Cashpresso Erfahrungen – Test und Bewertung

Cashpresso Erfahrungen – Test und Bewertung

Cashpresso

Nur zehn Minuten von der Anmeldung bis zur Auszahlung eines 1.500 Euro-Kredites? Damit wirbt das österreichische Start-Up Cashpresso, das seinen Kunden einen Überziehungsrahmen gewährt. Die Zinsen sind allerdings gewohnt hoch und ohne positive SCHUFA-Auskunft erhalten Kunden keinen Kredit.

Was zeichnet Cashpresso aus?

Cashpresso verspricht, innerhalb kürzester Zeit einen Kreditrahmen einzurichten, auf den der Kunde zugreifen kann. Dabei kann der gesamte Vorgang online abgewickelt werden und dementsprechend innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen sein. Das Geld kommt also deutlich schneller beim Kreditnehmer an, als dies üblicherweise der Fall ist. Selbst Schnellkredite sind in der Regel nicht so schnell abrufbar wie bei Cashpresso.

Cashpresso verleiht das Geld nicht selbst weiter. Stattdessen tritt das Unternehmen als Vermittler auf. Dafür arbeitet das Start-Up Credi2 mit der Deutschen Handelsbank zusammen. Diese stellt den eigentlichen Kredit zur Verfügung. Die Zinseinnahmen teilen sich Handelsbank und Cashpresso.

Jetzt zum Angebot von Cashpresso

Wie funktioniert Cashpresso?

Für die Registrierung müssen Neukunden nur wenige persönliche Daten angeben. Im Anschluss daran nutzt Cashpresso die Videoidentifizierung. Hierfür müssen Kunden entweder Personalausweis oder Reisepass besitzen und mittels einer Internetverbindung und einer Webcam vom Cashpresso-Mitarbeitern überprüfCredi2en lassen. Hat alles seine Richtigkeit, unterschreibt der Neukunde den Vertrag über eine elektronische Signatur, deren Nutzung kostenfrei durch Cashpresso ermöglicht wird. Dafür muss der Kunde ein Passwort vergeben und die Unterschrift mit SMS-TAN bestätigen.

Für den Registrierungsprozess müssen also die folgenden Voraussetzungen gegeben sein:

  • Mindestens 18 Jahre alt
  • Deutsche oder österreichische Staatsbürgerschaft
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Webcam
  • Internetzugriff
  • SMS-fähiges Handy mit gültiger Handy-Nummer

Ausdrücklich nicht gefordert ist hingegen ein Einkommensnachweis oder Dokumente wie Kontoauszüge. Allerdings überprüft das Unternehmen die Bonität des Kunden per elektronischer Abfrage. Der Kunde muss sich hiermit einverstanden erklären, um einen Kredit in Anspruch nehmen zu können. Derzeitig werden folgende Auskunfteien für deutsche Kunden geprüft:

  • SCHUFA
  • Deltavista GmbH
  • Creditreform
  • Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH

Für Österreicher kommt der Kreditschutzverband von 1870 a.k.a. KSV und CRIF GmbH zum Einsatz

bildschirmfoto-2016-11-06-um-21-45-45

cashpresso richtet sich an Kunden, die kurzfristig nur geringe Summen benötigen

Welche Konditionen bietet Cashpresso?

Cashpresso bietet sehr klare Konditionen:

  • Bis zu 1.500 Euro
  • Effektiver Sollzinssatz von 9,99 % pro Jahr
  • nominaler Sollzinssatz liegt bei 9,55 % jährlich
  • Die Vertragslaufzeit beträgt 48 Monate bei automatischer Verlängerung
  • Jederzeit kündbar
  • Monatliche Mindestrate von 3 % oder mindestens 10 Euro
  • Monatsrate kann jederzeit kostenfrei geändert werden

Wer die Monatsrate dennoch nicht zahlen kann oder es schlichtweg vergisst, erhält eine kostenfreie Zahlungserinnerung. Für die erste und zweite Mahnung werden jeweils 2,50 Euro fällig. Die Rücklastschriftgebühr beträgt ebenfalls 2,50 Euro zuzüglich der Bankgebühr.

Wenn ein Kunde sein Konto innerhalb der ersten 30 Tage wieder ausgleicht, muss er keine Zinsen betragen. Er kann anschließend zudem wieder auf den gesamten Kreditrahmen zugreifen.

Positiv zu sehen ist zudem die Möglichkeit, den Kredit sehr flexibel zurückzuzahlen. Der Kunde kann:

  • Jederzeit eine Sondertilgung vornehmen
  • Die Ratenhöhe ändern
  • Den restlichen Kreditrahmen erneut oder erstmalig in Anspruch nehmen

Dies ist zwar im Rahmen eines Dispokredits durchaus üblich, allerdings wären derartig flexible Bedingungen bei einem zusätzlichen Rahmenkredit undenkbar.

Ist Cashpresso tatsächlich eine Alternative zum Ratenkredit?

Cashpresso lohnt sich nur in relativ wenigen Fällen tatsächlich. Grundsätzlich bewegen sich die Zinsen von 9,99 Prozent derzeit lediglich im Durchschnitt, den die Stiftung Warentest im August 2016 ermittelt hat. Das bedeutet zum einen, dass es viele Banken gibt, die einen niedrigeren Dispozinssatz bieten. Zu diesen Anbietern ist Cashpresso also überhaupt keine Alternative. Der einzige Vorteil kann hier die Zinsfreiheit innerhalb der ersten 30 Tage sein. Diese werden allerdings nicht dauerhaft gewährt, sondern nur 30 Tage nach der Anmeldung. Im Zweifel können also sogar einige Kreditkarten langfristig attraktivere Konditionen bieten.

Auch für alle, die mehr zahlen müssen, kann Cashpresso unter Umständen sinnvoll sein. Dies gilt allerdings nur unter den folgenden Bedingungen:

  • Sie wollen ihre Bank nicht wechseln
  • Sie benötigen nur Teile des Kreditrahmens
  • Sie benötigen das Geld nur für einen sehr kurzen Zeitraum

Werden die letzten beiden Punkte nicht erfüllt, ist es häufig deutlich günstiger, einen Ratenkredit abzuschließen. Die Sollzinsen beginnen hier bereits bei 2 Prozent effektivem Jahreszins. Auch wenn diese Konditionen für viele Kunden unerreichbar sein dürften, lassen sich allemal Zinsen von deutlich unter 10 Prozent für die allermeisten vereinbaren. Dass die Rückzahlung hier nicht ähnlich flexibel wie bei Cashpresso verlaufen kann, ist als Plus zu werten. Immerhin zwingt dies die Kreditnehmer, zu sparen und so nicht immer weiter in die Schuldenfalle zu rutschen, da kein Zwang besteht, das Geld zurückzuzahlen.

Jetzt zum Angebot von Cashpresso

Welche Kosten verursacht Cashpresso?

Wer Cashpresso nicht oder nur kurz nutzt, kann den Dienst sogar kostenfrei in Anspruch nehmen. Die folgenden Dienstleistungen sind nicht mit zusätzlichen Gebühren verbunden:

  • Kontoeröffnung
  • Kontoführung
  • Bearbeitungen
  • Überweisungen (SEPA)
  • Vorzeitige oder veränderte Rückzahlungen
  • Kredit innerhalb der ersten 30 Tage

Danach kommt es darauf an, wie hoch der Kredit ist und in welchem Zeitraum er in Anspruch genommen wird. Wer beispielsweise den vollen Kreditrahmen einmalig in Anspruch nimmt und im Anschluss 50 Euro monatlich zurückzahlt, hat den Kredit nach drei Jahren beglichen und dafür 233,03 Euro bezahlt. Wer hingegen nur 1.000 Euro Kreditrahmen nutzt und monatlich 100 Euro zurückzahlt, kann den Kredit nach einem Jahr abbezahlen und hat ohne die Vergünstigung aus dem Freimonat 48,53 Euro Zinsen bezahlt.

Begünstigt Cashpresso die Schuldenspirale?

Dies ist in einigen Fällen leider zu befürchten. Wer schnell Geld benötigt und bereits ist für die vergleichsweise geringe Summe von 1.500 Euro knapp 10 Prozent Zinsen zu zahlen, kann sich in einer temporären finanziellen Notlage befinden. In vielen Fällen ist allerdings davon auszugehen, dass Kunden Cashpresso nutzen werden, um ihren Konsum zu bezahlen und das Angebot nicht als Alternative zum Dispo wahrnehmen, sondern als Ergänzung zum eigentlichen Dispokredit. In diesem Fall fehlt zudem der vertragliche Zwang, den Cashpresso-Kredit jemals vollständig zurückzuzahlen.

Auf diese Art kann eine Gewöhnung an den Überziehungskredit eintreten. Nutzen Kunden zusätzlich noch einen Dispokredit ihrer Hausbank, ist die Zinsbelastung beider Produkte für durchschnittliche Kreditnehmer kaum zu stemmen. Das Angebot ist also durchaus mit etwas Skepsis zu betrachten und sollte nur unter bestimmten Voraussetzungen angenommen werden. Sicherlich ist eine Inanspruchnahme des Kredites als Studienfinanzierung oder für einen Urlaub auf Raten, wie von Cashpresso explizit beworben, kein sinnvoller Verwendungszweck um eine Überschuldung zu vermeiden.

Welchen Service will Cashpresso noch bieten?

Cashpresso steckt gerade noch in den Kinderschuhen und hat zwar bereits ein interessantes Angebot, will die Funktionen und Vielfalt allerdings noch weiter erhöhen. So will das Unternehmen in Zukunft auch Kreditrahmen in Höhe von 3.000 oder 5.000 Euro erhöhen.

Zudem möchte das Start-up ein Plug-In entwickeln, dass in Online Shops zum Tragen kommen soll. Kunden könnten dann mit wenigen Klicks per Cashpresso-Kredit ihren Einkauf bezahlen, anstatt erst das Geld auf ihr eigenes Konto auszahlen lassen zu müssen. Allerdings ist dies jetzt bereits teilweise möglich. Kunden müssen nicht ihr eigenes Konto zur Auszahlung angeben, sondern können jedes beliebige Konto wählen. Es wäre allerdings natürlich ein zusätzlicher Komfort und würde wahrscheinlich auch die Schnelligkeit der Gutschrift erhöhen, würde Cashpresso die Zahlung an den Shop-Betreiber direkt bestätigen.

Auch eine Kooperation von Cashpresso und der Smartphone-Direktbank N26 ist möglich und wird derzeit noch verhandelt.

Über Cashpresso

Wer mehr über Cashpresso erfahren möchte, muss etwas länger suchen. Auf der Webseite selbst finden sich vor allem ein paar Marketingslogans, allerdings kaum handfeste Daten. Hinter dem Angebot steckt das Start-Up Credi2 GmbH aus Wien. Das Unternehmen wurde 2015 von Daniel Streider, Michael Handler und Jörg Skonrscheck gegründet und hat sich zumindest derzeit auf den deutschsprachigen Markt fokussiert. Das FinTech wird dabei von der Start-Up-Branche sehr positiv aufgenommen. Dafür spricht nicht nur die Kooperation mit Deutsche Handelsbank, sondern auch namhafte Geldgeber wie VC Fonds Speedinvest, die Runtastic Gründer und die bekannten Business Angels Hansi Hansmann und Stefan Kalteis in das Unternehmen.

Bei der Deutschen Handelsbank handelt es sich um eine Vollbank, die von der BaFin lizensiert und reguliert wird. Sie wurde bereits 1956 gegründet und befand sich teilweise in Staatsbesitz der DDR, bevor sie nach der Wiedervereinigung privatisiert wurde.

Was passiert, wenn Kunden ihren Cashpresso-Kredit nicht zurückzahlen können?

Das FinTech bietet seine Dienste erst seit September 2016 an, sodass derzeitig noch keine Fälle bekannt geworden sind, in denen Kunden die Raten nicht beglichen haben. Allerdings weist Cashpresso in seinen FAQ darauf hin, dass Kreditnehmer in diesem Fall den Kundenservice kontaktieren sollen, da das Unternehmen – wie eigentlich jeder Kreditgeber – daran interessiert sei, eine Lösung zu finden. Es kann sinnvoll sein, dies möglich frühzeitig zu tun. Wer weiß, dass er die Raten nicht zahlen kann, spart sich womöglich auch die Mahngebühren von 2,50 Euro je Mahnung. Wenn die Mindestrate zwischen 10 und 45 Euro nicht aufgebracht werden kann, schmerzt vermutlich auch die Mahngebühr.

Wie Cashpresso mit säumigen Zahlern umgeht und wie sich dies entwickeln wird, ist derzeit also nicht klar. Allerdings verheimlicht das Start-Up auch nicht, dass es mit einem Inkasso-Büro zusammenarbeiten wird. Es kann also recht unangenehm für Kreditnehmer werden, die die Raten nicht zahlen können.

Fazit: Cashpresso möchte den Markt für Online-Kredite revolutionieren, das Angebot hält derzeit allerdings noch nicht so ganz, was es verspricht. Fraglos ist es praktisch, innerhalb von nur 10 Minuten einen Kreditrahmen von bis zu 1.500 Euro zu erhalten. Minuspunkte sind allerdings die relativ hohen Zinsen von 9,99 Prozent, die in etwa dem Durchschnitt eines Dispozinses entsprechen. Der Kredit ist zudem an eine gute Bonität geknüpft, sodass Cashpresso natürlich auch eine SCHUFA-Auskunft einholt.

Jetzt zum Angebot von Cashpresso

Top 5 Aktien Broker