Aktiendepot Warren Buffett » Definition und Hinweise für 2018

Aktiendepot Warren Buffett » Definition und Hinweise für 2018

Aktiendepot Warren Buffett

Aktiendepot Warren Buffett

Es gibt wohl keinen Anleger, dem der Starinvestor Warren Buffett kein Begriff ist. Der drittreichste Mensch der Welt durch ist nur deswegen nicht mit Abstand der reichste Mensch der Welt, weil er Aktien seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway gegen Spenden abgegeben hat. Wohl kein anderer Investor kann auf eine durchschnittliche Rendite von 20 Prozent im Jahr seit über 50 Jahren zurückblicken. Buffett ist einer der wenigen, der beweisen kann, dass der Markt doch schlagbar ist.

Welche Aktien hält Waren Buffett derzeit?

Warren Buffetts Berkshire Hathaway ist über 350 Milliarden Dollar wert. Die Investmentgesellschaft hält Anteile an mehr als 80 verschiedenen Firmen aus den verschiedensten Sparten.

Coca Cola

Coca Cola und Buffett sind eng miteinander verknüpft. Laut einer Anekdote hat Buffett seinen Geschäftsgeist schon mit sechs Jahren bewiesen. Damals kaufte er einen Sixpack Coca Cola und verkaufte die Flaschen einzeln mit Gewinn weiter und verdiente sich so sein erstes Geld.

Coca Cola erfüllt zahlreiche Anforderungen Buffetts: Es handelt sich um ein solides Unternehmen mit Marktführerqualitäten, er versteht das Geschäftsmodell auf Anhieb und 1988 ergab sich eine besonders günstige Gelegenheit zum Kauf, da das Unternehmen zu dieser Zeit deutlich unterbewertet war. Auch durch die regelmäßige und hohe Dividende hat sich der Aktienkauf als Glücksgriff für Buffett erwiesen.

Kraft Heinz

Buffetts Berkshire Hathaway kaufte 2013 Heinz zusammen mit dem brasilianischen Investmentfonds 3G und war maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass Heinz und Kraft Foods fusionierten. Rund ein Viertel des Konzerns gehört Berkshire Hathaway. Im Portfolio der Holding hat Kraft Heinz einen Anteil von 18 Prozent und stellt deswegen derzeit das größte Investment dar.

Verkauft: Exxon Mobil

Auch mit Exxon Mobil setzte Buffett auf einen „Elefanten“. Ohnehin fühlt sich der Starinvestor bei Investments in Öl und Gas wohl. Exxon Mobil war zudem lange Zeit das größte Unternehmen der Welt. Dennoch befanden sich erst seit 2013 Aktien von Exxon Mobil im Aktiendepot von Warren Buffett. Zu diesem Zeitpunkt erschien ihm das Unternehmen als unterbewertet und im Branchenvergleich schlug es sich gut. Dennoch verkaufte Buffett seine Anteile bereits Ende 2014 wieder, mit der Begründung, er würde das Kapital für andere Investitionen nutzen wollen.

Wells Fargo

Das Investment in Wells Fargo ist derzeit das größte im Aktiendepot von Warren Buffett. Berkshire Hathaway hält knapp neun Prozent an einer der erfolgreichsten US-Banken. Mehrere Wettbewerbsvorteile, ein vertrauenswürdiges Management und für Buffett leicht zu verstehen, ist das Unternehmen ein typisches Investment für Buffett.

Wal-Mart

Das Investment in Wal-Mart bezeichnet Buffett selbst als seinen größten Fehler – und meint damit allerdings lediglich den späten Einstieg. Erst 2005 kaufte er Wertpapiere des Unternehmens und kauft seitdem immer wieder nach. Derzeit besitzt seine Holding Berkshire Hathaway rund 1,8 Prozent des umsatzstärksten Unternehmens der Welt. Allerdings gab sie ihm im Jahr 2015 wenig Grund zur Freude. Als Konsequenz verringerte Berkshire sein Investment leicht und verkauft rund 4,2 Millionen Papiere.

IBM

Das Investment von Warren Buffett in IBM war für viele eine Überraschung. Jahrelang hatte er sich von Technologie Aktien ferngehalten. Der 85-jährige verfolgt den Grundsatz, dass er das Unternehmen und seine Produkte verstehen muss, um zu investieren. 2011 stieg er dennoch bei IBM ein und hatte bislang wenig Grund zur Freude. Den jahrelangen Umsatzrückgang konnte der Konzern bislang nicht stoppen und auch der Aktienkurs sank seit dem Investment deutlich. Dennoch erhöhte Buffett seinen Anteil auf inzwischen 8,6 Prozent.

American Express

American Express gehört für Buffett zusammen mit dem Investment in Coca Cola, Wells Fargo und IBM zu den „Big Four“ bei Berkshire. Seit dem Einstieg 1994 konnte er das eingesetzte Kapital verneunfachen.

Verkauft: Conoco Phillips

Das Investment von Conoco Phillips gilt als einer der größten Fehler von Warren Buffett und wurde von ihm selbst so bezeichnet. Beim Verkauf musste Buffett einen Milliardenverlust hinnehmen.

Verkauft: Tesco

Auch sein Engagement bei Tesco entpuppte sich für Buffett als Fehlgriff. Er irrte sich vor allem in der Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit des Managements. Ein Bilanzskandal führte zur Entlassung von großen Teilen des Vorstandes. Buffett stieg daraufhin im Herbst 2014 aus und musste einen Verlust von 440 Millionen Dollar verschmerzen.

Philipps66

Philipps66 ist derzeit das sechstgrößte Investment von Berkshire. Die Holding besitzt rund ein Zehntel der Aktien des Raffinerie-Unternehmens.

Das Aktiendepot von Warren Buffett im Jahr 2015

Grund zu feiern gab es bei Berkshire Hathaway im Jahr 2015 nur wenig. Bis Oktober 2015 zeigte Coca Cola mit einem Kursrückgang von 0,06 Prozent im Vergleich zu Februar 2015 noch die erfreulichste Entwicklung der fünf großen Investments von Berkshire, gefolgt von Wells Fargo mit einem Verlust von knapp drei Prozent.

Der Technologie-Riese IBM zählt mit – 11,8 Prozent nicht zu den größten Verlierern, sondern wird von American Express mit – 17,2 Prozent noch übertroffen. Am stärksten ist jedoch der Kursrückgang der Wal-Mart-Aktie, die 31,6 Prozent verlor, nachdem sie noch im Januar ein Rekordhoch verzeichnen konnte.

2015 wird also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht allzu erfolgreich für Warren Buffett und seine Holding enden. Auch die Aktie von Berkshire Hathaway sank um rund 10 Prozent. Während das Portfolio eigentlich groß genug ist, um schlechte Performances von einzelnen Aktien verkraften zu können, fallen die Kursrückgänge der Big Four deutlich ins Gewicht.

Kraft Heinz, das derzeit wichtigste Pferd im Stall, kann immerhin einen Kursanstieg von 5,6 Prozent verzeichnen und sorgte ohnehin dafür, dass Berkshire im dritten Quartal einen Rekordgewinn von 9,43 Milliarden Dollar verzeichnen konnte. Alleine auf die Fusion entfielen 4,4 Milliarden Dollar Gewinn.

Welche Strategie verfolgt Buffett?

Buffets Strategie basiert auf dem Value Investment. Er kauft hervorragende Unternehmen, die unterbewertet sind. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die „Sicherheitsmarge“. Er achtet also darauf, dass der „innere Wert“ eines Unternehmens deutlich größer ist als der Aktienkurs. Auf diese Weise kann er selbst dann profitabel investieren, wenn der Aktienkurs nicht den tatsächlichen Wert wiederspiegelt, sondern sich nur angleicht.

Buffett hat als Starinvestor allerdings kaum noch das Problem, dass eine Aktiengesellschaft deutlich unterbewertet bleibt, nachdem er das Potenzial erkannt und Wertpapiere erworben hat. Investments von Berkshire wirken sich auf die Marktstimmung häufig deutlich aus. Ein Investment von Buffett gilt als Qualitätsmerkmal und in der Regel steigen die Aktienkurse schon kurz nach dem Investment deutlich an.

Als Bedingung gilt zudem, dass sie als „sicher“ gelten. In der Regel erfüllen die Aktiengesellschaften dies aufgrund ihres Daseins als Branchenführer oder aufgrund ihrer Größe. Als wesentliche Voraussetzung gilt zudem, dass Buffett das Geschäftsmodell und die Produkte des Unternehmens verstehen muss. Als dritter wichtiger Punkt achtet Buffett zudem besonders darauf, dass die Aktiengesellschaft von einem kompetenten und vertrauenswürdigen Management geleitet wird.

Warren Buffet gilt dabei als außerordentlich geduldig. Er ist dafür bekannt, langfristig in ein Unternehmen zu investieren. Teilweise hält er die Anteile an seinen Aktiengesellschaften sogar über mehrere Jahrzehnte. Er selbst gab an, dass seine favorisierte Haltedauer eigentlich sogar „unendlich“ sei.

Um in Unternehmen zu investieren, nutzt seine Investmentgesellschaft nicht nur Eigenkapital. Stattdessen nutzt sie durchschnittlich rund das 1,6-fache der Eigenmittel an Fremdkapital. Auf diese Weise ist es ihm auch möglich, seinem Grundsatz treu zu bleiben, immer mindestens 20 Milliarden Dollar in bar zu behalten, um besonders interessante Kaufgelegenheiten wahrnehmen zu können.

Das Aktiendepot von Warren Buffett ist trotz seines Anspruches, das Unternehmen zu verstehen, jedoch sehr breit gefächert. Die rund 80 Aktiengesellschaften stammen aus den verschiedensten Branchen. Ein Schwerpunkt liegt jedoch fraglos im Versicherungsgeschäft.

Fehler von Warren Buffett

Einer der Gründe, warum Buffett in den Medien und unter Anlegern so beliebt ist, ist seine Fähigkeit zur Selbstkritik. Denn selbst der Starinvestor hat einige Fehlentscheidungen getroffen und gibt diese offen zu. Zu den größten Fauxpas des Meisters gehören:

Conoco Phillips

ConocoPhilips gehört eigentlich zu den Unternehmen, die klassische Kandidaten für Buffett sind. Dennoch beendete der Starinvestor sein Engagement nach nur wenigen Jahren. Als Grund gab er den Verfall des Ölpreises an. Nach dem Verkauf, der Berkshire Hathaway drei Milliarden Dollar gekostet haben soll, gab Buffett an, nicht damit gerechnet zu haben, dass der Ölpreis so stark sinken könnte. In das abgespaltene Unternehmen Philips66 investierte Berkshire anschließend dennoch.

Tesco

Auch Tesco gilt für Buffett als Reinfall. 287 britische Pfund oder 444 Millionen Dollar soll der Starinvestor durch den drittgrößten Einzelhändler verloren haben. Er selbst wirft sich vor, nicht schnell genug reagiert zu haben.

Berkshire

Als Buffett 1965 die Mehrheit der Anteile von Berkshire übernahm, handelt es sich um ein reines Textilunternehmen. Das Textilgeschäft des Unternehmens hatte jedoch keine Zukunft und Buffett begann als Vorsitzender damit, das Kapital für branchenfremde Investitionen zu nutzen. Später bezeichnete er den Kauf als großen Fehler, die letzte Fabrik wurde jedoch erst 1985 geschlossen.

Dexter

Buffett zahlte 1993 rund 433 Millionen US-Dollar um den Schuhproduzenten Dexter zu erwerben. Nur acht Jahre später stellte das Unternehmen die Schuhproduktion ein und die Reste des Unternehmens gingen in der H. H. Brown Shoe Group Unit auf. Besonders ärgerlich an dem Deal: Buffett nutzte zum Kauf Aktien von Berkshire. Dadurch kostete der Kauf den Berkshire-Anlegern nicht nur 400 Millionen, sondern geschätzte 3,5 Milliarden. Der Schuhproduzent Dexter wurde von Buffett selbst als sein größter Fehler bezeichnet. Anschließend fügte er hinzu „aber ich werde noch mehr Fehler in der Zukunft machen – darauf kannst du wetten“.

NBC TV Station

Buffett bezeichnet es als einen großen Fehler, sich geweigert zu haben 35 Millionen US-Dollar für einen NBC-Sender in Dallas zu zahlen und so auf bedeutende Gewinne verzichtet zu haben.

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