Mit der richtigen Anlagestrategie in volatile Märkte 2022 investieren

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Volatile Märkte sind oft die Folge von global bedeutsamen Ereignissen wie Finanzkrisen, der Euro-Krise und der Corona-Pandemie. Stark schwankende Kurse sind in Zeiten großer Umbrüche üblich.
  • Im Allgemeinen sind volatile Märkte durch erhebliche Preisschwankungen und starke Handelsaktivitäten gekennzeichnet.
  • Anleger*innen können Volatilität vollständig vermeiden, indem sie in ihren Wertpapieren investiert bleiben, ohne auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren.
  • Eine Anlagestrategie zum Investieren in volatile Märkte besteht darin, die durch fallende Kurse günstigeren Wertpapiere für die Langfristanlage zu kaufen.
  • In einem volatilen Markt handeln Anleger*innen immer mit Limit-Order, um Aktien zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
  • Kurzfristig orientierte Anleger*innen können volatile Märkte traden und von schnellen Kursbewegungen nach oben und unten profitieren.

Volatile Märkte sind für viele private Anleger*innen Zeiten der Unsicherheit. Aus Angst beginnen viele, die bisherige Anlagestrategien zu hinterfragen. Vor allem unerfahrene Investor*innen verabschieden sich of komplett aus dem Markt und warten auf ruhigere Marktphasen. Marktvolatilität gehört zum Wesen der Märkte, die sich ganz selbstverständlich kurzfristig auf und ab bewegen.

Es ist nicht leicht, den besten Zeitpunkt zum Markteinstieg zu finden. Anleger*innen mit einem langfristigen Anlagehorizont können kurzfristige Schwankungen ignorieren. In unserem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema volatile Märkte und der Frage, was die richtige Anlagestrategie zum Investieren in volatile Märkte sein könnte.

Volatile Märkte: Definition

Volatile Märkte können Sie sich wie EKG Kurven vorstellen. Beide sind von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet, wobei die Spanne zwischen Maximum und Minimum breit ausfällt. Bei einer Seitwärtsbewegung oder steigenden bzw. fallenden Kursen läuft die Entwicklung eher linear und nicht im Zickzack-Kurs, obwohl es auch hier Schwankungen gibt.

Volatile Märkte weisen meist große Preisschwankungen und starke Handelsvolumen auf. Handelsaufträge laufen dann vermehrt in eine Richtung (mehr Verkäufe als Käufe oder umgekehrt).

Volatile Märkte sind nach Meinungen einiger Experten das Resultat von bestimmten Ereignissen wie Unternehmensdaten, Analystenempfehlung, Börsengang (IPO) oder politischen Handlungen. Andere sehen Daytrading, Leerverkaufen und Orders institutioneller Marktteilnehmer*innen als die Hauptgründe für volatile Märkte.

Es gibt jedoch keine einheitliche Meinung darüber, wie Volatilität entsteht. Viel wichtiger ist ohnehin: Volatilität ist beständiger Teil des Marktes. Anleger*innen müssen sich positionieren, wie sie mit den Schwankungen des Marktes umgehen wollen.

Worin besteht die Bedeutung volatiler Märkte?

Marktvolatilität ist selbstverständlich und unvermeidlich. Ein Kennzeichen der Märkte sind kurzfristige Auf- und Ab-Bewegungen. Volatilität ist vor allem als Risikokennzahl von Bedeutung. Für einen Teil der Anleger*innen bringt sie Unsicherheit, während sie für andere eine Chance darstellt.

Deutsche Sparer verbinden Volatilität mit hohen Anlagerisiken und lehnen daher Aktienanlagen ab. Professionelle Anleger*innen begegnen der Volatilität, indem sie sich gegen höhere Kursschwankungen absichern.

Für aktive Händler*innen bietet Volatilität (oder ein Markt in Bewegung) Möglichkeiten für Profite. Sie nutzen Marktschwankungen für den Ein- und Ausstieg in bzw. aus bestimmten Aktien oder Märkten. Kurzfristig orientierten Trader*innen bieten sich in hoch volatilen Märkten in beide Richtungen Chancen.

Beispiele für volatile Märkte und Aktien

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Märkte starken Kursbewegungen ausgesetzt sind. Viele Aktien haben im März 2020 in kurzer Zeit 60 bis 80 Prozent an Wert verloren. Viele Anleger*innen haben ihre langfristige Strategie geändert und umgehend Wertpapiere verkauft. Im Gegensatz zu Finanzkrisen der Vergangenheit folgte die schnelle Erholung an den Börsen. Der Börsencrash im März 2020 und die spätere stärkere Korrektur sind die besten Beispiele für volatile Märkte.

Sehr volatile Märkte sind im Bereich kleinerer börsennotierter Unternehmen anzutreffen. Bei sogenannte Micro Caps bzw. Pennystocks reichen einige wenige Handelsumsätze aus, um den Kurs nach oben oder unten stark ausschlagen zu lassen.

Nicht nur bei Aktien sind volatile Märkte anzutreffen. Es gibt volatile Märkte auch in der Landwirtschaft. Schwankungen bei den Preisen für Milch, Fleisch, Kaffee oder Getreide sind Beispiele für volatile Agrarmärkte.

Tipp: Über die aktuelle Volatilität einer Aktie, eines Rohstoffs oder eines bestimmten Marktes können sich Anleger*innen auf Finanz- und Börsenportalen informieren. Im Chart werden Kursentwicklungen und Kursschwankungen sichtbar. Beispiel: Die Daimler und Siemens Aktien haben Anfang Februar 2022 einen niedrigen Volatilitätswert von rund 26 Prozent. Damit gelten sie als sichere Aktien. Hohe Volatilität weisen NorthernData mit 86 Prozent oder Zooplus mit 50 Prozent auf.

Hochfrequenzhandel und die Auswirkungen auf die Märkte

Volatile Märkte sind in einigen Fällen durchaus menschengemacht. Viele private Anleger*innen investieren ihr gesamtes frei verfügbares Geld in Aktien und andere Wertpapiere, weil sie vom ständigen Steigen der Kurse ausgehen. Irgendwann ist der Markt überhitzt und es kommt zur Korrektur. Dann verkaufen sie in Panik ihre Titel und ziehen den Markt nach unten. Immer häufiger sind volatile Märkte allein das Ergebnis des Hochfrequenzhandels, bei dem künstliche Intelligenz (KI) und Trading Bots zum Einsatz kommen und ein Algorithmus die Handelsentscheidungen übernimmt.

An den Börsen wird längst nicht mehr nur auf dem Parkett gehandelt. Ein Großteil des privaten Wertpapierhandels wird online abgewickelt. Dank des schnellen Internets und immer leistungsfähigerer Hardware mit günstiger Rechenleistung wird der einfache Computerhandel vom computerbasierten Hochfrequenzhandel abgelöst.

Expert*innen schätzen, dass die Hälfte des pro Jahr verzeichneten Handelsvolumens am US-Aktienmarkt auf den Hochfrequenzhandel zurückzuführen ist. Einige schließen daraus, dass der Hochfrequenzhandel den nächsten Börsencrash auslösen wird – oder zumindest die Volatilität stark erhöhen könnte.

  • Der Hochfrequenzhandel spielt bei fallenden oder steigenden Kursen eine Rolle. Erhebliche Kursausschläge nach oben oder unten treten bei Aktien oder Märkten auf, die eine geringe Liquidität aufweisen.
  • Eine Analyse des US-Aktienmarkt zeigt in den letzten Jahren ein enormes Ansteigen der Order gemessen am S&P 500 Liquidity Index.
  • Sinkende Marktliquidität kann gleichfalls zu einer Zunahme der Volatilität führen, wenn am Hochfrequenzhandel beteiligte Personen schnell aus einer Aktie oder einem Markt austreten.
  • Es gibt ebensophasenweise Transaktionen in eine Richtung (mehr Käufe als Verkäufe oder umgekehrt), beispielsweise bei bestimmten Nachrichtenlagen oder schwankenden Marktdaten. Unabhängig von den langfristigen Fundamentaldaten von Aktien kommt es zu Verkäufen bzw. Käufen ausgelöst durch computerbasierte Algorithmen.

Algorithmen treten immer dann in Aktion, wenn sie gemäß ihrer Programmierung Chancen ausmachen. Sie berücksichtigen bei ihrer Handelstätigkeit die Erwartung ihrer Programmierer an Marktteilnehmer und deren wahrscheinliche Reaktion auf Nachrichten und aktuelle Daten. Algorithmen könnten in unsicheren Phasen aus dem Markt gehen. Die Folgen wären eine stark verminderte Liquidität und Kursrückgänge größeren Ausmaßes.

Was sind Folgen für Anleger*innen?

Es gibt Tage an der Börse, an denen Aktien aus allen Sektoren eine umfangreiche Preiskorrektur erleben. Es fallen nicht nur die Kurse von Aktien im Technologiesektor, sondern auch die bei Anleger*innen als sicher geltenden Werte.

Heftige Abverkäufe bzw. eintägige Kurseinbrüche der jüngeren Vergangenheit dürften größtenteils die Folge des Hochfrequenzhandels sein. Algorithmen verkaufen entsprechend ihrer Programmierung mit dem Erreichen bestimmter Preisniveaus bzw. Stop-Marken große, börsengehandelte Fonds (ETF). Da die ETFs Indexaktien halten, kann es zu Alles-Verkaufen-Transaktionen im breiten Aktienmarkt kommen.

Hochfrequenzhandel hat sicherlich das Potenzial, kurzfristige Marktschwankungen zu verstärken. Die Wirkungen auf den fundamentalen Wert von Aktien sind begrenzt. Investor*innen mit langfristiger Orientierung können von Kurseinbrüchen profitieren. Dazu kaufen sie Aktien, die nach einem Kurssturz sehr günstig erscheinen.

Wie kann ich in volatile Märkte investieren

In den vergangenen Jahrzehnten haben Ereignisse wie Finanzkrisen, die Euro-Krise und die Corona-Pandemie für stark volatile Aktienmärkte gesorgt. Wenn Aktienmärkte innerhalb eines kurzen Zeitraumes extrem fallen oder steigen, wächst bei Anleger*innen die Verunsicherung. Die Angst vor abstürzenden Märkten lässt viele zu drastischen Maßnahmen greifen.

Während sich ein Teil in diesen Marktphasen nicht selten vom Markt zurückzieht, wartet der andere Teil die Entwicklung ab und setzt darauf, dass sich das Marktgeschehen beruhigen wird. Mit welcher Anlagestrategie sollte man auf volatile Situationen reagieren?

Die richtige Anlagestrategie für volatile Märkte

Der CBOE Volatility Index ist ein von Börsenanalysten und Anlagexperten häufig verwendeter Volatilitätsindikator und misst die über einen 30-Tage-Zeitraum zu erwartende Volatilität des US-Aktienmarktes. Er gilt außerdem als Indikator der weltweiten Aktienmarktvolatilität. Der Volatilitätsindex (kurz VIX) wird oft als Angstindex oder Barometer für die Marktunsicherheit verwendet.

Ein hoher Wert beim VIX Index weist auf eine höhere kurzfristig vermutete Schwankungsbreite hin. Der VIX spiegelt eine künftige Marktentwicklung nicht wider. Der Punktewert trifft keine Aussage zu fallenden oder steigenden Kursen.

Der VIX ist ein Index und keine Aktie oder sonstiges Finanzinstrument und daher nicht direkt handelbar. Er bildet die Grundlage für VIX-Optionen und VIX-Futures. Abgeleitet wird der Echtzeit-Marktindex von Echtzeit-Optionenpreisen auf den S&P 500 Index.

Zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 übertraf der VIX die 50-Punkte-Marke. Diese Schwelle gilt als Indiz für eine hoch volatile Marktlage. Aus den seit 1990 erfassten täglichen VIX-Daten geht hervor, dass der VIX nur während der weltweiten Finanzkrise 2008 und 2009 sowie zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 über der 50-Punkte-Marke lag.

Direkt im Anschluss an den schnellen, starken Anstieg des VIX wartete der S&P 500 jeweils mit einer hohen 12-Monats-Rendite auf.

Wer investierte, nachdem der VIX wieder unter 50 Punkte gefallen war, konnte eine durchschnittliche 12-Monats-Rendite von über 30 Prozent erwirtschaften. Zum Vergleich: Die langfristige durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 lag im Zeitraum 1990 bis 2020 bei rund 9 Prozent.


Häufiger als die 50 Punkte Marke wurde in den drei Jahrzehnten die 40 Punkte Schwelle übertroffen. Selbst wenn der VIX die extremen 50 Punkte nicht erreichte, waren diese Zeiträume von volatilen Aktienmärkten geprägt. Auch hier wurde eine hohe durchschnittliche 12-Monats-Rendite beim S&P 500 von jenseits der 30 Prozent sichtbar. Für Investor*innen bedeutet das, dass Geduld in der Regel belohnt wird. Wer risikobereit genug ist, kann auch in Zeiten einer Finanzkrise investieren.

Quelle: Goldmann Sachs

Info
Mit dem VDAX-NEW gibt es einen Volatilitätsindex auf den deutschen Leitindex DAX. Dieser macht die erwartete Schwankungsbreite des DAX bzw. deutschen Aktienmarktes bezogen auf einen Zeitraum der nächsten 30 Tage sichtbar. Seit dem 16. März 2020 ist der Indexstand von 93,3 der höchste bisher erzielte Wert des VDAX-NEW.

Investieren in volatile Märkte mit Buy-and-Hold-Strategie

Volatilität lässt sich einfach und vollständig vermeiden, indem Sie als Anleger*in investiert bleiben. Kurzfristige Schwankungen lassen sie außen vor. Das wird bei real stark fallenden Märkten schwieriger sein, als es in der Theorie erscheint. Es gehört sicherlich einiges an Kaltschnäuzigkeit dazu, einem 50-prozentigen Absturz des Portfolios beim Börsencrash einfach nur zuzusehen.

Unerfahrene Anleger*innen lassen sich da eher von der negativen Marktstimmung und der Panik an den Börsen mitreißen. Auch wenn eine Buy-and-Hold-Strategie wie das Halten einer Aktie über zwei Jahrzehnte zum Geld verdienen empfohlen wird, ist das aus Renditesicht nicht die optimale Lösung.

Der Wert von Qualitätstiteln wird nicht durch kurzfristige Schwankungen beeinflusst. Anleger*innen können die erhöhte Volatilität nutzen, indem sie bei tieferen Kursständen zusätzlich günstigere Aktien kaufen. Die nach einem Kursabsturz erworbenen Werte bergen zusätzliches Renditepotenzial. Noch mehr Rendite lässt sich dann erzielen, wenn Anleger*innen rechtzeitig aus dem Markt aussteigen und Gewinne machen. Die freie Liquidität wird später für Neuinvestitionen eingesetzt.

Info
Mit dieser Strategie können Sie doppelt verdienen: durch Verkauf und bei einer Neuanlage. Zu beachten gilt hierbei, dass auf Erträge aus Wertpapiergeschäften eine 25-prozentige Abgeltungssteuer zzgl. Solibeitrag + ev. Kirchensteuer erhoben wird. Das heißt, von 100 Euro Ertrag stehen Ihnen nach Steuern möglicherweise weniger als 75 Euro zum Neuinvestment zur Verfügung.

Beeinflussung des Handels in Zeiten der Volatilität

Kunden eines Online-Brokers sollten wissen, dass deren Handelssysteme mit speziellen Funktionen ausgestattet werden, die bei hoher Volatilität wirksam werden. Jedes Brokerunternehmen versucht, sich gegenüber außergewöhnlichen Marktrisiken abzusichern. In der Vergangenheit wurde die automatische Auftragsausführung immer wieder zeitweilig eingestellt und auf manuelle Ausführung umgestellt.

Handelseinschränkungen zum Kauf einer bestimmten Aktie können ebenfalls auftreten. GameStop Aktien und andere Werte wie Nokia, AMC oder BlackBerry unterlagen im Januar 2021 einem Kaufstopp durch mehrere Broker wie Robinhood, Interactive Brokers und Trade Republic. Dabei sind plötzliche Orderstops durchaus rechtens, falls gezielte Marktmanipulationen vorliegen.

Volatile Märkte und hohe Handelsvolumen beeinflussen die Ausführung von Wertpapieren, sodass Sie einige Fakten beachten sollten.

  • Verzögerte Ausführung: In volatilen Märkten können hohe Handelsvolumina die Ausführung von Orders verzögern. Außerdem kann es bei Ausführungen zu erheblichen Preisabweichungen kommen. Fragen Sie Ihren Broker, wie dieser in einem volatilen Markt mit Orderausführungen umgeht. Online-Handelssysteme sind weit verbreitet, sodass Anleger*innen schnelle Ausführungen zu den auf ihren Geräten angezeigten Preisen oder in deren Nähe erwarten. Allerdings ist das nicht immer der Fall.
  • Internet- & Systemprobleme: Aufgrund eines überlasteten Handelssystems kann es zu Problemen bei der Ausführung Ihrer Order kommen. Beim Online-Handel besteht die Gefahr von Internetabbrüchen, sodass Sie Schwierigkeiten bekommen könnten, auf das System zuzugreifen. Bei vielen Online-Brokern und Depotanbietern bestehen Alternativen wie Telefonhandel, um Orders einzuleiten.
  • Unkorrekte Kursangaben: Die Kursnotierung bei Ordererteilung und der Preis bei Ausführung können größeren Preisabweichungen unterliegen. In Phasen hoher Marktvolatilität kommt es häufig vor, dass Echtzeitkurse das Marktgeschehen nicht real abbilden. Bei verfügbaren Aktien kommt es zu Änderungen hinsichtlich Anzahl und Preisnotierung. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen der angezeigte Kurs bei Orderausführung zur Verfügung steht.

Auswahl der Order-Art in einem volatilen Markt

Von großer Bedeutung beim Handel in einem volatilen Markt ist die Art der gewählten Order. In schnellen Märkten könnten Sie eine Überraschung beim Ausführungspreis erleben; dieser kann erheblich vom Preis bei Ordervergabe abweichen.

Die bessere Lösung in einem Markt mit hoher Volatilität ist die Limit-Order. Bei der Limit-Order platzieren Sie den Auftrag zum Kauf oder Verkauf einer gewünschten Anzahl von Aktien zu einem bestimmten Preis.

Mitunter verlangen Broker eine extra Gebühr für Limit-Orders. Diese kosten dann mehr als Market-Orders – allerdings kaufen bzw. verkaufen Sie Wertpapiere zu einem Preis, den Sie allein festlegen. Sie sollten wissen, dass eine Limit-Order keine Ausführungsgarantie enthält.

Tipps zum Investieren in volatile Märkte 2022

Im Zuge der Corona-Pandemie geriet die globale Wirtschaft aus den Fugen. Hoch volatile Märkte zeigten sich im stärksten Quartalseinbruch der Geschichte und dem daraufhin folgenden höchsten Quartalswachstum. Auch wenn sich die Märkte im Jahr 2021 stabiler entwickelten, ist die Erholung noch nicht abgeschlossen.

Das von Notenbanken in den Markt gepumpte Geld hat für steigende Nachfrage gesorgt, die auf ein vermindertes Angebot traf. Es folgten Engpässe und Preissteigerungen.

Anleger*innen müssen 2022 mit Marktänderungen rechnen, ausgelöst durch höhere Inflation, steigende Renditen bei Anleihen sowie einer strikteren Geld- und Finanzpolitik. Hinzu kommen hohe Bewertungen von Aktien und anderer Assetklassen. Die Finanzmärkte werden von hoher Unsicherheit geprägt sein.

Für Langfristanleger*innen dürften die Auswirkungen unruhiger Märkte auf die endgültige Rendite weniger gravierend ausfallen als für kurzfristig orientierten Anleger*innen.

Wer in Aktien und ETFs investiert ist, sollte auf alle möglichen Marktentwicklungen vorbereitet sein oder sich zumindest darauf einstellen. Wichtig ist, langfristig zu denken, und nicht überstürzt zu handeln. Voreilig getroffene Entscheidungen lohnen sich nicht. Sie müssen nicht auf jede Veränderung reagieren – das Risiko ist zu hoch.

  • Effizientes Investieren ist gefragt. Gemeint ist die Diversifizierung des Portfolios. Diversifizierte Portfolios stecken negative Entwicklungen aufgrund volatiler Märkte besser weg als wenige Depots, die sich auf Aktien konzentrieren.
  • Starke Marktrückgänge kommen durchaus vor, sind aber selten. Denken Sie in Phasen unruhiger Märkte immer langfristig. Die Vergangenheit zeigt, dass Kurssturz und Volatilität irgendwann vorüber gehen und Aktien sich wieder erholen. Wird der Versuchung, unüberlegt auf kurzfristige Marktveränderungen zu reagieren, widerstanden, kann sich das auf lange Sicht bezahlt machen.
  • Regelmäßiges Investieren bringt viele Vorteile. Niemand kann den Zeitpunkt und die Stärke von Marktentwicklungen mit absoluter Gewissheit vorhersagen. Das gilt auch für erfahrene Investmentexpert*innen. Wer regelmäßig feste Beträge anlegt, wird von durchschnittlichen Preisen profitieren. Bei günstigeren Preisen werden mehr Aktien, bei höheren Preisen weniger Aktien gekauft.
  • Fokus auf defensivere Anlageprodukte geht zu Lasten der Rendite. Mit ansteigenden Marktzinsen werden Anleihen für Anleger*innen an Attraktivität gewinnen. Das entzieht dem Aktienmarkt Liquidität und kann für kurzfristig höhere Volatilität sorgen. Anleihen dürfen als defensiveres Anlageprodukt Teil eines diversifizierten Portfolios sein. Der absolute Renditebringer sind sie nicht.

Was gibt es noch für Möglichkeiten?

Anstatt bei negativer Marktentwicklung das Portfolio rigoros zu kippen, könnten Anleger*innen bestimmte Aktien behalten. Gemeint sind Gruppen von Aktien, die sich in Zeiten hoher Marktvolatilität als widerstandsfähig erwiesen haben.

Das gilt beispielsweise für Aktien aus dem MSCI World Minimum Volatility Index. Im Index werden 291 international bekannte Aktien aus 23 entwickelten Ländern geführt, darunter Verizon, Roche, Nestle; PepsiCo und Johnson & Johnson.

iShares Edge MSCI World Minimum Volatility ETF (WKN: A1J781 / ISIN: IE00B8FHGS14) oder MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF 1C (WKN: A1103F / ISIN: IE00BL25JN58) bilden die Wertentwicklung des Index nach. Zu den Möglichkeiten der Depotdiversifizierung gehören alternative Anlagen wie Gold und Immobilien.

Mit dem S&P 500 Minimum Volatility Index gibt es einen weiteren Minimum Volatility Index. Dessen Wertentwicklung bildet u.a. der iShares Edge S&P 500 Minimum Volatility UCITS ETF (WKN: A1J784 / ISIN IE00B6SPMN59) nach. Im ETF sind 95 bekannte und langjährig erfolgreiche Unternehmen wie Qualcomm, United Health, Chub Ltd., Berkshire Hathaway und Proctor & Gamble vertreten.

Wie Sie erfolgreich volatile Märkte traden

Volatilität ist bei jenen Trader*innen gefragt und gefordert, die kurzfristig auf Preisentwicklungen von Aktien, Rohstoffe, ETFs oder Währungen spekulieren. In fallenden Märkten bieten sich ihnen Chancen u.a. mit dem Leerverkauf von Aktien oder CFD Wetten auf sinkende Rohstoffpreise und Aktienindizes. Wenn Sie erfolgreich volatile Märkte traden möchten, sollten Sie einige Dinge im Blick haben.

  • Zum Trading gehört ein Plan und an diesen sollten Sie sich halten.
  • Sehr volatile Märkte bieten Trader*innen die Chance auf enorme Gewinne. Das gilt auch für mögliche Verluste. Daher sollten Positionsgrößen begrenzt werden. Besser ist es, mehrere Trades mit verminderter Größe zu wetten.
  • Verwenden Sie Limit-Orders, um bei einem guten Preis einzusteigen.
  • Vermeiden Sie zu eng gesetzte Stop-Loss-Orders in sehr volatilen Märkten. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass ein guter Trade vorzeitig gestoppt wird.
  • Begrenzen Sie den Hebeleinsatz. Die Volatilität ist Chance genug, um Geld zu verdienen. Dazu braucht es keine übermäßige Hebelwirkung. Das eigene Konto kann bei gegenläufiger Entwicklung platzen.
  • Volatile Märkte lassen sich durch kurzfristige Trades bestens nutzen. Dann besteht die Chance, Gewinne vor einer Marktänderung schnell mitzunehmen.

Info
In Zeiten extremer Volatilität sollten Trader*innen nicht hektisch agieren, sondern an einem vorhandenen Plan festhalten. Von den Chancen, die sich in volatilen Märkten eröffnen, sollte man sich nicht blenden lassen. Mit Blick auf den Kapitalerhalt empfiehlt es sich, kleinere Positionen einzunehmen. Gewinne sollte man rechtzeitig mitnehmen, bevor der Markt die Richtung wechselt. Extreme Volatilität bietet Gelegenheiten für große Profite. Es liegt an den Trader*innen, diese mit Bedacht zu nutzen.

FAQ: Unsere Antworten auf typische Fragen rund um volatile Märkte

Was sind volatile Märkte?

Volatile Märkte sind gekennzeichnet von starken, extrem schnellen Kursschwankungen und einem hohen Handelsvolumen. Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Preisänderungen in einem nicht vorhersehbaren und erheblichem Umfang erfolgen. In Märkten mit niedriger Volatilität ist mehr Stabilität vorhanden. Treten Preisschwankungen auf, sind diese weniger gravierend.

Warum sind manche Aktien volatil?

Es gibt viele Gründe, warum manche Aktien volatil sind und andere sich als stabile Werte erweisen. Ein Grund für die hohe Schwankungsbreite ist wechselndes Investoreninteresse. In der Regel werden Erwartungen an die Zukunft an der Börse gehandelt. Erwartungen des Marktes werden in den aktuellen Kursen eingepreist. Der Aktienkurs kann zunächst stark steigen. Werden Erwartungen nicht erfüllt, drücken stärkere Verkäufe die Aktienkurse.

Was bedeutet es, wenn eine Aktie sehr volatil ist?

Die Volatilität bei Aktien stellt sich als durchschnittliche Schwankungsbreite des Aktienwertes dar. Sehr volatil ist eine Aktie, wenn ihr Preis stark steigt und fällt. Starke Schwankungen einer Aktie sind ein Zeichen hoher Volatilität, womit diese einem hohen Risiko unterliegt.

Welche Aktien sind volatil?

Zu den volatilen Aktien mit einer Volatilität über 50 Prozent (gemessen die letzten 250 Handelstage) gehören 2022 u.a. Moderna Inc. (WKN: A2N9D9 / ISIN: US60770K1079), Biogen Inc. (WKN: 789617 / ISIN: US09062X1037), Grenke (WKN: A161N3 / DE000A161N30), VARTA (WKN: A0TGJ5 / ISIN: DE000A0TGJ55) oder Nordex SE (WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554).

Fazit zu volatilen Märkte:

Kursrückgänge an Einzeltagen ohne längerfristige Auswirkungen

Volatile Märkte treten häufiger auf, als viele Anleger*innen vermuten würden. Volatilität ist nicht ungewöhnlich, denn die Kurse an den Aktienmärkten schwanken. Extreme Volatilität ganzer Märkte lässt sich mit einem Blick auf die Charts bekannter und großer Indizes wie S&P 500 feststellen.

Als Anleger*in haben Sie die Wahl, investiert zu bleiben oder während der Volatilität zu handeln. Handeln in volatilen Märkten verlangt Kenntnis der Marktbedingungen und das Akzeptieren der höheren Risiken.

Ein breit diversifiziertes Portfolio wird volatile Marktphasen oder Übertreibungen des Marktes aushalten und langfristig ohne Auswirkungen bleiben. In der Vergangenheit wurde jede größere Marktkorrektur irgendwann früher oder später kompensiert. Ein stärkerer Kursrückgang bei den Aktien kann daher eine Kaufgelegenheit sein.

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Thomas Detlef Bär schreibt seit mehr als zehn Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Bereits vor dieser Zeit galt sein Interesse dem Aktienmarkt. Seine Erfahrungen hat er in vielen Ratgebern niedergeschrieben und in Onlinemedien veröffentlicht. Thomas hat Betriebswirtschaft studiert und nach Abschluss seines Studium mehrere Jahre als Ökonom in einem ostdeutschen Automobilbetrieb gearbeitet. In den 1990er Jahren startete er als freiberuflicher Versicherungs- und Vermögensberater. 2009 begann er Ratgeber für das bekannte Portal helpster.de zu verfassen. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf zahlreichen Finanz-Portalen, darunter mikrokredit24.net, gevestor.de, onlinebanken.com. Seit 2020 schreibt er bei Aktien.net über Themen rund um den Aktienmarkt.

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