Bayer Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Bayer-Aktie ist derzeit einer der spannendsten Werte. Mit der Monsanto-Übernahme setzt der Vorstand viel auf eine Karte, die nicht zwangsläufig zum Gewinnerblatt gehört. Lohnt sich der Kauf der Aktie für Privatanleger jetzt oder ist das Risiko zu hoch?

Die Bayer Aktie in der Übersicht

Die Bayer Aktie kann unter der WKN BAY001 und der ISIN DE000BAY0017 erworben werden. Das Symbol ist BAYN.

Die Bayer Aktie ist Teil in den folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Stoxx Europe 50
  • EURO STOXX 50
  • Prime All Share
  • Late DAX, HDAX, CDAX, DivDAX, X-DAX
  • EURO STOXX
  • BX Swiss Aktien
  • EMEA – Europa und Afrika
  • QIX Deutschland
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Bayer hat derzeit 827 Millionen Namensaktien ausgegeben, die sich zu einem Großteil in Streubesitz befinden (nach Definitionen der Deutschen Börse bis zu 100 %). Mehr als 7 Prozent der Aktien werden von BlackRock gehalten. Weitere größere Aktionäre sind die Commerzbank AG, Sun Life Financial, Capital Group Companies, UBS, Credit Suisse, Société Générale und Morgan Stanley. Auf die übrigen Investoren entfallen drei Viertel der Aktien. Insgesamt erreicht das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von knapp 87 Milliarden Euro.

Zuletzt zahlte Bayer eine Dividende in Höhe von 2,70 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 2,48 Prozent entsprach.

Der Webauftritt des Unternehmens Bayer

Der Webauftritt des Unternehmens Bayer

Fakten und Zahlen zum Pharma-Konzern

Die Bayer AG geht auf das Jahr 1863 zurück und hat ihren Hauptsitz inzwischen in Leverkusen. Das Unternehmen beschäftigt 115.000 Mitarbeiter, die der Leitung von Werner Baumann als Vorstandsvorsitzenden und Werner Wenning, Aufsichtsratsvorsitzender, unterstehen.

Der Umsatz betrug 2016 gut 46,7 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern betrug 4,5 Milliarden Euro. Der Konzern zählt zu den wertvollsten Dax-Unternehmen. Bayer wird den Branchen Arzneimittel und Pflanzenschutz zugerechnet. Die Produktion von Kunststoffen, Lacken, Klebstoffen, Polycarbonaten und Polyurethanen ist seit September 2015 nicht mehr Teil des Unternehmens. Die Bayer AG gliederte dies über die Covestro AG aus, an dem das Unternehmen zwar noch einen bedeutenden Teil an Aktien hält, den sie jedoch mittelfristig an Covestro verkaufen möchte.

Der Konzern wird in drei unterschiedliche Divisionen geteilt:

  • Pharmaceuticals
  • Consumer Health
  • Crop Science

Bekannt ist Bayer auch aufgrund des Sportsponsorings von Bayer 04 Leverkusen. Hierfür wurde sogar die 50+1-Regel ausgesetzt: Da die Bayer AG den Ursprungsverein mehr als 20 Jahre lang gefördert hatte, durfte das Unternehmen alle Anteile ander Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH übernehmen. Der Verein geht dabei auf das Jahr 1904 zurück, als Bayer für seine Arbeiter einen Turn- und Sportverein gründete.

Geschichte von Bayer

Gegründet wurde Bayer unter dem Namen „Friedr. Bayer et comp.“am 1. August 1863 in Barmen, das heute zu Wuppertal gehört. Gründer waren Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott. Während Bayer für die Unternehmensfinanzen zuständig war, hatte Weskott eine Färberlehre absolviert und chemische Kenntnisse. Das Unternehmen stellte zu Beginn vor allem chemische Farbstoffe her. Ab 1888 verlagerte sich der Schwerpunkt auf die chemische Forschung und der Konzern konnte bereits einige wichtige Stoffe und Medikamente entdecken, darunter Acetylsalicylsäure (Aspirin), Sulfonamide (Protonsil) und Diacetylmorphins (Heroin).

1895 entschloss sich das Unternehmen, nach Leverkusen umzusiedeln, da eine Ausdehnung des Betriebsgeländes in Wuppertal nicht möglich war. Dort legte das Unternehmen ein Werksgelände an, dass ohne Probleme ausgebaut werden konnte. Bayer errichtete auch eine Arbeitersiedlung, aus der eine Stadt entstehen sollte.

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Bayer expandierte ebenfalls schnell ins Ausland und war unter anderem auch in den USA, Russland und Frankreich aktiv. Der Export nahm vor dem Ersten Weltkrieg ein Großteil des Unternehmensumsatzes ein. Dieser traf das Unternehmen zudem unvorbereitet, schließlich hielt es sich jedoch als Produzent von Sprengstoff und Chlorgas über Wasser. Nach dem Krieg verlor das Unternehmen ausländische Tochterkonzerne, Wiesdorf war jedoch unversehrt geblieben.

Die schon 1904 gegründete Interessengemeinschaft I. G. Farbindustrie wurde ausgebaut und Bayer fusionierte mit BASF, Farbwerke Hoechst, AGFA, Griesheim-Elektron und Weiler ter-Meer. Der Standort in Leverkusen und die Forschung blühten weiterhin auf. Im Zweiten Weltkrieg gehörte die I.G. zu den kriegswichtigen Betrieben.

Obwohl die I.G. Farbenindustrie A. G. zu Kriegsende beschlagnahmt wurde, konnte das Werk in Leverkusen wieder aufgebaut werden. 1950 wurde die I.G. von den Alliierten in zwölf unabhängige Unternehmen gespalten und die „Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft“ wurde neu gegründet. Der Konzern war schnell wieder international tätig und konnte vom Wirtschaftswunder im erheblichen Ausmaß profitieren. Der Konzern übernahm mehrere andere Unternehmen und strukturierte sich selbst mehrfach um.

Dabei schreckte Bayer auch nicht vor großen Übernahmen zurück. So übernahm der Konzern unter anderem 2006 Schering für 17 Milliarden Euro und das Consumer-Car-Geschäft von Merck & Co., Inc. für 14,2 Milliarden. Zudem ist das Unternehmen sich mit Monsanto einig, das für 66 Milliarden US-Dollar übernommen werden soll.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Monsanto-Übernahme wird durchaus kritisch gesehen

Bayer erzielte 2016 einen Umsatz von 46,77 Milliarden Euro und konnte sich somit im Vergleich zum Vorjahr nur um ein knappes Prozent verbessern. Der Gewinn nach Steuern stieg immerhin von 4,1 Milliarden Euro um 10 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Ein Zuwachs im laufenden Jahr wird durch den Erwerb des US-Agrarriesen Monsanto wahrscheinlich. Der Übernahmekandidat konnte 2016 einen Umsatz von 13,5 Milliarden und einen Gewinn von 1,3 Milliarden US-Dollar erzielen, musste dabei jedoch im Vergleich zum Vorjahr zum zweiten Mal in Folge deutliche Einbußen hinnehmen.

Sollte die Übernahme bewilligt werden, muss Bayer sich verschulden. Ein Bankenkonsortium soll Brückenkredite zur Verfügung stellen, die insgesamt 57 Milliarden US-Dollar Volumen haben. Die Nettoverschuldung des Konzerns würde von 16,3 Milliarden auf 70 Milliarden ansteigen. Zudem muss das Unternehmen durch neue Aktienausgaben rund 19 Milliarden US-Dollar Kapital einnehmen.

Deswegen fürchten Marktbeobachter, dass Bayer seine Bonitätsbewertung bei einer erfolgreichen Übernahme vermutlich nicht halten können wird. Problematisch ist dabei, dass Bayer 2014 und 2015 drei Hybridanleihen herausgegeben hat, die dadurch ihr Investmentgrade-Status verlieren würde. Finanzchef Dietsch hatte allerdings nach dem Erwerb der Sparte für freiverkäufliche Arzneimittel von Merck angekündigt, dass nun die Schuldensenkung vorangetrieben werden sollte. Der Wortbruch ist für viele der Investoren ein Problem, zumal auch Baumann angekündigt hatte, es gäbe mit ihm als Konzernchef zwar Evolution des Konzerns, jedoch keine Revolution. Sollte die Übernahme kartellrechtlich nicht genehmigt werden, muss Bayer Monsanto zwei Milliarden US-Dollar zahlen.

Auch aufgrund des schlechten Images von Monsanto in Deutschland wird die Übernahme kritisiert. Der Saatgut-Hersteller ist Umweltschützern ein Dorn im Auge.

Aktuelle Lage des Konzerns

Doch auch abseits der Monsanto-Übernahme warten auf Bayer Herausforderungen. So musste der Konzern im Schlussquartal 2016 Sonderbelastungen von 587 Millionen Euro abschreiben. Wertberichtigungen bei Produkten wie Coppertone und Dr. Scholls, die von Merck & Co. übernommen worden waren, waren einer der Gründe dafür. Zudem musste das Verhütungsmittel Essure komplett abgeschrieben werden, da es wegen hoher Nebenwirkungen in die Kritik geraten ist.

Positives ist jedoch auch zu berichten. Bayer hat derzeit einige vielversprechende Produkte, die sich in später Entwicklungsphase befinden. Zudem soll sich das Geschäft mit Pflanzenschutz und Saatgut, sowie rezeptfreien Gesundheitsprodukten wieder positiv entwickeln. Zudem konnte das Unternehmen im ersten Quartal 2017 die Kursrally von Covestro genutzt haben, um Anteile in Milliarden-Höhe zu verkaufen.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Bayer Aktie: Kaufen oder verkaufen?

Analysten sehen die Entwicklung der Aktie positiv. Die einzige „aktuelle“ Prognose, die zu einem Verkauf rät, stammt von Morgan Stanley. Die Analysten hatten im April 2016 zum Verkauf geraten und diesen Ratschlag seitdem nicht mehr aktualisiert. Die neueren Analysen anderer Finanzexperten gehen jedoch sämtlich davon aus, dass es sinnvoll ist, Bayer Aktien zu kaufen oder zu halten. Derzeit ist das durchschnittliche Kursziel mit 112 Euro noch knapp über dem aktuellen Kurs. Ein Plus ist natürlich auch die Dividendenrendite, die bei Bayer in der Vergangenheit recht hoch war und die Bayer Aktie natürlich für Anleger noch einmal deutlich attraktiver macht.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
UBS AG kaufen 115 Euro
Kepler Cheuvreux halten 101 Euro
Jefferies & Company Inc. kaufen 130 Euro
Citigroup Corp. kaufen 125 Euro
Société Générale Group halten 110 Euro
Goldman Sachs Group Inc. kaufen 120 Euro
Commerzbank AG kaufen 119 Euro
Bernstein Research kaufen 122 Euro
BNP PARIBAS halten 103 Euro
JP Morgan Chase & Co. kaufen

 

Die Fundamentalanalyse weist darauf hin, dass die Aktie leicht unterbewertet ist. Ein Vergleich des prognostizierten Wachstums von gut neun Prozent bis 2019 mit dem aktuellen KGV von 11,4 lässt einen Discount von 14,3 Prozent vermuten.

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Kritik am Pharma-Konzern

Bayer ist als eines der großen Pharmaunternehmen allein in den 2000ern mehrfach in die Kritik geraten. Ein Teil der Beanstandungen bezieht sich dabei auf Medikamente und ihre Nebenwirkungen. Dabei musste der Konzern mehrfach tief in die Tasche greifen, um Gerichtsverfahren zu beenden oder Urteile abzuwenden. So kosteten die starken Wechselwirkungen mit Todesfolgen des Cholesterinsenkers Lipobay bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar, die der Konzern Geschädigten in Vergleichen zahlte. Die Antibabypille Yasminelle weist ein erhöhtes Thrombose- und Embolie-Risiko auf und sorgt in den USA bereits für Vergleichszahlungen von zwei Milliarden US-Dollar. Allerdings belässt das Unternehmen das Medikament am Markt.

Ein weiteres Kritikfeld umfasst ökologische Probleme. So wurde das Unternehmen für den Bau einer CO2-Pipeline zwischen Krefeld-Uerdingen und Dormagen kritisiert, da getroffene Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichen würden. Im Toxic 100 Index des zur Universität Massachusetts gehörigen Political Economy Research Instituts belegte Bayer den zweiten Rang im Jahr 2012. Der Index soll die größten Luftverschmutzer der USA ermitteln und nicht nur Emissionen berücksichtigen, sondern auch deren Toxizität. Klimaschutz ist ohnehin ein wichtiger Kritikpunkt. So soll das Unternehmen Klimaschutzziele in Europa ablehnen, weil die USA nicht genügend mitwirke. Auf der anderen Seite spendete Bayer Geld für Politiker, die den Klimawandel leugnen und Klimaschutzgesetze blockieren.

Der dritte große Kritikpunkt sind Preismanipulationen und –absprachen. So soll das Unternehmen illegale Preisabsprachen mit deutschen Apotheken in Bezug auf Aspirin getätigt haben. Zudem soll das Unternehmen zusammen mit anderen Konzernen den Markt für Chloropren Kautschuk untereinander aufgeteilt haben und dabei auch Preisvereinbarungen getroffen haben. Nur durch die Kronzeugenregelung konnte das Unternehmen eine Geldstrafe abwenden.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Aktie ein Dividendenträger?

Bayer zahlte in den vergangenen Jahren eine sehr zuverlässige Dividende. Nur 2014 viel die Dividendenrendite mit 1,99 Prozent knapp unter die 2-Prozent-Grenze, obwohl Bayer die Dividende erhöht hatte.

Ein Problem könnte allerdings die Verschuldung durch die Monsanto-Übernahme werden. Bayer muss dafür erhebliche Mengen an Fremdkapital aufnehmen, sodass Überschüsse aus dem üblichen Geschäftsbetrieb möglicherweise benötigt werden, um die Kredite kleiner zu halten, liquide zu bleiben oder Verbindlichkeiten abzutragen. Ein solcher Schritt würde bei den Aktionären, die der Übernahme ohnehin auch kritisch gegenüberstehen, sicherlich nicht gut ankommen. Ob Bayer bei einer erfolgreichen Übernahme auf die Dividende verzichten wird oder nicht, ist also derzeit nicht eindeutig. Marktbeobachter halten es sogar für möglich, dass Bayer die Dividende in den nächsten Jahren erhöhen wird. Bislang hatte der Konzern rund ein Drittel seines Gewinns für Ausschüttungen an Aktionäre genutzt.

Wichtige Konkurrenten

Konkurrenten stammen mit dem Wegfall der Kunststoff- und Chemie-Sparte vor allem aus dem Pharma-Bereich. Auch Customer Care und Agrar-Konzerne befinden sich mit Bayer im Wettbewerb. Zu ihnen zählen:

  • Abbott Laboratories
  • Akzo Nobel
  • BASF
  • Biogen
  • Dow Chemical
  • DuPont
  • GlaxoSmithKline
  • Henkel
  • Johnson & Johnson
  • Merck
  • Novartis
  • Pfizer
  • Roche
  • Sanofi
  • STADA

Stärke der Marke

Bayer verfügt grundsätzlich über starke Marken, die teils seit Jahrzehnten bestehen. Darunter fallen beispielsweise Aspirin, Bepanthen, Canesten, Alece und Claritin.

Selbst wird das Unternehmen von TheBrandTicker aktuell auf einen Markenwert von 6,681 Milliarden Euro geschätzt. 2015 waren es noch 3,9 Milliarden Euro, es liegt also eine deutliche Steigerung vor. Bayer ist damit zudem die wertvollste Marke unter den Pharmaunternehmen, noch vor Roche, Novartis und Pfizer.

Fazit: Bayer Aktie derzeit für Anleger besonders spannend

Die Bayer-Aktie bietet derzeit für Privatanleger besondere Chancen, allerdings auch Risiken. Ob die größte Übernahme der Geschichte letztlich eine gute Entscheidung ist, wird sich erst in den Folgejahren herausstellen. Bayer wird sich dafür stark verschulden, was durchaus noch ein Problem darstellen könnte und es unbedingt notwendig macht, das der Erwerb von Monsanto sich schnell rentiert.

Dies ist auch deswegen notwendig, weil die Konzernspitze sich mit der Fusion selbst widerspricht. So ist es nicht überraschend, dass die Bayer Aktie erst deutlich einbrach, nachdem der Übernahme durch Monsanto zugestimmt wurde. Der Vorstand geht deutlich mehr Risiko ein, als Anleger üblicherweise von ihm gewohnt sind. Dementsprechend sollten Aktionäre bedenken, dass sich der Konzern aktuell in einer außergewöhnlichen Lage befindet. Analysten bewerten dies größtenteils positiv.

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