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7/10

Interactive Brokers
Aktiendepot Erfahrungen & Test

Order ab 4.00 €

Günstiger Broker für Viel-Trader. Wegen der Mindestgebühr von 10,- Euro pro Monat oder mehr aber bei niedrigen Umsätzen nicht attraktiv.

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Interactive Brokers ist ein großer Aktien- und CFD-Broker aus den USA, der über seine Tochter Interactive Brokers (U.K.) Limited auch in der Europäischen Union aktiv ist. Wie sind die Konditionen des europäischen Ablegers? Was ist mit den Steuern? In der EU ist Interactive Brokers außerdem bereits als Partner von Lynx indirekt aktiv. Ist ein Konto bei Lynx vielleicht die besser Wahl?  Darüber geben unsere Interactive Brokers Erfahrungen Auskunft. So viel vorneweg: Attraktiv ist der Broker nur für Profis und Heavy Trader (siehe Absatz Gebühren und Leistungen).

Interactive Brokers Erfahrungen in Stichpunkten:

  • Britische Niederlassung des US-Brokers
  • Günstige Konditionen, z.B. Gebühr von 0,1 Prozent des Umsatzes bei Xetra
  • Mindestgebühr pro Monat von 10,- beziehungsweise 20,- Euro
  • Keine Niederlassung in Deutschland
  • Partner von Lynx
  • Reiner Broker, keine weiteren Bankdienstleistungen

Die wichtigsten Daten zu Interaktive Brokers :

Unternehmen Interactive Brokers U.K. Ltd.
Adresse Level 20 Heron Tower, 110 Bishopsgate, London EC2N 4AY
Telefon 00800-42-276537
eMail Schriftliche Kontaktaufnahme nur über Formular
Chat Ja
Aufsichtsbehörden FCA (Großbritannien)
Demokonto Ja
Handelsplattformen WebTrader, Desktop-TWS, Apps für iOS und Android, Programmierschnittstelle für die Anbindung eigener Software
Muttergesellschaft Interactive Broker LLC, USA

Interacitve Brokers: Gebühren und Leistungen

Interactive Brokers bezeichnet sich selbst als „lowest cost broker“, also als Niedrigstgebühren-Broker. Dabei beruft man sich auf eine Auszeichnung des Portals Stockbroker.com. Im Angebot hat man nicht nur Aktien, sondern auch Fonds, ETFs und CFDs.

Interactive Brokers Betrug ?

Die Startsteite von Interactive Brokers.

Zielgruppe sind klar Daytrader und institutionelle Anbieter, für sie ist der Broker tatsächlich unschlagbar günstig.  Wer regelmäßig handelt und schnell kauft und verkauft, profitiert von den günstigen Konditionen, auch als Privatanleger. Für Anleger, die langfristig Geld anlegen und nur gelegentlich handeln oder einen Sparplan vorziehen, ist Interactive Brokers dagegen nicht geeignet. Er sollte über einen anderen Broker oder einen Robo Advisor wie quirion oder VisualVest nachdenken.

Monatliche Mindestgebühr

Das dem so ist, liegt an der Kostenstruktur. Bei einem durchschnittlichen Kapitalsaldo von weniger als 2.000,- Euro müssen Kunden pro Monat mindestens 20,- US-Dollar an Gebühren zahlen, darüber 10,- US-Dollar. Wenn die monatlichen Ordergebühren unter diesem Betrag liegen, müssen trotzdem 10,- beziehungsweise 20,- US-Dollar gezahlt werden, die bereits gezahlten Kauf- und Verkaufskosten werden aber angerechnet. Liegen die Gebühren in Summe über der jeweiligen Grenze, entfällt die Monatsgebühr. Diese Mindestgebühr macht den Broker für Anleger mit geringen Umsätzen unattraktiv. Weil die Kosten pro Trade allerdings relativ niedrig sind, ist der Anbieter für Trader mit höheren Umsätzen dagegen attraktiv. Nur 1,25 US-Dollar kostet ein Kauf oder Verkauf mindestens, 29,- US-Dollar maximal.

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Bei CFDs sind die Gebühren nach Aktien-CFDs, Devisen-CFDs und Index-CFDs unterschieden. Für ein DAX-CFD liegt die Mindestgebühr beispielsweise bei 1,- US-Dollar, für Differenzkontrakte auf europäische CFDs dagegen bei 3,- Euro.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Broker

Ist Interactive Brokers wirklich seriös und sicher?

Die niedrigen Kosten lassen zunächst Zweifel aufkommen, ob Interactive Brokers seriös ist. Allerdings klären sich diese schnell bei einem genaueren Blick, denn für Trader mit geringem Umsatz ist der Broker durch die Depotgebühr von monatlich 10,- oder sogar 20,- US-Dollar alles andere als günstig.

Da nicht aktive Konten auch Kosten verursachen, kann Interactive Brokers für aktive Händler sehr günstige Preise bieten, weil diese nicht die inaktiven Kollegen mitfinanzieren müssen.

DiBa

Früher verlangten die meisten Broker und Banken eine monatliche Gebühr. Seit diese fast überall entfallen ist, sind Kunden mit niedrigen Umsätzen für die meisten Anbieter unattraktiv. Bild: Historische Aufnahme aus dem Archiv der ING.

Als britische Bank unterliegt Interactive Brokers der Aufsicht durch die britische Finanzbehörde FCA. Auch die Einlagensicherung erfolgt im Vereinigten Königreich, wobei die Regeln dort nach wie vor mit denen der Europäischen Union übereinstimmen. Allerdings dürfte sich das bald ändern, wenn das Königreich die EU verlässt. Dann muss die EU-Niederlassung von IB aber ohnehin in ein anderes Land umziehen.

Welche Handelssoftware und nutzt Interactive Brokers?

Interactive Brokers bietet verschieden Produkte für seine Kunden.  Einfach zu handhaben ist die Web-Anwendung der hauseigenen Tradingsoftware TWS. Hier können Kunden ohne Download eines Programms direkt über eine Website handeln. Das empfiehlt sich auch für Kunden mit anderen Betriebssysteme als Windows.

Etwas professioneller ist die Desktop-Variante der Tradingsoftware. Sie muss zunächst heruntergeladen und auf dem PC installiert werden, bietet dafür aber auch mehr Funktionalitäten wie ein Tool zur Risikoanalyse bei Optionen.

Interactive Brokers MetaTrader

Interactive Brokers bietet eine ganze Reihe von Handelsplattformen, darunter auch die Eigenentwicklung Trader Workstation (TWS).

Vor allem an Unternehmen richtet sich die Programmierschnittstellen, die IBKR APIs. Sie erlaubt die Einbindung eigener Handelssoftware. Nach Aussagen von Interactive Brokers wird besonders die Excel-API häufig genutzt.

Von Mobilgeräten aus können Trader mit Hilfe von IBKR Mobile die Dienste des Brokers nutzen. Die App ist sowohl für Android als auch für das iPhone und iPad Betriebssystem iOS verfügbar.

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Wie gut ist der Kundenservice des Brokers?

Interactive Brokers ist ein US-Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland. Allerdings ist der (englischsprachige) Kundenservice in Großbritannien unter einer 0800-Nummer von Deutschland aus kostenfrei zu erreichen.

Allerdings sind die Zielgruppe des Services vor allem Großkunden, „normale Trader“ versucht Interactive Brokers über einen Bot zu beraten. Außerdem gibt es eine Wissensdatenbank.

Interactive Brokers Kundenservice

Privatanleger versucht Interactive Brokers möglichst weitgehend über einen Bot zu beraten.

Positiv ist, dass Interactive Brokers ein kostenloses Demokonto anbietet. So können Trader den Broker, aber auch ihr eigenes Geschick als Händler, zunächst risikofrei testen. Wer mit dem Demo Account ins Minus kommt, hat am Ende nur Spielgeld verloren.

Anders als viele andere Broker, bei denen man sich zunächst ganz reguläre anmelden muss, um das Demokonto nutzen zu können, bietet IB einen einfachen und schnellen Zugang zum „Spielgeld-Depot“. Interessenten müssen nur auf die Schaltfläche mit der Aufschrift Gratis-Demo rechts oben klicken und können es sofort einrichten.

Führt Interactive Brokers Steuern ab?

Als britisches Unternehmen führt Interactive Brokers keine Abgeltungssteuer an die deutschen Finanzämter ab. Versteuern müssen Anleger Erträge aber natürlich trotzdem. Allerdings bleibt der Vorteil, dass die Steuern erst am Ende des Jahres fällig und nicht sofort einbehalten werden. Dafür hat der Anleger etwas mehr Arbeit, weil er in jedem Fall eine Steuererklärung abgeben muss, sofern er Gewinne macht.

LandQuellensteuer in %maximal anrechenbarZusatzbelastung im günstigsten Fall
Belgien301515
Brasilienkeine--
China (ohne Hongkong und Macau)1010-
Frankreich21156
Hongkongkeine--
Indien1010-
Irlandkeine für EU-Bürger--
Italien261511
Japan1515-
Korea (Südkorea)20155
Schweiz351520
Südafrika0-1515-
Vereinigtes Königreichkeine--
Vereinigte Staaten von Amerika ohne Ermäßigung301515
Vereinigte Staaten von Amerika mit Ermäßigung15-15

Bei ausländischen Aktien können außerdem Quellensteuern auf Dividenden anfallen, etwa bei US-Papieren. Das ist allerdings bei deutschen Brokern nicht anders.

Hintergrund zu Interactive Brokers

Interactive Brokers wurde 1993 als Broker/ Dealer gegründet. Die Anfänge reichen aber zurück bis ins Jahr 1977, als Thomas Peterffy einen Börsensitz an der American Stock Exchange erwirbt. Die AMEX war damals eine der größten Wertpapierbörsen der USA, wurde aber 2008 von der New York Stock Exchange übernommen.

Ein Jahr später gründet er ein eigenes Unternehmen, das in den 1980er Jahren zunächst langsam, aber stetig wächst und bis 2001 als Timber Hill Inc firmiert. Seit 2001 heißt dieses Unternehmen, nach der mittlerweile bekanntesten Marke, Interactive Brokers Group.

Aktienarten

Die Wurzeln von Interactive Brokers liegen in New York. Allerdings nicht hier, an der New York Stock Exchange, sondern an der AMEX,. Die war damals noch eine eigenständige Börse.

Das Gesamtunternehmen führt heute mehr als 820.000 Transaktionen pro Tag aus und bietet den Handel mit zahlreichen börsengehandelten Gütern wie Aktien, Optionen, Futures, Devisen, Anleihen und Fonds. Am Hauptsitz in Greenwich (Connecticut, USA) sowie in Hongkong, Großbritannien, Japan, Indien, China, Kanada, der Schweiz, Estland, Australien, Ungarn und Russland beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.400 Mitarbeiter.

Weitere Angebote und Services von Interactive Brokers: Fehlanzeige

Interactive Brokers ist ein klassischer Broker, wie er vor allem in den USA häufig vorkommt. Er bietet im Gegensatz zu vielen deutschen Direktbanken wie der ING oder der DKB Bank keine weiteren Bankdienstleistungen neben dem Brokerage.

DKB Zuwachssparen

Die DKB Bank verlangt zwar Gebühren von mindestens 10,- Euro je Kauf oder Verkauf, dafür aber keine Mindestgebühr. Wer seltener als ein Mal im Monat handelt, zahlt hier weniger als bei Interactive Brokers und bekommt alle Bankdienste aus einer Hand. Darunter auch “exotische” wie das Zuwachssparen.

Das hat für Kunden durchaus auch Vorteile, denn das Unternehmen kann sich ganz auf das Handelsgeschäft konzentrieren. In diesem Bereich ist es auch durchaus breit aufgestellt und bietet sowohl den Handel mit Aktien als auch Optionen, Futures, CFDs und Fonds. Wer aber auch ein Girokonto und Festgeld aus einer Hand haben will, ist hier an der falschen Adresse.

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Interactive Brokers vs. Lynx: Wer macht in Deutschland das bessere Angebot?

In mehreren West- und Mitteleuropäischen Ländern bietet der niederländische Broker Lynx seine Dienste an. Das Unternehmen kooperiert mit Interactive Brokers. Es handelt sich dabei um einen klassischen Fall von sogenanntem Whitelabbeling. Interactive Brokers übernimmt die komplette Abwicklung der Käufe und Verkäufe, Lynx ist für Marketing und Vertrieb zuständig. Ein Verfahren, dass man von vielen anderen Produkten kennt. Beispielsweise wird das finanzen.net Depot tatsächlich von Onvista betreut, der Robo-Advisor Oskar von Scalable Capital.

Lynx oder Interactive Brokers

Beim niederländischen Broker Lynx handeln Kunden ebenfalls über Interactive Brokers, allerdings direkt über die Muttergesellschaft in den USA.

Allerdings unterscheiden sich die Konditionen teilweise deutlich. Die Gebühren sind bei Lynx etwas höher, dafür entfällt die Mindestgebühr. Außerdem legen Kunden von Lynx ihr Geld direkt bei Interactive Brokers in den USA an und nicht bei Interactive Brokers UK. Dadurch ergeben sich Unterschiede beim Einlagenschutz, so sind Einlagen bis zu einer Höhe von 500.000,- US-Dollar (davon maximal 250.000,- US-Dollar Bareinlagen) durch die Einlagensicherung der USA geschützt. Bei Interactive Brokers UK werden die Gelder dagegen in Großbritannien abgesichert. Weiteren Schutz für Lynx-Kunden bietet eine Versicherung bei Llyods, über die sogar Einlagen bis zu 3.000.000,- US-Dollar abgesichert sind, davon bis zu 900.000,- in Bareinlagen.

 LnyxInteractive Brokers UK
Kosten pro Trade in Höhe von 1.000,- € über Xetra5,80 €4,00
Mindestgebühr pro MonatKeine20,- USD, ab 2.000,- USD Kapitalsaldo 10,- USD
EinlagenschutzUSA: 500.000,- USD, davon 250.000,- USD für Bareinlagen. Bis zu 30 Millionen USD über Lloyds. UK: Bis 85.000,- GBP
Deutschsprachiger Kundenservice JaNein

Im Gegensatz zu Interactive Brokers UK unterhält Lynx eine deutsche Niederlassung. Dadurch wird allerdings auch die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge einbehalten.

Für die meisten Anleger ist Lynx wegen des Verzichts auf Mindestgebühren und aufgrund des deutschsprachigen Kundenservice die bessere Wahl. Nur Trader mit sehr hohen Umsätzen sollten ihr Konto direkt bei Interactive Brokers UK eröffnen.

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Weitere Alternativen zu Interactive Brokers

Wer vor allem günstige Konditionen wünscht, findet eine weitere Alternative mit dem niederländischen Broker DeGiro. Die Gebühren liegen für den Kauf von Aktien über Xetra bei nur 2,00€ + 0,026% des Umsatzes. Für eine Order über 1.000,- Euro fallen also nur Gebühren von 2,26 Euro an. Außerdem bietet das Unternehmen deutschsprachigen Service.

BrokerWichtigster Pluspunkt 
DeGiroGünstigster BrokerDirekt zu DeGiro
DKB BrokerBestes Preis-LeistungsverhältnisDirekt zur DKB
ConsorsbankGute NeukundenangeboteDirekt zur Consorsbank
ComdirectZusätzliches Robo-Advisor DepotDirekt zu Comdirect
S BrokerMit Sparkassen Girokonto nutzbarDirekt zu S Broker

Wer dagegen alle Dienstleistungen aus einer Hand will, der findet ein entsprechendes Angebot bei der Comdirect Bank. Die Direktbank aus Quickborn bei Hamburg bietet nicht nur alle Bankdienstleistungen, vom Girokonto bis hin zum Tagesgeld, sondern auch zahlreiche Broker-Dienste.

Dazu gehört seit Neuestem mit Cominvest auch eine automatisierte Vermögensverwaltung. Dabei sucht ein Algorithmus die passenden ETFs, um eine möglichst breite Risikostreuung zu erreichen. Eine gute Grundlage um dann ergänzend aussichtsreiche Einzelaktien, Branchen- und Länder-ETFs zu kaufen.

Cominvest Robo Advisor Test

Vom Girokonto über das Depot bis zur automatisierten Vermögensverwaltung bietet die Comdirect Bank fast alle Bankdienstleistungen für Privatkunden.

Die Kosten für eine Order liegen im ersten Jahr bei € 3,90 + 0,25 %. Allerdings steigen die Gebühren ab dem zweiten Jahr deutlich an. Wer über einen längeren Zeitraum regelmäßig handeln will, sollte deshalb überlegen, ob er nicht einen günstigen Broker wie DeGiro für den Wertpapierhandel wählt, einen guten Robo Advisor wie quirion für die automatisierte Vermögensverwaltung und eine gute Direktbank wie die DKB Bank für weitere Bankdienstleistungen. Eventuell lässt sich auch ein Teil des Geldes über Kreditplattformen wie Mintos oder iuvo anlegen.

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Fazit: Für die meisten deutschen Kunden nicht die erste Wahl

Ein Konto bei Interactive Brokers ist vor allem für sehr aktive Trader attraktiv. Denn die monatlichen Kosten von 10,- US-Dollar plus Handelsgebühren ab 1,50 US-Dollar (bei einem Kontostand von mindestens 2.000,- Euro) sind schon bei wenigen Käufen oder Verkäufen pro Monat günstiger als ein Depot bei einem klassischen Broker, wo im mittleren Preissegment nicht selten anfallen. Wer also mindestens einmal im Monat handelt, spart hier Geld.

Allerdings sollten auch aktive Trader über ein Konto bei Lynx oder DeGiro nachdenken, die deutlich günstiger sind als klassische Direktbanken, gleichzeitig aber keine Mindestgebühr verlangen und eine Niederlassung in Deutschland haben.

 

 

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