Inflation Szenarien 2022 – Chancen für Anleger*innen

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Brennender US-Dollar Schein

Eine steigende Inflation ist für viele Anleger*innen eine neue Situation. Wahrscheinlich wird sich die Inflation in der zweiten Jahreshälfte abschwächen. Sicher ist das nicht und sie könnte auf längere Sicht hoch bleiben. Wir klären, wie Anleger*innen ihre Portfolios auf unterschiedliche Inflation Szenarien vorbereiten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Inflation Szenarien treten in unterschiedlicher Form auf; ein Beispiel ist eine steigende Inflation bei einem niedrigen Zinsumfeld.
  • Drei typische Inflation Szenarien sind moderate Inflation, Stagflation und Hyperinflation.
  • Mögliche Inflation Szenarien 2022 beruhen auf der Annahme einer Zinswende und einer moderaten Inflation. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus der geopolitischen Lage und den Entscheidungen der Notenbanken.
  • Inflation Szenarien mit hoher Inflation könnten für Anleger*innen einen Wertverlust ihrer Vermögen wie Aktien, Immobilien und Sammlerstücke bedeuten.
  • Anleger*innen können von einer Inflation profitieren, wenn sie die zu erwartenden Inflation Szenarien mit einer guten Portfolio-Diversifikation berücksichtigen.

Anleger*innen stehen vor schwierigen Zeiten: Die Inflationsrate bewegt sich über den Geldanlagezinssätzen. Immer mehr Banken halsen ihren Kunden Strafzinsen auf, wenn diese viel Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto parken.

Für 2022 und darüber hinaus sind mehrere Inflation Szenarien vorstellbar. Führende Ökonomen und Notenbanker sind sich keineswegs einig darüber, ob die höhere Inflation von zeitweiliger Dauer ist oder eher längerfristig bestehen wird.

Anleger*innen stehen vor einem Problem: Wie soll man Geld in Phasen der Zinswende und einer möglichen Inflation am besten anlegen?

Was ist Inflation?

Eine Inflation beruht auf einer allgemeinen Preissteigerung für Waren und Dienstleistungen, verbunden mit einem Verlust an Kaufkraft über einen bestimmten Zeitraum. Die Inflation in Prozent bzw. die Inflationsrate gibt den Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber einem bestimmten Vorjahreszeitraum an.

Zum Messen der Inflation wird ein Verbraucherpreisindex genutzt, der durch die deutsche Bundesbank für Deutschland mithilfe eines Warenkorbs aus 650 Waren und Dienstleistungen monatlich festgestellt wird. Anpassungen des Warenkorbes erfolgen alle fünf Jahre.

Fakten zur Inflation in der Vergangenheit

  • Im Jahr 2020 betrug die Inflationsrate weltweit im Durchschnitt rund 3,2 Prozent bezogen auf 2019. Im Vorjahr blieb die Inflationsrate weltweit mit rund 3,1 Prozent gegenüber 2020 nahezu unverändert.
  • Für 2022 werden höhere Inflationsraten erwartet. Die Inflation in Deutschland soll sich um die vier Prozent bewegen.
  • Für die letzten zehn Jahre liegt die Teuerungsrate bzw. Preissteigerung insgesamt bei fast 12 Prozent.
  • Für den Zeitraum 1979 bis 2020 beträgt die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland pro Jahr 2,2 Prozent.
  • In 41 Jahren beträgt die Preissteigerung insgesamt 138 Prozent. Anfang 2021 wurden für einen Artikel 238 Euro berechnet, für den 1979 noch 100 Euro bezahlt wurden.

Wie entsteht Inflation?

Auf die Frage, wie ensteht eine Inflation, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Vertreter*innen der keynesianischen Theorie sagen, dass eine starke Gesamtnachfrage und steigende Produktionskosten zu einer Inflation führen. Die monetaristischen Theorie besagt jedoch, dass eine Inflation eine Folge zu hoher Geldmengen ist. Wir sehen also: Eine Inflation ist ein kompliziertes Thema und es gibt unterschiedliche Auffassungen über mögliche Szenarien.

Bei der Entstehung einer Inflation spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Steigende Produktions- und Produktionsnebenkosten (auch Angebotsinflation)
  • Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen übersteigt Angebot (auch Nachfrageinflation)
  • Stark steigenden Weltmarktpreise für Energierohstoffe und Industriemetalle (auch importierte Inflation)
  • lockere Geldpolitik (Geldmengenerhöhung)

Drei mögliche Inflation Szenarien in der Übersicht

Inflationen gibt es in verschiedenen Formen. Diese reichen von der im Alltag kaum spürbaren Preissteigerung über die moderate Inflation bis zur Hyperinflation. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die in den vergangenen Jahren anzutreffende Entwicklung eine Folge konjunkturpolitischer Maßnahmen. Im Einzelnen ist das eine Notenbankpolitik von Geldmengenwachstum und Niedrigzinspolitik, um die Wirtschaft mit Geld zu versorgen und die Konjunktur zum Laufen zu bringen.

Viel Geld in der Wirtschaft führt zu einer hohen Auslastung der Unternehmen; die große Nachfrage sorgt letztlich für steigende Preise. Denn auch Rohstoffe und Produktionsnebenkosten verteuern sich. Zunächst sind vor allem stark nachgefragte Waren vom Preisanstieg betroffen.

Erwünscht ist ein Inflation Szenario, bei dem die Preissteigerungsrate nicht unter 2 Prozent und nicht über 3 Prozent liegt. Handlungsbedarf sehen Wirtschaftsexperten bei einem jährlichen Preisanstieg von mehr als fünf Prozent.

  • Moderate Inflation: Sie ist allgemein Ausdruck einer guten Wirtschaft, gekennzeichnet durch eine Preissteigerung- bzw. Teuerungsrate innerhalb einer Spanne von zwei bis drei Prozent.
  • Stagflation: Die Inflationssteigerung bewegt sich auf einem sehr geringen Niveau. Gemeint ist ein Preisanstieg um 5 Cent oder 10 Cent, der allgemein kaum wahrgenommen wird.
  • Hyperinflation: Preise verteuern sich um mehr als 50 Prozent pro Jahr. Teilweise gilt eine Inflationsrate oberhalb von 20 Prozent als Hyperinflation. Typische Beispiele 2022 sind Venezuela (2.700 Prozent) und Simbabwe (92 Prozent). Zu den Ländern mit hoher Inflation im Bereich von 15 bis 20 Prozent gehören die Türkei, Iran und Nigeria.

Welche Inflation Szenarien 2022 sind denkbar?

Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Für das laufende Jahr wird mit einer Zinswende in den USA gerechnet. Die europäische Zentralbank (EZB) rechnet mit einer Abschwächung der Inflation im Laufe des Jahres und will an niedrigen Zinsen und am Anleihekaufprogramm festhalten.

Inmitten der andauernden Bewältigung der Folgen der Finanzkrise 2007/2009 und der Euro-Krise kam die Coronakrise. Zur Krisenbewältigung hatten die Notenbanken die Zinssätze auf 0 Prozent festgelegt und ein Anleiherückkaufprogramm in großem Stil aufgelegt. Trotz der in den Markt gepumpten hohen Geldmengen kam es nicht zu befürchteten negativen Szenarien. Die Inflationsrate blieb bei 2 Prozent und darunter.

Die Bekämpfung der Coronakrise erfolgt gleichfalls mit den Instrumenten. Ziel ist es, die Zinsen niedrig zu halten, damit Staatsschulden nicht unbezahlbar werden. Die hohe Inflation weit über der angestrebten zwei Prozentmarke erfordert eine Erhöhung der Zinsen. Eine Inflation im Bereich von 5 Prozent und mehr pro Jahr birgt das Risiko eines Konsumeinbruchs und einer längeren Wirtschaftsflaute.

Politik und Notenbanken dürfen hier nicht nur zuschauen. Um den Markt nicht zu überfordern, müssen Notenbanken die Zinsen schrittweise erhöhen.

Drei mögliche Inflation Szenarien

Anlageexpert*innen von Banken und Investmentgesellschaften haben für die kommenden Jahre unterschiedliche Inflation Szenarien entwickelt. Häufig wird davon ausgegangen, dass sich die Inflation im zweiten Halbjahr 2022 deutlich abschwächen wird.

  • Die globale Wirtschaft erreicht 2022 den Stand vor Corona. Die durchschnittliche Inflation ist niedriger. Die anfänglich starke Inflation von fünf Prozent und darüber schwächt sich bis Jahresende ab. Ein niedriges Inflationsniveau wird von Zentralbanken und Regierungen (EU & Japan) auf lange Sicht toleriert. 2025 bewegt sich die Verbraucherpreisinflation bei 2 Prozent.
  • Notenbanken setzen die Politik des lockeren Geldes fort und ermöglichen die Erholung der Wirtschaft. In Folge einer überhöhten Nachfrage zieht die Inflation auf rund 3,3 Prozent an. Die Nominalzinsen steigen bis auf (aber nicht über) 1 Prozent.
  • Im Zusammenhang mit der Corona-Krise verstärkt sich das Innovationsgeschehen und Produktivitätswachstum. Das Wirtschaftswachstum erreicht 3 Prozent und die Inflation steigt auf über 2 Prozent. Diese Annahme ist nicht wahrscheinlich, da sich die Globalisierung bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise als hinderlich erwiesen hat.

Wird die Inflationsgefahr unterschätzt?

Nach Meinung einiger Ökonomen und Chefvolkswirten deutscher Banken und Forschungsinstituten wird die Inflationsgefahr wie in den 1970er Jahren unterschätzt. Die enorme Staatsverschuldung dürfte ein Zurückfahren der expansiven Geldpolitik der Notenbanken um einiges schwieriger gestalten. Ein mögliches Inflation Szenario könnte ein ständiger Preisauftrieb sein, da Corona zu Veränderungen der Strukturen der Weltwirtschaft geführt hat.

Der Arbeitskräftemangel wird sich verschlimmern. China wird in absehbarer Zeit den Status des Billiglohnlandes verlieren. Europäische Unternehmen möchten ausgelagerte Produktion zurückholen, um Lieferengpässen zu entgehen. Eine Fertigung in Europa und Deutschland ist teurer, was langfristig höhere Preise bedeutet.

Die EZB Banker bewerten mögliche Inflation Szenarien aus Sicht des gegenwärtigen Preisauftriebs als optimistisch.

Kritiker sehen kein baldiges Ende des Preisschubs. Selbst wenn die Preise im kommenden Jahr sinken werden, ist mit einer höheren Inflationsrate zu rechnen. Die EZB wünscht sich eine Abnahme des Inflationsdrucks, da die Staatsverschuldung auf Rekordniveau gestiegen ist.

Besonders südeuropäische Euro-Länder haben mit hoher Staatsverschuldung zu kämpfen. Die Verschuldung 2021 beträgt in:

  • Spanien rund 120 Prozent
  • Italien rund 154 Prozent
  • Griechenland rund 202 Prozent

In Deutschland liegt die Verschuldungsquote bei etwa 71 Prozent (Quelle: Statista).

Würde die EZB das Anleihekaufprogramm zu schnell reduzieren bzw. beenden und sich von der Null-Zins-Politik verabschieden, dürften hochverschuldete Länder Finanzierungsprobleme bekommen. Das gilt es zu verhindern, damit keine neue Euro-Krise ausbricht. Die EZB vertritt die Meinung, dass die Wirtschaft nach wie vor Vorteile aus einer erhöhten Geldmenge zieht.

In anderen Ländern wie Großbritannien, Kanada, Schweden und den USA sind Änderungen der geldpolitischen Rahmenbedingungen bereits eingeleitet oder angekündigt.

Inflation Szenarien: Folgen für Anleger*innen

Inflation kann die Kaufkraft erheblich verringern. Unternehmen können gestiegene Kosten erst mit zeitlicher Verzögerung an Verbraucher*innen weitergeben.

Verbraucher*innen werden sich mit der Zeit an höhere Preise für Waren und Dienstleistungen gewöhnen. Hohe Inflation kann für mehr Beschäftigung sorgen; sie kann sich jedoch wegen höherer Produktionskosten negativ auf Unternehmensgewinne auswirken.

Für Anleger*innen ist diese Situation nicht leicht zu überblicken. Die Inflation nimmt auf unterschiedliche Art Einfluss auf die Wirtschaft und die Aktienkurse. Ein Wertverlust von Anlagevermögen ist nicht auszuschließen.

Anleger*innen können Phasen höherer Inflation klug zum Investieren nutzen. Wer in verzinsliche Wertpapiere investiert oder Kontoguthaben besitzt, verliert bei niedrigen Zinsen und hoher Inflation in der Regel an Kaufkraft. Der Werterhalt als Minimalziel der Kapitalanlage ist kaum möglich, ebenso ein realer Wertzuwachs.

Bei der Aktienauswahl ist Gespür gefragt, denn einzelne Titel bzw. Aktienarten entwickeln sich in Inflationszeiten sehr unterschiedlich.

Die jahrelang lockere Geldpolitik vieler Notenbanken hat zu einem enormen Zuwachs an Kapital, hohen Aktienbewertungen und einer Reihe überbewerteter Aktien (gemessen an Kurs und KGVs) geführt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass über Wachstumsaktien auf lange Sicht eine Rendite möglich wird, die sich weit über dem realen Kapitalerhalt bewegt. Immobilien, Gold und Rohstoffe rücken als inflationsschutzbietende Anlagen in den Fokus der Anleger*innen.

Die Verunsicherung unter deutschen Anleger*innen wächst. Dazu tragen neben der Wirtschaftsentwicklung die unterschiedlichen Meinungen von Ökonom*innen und Banker*innen bei. Während die einen von einem schnellen Anstieg der Inflationsrate ausgehen, befürchten andere eine Deflation. Bereiten Sie sich frühzeitig auf eine Deflation oder eine Inflation vor, um davon profitieren zu können.

Inflation und Deflation: Chancen für Anleger*innen

Für die verschiedenen Anlageprodukte ergeben sich aus den Inflation Szenarien unterschiedliche Konsequenzen. Eine Inflation ist ein Grundrisiko für jede Form von Vermögen; sie sorgt unmittelbar für die Entwertung der Kaufkraft des Geldes in der Geldbörse und auf dem Girokonto. Festgeldanleger*innen müssen mit einem noch größeren Wertverlust rechnen. Anleger*innen stehen vor der Frage, wie sie ihr Anlagedepot vor Wertverlusten schützen.

Je nach Risikobereitschaft bieten sich Anleger*innen verschiedene Anlagemöglichkeiten, zum Beispiel:

Gold: Physisches Gold ist eine der ältesten Anlagemöglichkeiten und besonders in Krisenzeiten gefragt. Gold-Zertifikate bieten Goldinvestments ohne die bei Barren und Gold-Münzen üblichen Lagerungs- und Versicherungskosten. Erhöhte Nachfrage führt zu einem Goldpreisanstieg. Ist die Krise vorbei, fällt der Goldpreis regelmäßig.

Rohstoffe: Rohstoffe eignen sich als Depotbeimischung, auch weil ihnen die höchsten Renditen in Inflationsphasen nachgesagt werden. Das gilt nicht für normale Zeiten. Bei einer Inflation erhöhen sich die Preise von Waren und Rohstoffen. Erfahrene Anleger*innen können über einen Rohstoffindex wie dem GSCI-Index oder einen Rohstoff-ETF in Rohstoffe investieren.

Aktien: Aktien können zur Absicherung gegen eine Inflation genutzt werden. Dabei entscheidend ist die Auswahl. Erste Wahl in Krisenzeiten sind defensive Aktien und Dividenden-Aktien aus den Bereichen Infrastruktur und Nahrungsmittel. Wird die Inflation durch hohes Wirtschaftswachstum erzeugt, eignen sich zyklische Werte wie Industrietitel oder Finanzaktien besser. Unternehmen sollten in der Lage sein, steigende Kosten an Kunden weiterzugeben. Das sorgt für stabile Gewinnmargen und Aktienpreise. Aktuelles Beispiel sind Unternehmen aus der Energieversorgerbranche, die ihren Kund*innen gestiegene Einstandskosten auferlegen.

ETFs: Mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) können preisbewusste Anleger*innen einem bestimmten Aktienindex wie dem S&P 500, DAX 40 oder dem Weltindex MSCI World folgen. Erhältlich sind ETFs beim Broker Ihrer Wahl über Anbieter wie Amundi, iShares, Lyxor, Vanguard oder Xtrackers. ETFs bieten Renditen wie Aktien bei einer breiten Streuung und einer guten Risikovorsorge.

Immobilien: Einen guten Inflationsschutz bietet die Anlage in Immobilien: Einnahmen aus Immobilienvermietung steigen auch in Inflationszeiten. Empfehlenswert sind neben dem direkten Investment in Immobilien auch Immobilien-Aktien, Immobilienfonds und Immobilien-ETFs. Bei der Fondsauswahl sollten Sie Fonds mit sicheren Renditen den Vorzug geben. Der Immobilienboom durch die gestiegene Nachfrage sorgt für hohe Immobilienpreise. Kaufinteressenten sollten Nebenkosten sowie Unterhaltskosten berücksichtigen. Beim direkten Immobilienerwerb ist es sinnvoll, einen Experten oder eine Expertin hinzuzuziehen.

Anleihen: Staatsanleihen und Inflationsanleihen sind gute und sichere Anlageprodukte. Der Vorteil von inflationsgeschützten Anleihen besteht in der Anpassung der Kuponzahlungen und der Rückzahlung an eine Inflationsentwicklung. Zinsen sind in der Regel niedriger als bei gewöhnlichen Staatsanleihen. Weniger Risiko bedeutet auch geringe Rendite. Gegen hohe Inflation gibt es einen Schutz.

Kryptowährungen: Bitcoin und andere Kryptowährungen spielen eine Rolle beim Inflationsschutz. Bisher war es allerdings so: Geht es der Börse schlecht, leidet auch der Bitcoin-Kurs. Anleger*innen ziehen Geld nicht nur aus Tech-Aktien, sondern auch aus den risikoreichen Krypto-Coins ab. In Bitcoin können Anleger*innen direkt, über Zertifikate oder ETFs investieren. Börsennotierte Zertifikate lassen sich einfach über einen Broker oder eine Depotbank kaufen.

Alternative Geldanlagen: Für Investor*innen, die über ausreichendes Wissen und Geld verfügen, kann die Geldanlage in Antiquitäten, Oldtimer, Kunst oder Wein eine Möglichkeit für eine inflationsgeschützte Anlage sein.

Inflation Szenarien bei der Portfolio-Ausrichtung berücksichtigen

Anleger*innen müssen das Thema Inflation bei ihren Anlageentscheidungen und der Portfolio-Ausrichtung ebenso berücksichtigen wie die Handlungsweise der Notenbanken. Chancen bieten sich Ihnen mit Aktien, alternativen Anlagen und Rohstoffinvestments. Hoch bewertete Technologieaktien reagierten in der Vergangenheit empfindlich auf Inflationsängste und eine mögliche Zinswende.

Setzen Sie Ihren Schwerpunkt auf defensive Sektoren und bevorzugen Sie Qualitätswerte und Large-Caps Aktien bzw. Unternehmen mit einem „inflationssicheren Geschäftsmodell“. Dazu gehören Werte mit Fokus auf Gesundheit, IT, Kommunikationsdienstleistungen, Immobilien und Konsumgüter.

Schwellenländer- und US-Aktien bieten sich aufgrund eines erwarteten überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums für ein Investieren an.

Im Anleihebereich sollten festverzinsliche Anleihen mit kurzen Zeiträumen gewählt werden. Besser sind Anleihen mit variabler Verzinsung, da Anleihekäufer*innen von Zinserhöhungen profitieren könnten. Setzen Sie Ihren Schwerpunkt auf US-Staatsanleihen.

Bei einem Inflation Szenario mit Wachstum und Preisauftrieb sind neben Value-Aktien und börsennotierten Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktur auch Rohstoffinvestments geeignet.

Für den Fall, dass die Konjunktur stagniert und sich eine erhöhte Inflation einstellt, empfehlen sich inflationsindexierte Anleihen. Hier ist ein Schutz vor Kaufkraftverlust eingebaut. Zinszahlungen und die Tilgung zum Laufzeitende sind an die aktuelle Teuerungsrate bzw. einen Verbraucherpreisindex gebunden. Auch Anlagen in Gold sind aus Sicht des Inflationsschutzes für die Portfolio-Gestaltung sinnvoll.

Für die Wertentwicklung im Depot ist es wichtig, dass die Entwicklung der Inflation mit den Erwartungen einhergeht. Aktien bringen stabile Erträge, wenn der Preisanstieg keine Überraschungen bereithält. Anders sieht das bei Rohstoffen aus, deren gute Entwicklung auf einer unerwartet starken Inflation basiert. Durch die unterschiedliche Entwicklung der beiden Anlageklassen erhalten Anleger*innen auch bei unterschiedlichen Inflation Szenarien einen Schutz. Ergänzen Sie diese Anlageklassen durch alternative Anlagen, deren Erträge sich unabhängig etwaiger Inflationserwartungen entwickeln.

Hinweis
Umschichtungen von Portfolios können zusätzliche Kosten verursachen. Ein günstiger Broker belastet die Rendite nicht zusätzlich. Häufige Anpassungen gehen meist zu Lasten der Rendite, daher kommt die Börsenweisheit: „Hin und her, macht die Tasche leer.“ Wer Hilfe bei der Geldanlage sucht, kann sich an unabhängige Vermögensberater oder eine digitale Vermögensverwaltung (Robo-Advisor) wenden.

FAQ: Unsere Antworten auf typische Fragen rund um Inflation Szenarien

Was ist eine Inflation einfach erklärt?

Inflation ist eine Verteuerung bzw. Entwertung des Geldes. Sie bezeichnet einen allgemeinen Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen oder gestiegene Lebenshaltungskosten in einem Land. Gemessen wird Inflation mittels der Inflationsrate. Steigt die Inflation um 2 Prozent, kaufen Sie mit 100 Euro Waren im Wert von 98 Euro.

Wie kommt es zu einer Inflation?

Eine Inflation hat mehrere Ursachen. Eine Rolle spielen dabei Faktoren wie Produktionskosten, Nachfrage oder Weltmarktpreise für Energierohstoffe. Zu Inflation führen steigende Produktionspreise aufgrund eines Anstiegs bei Rohstoffpreisen und Lohnkosten, hohe Nachfrage nach begrenzt verfügbaren Waren durch Lieferengpässe oder Preisanstieg von eingeführten Energierohstoffen. Inflation kann auch durch eine zu lockere Geldpolitik (Geldmengenerhöhung) erzeugt werden.

Was sind die Folgen von Inflation?

Die Folgen einer Inflation sind Geldentwertung und Kaufkraftverlust, da die Preise schneller als die Löhne steigen. Unternehmen beschränken ihre Investitionen. Bei der Geldanlage werden Sachwerte bevorzugt.

Ist eine Inflation gut oder schlecht?

Volkswirtschaftler*innen sehen eine Inflationsrate von 2 Prozent als gut an. Bei geringerer Inflation kann das Wirtschaftswachstums schwach ausfallen. Gut ist sie für Schuldner, schlecht für Sparer. Höhere Inflationsraten weisen auf zu schnell steigende Preise hin. Schlecht ist Inflation für Unternehmen, da deren Finanzierungskosten steigen.

Was passiert mit meinen Schulden bei einer Inflation?

Die Höhe der Schulden bleibt abgesehen von etwaigen Zinsanpassungen von einer Inflation unberührt. Mit dem Ansteigen der Geldmenge bzw. inflationsbedingter höherer Nettoeinkommen lassen sich Schulden einfacher zurückzahlen.

Wie senkt die Inflation die Staatsschulden?

Verteuern sich mit der Inflation Waren und Dienstleistungen Teuerung, steigen einerseits die Preise und andererseits fällt das Bruttoinlandsprodukt nominal höher aus. Damit sinkt die Schuldenquote. Mit dem Ansteigen der Durchschnittseinkommen erhöhen sich die Steuereinnahmen. Die Schuldenlast wird verringert, ohne dass sich die Höhe der Nominalschulden nennenswert verringert.

Fazit:

Inflation Szenarien durch Portfolio-Diversifikation berücksichtigen

Eine gute Diversifikation im Portfolio ist eine allgemeine Empfehlung für die Krisenabsicherung und zur Risikovorsorge. Für langfristig orientierte Anleger*innen wird die Zeit etwaige Kurskorrekturen ausgleichen und für eine gute Rendite sorgen. Auf das Timing kommt es nicht an. Entscheidend ist ein langer Anlagehorizont.

Anleger*innen sind gut beraten, sich auf eine Welt nach Covid einzustellen und ihr Depot entsprechend zu diversifizieren. Eine ständig steigende Inflation ist ebenso wenig auszuschließen wie eine dauerhaft niedrige Inflation.

Für das Jahr 2022 wird angenommen, dass Wachstum und Inflation zur Normalität zurückkehren. Sicher ist das nicht, denn noch gibt es Probleme wie erhebliche Störungen von Lieferketten und einen starken Nachfrageanstieg. Geopolitische Krisen (Russland/ Ukraine oder China/USA) können für Inflation Szenarien sorgen, die noch nicht absehbar sind. Die Volatilität an den Märkten wird hoch bleiben.

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Thomas Detlef Bär schreibt seit mehr als zehn Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Bereits vor dieser Zeit galt sein Interesse dem Aktienmarkt. Seine Erfahrungen hat er in vielen Ratgebern niedergeschrieben und in Onlinemedien veröffentlicht. Thomas hat Betriebswirtschaft studiert und nach Abschluss seines Studium mehrere Jahre als Ökonom in einem ostdeutschen Automobilbetrieb gearbeitet. In den 1990er Jahren startete er als freiberuflicher Versicherungs- und Vermögensberater. 2009 begann er Ratgeber für das bekannte Portal helpster.de zu verfassen. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf zahlreichen Finanz-Portalen, darunter mikrokredit24.net, gevestor.de, onlinebanken.com. Seit 2020 schreibt er bei Aktien.net über Themen rund um den Aktienmarkt.

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