IT-Aktien – Gehören Internet-Aktien ins Portfolio?

IT-Aktien – Gehören Internet-Aktien ins Portfolio?

IT Aktien

IT-Aktien

Das Platzen der Dotcom-Blase liegt weit zurück und IT-Aktien sind inzwischen wieder beliebte Beimischungen im Portfolio. Inzwischen steht die Branche anders da als noch 2000:

  • Die größten Börsengänge finden auch in der IT-Branche statt.
  • Einige der wertvollsten Unternehmen sind IT-Unternehmen.
  • Die Anzahl der Unternehmen hat sich vervielfacht.
  • Viele Unternehmen sind inzwischen erfahrener und etablierter.
  • Internet ist keine Zukunftstechnologie mehr, sondern bestimmt den Alltag.

Dies sorgt dafür, dass die IT-Branche als Anlagemöglichkeit inzwischen als deutlich risikoärmer gilt. Inzwischen geht es um die Beantwortung der Frage, wie genau sich die IT-Branche entwickeln wird als darum, ob es in ein paar Jahren noch eine große Rolle spielt. Demzufolge lastet die Hoffnung der meisten Anleger inzwischen speziell auf Trends wie Cloud-Computing, das Internet der Dinge oder IT-Sicherheit.

Dabei etablieren sich vor allem die größeren Konzerne als geeignete Anlageobjekte. Die Marktführer wie Apple, Alphabet (vormals: Google) oder Amazon zählen inzwischen sogar zu den wertvollsten Aktiengesellschaften und Marken weltweit. Ungleich schwieriger ist die Lage allerdings für kleine Unternehmen. Obwohl derzeit kaum ein Start-Up ein Finanzierungsproblem fürchten muss, ist die Übernahmequote außergewöhnlich hoch. Kleine und aufstrebende Aktiengesellschaften können sich kaum dauerhaft halten sondern sehen sich in der Regel fast ständigen Übernahmegerüchten ausgesetzt – die sich nicht selten bewahrheiten. Zudem leiden sie unter besonders volatilen Kursverläufen.

Sind Internetaktien wieder gefährdet?

Technologieaktien sind derzeit außerordentlich beliebt. Die Kurse stiegen in den letzten Jahren fast konsequent. Manch einer fühlt sich an das Jahr 2000 erinnert, als die Dotcom-Blase platzte und zu einem Kursdesaster bei den IT-Aktien führte. Viele Privatanleger, die sich durch die steigenden Kurse von Aktieninvestments überzeugen ließen, wurden aufgrund mangelnder Diversifikation mit voller Wucht von der platzenden Blase getroffen. Die abstürzenden Internetaktien führten zu einem weltweiten Börsencrash und IT-Aktien waren über Jahre hinweg kaum noch vermittelbar.

Wer damals orakelte, dass sie ihren Höchststand von 2000 nie mehr erreichen würde, behielt unrecht: In den letzten fünf Jahren schwang sich der NASDAQ Composite, der als wichtigster Technologie-Aktien-Index erneut auf über 5.000 Punkte und schwankt in den letzten neun Monaten mal mehr oder weniger volatil um genau diesen Wert. Allerdings benötigten die Unternehmen vor der Dotcom-Blase nur etwa zwei Jahre für das Wachstum, in der zweiten Phase ließen sie sich hingegen knapp 15 Jahre Zeit und halten den Wert seit einigen Monaten.

Junge und interessante Unternehmen scheinen zudem kein Problem damit zu haben, Geldgeber zu finden. Start-Ups aus dem Internet sind derzeit eine der beliebten Investitionsmöglichkeiten für Venture-Capital-Geber. Der größte chinesische E-Commerce-Anbieter Alibaba konnte sich mit einem Emissionsvolumen von über 25 Mrd. US-Dollar sogar den Rekord als größter Börsengang aller Zeiten sichern. Facebook kann immerhin noch den 8. Größten Börsengang verzeichnen. Kein Wunder also, dass Skeptiker ein Wachstum entgegen jeder Vernunft befürchten. Vor allem im Bereich Gaming, Internet und Gesundheitsinformation sehen viele Analysten eine Überbewertung vieler Wertpapiere.

Und tatsächlich wurde der Technologiesektor erst im vergangenen Jahr etwas durchgeschüttelt. Vor allem im Frühjahr 2015 mussten einige Unternehmen empfindliche Kurseinbrüche hinnehmen – allerdings haben sich gerade die großen der Branche innerhalb kürzester Zeit wieder rehabilitiert. Dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis demzufolge bei vielen Unternehmen als äußerst ungünstig gilt, trägt jedoch zur Angst einer neuen Dotcom-Blase bei. Von durchschnittlich über 90 kurz vorm Platzen der Dotcom-Blase ist das mittlere KGV heute noch jedoch deutlich entfernt.

Auch dann gäbe es einige Unternehmen, die vor einem starken Wertverfall zumindest langfristig nach Ansicht fast aller Experten nicht betroffen sein werden. Die fünf größten der Branche, Facebook, Amazon, Netflix und Alphabet – früher als Google bekannt – gelten als außergewöhnlich stabil. Die Wachstumsprognosen sind ebenfalls hervorragend und alle Unternehmen schaffen es seit Jahren, sich souverän als Marktführer zu etablieren und Strategien zu entwickeln, um sich diesen Status zu erhalten.

Dennoch sieht kaum ein Finanzexperte derzeit die IT-Branche als „sichere“ Investition. Sie kritisieren vor allem die zu hohe Risikobereitschaft der meisten Start-Ups und einen zu unüberlegten Umgang mit Geld. Vor allem viele Silicon Valley-Unternehmen würden überheblich agieren, ohne überhaupt entsprechende Geschäftszahlen vorweisen zu können. Grund dafür ist auch das Kapital, das derzeit noch in den Markt gepumpt wird. Derzeit soll es rund 50 Unternehmen geben, die mehr als eine Milliarde US-Dollar Wert sein sollen, was vielen zweifelhaft erscheint.

Zu ihnen zählen allerdings auch bekannte Aktiengesellschaften wie der Nachrichtenkurzdienst Twitter. Aktionäre warten seit Jahren auf den versprochenen Turnaround, obwohl Twitter eines der bekanntesten Sozialen Netzwerke ist, hat das Unternehmen deutliche Defizite im Bereich Kundenbindung und bleibt hinsichtlich des Wachstums deutlich hinter anderen Anbietern wie Facebook zurück. Kein Wunder, dass das Unternehmen im Oktober 2015 massive Einsparungen ankündigte und rund 8 Prozent seiner Mitarbeiter entließ. Analysten sehen dies entweder als Zeichen dafür, dass die Branche sich selbst korrigiert oder dass sie vor dem Kollaps steht. Auch Snapchat, Groupon, Living Social, Zomato kündigten Stellenkürzungen an.

Gehören Internet-Aktien ins Portfolio?

  • Die IT-Branche gehörte in den vergangenen Jahren zu den Sektoren mit den höchsten Wachstumsquoten.
  • Allerdings hat dies durchaus dazu geführt, dass ein Großteil der Aktien im Vergleich zu alteingesessenen Unternehmen nach Kennzahlen als überbewertet gelten kann.
  • Die Wachstumschancen gelten allerdings auch nach wie vor als ungleich größer.
  • Auch in den nächsten Jahren wird der IT-Branchen ein Wachstum von mehreren Prozent jährlich prognostiziert.

Erst im Oktober 2015 wurde erstmals eine Million Beschäftigte innerhalb der deutschen ITK-Branche verzeichnet. Manche Analysten sehen in der fortschreitenden Digitalisierung gar nach wie vor eine Jahrhundertchance. Dass die IT-Branche unseren Alltag in Zukunft noch deutlicher mitbestimmen wird, gilt dabei bei den meisten als unausweichlich. Wachsen sollen dabei vor allem Unternehmen, die IT-Dienstleistungen anbieten oder Software entwickeln. Bei der Unterhaltungselektronik und den Telekommunikationsunternehmen sollen sich die Bedingungen hingegen verstärken.

Unabhängig davon gelten IT-Aktien zu den volatileren Werten. Viele Analysten raten deswegen nur risikofreudigen überhaupt zur Investition. Ein Argument für größere IT-Unternehmen könnte allerdings die Tatsache sein, dass die größeren Konzerne wie Microsoft oder Intel auch das Platzen der Dotcom-Branche überlebt haben. Selbst wenn eine derart starke Überbewertung der IT-Branche kurz- bis mittelfristig zu einem Kurseinbruch führt, könnten sich die Marktführer deswegen dennoch als mittel- bis langfristige Investition eignen. Wer auf kleinere Unternehmen setzen möchte, sollte darauf achten, dass es durch die Entwicklung von Zukunftstechnologien ausreichende Wachstumschancen besitzt und zudem über ein möglichst sparsames Management verfügt.

IT-Aktien haftet derzeit der Ruf an, überbewertet zu sein. Langfristig ergeben sich dennoch interessante Investitionsmöglichkeiten. Allerdings beschränken sich diese vor allem auf die großen Konzerne als auf kleine Start-Ups. Diese sind durch Übernahmegerüchte häufig deutlich riskanter und sollten genau geprüft werden.

Trendthema 1: IT-Sicherheit

Einer der Trends der Branche ist derzeit fraglos die IT-Sicherheit. Dies gilt sowohl für Privatanwender als auch für Unternehmen. Zuhause wächst das Bewusstsein für die Gefahren aus dem Internet. Möglich ist dies auch durch Viren, die sich besonders weit verbreiten können, wie beispielsweise der BKA-Virus oder der „i love you“-Virus. Sie wecken mediale Aufmerksamkeit und sorgen so dafür, dass das Thema IT-Sicherheit und Virenschutz auch bei unbedarfteren PC-Nutzern ankommt. Inzwischen nutzen rund drei Viertel aller User ein Virenschutzprogramm, zwei Drittel eine Firewall und die Hälfte einen Spam-Filter. Zugleich wird auch im geschäftlichen Rahmen die Sicherheit von Daten und Technik immer wichtiger. Auch Kleinunternehmer und der Mittelstand beschäftigen sich heute mit Gefahren wie Industriespionage oder Sabotage, die durch das Internet erst möglich wird.

Der besondere Vorteil der IT-Sicherheit: Es wird stetig neue Schadsoftware entwickelt, die Nachfrage nach Updates reißt nicht ab. Waren es im Jahr 2009 noch rund 30 Millionen schädliche Computerprogramme zählte das AV-Test-Institut nur vier Jahre später fast sechs Mal so viele. Virenschutzprogramme müssen also stetig erweitert und aktualisiert werden. Die immer neuen Formen und Arten von Malware schaffen somit eine konstante Nachfrage.

Allerdings ist es gerade bei den Entwicklern von Anti-Viren-Software häufig nur bedingt empfehlenswert, in Einzeltitel zu investieren. Es gibt nur wenige „Pure Players“ in diesem Bereich, die überhaupt an der Börse sind. In der Vergangenheit wurden kleinere Entwickler, die am Aktienmarkt erfolgreich waren, zum von größeren IT-Unternehmen übernommen. Nicht jeder IT-Konzern konnte den Anschluss im Anti-Viren-Markt halten, sodass sich hier häufig Nachholbedarf ergibt, der durch Zukäufe gelöst wird. Die kleineren Unternehmen zeichnen sich hingegen in der Regel durch eine große Volatilität aus und gelten als riskantere Aktien.

Trendthema 2: Cloud-Dienste

Cloud-Computing gilt derzeit als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien überhaupt und ist bereits im Alltag der meisten Deutschen angekommen. Cloud-Dienste speichern Daten zentral, sodass sie von verschiedenen Orten abgerufen werden können. Möglich ist dies jedoch nicht nur für einzelne Dokumente oder Mediendateien, sondern auch für ganze Programme. Es gilt deswegen als wahrscheinlich, dass gerade Unternehmen in Zukunft verstärkt auf Cloud-Lösungen zurückgreifen. Dann würde Software häufig nicht mehr erworben werden, sondern mit Komplettlösungen wie Wartung und Reparatur vermietet.

Cloud-Computing ist derzeit schon so weit verbreitet, dass Software-Riese Microsoft seinen eigentlich erwarteten Gewinneinbruch fast vollständig abfangen konnte. Obwohl PC-System und auch Betriebssysteme an Bedeutung verlieren, konnte der Konzern die wegbrechende Nachfrage durch Cloud-Computing kompensieren. Auch in diesem Bereich streiten sich die Riesen der Branche wie Microsoft, Google und Amazon um die Marktführerposition.

Trendthema 3: Internet der Dinge

Das „Internet der Dinge“ soll den PC als Gerät zunehmend ersetzen. An seine Stelle treten „intelligente“ Gegenstände, die Menschen fast unmerklich bei ihren Tätigkeiten unterstützt. Zu diesem Bereich zählen derzeit vor allem sogenannte Wearables wie

  • Smartwatches
  • Activity Tracker
  • Produkte wie Google Glass
  • Kleidungsstücke, durch die der Träger kommunizieren oder Musik hören kann

Auch die Verwendung von RFID-Chips erweitert die Nutzungsmöglichkeiten von Smartphones, Bezahlsystemen, Transportwesen oder sogar Müllentsorgung.

Die Trendthemen wirken sich bereits jetzt immer stärker auf den Alltag aus. Es ist davon auszugehen, dass dieser Sektor weiter wachsen wird und sich die Branche selbst dadurch ändern wird.

Fazit

Die IT-Branche ist derzeit sicherlich kein Sektor, der als unterbewertet gelten kann. Dennoch ergeben sich für Privatanleger aufgrund des immer noch großen Wachstumspotenzial interessante Renditechancen, die vor allem langfristig oder i m Rahmen der Trendbranchen zu finden sind.

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