Biotech Aktien – Aktien Kaufen Online

Biotech Aktien

Die Biotechnologie gilt als eine der zukunftsträchtigsten Branchen überhaupt. Hier können Innovationen dazu führen, dass sich unser Alltag beträchtlich verändert. Zugleich ist die Branche außerordentlich vielseitig und ist eng mit anderen Wissenschaften verknüpft. Durch Zellforschung, Genotypisierung und der Weiterentwicklung von Krebstherapien, Impfstoffen und Medikamenten hat sich die Medizin in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Einige der spannendsten Entwicklungen unserer Zeit finden innerhalb der Biotechbranche statt und seit längerem gehören deswegen auch Biotechaktien zu den attraktiveren Wertpapieren. Allerdings gibt es durchaus Warnungen, die eine Überbewertung der Aktien sehen und eine deutliche Korrektur erwarten.

Politik wichtiger Faktor

Eines der Probleme der Branche ist, dass die Politik bedeutenden Einfluss ausüben kann. Die USA ist für viele bekanntere Unternehmen einer der Hauptabsatzmärkte und häufig auch Heimatland, weswegen sich Entscheidungen und Ankündigungen der US-amerikanischen Politiker meist besonders deutlich in den Kursen niederschlagen.

So führte beispielsweise die Ankündigung von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, zukünftig Wucher bei Medikamenten zu verhindern, zu einem deutlichen Kurseinbruch bei vielen Biotech Aktien. Bislang können viele Pharmaunternehmen davon profitieren, dass der US-Markt keinerlei Begrenzungen bei den Verkaufspreisen von Medikamenten vorsieht.

Ohnehin schien sich in den letzten Monaten auf dem US-Markt ein Wechsel abzuzeichnen. Immer mehr Unternehmen kündigten bereits kurz nach der Zulassung von Medikamenten an, Rabattverträge abgeschlossen zu haben. Auf diese Weise erhält ein Teil der Patienten die Medikamente deutlich günstiger. Dies war lange Zeit undenkbar. Zuvor wurden Rabattverträge erst dann abgeschlossen, wenn die Medikamente bereits mehrere Jahre auf dem Markt waren.

Demzufolge gilt es als unwahrscheinlich, dass auf dem US-Markt weiterhin so hohe Preise erzielt werden können. Dies könnte die Biotechbranche empfindlich treffen. Bislang sind von dem Preiskampf allerdings nur Teilbereiche betroffen, in denen die Konkurrenz durch ähnliche Wirkprofile der Medikamente sehr hoch ist. In der Krebsbehandlung, die die wichtigste Indikation für die Biotechbranche darstellt, ist dies jedoch undenkbar. Hier sind die Reaktionen der Patienten auf die einzelnen Medikamente zu unterschiedlich.

Auch außerhalb der USA hängt die Biotech-Branche teils empfindlich von politischen Entscheidungen ab. Die Forschung bewegt sich häufig in einem Bereich, der an legale und ethische Grenzen stößt. Stammzellenforschung und andere Zweige sind nicht in jedem Staat legal, können zudem im Nachhinein verboten oder erlaubt werden und auch die entwickelten Therapien sind nicht immer zulässig. Demzufolge können Gesetzesänderungen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität und sogar Legalität haben.

Ist die Biotechbranche überbewertet?

Der Boom der Biotechbranche setzte bereits 2010 ein. In den letzten Jahren hat sich der Markt überdurchschnittlich entwickeln können und war dementsprechend für Anleger attraktiv. Eine vergleichsweise hohe Volatilität ist bei den meisten Biotech-Kursen dennoch gegeben. Gerade kleinere Unternehmen mussten in der Vergangenheit mehrere Berg- und Talfahrten durchleben. Dennoch gilt die Branche als vergleichsweise stabil. Experten rechnen jedoch bei den meisten Unternehmen früher oder später mit einer Korrektur des Kurses, die dann als guter Einstiegszeitpunkt genutzt werden kann.

Anleger in Biotech-Aktien müssen allerdings inzwischen ein etwas erhöhtes Risikoprofil in Kauf nehmen als zu Beginn des Booms. Viele Fonds und andere Investoren setzen inzwischen verstärkt auf jüngere Unternehmen, deren Medikamente teilweise noch auf die Zulassung warten oder sogar noch mehrere Jahre von einer möglichen Marktreife entfernt sind. Da Biotech-Aktien ohnehin nicht als risikoarme Investitionsmöglichkeiten gelten, sollten Anleger derzeit eine entsprechende Risikofreudigkeit mitbringen.

Wer bereits Aktien der größeren Biotech-Unternehmen hält, sollte den Markt noch genauer verfolgen als üblicherweise. In vielen Fällen scheint es derzeit sinnvoll zu sein, Gewinne zu realisieren.

Gute Chancen nutzen

Traditionell sind Aktien von Pharma- oder Biotech-Unternehmen häufig Schnäppchen. Werden Medikamente nicht zugelassen, in die größere Hoffnungen gesetzt wurden, bricht der Kurs deutlich ein. Auch Kursverluste durch kleinere Skandale ist die Branche durchaus gewöhnt. Gerade etablierte und größere Unternehmen beeindruckt dies in der Regel jedoch nicht. Stattdessen zeigt sich immer wieder, dass sich der Kurs innerhalb weniger Wochen bis Monate wieder stabilisiert.

Das bedeutet, dass sich selbst bei überbewerteten Unternehmen immer wieder attraktive Einstiegsmöglichkeiten übergeben. Privatanleger sollten die Branche also dauerhaft beobachten, um auf solche Kurseinbrüche reagieren zu können und die Gunst der Stunde zu nutzen. Allerdings sollte dies natürlich nicht geschehen, ohne dass der Anleger weiß, warum der Kurs eingebrochen ist, ob sich weitere Einbrüche abzeichnen und wie stabil die Unternehmenslage trotz der Krise ist. Nur wenn diese Informationen bekannt sind, kann eine Chance von einem zu großen Risiko unterscheiden werden. Vorsicht ist natürlich bei kleineren Biotech-Unternehmen oder sogar Startups geboten. Häufig ist es hier eher unwahrscheinlich, dass sie sich wieder erholen können.

Richtig in Biotech-Aktien investieren

Eines der Hauptprobleme vieler Anleger dürfte darin liegen, dass sie zu kurzfristig denken. Ein Beispiel ist das Anlegerverhalten währen der Ebola-Krise. So legten die Wertpapiere von Tekmira Pharmaceuticals in weniger als einem Jahr um 500 % zu. Natürlich folgte darauf ein mehr als deutlicher Kurseinbruch. Es handelte sich hierbei also zu einem Großteil um spekulative Investments, die die Stimmung am Markt ausnutzen wollten. Anleger sollten sich dessen immer bewusst sein. Wer sehr tagesaktuell handelt, wird häufig gegen größere und spekulativer orientierte Investoren verlieren.

Gründe für den Einbruch des Kurses waren zum einen, dass die Nachrichten über Ebola ausblieben, zum anderen musste das Unternehmen die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes einstellen, da er keine ausreichende Wirkung zeigte.

Wer als Privatanleger Gewinne in der Biotechbranche realisieren möchte, kann natürlich ebenfalls darauf setzen, bei Epidemien oder anderen medienwirksamen Krankheiten auf Unternehmen zu setzen, die in diesem Bereich Medikamente entwickeln. Er muss dann allerdings früh einsteigen und anschließend den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg nicht verpassen. Das Risiko ist hier deutlich größer als bei einem langfristigen Investment.

Um eine passende Biotechaktie zu finden, die sich auch jetzt noch langfristig steigern kann, sind allerdings mehr Überlegungen notwendig:

  • In welchen Bereichen entwickelt das Unternehmen Medikamente? Gelten diese als preisstabil? (Dies ist beispielsweise bei seltenen Erkrankungen und in der Krebstherapie der Fall).
  • Welche Zielgruppe haben die Medikamente? Wer in Biotechaktien investieren möchte, muss moralische Bedenken teilweise außer Acht lassen oder weniger Rendite in Kauf nehmen. Ein Medikament gegen Wohlstandskrankheiten, das regelmäßig eingenommen werden muss, ist in der Regel gewinnbringender als ein Impfstoff, der vor allem in Entwicklungsländern eingesetzt werden wird.
  • Wie groß ist die Konkurrenz für die entsprechenden Medikamente? Befindet sich bereits eine Handvoll wirksamer und einigermaßen aktueller Medikamente auf dem Markt, ist die Konkurrenz häufig zu groß. Vor allem dann, wenn bereits Generika des Standardmedikaments auf dem Markt sind, haben es neue Mittel in der Regel sehr schwer. Die Renditemöglichkeiten hängen jedoch auch davon ab, wie häufig die Krankheit ist und ob sie chronisch ist. Gerade hier ist ein Therapiewechsel sehr häufig, und wenn sich in der späteren klinischen Phase abzeichnet, dass das neu entwickelte Medikament weniger Nebenwirkungen besitzt, sind die Chancen groß, dass es sich doch um einen finanziellen Erfolg handelt.

Bei Biotechaktien ist es also ungemein wichtig, nicht nur die finanziellen Daten zu betrachten. Branchenkenntnisse sind noch wichtiger als bei anderen Unternehmen, damit Fehlinvestitionen verhindert werden können.

Sie ermöglichen es auch, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden. Bis ein Medikament zugelassen wird, können mehrere Jahre, im Einzelfall sogar Jahrzehnte vergehen. Die Medikamentenentwicklung beginnt in der Regel mit der präklinischen Prüfung des Wirkstoffes und der Herstellung von Prüfpräparaten. Erst wenn sich das Medikament hier als wirksam erwiesen hat, beginnt die klinische Forschung. Sie besteht aus insgesamt vier Phasen. Jede Phase muss genehmigt werden. Die endgültige Zulassung erreichen jedoch nur die wenigsten Wirkstoffe.

So erreichen beispielsweise in den USA nur fünf von 10.000 Medikamenten, die präklinisch getestet wurden, überhaupt die klinische Forschung. Von diesen fünf überstehen weitere vier die klinische Forschung nicht und gelangen niemals zur Marktreife. Insgesamt vergehen durchschnittlich 14,2 Jahre, allein auf das Zulassungsverfahren entfallen knapp zwei Jahre davon. Allerdings wirkt sich jedes Medikament und jede Phase der klinischen Studien auf den Aktienkurs aus. Wann der richtige Einstiegszeitpunkt ist, hängt also auch vom Anlegertyp ab. Wer größere Kursgewinne mitnehmen möchte, dabei jedoch auch einen Kurseinbruch bei Nichtzulassung eines Medikaments hinnimmt, erhält in der Regel jeweils vor dem Eintritt in eine neue Phase interessante Möglichkeiten hierzu. Allerdings ist es für die meisten Privatanleger wesentlich nervenschonender, die Marktreife und Arzneimittelzulassung abzuwarten. Hier sind Kursanstiege dennoch die Regel, starke Kurseinbrüche werden hingegen vermieden.

Anleger sollten zudem bei der Investition in Biotechaktien bedenken, dass die Kosten zur Entwicklung nicht nur ohnehin sehr hoch sind, sondern es in den letzten Jahren auch einen deutlichen Anstieg gab. Alleine zwischen 1991 und 2001 sind die Entwicklungskosten um das 2,5-fache gestiegen. Zwar fehlen neuere Daten, es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass die Unternehmen weiterhin immer mehr Geld investieren müssen.

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