken

Die Volatilität liegt bei ca. 10% über der des S&P500. Sie ist möglicherweise damit begründet, dass gerade im Hauptgeschäftsfeld von Intel bzgl. der 7-Nanometer-Prozessortechnologie es an positiven Aussichten fehlt.

Die hohe Volatilität zeigt jedoch auch, dass die Intel Aktie immer wieder von Investoren gesucht wird. Ohne einen umsetzbaren Plan für wettbewerbsfähige Prozessoren-Technologie wird die Intel Aktie es schwer haben, an alte Höhen anzuknüpfen. Denn dann ist zu erwarten, dass AMD seinen Anteil an Chips auf 40-50% ausbauen kann.

Aus Sicht der technischen Analyse ist der Kurs der Intel Aktie mit Stand 8/2020 bei SMA50 (gleitender Durchschnitt) über 17% entfernt. Somit spricht aus charttechnischer Sicht nichts für steigende Kurse der Intel Aktie.

Ergebnis der SWOT Analyse

Wir sehen bei der Marktstellung von Intel Corp., den dauerhaft hohen Bilanzgewinnen und dem hohen Eigenkapital kaum das Risiko, dass die Aktie nicht zu alten Höchstständen zurückkehrt. Jedoch ist nicht absehbar, wie der Markt den weiterhin zunehmenden Verlust von Marktanteilen an AMD bewerten wird.

Allerdings ist Intel Corp. längst breiter in weiteren Märkten wie z.B. Rechenzentren aufgestellt und besitzt eine riesige Ansammlung von Patenten, die wie beim Verkauf der 5G Technologie an Apple immer wieder für Sondererträge sorgt.

Die erzielten Einnahmen werden regelmäßig in neue Technologien reinvestiert, sodass Intel Corp immer am Puls der Zeit ist.

Hintergrund zu Intel

Intel ist ein weltweit agierendes Unternehmen. Intel versorgt die Industrie, große Konzerne, mittelständische Unternehmen sowie auch Privatkunden mit Soft- und Hardwareprodukten, hauptsächlich jedoch mit Halbleiter-Speicherchips und Mikroprozessoren. Auch Schaltkreise, Speicherplatten, -karten und -systeme gehören zur Produktpalette von Intel sowie seit 2020 unter dem Namen Mobileye selbstfahrende Autos.

Diese wurden vom TÜV Süd bereits zertifiziert und es werden wohl bereits 2020 erste Testfahrten mit selbstfahrenden Fahrzeugen der Firma Intel Mobileye auch auf deutschen Straßen stattfinden. Mobileye bietet Autoherstellern Ausrüstung für Fahrassistenz-Systeme und Technologie zum autonomen Fahren an.

Weitere Technologielösungen bietet der Chip-Hersteller Intel mit der Entwicklung von Plattformen sowie den Bau und dem Betreiben von Rechenzentren und Datenzentren für Cloud-Anwendungen an.

Bei der künstlichen Intelligenz (KI-Boom) baut Intel auf Zukäufe statt auf Eigenentwicklung. So soll demnächst das israelische Unternehmen Habana Labs zwischen 1 Mrd. und 2 Mrd. USD erworben werden (Stand: 07/2020), nachdem Intel bereits Moovit gekauft hat.

Das israelische Unternehmen Moovit besitzt eine vielversprechende Mobilitäts-App. Im Jahr 2015 bezahlte Intel bereits 16,7 Mrd. USD für Altera und 2016 das Start-up Nervana. Es wird sich zeigen, ob Intel diese Zukäufe im Konzern sinnvoll integrieren kann.

Gegründet in Santa Clara und geschätzt 80% Marktanteil

Intel wurde bereits 1968 in Santa Clara, Kalifornien, gegründet. Bereits seit 1971 ist Intel an der Börse notiert.

Durch teilweise fragwürdige Methoden in „Bonus-Verträgen“ mit PC-Herstellern schaffte Intel bei Mikroprozessoren für Computer weltweit einen Marktanteil von bis zu 80%.

Wo kann man die Aktie von Intel kaufen?

Da Intel Corporation einer der größten Konzerne der Welt ist, ist die Intel Aktie an allen deutschen Börsenplätzen wie bspw. Tradegate oder Xetra handelbar.

Um die Aktie Intel corp. möglichst günstig kaufen zu können, sollten Sie sich eines preisgünstigen Brokers bedienen. Am einfachsten finden Sie den in unserem Depot Vergleich. Wie Sie ein Aktiendepot eröffnen, haben wir Ihnen in unserem Ratgeber „Depotkonto eröffnen“ Schritt für Schritt aufgezeigt.

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ETF als Alternative zur Intel-Aktie?

Wem die beschriebenen Risiken und Prognosen der Intel Aktie zu hoch erscheinen, der kann auf einen ETF zugreifen. Dies ist gerade für Aktien Anfänger empfehlenswert, die bei der Analyse einer sehr volatilen Aktie überfordert sein könnten.

Allerdings befinden sich in den weltweit anlegenden ETFs die Aktien nur in ihrer Gewichtung am Index wider: So ist die Intel Aktie im MSCI World nur mit unter 0,5% vertreten.

In ETFs des Index MSCI USA ist die Intel Aktie je nach Marktkapitalisierung (Gesamtwert aller in Umlauf befindlichen Wertpapiere) mit 3,8 bis 4 % vertreten.

Wir haben hier 5 vielversprechende ETFs ausgewählt.

Folgende Kriterien haben wir berücksichtigt:

  • Fondsvolumen mindestens 200.000.000 EUR
  • Niedrige Gesamtkostenquote (TER) in der jeweiligen Vergleichsgruppe
  • Auflagedatum ETF vor 1.7.2018
  • Größtmöglicher Intel-Anteil

Das Einzelrisiko der Intel Aktie verringern und ETF mit Intel Aktie kaufen

  • ISHARES EDGE MSCI USA VALUE FACTOR UCITS ETF – USD ACC – Factsheet
    Anbieter: BlackRock Asset Management Ireland; Anteil Intel ca. 7,6%
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  • XTRACKERS MSCI WORLD VALUE UCITS ETF – 1C USD ACC – Factsheet
    Anbieter: DWS Investment S.A.; Anteil Intel ca. 5,7%
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  • XTRACKERS MSCI WORLD INFORMATION TECHNOLOGY UCITS ETF – 1C USD ACC – Factsheet
    Anbieter: DWS Investment S.A.; Anteil Intel ca. 2,8%
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    Anbieter: BlackRock Asset Management Ireland; Anteil Intel ca. 2,8%
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  • HSBC MSCI World UCITS ETF USDFactsheet
    Anbieter: HSBC Investment Luxemborg, Anteil Intel ca. 0,4%
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Expertentipp
Um Geld in Einzelaktien zu investieren, sollte etwas Vermögen vorhanden sein, damit die schlechte Entwicklung eines Wertes nicht die Bilanz des gesamten Depots gefährdet. Besser ist für Kleinanleger der Kauf mehrerer ETFs. Wer Spaß am Trading hat, sollte sich dafür ein von der Geldanlage getrenntes CFD-Konto bei einem seriösen Anbieter wie eToro zulegen.

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Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. 67% der CFD-Konten von Privathändler verlieren ihr Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

FAQ

Im welchen Index befindet sich die Intel Aktie?

Die Intel Corp. Aktie gehört zu den 500 größten Unternehmen in den USA und ist im Nasdaq sowie im S&P500 zu finden. Auch nach dem Kurssturz um 21% Ende Juli 2020 gehört die Intel Aktie Corp. zu den 10 größten börsennotierten Unternehmen der USA und befindet sich somit unter den 30 größten Unternehmen im Dow Jones.

Gab es bei Intel bereits einen Aktiensplit?

Intel machte seit 1987 bis zuletzt 2000 insgesamt 6 Aktiensplit. Wer damals 100 Intel Aktien besaß, hat allein durch die 6 Aktiensplits (Stock split) heute 4800 Aktien. Es lohnte sich bisher daher gerade bei Technologieaktien häufig die buy and hold Strategie.

Welche Aktien sind vergleichbar (Peergroup) mit der Intel Corp. Aktie?

Da ist zum einen die Aktie des Hauptkonkurrenten AMD zu nennen. Weitere interessante Unternehmen der Peergroup sind die Aktie von Nividia oder Texas Instruments. Als deutsche Unternehmen befinden sich die Aktien von Infinion, Süss Microtec oder Aixtron in der gleichen Peergroup.

Was ist die 7-nm-Chip-Technologie bei Halbleitern?

Seit 1997 werden Halbleiter durch die International Technology Roadmap for Semiconductors (ITRS) definiert. Vereinfacht geht es um den technischen Fortschritt eines Halbleiters. Aktuell werden als neuste Chips die 7-mn-Technologie verbaut. Jedoch hat der technische Fortschritt bereits dafür gesorgt, dass dieses Jahr auch die 5-nm-Technologieknoten und 4-nm-Chip-Technologknoten produziert werden könnten. Intel konzentriert sich mangels Möglichkeiten derzeit auf die ältere 10-nm-Technologie.

Fazit

Intel günstig bewertet – Jedoch auch negative Aussichten

Trotz aller Vorzüge der AMD Prozessoren bleibt Intel bei PC und Server seit vielen Jahren der Marktführer und Halbleiterchampion. Es ist kaum vorstellbar, dass Intel mit seinem Know-how und seiner Manpower den Rückstand zu AMD nicht wieder verringern wird. Darin liegen jedoch auch die Risiken für das Weihnachtsgeschäft 2021, sollten einige PC-Hersteller noch auf AMD umschwenken, um die neue 7-nm-Chip-Technologie bereits anbieten zu können.

Es scheint nicht mehr undenkbar, dass Intel ebenfalls aus der direkten Chipproduktion aussteigt und nur noch als Namensgeber und Designer von Halbleitern auftritt. AMD und auch Nvidia (beide Aktien an der Börse gehandelt) nutzen bereits den taiwanesische Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) für die selbst designten Produkte.

Die Entwicklung neuer Chipsätze für Smartphone ist bei Intel eher irrelevant. Hier sind neben Huawei die Unternehmen Qualcomm und Samsung der Maßstab. Intel hat daher schon 2019 die 5G-Smartphone-Modem Abteilung an Apple verkauft.
Daher halten wir den derzeitigen Aktienkurs im Juli 2020 von unter 50 USD für einen günstigen Kaufkurs. Der Kurs von unter 50 USD wurde letztmalig im August 2019 erreicht.

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Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Aktien.net und schreibt seit 2016 für das Portal. Im August 2006 - Januar 2009 hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz Versicherung absolviert. Hier war er unter anderem im Investmentbanking bei der Dresdner Bank (damals noch Teil der Allianz, heute Commerzbank) eingesetzt. Paul interessiert sich insbesondere für Aktienindizes, ETFs, Fonds, Rohstoffe und Anleihen.