Anleihen oder Aktien » Das lohnt sich 2018 für Anleger

Anleihen oder Aktien » Das lohnt sich 2018 für Anleger

Anleihen oder Aktien

Anleihen oder Aktien?

Unternehmen, die Kapital benötigen, haben dazu neben einem Bankkredit zwei weitere Möglichkeiten: Entweder sie wagen den Sprung an die Börse oder sie vergeben Anleihen. Auf der anderen Seite stehen in beiden Fällen die Anleger, die ihr Kapital so in das Unternehmen investieren und versuchen, so zu profitieren.

Anleihen und Aktien gehören zu den beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Anleihen sind dabei allerdings immer noch deutlich beliebter. Deutsche Anleger investieren nach wie vor ungern in Aktien, da sie diese als zu riskant wahrnehmen. Tatsächlich sind Anleihen von bonitätswürdigen Emittenten eine der sichereren Varianten der Geldanlage. Allerdings ist auch die Rendite geringer, wie zahlreiche Studien zeigen.

Was sind Anleihen?

Anleihen werden in unterschiedlichen Formen wie Unternehmens- oder Staatsanleihen herausgegeben. Grundsätzlich handelt es sich um verzinsliche Wertpapiere. Der Emittent, der die Anleihe herausgibt, nimmt dadurch eine Art Kredit beim Käufer der Anleihe auf. Dieser besitzt mit der Anliehe eine Geldforderung, weswegen die Anleihe auch als Schuldverschreibung oder Forderungswertpapier genannt wird. Sie werden allerdings nicht in einer Währung gehandelt, sondern in Prozent und der Anleger erwirbt einen bestimmten Nominalbetrag.

Vor dem Kauf der Anleihe werden alle wichtigen Vertragsdaten festgelegt:

  • Höhe
  • Verzinsung
  • Laufzeit
  • Tilgung

Auf diese Weise ist die Anlage in Anleihen sehr vorhersehbar. Deswegen gelten sie gerade bei solventen Emittenten als außerordentlich sichere Anlageform, die auch für konservative Anleger sehr gut geeignet ist.

Anleihen haben folgende Vorteile:

  • Recht auf regelmäßige und in ihrer Höhe und Fälligkeit bestimmte Zinszahlungen.
  • Am Ende erhält der Anleger sein eingesetztes Guthaben vollständig zurück.
  • Kursgewinne können die Rendite steigern.
  • Im Insolvenzfall werden Anleiheninhaber gegenüber Aktionären vorrangig behandelt.
  • Anleihen können jederzeit an der Rentenbörse verkauft werden.
  • Geringer Zeitaufwand.

Für den Emittenten haben Anleihen hingegen den Vorteil, dass sie eine vergleichsweise leichte Möglichkeit darstellen, Kapital aufzunehmen. Er muss im Vergleich zum Bankkredit keine Sicherheiten vorweisen und muss dem Anleger kein Mitspracherecht wie bei Aktien zuteilen.

Dagegen stehen jedoch auch einige Nachteile:

  • Emittent könnte in Zahlungsverzug geraten oder sogar zahlungsunfähig werden
  • Der Marktzins könnte sich während der Laufzeit der Anleihe ändern. Ein fallendes Zinsniveau führt zu steigenden Anleihekursen und umgekehrt. Liegt der Marktzins über dem Anleihezins, würde der Anleger bei einem Verkauf vor Fälligkeit Verluste hinnehmen müssen.
  • Anleihen unterliegen dem Inflationsrisiko
  • Bei Anleihen in Fremdwährung existiert ein Währungsrisiko.

Die Vor- und Nachteile sind zudem auch nach Art der Anleihe stärker oder schwächer ausgeprägt. So gelten beispielsweise Staatsanleihen grundsätzlich gesehen als sicherer als Unternehmensanleihen. Natürlich ist es jedoch möglich, dass ein Staat zahlungsunfähig wird und ein Unternehmen innerhalb und für die nächsten fünfzig Jahre eine hervorragende Bonität vorweisen konnte und können wird. Es hängt also maßgeblich vom Emittenten ab, welche Vor- und Nachteil wie sehr zum Tragen kommen.

Bei guter Bonität des Emittenten gelten Anleihen als sichere Anlageform, die für konservative Anleger geeignet ist. Vorteil ist vor allem die Kalkulierbarkeit durch vorher festgelegte Zinshöhe und Fälligkeitsdaten.

Was sind Aktien?

Aktien sind Wertpapiere, die ein verbrieftes Anteilsrecht an einem Unternehmen darstellen. Der Anleger wird dadurch zum Miteigentümer des Unternehmens, bzw. an dem in Aktien zerlegten Grundkapital der entsprechenden Aktiengesellschaft.

Aktien haben folgende Vorteile:

  • Hohe Renditechance
  • Mitbestimmungsrecht
  • Doppelte Renditechance durch Dividenden und Kurssteigerungen
  • Flexibler Handel
  • Große Auswahl
  • Relativ inflationsgeschützt

Demgegenüber existieren jedoch auch einige Nachteile:

  • Hohe Volatilität und somit Risiko, auch Dividenden sind nicht garantiert
  • Totalverlust möglich
  • Keine feste Rendite

Aktien sind eine riskantere Geldanlage als Anleihen, die sich jedoch auch durch bessere Renditechancen auszeichnen. Vor allem langfristig gelten sie Anleihen überlegen, allerdings besteht immer das Risiko, nicht ausreichend zu diversifizieren und so hohe Verluste hinnehmen zu müssen.

Wann sind Aktien im Vorteil?

Um herauszufinden, wann welche Anlageform im Vorteil ist, haben sich Finanzexperten die historische Entwicklung von Aktien und Anleihen genauer angesehen.

Bankberater und Börsenfans ziehen häufig die gleiche Statistik heran, die eindeutig besagt, dass Aktien in den letzten 100 bis 120 Jahren die Rendite der Anleihen deutlich schlagen können.
Die Studie liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Betrachtungszeitraum von 1900 bis 2004
  • Veröffentlicht von der London Business School
  • Kapital würde – rein statistisch – von 1900 bis 2004 auf 17 verschiedene Staaten gestreut werden

Die Ergebnisse sind:

  • Aktien bringen 8,7 Prozent Rendite
  • Anleihen bringen 4,7 Prozent Rendite
  • Starke Schwankungen in den Einzeljahren, vor allem aufgrund der Weltkriege
  • In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Verzinsung insgesamt besser als in der ersten

Dabei ist die reale Verzinsung von Aktien in allen Ländern positiv gewesen und lag ebenfalls in allen Staaten höher als die von Anleihen. Geringe Kriegsschäden, politische Stabilität und Neutralität in den Kriegsjahren begünstigten bei beiden Anlageformen einen hohen Ertrag. Das Wirtschaftswachstum wirkt sich außerdem auf die Höhe der Aktienrendite kaum aus. Während das reale Wirtschaftswachstum im 20 Jahrhundert in den meisten Industriestaaten unter zwei Prozent jährlich blieb, konnte die Aktienrendite die Konjunktur locker schlagen und korrelierte nicht immer damit.

Allerdings: Die Datenlage ist bei weitem nicht ausreichend, um daraus eine grundsätzliche Aussage zu treffen, die sich als Zukunftsprognose eigenen würde. Damit aus den Werten tatsächlich geschlussfolgert werden könnte, dass Aktien Anleihen langfristig immer schlagen, müsste das Verhältnis beider Geldanlagen über einen Zeitraum von 625 Jahren betrachtet werden. Es fehlen also noch mehr als 500 Jahre, damit sich aus der Erhebung eine wissenschaftlich fundierte Aussage formulieren lässt.

Deswegen hat Rüdiger von Rosen in einer Studie namens „Aktie versus Rente“ eine Metastudie durchgeführt, die 14 Analysen von unterschiedlichen Autoren zusammenfasste. Dabei stellte er fest, dass Aktien in 35 von 37 Fällen ein besseres Ergebnis als Anleihen erzielen konnten. Die beiden Ausnahmen bezogen sich zudem auf kurze Betrachtungszeiträume. Insgesamt flossen allerdings Analysen aus den letzten 400 Jahren ein.

Die Ergebnisse aus den Studien legen nahe, dass Aktien langfristig gesehen immer im Vorteil sind. Dies gilt vor allem in Zeiten der Hyperinflation und galt sogar nach dem zweiten Weltkrieg. Die Besitzer von Staats- und Kriegsanleihen hatten zu diesem Zeitpunkt ihr gesamtes Kapital verloren. Die Aktienkurse waren während des Krieges aufgrund von Gesetzen keinen Schwankungen unterworfen und stiegen während des Wiederaufbau teilweise stark an. Pech hatte allerdings, wer Aktien von Unternehmen im Gebiet der entstehenden DDR besaß.

Die politische Lage wirkt sich also durchaus auch auf die Rendite der Aktien aus. Allerdings werden Inhaber von Anleihen in Krisenzeiten häufig noch deutlicher getroffen. Bei der Oktoberrevolution 1917 oder der chinesischen Revolution 1950 haben zwar Aktionäre ihre Wertpapiere verloren, anders sah dies jedoch nicht für Anleiheninhaber, Bankkunden oder Großgrundbesitzer aus.

Aktien konnten innerhalb der letzten hundert Jahre deutlich höhere Renditen verzeichnen. In kurzfristigen Zeiträumen waren Anleihen jedoch teilweise überlegen. Bei politischen Umbrüchen konnten Aktien häufig überraschend punkten, während Anleiheninvestments nicht immer weniger riskant waren.

Wann sind Anleihen gegenüber Aktien im Vorteil?

Anleihen sind gegenüber Aktien vor allem dann im Vorteil, wenn es sich um einen kurzfristigen Anlagehorizont handelt, in dem eine feste Verzinsung notwendig oder zumindest wünschenswert ist. Dies gilt jedoch vor allem bei Anleihen guter Schuldnerqualität. Derzeit sind die Anleihenmärkte durch den Nullzins mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein hochverschuldeter Staat wie Griechenland für Staatsanleihen nur noch vier Prozent Zinsen zahlen muss, in der gleichen – wenn nicht sogar leicht besseren – wirtschaftlichen Lage vor fünf Jahren jedoch fast 15 Prozent Zinsen zahlen musste, ist dies ein guter Anhaltspunkt dafür, dass der Anleihenmarkt wenigstens gesättigt ist. Derzeit zeichnet sich also ab, dass das Verhältnis von Risiko und Rendite für den Anleger nachteiliger wird und sich vielleicht sogar eine Blase entwickelt hat.

Anleihen sind zudem für Anleger besser geeignet, die nicht zu viel Zeit in die Analyse von Börsennews und Wirtschaftsnachrichten investieren möchten. Zwar ist es natürlich auch möglich, dass es gewinnbringend ist, Anleihen vor Fälligkeit zu verkaufen, die meisten Anleger schätzen aber in der Regel genau die Eigenschaft an Anleihen, dass eine nähere Beschäftigung nach dem Abschluss nicht mehr notwendig ist.

Wichtige Tipps zum Erwerb von Anleihen:

  • Bei dem derzeitigen Niedrigzins ist es wichtig, vor allem auf solide Emittenten zu setzen. Dadurch, dass auch die Anleihezinsen so niedrig sind, ist ein Schuldnerausfall kaum zu verkraften. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist zudem das Verhältnis von Risiko und Rendite für Anleger deutlich ungünstiger geworden. Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass eine Rendite von vier Prozent derzeit ein deutlich größeres Risiko bedeutet als noch vor fünf Jahren.
  • Die Laufzeit sollte derzeit möglichst kurz gewählt und auf maximal fünf Jahre Restlaufzeit ausgelegt sein. Die Anleihe ist dann unempfindlicher gegen Zinsveränderungen, das Risiko des Verkaufs vor Fälligkeit sinkt und derzeit sind die Zinsen ohnehin nicht unbedingt vorteilhaft.
  • Anleihenkäufer sollten unbedingt auf das Rating des Emittenten achten.
  • Fremdwährungen bieten interessante Investitionsmöglichkeiten, da der Euro derzeit schwächelt. Anleihen werden so etwas riskanter, können jedoch auch mehr Rendite bringen.

Anleihen sind im Rahmen von kurzen Laufzeiten und bei einem hohen Sicherheitsbedürfnis empfehlenswert. Allerdings ist der Markt derzeit durch den Niedrigzins geprägt, sodass Anleger einen soliden Emittenten gegenüber einer hohen Rendite bevorzugen sollten.

Fazit

Aktien haben langfristig im Durchschnitt der letzten 100 Jahre die besseren Renditen erzielt. Anleihen eigenen sich allerdings besonders für kurzfristigere Anlagehorizonte und sind bei konservative Anlegern beliebter.

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