Optionsscheinhandel und die Wirkung der Hebel

Optionsscheinhandel und die Wirkung der Hebel

Optionsscheine werden auch Warrant oder Covered Warrant genannt. Hierbei geht es um den Handel mit Rechten. Anleger können durch Hebel von steigenden und fallenden Kursen profitieren. Falls es sich um Aktienoptionsscheine handelt, beinhaltet der Handel das Recht, an einem bestimmten Tag eine Aktie zu einem zuvor bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Der Kauf wird dabei als Call, der Verkauf als Put bezeichnet. Im Unterschied zu Aktien erwerben die Anleger mit Optionsscheinen keinen Anteil am Unternehmen.

Anders als Optionen und Futures sind die Optionsscheine keine standardisierten Terminkontrakte, sondern Wertpapiere. Gerade in den deutschsprachigen Ländern und Frankreich sind Optionsscheine sehr beliebt, während im englischsprachigen Raum lieber Optionen und Futures gehandelt werden. Da Optionsscheine an einem bestimmten Tag oder in einer bestimmten Zeitspanne gehandelt werden, können beim Handel mit Optionsscheinen Risiken auftreten. Wenn der vorab festgelegte Kurs und der tatsächliche Aktienstand kurz vor Ende der Handelsfrist sehr weit auseinander liegen, kann der Wert des Optionsscheins gegen Null gehen.

Bei Optionsscheinen wird mit Rechten gehandelt und die Anleger profitieren von steigenden und fallenden Kursen. Man unterscheidet zwischen Kauf-Optionsscheinen (Call) und Verkaufs-Optionsscheinen (Put).

Wo werden Optionsscheine gehandelt?

Optionsscheine werden an den Börsen notiert und können bei allen Geschäftsbanken geordert werden. Außerdem gibt es einen außerbörslichen Handel mit Optionsscheinen. Man kann also zwischen dem Handel bei einem Emissionshaus oder über die Aktienbörsen wählen. Optionsscheine können sich auf verschiedene Werte wie Aktienwerte oder Indexe beziehen. Auch Optionsscheine auf Rohstoffe, Währungen oder Zinsinstrumente sind handelbar. In der Regel legt ein sogenannter „Market Maker“- meist die Bank, die die Scheine ausgibt – die Kurse fest. Der Kurs orientiert sich dabei am sogenannten „Underlying“, also der Aktie oder dem Index, auf den sich der Optionsschein bezieht.

Hebel consors

Bei der Consorsbank können CFD, aber auch Optionsscheine gehandelt werden

Optionsscheine können börslich und außerbörslich gehandelt werden. Sie können sich auf Aktien, Währungen, Rohstoffe oder Indexe beziehen. Der Kurs orientiert sich dabei auf die Aktie oder den Index, auf den sich der Optionsschein bezieht.

Arten von Optionsscheinen

Traditionelle Optionsscheine werden in Verbindung mit einer Optionsanleihe ausgegeben. Sie werden getrennt gehandelt und verbriefen das selbstständige Recht auf die Lieferung des Basiswerts. Bei Naked Warrants werden keine Optionsanleihen ausgeben. Zudem stehen sie nicht in Verbindung zu Finanzierungsvorhaben von Unternehmen. Lediglich Banken und Wertpapierhandelshäuser geben Naked Warrants aus. Die Vielfalt ist bei dieser Form von Optionsscheinen groß. Der Emittent der Optionsscheine muss nicht der gleiche sein, wie der Herausgeber des Basiswerts. Darüber hinaus ist eine physische Lieferung oft nicht geplant. Es kommen die verschiedensten Basiswerte infrage. Bei Covered Warrants behält der Emittent voroptionierte Aktien im eigenen Bestand oder sichert Lieferansprüche durch Gegengeschäfte.

Aktien-Optionsscheine bieten das Recht zum Kauf oder Verkauf von Aktien, wenn ein bestimmter Aktienkurs unter- oder überschritten wird. Darüber hinaus können sich Optionsscheine auch auf den Kauf oder Verkauf von Anleihen beziehen. Dabei handelt es sich um Zins-Optionsscheine. Hierbei ist die Kursentwicklung der Anleihe entscheidet. Diese wiederum hängt von der Entwicklung des Marktzinsniveaus ab.

Bei Währungs-Optionsscheinen erhält der Anleger das Recht zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Betrags einer Währung. Währungs-Optionsscheine sind für unterschiedliche Währungen erhältlich. Der Anleger profitiert dabei von steigenden oder fallenden Wechselkursen. Rohstoff-Optionsscheine beziehen sich auf das Über- oder Unterschreiten von Preisen eines bestimmten Rohstoffs. Index-Optionsscheine beziehen sich auf bestimmten Indexstände. Ein Index ist nicht lieferbar. Daher hat der Anleger hier ausschließlich das Recht auf eine Ausgleichszahlung. Der Basiswert kann ein Aktienindex, ein Rentenindex oder ein anderer Index sein. Die Entwicklung des Indexes bestimmt den Preis des Optionsscheins.

Darüber hinaus werden Basket-Optionsscheine angeboten. Diese berechtigen zum Kauf eines Korbs von Basiswerten. Meist besteht dieser Korb aus Aktien verschiedener Unternehmen einer Branche aus einem oder mehreren Ländern. Wer im Besitz eines Turbo-Optionsscheins ist, kann auch zu Bezug von anderen Optionsscheinen berechtigt sein. Hier kommt ein vergleichsweise hoher Hebel zum Tragen.

Der Handel ist mit verschiedenen Formen von Optionsscheinen möglich. Verschiedene Basiswerte werden zugrunde gelegt. Eine breite Auswahl finden Anleger bei den sogenannten Naked Warrants. 

Kaufoptionsschein (Call) und Verkaufsoptionsschein (Put)

Grundsätzlich teilt man Optionsscheine nach dem Recht auf den Kauf oder Verkauf eines Basiwerts auf. Der Anleger erwirbt in beiden Fällen allerdings nur ein Recht, keine Pflicht, auf den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts.

Wenn der Anleger einen Call erwirbt, erwirbt das Recht, einen Basiswert zu einem zuvor festgelegten Preis zu kaufen. Der Kauf ist innerhalb der Laufzeit oder bei Fälligkeit (je nach Ordertyp) möglich. Der Verkäufer ist dabei die Bank, die den Optionsschein ausgibt. Für dieses Kaufrecht zahlt der Anleger nun eine Optionsprämie, den sogenannten Call-Preis. Damit erhält er das Kaufrecht für den Basiswert.

Diese Variante ist sinnvoll, wenn die Aktie über den Optionsschein günstiger ist, als der Direktkauf der Aktie an der Börse. Um mit einem Call-Optionsschein einen Gewinn zu erzielen, kommt es auf die Optionsprämie an. Der Wert des Optionsscheins hängt von der Kursentwicklung der Aktie ab.

Mit einem Put-Optionsschein setzt der Anleger auf fallende Kurse. Der Käufer erwirbt das Recht, seinen Basiswert zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen. Der Verkauf erfolgt je nach Ordertyp während der Laufzeit oder bei Fälligkeit. Um den Verkaufsoptionsschein zu erwerben, zahlt der Anleger in der Regel dem Emittenten zunächst eine Prämie.

Der Anleger bleibt solange im Besitz des Verkaufsrechts, wie er den Basiswert über den Optionsschein teurer verkaufen kann, als an der Börse. Wenn die Aktie an der Börse lukrativer ist, verzichtet er auf sein Verkaufsrecht. Damit ist auch der Put-Optionsschein ein Recht, keine Pflicht.

Optionsscheine werden in Kauf-Optionsscheine und Verkaufs-Optionsscheine aufgeteilt. Mit einer Call-Option erwirbt der Anleger das Recht, einen Basiswert zu einem zuvor festgelegten Preis zu kaufen. Eine Put-Optionsschein erlaubt es dem Anleger auf fallende Kurse zu setzen und seinen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.

Der Handel mit Hebeln

Bei Optionsscheinen wird mit Hebel gearbeitet. Damit lassen sich auch mit wenig Kapitaleinsatz große Summen bewegen. Doch was sind eigentlich Hebelzertifikate? Die ersten Hebelzertifikate wurden 2001 in Deutschland gehandelt. Damals gaben die Banken BNP Paribas und ABN Amro Zertifikate heraus, die als „Turbos“ oder „Listed Stock Futures“ bezeichnet wurden. Damals kommen erstmals auch Privatanleger von steigenden und fallenden Kursen profitieren.

Von Hebelzertifikaten spricht man, wenn Zertifikate eine überproportionale Wertentwicklung im Vergleich zum Basiswert aufweisen. Wenn also beispielsweise der DAX um zehn Prozent steigt, würde ein Long-Zertifikat auf den DAX mit einem Hebel von 10 um 100 Prozent teurer werden. Dies gilt selbstverständlich auch für die andere Richtung. Wenn der Index um zehn Prozent sinkt, erleiden die Anleger einen Verlust von 100 Prozent.

Bei Optionsscheinen hängt die Preisbildung allerdings nicht nur vom Hebel ab. Auch die Kursbewegung des Basiswerts und andere Faktoren wie die Volatilität spielen eine Rolle. Im Gegensatz zu anderen Produkten wie Turbo-Zertifikaten gibt es bei Optionsscheinen keine Knock-Out-Schwelle. Optionsscheinen werden wertlos oder werden mit einem Restwert ausgebucht.

Bei Optionsscheinen entsteht der Hebel durch den im Vergleich zu einem direkten Investment geringeren Kapitaleinsatz. Damit wird auf die Kursbewegung des Basiswertes gesetzt. Mit der Stärke der Hebelwirkung steigt auch das Risiko von Optionsscheinen. Da der Anleger durch die Hebelwirkung überdurchschnittlich von Kursgewinnen und -verlusten profitiert, erhalten Optionsscheine einen besonderen Reiz. Der Hebel eines Optionsschein besagt, inwieweit der Käufer an Kursveränderungen des Basiswerts partizipiert. Die Formel zu Berechnung des Hebels lautet:

Hebel = (Aktienkurs x Optionsverhältnis) : Optionsscheinkurs

Wenn der Hebel beispielsweise 3 beträgt, bedeutet dies, dass der Optionsschein eine Wertsteigerung um drei Prozent erhält, wenn der Aktienkurs um ein Prozent steigt. Die Preissensitivität liegt in diesem Fall bei 1. Die Preissensitivität ist die Veränderung des Optionsscheins im Verhältnis zur Veränderung des Preises des Basiswerts. Bei Call-Optionsscheinen beträgt die Preissensitivität meist zwischen 0 und 1; bei Put-Optionsscheinen zwischen 0 und -1.

Beim Handel mit Hebeln profitiert der Anleger davon, dass mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz eine große Summe bewegt werden kann. Dies macht den Reiz, aber auch das Risiko beim Handel mit Optionsscheinen oder Hebelzertifikaten aus.

Für wen ist der Handel mit Optionsschein geeignet?

Mit Optionsscheinen sollten nur sehr risikobereite Anleger handeln. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass der Anleger über die sogenannte Termingeschäftsfähigkeit verfügt. Die Finanztermingeschäftsfähigkeit soll Anleger über die Risiken aufklären. Unter der Finanztermingeschäftsfähigkeit ist die Zulassung zum Handel von Terminprodukten zu verstehen. Privatpersonen werden erst dann finanztermingeschäftsfähig, wenn sie vor dem Vertragsabschluss schriftlich über die Risiken beim Handel mit Hebelprodukten informiert wurden und sich der Risiken bewusst sind. Oft müssten private Anleger Erfahrungen im Handel mit anderen Finanzprodukten vorweisen.

Wer mit Hebelprodukten handelt, muss für jedes seiner Depots eine Sondervollmacht einreichen, über das er mit Optionsscheinen und anderen Hebelprodukten handelt. Der Grund ist, dass die Finanztermingeschäftsfähigkeit nicht auf den Trader, sondern auf Konten bezogen ist. Ohne diese Sondervollmacht kann der Bevollmächtigte keine Optionsscheine über sein Konto handeln.

Neben dieser formalen Voraussetzung, die den Zugang zum Handel mit Optionsscheinen eröffnet, müssen die Anleger die Funktionsweise dieses Finanzinstruments genau kennen. Nur dann sind die Voraussetzungen gegeben, um erfolgreich mit Optionsscheinen handeln zu können. Dabei ist es sehr wichtig, die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Preise zu verstehen. Dazu gehören die Restlaufzeit, die Entwicklung des Basiswerts, der Basispreis, die Volatilität, Dividenden und Zinsen. Wer sich intensiv mit Optionsscheinen beschäftigen will, sollte sich auch mit dynamischen und statischen Kennzahlen auskennen.

In der Regel wird der Handel mit Optionsscheinen nur risikofreudigen, erfahrenen Tradern empfohlen. Der Trader muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Totalverlust seines Einsatzes eintreten kann. Wer aber nicht nur auf Risiko gehen will, der kann Put-Optionsscheine dazu nutzen, das eigene Aktiendepot abzusichern.

Eine wichtige Voraussetzung für den Handel mit Optionsscheinen ist, dass die Finanztermingeschäftsfähigkeit vorliegt. Dazu muss oft eine Sondervollmacht bei der Bank, bei der man sein Depot hat, eingereicht werden. Darüber hinaus eignet sich der Handel mit Optionsscheinen für risikofreudige Tradern, die sich mit der Funktionsweise dieses Finanzinstruments sehr gut auskennen.

Fazit:

Den Reiz von Optionsscheinen machen Hebel aus. Damit können mit geringem Einsatz große Summen bewegt werden. Mit einem Optionsschein erwirbt der Anleger das Recht, einen Basiswert (beispielsweise eine Aktie, eine Währung oder ein Rohstoff) zukaufen oder zu verkaufen. Damit haben auch Privatanleger die Gelegenheit, auf steigende und fallende Kurse zu spekulieren.

Dieses Finanzinstrument eignet sich sehr gut für risikobereite, erfahrene Trader, die sich sehr gut mit der Funktionsweise von Optionsscheinen und den wichtigsten Einflussfaktoren auskennen. Da es sich um ein hoch risikoreiches Finanzprodukt handelt, muss vor Beginn des Handels mit Optionsscheinen die Finanztermingeschäftsfähigkeit nachgewiesen werden und eine Sondervollmacht für das Depot hinterlegt werden.

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