Wie Privatanleger vom Goldpreis profitieren können

Krisengeschüttelte Märkte und Unsicherheit bei den Anlegern sorgen meist für einen steigenden Goldpreis. Wir zeigen, auf welche verschiedenen Weisen Anleger das begehrte Edelmetall ins Depot legen können

Physisches Gold

Die unmittelbare und direkte Art von steigenden Goldpreisen zu profitieren, ist natürlich der Kauf von echten Goldunzen oder Goldbarren. Aber auch Goldschmuck kommt hierfür in Frage, dieser besitzt sogar noch einen ideellen Wert über den reinen Goldwert hinaus. Aber schon die schlichten quaderförmigen Barren üben auf die meisten Menschen eine Faszination aus, denn das edle gelb glänzende Metall ist seit Menschengedenken ein Symbol für Reichtum, Wohlstand und Luxus.

Doch auch als Absicherung gegen Inflation und Verwerfungen im internationalen Finanzsystem eignet sich die physische Goldanlage. Zwar wurde mit dem Goldstandard in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch die Bindung der Währungen an den Goldpreis aufgegeben, das ändert jedoch nichts daran, dass Gold das einzige Zahlungsmittel bleibt, das weltweit anerkannt wird, unabhängig vom jeweiligen Währungs- oder Wirtschaftssystem. Dies ist nicht nur heute so, sondern seit der Antike kann man Gold gegen den entsprechenden Gegenwert des jeweiligen gesetzlichen Zahlungsmittels eintauschen.

Daher verwundert es nicht, dass vorsichtige Anleger und Menschen, die dem zunehmend in Schieflage geratenden Wirtschaftssystem nicht mehr trauen, auf physisches Gold als Krisenabsicherung setzen.

Gold kann man als Münze oder Barren kaufen, dabei werden die Gewichte entweder in Gramm gelistet, oder in Unzen (oz), wobei eine Unze einem Gewicht von 31,1 g entspricht. Vor dem Kauf sollten Anleger sich informieren, da die Preise der einzelnen Händler stark voneinander abweichen können. Oftmals bieten Banken schlechtere Kurse an als etwa spezialisierte Edelmetallhändler wie z. B. Degussa. Am einfachsten dürfte ein Online-Kauf sein. Die zertifizierten Händler liefern dann per Kurier oder versichertem Wertpaket aus.

Zur Lagerung größerer Mengen Gold eignet sich natürlich das heimische Wohnzimmer nur bedingt. Hier sollte ein Tresorschließfach bei einer Bank herangezogen werden. Dies hat darüber hinaus noch den Vorteil, dass über den Inhalt eine Versicherung abgeschlossen werden kann. Dadurch entstehen aber natürlich für das physische Golddepot weitere laufende Kosten.

Der direkte Kauf von physischem Gold bringt die größte Sicherheit gegen Inflation und Turbulenzen an den Finanzmärkten. Allerdings ist sie auch die unflexibelste Anlageform. Sie ist mit hohem Aufwand verbunden und kann beträchtliche Lagerkosten verursachen.

ETFs und ETCs

Die Lagerung von physischem Gold bringt eine hohe Sicherheit, bringt jedoch auch eine Reihe von Nachteilen mit sich. Eine sichere Lagerung verursacht laufende Kosten. Außerdem ist das Kapital im physischen Gold relativ stark gebunden. Möchte man einen Teil der Position auflösen, dann geht dies nur indem ganze Barren oder Münzen veräußert werden müssen, also unter Umständen ein viel höherer Betrag, als geplant war. Außerdem kann so ein Verkauf natürlich nicht online durchgeführt werden, sondern erfordert den tatsächlichen Versand der Ware per Kurierdienst.

Mit Gold ETFs können Anleger auf ein Asset zurückgreifen, das relativ nah an der Sicherheit und Preisentwicklung eines physischen Golddepots liegt, aber dennoch die Vorteile eines börsengehandelten Wertpapiers bietet. Die Herausgeber eines Gold-ETFs sind in der Regel Banken oder große institutionelle Gesellschaften. Sie sammeln das Kapital vieler einzelner Anleger und nutzen das so entstehende große Vermögen, um davon Gold zu kaufen. Anleger können einzelne Anteile daran an der Börse handeln. Die Fondsgesellschaften übernehmen dabei den An- und Verkauf des physischen Goldes und dessen Lagerung. Die dadurch entstehenden Kosten werden als Gebühren auf die Fondsanteile aufgeschlagen. Der Goldbestand eines Fonds gilt als Sondervermögen und ist daher rechtlich abgesichert, falls die Herausgebergesellschaft jemals zahlungsunfähig werden sollte. Deshalb vereinigt ein Gold-ETF die Sicherheit und Krisenfestigkeit eines realen Goldbestandes mit der Einfachheit und Liquidität eines börsengehandelten Wertpapieres.

Sparpläne Consorsbank

Bei der Consorsbank können auch Sparpläne mit Gold ETFs eröffnet werden, Quelle:Consorsbank

Neben solchen ETFs, die direkt in physisches Gold investieren, gibt es allerdings auch solche, die den Goldpreis einfach nur nachbilden, indem sie andere Assets wie Aktien oder Anleihen aus der Goldbranche dafür heranziehen. Für diese gilt das oben gesagte nicht, sie unterliegen einem Emittentenrisiko und bei Insolvenz kann es zum Verlust des Anlagekapitals kommen. Anleger sollten also vor dem Erwerb von Anteilen genau recherchieren, welche Anlagestrategie der Fonds verfolgt und über welche Bonität er verfügt.

Da das deutsche Kapitalanlagegesetz einem öffentlich handelbaren Fonds vorschreibt, dass aus Gründen der Diversifizierung höchstens 30% des Gesamtvermögens aus nur einem einzigen Asset stammen kann, sind reine Gold-ETFs mit physischem Golddepot in Deutschland nicht erhältlich. Interessierte Anleger sollten sich hier über Anbieter aus den USA und aus der Schweiz informieren.

Dennoch geben auch deutsche Gesellschaften Fonds aus, die den Goldpreis wiedergeben, zum Beispiel das bekannte XETRA-Gold, das an der elektronischen Wertpapierbörse XETRA gehandelt wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen ETF, sondern um ein sogenanntes „Exchange Traded Commodity“ (ETC). Obwohl sich in der realen Handelspraxis hier kaum ein Unterschied ergibt, ist es aus rechtlicher Sicht eine gänzlich andere Anlageform, denn der ETC ist eigentlich eine Anleihe.

Ein ETC-Anteil ist eine börsengehandelte Inhaberschuldverschreibung und verbrieft das Recht auf Lieferung von Gold. Im Unterschied dazu ist der ETF ein verbriefter Anteil am Sondervermögen. Dieser kleine Unterschied zeigt, dass auch beim ETC ein erhöhtes Risiko besteht, da die Anlagesumme nicht als Sondervermögen gewertet wird und somit wieder ein Emmitentenrisiko besteht.

Für kurzfristige Trader, die vom Auf und Ab des Goldpreises innerhalb weniger Tage oder intraday profitieren möchten, macht sich dieser Unterschied aber praktisch nicht bemerkbar. Eine Langfristanlage sollte aber die Unterschiede in der Versicherung des Anlagekapitals in Erwägung ziehen.

Gold ETFs vereinen die Vorteile von physischem Gold und einem börsengehandelten Wertpapier, aber nur wenn die Fondsgesellschaft das Anlagevermögen wieder in physisches Gold investiert. Dieses Sondervermögen ist bei Insolvenz geschützt. Solche Fonds sind allerdings in Deutschland nicht zulässig, hierfür müssen Anleger beispielsweise in die Schweiz ausweichen.

CFDs

Eine weitere Möglichkeit, um auch mit wenig Kapital an der Entwicklung des Goldpreises teilzuhaben, sind CFDs. Dabei handelt es sich einfach um Kursstellungen, die ein Broker als Marketmaker für seine Kunden bereitstellt. Die Kurse orientieren sich am wirklichen Goldpreis auf dem Spot Markt und bilden diesen mehr oder weniger genau ab. Anleger müssen sich aber darüber bewusst sein, dass letztlich der Marketmaker die Kurse beeinflussen kann und die Gegenposition zu den Kunden einnimmt. Die meisten CFD-Anbieter haben Gold und auch andere Rohstoffe im Angebot.

Ein Vorteil von CFDs ist, dass Anleger hier in beide Richtungen spekulieren können. Während  physische Goldvorräte oder ETFs notwendig „long“ sind, also auf einen steigenden Goldpreis setzen, kann man über die CFDs genauso leicht „short“ gehen und damit von einem fallenden Goldpreis profitieren. Nachdem der Goldpreis im Verlauf der Finanzkrise im Jahr 2011 sehr stark angestiegen ist und sich nach Ausbildung eines Allzeithochs seitdem in einer ausgedehnten Korrekturphase befindet, ist die Möglichkeit auch von fallenden Kursen zu profitieren für Mittel- und Kurzfristtrader besonders interessant.

CFDs sind im Allgemeinen Hebelprodukte, das heißt, Anleger hinterlegen nur einen gewissen Teil des Investitionskapitals beim Broker, die so genannte Margin. Der Rest wird vom Broker für die Position beliehen. Dies hat den Vorteil, dass man mit weniger Kapitaleinsatz eine Position aufbauen kann, ein zu hoher Hebel ist jedoch sehr gefährlich. Denn wenn die Position in die Verlustzone gerät, dann sorgt der Hebel dafür, dass der Verlust höher sein kann, als die Einlagesumme. Dann kann es im schlimmsten Fall zur Nachschusspflicht kommen und dem gefürchteten Margin Call. CFDs sollten daher nur von Fortgeschrittenen genutzt werden und nur unter striktem Money-Management eingesetzt werden.

Mit CFDs wetten Trader gegen ihren Broker auf den Verlauf eines Assets. Gold-CFDs sind eine Möglichkeit, schon mit geringem Kapital Einsatz an der Goldentwicklung teilzuhaben. Allerdings ist das Risiko gehebelter Produkte sehr hoch und für Anfänger nicht geeignet.

Aktien von Goldminenbetreibern

Schließlich gibt es noch eine weitere Möglichkeit am Goldpreis zu partizipieren, indem in klassische Aktien aus der Goldbranche investiert wird. Dies kann durch Einzelwerte geschehen, es existieren aber auch spezielle Fonds, die Aktienpakete aus verschiedenen Unternehmen schnüren. Hier handelt es sich meist um internationale Goldminenbetreiber.

Einzelaktien auf Goldminen sind sehr risikoreich, da die natürliche Verteilung des Rohstoffes Gold im Erdboden nicht vorhergesagt werden kann. Wie profitabel eine neue Goldmine sein wird, lässt sich somit nicht wirklich planen. Daher ist es bei Goldaktien besonders wichtig, vor allem räumlich zu diversifizieren und möglichst viele Minenstandorte zu wählen. Ansonsten kann das Investment den Charakter eines Glücksspiels erreichen. Denn in den rar gesäten Fällen, in denen man im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich „auf eine Goldader stößt“, ist es nicht selten, dass die Aktien ihren Wert verzehnfachen oder mehr.

Öfter jedoch verfallen die oftmals hochgelobten Titel fast wertlos und fristen ein Dasein als Pennystocks, mit denen das Anlagekapital vieler Kleinanleger vernichtet wurde.

Goldaktien und Minenfonds geben im langfristigen Verlauf den Goldpreis wieder, jedoch unterliegen sie natürlich stärkeren Schwankungen und können bei bestimmten Nachrichten auch mehrere Tage abgekoppelt vom Goldpreis laufen. Dies birgt hohe Risiken, aber wie immer ist dies natürlich auch mit großen Trading-Chancen verbunden. Unter den hier vorgestellten Möglichkeiten sind Minenaktien die bei weitem riskantesten und sollten nur von fortgeschrittenen Anlegern mit entsprechender Risikokontrolle genutzt werden.

Aktien aus der Goldbranche orientieren sich langfristig am Goldpreis, sie haben jedoch auch ein Eigenleben, das kurzfristig stark davon abweichen kann. Sie bergen damit große Chancen bei hohem Risiko und sind nur für fortgeschrittene Anleger zu empfehlen.

Fazit

Gold gilt unter Privatanlegern nach wie vor als sicherer Hafen, um ein Depot in Krisenzeiten gegen Inflation und Crashs an den Aktienmärkten abzusichern. Die direkte Anlage in physisches Gold stellt dabei die langfristig sicherste Methode dar, denn ein solcher Goldvorrat wird mit hoher Sicherheit auf unbegrenzte Zeit als Zahlungsmittel anerkannt werden. Dennoch ist die sichere Lagerung größerer Goldmengen ein Risiko und auch mit Kosten verbunden.

Ein Kompromiss aus den Vorteilen eines physischen Golddepots und eines börsengehandelten Wertpapieres bilden die Gold-ETFs. Hier sind solche zu bevorzugen, die ihrerseits das Anlagekapital in physisches Gold investieren, da dieses rechtlich als Sondervermögen gilt und gegen Zahlungsunfähigkeit abgesichert ist.

Fortgeschrittene Anleger, die bei höherer Renditeerwartung bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, können von CFDs auf den Goldpreis profitieren oder aber auf die Suche nach lukrativen Einzelaktien im Bereich Goldminen Ausschau halten. Minen-Aktien sind mit hohen Risiken behaftet, aber bergen auch einmalige Chancen auf Vervielfachung des Anlagekapitals.

 

 

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