Deutsche Lufthansa Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Der größte deutsche Luftfahrkonzern Lufthansa musst in den letzten Jahren viele Turbulenzen verkraften. Der immer größer werdende Wettbewerbsdruck sorgt dafür, dass Gewinnmarge einbricht. Immerhin konnte sich die Lufthansa inzwischen mit ihren Piloten einigen, doch steigende Rohstoffpreise stellen den Konzern erneut vor neue Herausforderungen.

Aktie der Deutschen Lufthansa in der Übersicht

Die Deutsche Lufthansa Aktie wird unter der WKN 9823212 und der ISIN DE0008232125 gehandelt. Das dazugehörige deutsche Symbol ist LHA. Die Lufthansa Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika

Die Deutsche Lufthansa Aktie ist schon seit 1988 Mitglied im DAX und zählt somit zu den Gründungsmitgliedern. Ihr Einfluss ist allerdings gering. Mit nur 0,73 Prozent trägt sie wie RWE am wenigsten zur Kursentwicklung bei.

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Dies liegt natürlich an ihrer im Vergleich mit anderen DAX-Unternehmen recht geringen Marktkapitalisierung. 7 Milliarden Euro kann der Luftfahrtkonzern durch 468,82 Millionen ausgegebenen Lufthansa Aktien erzielen. Dabei befinden sich 100 % der Aktien nach der Definition der deutschen Börse im Streubesitz. Großaktionär ist Templeton Global Advisors Ltd., die knapp zehn Prozent der Lufthansa Aktien besitzt.

Im Jahr 2016 entschied der Vorstand sich zu einer Dividende von 0,50 Euro je Aktie und blieb somit auf dem Vorjahresniveau. Dies reicht aus, um eine Dividendenrendite über vier Prozent zu erzielen.

Der Webauftritt von Lufthansa

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Fakten und Zahlen zum Luftfahrtkonzern

Die Deutsche Lufthansa wurde 1953 neugegründet. Die Vorgängergesellschaft existierte von 1926 bis 1945. Heute ist die Lufthansa Group ein weltweit tätiger Luftverkehrskonzern, zu dem mehr als 550 Tochterunternehmen und Beteiligungen gehören. Mit durchschnittlich 123.287 Mitarbeitern konnte der Konzern im Jahr einen Umsatz von 31,66 Milliarden Euro erzielen. Der Gewinn nach Steuern betrug 1,78 Milliarden Euro.

Carsten Spohr löste 2014 Christoph Franz als Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa AG ab. Zur Konzernflotte zählen derzeit 617 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 11,3 Jahren. Mit ihnen fliegt Lufthansa über 150 Flughäfen auf allen Kontinenten an.

Lufthansa existiert inzwischen fast seit 100 Jahren

Die Deutsche Luft-Reederei entstand 1917 unter dem Zusammenschluss von Hapag, Luftschiffbau Zeppelin und AEG unter Mitwirkung der Deutsche Bank. 1919 führte die Gesellschaft ihren ersten Linienflug durch. Die Strecke war von Berlin nach Weimar. Ein Zusammenschluss mit anderen Luftfahrtunternehmen führte zur Deutschen Aero Lloyd dar. Nach Ende der Inflation 1923 war die Deutsche Aero Lloyd hoch verschuldet. Sie sollte deswegen mit der Junker Luftverkehr AG zusammengelegt werden. Die Fusion erfolgte 1926 unter dem Namen Luft Hansa.

Schon zum Gründungstag umfasste die Flotte 162 Flugzeuge, allerdings waren die meisten davon veraltete Militärflugzeuge. Mit Junkers F 13 befand sich allerdings auch die erste Passagiermaschine im Bestand. Ziel war es, ein Liniennetz zwischen allen europäischen Metropolen aufzubauen. Schon Ende der 1920er hatte sich die Deutsche Luft Hansa mit Berlin-Tempelhof als wichtigsten Flughafen als internationale Luftfahrtgesellschaft etabliert.

Dabei sorgte das Unternehmen mit verschiedenen technischen Errungenschaften für Aufsehen. So führte die Luft Hansa Nachtflüge durch und konnte mit der Flugverbindung Berlin-Moskau eine ungewöhnlich weite Strecke anbieten. 1928 flog die Luft Hansa mit Berlin-Madrid die längste durchgehende Strecke in Europa an (2.100 km).

Zu Beginn der 1930 expandierte die Luft Hansa weiter, obwohl die Weltwirtschaftskrise die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschärfte. Ziele waren vor allem der Nahe und Ferne Osten, sowie der Südatlantik. Der Konzern konnte verschiedenen Poststrecken einrichten und setzte sich national auf manchen strecken sogar gegen die Deutsche Reichsbahn durch. Zudem knüpfte sie Kontakte zu den Nationalsozialisten und stellte Hitler im Wahlkampf kostenfrei und dauerhaft ein Flugzeug zur Verfügung. Weiterentwicklungen der Technologie verbesserten Ruf und Bekanntheit des Konzerns schnell.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der gesamte Lufthansa-Flugzeugpark sowie die Belegschaft in die Luftwaffe integriert. Von 1933 bis 1945 soll die Lufthansa auch Zwangsarbeiter beschäftigt haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg untersagten die Siegermächte Bau und Unterhalt von Flugzeugen, sodass die Neugründung erst Anfang der 1950er erfolgen konnte. Die Gründung erfolgte dabei auf Beschluss der Bundesregierung, die 1942 sechs Millionen DM Stammkapital zur Verfügung stellte. Wie schon 1926 war Kurt Weigelt von der Deutschen Bank am Aufbau der Luftverkehrsgesellschaft maßgeblich beteiligt und wurde zum Präsidenten der LUFTAG, die schon 1954 in „Deutsche Lufthansa AG“ umbenannt wurde. Der planmäßige Linienflugverkehr wurde im März 1955 aufgenommen, nachdem die Alliierten den Erwerb von acht Flugzeugen genehmigt hatten.

Es folgte eine Phase des Wachstums und der Expansion. 1960 konnte der Konzern mit seiner ersten Boeing 707 das Düsenzeitalter einläuten. Der Konzern bediente wieder zahlreiche Flughäfen und konnte sich auf dem Markt erneut als modernes und internationales Unternehmen etablieren. Bis 1962 war der Konzern vollständig im staatlichen Besitz und wurde dann teilprivatisiert.

In den 1980er Jahren kooperierte die Lufthansa verstärkt mit der Deutschen Bundesbahn und stellte den Lufthansa-Airport-Express zur Verfügung, der seit 1993 unter dem Namen AIRail vermarktet wird. Die Deregulierung des Luftverkehrs erlaubte ab 1988 auch das Angebot von Billigfliegern. AirFrance und die Lufthansa bildeten darauf hin die EuroBerlinFrance. Sie verlor allerdings nach der Wiedervereinigung Deutschlands an Bedeutung, weil die Lufthansa dadurch auch einen Zugang nach West-Berlin erhalten hatte. Dementsprechend wurde sie 1994 aufgelöst. Die Liberalisierung im transatlantischen Luftverkehrsmarkt führte zu einem verschärften Wettbewerb. Erst nach 1994 lag der Anteil des Staates unter 50 Prozent, da er in einer umfangreichen Sanierungsmaßnahme eine Privatisierung durchführte. Seit 1997 ist die Lufthansa AG vollständig privatisiert.

Ab 1997 gelten die Deregulierung des Luftverkehrs und die Globalisierung als Hauptaufgaben der Lufthansa. Sie bildete verschiedene strategische Partnerschaften mit anderen Konzernen, um diesem zu begegnen.

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Konzern steckt immer noch in der Krise

Im Jahr 2016 konnte der Luftfahrtkonzern unter anderem davon profitieren, dass sie sich über die Betriebsrenten der Flugbegleiter einigen konnte. Der Konzern zahlt nur noch Festzuschüsse und garantiert keine Betriebsrenten in voller Höhe mehr.

Die Einigung soll sich auch 2017 positiv auf den Gewinn auswirken. Allerdings fallen die Ticketpreise weiterhin. Die Lufthansa muss sich zudem auf steigende Rohstoffpreise einstellen. Allein 240 Millionen Euro mehr als 2016 plant das Unternehmen derzeit mehr ein. Deswegen hat sich der Konzern auch 2017 zu weitern Einsparungen entschlossen. Dafür hat die Airline unter anderem fünf Airbus A350 storniert.

Probleme macht der Lufthansa derzeit allerdings vor allem die Frachtsparte Lufthansa Cargo. Sie wird derzeit saniert und soll im Jahr 2017 um einen weiteren Frachter ärmer sein. Den sechstägigen Pilotenstreik konnte der Konzern hingegen gut auffangen. Das Passagiergeschäft konnte dennoch im Vergleich zum Vorjahr 100 Millionen Euro zulegen.

Derzeit knüpft die Lufthansa engere Kontakte nach Asien und ist dort mehrere Kooperationen und Partnerschaften eingegangenen, die auch im Jahr 2017 weiterentwickelt werden sollen. Auch die Billigmarke Eurowings kostet weiterhin Geld und wies einen Verlust von 91 Millionen Euro auf. Dies wird auch 2017 nicht positiver sehen: 33 Flugzeuge von Air Berlin und Brussels sollten das Ergebnis auch in diesem Jahr belasten. Das Ziel ist jedoch, zu Ryanair und Easyjet aufzuschließen und mit 160 Flugzeugen Nummer drei auf dem europäischen Billigflieger-Markt zu sein.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

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Prognosen zur Entwicklung der Lufthansa-Aktie

Das Groß der Analysten schätzt die zukünftige Entwicklung der Deutsche Lufthansa Aktie eher negativ ein. Von 25 Analysten empfehlen derzeit nur fünf den Kauf. Acht raten zum Halten der Lufthansa Aktie und mit zwölf Analysten rät die Mehrheit zum Verkauf des Wertpapiers.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Merril Lynch & Co., Inc. verkaufen 9 Euro
Kepler Cheuvreux verkaufen 12,90 Euro
Goldman Sachs Group Inc. verkaufen 11,60 Euro
UBS AG verkaufen o. A.
Morgan Stanley verkaufen 12,40 Euro
DZ BANK verkaufen o. A.
Barclays Capital halten 15 Euro
JP Morgan Chase & Co. verkaufen 10,50 Euro
Commerzbank AG verkaufen 9 Euro
Société Générale Group kaufen 17,50 Euro
HSBC halten 15 Euro

 

Das durchschnittliche Kursziel liegt damit bei 12,51 und deutlich unter dem aktuellen Wert.

Im Vergleich zu den Prognosen von vor einem halben Jahr schätzen die Analysten die Entwicklung deutlich negativer ein. Damals waren jeweils fünfzehn für Halten und Verkaufen und elf Analysten empfahlen den Verkauf.

Die Fundamentalanalyse der Lufthansa Aktie von TheScreener.com ergibt allerdings eine leichte Unterbewertung des Wertpapiers. Demnach rechnen die Analysten mit einem langfristigen Wachst um von vier Prozent jährlich bis 2019. Das KGV liegt aktuell bei nur 4,55.

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Kritik am Unternehmen

Insgesamt ist die Lufthansa relativ skandalfrei. Lufthansa Cargo wurde 2013 angezeigt, weil sie über einen längeren Zeitraum Aufträge aufgrund von Schmiergeldern vergeben haben soll. 2014 wurde bekannt dass ein Lufthansa-Verantwortlicher eine Namensliste von Mitarbeitern mit herabwürdigen Kommentaren ergänzt hatte. Für Kontroversen sorgen auch die zahlreichen Pilotenstreiks, die der Konzern in den letzten Jahren mehrfach provoziert hat.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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Dividende der Lufthansa

Die Lufthansa gilt als einer der Konzerne, die von Konjunktur und Rohstoffpreisen besonders abhängig sind. In der Vergangenheit musste der Vorstand auch deswegen mehrfach verkünden, dass keine Dividende ausgeschüttet wird. In den 2000ern war dies mit 2014, 2012, 2009, 2003 und 2001 insgesamt fünfmal der Fall. Wenn die Lufthansa eine Dividende ausschüttet, lag die Dividendenrendite allerdings immer über zwei Prozent, häufig sogar weit darüber. 2002, 2007 und 2008 konnten sich Aktionäre sogar über eine Rendite von mehr als sechs Prozent freuen.

2016 schüttete der Konzern 50 Cent je Aktie aus und erzielte so eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent. Dabei gelten die Dividenden grundsätzlich als vernünftig und würden bei gleichbleibendem Niveau weniger als ein Fünftel des Gewinns beanspruchen.

Wer die Lufthansa Aktie als Teil einer Dividendenstrategie sieht, muss sich also möglicherweise auf wechselhaften Zeiten einstellen. Freude und Enttäuschung waren zumindest in der Vergangenheit fester Bestandteil der Hauptversammlungen.

Die stärkste Konkurrenz

Traditionelle ist Air Berlin einer der wichtigsten Konkurrenten der Lufthansa. Der Konzern ist allerdings gewaltig ins Trudeln geraten und kämpft gegen die Insolvenz an. Im Billigfliegerbereich gelten hingegen derzeit RyanAir und EasyJet als wichtige Konkurrenten der Eurowings. International erhält der Konzern Gegenwind durch Air France-KLM, Britisch Airways, Qatar Airways, Southwest Airlines und Delta Air Lines. Zur Peergroup gehören auch Kromi Logistik, Sloman Neptun-Schiffahrts-AG und A. P. Moller-Maersk

Wichtige Partner und Kooperationen

Die Lufthansa hat ein weltweites Netzwerk von wichtigen Partnern aufgebaut. So arbeitet der Konzern in verschiedenen Bereichen eng mit der Deutschen Post zusammen, unter anderem um Fracht schneller ausliefern zu können, schwierige Waren zu transportieren oder um Passagiere mit Essen zu versorgen.

Mit dem Reisedienstleister TUI arbeitet der Konzern bei Fernstrecken und Billig-Fliegern zusammen. Zudem muss sich der Konzern zwangsweise mit einer Vielzahl an Flughafenbetreibern arrangieren, da auch hier Dienste genutzt und Gebühren bezahlt werden müssen.

Um in Asien besser vertreten zu sein, hat die Lufthansa im März 2017 beschlossen, eine engere Partnerschaft mit Cathay Pacific einzugehen. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Codeshare-Abkommen, bei dem Flüge der anderen Gesellschaft unter eigenem Namen vermarktet werden. Es existieren bereits engere Partnerschaften mit All Nippon Airways, Singapore Airways und Air China.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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Stärke der Marke Lufthansa

Die Lufthansa kann auf eine traditionsreiche und international bekannte Marke zurückgreifen. Der Konzern hat seine Marke dabei seit Beginn gepflegt und kann so von einem hohen Wiedererkennungswert profitieren. Im internationalen Vergleich schneidet die Marke allerdings nicht ganz so gut ab und landet nur auf Platz 10 mit knapp 3 Milliarden US-Dollar Markenwert. Noch 2004 war die Lufthansa mit einem Markenwert über 4,17 Milliarden US-Dollar auf Platz vier.

BrandTicker sah den Markenwert der Lufthansa 2016 sogar nur bei 422 Millionen Euro. Problem dabei ist auch die inzwischen große Konkurrenz von Ryanair. Negativ wirkten sich vor allem Streiks aus. Kritiker bemängeln dabei, dass die Lufthansa ihren Premium-Charakter verliere. Der Wettbewerb würde zunehmend über das günstigste Angebot gehen und so dem Unternehmen die finanziellen Möglichkeiten nehmen, weiterhin auf Komfort und Zuverlässigkeit zu setzen.

Fazit: Analysten raten derzeit ab

Die Lufthansa Aktie wird derzeit von den meisten Marktbeobachtern nicht zum Kauf empfohlen. Dafür sind die Wachstums- und Gewinnaussichten des Konzerns zu schlecht, der nach wie vor sanieren muss. Der Konzern hat eine zu geringe Gewinnmarge und wird von der Konkurrenz zu stark unter Druck gesetzt. Die steigenden Energiepreise könnten ihr übrigens dazu tun, dass das Unternehmen auch 2017 keine all zu großen Erfolge zu vermelden hat.

Wer sich für die Deutsche Lufthansa Aktie im Portfolio entscheidet, muss zudem mit deutlichen Unterschieden bei Dividendenzahlungen rechnen.

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