SAP Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

SAP Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die SAP SE ist der größte Softwarehersteller Europas. Die Walldorfer sind für viele mittelständische Unternehmen bis hin zu Großkonzernen nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken. Der Konzern schrieb innerhalb nur 4 Jahrzehnte eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Doch das weitere Wachstum in den ehemaligen Business-Lösungen ist begrenzt.

SAP-Aktie in der Übersicht

Die Aktie von SAP wird unter der ISIN DE0007164600 und der Wertpapierkennnummer 716460 an der Frankfurter und New Yorker Börse gehandelt. Das deutsche Symbol lautet ebenfalls SAP. Die SAP-Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • EURO STOXX 50
  • Stoxx Europe 50
  • S&P 400 MidCap
  • EURO STOXX Technolgoy
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index
Jetzt SAP Aktie bei den besten Brokern kaufen

Im DAX ist das Unternehmen seit September 1995. Die SAP-Aktie löste die Deutsche Babcock ab, da der Titel höher kapitalisiert war. Es war der dritte Unternehmenswechsel im deutschen Leitindex. Heute ist die SAP-Aktie kaum wegzudenken. Mit einer Indexgewichtung von 8,91 Prozent ist sie hinter Bayer und Siemens der drittwichtigste Wert. Aktuell erreicht der Konzern eine Marktkapitalisierung von aufgerundet 113 Milliarden Euro.

Rund 78 % der 1,229 Milliarden Aktien befinden sich im Streubesitz. Drei Prozent werden vom Unternehmen selbst gehalten. 19 weitere Prozent sind im Besitz der Gründer Hasso Plattner, Dietmar Hopp und den Erben Klaus Tschiras.

2016 zahlte der Konzern eine Dividende von 1,21 Euro je SAP-Aktie. Dies entsprach einer Dividendenrendite von 1,46 Prozent.

So präsentiert sich das Unternehmen auf seiner Webseite

So präsentiert sich das Unternehmen auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Unternehmen

SAP wurde am 1. April 1972 von fünf ehemaligen Mitarbeitern der IBM gegründet. Der Hauptsitz ist Walldorf ind Baden-Württemberg. Aktueller Vorstandssprecher ist seit Februar 2010 Bill McDermott. Aufsichtsratsvorsitzender ist Hasso Plattner.

2016 konnte der Konzern einen Umsatz von 22 Milliarden Euro erzielen. Nach allen Abzügen und Steuern betrug das Ergebnis 3,65 Milliarden Euro. Weltweit verfügt der Konzern über 120 Tochtergesellschaften und mehr als einem Dutzend Entwicklungszentren.

Der Konzern beschäftigte Ende 2016 fast 84.200 Mitarbeiter, davon alleine 18.900 in der Software-Entwicklung. Das Unternehmen hat 335.000 Kunden, darunter auch zahlreiche Großunternehmen und andere DAX-Mitgliedern. Insgesamt wir die Software von 12 Millionen Anwendern genutzt und soll für 98 der 100 weltweit wertvollsten Marken Produkte entwickeln.

Geschichte des Softwareherstellers

Der Konzern wurde 1972 von Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner gegründet, die allesamt Mitarbeiter der IBM waren. Deswegen wurden die ersten Programme üblicherweise nachts und an den Wochenenden programmiert. Das Ziel war eine Standardanwendungssoftware für die Echtzeitverarbeitung zu erstellen. Schon am Ende des ersten Geschäftsjahres konnte der Konzern einen Umsatz von 620.000 DM erwirtschaften und neun Mitarbeiter beschäftigen. Auch wenn das Unternehmen in Weinheim gegründet wurde und ein Büro in Mannheim eröffnete, waren die Mitarbeiter zu Beginn vor allem in den Rechenzentren ihrer Kunden tätig.

In den nächsten Jahren verzeichnet das Unternehmen einen beeindruckenden Zuwachs an Kunden und Software-Lösungen. Ab 1977 werden die Programme auch im Ausland eingesetzt, bald folgen weitere Sprachen. 1981 werden alle Rechte auf die SAP GmbH übertragen, die schon 1976 gegründet wurde. Im August 1988 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und die SAP AG geht im November an die Börsen in Stuttgart und Frankfurt. In Deutschland hat das Unternehmen ein Quasi-Monopol bei kommerzieller Standardsoftware für deutsche S/370-Rechner.

Die Kontaktmöglichkeiten von SAP

Die Kontaktmöglichkeiten von SAP

Das Unternehmen expandiert und kann 1991 fast 2.700 Mitarbeiter beschäftigen, die einen Umsatz von 707 Millionen DM erzielen. Die Software wird in über 30 Ländern eingesetzt. Im Folgejahr übersteigt der Auslandsanteil passend zum 20. Geburtstag erstmalig den Umsatz innerhalb Deutschlands. 1993 verzeichnet der Konzern erstmals mehr als eine Milliarde Umsatz. Der Konzern expandiert weiter und gewinnt auf dem asiatischen Markt wichtige Kunden. Ab 1995 setzt der Konzern auch verstärkt auf den Mittelstand. Inzwischen konnte der Konzern zahlreiche Großkonzerne von seinen Angeboten überzeugen, darunter auch Burger King und Coca-Cola.

Obwohl die Finanzkrise von 2001 für viele Unternehmen zum großen Problem wird, kann SAP sein Wachstum weiter steigern. Auch die Anzahl der Mitarbeiter wächst auf rund 29.000.  Erst 2005 wird SAP zum offiziellen Firmennamen und Logo. Der Konzern kann inzwischen mehr als 8,5 Milliarden Euro Umsatz vorweisen. Die globale Finanzkrise 2008 trifft das Unternehmen weit härter. Der Konzern muss Mitarbeiter gehen lassen und trifft weitere Sparmaßnahmen, die die operative Marge verbessern können. 2010 hat sich der Konzern wieder gefangen und übernimmt das kalifornische Unternehmen Sybase für rund 5,8 Milliarden US-Dollar. Im darauffolgenden Jahr kündigt die SAP weitere Wachstumspläne an, die vor allem die BRIC-Staaten im Fokus haben. 2013 wandelte sich SAP in eine europäische Aktiengesellschaft um. Ein Jahr später gab SAP bekannt, für 6,2 Milliarden Euro Concur Technogie zu übernehmen.

Wachstum vor allem durch die Cloud

SAP konnte im letzten Jahr eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent auf 22 Milliarden Euro erreichen. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls in diesem Rahmen auf 5,2 Milliarden Euro. Nach Steuern blieb dem Konzern ein Gewinn von 3,65 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 19 Prozent entspricht und ein Rekordergebnis für den Konzern darstellt. Im Vorjahr wurde das Ergebnis durch Sonderausgaben eines Abfindungsprogramm belastet und war im Vergleich zu 2014 sogar leicht zurückgegangen.

Mittelfristig hat der Konzern sich zum Ziel gemacht, den Umsatz bis 2020 auf 29 Milliarden zu erhöhen. Dabei soll vor allem die Cloudsoftware weiter wachsen und bis dahin ein Drittel des Umsatz ausmachen (derzeit ist es ein Siebtel).

Schon 2017 soll der Umsatz in diesem Bereich auf 3,8 bis 4 Milliarden Euro wachsen und sich somit im Vergleich zu 2016 mit drei Milliarden um eine währungsbereinigten Wachstumsrate von bis zu 34 Prozent wachsen. Der Cloud- und Softwareerlös soll zwischen sechs und acht Prozent wachsen, der Gesamtumsatz auf den Bereich zwischen 23,2 und 23,6 Milliarden Euro zulegen.

Dabei stellt der Konzern auch einen Aktienrückkauf im zweiten Halbjahr 2017 in Aussicht, falls der Schuldenabbau in der zweiten Jahreshälfte fortgeschritten genug ist.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Prognose zur Aktienentwicklung: SAP Aktie kaufen, halten oder verkaufen?

Die Aktie von SAP wird derzeit von den meisten Analysten positiv eingeschätzt. Von aktuell 26 Analysten raten zwei zum Verkauf, sechs zum Halten und 17 zum Kauf der SAP-Aktie. Dabei sind die letzten Einschätzungen, die den Verkauf raten, mehr als ein Jahr alt. Das durchschnittliche Kursziel beträgt aktuell allerdings knapp 92 Euro und bewegt sich somit auf dem aktuellen Kursniveau der Aktie.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Morgan Stanley kaufen 94 Euro
Commerzbank AG kaufen 100 Euro
DZ Bank kaufen o. A.
UBS AG halten 93 Euro
Deutsche Bank AG kaufen 90 Euro
S & P Capital IQ halten 95 Euro
Baader Bank kaufen 95 Euro
JP Morgan Chase & Co. kaufen 95 Euro
Goldman Sachs Group Inc. kaufen 110 Euro
Société Générale Group kaufen 111 Euro

 

So überrascht es wenig, dass die Aktie derzeit als fair bewertet gilt. Bei einem erwarteten langfristigen durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13,36 Prozent und einem geschätztem KGV von 17, ergibt sich bei einer Dividendenrendite von 1,6 Prozent, dass die Aktie etwas verteuert ist.

Jetzt SAP Aktie bei den besten Brokern kaufen

SAP in der Kritik

Auch wenn SAP schnell Marktführer wurde und die Produkte teilweise fast schon alternativlos sind, haben Anwender mehrfach scharfe Kritik an den Softwarelösungen des Programms geübt. Vor allem die Komplexität der zahlreichenden Produkte und die mangelnde Transparenz führen dazu, dass Anwender nicht wissen, welches für sie notwendig und geeignet ist. Kunden fordern vor allem mehr Flexibiltiät bei der Wartung und dem Lizenzmodell. Auch der Investitionsschutz sollte stärker geschützt werden.

Obwohl der Konzern bereits bekannt gegeben hat, dass er seine Leistungen deutlich vereinfachen möchte, ist die Kundenzufriedenheit eher mittelmäßig. Allerdings macht die Konkurrenz es hier auch nicht unbedingt besser. Die Kritik an diesen Punkten ist fast so alt wieder Erfolg des Konzerns, sodass dies fast schon eine Art Geschäftsmodell des Konzerns zu sein scheint.

Im März 2015 wurde bekannt, dass SAP mit NSA und BND zusammenarbeitet und dabei anscheinend gezielt versucht hat, relevante Dienste und Anbieter zu übernehmen. Zugleich warb der Konzern nach den Enthüllungen Snowdens damit, dass die Daten von europäischen Kunden die europäischen Rechenzentren nicht verlassen würden – profitiert also zugleich vom Überwachungsskandal. Anders als von manchen Medien suggeriert, nutzt der Konzern allerdings keine Firmendaten, die er den Geheimdiensten zuspielt. Eine Backdoor konnte dem Unternehme nicht nachgewiesen werden. Stattdessen nutzen diese beispielsweise die In-Memory-Datenbank Hana, die Unmengen an Daten in Sekundenbruchteilen auswerten kann.

Im gleichen Jahr warf ein Ex-Mitarbeiter dem Konzern vor, sich bei der Konkurrenz wie Oracle, IBM und Teradata gedanklich bedient hätte, um Hana entwickeln zu können. Der Fall geriet allerdings vor allem deswegen in die Schlagzeilen, weil der Ex-Mitarbeiter oder sein Vater versucht habe, das Unternehmen zu erpressen.

Im Februar 2016 legte der Konzern Korruptionsvorwürfe in den USA gegen eine Zahlung von 3,7 Millionen US-Dollar bei. SAP hatte diese allerdings ohne Schuldeingeständnis an die Regierung Panamas gezahlt, weil ein früherer Mitarbeiter einen Regierungsvertreter des Landes bestochen haben soll, um einen lukrativen Auftrag zu sichern.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

SAP mit solider Dividende

SAP zählt zu den zuverlässigen Dividendenzahlern im DAX, allerdings sicherlich nicht zu den großzügigsten. Seit 2000 hat der Konzern nur 2011 eine Dividende gezahlt, die einer Dividendenrendite über 2,69 Prozent entsprach. Von 2000 bis 2016 beträgt die durchschnittliche Dividendenrendite nur 1,3 Prozent. Im Jahr 2016 betrug die Dividende je SAP-Aktie 1,21 Euro und war für Konzernverhältnisse leicht überdurchschnittlich. Ohnehin hat sich die Dividendenrendite seit 2006 verbessert und beträgt seitdem durchschnittlich 1,66 Prozent.

Wer darauf zählt, dass die SAP-Aktie eine hohe Dividende zahlt, wird vermutlich eher enttäuscht sein. Selbst zuversichtliche Prognosen sehen eine Dividende von mehr als zwei Euro erst ab 2021. Anleger, die primär auf Dividendentitel setzen möchten, werden mit SAP also nur dann glücklich, wenn sie die Aktie des Konzerns langfristig im Depot behalten möchten.

Jetzt SAP Aktie bei den besten Brokern kaufen

Wichtige Konkurrenten des Technologiekonzerns

IBM, Microsoft und Oracle gelten als die größten Konkurrenten von SAP. Vor allem Oracle gilt dabei als größter Wettbewerber und Konkurrent. SAP musste auch bereits 272 Millionen US-Dollar an Oracle aufgrund von Urheberrechtsverletzungen zahlen. Weitere wichtige Konkurrenten sind Software AG, Salesforce, Bechtle und Adobe. Sie alle kommen als Alternative zur SAP-Aktie in Frage. Da sie letztlich doch häufig mit SAP vernetzt sind, ergibt sich beim Erwerb von mehr als einer dieser Wertpapiere jedoch ein vergrößertes Klumpenrisiko.

Umfassendes Partnernetzwerk von SAP

SAP hat sich schnell darum gekümmert, ein umfangreiches Partnernetzwerk aufzubauen. Es besteht aus anderen Softwareanbietern, Service-, Vertriebs- und Technologiepartnern. Dabei hat das Unternehmen auch ein Co-Innovation Lab ins Leben gerufen, in dem SAP zusammen mit SUSE, Novell, Questra, Wonderware und anderen unabhängigen Softwareentwicklern Produkte entwickelt. Zu den Mitbegründern zählen auch Cisco, Intel, NetApp und Hewlett-Packard. Zu den Technologiepartnern gehören auch AMD, IBM, Oracle, Nokia, SU und Novell.

Wichtige weitere Partner sind:

  • Accenture
  • IDS Scheer
  • Atos
  • T-Systems
  • Itelligence
  • Adobe
  • SmartOps
  • IDS Scheer
  • OpenText
  • GK Software

Stärke der Marke

Wer eine SAP-Aktie kauft, investiert damit auch in eine der stärksten Marken der Welt. Interbrand schätzte den Konzern in seinem Ranking von 2016 auf einen Marktwert von 21,293 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 13 Prozent entsprach und dem Konzern Platz 22 der weltweit wertvollsten Marken sicherte. Oracle liegt hiernach auf Platz 16 (26,5 Milliarden US-Dollar) und IB mit 52 Milliarden sogar auf Platz 6.

Von Millward Brown wird der Markenwert des Unternehmens hingegen auf 39 Milliarden Euro taxiert, was allerdings ebenfalls den 22 Platz bedeutet. IBM liegt hierbei mit 86 Milliarden auf Platz 10, Oracle hingegen mit 19 Milliarden US-Dollar auf Platz 49 weit hinter dem DAX-Unternehmen. Dieser ist zudem der einzige der drei, der 2016 im Vergleich zu 2015 an Markenwert zulegen konnte.

Nach diesem Ranking hat sich der Markenwert des Konzerns zudem innerhalb der letzten zehn Jahren sogar vervierfacht.

Fazit: SAP-Aktie gilt als solider Wert, ist jedoch derzeit nicht günstig

Die SAP-Aktie strahlt die Sicherheit aus, die viele Privataktionäre an einem Wertpapier schätzen.  Das Unternehmen weist relativ konstante Steigerungen auf, ist verhältnismäßig skandalfrei und zahlt eine solide und regelmäßige Dividende. Dies müssen Anleger, die jetzt einsteigen wollen, jedoch durchaus auch bezahlen. Die Aktie ist kein Schnäppchen, aber möglicherweise vor allem langfristig ihr Geld dennoch wert.

Jetzt SAP Aktie bei den besten Brokern kaufen
  • Finden Sie den günstigsten Depotanbieter:

    Ordervolumen
    Euro
    Order pro Jahr:
    Order
    Anteil Order über Internet:
    Durchschnittl. Depotvolumen:
    Euro
  • Top 5 Aktien Broker