In Rohstoffe investieren » Wissenswertes zu Investitionen 2018

In Rohstoffe investieren » Wissenswertes zu Investitionen 2018

Rohstoffe investieren

In Rohstoffe investieren

Das Investment in Rohstoffe hat zahlreiche Vorteile. Allerdings war es lange Zeit gerade für Privatanleger fast unmöglich von Preisänderungen in diesem Bereich zu profitieren. Dies hat sich jedoch inzwischen durch neue Finanzprodukte geändert. Inzwischen stehen Privatanlegern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um indirekt in Rohstoffe zu investieren. Auf diese Weise können auch Privatanleger Rohstoffe nutzen, um die Diversifikationseffekte und Inflationssicherheit zu nutzen.

  • Investition ist für Privatanleger leichter geworden
  • Vorteile: Risikostreuung, inflationsgeschützt, Sachwerte
  • Nachteile: Angebotsstörungen, keine Zinsen, Angebotsstörungen
  • Risiken: Währungsrisiko und Rollfunktion
  • Finanzprodukte können das Risiko senken

Vorteile und Nachteile bei der Investition in Rohstoffe

Das Investment in Rohstoffe hat folgende Vorteile:

  • Rohstoffe sind Sachwerte.
  • Die meisten Rohstoffe sind limitiert (mit Ausnahme von Agrarrohstoffen) und die Nachfrage wächst durch die Industrialisierung von Entwicklungs- und Schwellenländern.
  • Rohstoffpreise steigen meist mit der Inflation. Der Preisanstieg bei Gütern betrifft Rohstoffe natürlich im gleichen Umfang. Während ein Inflationsanstieg meist einen Zinsanstieg zur Folge hat, was sich negativ auf Anleihen und Aktien auswirkt, steigen die Rohstoffpreise.
  • Rohstoffe entwickeln sich häufig ohne Korrelation zu Wertpapieren und sind somit zur Diversifikation geeignet. Allerdings hat sich dieser Effekt deutlich abgeschwächt, seitdem der Rohstoffmarkt Privatanlegern offen steht, da sich das Verhalten in beiden Anlagen stark ähnelt.

Dagegen stehen folgende Nachteile:

  • Gewinn kommt nur durch Preissteigerungen zustanden. Auf Erträge wie Zinsen, Dividenden oder Mieten muss der Anleger also verzichten, was das Investment rein spekulativ macht.
  • Rohstoffpreise ändern sich häufig zyklisch und zeigen in Zeiten schwachen Wachstums einen Preisrückgang.
  • Angebotsstörungen wie politische Unruhen oder Wetterkonditionen können sich deutlich auf die Preise auswirken. Viele Rohstoffe können also einem erhöhten Risiko unterliegen.
  • Es können ethische oder ökologische Bedenken gegen das Investieren in Rohstoffe sprechen.
  • Rohstoff-Investment ist vergleichsweise schwer zu verstehen.
  • Der direkte Kauf ist aus praktischen Gründen meistens nicht sinnvoll. Der Kauf über Finanzprodukte kann die Vorteile jedoch etwas abschwächen.

Einer der größten Vorteile ist die Unabhängigkeit der Kursentwicklung von Aktien und Anleihen, zudem sind die meisten Rohstoffe wertstabil. Das Risiko kann durch Angebotsstörungen und einer hohen kurzfristigen Volatilität allerdings erhöht sein.

Welche Risiken hat das Investment in Rohstoffe?

Wer in Rohstoffe investieren möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es abgesehen von Kursrückgängen vor allem zwei Probleme gibt, auf die der Anleger stoßen wird.

  • Währungsrisiko

Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Dadurch ergibt sich für Anleger aus dem europäischen Raum ein Währungsrisiko. Entwickelt sich der Dollar im Vergleich zum Euro positiv, schmälert dies die Rendite. Es gibt allerdings auch Rohstoffe, die gegen Währungsrisiken absichern können. Zu ihnen zählt beispielsweise Gold.

  • Roll-Verluste

Die meisten Investments in Rohstoffe erfolgen auf der Basis von Future-Kursen. Der Rohstoff wird also nicht direkt gekauft, sondern die Vertragspartner legen fest, zu welchem Preis ein Rohstoff geliefert werden muss. Die Laufzeit ist dabei begrenzt. Damit der Vertragspartner nicht tatsächlich liefern muss, muss er den Future vor Laufzeitende verkaufen und mit dem Erlös den nächsten Future erwerben. Dies wird auch als „rollen“ bezeichnet. Der Kurs des neuen Futures entspricht natürlich nur in den seltensten Fällen dem Kurs des alten. Also entstehen Rollverluste oder Gewinne. Allerdings gibt es verschiedene Strategien, wie Rollverluste vermieden werden können. Die meisten Fonds- oder Zertifikate-Anbieter arbeiten mit einer Kombination aus Long- und Short-Positionen, investieren nur unter bestimmten Marktbedingungen und sichern so die Geldanlage gegen Rollverluste ab.

Fällt eine Terminmarktkurve, sprechen Anleger von Backwardation, steigen sie, wird dies als Contango bezeichnet.

Neben dem Kursrisiko müssen Anleger auch das Roll- und Währungsrisiko beachten. Beide Risiken lassen sich jedoch durch verschiedene Strategien deutlich verringern.

Wer sollte in Rohstoffe investieren?

Grundsätzlich sind Rohstoffe für erfahrene Anleger geeignet, die ihr Depot ausreichend diversifizieren möchten. Wie risikoaffin der Anleger für das Investment sein sollte, hängt auch von dem bevorzugten Rohstoff ab. Gold eignet sich beispielsweise problemlos für konservative Anleger, während andere Rohstoffe wie Industriemetalle als deutlich riskanter gelten.

Auch wenn das Investment in Rohstoffe vor allem wegen Angebotsstörungen und einer vergleichsweise hohen kurzfristigen Volatilität den Ruf hat, relativ riskant zu sein, ermöglicht es, das Portfolio zu diversifizieren und so das Risiko insgesamt zu senken.

Allerdings nehmen Edelmetalle wie Silber, Gold und Platin fraglos eine Sonderstellung unter den Rohstoffen ein. Während der Rohstoffhandel üblicherweise davon lebt, dass die Rohstoffe zum Weiterkauf erworben werden, sichern Edelmetalle hingegen das Portfolio als Sachwert ab und bleiben über einem längeren Zeitraum im Besitz des Anlegers.

Wichtig bei der Entscheidung für ein Rohstoffinvestment sollte allerdings auch der Anlagehorizont sein. Die meisten Rohstoffe und Finanzderivate auf Rohstoffe sind für langfristiges Investment nur bedingt geeignet. Allerdings gibt es auch langfristigere Investmentmöglichkeiten wie Fonds, Aktien oder CFDs. Vor allem Anlageprodukte, die das Rollrisiko verringern, können über einen längeren Zeitraum geeignet sein.

Das Investment in Rohstoffe ist zur Risikostreuung für die meisten Privatanleger geeignet. Das Risiko lässt sich zudem durch den jeweiligen Rohstoff sowie die Art des Finanzproduktes regulieren.

Indirekt in Rohstoffe investieren

Grundsätzlich wird es für die meisten Privatanleger nicht besonders praktikabel sein, Hunderte Barrel Rohöl zu erwerben und gewinnbringend zu verkaufen. Sie können jedoch indirekt in Rohstoffe investieren, da inzwischen verschiedene Finanzprodukte angeboten werden, die dies ohne den direkten Erwerb ermöglichen. Ein Nachteil mag dabei jedoch für einige Anleger sein, dass sie nicht direkt in den Sachwert investieren, sondern über Wertpapiere von ihrem Broker oder dem Emittenten abhängig sind.

  • Zertifikate

Rohstoffzertifikate gibt es inzwischen in verschiedenen Formen. Es werden sowohl Index-Zertifikate auf einzelne Rohstoffe und Indizes angeboten als auch Garantie-, Bonus- oder Express-Zertifikate. Einen Sonderfall stellen Hebel-Zertifikate mit erhöhtem Risiko dar.

Die Zusammensetzung unterscheide sich je nach Emittent. Für Privatanleger gelten solche Zertifikate als empfehlenswert, die Rohstoff-Indizes nutzen. Diese setzen sich aus den wichtigsten Rohstoff-Segmenten zusammen und ermöglichen so eine gute Risikostreuung innerhalb des Rohstoff-Investments. Auch Rohstoff-Zertifikate beziehen sich auf Terminkurse und enthalten deswegen ein Rollrisiko. Dies liegt daran, dass sie Futures als Underlyings nutzen.

Auch Rohstoff-ETFs bilden Indizes ab, die mehrere Rohstoffsegmente enthalten. Einzelrohstoffe werden hingegen als ETCs gehandelt. Wer also nur von Änderungen des Goldpreises profitieren möchte oder sich auf Rohöl spezialisiert, kann ETFs dafür nicht nutzen. Grundsätzlich unterliegen auch ETFs dem Rollrisiko, allerdings gibt es inzwischen auch Indizes, die versuchen, den Rollverlust durch bestimmte Mechanismen zu minimieren.

Bei ETFs sollten Anleger noch mehr als üblich auf einen seriösen und kompetenten Anleger mit gutem Angebot achten. So werden ETFs angeboten, die über eine Währungsabsicherung verfügen und das Risiko so senken.

CFD ist kurz für „Contract for Difference“ und wird auch als Differenzkontrakt gezeichnet. Sie zählen nicht zu den Termingeschäften, sodass ein CFD unbegrenzt genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, sowohl Long- als auch Short-Positionen einzugehen.

ETCs werden in der Regel auf einzelne Rohstoffe angeboten, vereinzelt können sie jedoch auch auf Rohstoffkörbe erworben werden. Es handelt sich dabei um eine unbefristete und besicherte Schuldverschreibung. Sie ist entweder an den Spot-Preis des Underlyings oder an den Preis von Futureskontrakten geknüpft. Grundsätzlich können Anleger mit ETCs sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren.

Ein weiteres Risiko bei ETCs ist das Emittentenrisiko. Sie basieren auf einer Anleihe und der Emittent könnte prinzipiell während der Laufzeit des ETCs zahlungsunfähig werden. Deswegen werden ETCs unterschiedlich abgesichert. Gängige Möglichkeiten sind Swaps, die durch Dritte besichert sind, physisch hinterlegte ETCs, bei denen der Gegenwert durch Goldbarren hinterlegt wird oder vollständig besicherte ETCS, bei dem der Kontrakt vollständig gedeckt ist.

Anleger haben zudem die Möglichkeit, über Fonds in Rohstoffe zu investieren. Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Zum einen gibt es klassische Aktienfonds, die direkt in Unternehmen investieren, die Rohstoffe fördern oder vertreiben. Zum anderen gibt es zudem einige Fonds, die ebenfalls in Indizes mit festgelegten Rohstoffkörben investieren. Dies ist in Deutschland der häufigste Handelsansatz. Zudem verfolgen viele Fonds eine Kombination aus Short- und Long-Positionen. Demgegenüber gibt es jedoch auch Fonds, die sich auf einzelne Rohstoff konzentrieren und diesen je nach Zyklus wechseln oder möglichst umfassend mit verschiedenen Wertpapieren abbilden.

Natürlich ist es auch möglich, mit Aktien direkt in einzelne Unternehmen zu investieren, die eng mit der Produktion, der Förderung oder dem Vertrieb eines bestimmten Rohstoffs verknüpft sind. Hierzu gehören vor allem Minengesellschaften, Bergbau- und Energiekonzerne oder Produzenten der Landwirtschaft. Ein weiterer Vorteil dieses Investments ist, dass Anleger bewusst in nachhaltig agierende Unternehmen investieren können, während es bei allen anderen Anlageformen schwierig ist, unethische Geldanlagen vollkommen auszuschließen.

  • Binäre Optionen

Binäre Optionen sind ein vergleichsweise leicht zu verstehendes Finanzinstrument, das sich von den klassischen Optionen ableitet. Der Anleger muss hier allerdings nur entscheiden, ob der Kurs eines bestimmten Basiswertes innerhalb eines vorher definierten Zeitraumes steigen oder fallen wird. Die Besonderheit hierbei ist, dass Rendite und Risiko von vorneherein festgelegt sind. Binäre Optionen eigenen sich jedoch nur für sehr kurz- bis mittelfristige Anlagezeiträume.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren. Dabei gibt es Derivate, bei denen Rollverluste einkalkuliert werden müssen. Andere Anlagemöglichkeiten vermeiden diese durch eine andere Struktur oder nutzen Strategien, um diese auszuschließen. Das Rohstoffinvestment lässt sich durch die indirekte Investition sowohl riskanter (beispielsweise mit Hebelprodukten) als auch weniger riskant gestalten.

Fazit

Privatanleger können inzwischen deutlich leichter und auf unterschiedliche Arten in Rohstoffe investieren, sodass das Investment eine sinnvolle Ergänzung für die meisten Portfolios darstellt. Rohstoffe entwickeln sich unabhängig von Aktien und Anleihen und können deswegen zur Diversifikation genutzt werden.

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