In Sport investieren

In Sport investieren – wirklich lohnenswert?

Für die meisten Deutschen gehört Sport zum Alltag. Aufgrund der weiten Verbreitung ergibt sich auf diese Weise natürlich ein breites Feld an Möglichkeiten, in Sport zu investieren. Dennoch denken viele Anleger nicht als allererstes an ein Investment in Sport oder bemerken nicht, dass sie dies auf verschiedene Arten bereits tun. Wer sein Portfolio ausreichend diversifizieren möchte, sollte dabei den Sport nicht vergessen.

Für das Investment in Sport gibt es verschiedene Möglichkeiten. Denkbar sind beispielsweise:

  • Sportvereine
  • Sportbekleidung
  • Sportausrüstung
  • Sportentertainment
  • Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte
  • Infrastruktur für Sportereignisse
  • Fitnessstudios
  • Sportler
  • Sportsponsoring
  • Sammlerstücke

Darüber hinaus stehen zahlreiche Finanzprodukte zur Verfügung. Vor allem Anleihen und Aktien sind bei Sport Investments beliebt. Denkbar sind jedoch auch direkte Investitionen oder die Bereitstellung von Venture Capital.

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Die Consorsbank bietet die Analyse wichtiger Aktien

Lohnt es sich im Rahmen von Sportgroßereignissen zu investieren?

Ob sich ein Investment lohnt hängt vor allem von zwei Punkten ab: Zum einen ist der Einstiegszeitpunkt entscheidend, zum anderen der Anlagehorizont. Für Privatanleger ist es in der Regel nicht empfehlenswert, kurzfristige Gewinne anzustreben. Da es sich bei den meisten Unternehmen, die bei einem solchen Sportinvestment in Frage kommen, allerdings entweder um Blue Chips oder um etablierte mittelständische Unternehmen oder vielversprechende Start-Ups handelt, kann ein Investment durchaus sinnvoll sein, wenn es über einen längeren Anlagehorizont getätigt wird. Kurzfristige Gewinne können Privatanleger aufgrund des geringeren Wissens in der Regel nur durch erhöhtes Risiko erreichen.

Lohnt sich das Sponsoring für große Unternehmen?

Grundsätzlich ist es ein sinnvoller Gedanke, sich gezielt Aktien auszusuchen, die sportliche Großereignisse wie Olympia oder Fußball-EM sponsort. Tatsächlich steigt die Markenbekanntheit kaum, wenn es sich um etablierte Marken handelt.

So konnten die meisten Befragen in einer Umfrage zu EM-Sponsoren 2012 zwar Coca Cola (20 %), Adidas (16 %) und McDonald’s (8 %) nennen, ohne Antwortmöglichkeiten vorgegeben zu haben. Als die Befragten Antwortmöglichkeiten vorgegeben hatten, folgten als häufigste Nennungen allerdings Mercedes, Nike, MasterCard, Bitburger und Volkswagen. Allerdings hatte keine der letztgenannten Marken die EM gesponsort.

Daraus lässt sich schließen, dass Sponsoring nicht immer zum Erfolg führt, allerdings ist es hilfreich, gelegentlich zum engeren Sponsorenkreis zu gehören. Immerhin sind die genannten Marken auf die eine oder andere Weise als Sponsor für Fußballvereine oder –Ereignisse in Erscheinung getreten. Besonders sinnvoll kann deswegen ein Sponsoring für aufstrebende Konzerne wie Hisense bei der EM 2016 sein.

Nicht lohnenswert ist es allerdings für Privatanleger, erst zum Großereignis einzusteigen. Die Sponsoren sind dann bereits jahrelang bekannt und Aktionäre können nicht mehr ausreichend profitieren, da sich das Engagement bereits eingepreist ist.

Investment in Sportvereine

Wer in Sportvereine investieren möchte, tut dies in der Regel aus Liebhaberei. Allerdings bieten viele Aktien der Topclubs interessante Renditemöglichkeiten. Allerdings sollten sich Investoren darüber im Klaren sein, dass die Aktienkurse hier in der der Regel noch irrationaler verlaufen als dies sonst an der Börse üblich ist. Eine Niederlagenserie beispielsweise kann den Kurs empfindlich nach unten drücken, während die Verpflichtung eines Top-Stars übertriebene Kurssteigerungen mit sich bringen kann. Anleger müssen also auf alles gefasst sein. Noch dazu sind die meisten Vereine auf sportlichen Erfolg und nicht auf Rendite ausgelegt. Auf eine Dividende mussten beispielsweise alle Aktionäre von Borussia Dortmund über ein Jahrzehnt warten.

Auch Anleihen sind unter vielen Clubs gefragt. Gerade Traditionsvereine, die ihren Club nicht in Aktionärshände übergeben möchten, nutzen diese Möglichkeit. In der Vergangenheit konnten Interessenten von international bekannten und erfolgreichen Clubs wie:

  • FC Schalke 04
  • Manchester United
  • Arsenal London
  • Olympique Lyonnais

Allerdings gibt es nur wenige Clubs, die groß genug sind. Eine Alternative sind Fananleihen. Da die meisten Clubs bei den Banken keinen Kredit erhalten oder hohe Zinsen zahlen müssen, ist es nur sinnvoll, den Clubs die Möglichkeit zu bieten, in den Verein zu investieren.

Interessenten sollten immer im Hinterkopf behalten, dass nur wenig ausreicht, um einen Verein finanziell ins Straucheln zu bringen. So stieg beispielsweise Alemannia Aachen von der ersten in die dritte Bundesliga ab und musste Insolvenz anmelden. Bei Arminia Bielefeld verzichteten Fans auf ihr Geld aus der Anleihe und beim Hamburger SV wurde das Geld nicht wie versprochen in die Nachwuchsarbeit investiert. Stattdessen floss das Kapital in die Profimannschaft, die fast abgestiegen wäre.

Sportartikelhersteller weiter auf dem Vormarsch

Sportartikelhersteller können sich inzwischen bereits seit mehreren Jahren über ein stetiges Umsatzwachstum freuen. Bereits Anfang des Jahrtausends konnten die Große der Branche Rekordgewinne melden und der Trend zeigt weiterhin aufwärts. Grund hierfür ist auch, dass mit China der derzeit größte Wachstumsmarkt als noch nicht erschlossen gilt. Und auch Indien wird zunehmend relevanter. Das sorgt für jede Menge Potential.

Noch dazu ist auch in den westlichen Ländern der Zenit noch nicht erreicht. Europäer und Amerikaner geben immer mehr Geld für Sportartikel aus. Der Trend ist bislang ungestoppt. Allerdings schützt dies einzelne Konzerne natürlich nicht vor Gewinneinbrüchen oder schlechten Geschäftszahlen. Es ist deswegen unabdingbar, dass Interessenten vor dem Kauf eine Fundamentalanalyse durchführen.

In Sammlerstücke investieren

Sammlerstücke und Sport sind nicht voneinander zu trennen. Von Panini-Heften über Sammelkarten von Footballspielern bis hin zu signierten Bällen und Trikots oder sogar Pokalen: Die Masse an Erinnerungsstücken, die einen hohen Sammlerwert erhalten können, ist fast unüberblickbar.

Allerdings sind Sammlerstücke als Investment nur bedingt geeignet. Sie sind nicht wertstabil und werden nicht zwangsläufig mit ihrem Alter beliebter. Außerdem bringen sie während der Geldanlage keine Rendite. Sie könnten sich vor allem für Anleger lohnen, die selber Liebhaber sind. Allerdings ist dann das Problem, dass der emotionale Wert den materiellen in der Regel weit übersteigt. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Aufbewahrung dar. Grundsätzlich sind Sammlerstücke also nicht als Geldanlage geeignet.

Medienkonzerne und Sportentertainment

Bei beliebten Sportarten machen die Eintrittsgelder nur noch einen Bruchteil der Einnahmen aus. Wesentlich wichtiger sind Sponsoring und vor allem Übertragungsrechte geworden. Aufgrund der Exklusivrechte handelt es sich in der Regel um eine sehr enge wirtschaftliche Wechselbeziehung. So fielen beispielsweise europaweit Kurse von Fußballaktien in den Keller, als die Insolvenz der Kirchmedia AG bekannt wurde.

Grundsätzlich gibt es weltweit nur wenige Player, die die wichtigsten Ligen untereinander aufteilen. Hierzu gehören nicht nur die größten europäischen Fußballligen, sondern auch die Amerikanische Football-, Eishockey-, Baseball- und Basketballliga oder die Indische Cricket-Liga.

Allerdings rumort es hier in den letzten Jahren deutlich. Wer jetzt auf die langjährigen Partner setzt, könnte am Ende enttäuscht werden. So streben beispielsweise auch Apple, Amazon und Google Gerüchten zufolge an, sich stärker im Bereich von Sportübertragungen zu engagieren. Amazon wird beispielsweise schon seit Jahren mit der Premier League in Verbindung gebracht. Bei der letzten Vergabe der Übertragungsrechte der Bundesliga konnte sich das Unternehmen immerhin die Audio-Streamingrechte sichern.

Dass Amazon, Google und Apple finanziell gut genug aufgestellt sind, um die Branche auf den Kopf zu stellen, ist kein Geheimnis. Als langfristige Investments sind die etablierten Partner wie Sky in Deutschland oder Walt Disney in den USA also durchaus nicht mehr die sichere Bank, als die sie scheinen. Für kurz- bis mittelfristige Anlagen können sie sich jedoch immer noch lohnen.

In Sportler investieren

Eine vergleichsweise ungewöhnliche Art, in Sportler zu investieren, bietet Fantex an. Das Unternehmen ermöglicht es, von Sportlern Aktien zu kaufen. Anteilseigner erhalten eine Dividende, die sich am Einkommen der Sportler orientiert. Natürlich werden die Aktien der Sportler dann nicht an der offiziellen Börse gehandelt, sondern lediglich auf Fantex.

Der Sportler erhält im Gegenzug ein Einmalhonorar in Höhe der Anteile. Dafür verpflichtet sich der Spieler, bis zum Ende seines Lebens 10 Prozent aller Einnahmen an Fantex-Anteilseigner auszuschütten.

Risiken sind Verletzungen und ausgelaufene Verträgen oder eine schlechtere sportlichere Entwicklung als prognostiziert. Damit ist ein solches Angebot noch einmal deutlich riskanter als dies beispielsweise bei einem Investment in einen Verein oder ein Unternehmen der Fall ist, die in der Regel nicht von der Leistung eines einzelnen Menschen abhängen. Im Angebot befinden sich derzeit außerdem nur gut 15 Spieler, die hauptsächlich in der NFL spielen.

Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst stetig weiter. Obwohl jeder vierte Deutsche regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, ist der Markt für Functional Food noch nicht gesättigt

Wer sich für diesen Bereich interessiert, hat zwei verschiedene Arten von Unternehmen zur Auswahl. Zum einen gibt es einige interessante Startups, die sich durch besondere Geschäftskonzepte auszeichnen. Zum anderen ist allerdings auch ein Investment über Blue Chips wie BASF oder Bayer möglich. Viele Konzerne, die im medizinischen und chemischen Bereich forschen, sind auch bei Nahrungsergänzungsmitteln aktiv.

Selftracking und Wearables

Als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte gelten Wearables und Selftracking-Apps. Sie ermöglichen es Privatanwendern, sämtliche Aktivitäten aufzuzeichnen und so leistungsfähiger zu werden.

In der Regel handelt es sich bei den Herstellern ohnehin um Unternehmen, die bereits auf dem Fitnessmarkt etabliert sind und so neue Nischen erschließen. Zu ihnen zählen beispielsweise die Entwickler von Navigationsgeräten, sodass hier eine gewisse Diversifizierung bereits im Geschäftsfeld enthalten ist. Andere Unternehmen wie beispielsweise FitBit haben sich speziell auf Fitness-Gadgets spezialisiert. Auf diese Weise ist es gerade in diesem Bereich sehr gut möglich das Risiko zu streuen und entweder jungen aufstrebenden Technologieunternehmen oder etablierten Mittelständern den Vorzug zu geben.

Fazit:

Wer in Sport investieren möchte, findet viele interessante Möglichkeiten. Diese sollten auch genutzt werden. Es ist im Sportbereich umso wichtiger, dass Anleger ihr Kapital breit streuen. Natürlich sollten Privatkundne ohnehin nur einen Teil ihres Vermögens überhaupt in Sportinvestments anlegen. Dann eignet sich Sport als Wachstumsmarkt jedoch durchaus, um attraktive Renditechancen bei vergleichsweise geringem Risiko zu erzielen. Zwischen den einzelnen Bereichen und Finanzprodukten gibt es allerdings deutliche Unterschiede.

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Sie riskieren Ihr Kapital