Agila Tierkrankenversicherung Erfahrungen – Test und Bewertung

Agila Tierkrankenversicherung Erfahrungen – Test und Bewertung

Agila Tierkrankenschutz

Wer sich zum ersten Mal ein größeres Haustier anschafft, unterschätzt häufig die Folgekosten, die dadurch entstehen können. Vor allem größere finanzielle Risiken wie Operationskosten und andere medizinische Ausgaben können jedoch über eine Tierkrankenversicherung wie die der AGILA abgedeckt werden.

Über AGILA

AGILA versichert bereits seit 1994 Hunde und Katzen im Rahmen von Tierkrankenversicherungen und OP-Kostenschutz. Im Angebot ist außerdem eine Haftpflichtversicherung für Hund und Herrchen. Das Unternehmen gehört zur Wertgarantie Group und stammt aus Hannover. Für AGILA sind 30 der 500 im gesamten Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter tätig.
Insgesamt konnten Kunden inzwischen mit mehr als 200.000 abgeschlossenen Verträgen mit der AGILA Erfahrung sammeln. Ins Leben gerufen wurde die Tierversicherung deswegen, weil die Wertgarantie Group mit Nischenprodukten bereits gute Erfahrungen sammeln konnte. Damals war das Angebot völlig neu auf dem Markt. Das Fortbestehen war dabei nicht zu jedem Zeitpunkt selbstverständlich.
Zu Beginn hatte das Unternehmen vor allem auf Tierärzte als Vertriebspartner gesetzt. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Anzahl an Vertragsabschlüssen nicht ausreichen würde. Zugleich mussten die Versicherungsbeiträge erhöht werden, weil die finanzielle Belastung durch die Versicherungsnehmer deutlich höher ausfiel als ursprünglich kalkuliert. Im Anschluss daran änderte sich der Vertriebsweg auf spezialisierte Makler und Händler für Tierbedarf und auch das Internet gewann an Bedeutung. Noch immer kooperiert AGILA allerdings mit rund 1.000 Kleintierpraxen.

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Der AGILA OP-Kostenschutz

Der OP-Kostenschutz übernimmt die Kosten, die durch eine OP des Vierbeiners anfallen. Hierunter fallen:
Tierarztkosten für chirurgische Eingriffe unter Narkose
Deren unmittelbare Nachbehandlung
Auch für Operationen auf Reisen, die unter einem Jahr andauern.
Medizinisch notwendige Rücktransporte nach Deutschland
Dabei müssen Versicherungsnehmer in den beiden leistungsstärkeren Tarifen keinen Selbstbehalt entrichten. Die Tierarztrechnungen können dabei per Email, Fax oder Post eingereicht werden. Die AGILA verspricht, diese innerhalb von acht Stunden zu bearbeiten und die Rechnungssumme entweder an den Versicherungsnehmer oder den behandelnden Arzt zu überweisen.
Bei Operationen, die nicht durch einen Unfall notwendig werden, sind die Erstattungsbeträge allerdings je nach gewähltem Tarif gedeckelt. Die AGILA bietet derzeit drei Tarife an:
OP-Kostenschutz 24 mit einer Leistungsgrenze von 1.500 Euro für Hunde und für Katzen
OP-Kostenschutz mit einer Leistungsgrenze von 2.500 Euro für Hunde und 1.600 Euro für Katzen
OP-Kostenschutz Exklusiv ohne Leistungsgrenze
Im Exklusiv-Tarif ist zudem eine Reisekostenerstattung von 50 % und maximal 2.000 Euro enthalten.

Der AGILA Tierkrankenschutz

Der Tierkrankenschutz deckt im Vergleich zum OP-Kostenschutz deutlich mehr Leistungen ab. Versichert sind auch:
Arzneimittel
Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen und Wurmkuren, allerdings nur bis zu 65 Euro je Versicherungsjahr
Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall, EKG, Labor und sogar CT und MRT
Unterbringungskosten Tierklinik
Physikalische Therapie
Homöopathische Behandlung
Enthalten ist zudem auch der OP-Kostenschutz, ein Verkehrsunfallschutz und ein Auslandschutz.
Die maximale Leistung richtet sich nach dem jeweils gewähltem Tarif.

Tierkrankenschutz 24 Tierkrankenschutz Tierkrankenschutz Exklusiv
Leistungsgrenze Heilbehandlung Katzen 300 Euro + 100 Euro je leistungsfreiem Jahr 300 Euro + 125 Euro je leistungsfreiem Jahr 550 Euro + 125 Euro je leistungsfreiem Jahr
Leistungsgrenze Heilbehandlung Hunde 500 Euro + 150 Euro je leistungsfreiem Jahr 600 Euro + 250 Euro je leistungsfreiem Jahr 1100 Euro + 250 Euro je leistungsfreiem Jahr
Leistungsgrenze Operation Katzen 1.500 Euro 1.600 Euro unbegrenzt
Leistungsgrenze Operation Hunde 2.500 Euro 3.000 Euro unbegrenzt
Gesundheitsvorsorge bis zu 50 Euro pro Jahr bis zu 65 Euro pro Jahr bis zu 100 Euro pro Jahr
Auslandsschutz 2 Monate 12 Monate 12 Monate
Reisekostenerstattung 50 % bis zu 2.000 Euro

Darüber hinaus erhebt die AGILA eine Selbstbeteiligung von 20 % pro Rechnungsfall im günstigsten Tarif. In den beiden teureren Tarifen wird diese nur bei Operationen ab dem 5. Geburtstag fällig.
Wie hoch die Versicherungsprämie ist, hängt dabei zum einen vom Alter des Tieres, zum anderen jedoch auch von der Rasse ab. Die Leistungen erhöhen sich allerdings nicht im gleichen Maß. Es wäre also deutlich teurer, einen Deutschen Schäferhund zu versichern, als einen Dackel. Die Leistungsgrenze bleibt allerdings die gleiche. Auch mit dem Alter erhöht sich der Versicherungsbeitrag. Die Staffelung macht jeweils die Unterschiede:

Katze Hunde
bis fünf Jahre bis zwei Jahre
bis sieben Jahre bis vier Jahre
8 Jahre aufwärts ab fünf Jahre

Je älter das Tier, umso teurer wird auch die Versicherung. Bei Katzen wird zudem auch noch zwischen Freigängern und Wohnungskatzen unterschieden. Da das Risiko für Verletzungen und Krankheiten bei Freigängern natürlich etwas erhöht ist, ist auch hier die Prämie höher.

Wie gut ist die AGILA Tierversicherung im Vergleich?

Die AGILA Tierversicherung zählt im Vergleich mit anderen Krankenversicherungen für Tiere eher zu den teureren Anbietern. Dies hängt natürlich auch davon ab, um welche Rasse es sich handelt und in welchem Alter das Tier erstmals versichert wird. Allerdings bietet die AGILA in manchen Fällen mehr Versicherungsschutz als die Konkurrenz.
Punkten können die Hannoveraner vor allem deswegen, weil sie auch höhere Behandlungskosten trägt. Die meisten Tierärzte rechnen nur selten nach dem 3-fachen Satz der Gebührenordnung der Tierärzte ab. Im Sonderfall kann dies aber aufgrund der Komplexität der Behandlung oder auch bei Versorgung am Wochenende oder an Feiertagen durch den Tierarzt oder des Pflegepersonals dennoch geschehen. Hier müssen Versicherte, die nur bis zum 2-fachen Satz versichert sind, die darüberhinausgehenden Kosten selbst tragen. Bei der AGILA ist dies in keinem Tarif der Fall. Sie würde den 3-fachen Sitz immer ersetzen.
Lobenswert ist bei der AGILA im Vergleich mit anderen Tierversicherern auch der Umstand, dass für junge Tiere in den kostenintensiven Tarifen keine Selbstbeteiligung gefordert wird. Allerdings ist diese ab dem 5. Geburtstag mit 20 % relativ hoch. Ein Nachteil kann die relativ geringe Leistungsgrenze sein, die die AGILA allerdings nur in den beiden günstigeren Tarifen bietet. Im leistungsfähigsten Tarif besteht diese Einschränkung nicht.
Es kann für Besitzer von älteren Tieren zudem ärgerlich sein, dass das Unternehmen relativ strikte Altersgrenzen hat. In der Tierkrankenschutz 24-Versicherung werden nur Tiere bis zu einem Alter von vier Jahren aufgenommen, in den anderen beiden Tarifen gilt ein maximales Aufnahmealter von sieben Jahren.

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AGILA Leistungsübersicht

Vorteile:

  • 3-facher Satz der Gebührenordnung Tierärzte wird erstattet
  • Guter Leistungsumfang im Exklusiv-Tarif

Nachteile:

  • Relativ teuer
  • Nur gesunde und junge Tiere werden versichert
  • Geringe Leistungsgrenze in den beiden günstigeren Tarifen
  • Selbstbeteiligung

Kann sich eine Tierversicherung lohnen?

Die AGILA Tierkrankenschutz-Versicherung ist nicht immer vorteilhaft. Grund dafür ist vor allem die Selbstbeteiligung, die häufig dafür sorgen wird, dass der Kunde immerhin ein Fünftel des Rechnungsbetrages selbst tragen muss. Das bedeutet nicht nur, dass es sich bei grundsätzlich gesunden Tieren, die ein hohes Alter erreichen, finanziell keineswegs lohnt, eine derartige Versicherung abzuschließen. Zusätzlich bleibt auch das finanzielle Risiko bestehen, dass Versicherungsnehmer die Behandlungskosten doch nicht tragen können. Eine AGILA Tierkrankenversicherung erfüllt also die wesentlichen Punkte nicht, die eine Versicherung erfüllen soll: Entweder Geld zu sparen oder aber das finanzielle Risiko abzusichern.
Es gibt allerdings durchaus Fälle, in denen sich eine AGILA Tierkrankenversicherung rentiert. Dies ist natürlich umso wahrscheinlicher, je geringer die Versicherungsprämie ist und je höher die Behandlungskosten sind. Im Zweifel kann die OP-Kostenversicherung aufgrund der niedrigeren Prämie und der höheren Behandlungskosten ein sinnvolleres Angebot sein als die Tierkrankenschutzversicherung.
Dass sich die AGILA Tierversicherung in vielen Fällen nicht lohnt, ist allerdings nicht nur ein Problem der Hannoveraner. Stattdessen rechnet sich ein Großteil der Tierversicherungen nur sehr selten. Dies bestätigt der Test der Stiftung Warentest inzwischen seit mehreren Jahren. Die Tester empfehlen auch aufgrund der hohen Versicherungsprämie ihren Lesern, im Zweifel lieber Geld anzusparen, als es in die Tierversicherung zu investieren. Auf diese Weise können die meisten Behandlungskosten dennoch getragen werden und Kunden müssen sich nicht mit ihrer Versicherung herumplagen.

Unerlässlich: Die Hundehaftpflichtversicherung

Im Gegensatz zur Tierkrankenversicherung besteht kein Zweifel daran, dass eine Hundehaftpflichtversicherung absolut unumgänglich ist. Hier bewegt sich das Angebot der AGILA eher im Mittelfeld, was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Die Haftpflichtversicherung wird im günstigsten Tarif über eine Versicherungssumme von fünf Millionen Euro je Person und Schadensfall abgeschlossen. Vermögensschäden sind bis zu 500.00 abgedeckt. Es fehlen allerdings:

  • Eine Deckung von Mietsachschäden an Gebäuden oder Schäden an gemieteter Einrichtung
  • Eine Forderungsausfalldeckung
  • Eine Garantie der bestmöglichen Leistung
  • Ein Schutz vor Ansprüchen des Tierhüters
  • Ein Versicherungsschutz bei Schauvorführungen, Turnieren, Hunderennen oder Hundeschlittenfahrten
  • Beitragsfreie Mitversicherung von Welpen
  • Leistungen bei ungewolltem Deckakt

Ein Teil der wesentlichen Schwächen ist zudem auch in den eigentlich leistungsfähigeren Tarifen Haftpflichtschutz und Haftpflichtschutz Komfort gegeben. Hier erhöht sich lediglich die Deckungssumme auf 7,5 oder 10 Millionen Euro und Mietsachschäden sowie Eigenschäden eines nichtgewerblichen Hüters sind mitversichert.
Einen großen Vorteil kann die AGILA Hundehaftpflichtversicherung allerdings für alle Besitzer von sogenannten „Kampfhunden“ haben: Diese werden nicht nur ohne Ausnahme versichert, die AGILA verzichtet außerdem auch auf eine erhöhte Versicherungsprämie. Nach den Erfahrungen des Versicherers ist der richtige Umgang und eine konsequente aber liebevolle Erziehung des Tieres wichtiger, als dessen Rasse.

Fazit:

Die AGILA Tierkrankenversicherung war das erste derartige Angebot auf dem deutschsprachigen Markt. Die Versicherung musste die Prämien im Laufe der Zeit allerdings deutlich anheben, um gewinnbringend arbeiten zu können. So hat sie auch heute noch das Problem, dass es kaum möglich zu sein scheint, eine gute und kostengünstige Krankenversicherung für Tiere anzubieten. In vielen Fällen wird sich die Versicherung finanziell nicht lohnen und durch den Selbstbehalt bleibt ein gewisses Risiko bestehen, die Behandlung des Tieres trotz der Versicherung nicht zahlen zu können. Als empfehlenswerter gilt der OP-Kostenschutz, der günstiger ist und gerade dann greift, wenn die Behandlungskosten hoch werden. Die Hundehaftpflichtversicherung der AGILA ist vor allem für Kampfhund-Besitzer eine klare Empfehlung, darüber hinaus bietet sie im Vergleich jedoch nicht immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

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