Schwacher Euro 2021 – Gründe für schwachen Euro

Schwacher Euro - Geldscheine

Schwacher Euro - Das Wichtigste zum Euro Kurs in Kürze

  • In der Vergangenheit schwankte der Euro zum US-Dollar in einer Spanne von 10 bis 15 Prozent (Euro-Kurs Hoch 1,57 US-Dollar 2008 / Euro-Kurs Tief 1,046 US-Dollar 2016). Wir zeigen verschiedene Anlagemöglichkeiten, die ein schwacher Euro zum Investieren bietet.
  • Während der Euro-Krise bewegte sich der Euro-Kurs zum US-Dollar in Richtung Parität. Wer leidet und wer profitiert vom schwachen Euro?
  • Welche Vorteile und Nachteile hat ein schwacher Euro für Anleger? Ein starker US-Dollar beschert Inhabern von US-Aktien neben etwaigen Kursgewinnen zusätzliche Währungsgewinne.
  • Wachstumsstarke internationale Aktien wie Amazon, Monster Beverage und Apple liefern seit Jahren unabhängig etwaiger Schwankungen beim Euro-US-Dollar Kurs eine starke Performance.
  • Wir empfehlen DAX-Aktien und europäische Titel bei einem schwachen Euro, weil Sie damit Wechselkursrisiken umgehen.
  • Als Anleger können Sie alternativ direkt in den Devisenmarkt investieren, beispielsweise um sich gegen Währungsrisiken absichern oder auf einen fallenden Euro-Kurs spekulieren.

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Inhaltsverzeichnis

Schwacher Euro - Die besten Aktien zum Investieren

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Schwacher Euro – Weitere Aktien zum Investieren

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Was bedeutet „ein schwacher Euro“?

Von einer „schwachen Währung“ reden Wirtschaftsanalysten immer dann, wenn die Währung im Vergleich zu anderen Währungen an Wert verliert oder sogar unterbewertet ist. Ist der Euro schwach, bedeutet dies u.a., dass Verbraucher aus den Euro-Staaten weniger Fremdwährung für ihr Geld erhalten.

Schwacher Euro – Definition

Dabei gibt es keine absolute Definition, wann eine Währung als schwach oder stark zu bezeichnen ist. Häufig bildet sich dieser Zusatz dann heraus, wenn eine Währung einen Abwärtstrend durchmachen musste. Dabei muss kein beeindruckender Sturz erfolgt sein, sondern es ist auch eine schleichende Schwächung möglich.

Auch wenn der Euro in den letzten Monaten eher einem Abwärtstrend folgt und deswegen von einem „schwachen Euro“ gesprochen wird, handelt es sich bei der Gemeinschaftswährung übrigens dennoch nicht um eine schwache Währung. Stattdessen gilt der Euro zumindest derzeit als Hartwährung und es ist derzeit auch nicht absehbar, dass sich dieser Status tatsächlich deutlich ändern wird. Doch woran liegt dies und was bedeutet ein schwacher Euro für Privatanleger?

Entwicklung des Euro zum US-Dollar im Rückblick

Bereits mit Beginn der Euro-Krise im Jahr 2015 mehrten sich Stimmen von Finanzexperten, dass sich der Euro in den kommenden Jahren in Richtung Parität zum US-Dollar bewegen wird. Abwegig war diese Vermutung nicht, denn der Devisenkurs EUR/USD fiel von 1,56 USD (2008) auf 1,046 USD (2016).

Ein Blick auf den Devisenchart EURUSD, bereitgestellt vom Portal Tradingview

Der Devisenchart EURUSD zeigt für die Jahre von 2016 bis 2020 deutliche Kursschwankungen. (Quelle: tradingview.com)

Der schwache Euro hat sich nach seinen Tiefständen im Jahr 2016/2017 in der Folge auf eine Seitwärtsbewegung eingependelt. Im dritten Quartal 2020 lässt sich das Geschehen am Devisenmarkt kurz so zusammenfassen: US-Dollar runter, Euro rauf. Ob die Entwicklung anhalten oder zu Ende gehen wird, ist ungewiss. Währungsentwicklungen bleiben nicht ohne Folgen auf die Ergebnisse von Wertpapieranlagen (von Aktien bis Anleihen) und direkten Währungsanlagen.

Welche Auswirkungen hat der schwache Euro auf die Aktienanlage?

Bei der Aktienanlage ergibt sich durch den schwachen Euro in den meisten Portfolios ein deutlicher Nachteil. Wer sein Kapital gut gestreut hat und ausländische Aktien dafür nutzt, wird in der Regel durch die Abwertung des Euros mit voller Wucht vom Wechselkursrisiko getroffen. Dies ist bei Aktien aus vielen Ländern in den letzten Jahren der Fall gewesen. Als Beispiel soll jedoch eine Rechnung in US-Dollar dienen:

Angenommen ein Anleger hat Aktien eines fiktiven US-amerikanischen Unternehmens zu einem Kurs von 200 Dollar erworben. Er hat die Order zu einem Wechselkurs von EUR/USD von 1.30 getätigt. Sie hat ihm damit nur 153,84 Euro gekostet. Sinkt jetzt der Wechselkurs auf EUR/USD 1.20 und er würde die Aktie bei gleichbleibendem Kurs verkaufen, würde er dafür 166,66 Euro erhalten. Dies wirkt zwar so, als hätte er einen Gewinn gemacht. Letztlich ist es jedoch nur die Tatsache, dass seine Währung nun weniger US-Dollar wert ist, die diesen Scheingewinn ermöglicht. Würde er die gleiche Aktie nun erneut kaufen wollen, müsste er nicht mehr nur 153,84 Euro zahlen, sondern 166,66 Euro – und das, obwohl die Aktie sich im Wert nicht verändert hat.

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Diese Rechnung soll jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es natürlich durchaus möglich ist, auch bei der Aktienanlage von Währungsschwankungen zu profitieren. Dies wäre beispielsweise dann möglich, wenn der Euro wieder sein altes Niveau erreicht. Dann könnte der Anleger mit 166,66 Euro prinzipiell mehr Aktien kaufen als mit ursprünglich 153,84 Euro – vorausgesetzt der Kurs ändert sich nicht. Sinkt der Euro hingegen grundsätzlich und erholt sich nicht wieder, müssen Anleger im Ausland mit einem Kaufkraftverlust rechnen.

Dennoch müssen Anleger auch die schwächelnde Gemeinschaftswährung einkalkulieren, wenn sie Investitionen tätigen, und dürfen sich über vermeintliche Wertsteigerungen nicht zu früh freuen. Stattdessen sollten sie immer im Blick haben, in welchen Wirtschaftsräumen die jeweilige Aktiengesellschaft am aktivsten ist. Unter den Währungsschwankungen können diese nämlich leiden, was sich auf die Gesamtbewertung des Konzerns deutlich auswirken kann.

Ein roter Pfeil weist auf ein negativeres Rating des Aktien-Wertes hin

Eine Euro-Schwäche kann für exportorientierte ausschließlich im Euro-Raum aktive Unternehmen Gewinnreduzierungen und schwächeres Analysten nach sich ziehen. (Quelle: pixabay.com)

So nutzen Privatanleger den schwachen Euro

Zu allen Zeiten hat es Währungsschwankungen gegeben. Vorhersehbar waren und sind sie nicht. Auch wenn so mancher Spekulant bei seinen Wetten einige Tausend oder in Einzelfällen Millionen an US-Dollar verdient hat. Aktienanleger und Währungsinvestoren können auch bei einem schwachen Euro ordentliche Renditen realisieren. Erfahrene Anleger können sich gegen bestehende Währungsrisiken absichern. Das setzt natürlich kluge Anlageentscheidungen voraus.

Schwacher Euro: 5 Anlagemöglichkeiten auf einen Blick

  • Deutsche und europäische Aktien & Anleihen
  • Wachstumsstarke internationale Aktien
  • Direktinvestment in Devisen
  • Optionsscheine und Zertifikate
  • Forex – Handel mit Währungspaaren beim Broker

1. Deutsche und europäische Aktien & Anleihen

Privatanleger können auf unterschiedliche Weise davon profitieren, wenn der Euro eine Schwäche-Phase durchlebt. So sind derzeit vor allem Unternehmen Profiteure, die auf dem Weltmarkt sehr aktiv sind und auch vom Export aus der Euro-Zone heraus leben. Ein Paradebeispiel für derartige Konzerne sind die meisten DAX-Konzerne, die sich durch ihre Exportstärke auszeichnen.

Besonderen Vorteil haben Firmen, die Rechnungen und Gehälter in Euro begleichen, ihre Waren aber in Dollar abrechnen können. Klassische Beispiele hierfür sind beispielsweise viele Autohersteller, aber auch Airbus oder Anbieter von Solarenergie.

Bedeutende DAX-Mitglieder wie beispielsweise SAP, Adidas, BMW, Volkswagen, Bayer oder Siemens sind internationale Konzerne, die weltweit Produktions- und Fertigungsstätten betreiben. Sie sind u.a. in den USA aktiv, sodass der US-Dollar die maßgebliche Rechnungswährung ist. Innerhalb der Konzerne wirkt sich ein schwacher Euro insgesamt weniger stark aus.

Das gilt auch für Top-Europa Aktien, die sich in den Portfolios von Fondsgesellschaften und ETFs wiederfinden. Dazu gehören u.a.:

  • Nestle Schweiz
  • Sanofi Frankreich
  • ASML HLDG Niederlande
  • Astrazeneca Großbritannien,
  • LVMH Moet Hennessy Frankreich

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2. Wachstumsstarke internationale Aktien

In den vergangenen Jahren haben bekannte US-Unternehmen wie Apple, Google, Facebook und Amazon Anlegern enorme Gewinne beschert, die weit über eventuellen Währungsverlusten liegen.
Trotzdem gehören sie nicht zu den Aktien-Top Performer dieses Jahrtausends. Dazu gehören in

  • Beverage* – Energy-Drink-Herstellers Monster
  • Netflix – Streamingdienst für Fernsehsendungen und Filme
  • Equinix – Hersteller für Rechenzentrums- und Interconnections-Dienstleistungen
  • Tractor Supply Company – US-Anbieter für Bauernfahrzeuge und –maschinen
  • Intuitive Surgical – US-Entwickler und Hersteller für Medizintechnik

*Wer 1999 den kleinen Betrag von 100 US-Dollar in Aktien des Getränkeherstellers Beverage investiert hat, besitzt im September 2020 ein Aktien-Vermögen von 62.000 US-Dollar.

Nicht nur mit US-Aktien, sondern mit vielen weiteren Auslandsaktien können Anleger Profite erzielen. Chinesische Aktien versprechen für die nächsten Jahre ebenso große Renditen, mit denen sich in einem Aktienportfolio Währungsschwankungen mehr als ausgleichen lassen. Internationale Konzerne wie Alibaba, Xiaomi oder BYD stehen bei Investoren im Fokus. Positive Firmenergebnisse wirken sich positiv auf die Aktien-Kurse aus.

Tipp: Sämtliche Handelskosten gehen zu Lasten der Rendite. Anleger sollten daher ihre Ordergebühren niedrig halten. Smartbroker ist einer der günstigsten und besten Anbieter aus unserem Broker Vergleich.
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Wer damit rechnet, dass der Euro in Zukunft eher fallen wird, sollte dies auch in seinem Portfolio sichtbar machen. Als guter Mix sollten natürlich dennoch DAX-Werte erhalten bleiben, eine etwas stärkere Konzentrierung auf Aktiengesellschaften aus anderen Ländern stellt in diesem Fall jedoch eine gute Anlagestrategie dar.

Anleger können Aktien aus den USA, Kanada und Australien genauso ins Portfolio nehmen wie Wertpapiere aus dem asiatischen, südamerikanischen oder sogar afrikanischen Raum. Nicht vergessen werden sollten dabei auch die Schweiz, die immerhin seit der Einführung die härteste Währung stellen.

In Währungen investieren

Neben dem Aktienmarkt bieten sich direkt auf dem Devisenmarkt weitere Gelegenheiten zum Investieren. Mit Veränderungen auf der vierten Nachkommastelle lassen sich Gewinne erzielen. Außerdem bestehen auf dem Devisenmarkt ständig Chancen. Fällt beispielsweise der Euro steigt der US-Dollar und umgekehrt.

Wer als erfahrener Anleger in Währungen investieren und davon profitieren möchte, kann verschiedene Möglichkeiten nutzen.

3. Direktinvestment in Devisen: US-Dollar beim Broker kaufen

Das Direktinvestment ist die konservativste Methode. Hier kauft ein deutscher Anleger bei einer Bank oder Broker US-Dollar. Beim Geldumtausch gilt der aktuelle Währungskurs, der den Gegenwert in Euro bestimmt.

Steigt in der Folge der Kurswert der US-Devise und der Anleger veräußert seinen Dollarbestand wieder, erhält er mehr Euro zurück als er ursprünglich gezahlt hat. Bei einem Sinken des US-Dollars würde ein Verkauf weniger Euro bedeuten und der Anleger einen Verlust erleiden.

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Deviseninvestments lassen sich mittels Optionsscheine und Zertifikate auch ohne Währungstausch und Fremdwährungskonto vornehmen. Diese Derivate ermöglichen dank der Hebelwirkung oftmals höhere Gewinne. Im umgekehrten Fall können die Verluste höher ausfallen.

4. Optionsscheine und Zertifikate: Auf fallenden Euro-Kurs spekulieren

Mit Zertifikate und Optionsscheinen wird als Long-Zertifikate oder Call-Optionsscheine auf steigende Kurse eines Währungspaares gesetzt.

Mit Short-Zertifikate oder Put-Optionsscheine wird auf fallende Kurse spekuliert. Die erste Währung eines Währungspaares bezieht sich dabei auf die Richtung, steigender oder fallender Kurs.

Mit einem Short-Zertifikat auf Euro/US-Dollar kann der Anleger auf eine Abwertung des Euro und steigenden US-Dollar spekulieren. Mit einem Long-Zertifikat auf Euro/US-Dollar wird auf einen steigenden Euro gegenüber dem Dollar gesetzt.

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5. Forex: Margin-Trading mit Hebelwirkung

Forex-Trading bietet im Vergleich zu den vorgenannten Möglichkeiten zum in Währungen investieren höhere Gewinnchancen.

Beim Handel mit Forex-Instrumenten bestehen umgekehrt erheblich höhere Risiken. Der Anleger handelt Währungspaare auf Basis von Spreads. Kauf- und Verkaufskurse beziehen sich jeweils auf die eingegangene Position. Geeignete Anbieter stellen wir Ihnen in unserem Forex Vergleich vor. Bei diesen Forex-Brokern können Sie ein Demokonto erhalten und den Forex Handel kostenlos ausprobieren.

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Tipp: Investments in Währungen im Rahmen der Kapitalanlage gelten unter Finanzexperten als Kür. Aktien hingegen sind sozusagen die „Pflicht“. Bei aktien.net können Sie sich umfangreich über das erfolgreiche Handeln mit Aktien in unseren Experten-Ratgebern, wie Aktiendepots für Anfänger oder Wie viele Aktien kaufen? informieren.

Währungsrisiko absichern: Welche Mittel gibt es?

Verbraucher und Anleger können sich vor der Unsicherheit des Wechselkurses schützen, indem sie geeignete Mittel zur Absicherung einsetzen.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Optionsscheine: Anleger sichern sich das Recht, einen Basiswert zu einem späteren Preis zu erwerben. Anleger können Euro für mehrere Monate mit dem aktuellen Wechselkurs in US-Dollar umtauschen. Die Bank trägt das Währungsrisiko und berechnet dafür eine Gebühr.
  • Futures: Sie werden über den Futures-Markt abgeschlossen, wobei der genaue Zeitpunkt für den zukünftigen Geldwechsel feststeht.
  • Lohnzahlung in US-Dollar: Wer zeitweilig in den USA arbeitet, sollte nach Möglichkeit die Lohnzahlung in US-Dollar für diesen Zeitraum vorsehen. Das vermindert das Wechselkursrisiko im Verhältnis zu den dortigen Lebenshaltungskosten.
  • US-Dollar Konto: Bei vielen Banken und Brokern können Anleger ein Fremdwährungskonto führen. Größere Euro-Beträge können sie problemlos in US-Dollar umtauschen. Das spart eventuelle Terminkontraktgebühren. Das umgetauschte Geld ist dann nicht frei verfügbar.

Welche Gründe hat ein schwacher Euro?

Der Grund für den schwachen Euro ist derzeit nicht unwesentlich in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu sehen. Durch den Niedrigzins soll die niedrige Inflation angekurbelt werden. Das günstige Geld sorgt dafür, dass ein Überangebot an Euros entsteht. Es gibt also bei gleichbleibender Nachfrage mehr Euros. Demzufolge sinkt wie bei einer Ware auch der Wert dieser Währung.

Verhindert werden soll durch den schwachen Euro vor allem, dass Europa in eine Deflation rutscht. Grund dafür ist auch, dass der viele Marktbeobachter vermuten, dass der US-Dollar an Wert gewinnen wird. Anlass dafür ist, dass die Wirtschaftsdaten in den USA so gut sind, dass eine schrittweise Erhöhung des Leitzinses gefordert wird. Dies ist auch deswegen notwendig, um Blasenbildungen zu verhindern. Dies würde allerdings dazu führen, dass der Euro immer weiter an Wert verlöre.

Ein Mannschaut auf sein Smartphone und informiert sich über Tagesgeldzinsen

Die aktuellen Tagesgeldzinsen liegen oft unter der Inflationsrate (Quelle: Consorsbank)

Ein weiterer Grund für die Tatsache, dass der Euro in den letzten Jahren schwächelt, ist die Tatsache, dass inzwischen viele Investoren und Anleger an der Tragfähigkeit der Gemeinschaftswährung zweifeln. Es wird immer deutlicher erkennbar, dass der Euro unter einigen strukturellen Problemen leidet und kaum jemand hält das Europäische Parlament dazu in der Lage, diese Probleme kurz- bis mittelfristig lösen zu können. Krisen wie die in Griechenland, das immer stärker sichtbar werdende Bankenproblem in Italien und der Brexit führen dazu, dass viele Anleger dem Euro nicht mehr im gleichen Ausmaße vertrauen, wie dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Demzufolge sind Investitionen im Euro-Raum weniger attraktiv, der Euro wird weniger nachgefragt und ist günstiger erhältlich.

Darüber hinaus gibt es noch mehrere Ursachen für einen schwachen Euro, die allerdings derzeit nicht oder kaum greifen. Ein Beispiel hierfür wäre beispielsweise, dass eine andere Zentralbank ihre Währung gegenüber dem Euro beispielsweise durch Ankäufe extrem stützt und so einen weiteren Verfall verhindert.

Ursachen in der Übersicht:

  • Niedrigzins verbilligt den Euro
  • Andere Volkswirtschaften wie USA und GB erstarken wieder
  • Vertrauensverlust durch Krisen

Schwacher Euro: Vor- und Nachteile

Wenn der Euro vermeintlich zu teuer oder zu billig gegenüber dem US-Dollar ist, ruft das die Pessimisten auf den Plan. Das war der Fall als der Euro 2008 mehr als 1,50 US-Dollar und 2016 nur 1,046 US-Dollar kostete. Letztlich ist das vielfach prophezeite Untergangsszenario bisher nicht eingetreten.

Vorteile eines schwachen Euros

Ein schwacher Euro kann grundsätzlich zu einer positiven Entwicklung der Euro-Volkswirtschaften führen. Durch den niedrigen Euro kann vor allem der Export profitieren. Die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder steigt so nämlich deutlich an. Im Vergleich zu anderen Ländern würden sich die Waren der Währungsunion vergünstigen. Die abnehmenden Volkswirtschaften würden schließlich durch ihre Währung mehr Euro erwerben können und somit würden die europäischen Exporte im Vergleich zu anderen günstiger sein.

Dies sorgt in der Regel dafür, dass die Konjunktur etwas anzieht. Außerdem wird auch der Binnenmarkt für die Verbraucher der Eurozone interessanter. Waren aus dem Ausland verteuern sich nämlich aufgrund eines schwachen Euros. Das macht die heimische Produktion auch im Inland attraktiver. Insgesamt kann ein schwacher Euro deswegen im Optimalfall die lahmende Volkswirtschaft wieder in Schwung bringen.

Als einer der Hauptprofiteure gilt dabei Deutschland. Rund jeder fünfte Arbeitsplatz der Wirtschaft hängt vom Export ab. Viele Unternehmen sind auf globale Verkäufe angewiesen. Und auch Länder, die sich in einer wirtschaftlichen Schieflage befinden, könnten vom schwachen Euro besonders profitieren. Italiens Schuhproduktion und Portugals Textilindustrie könnten zu den großen Gewinnern gehören, da diese mit Erzeugnissen aus Billiglohn-Ländern in Konkurrenz stehen.

Der größte Vorteil – falls die Strategie der EZB aufgeht, ist jedoch fraglos das Abwenden einer möglichen Deflation und somit letztlich auch eine Stabilisierung des Euros. Auch wenn dies auf den ersten Blick anders aussieht, sollen Anleihekäufe und Leitzinssenkungen den Euro letztlich stabilisieren und nicht schwächen.

Wer profitiert vom schwachen Euro?

Deutschland profitiert vom sinkenden Euro als eine der führenden Export-Nationen. Ein schwächerer Euro hat ähnliche Wirkungen wie ein Konjunkturprogramm. Die im Inland bzw. Euro-Raum produzierten Erzeugnisse können die Konzerne im Ausland wesentlich günstiger verkaufen. Kein vergleichbarer Nutzen ergibt sich für Euro-Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal, da es am Auslandsgeschäft fehlt.

Nachteile eines schwachen Euros

Allerdings hat ein schwacher Euro durchaus auch Nachteile für die Euro-Region. Durch die günstigere Währung verteuern sich Importe aus dem Ausland deutlich.

Leidtragende sind vor allem die Unternehmen, die ihre Gewinne hauptsächlich innerhalb der Währungsunion erwirtschaften, für die Produktion ihrer Waren jedoch Rohwaren aus dem Ausland benötigen. Für sie verteuert sich die Produktion deutlich und auch bei exportierenden Ländern kann sich bei importlastigen Waren der positive Effekt häufig nicht einstellen.

Betroffen sind Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen bei den Rohstoffpreisen. Gerade Benzin verteuert sich dadurch, dass Öl traditionell in US-Dollar abgerechnet werden muss. Vor allem Unternehmen mit energieintensiver Produktion können hierunter beträchtlich leiden.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft wird mit einem nach oben weisenden Pfeil dargestellt.

Euro runter – US-Dollar rauf. Typisches Szenario von Währungsschwankungen. (Quelle: pixabay.com)

Welche Gefahren birgt ein schwacher Euro?

Ein schwacher Euro verhindert, dass internationale Investoren Geld in Euro-Länder anlegen. Außerdem schadet eine schwache Währung der Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber USA, Japan und China. Nicht zuletzt könnte das die gesamte Weltwirtschaft destabilisieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Herbst 2000 bei einem Euro-Kurs zum US-Dollar von 0,85 bereits mit Euro-Käufen am Devisenmarkt einmal auf diese Gefahr reagiert. Andere wichtige Notenbanken haben das unterstützt. Ein schwacher Euro sorgt für steigende Finanzierungskosten für Staaten, Unternehmen und Verbraucher. Gefährdet ist damit das Wachstum in Europa und in Deutschland. Bisher war es immer der Fall, dass einem schwachen Euro ein starker Euro folgte und umgekehrt.

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Welche Gründe führen zu einem starken Euro?

Es gibt drei Gründe, die für ein Erstarken des Euro im Laufe von 2020 verantwortlich gemacht werden. Letztlich ist die Stärke des Euro eine Schwäche des US-Dollar.

1. Überbewertung des US-Dollar

Der IWF hielt den US-Dollar bereits 2019 für überbewertet. Deutschland verfügt nach Meinung des IWF über einen hohen Überschuss in der Leistungsbilanz, sodass der Euro-Kurs um acht bis 18 Prozent zu niedrig ist.

2. US-Zinsvorteil geht verloren

Die Dollar-Schwäche ist das Ergebnis einer geänderten geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank Fed. Die Zinssätze wurden nicht wie geplant angehoben, sondern vermindert. Damit verlieren US-Anleihen ihren Zinsbonus gegenüber Euro-Anleihen.

3. US-Präsidentschaftswahlen

Die Präsidentschaftswahlen in den USA sind von großer Unsicherheit gekennzeichnet. Eine Wiederwahl von Trump würden US-Dollar stärken. Hinzukommt, dass auch Länder wie Schweiz an einem starken Euro interessiert sind. Ein starker Schweizer Franken ist für die Schweizer exportorientierte Unternehmen nicht gewünscht.

Wie können Anleger vom starken Euro profitieren?

Ein starker Euro hat für Verbraucher wie Anleger einige Vorteile. Wer Euro in US-Dollar wechselt, erhält einen größeren Dollar-Betrag als davor. Außerdem verbilligen sich beispielsweise Investitionen im US-Dollar-Raum. Aktien der besten US-Unternehmen sind günstiger zu haben. Durch die erhöhte Nachfrage ist mit zusätzlichen Wachstumseffekten an den US-Börsen zu rechnen.

Geldanlagen in deutsche Unternehmen sind dann auf kurze Anlagesicht betrachtet weniger profitabel. DAX-Konzerne wie Daimler, BMW und Volkswagen erwirtschaften in den USA Umsätze und Gewinne in US-Dollar, die dann in den starken Euro umgerechnet werden müssen. Währungsschwankungen sind Teil des wirtschaftlichen Alltags. Letztlich ist es daher so, dass Unternehmen beim schwachen Euro eine Zeit lang profitieren und beim stärkeren Euro dann leiden.

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FAQ zu Währungsschwankungen beim Euro

Was ist ein schwacher Euro?

Deutschland ist eine der weltweit führenden Exportnationen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht einen Euro bei um die 1,18 US-Dollar als fair bewertet. Eine Euro-Schwäche ist bei einem Euro-Kurs weiter darunter zu konstatieren.

Wer profitiert vom schwachen Euro?

Ein schwacher Euro ist für die Exportnation Deutschland und exportorientierte Konzerne von Vorteil. Export-Produkte werden auf Basis US-Dollar preiswerter. Neben den europäischen Aktienunternehmen profitieren US-Anleger davon, die in Geld in Euro-Aktien oder Euro-Anleihen anlegen.

Welche Gefahren birgt ein schwacher Euro?

Ein schwacher Euro birgt die Gefahr, dass internationale Investoren Ihr außerhalb der Euro-Länder anlegen. Wenn viel Kapital in den US-Markt fließt, verstärkt das möglicherweise die Euro-Abwertung.

Welche Gründe führen zu einem starken des Euro?

Die Gründe für einen stärkeren Euro in 2020 sind u.a. die Überbewertung des US-Dollar, wegfallender US-Zinsvorteil und US-Präsidentschaftswahlen.

Wird der Euro weiter steigen?

Der Euro ist so stark, weil der US-Dollar so schwach ist. So meinen zumindest die Experten. Euro-Zone und USA haben in vielerlei Hinsicht die gleichen finanzpolitischen Probleme. Was die Zukunft an Währungsentwicklungen bringen wird, kann niemand vorhersagen.

Fazit

Ein schwacher Euro ist vor dem starken Euro & umgekehrt

  • Der schwache Euro ist eine Folge des dauernden Wertverfalls des Euros gegenüber der Weltwährung US-Dollar. Gründe dafür sind vor allem in der Geldpolitik der EZB und dem Vertrauensverlust gegenüber dem Euro zu sehen. Privatanleger können den schwachen Euro trotz zahlreicher Nachteile bei der Geldanlage dennoch gezielt nutzen.
  • Noch ist der US-Dollar die in der Weltwirtschaft bestimmende Handelswährung und als Krisenwährung gefragt. Aufgrund der US-Staatsverschuldung und FED-Politik rechnen nicht wenige Finanzexperten in naher Zukunft mit einem nachgebenden US-Dollar. Die Anlagerisiken aus einem schwachen Euro würden weitgehend wegfallen.
  • Wer mit Währungen spekulieren möchte, sollte dies jedoch nur mit Bedacht und ausreichendem Risikomanagement überhaupt in Betracht ziehen.

Thomas Detlef Bär

Thomas Detlef Bär schreibt seit mehr als zehn Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Bereits vor dieser Zeit galt sein Interesse dem Aktienmarkt. Seine Erfahrungen hat er in vielen Ratgebern niedergeschrieben und in Onlinemedien veröffentlicht. Thomas hat Betriebswirtschaft studiert und mehrere Jahre freiberuflich für Versicherungen gearbeitet. Seit 2020 schreibt er bei Aktien.net über Themen rund um den Aktienmarkt.