Was ist Ökonomie? – Definition und Grundlagen

Was ist Ökonomie? – Definition und Grundlagen

Ausbildung finanzieren - Tipps für Eltern

Ökonomie ist ein Begriff, der im Alltag häufig fällt. Die Bedeutung ist jedoch nicht jedem klar. Dies liegt fraglos auch daran, dass der Begriff der Ökonomie in verschiedenen Zusammenhängen und auf unterschiedliche Arten genutzt werden kann.

Ökonomie-Definition

Es finden sich zahlreiche verschiedene Definitionen von Ökonomie.

  • Die Einfachste ist sicherlich, dass Ökonomie nichts anderes als „Wirtschaft“ bedeutet. Andere Definitionen schließen auch Aufwendungen und Erträge, die den Unterhalt des Menschen sichern, in die Definition ein.
  • Als Ökonomie wird jedoch auch das wirtschaftliche System eines Staates oder einem anderen geografischen Raum bezeichnet.
  • Der wirtschaftliche Verbrauch von Gütern und Geld kann ebenfalls als „Ökonomie“ bezeichnet werden.
  • Die Wirtschaftswissenschaft wird ebenfalls „Ökonomie“ genannt.
  • Das Wirtschaftsgeschehen in einem Industriebetreib wird ebenfalls als Ökonomie bezeichnet.
  • Ökonomie kann darüber hinaus auch synonym mit Ersparung oder Effizienz genutzt werden.

Ökonomie hat also viele Begriffe. Interessant hierbei ist fraglos, dass es sowohl die Wirtschaft, als auch die wissenschaftliche Beschreibung – also eine Wissenschaft – bezeichnet.

Woher kommt der Begriff Ökonomie?

Der Begriff „Ökonomie“ stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich zusammen aus oikos „Haus“ und nomos „Gesetz“. Als Oikos wurde im antiken Griechenland die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft und somit auch der Lebensmittelpunkt bezeichnet. Es beinhaltete:

Im Zentrum stand der Wirtschaftshof, wo das auf dem Land Erwirtschaftete gelagert und verarbeitet wurde. Dies hat sich auch in der deutschen Sprache niedergeschlagen. So wurde sowohl die Hauswirtschaft als auch ein Betrieb in der Landwirtschaft früher als Ökonomie bezeichnet.

Welche Wirtschaftsformen gibt es?

Grundsätzlich können mit der Subsistenzwirtschaft und der Erwerbswirtschaft vor allem zwei unterschiedliche Wirtschaftsformen unterschieden werden. In einer Subsistenzwirtschaft stellen die einzelnen Mitglieder jeweils nur so viel her, wie sie selbst verbrauchen. Es ist nicht das Ziel, Überschüsse zu erzielen. Allerdings schließt die Definition der Subsistenzwirtschaft nicht aus, dass ein gewisser Überschuss erzielt und zum Tauschen genutzt wird. Wirtschaftsformen, die vor allem den Eigenbedarf decken sollen, werden auch als traditionelle Wirtschaftsformen bezeichnet. Den Gegensatz dazu bilden Erwerbswirtschaften, bei denen der Warenaustausch eine zentrale Rolle einnimmt. Dieser hat zu modernen Wirtschaftssystemen geführt und sorgt durch seine verschiedenen Ausdifferenzierungen, Gleichgewichte und Möglichkeiten schließlich auch dafür, dass eine Ökonomie als Wissenschaft überhaupt im heutigen Ausmaß sinnvoll ist und sogar benötigt wird.

industry-611668_640

Was sind Wirtschaftssysteme?

Ein Wirtschaftssystem ist ein Oberbegriff, der alle Akteure, Elemente und Strukturen umfasst, die sich durch das Ziel der Bedürfnisbefriedigung im Angesicht knapper Güter auszeichnen und sich so von anderen Teilsystemen der Gesellschaft wie Politik oder Kultur abgrenzen lassen. Das bedeutet, dass ein Wirtschaftssystem die folgenden Teilnehmer umfasst:

Hinzu kommen die Verfügungsgewalten dieser Teilnehmer über Produktions- und Verbrauchsmittel. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen durch Produktion, Konsum oder Distribution fallen unter das Wirtschaftssystem.

Aus diesem Zusammenwirken entsteht schließlich eine wirtschaftliche Ordnung. Sie ist Teil des Wirtschaftssystems und wird durch institutionelle Regeln erschaffen, die beispielsweise Eigentum, Markt, Tausch und Verträge betreffen.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind die verschiedensten Wirtschaftssysteme bekannt geworden. In der Regel ist es vor allem der staatliche Einfluss, der darüber entscheidet, wie ein Wirtschaftssystem eingeordnet wird. Mögliche Wirtschaftssysteme sind:

  • Gemischte Marktwirtschaft
  • Soziale Marktwirtschaft
  • Wehrwirtschaft (Korporatismus)
  • Wohlfahrtsstaat
  • Anarchokapitalismus
  • Organisierter Kapitalismus
  • Planwirtschaft
  • Freie Marktwirtschaft

Sie alle unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Einflussnahme des Staates, sondern auch in der damit verbundenen Zielsetzung. So hat eine Wehrwirtschaft beispielsweise die Gestaltung einer Volkswirtschaft während Friedenszeiten für den Krieg unter militärischen Gesichtspunkten zum Ziel, während eine Wohlfahrtstaat nach dem skandinavischen Modell das Ziel hat, Bürgern in Notlagen, die sie aus eigener Kraft nicht bewältigen können, zur Seite zu stehen und für dessen soziales, materielles und kulturelles Wohlergehen zu sorgen.

Ökonomie als Wissenschaft

Wirtschaftswissenschaften werden ebenfalls als Ökonomie oder Ökonomik bezeichnet. Sie untersuchen die Wirtschaft auf wissenschaftliche Weise. Ökonomie beschäftigt Gelehrte bereits seit mehreren Tausend Jahren. So veröffentlichte bereits der Philosoph Xenophon (431- 36 v. Chr.) in seinem Werk „Oikonomikos“ Grundregeln dazu, wie landwirtschaftliche Gutbesitze effizient organisiert und geführt werden können. In dem Werk finden sich sogar bereits Ansätze zur Arbeitsteilung, die später die Wirtschaft und das Leben revolutionieren sollte.

Diese sollte mit Adam Smith im Rahmen der klassischen Nationalökonomie deutlichen Aufwind erhalten. Hier wurde deutlich, welche Bedeutung Ökonomie für die Gesellschaft besitzen kann. Smith verband mit seinen Thesen auch mit den gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen und gilt als Begründer Ökonomie als Wissenschaft.

Die Wirtschaftswissenschaften werden auch heute noch zu den Sozialwissenschaften gezählt. Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder bedeutende Strömungen und Theorien, die das Denken und die Forschung der Wirtschaftswissenschaften prägte. Derzeit wird an den Universitäten hauptsächlich die neoklassische Theorie gelehrt.

Welche Fachgebiete der Ökonomie gibt es?

Im Rahmen der Wirtschaft wird unter zahlreichen Teildisziplinen der Ökonomie unterschieden. Die Trennung zwischen Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist auch international üblich. Während sich BWL mit einzelnen Unternehmen und den dort stattfindenden Prozessen, sowie die Auswirkungen im Rahmen einer Volkswirtschaft beschäftigt, untersucht die VWL Zusammenhänge bei der Erzeugung und Verteilung von Produktionsfaktoren und Gütern.

Darüber hinaus gibt es Fachgebiete wie:

  • Wirtschaftsrecht
  • Wirtschaftssoziologie
  • Evolutionsökonomik
  • Wirtschaftsgeschichte
  • Verhaltensökonomie
  • Wirtschaftsethik
  • Wirtschaftsinformatik
  • Ökonometrie
  • Wirtschaftspsychologie
  • Wirtschaftsmathematik
  • Wirtschaftsphilosophie
  • Wirtschaftspädagogik
  • Wirtschaftsjournalismus

Dies ist auch deswegen notwendig geworden, weil der Wissenszuwachs eine Spezialisierung unumgänglich machte.

Ist Ökonomie tatsächlich eine Wissenschaft?

Die Ökonomie zählt nicht zu den „harten Wissenschaften“ wie Mathematik, Physik oder Chemie. Auch deswegen muss sie sich Vorwurf gefallen lassen, eigentlich keine Wissenschaft zu sein. Als bedeutendes Unterscheidungskriterium gilt jedoch die Tatsache, dass Wirtschaftswissenschaften ihre Thesen und Modelle nicht durch Experimente überprüfen können. Stattdessen ist die einzige Möglichkeit des Wissensgewinns die Beobachtung. Aufgrund der zahlreichen Faktoren, die hier für eine umfassende Analyse betrachtet werden müssen, sind ökonomische Schlussfolgerungen grundsätzlich fehleranfällig.

Ein weiteres Problem bei der Anerkennung als Wissenschaft ist die Tatsache, dass die Ökonomie mit Modellen arbeitet, die mit Annäherung arbeiten müssen. Die Modelle beschreiben das Verhalten von Menschen, was nicht für den Einzelfall reproduzierbar ist und lediglich eine Annäherung ist. Zugleich nutzt die Wirtschaftswissenschaft jedoch häufig absolute Zahlen und lehnt sich an die Mathematik an, ohne tatsächlich einen ähnlichen Anspruch auf „Wahrheit“ oder Exaktheit stellen zu können.

Ebenfalls problematisch ist die Tatsache, dass die Ökonomie die Wirtschaft und somit den untersuchten Gegenstand selbst beeinflussen kann. Durch Wirtschaftsweisen oder bekannte Wirtschaftswissenschaftler können Befürchtungen und Hoffnungen Auftrieb erhalten. Da ein Großteil der Wirtschaft auf genau diesen Faktoren beruht und die Marktstimmung bedeutende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben kann, kann dies ein bedeutendes methodisches Problem darstellen.

Grundlagen der Ökonomie

Die Wirtschaftswissenschaft setzt verschiedene Annahmen voraus, damit die Modelle, mit denen sie arbeiten, funktionieren. Ein zentrales Thema der Ökonomie ist die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage. Es existiert also eine Ressource, die begrenzt oder knapp ist, und die bis zu einem gewissen Maße nachgefragt wird. Angebot und Nachfrage werden aufgrund ihrer Häufigkeit und Wichtigkeit auch als fundamentale Marktkräfte bezeichnet. Im zentralen Mittelpunkt steht allerdings der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Er bestimmt die Nachfrage nach Gütern und Ressourcen und ist deswegen die treibende Kraft.

Alleine aus dieser Grundannahme lassen sich zahlreiche weitere Fragestellungen der Ökonomie ableiten. Im Rahmen der Volkswirtschaftslehre wird dabei zwischen Mikro- und Makroökonomie unterschieden:

  • Die Mikroökonomie betrachtet das wirtschaftliche Verhalten von einzelnen Wirtschaftssubjekten wie Haushalten und Unternehmen.
  • Die Makroökonomie arbeitete hingegen mit sogenannten aggregierten Größen, wie beispielsweise das Gesamteinkommen aller Haushalte.

Dabei ist es nicht möglich, ohne Weiteres von mikroökonomischen Vorgängen auf makroökonomische Phänomene zu schließen. Allerdings lassen sich die meisten Annahmen für makroökonomische Modelle durch mikroökonomische Erkenntnisse begründen. Dies wird auch als „Mikrofundierung“ bezeichnet.

In der Regel arbeiten Wirtschaftswissenschaftler mit verschiedenen Modellannahmen, die sie ihren Betrachtungen und Analysen zugrunde liegen. So soll beispielsweise die Marktwirtschaft dazu in der Lage sein, sich selbst zu regulieren und zu optimieren, wenn alle Akteure freie Entscheidungs- und Handlungsfreiheit besitzen.

Was ist die neue Ökonomie?

Die neue Ökonomie, die auch unter dem englischen Begriff „New Economy“ bekannt geworden ist, bezeichnet einen Wirtschaftszweig, der vor allem auf Informations- und Kommunikationstechnologien aufbaut. Es werden vor allem immaterielle Güter und Dienstleistungen vertrieben. Hinter dem Begriff verbarg sich in den 1990ern die Hoffnung, dass das Internet erhebliche Wachstums- und Produktivitätspotenziale freisetzen würde.

Darüber hinaus hat die neue Ökonomie jedoch auch für Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitswelt erhebliche Konsequenzen. Hierarchische Strukturen werden zunehmend aufgelöst und von vernetzten Wirtschaftsstrukturen mit flachen Hierarchien abgelöst. Zugleich fördert die neue Ökonomie neue Größenvorteile. Sie entstehen durch:

  • Niedrige Grenzkosten bei Informationskosten
  • Wachsende Bedeutung der Reputation für den Markterfolg
  • Komplexere Arbeitsabläufe, die weniger kontrollierbar werden.

Das typische Arbeitsverhältnis, was in Industrienationen bislang herrschte, könnte durch die neue Ökonomie deutliche verändert werden. Die soziale Sicherung über Lohnnebenkosten verliert an Bedeutung, da Arbeitskräfte immer flexibler werden und sein müssen und inzwischen eher als Netzwerker in Erscheinung treten.

Fazit:

Ökonomie ist ein sehr vielseitiger Begriff, der bereits in der griechischen Antike bekannt war. Auch heute noch wird er am häufigsten synonym mit „Wirtschaft“ oder als Bezeichnung der Wirtschaftswissenschaft genutzt. Letztere ist eng mit den Sozialwissenschaften verwandt und kann inzwischen in zahlreiche Teildisziplinen aufgeteilt werden. Wirtschaftswissenschaften beschreiben dabei nicht nur gesellschaftliche Vorgänge, sondern bestimmen sie auch mit. Die Ökonomie als Wissenschaft ist dabei jedoch nicht unumstritten.

Top 5 Aktien Broker